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KR Pädiatrie Arbeitsblatt 8 1/5

FRÜHGEBORENE UND NEUGEBORENE

1. Sie behandeln ein 6 Monate altes ehemaliges Frühgeborenes mit Chronic Lung Disease
(bronchopulmonale Dysplasie).
1) Was ist zu sehen? Was ist zu hören? Was ist zu fühlen?
• Zu sehen:
- Einziehungen (interkostal, jugulär, epigastrisch).
- Nasenflügeln.
- Häufige Bronchopulmonal Infekt.
- Zeichen einer Rechtsherzinsuffizienz.
- Tachypnoe.
• Zu hören:
- Rasselgeräusche.
- Inspiratorisches Stöhnen.
- Exspiratorisches Knorksen.
- Bronchospasmus.
• Zu fühlen:
- Tachypnoe.
- Hochstand der ersten beiden Rippen.
- Rektusdiastase.

2) Wie ist die Prognose dieser Lungenerkrankung?


• Abhängig von:
- Therapie.
- Schwere der Krankheit.
- Wie gut die neue Alveolen sich bilden.

3) Welche physiotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Nennen Sie 3


Beispiele.
• Verbesserung der Lungendehnbarkeit.
• Thorax Mobilisation erhöhen.
• Lagerungstechniken, um Reflux zu vermeiden.
• Vibrationen.

2. Das frische Frühgeborenen.


1) Welche pulmonalen Komplikationen?
• Atemnotsyndrom.
• Pneumothorax Gefahr.
• Pneumonie.
• Surfactant Mangel.

2) Welche neurologischen Komplikationen?


• Intrakraniale Blutung.
• Periventrikuläre Leukomalazie.
• Cerebralparesen.
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3) Wie sind die Hygiene Regeln bei frischen Frühgeborenen?
• Kein Schmuck; Uhr.
• Kurze Fingernägel ohne Nagellack.
• Nach Kontakt mit Körpersekret die Hände bis Ellenbogen waschen (gut trocknen).
• Desinfizieren bis Ellenbogen (trocknen lassen).
• Mundschutz bei Luftwegsinfektion, oder Herpes Labiales.
• Immer Kittelpflege tragen.

4) Was ist bei der Sauerstoffgabe zu beachten?


• O2 Gabe unter Pulsoxymeterkontrolle.
• O2-Sättigung nicht bis 100%, sondern bis 92%, dann steigert es von alleine.
• Gefahr einer Retinopathia Praematororum (das Sauerstoff wirkt toxisch auf die Gefäße der
Augen).

5) Was versteht man unter „minimal handling“? Nennen Sie 3 Beispiele.


• Nur Lagerung und Kontaktatmung.
• Kein Erschrecken.
• Hygiene.
• Nicht viel Licht.
• Leise Reden.
• Stimulation über viszerokutane Reflexe (z.B. Wärme).

6) Sie betreuen ein Frühgeborenes der 26+2 SSW, jetzt 4 Wochen alt. Atemnotsyndrom
(Surfactantmangel Syndrom), eine Woche beatmet, jetzt noch Sauerstofftherapie.
a. Welche atemtherapeutischen Techniken sind sinnvoll?
• Kontaktatmung.
• Lagerungstechniken (damit die Atmung erleichtert ist).
• Ruhig arbeiten.
• Hygienregeln.
• Vibrationen.

b. Welche mundmotorischen Übungen sind sinnvoll?


• Stimulation Wange und Lippen (Suchreflex).
• Stimulation Saugmuster.
• Keine Flüssigkeitszufuhr.

3. Das ehemalige Frühgeborene, Folgeerkrankungen. Beispiel: 16 Jahre alter Patient. Z.n.


Bronchopulmonaler Dysplasie nach Atemnotsyndrom. Keine neurologischen
Komplikationen.
1) Welche Folgeerkrankung an den Atemwegen kann entstehen? Wie sind
Pathophysiologie und Symptome?
• Evtl. Pneumothorax.
• Apnoe.
• Bronchopulmonale Dysplasie.
• Problem nur in Atemmuster (normalerweise keine große Atemprobleme).

2) Welche Folgeerkrankungen am Nervensystem können entstehen?


• Cerebralparesen.
• PeriventrikulÄre Leukomalazie.
• Retardierung.
• Posthämoragischer oder postinfektioner Hydrocephalus.
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3) Welche Folgeprobleme an den Sinnessystemem können entstehen?
• Retinopathia Praematurorum.
• Hör- & Sehstörungen.
• Sensomotorische Störung.
• Störung des Körperschemas, Körperbildes.
• Regulationsstörung.

4) Was sind mögliche Folgen für die psychosoziale Entwicklung?


