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Sprachliche Varietäten

1.) Sprachliche Varietäten des Spanischen

Wie alle Sprachen ist auch das Spanische eine heterogene Sprache, deren Variation
innerhalb der folgenden Kategorien darstellbar ist: Varietät im Raum, soziale und
situationsbezogene Variation. Jeder dieser Form von Variation werden dann entsprechend
Varietäten zugeordnet:

➢ Räumliche Varietäten (diatopisch): Spanisch wird je nach geografischem Ort


unterschiedlich gesprochen z.B:

- Unterschiede in der Verwendung der Tempora:


• Im Nordwesten Spaniens und in vielen Gebieten von Lateinamerika wird das
pretérito perfecto indefinido (Hace cinco minutos vi a Pablo) verwendet.
• In Madrid und in anderen Regionen von Spanien benutzt man das pretérito
perfecto compuesto (Hace cinco minutos he visto a Pablo).

- Ausspracheunterscheid zwischen /s/ und /z/:


• Im Zentrum und im Norden von Spanien→casa [´kasa] und caza [´kaθa].
• In Teilen Andalusien, auf den Kanarischen Inseln und in ganz Amerika→[´kasa] ist
die phonetische Realisierung für casa und caza.

- Unterschiede im Wortschatz:
• Wasserhahn- grifo (Spanien), llave (Mexiko), canilla (Argentinien).

➢ Soziale Varietäten (diastratisch bzw. Soziolekte): die Sprache wird abhängig von
der zugehörigen sozialen Gruppe verwendet. Je nach Alter, Geschlecht, Schicht,
Beruf, Religion, etc. gibt es bestimmte ausgeprägte Merkmale in der
Sprachverwendung z.B:

• Die höhere Schicht tendiert nicht zur Auslassung von intervokalischem -d-
(cansado- cansao; ocupado-ocupao).

• Die älteren Generationen verhalten sich in der Regel in Bezug auf die Aussprache
konservativer, während sie sich bei den jungen Leuten dynamischer zeigt.

➢ Situationsbezogene Varietäten (diaphasisch bzw. Stile): die Situation bestimmt den


Stil der Rede, je nach dem ob sie formell oder informell ist (Nähe und Distanz) z.B:

• Man sagt cansao statt cansado eher in informellen Situationen, und nicht in
formellen. Dieses Beispiel sagt, dass die Varietätendimensionen zusammen
auftreten können und Phänomene zu mehreren Ebenen gehören können.

1.1) Varietäten vs. Variation

Als sprachliche Variation (variación lingüística) bezeichnet man die Phänomene, die aus
den Varietäten und Varianten ableiten. Die wissenschaftliche Disziplin, die diese
Phänomene untersucht ist die Varietätenlinguistik (lingüística variacional).
Andererseits spricht man von einer sprachlichen Variante (variante ligüística), wenn ein
einziges Element im Vergleich mit einem anderen variiert z.B: [s] und [ θ] sind Varianten,
die zur Variation des Spanischen gehören und die sich in verschiedenen Varietäten dieser
Sprache befinden.

2.) Beziehung zwischen Dialekt und Sprache

Ein Dialekt ist „eine diatopische Varietät einer Sprache“. Man definiert ihn auch als „die
primäre Form einer Sprache“, da viele heutigen Sprachen aus Dialekten stammen wie das
Spanische, das aus dem Dialekt Kastiliens entspringt. Diese zweite Definition ist nicht
unproblematisch, weil es die Sprache gab bevor sich die Menschen niederließen. Aus
dieser Perspektive ist es widersprüchlich, dass der Dialekt die primäre Form der Sprache
sei, aber gleichzeitig kann man nicht abstreiten, dass viele europäische und andere
Sprachen aus Varietäten entstanden sind, die an bestimmten Orten gebunden waren.

