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DK 774.43 : 001.

4 DEUTSCHE NORM Dezember 1992


Technische Zeichnungen
DIN
Maßeintragung
Begriffe, allgemeine Grundlagen
406
Teil 10

Technical drawings; Dimensioning; Definitions, general principles Ersatz für DIN 406 T1/04.77
Dessins techniques; Cotations; Definitions, principes generaux und mit DIN 406T11/12.92
und DIN 406T12/12.92
Ersatz für DIN 406 T2/08.81

Zusammenhang mit der von der „International Organization for Standardization" (ISO) herausgegebenen Norm
ISO 129 : 1985 siehe Erläuterungen.

Inhalt
Seite Seite
Nicht aktiv! siehe RW spezifisch - ThyssenKrupp Steel Europe AG (TSE-AT-QP-KND):

1Anwendungsbereich und Zweck 1 Zitierte Normen 5


2Begriffe 1
Weitere Normen 5
3Allgemeine Grundlagen 2
3.1Elemente der Maßeintragung 2 Frühere Ausgaben 5
3.2Kennzeichen 2
Änderungen 5
3.3Systeme der Maßeintragung 4
3.4Leselage der Zeichnung und Leserichtung der Erläuterungen 6
Beschriftung 4
Vervielfältigung lt. DIN-Merkblatt 3 Ziffer 1

3.5Anwendungsregeln 4 Stichwortverzeichnis 6

1Anwendungsbereich und Zweck 2.4Fertigmaß


Diese Norm legt die Begriffe und allgemeinen Grundlagen Ein Fertigmaß ist ein ^ Maß, das sich auf den Endzustand
für die Maßeintragung in technischen Zeichnungen fest. In eines Gegenstandes bezieht.
anderen technischen Unterlagen dürfen die Angaben im Anmerkung: Der dargestellte Endzustand kann sowohl ein
gleichen Sinne verwendet werden. Weitere Einzelheiten Roh-, ein Zwischen- als auch der Fertigzustand des
und Anwendungsbeispiele sind in weiteren Teilen dieser Gegenstandes sein und sich gegebenenfalls auch
Normenreihe enthalten. auf eine Oberflächenbehandlung beziehen.

2Begriffe
2.5Funktionsmaß
In den nachfolgenden Definitionen wurden die Begriffe, die
Ein Funktionsmaß ist ein ^ Maß zur Bestimmung von Form,
an anderer Stelle in diesem Abschnitt definiert sind, mit
Größe oder Lage von Formelementen oder Zwischenräu¬
einem Verweispfeil (->) gekennzeichnet.
men für die Funktion von Einzelteilen und Gruppen.
2.1Bezugsbemaßung
Die Bezugsbemaßung ist eine Bemaßung, bei der die Form¬ 2.6Gestreckte Länge
elemente von einem bestimmten Bezugselement aus¬ Die gestreckte Länge ist die Länge eines Teiles vor dem
gehend bemaßt werden. Biegen.
Für die Maße wird die theoretisch genaue Form der Bezugs¬
elemente zugrundegelegt. 2.7Hilfsmaß
2.2Bezugsmaß Ein Hilfsmaß ist ein fürdie geometrische Bestimmung eines
Teiles nicht erforderliches Maß. Es gilt nicht als Vertrags¬
Ein Bezugsmaß ist ein Maß eines Formelementes, das sich
bestandteil.
auf ein anderes, gegebenes Formelement des gleichen
Gegenstandes (Bezugselement) bezieht.
2.8Hinweisllnie
2.3Einzelbemaßung Eine Hinweislinie zur Eintragung von Maßen ist eine
Die Einzelbemaßung ist eine Bemaßung, bei der die Ele¬ Verbindungslinie zwischen der Darstellung eines Gegen¬
mente ohne Festlegung eines gemeinsamen Bezugsele¬ standes und einer Maßzahl, die im Regelfall schräg aus der
mentes einzeln bemaßt werden. Darstellung herausgezogen wird.

