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Ausgabe Februar 2021

Magazin der
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

Alle Infos zum


Studienstart Seite 12

Erfolgreiche Schnecken Seite 4 ◼ Spannende Praxisprojekte Seite 8 ◼

Neue Studienangebote Seite 14 ◼ Weiterbildung an der Uni Seite 16 ◼

Beilage zur Tiroler Tageszeitung www.uibk.ac.at


20

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Osterferienprogramm 2021 – Junge Uni
Wissenschaft bei dir zu Hause? Die Junge Uni macht es möglich!

 
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© BfÖ 2021
Das Programm ist online abrufbar unter:
www.uibk.ac.at/jungeuni/osterprogramm
Kontakt
Junge Uni Innsbruck
Tel.: +43 512 507-32041, E-Mail: jungeuni@uibk.ac.at

www.uibk.ac.at/jungeuni

Warum studieren?
Welche Studienrichtungen gibt es?
Wie gelingt ein reibungsloser
Studienstart?
© BfÖ 2021, Foto Birgit Pichler

Diese und weitere Fragen beantworten wir in unseren Onlinesessions:

www.uibk.ac.at/studium/onlinesession

    /uniinnsbruck
3

Inhalt Ausgabe Februar 2021


Editorial

4 Geschickte Anpassungskünstler
Langsam, aber erfolgreich: Schnecken erobern fast
alle Lebensräume – egal ob am Land oder im Was-
ser, und das bereits seit 580 Millionen Jahren.

6 Interview
Bernhard Fügenschuh, Vizerektor für Lehre und
Studierende, erklärt, warum die Uni Innsbruck ei-

Foto: Gerhard Berger


8
ne gute Wahl ist und was künftige Studierende im
Studienjahr 2021/2022 erwartet.

8 Viel mehr als bloße Theorie


Zahlreiche Studierende sind bereits während ihres
Studiums in praktische Forschungsprojekte einge-
bunden – ob bei Kartierungsarbeiten im Zillertal
oder Laboruntersuchungen zur ökologischen Ab- Liebe Leserin, lieber Leser!
baubarkeit von Textilien.
Mit dem neuen Jahr hat sich leider we-
12 Alle Infos zum Studienstart nig geändert: Nach wie vor bestimmt das
Auch im kommenden Studienjahr gibt es bis auf Virus unser Leben. Wir nehmen als eine
die gesetzlich vorgeschriebenen Ausnahmen keine Institution mit knapp 30.000 Studieren-
Zugangsbeschränkungen an der Universität Inns- den und über 5.000 MitarbeiterInnen in
bruck. diesem Zusammenhang unsere Verant-
wortung sehr ernst. Bereits Anfang März

12
14 Wachsendes Angebot 2019 hatten wir weitgehend auf Fernlehre
Ab Herbst gibt es eine Reihe neuer Möglichkeiten: und virtuelle Prüfungen umgestellt und
drei Masterstudien, ein Fach im Lehramt und ein haben dies – nach einer kurzen Erleich-
Erweiterungsstudium stehen neu zur Wahl. terung im Oktober – in den vergangenen
Wochen weiter ausgebaut. Befragungen
16 Ein gutes Gespräch bei Studierenden und Lehrenden zeigen,
Im kommenden Wintersemester startet erst- dass das weitgehend sehr gut funktio-
mals der berufsbegleitende Universitätslehrgang niert. Aber natürlich ist das alles nicht
„Kommunikation und psychologische Gesprächs- einfach, insbesondere für unsere Studie-
führung“. renden, aber auch für unsere Lehrenden.
Universität lebt vom Diskurs, vom Aus-
18 Dialektforschung tausch der Ideen und davon, gemeinsam
Rund 15 Jahre lang arbeitete Univ.-Prof. Manfred Neues zu entdecken. Das ist trotz vie-
Markus vom Institut für Anglistik mit einem Team ler digitaler Hilfen über den Bildschirm
an der digitalen Erschließung des English Dialect nur bedingt möglich. Ganz zu schweigen
Dictionary von Joseph Wright. vom sozialen Leben, das gerade für jun-