Ein Dialekt (diatophische Varietät) ist auch eine Sprache, die hinsichtlich ihres
Lautsystems oder ihrer Grammatik genauso effizient wie der Standard/Hochsprache ist. Er
ist keinesfalls niedriger zu bewerten als andere Sprachen. Jedoch soll man immer
zwischen Hoch- oder Standardsprache und Dialekt unterscheiden. Dafür muss man den
Begriff „Funktion“ kennen, der sich einerseits, auf die Sprachsysteme und andererseits,
auf die Möglichkeit einer Sprache, ausgebaut zu werden (soziale Funktion) beruft. Z.B: ist
das Ostandalusische ein Dialekt, der in Bezug auf das Sprachsystem dem Spanischen
gegenüber gleichrangig ist, dennoch ist er sehr begrenzt, weil in vielen Situationen andere
Sprachen bevorzugt werden. Diese bevorzugten Sprachen werden als Kultursprachen
genannt.

Es gibt keine klare Begrenzung zwischen Sprache und Dialekt, obwohl beide Phänomene
schon lange definiert worden sind. Die Frage warum beispielsweise Galicisch eine
Sprache ist und Andalusisch nicht, bleibt noch offen.

2.1) Abstandsprachen und Ausbausprachen

Die Abstandsprachen (lenguas por distancia) sind Sprachen, die als eigenständige
Sprachen bezeichnet werden, weil sie keine Ähnlichkeiten zu den Nachbarsprachen
aufweisen können und folglich nicht aus den Standardsprachen stammen könnten z.B:
das Baskische (in Spanien), das Quechua (in Peru), das Náhuatl (in Mexiko), etc.
Ausbausprachen (lenguas por elaboración): sind die Dialekte, die durch Ausbau zu einer
neuen Sprache geworden sind.
– Intensiver Ausbau (elaboración intensiva)= Korpusplanung: bezieht sich auf das
Sprachsystem und seine unterschiedlichen Aspekte wie die —Orthografie, der
Wortschatz, der Fachwortschatz.
– Extensiver Ausbau (elaboración extensiva)= Statusplanung: die Rolle einer Sprache
in der Gesellschaft.

Das Neun-Felder-Schema von Heinz Kloss fokussiert die gebräuchlichen


Texte/Sprechakte einer Sprache:

Für die Umwandlung eines Dialektes in einer Sprache muss das „Niveau der gehobenen
oder wissenschaftlichen Sachprosa“ erreicht werden.

Die romanischen Sprachen sind Ausbausprachen, weil sie auf Dialekte zurückgehen, die
sich als primäre Dialekte während der Romanisierung entstanden. Das heißt aber nicht,
dass jeder Dialekt sich zu einer Sprache entwickelt wird.