Fortsetzung Seite 2 bis 6

Normenausschuß Zeichnungswesen (NZ) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V.

Alleinverkauf der Normen durch Beuth Verlag GmbH, Burggrafenstraße 6, 1000 Berlin 30 D/N 406 Ten 10 Dez 1992 Preisgr. 7
12.92 Vertr.-Nr. 0007
Seite 2 DIN 406 Teil 10

2.9Informationsmaß 2.21Symmetrielinie
Ein Informationsmaß ist ein ^ Maß, das In Angebots-, Ver¬ Eine Symmetrielinie kennzeichnet die Symmetrieebene,
triebs- und Werbeunterlagen sowie andere technische die einen Gegenstand in zwei gedachte, spiegelbildlich
Unterlagen eingetragen wird. Es wird im Regelfall nicht gleiche Hälften teilt.
besonders gekennzeichnet, nicht mit Toleranzangaben ver¬
sehen und ist nur dann Bestandteil von Verträgen, wenn 2.22Steigende Bemaßung
das zwischen den Vertragspartnern ausdrücklich verein¬ Die steigende Bemaßung ist eine - Bezugsbemaßung, bei
bart wurde. der jedes Formelement von einem ->• Bezugselement aus
Anmerkung: Wenn in einer Unterlage Informationsmaße steigend bemaßt wird. Die ^ Maßlinien sind vom Ursprung
und andere Maße unterschieden werden müssen, ausgehend im Regelfall in einer Reihe überlagert angeord¬
dürfen Informationsmaße besonders gekennzeich¬ net.
net werden, z. B. mit dem Kleinbuchstaben i in
einem Kreis, 2.23Teilung
Eine Teilung ist eine regelmäßige Wiederkehr von mehre¬
2.10Kettenbemaßung ren Formelementen mit gleichen Abständen oder Winkeln,
Die Kettenbemaßung 1) ist eine Bemaßung, bei der ein¬ die einem oder mehreren gemeinsamen Bezugselementen
zelne Maße aneinandergereiht angegeben werden. zugeordnet sind.
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2.11Koordinatenbemaßung 2.24Theoretisch genaues Maß


Die Koordinatenbemaßung ist eine Bezugsbemaßung in Ein theoretisch genaues Maß ist ein ^ Maß zur Angabe der
einem Koordinatensystem (kartesisch oder polar). geometrisch idealen (theoretisch genauen) Lage oder
Form des bemaßten Formelementes.
2.12Maß
2.25Vorbearbeitungsmaß
Ein Maß ist eine physikalische Größe, die sich aus einer
Maßzahl und einer Maßeinheit zusammensetzt. Die Maße in Ein Vorbearbeitungsmaß ist ein ->• Maß, das einen Bearbei-
tungs-Zwischenzustand eines Formelementes festlegt, z. B.
Vervielfältigung lt. DIN-Merkblatt 3 Ziffer 1

dieser Norm sind Längenmaße, angegeben in Längenein¬


heiten und Winkelmaße, angegeben in Winkeleinheiten. das ^ Maß vor dem Schleifen oder vor dem Beschichten.