16
ge Menschen einen wichtigen Bestandteil
21 Förderkreis 1669 des Alltags darstellt. Dennoch sehen wir,
Sabina Kasslater-Mur übergab mit 1. Februar die dass sich die Studienfortschritte, aber
Leitung im Förderkreis 1699 - Wissenschafft Ge- auch die Forschungsleistungen, positiv
sellschaft und im Stiftungsrat an Uli Rubner. entwickeln. Dafür gebührt Studierenden,
aber auch Lehrenden großer Dank!
Trotz aller widrigen Umstände kann ich
daher nur alle, die ein Studium bei uns
beginnen wollen, dazu ermutigen, dies
zu tun. Wir freuen uns auf Sie! Und wir
ImprEssum können gemeinsam dazu beitragen, dass
wir bald wieder unseren normalen All-
wissenswert – Magazin der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck – 23. Februar 2021 tag leben können, indem wir aufeinan-
Herausgeber und Medieninhaber: Universität Innsbruck; Hersteller: Intergraphik GmbH.
Sonderpublikationen, Leitung: Frank Tschoner;
der schauen und uns an die derzeitigen
Redaktionelle Koordination: Susanne E. Röck, Christa Hofer. Grundregeln halten: Hände waschen,
Redaktion: Melanie Bartos, Christa Hofer, Stefan Hohenwarter, Lisa Marchl, Daniela Pümpel, Abstand halten, Maske tragen und unsere
Susanne E. Röck, Uwe Steger. Kontakte, so weit es geht, reduzieren.
Covergestaltung: Catharina Walli.
In diesem Sinne, bleiben Sie gesund!
Foto Titelseite: iStock/jacoblund.
Fotos Seite 3: Frederick Manck, Uni Innsbruck, iStock/fizkes Univ.-Prof. Dr. Tilmann Märk
Anschrift für alle: 6020 Innsbruck, Brunecker Straße 3, Postfach 578, Tel. 0512 53 54-1000. Rektor der Universität Innsbruck
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Geschickte
Anpassungskünstler
Langsam, aber erfolgreich: Schnecken erobern fast alle
Lebensräume – egal ob am Land oder im Wasser, und das bereits
seit 580 Millionen Jahren. Wie ist das möglich? Die Zoologin
Veronika Pedrini-Martha untersucht ihre ausgeklügelten
Anpassungsmechanismen.

D
er große Rahmen meiner Forschungs- bruck. „Mein besonderes Interesse gilt dabei beschäftigt sich bereits seit mehr als zehn
arbeit ist, wie es wirbellose Lebewesen Schnecken und ihrem Umgang mit Stress- Jahren intensiv mit der Frage, wie Schne-
im Laufe der Evolution immer wieder faktoren.“ Schnecken scheinen besonders cken – beispielsweise die allseits bekann-
geschafft haben, sich in den unterschied- wehrhaft zu sein, schließlich haben sie von te und weit verbreitete Weinbergschnecke
lichsten Lebensräumen unserer Erde zu eta- der Tiefsee bis zum alpinen Bereich beina- (Helix pomatia) – so effektiv mit verschie-
blieren“, erklärt Veronika Pedrini-Martha, he die gesamte Bandbreite von Habitaten denen Umwelt-Stressoren umgehen kön-
PhD vom Institut für Zoologie der Uni Inns- auf unserer Erde besiedelt. Die Forscherin nen. „Neben Hitze oder Kälte waren und sind

Die berühmte Weinbergschnecke


kann effektiv mit verschiedenen
Umwelt-Stressoren umgehen.
Fotos: iStock/cookelma; SciNews Monika K. Zanolin/Gabriele Rampl
5

Die aquatische Paradiesschnecke (links) und


die auch bei uns heimische Gemeine
Schließmundschnecke werden ebenfalls untersucht.
Fotos: Reinhard Dallinger/Veronika Pedrini-Martha