• Bindungsprobleme (unruhig, weint).
• Geschwisterskonflikt.
• Autonomieprobleme.
• Selbstwertsprobleme.
Therapie:
- Beratung und Begleitung.

5) Welche kognitiven Probleme können bestehen, auch wenn keine Cerebralparese


vorliegt?
• Psychologische Probleme.
• Integrationsprobleme.
• Orientierungsprobleme.
• Retardierung.
• Aufmerksamkeitsstörung.
• Gedächtnisprobleme (Kurzzeitgedächtnis)
Therapie:
- Schonung und Ruhe in der Frühphase.
- Physiotherapie.
- Musik spielen.

6) Welche orthopädischen Probleme können langfristig entstehen?


• Aufrichtungsmangel.
• Rippenblockade.
• Rückenschmerzen (Skoliose).
• Fußprobleme (Spitzfuß).
• Hüftprobleme.
• Schulter-/ Nackenschmerzen (Kompensation der Atemsstörung).

4. Ein ehemaliges Frühgeborenes der 25+3 SSW mit Atemnotsyndrom, Hirnblutung,


Sepsis, häufige Apnoen. Das Kind ist jetzt 4 Jahre alt.
1) Welche neurologischen Probleme könnten vorliegen?
• Cerebralparesen.
• Epilepsie.
• Retardierung.
• Periventrikuläre Leukomalazie.
• Posthämoragische oder postinfektiöse Hydrocephalus.
• Vegetative Störung.

2) Welche Funktionsstörungen sind möglich? Nennen Sie 4 Beispiele.


• Hörstörung.
• Sehstörung.
• Orthopädische Probleme.
• Störung des Körperbildes / Körperschemas.
• Laufen.
• Gehen.
• Treppen.
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3) Was sind Ziele der Physiotherapie? Nennen Sie 4 Beispiele.
• Körperschema Wahrnehmung.
• Aufrichtung.
• Atemtherapie.
• Gang verbessern.
• Autonomie verbessern.
• Kompensation verbessern.

5. Plexusparese des Neugeborenen


1) Was sind Ursachen?
• Mechanische Belastung unter der Geburt (z.B. Armvorfall).
• Kräftiger Zug am Arm.

2) Welche Formen gibt es? Was sind typische Symptome?

Obere Plexusparese Untere Plexusparese Komplette Plexusparese


(Erb’sche Lähmung) (Klumpke’sche Lähmung) (untere + obere)

• C5 / C6.
• Arm hängt in IR / ADD,
Pronation Unterarm, evtl.
Flexion Hand.
• C7 / C8 / Th1.
• Asymetrische Moro
Reaktion. • Hand- + Unterarmmuskeln
sind ganz oder teilweise
• Hypotonie. • Ganz Arm ist tot.
betroffen.
• Bicepssehne Reflex • Alle Reflexe sind
ausgefallen. • Greifreflex ist ausgefallen. ausgefallen.
• Wenn die Fasern von Th1
• Falls C4 betroffen: N. • Kommt mit einem
betroffen sind: Horner
Phrenicus ist betroffen also Wurzelausriss vor.
Syndrom.
Diaphragma Lähmung.
• Vegetative Störung,
• Infraspinatus.
Sensibilitätsstörung.
• Supraspinatus.
• Deltoideus.
• Biceps.
• Brachio Radialis.

3) Welche Handling-Regeln gelten für die ersten Lebenstage? Was ist verboten? Warum?
• Am Anfang: Schonung.
• Plexusentlastung.
• Korrekte Lagerung.
• Schiene.
• Keine Bewegung, die zur Dehnung des Plexus führt.
• Keine Lateralflexion der HWS zur gesunden Seite.
• Keine Moro Reaktion beim An- und Ausziehen.

4) Wie ist die Prognose?


• Hängt von der Verletzung ab.
• Prognose für die untere Plexusparese ist schlechter als diese der oberen Plexusparese.
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5) Welche physiotherapeutischen Techniken sind sinnvoll?


• Tag 5-6 Schonung und Handling, Entlastung des Plexus.
• Danach Aktivierung und Mobilisation der Gelenke.
• Entwicklungsorientiert arbeiten.
• Vorsichtig passiv bewegen.
• MLD.
• In Muster aktivieren (=> funktionelle Lagerung für Gehirn Aktivität).
• Keine maximale Kontraktion der Muskulatur.
• Wahrnehmung.
• Stimulation der Mustern.
• Hand / Hand / Mund / Augen Koordination.
• Kompensation für Meilensteine erarbeiten.

6) Typische Symptome einer 18-Jähriger, der eine leichte bis mittelschwere Plexusparese
als Baby hatte, nicht ausgereift ist. Nennen Sie 4 Beispiele.
• Sensibilitätsstörung.
• Motorische Probleme.
• Vegetative Störung.
• Arm ist kürzer.
• Feinmotorik Probleme.