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Dienstag, 14. Oktober 2014 / Nr. 237

Sport jour nal

33

NEUE LUZERNER ZEITUNG

NEUE ZUGER ZEITUNG

NEUE NIDWALDNER ZEITUNG

NEUE OBWALDNER ZEITUNG

NEUE URNER ZEITUNG

BOTE DER URSCHWEIZ

Mit diesen Meisterinnen nach oben

VOLLEYBALL Der VBC Steinhausen will in dieser Saison nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Die beiden Spielerinnen Sarah Rohrer und Alessia Fiumedinisi spielen dabei eine wichtige Rolle.

MARCO MOROSOLI marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Beim VBC Steinhausen denkt keiner gerne an die vergangene Saison zurück. Die Vorrunde missrät dem NLB-Team völlig. Und dann in der Abstiegsrunde der wundersame Wandel: Die Stein- hauserinnen bringen das Kunststück fertig, acht Spiele in Serie zu gewinnen, und können so gerade noch den Fall in die 1. Liga verhindern. In diesem Jahr soll sich dieses Szenario nicht wieder- holen. Darin sind sich Sarah Rohrer und Alessia Fiumedinisi einig. Rohrer hat dem Team schon letztes Jahr in akuter Not geholfen, Fiumedinisi ist neu zum Team gestossen, welches am kommen- den Samstag gegen Volley Lugano (17 Uhr, Sunnegrund, Steinhausen) in die Spielzeit 2014/15 startet. Zur Zielsetzung sagt sie: «Wir wollen in dieser Saison ohne grosses Zittern durchkommen.» Die beiden Volleyballerinnen sorgen aber im Team nicht nur für frischen Wind, sondern bringen auch eine ge- hörige Portion Zuversicht zurück. Der Grund: Beide haben in ihrer Volleyball- Karriere schon (fast) alles erreicht. Die zierliche Alessia Fiumedinisi (25) spielte bis vor einem Jahr noch als Profi bei Voléro Zürich in der NLA. Wie viele Male sie Schweizer Meister respek- tive Cupsieger geworden ist, kann sie nicht sagen. Aber noch gut erinnert sie sich daran, als ihre Karriere vor etwas mehr als einem Jahr Knall auf Fall zu Ende ist: «Ich hätte ein Aufgebot für die Europameisterschaften in der Schweiz gehabt, musste aber wegen einer Knie- verletzung passen.» Insgesamt sechs Mal

«Wir wollen in dieser Saison ohne grosses Zittern durchkommen.»

ALESSIA FIUMEDINISI, VBC STEINHAUSEN

liegt die heute 25-Jährige in kurzer Zeit auf dem Operationstisch. Jeder Eingriff gilt ihrem linken Knie.

Abruptes «Karriereende»

Und dann kommt die niederschmet- ternde Nachricht, an die sich Alessia Fiumedinisi noch sehr gut erinnert: «Die Ärzte sagten, dass ich nie wieder spielen könne.» Doch sehr schnell habe sie ge- merkt, dass sie ohne Volleyball nicht sein kann. Durch eine Kollegin (Laura Breuss), mit welcher sie bei Züri Unter- land spielte, ist ihr Steinhausen emp- fohlen worden. Und nun steht die 25-Jährige im Kader des VBC Steinhau- sen. Wohl noch nie hat eine Spielerin bei Steinhausen angeklopft, welche über Fiumedinisis Palmarès verfügt. Doch all die Titel will sie nicht an die grosse

Alessia Fiumedinisi

Geboren: 22. August 1989 Wohnort: Gippingen/Zürich Beruf: Studentin der Rechtswissenschaften Letzte
Geboren: 22. August 1989 Wohnort: Gippingen/Zürich Beruf: Studentin der Rechtswissenschaften Letzte
Geboren: 22. August 1989 Wohnort: Gippingen/Zürich

Geboren:

22. August 1989

Wohnort:

Gippingen/Zürich

Geboren: 22. August 1989 Wohnort: Gippingen/Zürich
Geboren: 22. August 1989 Wohnort: Gippingen/Zürich Beruf: Studentin der Rechtswissenschaften Letzte
Geboren: 22. August 1989 Wohnort: Gippingen/Zürich Beruf: Studentin der Rechtswissenschaften Letzte

Beruf:

Studentin der

Rechtswissenschaften

Letzte Station als Spielerin:

Grösste Erfolge:

Club:

Lieblingsessen:

Lieblingsgetränk:

Voléro Zürich (spielt in der NLA)

Berufung in die Nationalmannschaft Verschiedene Schweizer-Meister-Titel und Cupgewinne mit Voléro Zürich

VBC Steinhausen

Poulet und Salat

Wasser

Glocke hängen. Zu ihrer Motivation sagt sie: «Ich spiele so lange Volleyball, wie es mir Spass macht.» Da ist sie wohl ein Dauerläufer. Seit 13 Jahren ist sie in diesen Sport vernarrt: «Volleyball ist eine tolle Mischung zwischen Taktik und Dynamik. Und auch der Teamgeist kommt nicht zu kurz.» In Steinhausen will die in der Libero- Position spielende Fiumedinisi an ihre Mitspielerinnen «Erfahrungen mitge- ben». Die Mischung des Kaders zwi- schen älteren und jüngeren Spielerinnen bezeichnet die Jura-Studentin als opti- mal. Derzeit denkt sie beim Trainieren und Spielen nicht an ihr Knie. Sie sagt aber: «Ich habe schon noch ein wenig Schmerzen, aber ich hoffe, dass ich so lange wie möglich spielen kann.» Für ihre Leidenschaft nimmt die jun- ge Akademikerin auch einiges auf sich. Sie wohnt in Gippingen (Kanton Aar- gau). Der Ort befindet sich in der Nähe von Koblenz. Dort sei sie aber zurzeit nur noch selten anzutreffen. Sie bleibe oft bei ihrem Freund in Zürich. Sie will auch möglichst bald in der Limmatstadt eine Bleibe finden. Zweimal fährt sie mit dem Zug zum Training nach Stein- hausen. Einmal trainiert sie in Eigen- regie.

Die schnelle Integration

Auch ihre neue Teamkollegin Sarah Rohrer (33) opfert viel Zeit für ihre Passion «Volleyball». Sie wohnt in Ad- liswil, arbeitet in Zürich und spielt seit Februar beim VBC Steinhausen. Nach einem Unterbruch von vier Jahren – «ich hatte wohl eine Überdosis» – will sie wieder spielen. Sie schreibt eine E-Mail und fragt, ob sie mit dem Team trainieren könne: «Ich bin dann ge- gangen und wurde kurz darauf gefragt, ob ich nicht spielen wolle.» So gesehen hat sie aktiv mitgeholfen, dass die Stein- hauserinnen auch weiterhin in der NLB spielen können. Wie Fiumedinisi hat sie einmal voll auf die Karte «Volleyball» gesetzt. Sie habe aber nebenher auch immer noch etwas gearbeitet. Sie spiel- te einst für den BTV Luzern und Köniz. Und auch Titel fehlen in ihrer Samm- lung nicht. Und Sarah Rohrer hat wieder richtig Lust, Bälle zu schlagen: «Ich habe wie- der Biss.» Sie könne vom Volleyball halt nicht lassen. Sarah Rohrer sagt auch:

«Sport tut mir gut.» Wie Fiumedinisi fühlt sich Rohrer im Team gut integriert:

«Volleyball zu spielen, macht hier wirk- lich Spass. Der Verein ist cool, und es sind überall tolle Leute um mich her- um.» Es sei deshalb Liebe auf den ers- ten Blick gewesen. Die Steinhauserinnen verfügen derzeit über ein Kader von zwölf Spielerinnen. «So haben wir jede Position zweimal besetzt», sagt Rohrer. Eine Profispielerin leistet sich der Klub – im Gegensatz zu anderen Konkurren- ten – nicht. Doch trotzdem wollen Rohrer wie auch Fiumedinisi früher mit dem Gewinnen beginnen. Rohrer sagt:

«Dann kommen vielleicht auch mehr Zuschauer.»

