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01.06.2020 Anatomische Lage- und Richtungsbezeichnungen - MTA-R.

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Basiswissen
Anatomische Lage- und Richtungsbezeichnungen
 Karl-Heinz Szeifert (/authors/kszeifert/)  21 Apr, 2018 00:00

(/site/assets/files/7509/lagebez-v2.png)

Die Lage- und Richtungsbezeichnungen dienen in der Anatomie zur Beschreibung der Position, der Lage und des Verlaufs einzelner Strukturen. Zum
Teil sind diese Bezeichnungen auch Bestandteil anatomischer Namen.

Während sich klassische Lagebezeichnungen wie „oben“ oder „unten“ je nach Körperposition ändern, sind die anatomischen Lagebezeichnungen absolut und
damit unabhängig von der Position des Körpers.

Manchmal ist der Rückgriff auf die anatomische Grundposition nötig. Beim Menschen ist diese wie folgt definiert: aufrechter Stand, die Augen geradeaus, die
Hände supiniert (Handflächen nach vorn); die Füße stehen parallel.

Anatomische Hauptrichtungen
dorsal: rückenseits, am Rücken gelegen
ventral: bauchseits, am Bauch gelegen
kranial oder cranial: zum Schädel hin
kaudal oder caudal: zum Gesäß hin
proximal: zum Körperzentrum hin
distal: vom Körperzentrum entfernt

In Bezug auf die Medianebene unterscheidet man:

median: in der Mitte gelegen


paramedian: neben der Mitte gelegen
lateral: seitlich
ipsilateral oder homolateral: auf der gleichen Seite
kontralateral: auf der gegenüberliegenden Seite Bild: Wikipedia
dexter: rechts
sinister: links

Weitere allgemeine Lage- und Richtungsbezeichnungen


vertikal: entlang der Linie vom Scheitel zur Sohle
postkranial oder postcranial: ‚hinter dem Schädel‘ (beim Menschen: unterhalb), also Rumpf und Gliedmaßen betreffend
profund (lat. profundus ‚tief‘): auf das Innere des Körpers zu
superfizial (lat. superficialis ‚oberflächlich‘): auf die Oberfläche zu
medial: zur Mitte hin
terminal: am Ende gelegen
subterminal: mit Abstand vor dem Ende gelegen
apikal (lat. apex ‚Spitze‘): an der Spitze gelegen (vgl. Apex cordis „Herzspitze“, Apex linguae „Zungenspitze“, Apex nasi „Nasenspitze“)
basal: die Basis bildend, am Grunde, grundständig
intrakorporal (lat. intra ‚innerhalb‘, corpus ‚Körper‘): innerhalb des Körpers
ektop: am falschen Ort gelegen

Einige Bezeichnungen können kombiniert werden, wobei die Endsilbe des ersten Begriffs durch „o“ ersetzt wird, z. B. kraniodorsal: kopf-rückenwärts.

Lage- und Richtungsbezeichnungen am Rumpf


Neben den üblichen Bezeichnungen für die Hauptrichtungen verwendet man in der Humananatomie im Bereich des Rumpfes häufig die Begriffe

anterior (lat. ante ‚vor‘): vorderer, vorn liegend (beim Menschen identisch mit ventral)
posterior (lat. post ‚hinter‘): hinterer, hinten liegend (beim Menschen identisch mit dorsal)

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inferior (lat. infra ‚unter‘): unterer, unten liegend (beim Menschen identisch mit kaudal)
superior (lat. super ‚über‘): oberer, oben liegend (beim Menschen identisch mit kranial)

In Bezug auf die Wirbelsäule:

prävertebral: vor der Wirbelsäule


paravertebral: neben der Wirbelsäule

In Bezug auf das Brustbein:

retrosternal: hinter dem Brustbein


parasternal: seitlich des Brustbeins

Lage- und Richtungsbezeichnungen am Kopf


Am Kopf ist die Bezeichnung kranial nicht sinnvoll, für vorn orientierte Strukturen verwendet man daher die Begriffe:

rostral: an der Kopfvorderseite


oral: am Mund, im Mund, mundwärts; den Mund betreffend

Für hinten liegende Strukturen verwendet man auch den Begriff:

aboral: vom Mund weg gelegen


okzipital: zum Hinterkopf hin gelegen

Statt lateral und medial verwendet man am Kopf, auch die Begriffe:

temporal: schläfenwärts, also seitlich (lateral)


nasal: nasenwärts, zur in der Mitte gelegenen Nase hin (medial)