diese Tiere zahlreichen anderen Stressfak- reits in der heimischen Weinbergschnecke belegen konnten. „Das kann man sich ver-
toren ausgesetzt. Darunter sind zum Beispiel identifiziert. In der Arbeitsgruppe von assoz. einfacht wie einen Zug vorstellen: Norma-
auch giftige Metalle, die Schnecken über Nah- Prof. Martina Höckner arbeitet die Zoologin lerweise besteht dieses Eiweiß aus zwei Tei-
rung oder ihre Umgebung teilweise in hohen nun unter kontrollierten Laborbedingungen len, sozusagen einer Lok und einem Waggon.
Konzentrationen aufnehmen können“, sagt mit Zellkulturen, um diesen Kandidaten Bei Schnecken finden wir aber sogenannte
Pedrini-Martha. „Ihr evolutionärer Erfolg funktionell testen zu können. „Zellen wer- ‚Multidomänen-Metallothioneine‘, also ei-
zeugt davon, dass sie sehr effektive Schutz- den bei diesem In-vitro-Verfahren mit dem ne Lok mit mehreren Waggons“, erklärt die
und Entgiftungsmechanismen entwickelt MTF-1 like versehen und anschließend dem Forscherin. „Die Frage ist nun: Ist das ihr
haben.“ Wie die Weichtiere das geschafft ha- Schwermetall ausgesetzt. Dabei beobachte Erfolgsrezept?“ Antworten auf diese Fra-
ben, ist bis heute nicht im Detail bekannt und ich, ob eine Stressantwort in der Zelle in ge will Pedrini-Martha in dem FWF-Projekt
zählt immer noch zu den großen Fragen der Form von bestimmten Signalen stattfindet.“ „Struktur und Biologie von Multi-Domänen-
biologischen Grundlagenforschung. Das Vorkommen dieses Regulators in anderen Metallothioneinen“ unter der Leitung von
Schneckenarten wird ebenfalls untersucht. Prof. Reinhard Dallinger und mit Hilfe inter-
effektive entgiftung „Anhand dieser Ergebnisse wird es möglich nationaler Kooperationspartner finden. Von
sein, Rückschlüsse zu ziehen, ob es sich hier- den Ergebnissen dieser Studien erhofft sich
Die Zoologin untersucht diesen Vorgang bei um einen generellen Regulationsmecha- das Forscher*innen-Team am Institut für
am Beispiel des hochtoxischen Metalls Cad- nismus innerhalb der Schnecken handelt“, Zoologie ein besseres Verständnis der kom-
mium (Cd), das in der Erdkruste natürlich verdeutlicht Pedrini-Martha. plexen Metallothioneine. „Es gibt Zehntau-
vorkommt. Im Laufe der Erdgeschichte bei- sende Schneckenarten, viele Eigenschaften
spielsweise wurde Cd wiederholt durch vul- Weitere Anpassung? dieser Weichtiere sind aber noch unbe-
kanische Aktivität freigesetzt, während ak- kannt. Das zeigt, wie wichtig die Grundla-
tuell vor allem menschengemachte Faktoren Im Zuge der Erforschung dieser Entgif- genforschung gerade in diesem komplexen
für erhöhte Cadmiumkonzentrationen ver- tungsmechanismen wurden auch ungewöhn- und spannenden Forschungsfeld ist.“ Dieses
antwortlich sind. Das für Lebewesen to- lich lange Metallothioneine in der am Land Wissen kann auch indirekt Einfluss auf an-
xische Cadmium kann im Organismus ohne lebenden Gemeinen Schließmundschnecke gewandte Forschungsgebiete nehmen, wie
entsprechende Entgiftung großen Schaden (Alinda biplicata) und der aquatischen Para- etwa die Verwendung von Schnecken als be-
anrichten. „Schnecken schützen ihre Zellen diesschnecke (Marisa cornuarietis) gefunden deutende Bioindikatoren für Schwermetall-
vor dieser Gefahr durch spezielle Eiweiße, (siehe Bilder oben). Im Vergleich zum Men- belastungen in der Umwelt. „Und die For-
sogenannte Metallothioneine“, erklärt die schen oder anderen Tiergruppen sind Stress- schungsarbeit wird so bald nicht ausgehen.
Wissenschaftlerin. „Diese Proteine kommen Proteine bei diesen Schnecken größer, wie Da gilt es noch sehr viele Rätsel zu lösen“,
in fast allen Lebewesen vor. Bei den meisten Pedrini-Martha und Univ.-Prof. i. R. Reinhard betont Pedrini-Martha.
Schnecken allerdings können diese Protei- Dallinger am Institut für Zoologie bereits melanie.bartos@uibk.ac.at ◼
ne das toxische Schwermetall Cadmium viel
besser an sich binden und so unschädlich
machen, besonders im Vergleich zu anderen
Tiergruppen.“ Welche Mechanismen dahin- Zur Person
terstecken, dass diese Metallothioneine bei
Cd-Stress produziert werden, ist noch nicht Veronika Pedrini-Martha wurde 1983 in Innsbruck geboren.
erforscht. Um einen Einblick in die stressab- Sie studierte Biologie an der Universität Innsbruck, wo sie 2017
hängige Regulierung dieses Cd-spezifischen promovierte. Seit drei Jahren ist sie Postdoc am Institut für Zoologie
Eiweißes zu erhalten, erhielt die Forscherin im Forschungsbereich Zell- und Ökophysiologie an der Universität
kürzlich ein L’ORÉAL Österreich-Stipendium Innsbruck. 2020 wurde sie mit einem L’ORÉAL Österreich-Stipendium
For Women in Science. Ein möglicher Regu- For Women in Science ausgezeichnet.
lator, der sogenannte MTF-1 like, wurde be-
6

Uni Innsbruck: Über 180


Studienmöglichkeiten
Zahlreiche Maturantinnen und Maturanten stehen derzeit vor der Studienwahl.
Bernhard Fügenschuh, Vizerektor für Lehre und Studierende, erklärt im Interview,
warum die Uni Innsbruck eine gute Wahl ist und was künftige Studierende im
Studienjahr 2021/2022 erwartet.