Sarah Rohrer

Geboren: 12. Oktober 1981 Wohnort: Beruf Letzte Station als Spielerin Grösste Erfolge: Club:
Geboren: 12. Oktober 1981 Wohnort: Beruf Letzte Station als Spielerin Grösste Erfolge: Club:

Geboren:

12. Oktober 1981

Wohnort:

Beruf

Letzte Station als Spielerin

Grösste Erfolge:

Club:

Lieblingsessen:

Lieblingsgetränk:

Adliswil

Finanzberaterin bei

einer Vermögensfirma

in Zürich

BTV Luzern, Köniz (Kanton Bern)

Verschiedene Meistertitel und Cupsiegertitel mit dem BTV Luzern

VBC Steinhausen

Lamm und Kartoffel- salat

Apfelsaft

Verschiedene Meistertitel und Cupsiegertitel mit dem BTV Luzern VBC Steinhausen Lamm und Kartoffel- salat Apfelsaft
Verschiedene Meistertitel und Cupsiegertitel mit dem BTV Luzern VBC Steinhausen Lamm und Kartoffel- salat Apfelsaft
VBC Steinhausen Lamm und Kartoffel- salat Apfelsaft Alessia Fiumedinisi (links) und Sarah Rohrer wollen dem VBC

Alessia Fiumedinisi (links) und Sarah Rohrer wollen dem VBC Steinhausen helfen, seinen Platz in der NLB halten zu können.

Bild Stefan Kaiser

Der wichtige Mann an der Seitenlinie bleibt

MEISTERSCHAFT mo. Kürzlich hat der VBC Steinhausen zwei Trainings- spiele gegen Mitkonkurrentinnen in der Meisterschaft gewonnen. Gegen Fides Ruswil und gegen Volleya Ob- walden siegten die Zugerinnen je mit 3:1. «Wir sind gut unterwegs», sagt denn auch Andreas Grasreiner. Der in Gotha (Bundesland Thüringen) gebo- rene Trainer der Steinhauserinnen hat es im Frühling fertiggebracht, mit sei- nem Team den Ligaerhalt zu erreichen. Und das auf den letzten Drücker. Eine Serie von acht Siegen ohne Unterbruch rettete den VBC Steinhausen in der Meisterschaft 2013/14 vor dem Abstieg. Und Grasreiner hat nun Lust, in Stein- hausen weiterzumachen. Doch von dieser wirren Zeit im Frühling redet Grasreiner, der selber ein begnadeter Volleyballspieler ist, nicht mehr: «Wir haben uns verstärken können. Neben Alessia Fiumedinisi und Sarah Rohrer

haben wir auch noch Laura Breuss verpflichten können.» Breuss spielte bis anhin bei Züri Unterland. Andreas Grasreiner sagt denn auch, dass in diesem Jahr der Mix stimme: «Wir haben ein Team, in dem alle Alters- klassen vertreten sind.» Die Zielsetzung ist für den Steinhausen-Übungsleiter klar: «Im letzten Jahr sind wir fast ab- gestiegen. Jetzt wollen wir einen Schritt nach vorne machen.» Grasreiner, der schon bis zum Sommer 2013 Trainer beim VBC Steinhausen war, hat «ein gutes Gefühl».

«Einen Schritt nach vorne machen»

Doch der Deutsche an der Stein- hauser Seitenlinie macht sich keine Illusionen: «Es wird nicht einfach wer- den. Die Konkurrenz ist gross.» Favo- riten sind für Grasreiner Lugano, Gla- ronia und Aadorf. Doch Grasreiner fürchtet sich nicht: «Unsere Devise

muss ganz klar sein, in der Vorrunde so viele Zähler wie möglich zu holen.» Die Steinhauserinnen spielen eben- so noch gegen den FC Luzern II, Vol- leya Obwalden, Fides Ruswil und Ga- lina. In der Vorrunde spielt jede Equipe eine «Round Robin». Das heisst, es gibt 14 Spiele. Dann wird die Rangliste zwischen dem 4. und 5. Platz geteilt. Für einen Sieg (3:0, 3:1) gibt es drei Punkte. Bei einem 3:2 erhält der Sieger zwei Punkte, der Verlierer kann sich noch einen Punkt gutschreiben lassen. Nachher wird nach dem vierten Platz ein Strich gezogen. Die oben platzier- ten Vereine kommen in die Playoff, die verbleibenden spielen mit ihren «Lei- densgenossinnen» aus der Westschweiz in der Abstiegsrunde. Die letzten bei- den Teams steigen direkt in die 1. Liga ab. Zwei weitere Teams (5. und 6. Platz) müssen in eine Barrage. Das will der VBC verhindern.