2.26Weitere Begriffe
2.13Maßeintragung mit Hiife von Tabellen
Istmaß, Nennmaß, Toleranzen und Passungen siehe
Die Maßeintragung mit Hilfe von Tabellen ist eine Be¬
DIN ISO 286 Teil 1.
maßung, bei der die Teile und/oder Formelemente und/
oder^ Maße durch Ziffern oder Buchstaben gekennzeich¬ Bezug, Bezugselement und Bezugssystem siehe
net, in Tabellen zugeordnet und eingetragen werden. DIN ISO 5459.
Zeichnungen siehe DIN 199 Teil 1, Teile, Gruppen usw. siehe
2.14Maßhilfslinie DIN 199 Teil 2.
Eine Maßhilfslinie ist eine Verbindungslinie zwischen dem Ursprung siehe DIN ISO 10209 Teil 2 (z.Z. noch Entwurf)
zu bemaßenden Element und der zugehörenden Ma߬
linie.
3 Allgemeine Grundlagen
2.15Maßlinie 3.1Elemente der Maßeintragung
Eine Maßlinie ist eine gerade oder gekrümmte Linie, die Die Elemente der Maßeintragung sind:
zwischen zwei Körperkanten, einer Körperkante und einer —Maßlinie,
-» Maßhilfslinie oder zwischen zwei - Maßhilfslinien liegt.
—Maßhilfslinie,
Bei vereinfachter Darstellung und/oder Bemaßung darf die
Maßlinie auch nur an einem der obengenannten Elemente —Maßlinienbegrenzung,
enden. —Maßzahl,
—Maßzahl mit Kurzzeichen der Toleranzklasse,
2.16Maßlinienbegrenzung —Maßzahl mit Abmaßen,
Eine Maßlinienbegrenzung ist ein Kennzeichen an — Ma߬ —Maßeinheit,
linien, um deren Enden hervorzuheben.
—Kennzeichen nach Abschnitt 3.2 und
2.17Mittellinie —Hinweislinien.
Eine Mittellinie ist eine Linie zur Festlegung der geometri¬ Alle Linienbreiten nach DIN 15 Teil 1 und Teil 2.
schen Mitte dargestellter Formelemente.
3.2Kennzeichen
2.18Parallelbemaßung 3.2.1 Pfeil
Die Parallelbemaßung ist eine ^ Bezugsbemaßung, bei der Der Pfeil ist eine Maßlinienbegrenzung in Form eines
die Formelemente mit parallel oder konzentrisch zueinan¬ gleichschenkligen Dreiecks
der angeordneten Maßlinien einzeln bemaßt werden. —mit einem Schenkelwinkel von 15° und einer Länge von
10 X Maßlinienbreite oder
2.19Prüfmaß
—mit einem Schenkelwinkel von 90° und einer Länge von
Ein Prüfmaß ist ein ^ Maß, das bei Festlegung des Prüfum- 4 X Maßlinienbreite.
fangs bzw. der Prüfschärfe besonders beachtet werden
muß.

2.20Rohmaß
Ein Rohmaß ist ein — Maß, das sich auf den Ausgangszu¬
stand eines Gegenstandes bezieht. 1) Auch Zuwachsbemaßung genannt
DIN 406 Teil 10 Seite 3

Er wird an den Enden der Maßlinien oder Hinweislinien an¬ 3.2.5 Dreieck
gebracht, wobei seine Spitze an der zugeordneten Ma߬ 3.2.5.1 Das rechtwinklige Dreieck ist ein graphisches
hilfslinie oder Körperkante endet. Symbol, das anstelle der Angabe „Neigung" angewendet
wird. Die Lage des Dreiecks wird durch die Form des Teiles
3.2.2 Schrägstrich
an der Stelle der Neigung bestimmt (siehe DIN 406
Der Schrägstrich ist eine Maßlinienbegrenzung, die von Teil 11/12.92, Bild 88).
links unten nach rechts oben unter 45° zur Leselage der
Das Dreieck wird immer vor den Zahlenwert der Neigung
Zeichnung verläuft und eine Länge von 12 x Maßlinien¬
gesetzt und hat ein Seitenverhältnis der Katheten von 1 : 2
breite hat. Die Mitte des Schrägstrichs durchläuft den
(Länge 16 x Linienbreite der Schrift).
Schnittpunkt von Maßlinie, Maßhilfslinie oder Körper¬
kante 2) .
2.14
3.2.5.2Graphisches Symbol für die Angabe der Formele¬
mente „Kegel" und „Verjüngung" (Höhe des Dreiecks
^ 2.15 16 X Linienbreite der Schrift, Verhältnis Grundlinie zu Höhe
1:2).
3.2.3 Punkt
Siehe Bild 2 in DIN ISO 3040/09.91
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Der Punkt ist eine Maßlinienbegrenzung, die einen Durch¬