Herr Vizerektor Fügenschuh, österreichweit Lehrveranstaltungen und Prüfungen virtuell zurzeit entscheiden, wie es nach der Matura
rechnet man damit, dass Universitäten auf- statt. Ausnahmen bilden nur jene Lehrveran- für sie weitergeht. Warum sollten sie sich Ihrer
grund der Pandemie bis zum Ende des Som- staltungen, die absolute Präsenz verlangen, Meinung nach für ein Studium an der Uni Inns-
mersemesters in der Fernlehre bleiben. Wie wie beispielsweise Laborpraktika. Natürlich bruck entscheiden?
ist die Situation aktuell an der Uni Innsbruck, ist die Situation für uns alle sehr schwierig Bernhard Fügenschuh: Als Volluniversi-
funktioniert die digitale Lehre? und belastend und es passieren hin und wie- tät bieten wir über 180 verschiedene Studi-
Bernhard Fügenschuh: Wir waren die erste der Fehler, wir setzen aber alles daran, diese enmöglichkeiten, die alle von unserer for-
Universität in Österreich, die zu Beginn der Herausforderungen gemeinsam zu bewälti- schungsgeleiteten Lehre geprägt sind. Die
Corona-Pandemie im März 2020 auf Fern- gen und unseren Studierenden bestmögliche Stärke des Lehrangebots an der Universität
lehre umgestellt hat. Das hat im Großen und Lehre zu bieten. Natürlich hoffen wir alle aber Innsbruck liegt sowohl in seiner fachlichen
Ganzen sehr gut funktioniert, auch wenn es auf eine positive Entwicklung der Pandemie, Tiefe als auch in seiner Breite und Vernet-
natürlich hin und wieder Anpassungsschwie- damit wir im neuen Studienjahr 2021/22 ab zung zwischen den Disziplinen. Unsere lau-
rigkeiten gegeben hat. Mittlerweile haben Herbst wieder vermehrt Lehrveranstaltungen fend weiterentwickelten, zukunftsgerichte-
wir unser Angebot noch weiter ausgebaut in Präsenz anbieten können. ten Curricula – so nennen sich die Studien-
und verbessert. Derzeit finden nahezu alle Viele Schülerinnen und Schüler müssen sich pläne, die die einzelnen Inhalte der Studien

Als Volluniversität
bietet die Uni Innsbruck
über 180 verschiedene
Studienmöglichkeiten.
Foto: Uni Innsbruck
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definieren – bilden diese Stärken ab und er-


öffnen gleichzeitig Freiräume für Studieren-
de, um ihren individuellen Interessen und
Neigungen nachgehen zu können.