Lage- und Richtungsbezeichnungen an den Gliedmaßen


Während bis zur Hand- bzw. Fußwurzel noch die gleichen Bezeichnungen wie am Rumpf gelten, verwendet man an der
Hand bzw. am Fuß:

dorsal (lat. dorsum manus ‚Handrücken‘ und Dorsum pedis ‚Fußrücken‘): zum Hand- bzw. Fußrücken hin
gelegen
palmar (lat. palma manus ‚Handfläche‘): handflächenseitig
volar: hohlhandseitig, identisch mit palmar
plantar (lat. planta pedis ‚Fußsohle‘): fußsohlenseitig
axial (lat. axis ‚Achse‘): zu einer gedachten Gliedmaßenachse hin gelegen
abaxial: von der gedachten Gliedmaßenachse weg gelegen Bild: Wikipedia
Durch die mögliche Rotation des Unterarms und des Unterschenkels sind die Bezeichnungen medial und lateral nicht eindeutig definiert. Daher sagt man
normalerweise beim Unterarm

ulnar: zur Elle (Ulna) hin (statt medial)


radial: zur Speiche (Radius) hin (statt lateral)

und in gleicher Weise beim Unterschenkel

tibial: zum Schienbein (Tibia) hin


fibular: zum Wadenbein (Fibula) hin

Lage- und Richtungsbezeichnungen bei Körperhöhlen


In den Körperhöhlen verwendet man zusätzlich die Begriffe:

parietal: zur Wand eines Organes oder zur Leibeswand gehörig; wandständig, seitlich. Der Begriff kann auch den Scheitelbereich bezeichnen (lat. os
parietale „Scheitelbein“).
viszeral: zu den Eingeweiden hin gelegen, zu den Eingeweiden gehörend
thorakal: am Brustkorb, im Brustkorb
intrathorakal: innerhalb des Brustkorbs,
abdominal (lat. abdomen ‚Bauch‘): am Bauch, im Bauch
intraabdominal: innerhalb der Bauchhöhle,
intraperitoneal: innerhalb der Bauchhöhle im Bereich des Bauchfells

Adjektivbildungen zu weiteren Körperteilen


Zu praktisch allen Körperteilen und Organen können Adjektive gebildet werden, um die Zugehörigkeit zu bezeichnen. Dazu wird der lateinische Wortstamm in
der Regel mit der Endsilbe -al versehen, zum Beispiel

anal: (After)
genital: (Geschlechtsorgan)
intestinal: (Darm)
laryngeal: (Kehlkopf)
nuchal: (Nacken)
sakral: (Kreuzbein)
spinal: (Wirbelsäule)
zervikal: (Hals)

Mit Präfixen wie sub (unter) und supra (über) können Positionen relativ zu dem Körperteil oder Organ angegeben werden, zum Beispiel

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extrauterin: außerhalb der Gebärmutter
infraorbital: unterhalb der Augenhöhle
retrosternal: hinter dem Brustbein
sublingual: unter der Zunge
infrarenal: unter der Niere beziehungsweise unterhalb des Abgangs der Nierenarterien
paraaortal: neben der Aorta

Lage- und Richtungsbezeichnungen am Kieferknochen


mandibulär: auf den Unterkiefer bezogen
mental: am Kinn, das Kinn betreffend,
maxillär: auf den Oberkiefer bezogen.
Parodontal: den Zahnhalteapparat betreffend
interdental: zwischen den Zähnen oder zwischen zwei benachbarten Zähnen

Die drei Körperebenen


Es gibt drei Hauptscharen von Körperebenen: Transversalebenen, Frontalebenen und Sagittalebenen. Die mittlere
Sagittalebene ist die Medianebene. Entsprechend unterscheidet man die Richtungen:

transversal: rechts ↔ links


longitudinal: oben ↔ unten
sagittal: vorne ↔ hinten
median: vorne ↔ hinten in der Medianebene

In der Bildgebung des Kopfes werden Schnitte entlang dieser Körperebenen wie folgt benannt:

axiale Schnitte: horizontale Schnitte (in den Transversalebenen). Ergebnis: Man blickt von oben oder unten in
den Kopf hinein. Erklärung des Begriffs: „Schnitt durch die Längsachse des Körpers“.
sagittale Schnitte: senkrechte Schnitte in den Sagittalebenen. Ergebnis: Man blickt von der Seite in den Kopf Bild: Wikipedia
hinein.
koronare (coronare) Schnitte: senkrechte Schnitte in den Frontalebenen. Ergebnis: Man blickt von vorne in den Kopf hinein. Erklärung des Begriffs:
„Schnitt parallel zur Sutura coronalis“.

Verlaufsbezeichnungen
aszendierend: aufsteigend
deszendierend: absteigend
antegrad oder anterograd: nach vorn; in der normalen Bewegungs- oder Flussrichtung
retrograd: rückwärts; entgegen der normalen Bewegungs- oder Flussrichtung

Quelle: Die obige Beschreibung stammt aus dem Wikipedia-Artikel “Anatomische Lage- und Richtungsbeschreibung
(http://de.wikipedia.org/wiki/Anatomische_Lage-_und_Richtungsbezeichnungen)", lizenziert gemäß CC-BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/).
Eine vollständige Liste der Autoren befindet sich hier (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Anatomische_Lage-
_und_Richtungsbezeichnungen&action=history).

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Der Autor
(/site/assets/files/4938/kallesw4.jpg) Karl-Heinz Szeifert (/authors/kszeifert/)
Ich bin leitender MTRA in der GRN-Klinik Schwetzingen (http://www.grn.de/klinik-schwetzingen/)(Rhein-Neckar-Kreis)
Nebenberuflich arbeite ich bei der Fa. "Medical Solutions - Lonsing GmbH (https://medical-solution-team.de/content.php) " in Sinsheim als Dozent für
Strahlenschutzkurse, Röntgeneinstelltechnik, Workshops usw.

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