2.2) Dialekte und Dachsprache

Die Entwicklung eines Dialektes zur Sprache impliziert auch eine räumliche Verbreitung
und er könnte sogar zu einer Dachsprache werden. Solche Sprachen dienen als
Standardsprachen von lokalen Varietäten. Dennoch hat dieses Vorfahren einige
Voraussetzungen wie Prestige, Macht bestimmter Gruppen und Institutionen,
kommunikative Situation, etc.
Die „Überdachung“ ist nicht nur ein geografischer Vorgang, sondern sie dient als Trennung
von Elementen der Standardsprache und der Umgangssprache (ähnlich wie Nähe und
Distanz). Einige „typisch Dialektale“ Merkmale im Spanischen sind: comidita (Diminutive,
v.a. In lateinamerikanischen Raum), calor calor (Reduplikation), el niño no me come
(ethische Dative/dativo ético)), etc.
Normalerweise werden die Dialekte der Sprache zugeordnet, die ihnen „typologisch“ am
nächsten sind z.B: der Dialekt des Tals von Aran in Nordkatalonien wird dem
Okzitanischen und nicht dem Katalanischen zugeordnet.
2.3) Kriterien zur Unterscheidung von Dialekt und Sprache:
➢ Wenn man die Sprache als das Gegenteil von Dialekt meint, berücksichtigt man die
gesellschaftliche Funktion der Differenzierung zwischen den lokalen Dialekten und
der Standardsprache aber nicht die Kommunikationsfunktion. Ein Dialekt dient der
Kommunikation genauso effektiv wie eine Sprache.
➢ Theoretisch könnte jeder Dialekt durch Ausbau eine Standard- oder Dachsprache
werden.
➢ Man könnte zwei Sprachen unterscheiden, wenn es zwischen diesen „typologische
Distanz“ gibt, allerdings ist dieser Aspekt in der Praxis schwierig zu messen, weil
die Sprachen „dynamisch und vielschichtig“ sind.
➢ Die Existenz von Literatur ist keine entscheidende Voraussetzung um eine Sprache
zu definieren, da viele Dialekte auch wichtige „literarische Traditionen“ haben z.B:
➢ Ein sehr wichtiger Punkt wäre das Wissen der Menschen, weil „ein Dialekt ist, was
als Dialekt empfunden wird, eine Sprache, was eine Sprache empfunden wird“ z.B:
• Wegen typologischer Distanz: Viele indigene Sprachen werden als
Abstandsprachen gekennzeichnet, obwohl sie in ihrer Struktur als Dialekte
klassifiziert werden müssten.
• Aus politischen oder ideologischen Gründen: Einige Sprachformen werden als
Standardsprachen anerkannt, obwohl sie typologisch als Dialekt empfunden
werden müssten, wie dies z.B. der Fall beim Moldauischen ist. Diese Sprache ist
das gesprochene Rumänisch in Moldawien und sie wurde in der Zeit der
Sowjetunion als eine eigenständige Sprache akzeptiert, um sie vom Rumänischen
in Rumänien zu unterscheiden.

3.) Ortsmundart und Sprachgeografie

Spanisch bezeichnet sowohl die Standardsprache als auch die unterschiedlichen


Varietäten dieser Sprache.
Aus dem diatopischen Standpunkt kann man das Spanische in großen und kleinen
Räumen einteilen:
• Große Sprachräume: Bezieht sich auf das Spanisch in Spanien im Gegenteil zu
dem Spanischen in Amerika oder das Spanisch in großen Gebieten wie in der
Karibik, in der Río-de-la-Plata-Region oder in den Anden.
• Kleine Sprachräume: Dazu gehören regionale Dialekte wie die in Westandalusien
oder Sprachformen von Minderheiten wie die in Dörfern oder Stadtvierteln.

Die sprachwissenschaftliche Disziplin, die die Sprache im Bezug auf ihren Raum studiert
ist die Dialektologie (dialectología). Traditionellerweise untersuchte diese Disziplin die
Dialekte in ihrem räumlichen Bereich.

Die Teildisziplin der Dialektologie ist die Sprachgeografie (geografía lingüística) und sie
wird als „die kartografische Beschreibung räumlicher Varietäten“ definiert. Der Begründer
der modernen Sprachgeografie ist der Schweizer Gilliéron, der das Atlas Linguistique de
la France (ALF) entwickelte. Dieses Werk ist das erste ausführliche Atlas eines großen
Sprachraumes, dass durch Umfrage erschaffen wurde.
Die gleiche für den ALF angewandte Methode wurde auch für die Schaffung des
Sprachatlas der Iberischen Halbinsel (Atlas Lingüístico de la Península Ibérica, ALPI) und
auch für anderen Sprachatlanten implementiert. Dieses Atlas beinhaltet 527
„Explorationspunkte“ in Spanien und Portugal.
Die Sprachatlanten(atlas lingüístico) können sich nur auf die Sprache, aber auch auf die
Kultur konzentrieren. Eine Art von Sprachatlanten sind die ethnografischen, die „Wörter
und Sachen“ untersuchen. Bekannte Beispiele für ethnografischen Sprachatlanten des
Spanischen sind:
– Der andalusische Sprachatlas (Atlas lingüístico y etnográfico de Andalucía, ALEA).
– Der Atlas lingüístico y etnográfico de Aragón, Navarra y Rioja (ALEANR).
– Der Atlas lingüístico y etnográfico de las Islas Canarias (ALEIC).
– Der Atlas lingüístico y etnográfico de Castilla-La Mancha (AleCMan).