Erweiterte Gestaltungsmöglichkeiten
Wie sehen diese Weiterentwicklungen in den
einzelnen Studien konkret aus?
Bernhard Fügenschuh: Die Universität Inns-
bruck hat in den vergangenen Jahren un-
ter den Schlagwörtern „Curricula neu“ bzw.
„window of opportunity“ in vielen Studien
ein „Fenster“ von einem Semester zur freien
inhaltlichen Gestaltung beziehungsweise zur
Förderung der Mobilität und Internationali-
sierung eingebaut. Studierende können – je
nach persönlichem Interesse und gewünsch-
ter Berufsqualifikation – fachfremde Inhalte
in ihr Studium integrieren. Hier geht das
Angebot von Informatik über Nachhaltig-
keitsstrategien und Medienkunde bis hin zu
sprachlichen Zusatzqualifikationen. Erfolg-
reich absolvierte Wahlpakete werden jeweils
extra ausgewiesen. Auch dieses Modell natio-
nal und international attraktiver Studien soll
im Hinblick auf Anwendungsbereiche und
-möglichkeiten sowie der Individualisierbar-
keit weiterentwickelt werden.
Kompetenzen im Bereich der Digitalisierung
sind gefragter denn je. Gibt es hierzu an der Uni
zusätzliche Möglichkeiten?
Bernhard Fügenschuh: Digitalisierung
schreitet voran und durchdringt derzeit alle
Bereiche unserer Gesellschaft, einschließlich
Univ.-Prof. Dr. Bernhard
Wissenschaft, Wirtschaft und sozialer Be-
Fügenschuh, Vizerektor
ziehungen. Die Pandemie hat diese Entwick-
für Lehre und Studierende.
lung noch beschleunigt. Unser Forschungs-
Foto: Uni Innsbruck
schwerpunkt Digital Science Center (DiSC)
hat sich daher zum Ziel gesetzt, die Digita-
lisierung der Forschung zu unterstützen und
voranzutreiben, und dadurch die Qualität sind und konkrete Fragen zu einem Studi- Bernhard Fügenschuh: Studieren an der Uni
der Wissenschaft zu stärken. Davon profi- um haben, stehen die Mitarbeiter*innen der wird dadurch internationaler, nachhaltiger
tiert auch die Lehre: Im Rahmen dieses For- Zentralen Studienberatung gerne zur Verfü- und vielfältiger. Als Mitglied der seit Sommer
schungsschwerpunkts bieten wir auch das gung – auch sie haben ihr Angebot auf digi- 2020 bestehenden European-Universities-
Erweiterungsstudium Informatik an, das es tale Online-Sessions und Beratungstermine Allianz AURORA bekennen wir uns gemein-
Studierenden und Absolvent*innen ermög- umgestellt. sam mit acht europäischen Partneruniver-
licht, ihr Qualifikationsprofil durch eine wis- Wie geht es weiter, wenn die Entscheidung für sitäten zu einer vertieften Kooperation. Ziel
senschaftlich fundierte Zusatzausbildung im ein Studium dann gefallen ist? Müssen die Stu- dieser Allianz ist es, die Mobilität und die Zu-
Bereich der Informatik zu stärken. dierenden ein Aufnahmeverfahren absolvie- sammenarbeit von 260.000 Studierenden und
ren? 30.000 wissenschaftlichen und allgemeinen
Das richtige Studium finden Bernhard Fügenschuh: Nein, wir setzen – Mitarbeitenden der beteiligten Unis zu erhö-
abgesehen von den Studienfächern Psycho- hen. Besonders im Mittelpunkt der AURORA-
Das große Studienangebot mit zahlreichen logie und Lehramt, in denen gesetzlich Auf- Aktivitäten steht die Lehre. Aus diesem Grund
Fachbegriffen kann angehende Studierende nahmeverfahren vorgesehen sind – auf einen setzt man mit dem Aurora Student Council be-
auch verwirren. Gibt es hier Hilfestellungen? anderen Weg. Wir haben uns die Frage ge- wusst auf eine starke Beteiligung von Studie-
Bernhard Fügenschuh: Ja, auch hier haben stellt, wie bekommen wir die richtigen Stu- renden an der Gestaltung der Prioritäten. Wir
wir in den vergangenen Jahren intensiv daran dierenden in die für sie richtigen Studien und werden hier neue Wege beschreiten. Bereits im
gearbeitet, unser Serviceangebot zu verbes- wie begeistern wir sie für ihr Studium? Unser Sommersemester 2021 werden wir in einzel-
sern. Unter www.uibk.ac.at/studium/ finden Ansatz, dieser Frage zu begegnen, war und ist nen Lehrveranstaltungen innovative Mobi-
Studieninteressierte alle nötigen Informati- im Moment der, dass wir allen an einem Stu- litätsmöglichkeiten verankern, die nicht nur
onen zum Studienangebot. Für Unentschlos- dium Interessierten die Chance bieten wollen, physischer, sondern auch – nicht zuletzt Co-
sene steht hier auch der StudyTest zur Verfü- hier an der Universität Innsbruck ihr Studium rona-bedingt – digitaler Natur sind. Und die-
gung – ein Test, der in 15 Minuten anhand zu finden. se Angebote werden rasch an Zahl zunehmen
von verschiedenen Fragen das persönliche Die Universität Innsbruck ist seit Sommer 2020 und auch inhaltlich und formell Neues bie-
Interessenprofil abfragt und die dazu pas- Mitglied der European Universities Allianz ten.
senden Studienangebote an unserer Univer- AURORA – welche Auswirkungen hat diese Das Interview führte Susanne E. Röck.
sität vorschlägt. Für alle, die schon weiter Mitgliedschaft auf die Studierenden? susanne.e.roeck@uibk.ac.at ◼
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Viel mehr als


bloße Theorie
Ein Studium an der Universität Innsbruck ist viel mehr als Theorie. Ob bei
Kartierungsarbeiten im Zillertal, Laboruntersuchungen zur ökologischen
Abbaubarkeit von Textilien oder einem Einblick in die Arbeit von
Lektor*innen: Viele Studierende sind bereits während ihres Studiums in
praktische Forschungsprojekte eingebunden.

