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Oogenese

Zur Zusammenfassung: Diese Zusammenfassung wurde hauptsächlich mit Hilfe von Bildern und Texten der Internet-Seite www.embryology.ch, sowie mit den Unterlagen von Prof.Kaissling erstellt. Sie kann Fehler enthalten (v.a. bei der Beschriftung der Abbildungen).

Oogenese

Weibliche Geschlechtsorgane

Abb. 5 - weiblicher Genitaltrakt

Geschlechtsorgane Abb. 5 - weiblicher Genitaltrakt Ovar (Eierstock): - an lateraler Wand des kleinen Beckens -
Geschlechtsorgane Abb. 5 - weiblicher Genitaltrakt Ovar (Eierstock): - an lateraler Wand des kleinen Beckens -

Ovar (Eierstock):

- an lateraler Wand des kleinen Beckens

- Produktionsort von Eizellen und Hormonen

Tuba uterina (Eileiter):

1

Ovar

2

Tubentrichter

3

Fimbriae

4

Tuba uterina

5

ampullärer Teil der Tube

6

Uterusmuskulatur

7

Uterusschleimhaut

8

Cervix

9

Portio

10

Vagina

11

Lig. ovarii proprium

12

Lig. suspensorium ovarii

13

Ovar aufgeschnitten (Follikel in verschiedenen Stadien)

1

Corpus uteri = Gebärmutter

2

Cavitas uteri

3

Cervix uteri

4

Canalis cervicis

5

Isthmus uteri

6

Interstitielles Segment

7

Tuba uterina, Eileiter (Salpinx)

A

Schleimhaut des Uterus

B

Schleimhaut des Zervikalkanals

E

Endometrium

M

Myometrium

- mehrere Abschnitte: Pars uterina (in Uteruswand, mündet in Uterushöhle), Isthmus, Ampulla (längster Abschnitt), Infundibulum (mit Öffnung zur Bauchhöhle)

Fimbriae:

Fransenförmige Fortsätze des Infundibulum, die dem Ovar aufliegen

Isthmus:

zw. Corpus und Cervix, mit innerem Muttermund

Portio vaginalis: Teil der Cervix, der in Vagina ragt

Ostium uteri:

äusserer Muttermund, im Bereich der Portio vaginalis

3.1. Entwicklung der Keimzellen im Ovar

Weibliche Keimzelle:

Follikel:

Oozyte, entwickelt sich bis zum Stadium des Diktyotän und dann erst wieder in der Pubertät

Urkeimzelle – Oogonie – Primär Oozyte – Primäre Oozyte im Diktyotän

Oozyte & Follikelepithel, entwickelt sich ebenfalls in mehreren Stadien, aber nicht zeitgleich mit Oozyte

Primordialfollikel – Primärfollikel – Sekundärfollikel – Tertiärfollikel –

(Graaf’scher Follikel)

Phasen der Entwicklung: siehe 3.2.

Oogenese

3.1.1. Aufbau des Ovars

Rindenzone:

Oozyten mit verschiedenen Follikelstadien

Markzone:

Lockeres Bindegewebe, Blut- & Lymphgefässe

nur wenige Follikel erreichen Tertiärstadium, meiste gehen vorher

zugrunde; grosse hinterlassen Narbe in Rindenzone

3.1.2. Follikelstadien

Primordialfollikel:

A Primordialfollikel

B Primärfollikel

1 Oozyte/Eizelle

2 Follikelepithel

B Primärfollikel 1 Oozyte/Eizelle 2 Follikelepithel - Oozyte mit dünner, einlagiger Schicht

- Oozyte mit dünner, einlagiger Schicht Follikelepithelzellen drum, von dünner Basalmembran umgeben

- Bei Geburt haben alle diesen Zustand, später Hauptmenge der Follikel

- Follikelepithelzellen: ehemalige Zölomepithelzellen

- Ab Pubertät können sich einige unter Einfluss von Geschlechtshormonen in anderes Stadium weiterentwickeln

- letzte Phase der Reifung eines Tertiärfollikels zu einem grossen sprungbereiten Follikel bleibt dabei für die Zeit der regelmässigen Zyklen vorbehalten

dabei für die Zeit der regelmässigen Zyklen vorbehalten 1 Oozyte/Eizelle 2 Zona pellucida 3 Stratum