Die Sprachatlanten bestehen aus Sprachkarten (mapa lingüístico), die „eine kartografische
Darstellung einer bestimmten Eigenschaft an verschiedenen Explorationspukte in einem
Sprachgebiet“ sind.

3.1) Isoglosse und Isoglossenbündel

Eine Isoglosse (isoglosa) ist „eine imaginäre Linie, die die räumliche Grenze eines
dialektalen Merkmals markiert und in Sprachatlanten eingezeichnet werden kann“.

Die Gesamtheit von Isoglossen in einem Gebiet nennt man Isoglossenbündel (haz de
isoglosas) und sie sind ein Zeichen von einer Dialekt- oder Sprachgrenze.

3.2) Dialektometrie

Im Rahmen der Dialektometrie werden die Daten der Sprachatlanten digitalisiert und in
Grafiken dargestellt, weil sie effizienter die sprachlichen Phänomene als die Karten
veranschaulichen.
Ein wichtiger Wissenschaftler dieser Disziplin ist der Salzburger Romanist Hans Goebl,
der sich seit den 1970er Jahren mit der Dialektometrie beschäftigt.

4.) Von der Dialektologie zur Soziolinguistik

Die 1960er Jahre waren die Zeit, in der die Aufmerksamkeit für die Variation der Sprache
unter den Einfluss von sozialen Aspekten zunahm. William Labov leistete in diesem
Jahrzehnt einen wichtigen Beitrag zur Soziolinguistik. Er untersuchte beispielsweise die
Aussprache von verschiedenen sozialen Gruppen des Phonems /r/ und stellte fest, dass
diese variierte. Mit der Hilfe von statistischen Methoden konnte er die Aussprache in
unterschiedlichen Redeweisen wie spontane Sprache, formelle Sprache, Lesetext und
Lesen von Wörterlisten mit Minimalpaaren vergleichen. Seine Methode wurde noch
erweitert und auch in der Forschung der Variation im spanischsprachigen Gebiet
verwendet.

4.1) Sprachliches Prestige


Ein wichtiger Begriff der Soziolinguistik ist das Prestige, das als offen und verdeckt
klassifiziert wird:

– Offenes Prestige (prestigio abierto): Anerkennung und Förderung einer Sprache


durch die Institutionen, die Literatur, etc.

– Verdecktes Prestige (prestigio encubierto): Wertschätzung der Sprecher gegenüber


einer Sprache (wichtiger Teil ihrer Kultur).

Es gibt die falsche Vorstellung, dass eine Hochsprache höheres Prestige als ein Dialekt
hat. Obwohl eine Sprachform kein offenes Prestige hat, heißt es nicht, dass sie gar kein
Ansehen hat. Eine Ortsmundart hat in der Regel kein (offenes) Prestige der Institutionen
oder der Literatur aber sie wird wegen ihrer „Identifikationsfunktion“ anerkannt (verdecktes
Prestige).

4.2) Attitudes/ Spracheinstellung

Ein anderer Terminus der Soziolinguistik ist Einstellungen (actitudes), der die positiven
oder negativen Einstellungen der Sprecher gegenüber einer Sprache oder einer Varietät
beschreibt. Die Einstellungen sind sehr wichtig, weil sie entscheidend für die „Ausbreitung
oder den Rückgang“ einer Sprachform sind.
Normalerweise bevorzugen die Sprecher in formellen Kommunikationssituationen die
regionalen oder die nationalen Sprachen. Jedoch entstand eine Gegenbewegung in
Andalusien, bei der, vor allem von der jüngeren Generation Spanisch mit starkem
andalusischen Einfluss in formellen Situationen verwendet wird.