P
raktische Erfahrungen sammeln Stu- re Bachelorarbeit auf die Suche nach Schnee- Elisabeth Weninger. „Die Voraussetzung für
dierende an der Universität Innsbruck hühnern in den Zillertaler Alpen gemacht. die Teilnahme war eine gewisse körperliche
in allen Phasen ihres Studiums und un- „Ich habe nach einem geeigneten Thema für Fitness und Erfahrung am Berg“, so die Stu-
ter unterschiedlichen Rahmenbedingungen. dentin weiter. Beides brachte Elisabeth We-
Fünf Praxisprojekte zeigen, wie Studierende ninger mit und wurde gemeinsam mit sechs
einen wichtigen Beitrag für Universität und »Meine Bachelorarbeit werde ich weiteren Studierenden Teil des Projekts, bei
Gesellschaft leisten. so schnell wohl nicht vergessen.« dem sie zwischen Frühjahr und Herbst Kar-
tierungsarbeiten durchgeführt haben. Ihr Ziel
Dem Schneehuhn auf der Spur ElisabEth WEningEr war es, den Lebensraum von Schneehühnern
im Zillertal zu untersuchen. Das ist besonders
Die Biologie-Studentin Elisabeth Wenin- meine Abschlussarbeit gesucht, als ich von vor dem Hintergrund des Klimawandels in-
ger hat sich im vergangenen Semester in ein dem Kartierungsprojekt in Kooperation mit teressant, denn das Alpenschneehuhn ist ein
besonderes Abenteuer gestürzt: Im Rahmen dem Land Tirol und dem Hochgebirgs-Natur- Relikt der Eiszeit und bevorzugt niedrigere
eines Kartierungsprojektes hat sie sich für ih- park Zillertaler Alpen erfahren habe“, erzählt Temperaturen. Wird es wärmer, wandert es
immer weiter in die Höhe. Das hatte auch
Einfluss auf die Feldarbeit der Studierenden.
„Wir haben uns bei der Forschung im Feld in
einer Höhe von rund 2.000 bis beinahe 3.000
Metern aufgehalten, auch in unwegsamem
Elisabeth Weninger (rechts) gemeinsam mit
Gelände und das bis zu zehn Stunden pro Tag.
ihrer Projektpartnerin und Mitstudentin
Weil das Schneehuhn vor allem früh mor-
Isabella Frimmel (links) beim Protokollieren
gens und in der Abenddämmerung aktiv ist,
der Nachweise von Schneehühnern.
Foto: Frederick Manck
sind wir oft zwei bis drei Stunden vor Son-
nenaufgang aufgebrochen. Um das zeitlich zu
schaffen, haben wir zum Teil auch auf Hütten
übernachtet“, berichtet Elisabeth Weninger.
Die Feldarbeit bestand aus zwei Teilen: In
einer morgendlichen Revierkartierung wur-
den die Schneehähne gezählt. Um sie aus
ihrem Versteck zu locken, haben die Studie-
renden mit Klangattrappen gearbeitet. In ei-
ner anschließenden Schleifenlinientaxierung
haben sie die zwischen 50 und 140 Hektar
großen Untersuchungsgebiete in Schleifenli-
nien abgesucht und Hinterlassenschaften wie
Federn und Losungen der Tiere eingesam-
melt. In beiden Phasen der Feldarbeit haben
sie die GPS-Daten von Sichtungen, die Balz-
rufe der Hähne am Morgen sowie allgemei-
ne Nachweise der Tiere protokolliert. So kön-
nen Aussagen über Vorkommen, Verbreitung,
Habitatwahl und Bestand gemacht werden.
„Wir Studierenden haben alle gemeinsam die
9

Kartierungsarbeiten durchgeführt. Die zwei


Master-Studierenden waren zusätzlich damit
beschäftigt, unsere Funde genetisch zu un-
tersuchen. Durch die so gewonnenen Labor-
ergebnisse können noch genauere Aussagen
über den Zustand der Tiere getroffen wer-
den“, erklärt Weninger.
Unterstützt wurden die Studierenden un-
ter anderem von Prof. Birgit Schlick-Steiner
und Prof. Florian Steiner vom Institut für
Ökologie sowie von Reinhard Lentner, Or-
nithologe der Abteilung Umweltschutz des
Landes Tirol. Elisabeth Weninger blickt ger-
ne auf ihr Abenteuer im vergangenen Som-
Abgeschlossen haben die
mer zurück: „Es war ein richtig guter Zusam-
Studierenden das Projekt mit
menhalt zwischen uns Studierenden und den
einer virtuellen Präsentation
Betreuer*innen des Projekts. Sie sind uns mit
der Ergebnisse vor den
Rat und Tat zur Seite gestanden. Meine Ba-
Personalverantwortlichen und
chelorarbeit werde ich so schnell wohl nicht
Mitarbeiter*innen der RLB Tirol.
vergessen.“ Foto: Martina Kohlberger