messer von 5 X Breite der zugeordneten breiteren Linie 3.2.5.3Graphische Symbole für die Angabe von Bezügen.
hat. Die Mitte des Punktes wird auf den Schnittpunkt von Siehe Bild 17 in DIN ISO 7083/06.84
Maßlinie und Maßhilfslinie oder Körperkante gesetzt.
3.2.6 Ralimen
2.14 3.2.6.1 Ein Rahmen, der aus zwei parallelen Linien im Ab¬
stand 2 x Schrifthöhe h besteht, die an beiden Enden
durch Halbkreise miteinander verbunden sind, wird als
2.15 Kennzeichen für Prüfmaße angewendet. Der Rahmen wird
Vervielfältigung lt. DIN-Merkblatt 3 Ziffer 1

im Bedarfsfall durch senkrechte Linien in Felder unterteilt.


3.2.4 Kreis
3.2.4.1 Der Punkt als Maßlinienbegrenzung darf als Kreis
gezeichnet werden.

2.14 3.2.6.2Rahmen für theoretisch genaues Maß.


Siehe Bild 19 in DIN ISO 7083/06.84
2.15
3.2.6.3Rahmen (Toleranzrahmen) für Form- und Lage¬
toleranzen.
3.2.4.2 Der Kreis für die Ursprungsangabe ist eine Maßli¬ Siehe Bilder 22 und 23 in DIN ISO 7083/06.84
nienbegrenzung, die einen Durchmesser von 8 X Breite der
breiteren Linie hat. Die Mitte des Kreises wird auf den 3.2.7 Unterstreicliung
Schnittpunkt von Maßlinie und Linie des Bezugselementes Eine Unterstreichung ist eine gerade schmale Vollinie unter
gesetzt. der Maßzahl. Hiermit werden solche Maßzahlen gekenn¬
2.14 zeichnet, deren Größenwert vom Maßstab der zugehörigen
Darstellung abweicht. Dieses Kennzeichen ist bei rechner¬
2.15 unterstützt angefertigten Zeichnungen nicht zulässig.

3.2.4.3Der Kreis mit einem unten tangential angesetzten 3.2.8Runde Klammer 3)


waagerechten Pfeil ist ein graphisches Symbol, das an¬ Runde Klammern werden als Kennzeichen für Hilfsmaße
stelle der Angabe „gestreckte Länge" angewendet und im¬ oder Zusatzangaben, z. B. Zusatzangaben in der Nähe des
mer vor die Maßzahl der gestreckten Länge gesetzt wird. Schriftfeldes, benutzt.
Der Kreis hat einen Durchmesser von 10 x Linienbreite der
Schrift. Die Länge der Pfeillinie entspricht dem 1, Stachen ( )
Durchmesser des Kreises (Pfeil: Schenkelwinkel 15°, Länge
10 X Linienbreite der Schrift). 3.2.9Eckige Klammer 3)

cu Eckige Klammern werden als Kennzeichen für Roh- oder


Vorbearbeitungsmaße in Fertigteilzeichnungen angewen¬
det. Dies gilt auch für Maße an Teilen, die als Fertigmaße in
3.2.4.4Der Kreis für die Ursprungsangabe kombiniert mit einer nächsthöheren Strukturstufe erhalten bleiben müs¬
einer Bezugsangabe (siehe DIN ISO 5459) bedeutet, daß sen; z.B. fertigbearbeitete Buchse in Schweißgruppe.
der festgelegte Bezug den Ausgangspunkt (Ursprung) für
ein Maßsystem bildet.
2.15
[ ]
3.2.10Geschweifte Klammer
s 2.14 Geschweifte Klammern werden für die Zusammenfassung
V
zusammengehörender Angaben benutzt.