1 Oozyte/Eizelle

2 Zona pellucida

3 Stratum granulosum

(Granulosa)

4 Theca folliculi

Primärfollikel:

- Follikelepithelzellen werden iso- bis hochprismatisch

Sekundärfollikel:

- Stratum granulosum: mehrschichtiges Follikelepithel

- Zona pellucida: Schicht aus Glykoproteinen zwischen Eizelle und anliegenden Follikelepithelzellen

- Cytoplasma-Ausläufer der Granulosa-Epithelzellen durchdringen Zona pellucida & stellen Versorgung der Eizelle sicher

- Theca folliculi: Bindegewebszellen des Ovars ordnen sich zirkulär um Follikelepithelzellen an

des Ovars ordnen sich zirkulär um Follikelepithelzellen an 1 Oozyte/Eizelle 2 Zona pellucida 3 Stratum

1 Oozyte/Eizelle

2 Zona pellucida

3 Stratum granulosum (Granulosa)

4 Theca interna

5 Theca externa

6 Antrum folliculi

7 Cumulus oophorus

(Granulosazellen formen zusammen mit der Eizelle den Eihügel)

8 Basalmembran zwischen Theca

und Stratum granulosum

Tertiärfollikel:

- Antrum folliculi: mit Flüssigkeit (Liquor) gefüllter Hohlraum

- Cumulus oophorus: Eihügel, Eizelle mit Zona pellucida &

Corona radiata (= Follikelepithelzellen um Zona pellucida herum)

o

Theca interna: gut kapillarisiert, grosse lipidreiche Zellen, Hormonproduktion

o

Theca externa: Übergang zum Stroma ovarii, grössere Gefässe

- Grössenzunahme: Zellkern hat Grösse eines Primordialfollikels

- Differenzierung der Theca folliculi:

- Entscheidend für Follikelwachstum: gutes Kapillarnetz in Theca interna

- Mechanismen zur Auswahl des Tertiärfollikels, das zum Graaf’schen Follikel wird, sind unbekannt

- Wachstumsschub des Tertiärfollikels vor Ovulation

Graafscher Follikel:

- besonders grosser Tertiärfollikel, der sprungreif ist

Der Gelbkörper (Corpus luteum):

- entwickelt sich aus Bestandteilen des Graaf’schen Follikels, die nach Ovulation im Ovar zurückbleiben

- Zellen der Membrana granulosa und der Theca folliculi werden grösser und lagern Lipide ein

- Es entstehen Theca-Luteinzellen und Granulosa-Luteinzellen

- Corpus luteum ist endokrine Drüse, produziert v.a. Gestagene (besonders Progesteron) & Östradiol

- Bei Schwangerschaft wächst es zum Corpus luteum graviditatis, sonst bildet es sich nach 14 Tagen zurück

Oogenese

3.2. Zeitlicher Verlauf der Keimzellenzahl / Follikelzahl

Phase A:

- 6.-8. Woche

- Urkeimzellen wandern in Ovar ein, proliferieren und werden vom Zölomepithel eingescheidet

- Keimstränge (Rindenstränge) entstehen.

Phase B:

- 9.-22. Woche

- Wachstumsschub (Proliferationsschub)

- Es bilden sich Zellklone von Oogonien durch Mitose, wobei Oogonien untereinander durch Zellbrücken verbunden bleiben

Phase C:

- 12.-25. Woche

- Oogonien werden zu primären Oozyten, die in Prophase der ersten Reifeteilung eintreten

Phase D:

- 16.-29. Woche

- primäre Oozyten werden im Diplotän der Prophase arretiert und kommen in Diktyotän

- Diktyotän:

o

Wartestadium

o

wird um Geburt von allen Eizellen erreicht

o

Umstrukturierung: Zellbrücken werden aufgelöst, Eizellen von einschichtiger Lage Follikelepithelzellen eingepackt

- Es entstehen die Primordialfollikel (= Eizelle & Follikelepithel), bilden Vorrat an ruhenden Follikeln

Phase E:

-

etwa um die 14. Woche: mengenmässig ansteigender Untergang von Keimzellen setzt ein, sowie eine Atresie in allen Follikelstadien

setzt ein, sowie eine Atresie in allen Follikelstadien 3.2.1. Atresie - Untergang oder Rückbildung von Follikeln