Transformation der Arbeitswelt


Studierende aus dem Bachelorstudium
Wirtschaftswissenschaften haben sich einem ben die Studierenden das Projekt mit einer ihrer Masterarbeit an Baumwolltextilien des
Themenbereich gewidmet, der spätestens seit virtuellen Präsentation vor den Personal- Unternehmens Mary Rose. „Um Baumwoll-
COVID-19 in allen Unternehmen an Bedeu- verantwortlichen und Mitarbeiter*innen der stoffe herzustellen, braucht es viel Wasser
tung gewonnen hat: Home-Office und flexi- RLB Tirol. „Durch die Ergebnisse wurden wir und Energie. Deshalb ist es nachhaltig, die-
bles Arbeiten. Dank einer Kooperation mit der darin bestätigt, den eingeschlagenen Weg se Textilien möglichst lange zu verwenden.
Raiffeisen-Landesbank Tirol AG konnten die weiterzugehen – die Studierenden haben Aber auch die besten Stoffe sind irgendwann
Studierenden diesen Transformationspro- durch ihre Arbeit aber auch einige neue Im- verschlissen. In meiner Masterarbeit unter-
zess in der Arbeitswelt aus erster Hand er- pulse und Ideen eingebracht, die wir zeitnah suche ich deshalb, ob aus Baumwolle herge-
fahren und Mitarbeiter*innen dazu befragen, umsetzen werden. Wir sind überzeugt, da- stellte Bettwäsche und Handtücher zu 100
wie sich das Arbeiten im Home-Office und mit die Arbeitswelt von morgen für unsere Prozent biologisch abbaubar sind“, erklärt
Desksharing-Modelle auf ihre Zufriedenheit Mitarbeiter*innen noch besser gestalten zu Lívia Hökl das Vorhaben ihrer Masterarbeit.
können“, sagt die Projektleiterin der RLB Ti- Damit unterstützt die Studentin das Vorarl-
rol, Carolin Czermak. berger Unternehmen, das künftig Rückgabe-
»In dieser Lehrveranstaltung Für die Studierenden war es spannend, an
hatten wir die Gelegenheit, einem „echten“ Forschungsprojekt mitzu-
unser theoretisches Wissen wirken und die Facetten eines tagesaktuellen »Für Kunststoffe gibt es
Themas sowohl aus wissenschaftlicher als bereits exakte Verfahren zur
in die Praxis zu übertragen. auch praktisch relevanter Sicht zu beleuch-
Das hat mir gezeigt, wie wichtig ten. Von der Lehrveranstaltung profitieren sie
Überprüfung der Abbaubarkeit.
eine fundierte theoretische auch über das Projekt hinaus. „Der Kurs hat Die Forschung zu Textilien auf
Grundlage ist.«
uns Studierenden geholfen, unser Netzwerk diesem Gebiet beschränkt sich
zu erweitern. Auch nach der Lehrveranstal-
bisher auf die bloße Verrottung.«
MiriaM EggEr tung sind wir mit dem Projektpartner noch
in Kontakt und werden beispielsweise über Lívia HökL
Stellenausschreibungen informiert“, berich-
sowie die Kommunikation im Unternehmen tet Susanne Girtler. Gemeinsam geleitet ha-
auswirken. Für die RLB Tirol ist das auch ben den Kurs die Professorin für Personalpo- stationen für seine Textilien anbieten möch-
vor dem Hintergrund des Neubaus des Zen- litik Julia Brandl sowie die PhD-Kandidatin te, um die Stoffe nach Möglichkeit wieder zu
tralgebäudes wichtig. Denn in der künftigen Martina Kohlberger. Im kommenden Som- verwenden. Voraussetzung hierfür ist aller-
Firmenzentrale DAS RAIQA sollen diese fort- mersemester bieten die beiden Wissenschaft- dings, dass die Textilien rückstandsfrei in
schrittlichen Arbeitsmodelle auch nach Ende lerinnen Studierenden wieder die Möglich- den natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt
der Pandemie weitergeführt werden. keit, Gelerntes in der Praxis anzuwenden. werden können – ein Konzept, das auch unter
Die Studierenden führten dazu Interviews Dieses Mal werden sie in Kooperation mit dem Namen „Cradle to Cradle“ bekannt ist.
mit Mitarbeiter*innen durch, die sie in wei- Adler Lacke die Positionierung des Unterneh- Bevor Lívia Hökl mit der Arbeit im Labor
terer Folge analysierten und auf Basis ak- mens am Arbeitgebermarkt untersuchen. beginnen konnte, hat sie sich ausführlich mit
tueller Literatur zu Open Office und Home- den theoretischen Hintergründen ihres For-
Office-Konzepten auswerteten. „Während Nachhaltige Bettwäsche schungsvorhabens beschäftigt. „Für Kunst-
des Studiums erscheint einem die erlernte stoffe gibt es bereits exakte Verfahren zur
Theorie oft realitätsfremd. In dieser Lehr- Kann ein Stoff durch Mikroorganismen Überprüfung der Abbaubarkeit. Die Forschung
veranstaltung hatten wir die Gelegenheit, oder Enzyme zersetzt werden und bleiben zu Textilien auf diesem Gebiet beschränkt
unser theoretisches Wissen in die Praxis zu von ihm am Ende lediglich Wasser, Kohlen- sich bisher auf die bloße Verrottung. Die Me-
übertragen. Das hat mir gezeigt, wie wich- stoffdioxid und Biomasse zurück, dann be- thoden und die Zielsetzung meiner Arbeit ge-
tig eine fundierte theoretische Grundlage zeichnet man ihn als biologisch abbaubar. hen darüber hinaus“, erklärt sie.
ist“, sagt Miriam Egger. Abgeschlossen ha- Lívia Hökl untersucht genau das im Rahmen  FortsetzungaufSeite10»
10