{)
A 2)Die Angaben 2.14 und 2.15 sind Verweise auf Abschnitt 2.
3)Proportionen siehe DIN 6776 Teil 1
Seite 4 DIN 406Teil10

3.2.11Quadrat 3) 3.3.1Funktionsbezogene Maßeintragung


Ein Quadrat ist ein graphisches Synnboi, das bei Maßen als Die funktionsbezogene Maßeintragung liegt vor, wenn die
Kennzeichen einer quadratischen Form angewendet wird. Auswahl, Eintragung und Tolerierung der Maße ausschlie߬
lich nach konstruktiven, auf das reibungslose Zusammen¬
wirken der Bestandteile eines Erzeugnisses entsprechend
seiner Zweckbestimmung gerichteten Erfordernissen vor¬
genommen wird. Die jeweiligen Fertigungs- und Prüfbedin¬
3.2.12Kreis mit Schrägstrich 3)
gungen bleiben dabei unberücksichtigt.
Ein Kreis mit einem Schrägstrich ist ein graphisches Sym¬
bol, das als Kennzeichen eines Durchmessers angewendet 3.3.2Fertigungsbezogene IMaßeintragung
wird. Die fertigungsbezogene Maßeintragung liegt vor, wenn die
0 für die Fertigung unmittelbar benötigten Maße aus den
Maßen derfunktionsbezogenen Maßeintragung berechnet,
in die Zeichnung eingetragen und in Abhängigkeit von
3.2.13Buchstabe R 3) derfunktionsbezogenen Maßeintragung fertigungsgerecht
Maßzahlen von Radien werden mit dem vorangesetzten toleriert werden.
Großbuchstaben R gekennzeichnet. Die fertigungsbezogene Maßeintragung hängt von den je¬
weiligen Fertigungsverfahren ab.
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R 3.3.3Prüfbezogene iUlaßeintragung
Die prüfbezogene Maßeintragung liegt vor, wenn die Maße
3.2.14Buchstabe S^)
und Maßtoleranzen entsprechend der vorgesehenen Prü¬
Maßzahlen von kugelförmigen Elementen werden zusätz¬ fung in die Zeichnung eingetragen werden.
lich mit einem vor das Durchmesserzeichen oder den Gro߬
Die prüfbezogene Maßeintragung hängt von den jeweiligen
buchstaben R gesetzten Großbuchstaben S gekennzeich¬
Prüfverfahren ab.
net.

SR S0
Vervielfältigung lt. DIN-Merkblatt 3 Ziffer 1

3.4Leselage der Zeichnung


und Leserichtung der Beschriftung
3.2.15Buchstabe SW^)
3.4.1Die Leselage der Zeichnung entspricht der Lese¬
Maßzahlen von Schlüsselweiten werden mit den vorange¬ lage des Schriftfeldes.
setzten Großbuchstaben SW gekennzeichnet.
3.4.2Alle Maße, graphischen Symbole und Wortangaben
SW sind vorzugsweise so einzutragen, daß sie in Leselage der
Zeichnung von unten und von rechts (Hauptleserichtun¬
gen) gelesen werden können.
3.2.16Halbl^reis/Bogenzeichen
Maßzahlen von Bogenlängen werden mit einem vor die
Maßzahl gesetzten Halbkreis (Durchmesser 14 x Linien¬ 3.5Anwendungsregeln
breite der Schrift) gekennzeichnet. 3.5.1Zeichnungen enthalten im Regelfall Maße, die sich
auf den Gegenstand im dargestellten Zustand beziehen.