5.) Dialekte des Spanischen

5.1) Spanische Dialekte auf der Iberischen Halbinsel


Auf der Iberischen Halbinsel gibt es verschiedene Kategorien von Sprachvarietäten:
• Primärdialekte (dialectos primarios): sind die Sprachformen, die aus dem Latein
stammen z.B: Aragonesisch, Kastilisch und Leonesisch.
• Sekundäre Dialekte (dialectos secundarios): „Expansionsdialekte“, das heißt, die
Dialekte, die durch die Reconquista sich ausbildeten z.B: das Murcianische, das
Andalusische, das Extremeñische und das Kanarische.
• Tertiärdialekte (dialectos terciarios): sie sind regionale Standardsprachen, die aus
den Sekundärdialekten herleiteten.
• Kontaktvarietäten: sie befinden sich in mehrsprachigen Gebieten z.B: in Galicien, in
Baskenland und in Katalonien.

5.2) Spanische Dialekte in Amerika

Zwei Faktoren prägten das Spanische stark in Amerika:


• Die „Hispanisierung“ und der Einfluss aus der Iberischen Halbinsel, die zur
Unterscheidung zwischen den Küstendialekten und den Hochlanddialekten dienen.
• Die Existenz von indigenen Sprachen in manchen Gebieten.

In Amerika gibt es verschiedene große Sprachräume: der Andenraum, der Karibikraum


und das Río-de-la-Plata-Gebiet. Das amerikanische Spanisch hat eine „große dialektale
Einheitlichkeit“ und auch große Unterschiede in Hinsicht auf die diastratische Variation.

5.3) Ein Beispiel: das Andalusische

Das Andalusische ist einer der spanischen Dialekte von Spanien und hat die folgenden
Charakteristika:
• Es hat Ähnlichkeiten mit dem Extremeñischen, mit dem Murcianischen und mit dem
Kastilischen.
• Die sprachliche Phänomene seseo (z.B. casa und caza werden als [´kasa]
ausgesprochen) und ceceo (z.B. casa und caza werden als [´kaθa] ausgesprochen)
sind in diesem Dialekt vertreten aber nicht in ganz Andalusien.
• Die Aspiration oder der Verlust des implosiven -s am Ende des Wortes bzw. der
Silbe, obwohl andere Gebiete über dieses sprachlichen Merkmal auch verfügen.
• Es gibt keine spezifische Abgrenzung zwischen dem Andalusischen und den
Nachbardialekten.
• Als klassisches Beispiel für andalusisch bezeichnet man lexikalische und lautliche
Besonderheiten wie die Aspiration oder der Verlust der Konsonanten der
Silbenkoda z.B: emocionao statt emocionado, obwohl dieses Merkmal auch in
anderen Sprachvarietäten stattfindet.
• Der seseo ist dialektal weniger verbreitet als der ceceo aber hat mehr Prestige und
ist in Sevilla vertreten, eine Stadt, die übrigens im ceceo-Gebiet liegt.
• Im Ostandalusischen , vor allem in den Provinzen Granada und Almería, erfolgt ein
Verlust der Endkonsonanten und der letzte Vokal wird dann offen ausgesprochen.
Aus diesem Grund etablierte sich ein Vokalsystem mit einem bedeutsameren
phonologischen Öffnungsgrad als dem vom Kastilischen und dem im
Westandalusischen, weil man damit zwischen Singular und Plural unterscheiden
kann.
• Der ceceo zeigt sich in den „Basismundarten“ und wird in der Regel von den
niedrigen Schichten in informellen Situationen realisiert.
• In Andalusien gibt es ceceo- und seseo-Gebiete sowie Sprecher, die die
Phoneme /s/ und /z/ wie im Kastilischen unterscheiden. Es gibt auch Sprecher, die
diese drei Aussprachvarianten kombinieren je nach Geschprächssituation,
beispielsweise: der ceceo bei der Familie oder Freunden; der seseo oder die
kastilische Form bei der Arbeit. Diese „innere Mehrsprachigkeit“ beweist
Ähnlichkeiten zwischen den verschiedenen Sprachen und kann eine
„innersprachliche Dynamik“ ermöglichen.

Bibliographie: Kabatek, Johannes/Pusch, Claus (²2011): Spanische Sprachwissenschaft.


Tübingen: Narr, Seiten 221- 240.