3.2.1. Atresie

- Untergang oder Rückbildung von Follikeln jeden Stadiums zu jeder Zeit des weiblichen Lebens

- normales, gängiges Schicksal eines Follikels (Ovulation stellt Ausnahme dar)

Verstärkte Atresie:

- nach Erreichen der max. Anzahl (7 Mio.) in 20. Woche während Fetalzeit

o

erhöhte Anfälligkeit im Pachytän-Stadium

o

Follikelatresie ab Primordialfollikelbildung in 16. Woche

- postnatal: Erhöhter Östrogenspiegel in Mutter & Feten führt zu Reifung der Follikel; nach Geburt sinkt Östrogenspiegel im Feten & Follikel gehen ein (2 Mio. Follikel übrig)

- Pubertät: ebenfalls erhöhte Östrogenproduktion, mehr Follikel reifen, die nicht gebraucht werden und eingehen

- Nach Pubertät noch ca. 250'000 Oozyten pro Ovar

- danach fast lineare Abnahme bis Menopause, wo keine Follikel mehr vorhanden sind (führt zu Einstellung der Östrogenproduktion)

3.3. Ovarialzyklus

Rhythmische hormonelle Steuerung führt zu:

- zyklischer Veränderung des Endometriums (Uterusschleimhaut)

- Follikelreifung und Ovulation

Oogenese

Follikelphase:

- Rekrutierung einer Follikelkohorte

- Selektion des Sprungreifen Follikels

- Endet mit Eisprung

- Dauert in der Regel 14 Tage (kann aber variieren)

Lutealphase:

- Progesteronproduktion durch den Gelbkörper

- Dauert konstant 14 Tage

meiste Hormone aus Cholesterin aufgebaut!

GnRH:

- Gonadotropin Releasing Hormon (aus Hypothalamus)

- Fördert Freisetzung von LH und FSH (in Hypophyse)

Östradiol:

Freisetzung von LH und FSH (in Hypophyse) Östradiol: - Leithormon der Follikelphase - Wird vom Follikel

- Leithormon der Follikelphase

- Wird vom Follikel produziert

- Bewirkt Absenkung der FSH-Konzentration

- Dominanter Follikel löst durch Östradiol-Konzentrationsanstieg LH-Peak aus, sobald er sprungreif ist, indem Östradiol- Schwellenwert überschritten wird

- Positive Rückkopplung: Östradiol induziert Proliferation der Granulosa-Zellen, die wiederum Östradiol produzieren

- Östradiol bereitet Cervixschleim auf Spermienpassage vor

A Follikelphase

B Lutealphase

C Primärfollikel

D Sekundärfollikel

E Tertiärfollikel

F Graafscher Follikel

E2 Östradiol Pr Progesteron LH Luteinisierendes Hormon FSH Follikelstimulierendes Hormon

Progesteron:

- vom Corpus luteum gebildet in Lutealphase

- induziert Lutealphase des Endometriums

- Abfall des Progesterons ruft Abstossung des Stratum functionale hervor

- Leithormon der Lutealphase

- Produktion steigt kurz vor Ovulation durch Ausbildung von LH-Rezeptoren auf den Granulosa- Zellen

- Kommt reichlich in Follikelflüssigkeit vor

Östrogene:

-

von Theca interna gebildet in Follikelphase

-

hemmt GnRH und somit FSH- und LH-Ausschüttung (long-loop feedback)

-

bedingen Proliferationsphase des Endometriums

LH:

-

gehört zu Hypophysen-Vorderlappen-Zyklus

-

wirkt anregend auf Follikelreifung und löst Ovulation aus (zus. Mit FSH)

-

beeinflusst Entstehung des Corpus luteum

FSH:

-

gehört zu Hypophysen-Vorderlappen-Zyklus

-

wirkt anregend auf Follikelreifung und löst Ovulation aus (zus. Mit LH)

-

Löst Follikelkohorte zu beginn des Zyklus aus

-

Follikelkohorte: 5-15 Follikel, die zu reifen beginnen und so immer mehr Östradiol produzieren

-

FSH reagiert auf Östradiolanstieg mit absinken