3.5.2Alle Maßangaben, diefüreine klare und vollständige


Bei manueller Anfertigung der Zeichnung darf ein Bogen¬ Beschreibung eines Gegenstandes notwendig sind, sind in
zeichen in abgewandelter Form über die Maßzahl der die Zeichnung einzutragen.
Bogenlänge gesetzt werden. Die Darstellung darf sich sowohl auf den Roh-, einen Zwi¬
schen- als auch den Fertigzustand des Gegenstandes be¬
ziehen und gegebenenfalls eine Oberflächenbehandlung
einschließen.
3.2.17Symmetriezeichen
Formelemente eines Gegenstandes dürfen in einer Zeich¬
Ein Symmetriezeichen besteht aus zwei parallelen schma¬ nung bzw. einem Zeichnungssatz nur einmal bemaßt
len Vollinien, die rechtwinklig und mittig an den Enden einer werden. Maße, die in zugehörigen Unterlagen, z. B. Normen,
Symmetrielinie angeordnet und mindestens 5 mm lang Ergänzungszeichnungen, aufgeführt sind, werden nicht
sind. wiederholt; sie dürfen gegebenenfalls als Hilfsmaße ein¬
-H getragen werden.

3.2.18Weitere Kennzeichen 3.5.3Maße sollen in der Darstellung eingetragen werden,


Es dürfen weitere Kennzeichen, z.B. nach DIN 1302 oder in der das betreffende Formelement am deutlichsten er¬
DIN 5473, angewendet werden. Diese Kennzeichen müssen kennbar ist.
nach den genormten Schreib- und Zeichenregeln ausge¬ An den Darstellungen werden Längenmaße im Regelfall
führt sein. ohne Einheitenzeichen eingetragen. Das ausschließlich
oder überwiegend vorkommende Einheitenzeichen ist im
Schriftfeld anzugeben 4). Andere Einheitenzeichen sind im
3.3 Systeme der Maßeintragung
Schriftfeld in Klammern anzugeben; sie sind außerdem hin¬
Dargestellte Gegenstände können ter den betreffenden Maßzahlen einzutragen.
—funktionsbezogen,
3.5.4Bei Maßzahlen in Dezimalschreibweise ist als Dezi¬
—fertigungsbezogen oder malzeichen das Komma anzuwenden®).
—prüfbezogen
bemaßt und toleriert werden. 3) siehe Seite 3
In einer Zeichnung dürfen mehrere Systeme der Maßeintra¬ '^) siehe DIN 6771 Teil 1 (z.Z. in Überarbeitung)
gung angewendet werden. 5) siehe DIN V 820 Teil 2
DIN 406Teil10 Seite 5

3.5.5Toleranzeintragung sielie DIN 406 Teil 12. —15°-Pfeil, Punkt/Kreis, Ursprungskreis oder

3.5.6Maßlinien werden im Regelfall von Maßlinienbegren¬ —90°-Pfeil, Schrägstrich, Ursprungskreis (nur fachbezo¬
zung zu Maßlinienbegrenzung durchgezogen. gen, z.B. in Zeichnungen für das Bauwesen anzuwen¬
den).
Bei Eintragung aller Maße In einer Leserichtung dürfen die
nicht nichthorizontalen Maßlinien zur Eintragung der Ma߬ Maßlinien von Radien müssen auf den geometrischen Mit¬
zahlen unterbrochen werden. telpunkt des Radius gerichtet sein.
Wird die Maßlinienbegrenzung „Pfeil" von außen ange¬
tragen, ist die Maßlinie zu verlängern, so daß sie über den 3.5.7 Maßhilfslinien verbinden die Darstellung der Form¬
Maßpfeil in der erforderlichen Länge hinausragt. elemente mit den zugehörigen Maßlinien.
In einer Zeichnung ist nur eine der nachstehend aufgeführten Maßlinien und nicht dazugehörige Maßhilfslinien sollen
Kombinationen von Maßlinienbegrenzungen zugelassen; sich nicht schneiden.

Zitierte Normen
DIN 15 Teil 1 Technische Zeichnungen; Linien; Grundlagen
Nicht aktiv! siehe RW spezifisch - ThyssenKrupp Steel Europe AG (TSE-AT-QP-KND):

DIN 15 Teil 2 Technische Zeichnungen; Linien; Allgemeine Anwendung


DIN 199 Teil 1 Begriffe im Zeichnungs- und Stücklistenwesen; Zeichnungen
DIN 199 Teil 2 Begriffe im Zeichnungs- und Stücklistenwesen; Stücklisten
DIN 406 Teil 12 Technische Zeichnungen; Maßeintragung; Eintragung von Toleranzen für Längen- und Winkelmaße
DIN V 820 Teil 2 Normungsarbeit; Gestaltung von Normen
DIN 1302 Allgemeine mathematische Zeichen und Begriffe
DIN 5473 Zeichen und Begriffe der Mengenlehre; Mengen, Relationen, Funktionen
Vervielfältigung lt. DIN-Merkblatt 3 Ziffer 1

DIN 6771 Teil 1 Schriftfelder für Zeichnungen, Pläne und Listen


DIN 6776 Teil 1 Technische Zeichnungen; Beschriftung, Schriftzeichen
DIN ISO 286 Teil 1 ISO-System für Grenzmaße und Passungen; Grundlagen für Toleranzen, Abmaße und Passungen
DIN ISO 3040 Technische Zeichnungen; Eintragung der Maße und Toleranzen für Kegel
DIN ISO 5459 Technische Zeichnungen; Form- und Lagetolerierung; Bezüge und Bezugssysteme für geo¬
metrische Toleranzen
DIN ISO 7083 Technische Zeichnungen; Symbole für Form- und Lagetolerierung; Verhältnisse und Maße
DIN ISO 10 209 Teil 2 (z. Z. Entwurf) Technische Produktdokumentation; Begriffe; Begriffe für Projektionsmethoden

Weitere Normen
DIN 30 Zeichnungen; Vereinfachte Darstellungen
DIN 406 Teil 4 Maßeintragung in Zeichnungen; Bemaßung für die maschinelle Programmierung
DIN 4895 Teil 1 Orthogonale Koordinatensysteme; Allgemeine Begriffe
DIN 6771 Teil 6 Vordrucke für technische Unterlagen; Zeichnungen
DIN 6774 Teil 1 Technische Zeichnungen; Ausführungsregeln; vervielfältigungsgerechte Ausführung
DIN 6774 Teil 10 Technische Zeichnungen; Ausführungsregeln; rechnerunterstützt erstellte Zeichnungen
DIN ISO 1101 Technische Zeichnungen; Form- und Lagetolerierung; Form-, Richtungs-, Orts- und Lauftoleranzen;
Allgemeines, Defintionen, Symbole, Zeichnungseintragungen
DIN ISO 1302 Technische Zeichnungen; Angaben der Oberflächenbeschaffenheit in Zeichnungen
DIN ISO 5455 Technische Zeichnungen; Maßstäbe
DIN ISO 10135 Teil 1 (z. Z. Entwurf) Technische Zeichnungen; Angaben für formgefertigte Teile; Formteile

Frühere Ausgaben
DIN 406 Teil 1 bis Teil 3: 12.22
DIN 406 Teil 4: 12.22, 05.37
DIN 406 Teil 5: 11.24, 10.41
DIN 406 Teil 6: 12.24, 01.26, 10.41
DIN 406: 09.49, 09.55
DIN 406 Teil 3: 07.75
DIN 406 Teil 2: 06.68, 04.80, 08.81
DIN V 406 Teil 1: 10.70
DIN 406 Teil 1: 04.77

Änderungen
Gegenüber DIN 406 Teil 1/04.77 und DIN 406 Teil 2/08.81 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
a)Norm neu gegliedert.
b)Begriffe, Elemente und System für die Maßeintragung festgelegt.
c)Definition für Hilfsmaß geändert (siehe „Erläuterungen").
Seite 6 DIN 406 Teil 10

Erläuterungen
Nach dem Erscheinen von ISO 129 : 1985 „Technical drawings; Dimensioning; General principles, definitions, methods of
execution and special indications" war vom NZ/AA 5 „Eintragen von Maßen und Toleranzen" anhand einer Rohübersetzung
zu entscheiden, in welcher Form die hierin enthaltenen Regeln ins deutsche Normenwerk zu überführen sind.
Aufgrund einer Vielzahl von Text- und Bildstellen, die einerweiteren Erläuterung bedürfen (Klarstellung bzw. Einschränkung),
wurde beschlossen, DIN 406 Teile 1 bis 3 auf der Basis von ISO 129 so zu überarbeiten, daß die vorgesehene Neufassung als
Vorschlag für eine künftige Überarbeitung von ISO 129 dienen kann. Hierbei war auch die Übertragung von Daten (graphische
und nichtgraphische) in numerisch gesteuerten Systemen (CAx) zu beachten.
Ausgehend davon, daß die Normen der Reihe DIN 406 allgemeingültig sein sollen, d. h. es soll in der Norm kein Unterschied
zwischen manuell erstellter und maschinell erstellter Zeichnung gemacht werden, wird das Gesamtthema „Eintragen von
Maßen und Toleranzen in technische Unterlagen" künftig wie folgt gegliedert:
DIN 406 Teil 10 Technische Zeichnungen; Maßeintragung: Begriffe, allgemeine Grundlagen
DIN 406 Teil 11 Technische Zeichnungen; Maßeintragung; Grundlagen der Anwendung
DIN 406 Teil 12 Technische Zeichnungen; Maßeintragung; Eintragung von Toleranzen für Längen- und Winkelmaße
Zur Problematik „Hilfsmaße" wurden gegenüber DIN 406 Teil 1/04.77 durch den Wegfall der Begriffe „Hilfsmaße für die Kon¬
Nicht aktiv! siehe RW spezifisch - ThyssenKrupp Steel Europe AG (TSE-AT-QP-KND):

struktion/die Fertigung" klarere Regelungen geschaffen. Hilfsmaße sind unabhängig von ihrer Zweckbestimmung für die
geometrische Gestalt eines Teiles oder einer Gruppe ohne Bedeutung und werden demzufolge auch nicht mit Toleranzen
versehen. Sie dienen nur der (zusätzlichen) Information und gelten nicht für die Fertigung oder Prüfung.

Stichwortverzeichnis
Verzeichnis der in dieser Norm definierten Begriffe in deutscher und englischer Sprache:
Bezugsbemaßung dimensioning from a common feature
Vervielfältigung lt. DIN-Merkblatt 3 Ziffer 1

Bezugsmaß absolute dimension


Einzelbemaßung Single dimensioning
Fertigmaß finished dimension
Funktionsmaß functional dimension
Gestreckte Länge initial length
Hilfsmaß auxiliary dimension
Hinweislinie leader line
Informationsmaß auxiliary dimension, dimension of Information
Kettenbemaßung Chain dimensioning
Koordinatenbemaßung dimensioning by coordinates
Maß dimension
Maßeintragung mit Hilfe von Tabellen dimensioning by tables
Maßhilfslinie extension line
Maßlinie dimension line
Maßlinienbegrenzung (dimension line) termination
Mittellinie centre line
Parallelbemaßung parallel dimensioning
Prüfmaß check dimension
Rohmaß raw dimension (dimension as formed)
Symmetrielinie line of symmetry
Steigende Bemaßung superimposed running dimensioning
Teilung dimensioning of repetitive features (spacing)
Theoretisch genaues Maß theoretically exact dimension
Vorbearbeitungsmaß pre-work dimension

Internationaie Patentl(lassifil<ation
G01 B