ehrenamtlicher Autor*innen haben die Stu-


dierenden Beiträge für ein Heimatbuch der
Gemeinde Birgitz korrigiert, lektoriert, über-
arbeitet und homogenisiert. „Damit die Auf-
gabe des Lektorats und Korrektorats für ein
Buchprojekt gelingt, muss die Intention der
Büchermacher*innen bekannt sein und ver-
standen werden. Deshalb war es uns wichtig,
dass die Studierenden vor Beginn des Pro-
jekts das Redaktionsteam und den Ort ken-
nen lernen“, erklärt die Lehrveranstaltungs-
leiterin Bernadette Rieder. „Unter Einhaltung
der Corona-Schutzmaßnahmen war es uns
möglich, noch im Oktober vergangenen Jah-
res zumindest ein Treffen vor Ort zu ermög-
lichen“, so Rieder weiter. Bei diesem gegen-
seitigen Kennenlernen präsentierte Dr. Kurt
Haselwandter den Studierenden die Buchidee.
Außerdem hatten sie die Gelegenheit, sich in
Kleingruppengesprächen mit einzelnen Re-
daktionsmitgliedern auszutauschen und Se-
henswürdigkeiten der Gemeinde zu besich-
tigen.
Schließlich nahmen die Studierenden die
praktische Arbeit auf: „In vier Gruppen sollten
wir jeweils zwei Texte bearbeiten und diese
anschließend nach dem Vier-Augen-Prinzip
gegenlesen“, sagt Lisa Gassler, eine der 16
Teilnehmer*innen des Kurses. „Anschlie-
ßend sind wir dann mit den Autor*innen der
Zum Projektstart hat
Antonia Grabher von »Ich kann mir gut vorstellen,
Mary Rose der
Masterstudentin Lívia
in Zukunft als Lektorin
Hökl die Textilien für die tätig zu sein. Da hat es
Laborversuche überreicht. mich natürlich umso mehr
Foto: Mary Rose GmbH
interessiert, diese Arbeit bereits
während des Studiums einmal
auszuprobieren.«
Dafür unternimmt die Studentin der Mikro- zeugen Mikroorganismen Methan und somit SuSanne Schwazer
biologie mit Bettwäsche und Handtüchern Energie. Für eine großtechnische und damit
verschiedene Laborversuche. Die ersten Er- wirtschaftlich tragfähige Umsetzung sind Texte in Kontakt getreten und haben mit ih-
gebnisse fallen positiv aus: Rund 95 Prozent jedoch sehr große Textilmengen nötig. nen unsere Korrekturen und Änderungsvor-
des Baumwollstoffs der Bettwäsche sind be- Im Rahmen ihrer Masterarbeit ist Lí- schläge besprochen. In dieser Konstellation
reits nach 40 Tagen abgebaut. „Ich habe den via Hökl dank einer Förderung der Österrei- haben wir gelernt, Kompromisse zu finden
Stoff der Bettwäsche unter kontrollierten Be- chischen Forschungsförderungsgesellschaft und die Intention des Gegenübers besser zu
dingungen in Kompost eingegraben und die (FFG) als studentische Mitarbeiterin am Ar- verstehen“, berichtet Gassler weiter. Insge-
Geschwindigkeit des Abbauprozesses unter- beitsbereich Umwelttechnik angestellt, wo samt war gerade das große Entgegenkom-
sucht. Dabei schaue ich mir auch an, welche sie von Sabine Robra betreut wird. In einem men der Verantwortlichen des Gemeinde-
Mikroorganismen und Pilze für den Abbau nächsten Schritt wird die Studentin auch die buchs für die Studierenden eine sehr positive
verantwortlich sind“, erklärt Lívia Hökl einen Etiketten und Knöpfe der Bettwäsche auf ihre Erfahrung. „Die Kontaktaufnahme mit den
ihrer Versuche. Cellulose dient dabei als Stan- biologische Abbaubarkeit untersuchen. Und Autor*innen und auch die Überarbeitung der
dard, um die Aktivität der Mikroorganismen wenn es nach ihr geht, darf das auch gerne Texte war sehr unkompliziert und hat rich-
im Kompost zu überprüfen. In einem zweiten etwas länger dauern: „Ich finde diese The- tig Spaß gemacht. Für mich war es besonders
Schritt hat sie außerdem untersucht, wie sich matik sehr spannend und die Forschung im interessant, anhand der Texte mehr über die
der Abbauprozess der Textilien unter abio- Labor macht mir sehr viel Spaß. Ich habe also Gemeinde Birgitz zu erfahren, die mit der
tischen Bedingungen, also ohne den direkten keinen allzu großen Stress, meine Masterar- Hohen Birga und dem Fotografen Heinrich
Einfluss von Mikroorganismen, verhält. „Da- beit fertigzustellen.“ Kühn auch geschichtlich einiges zu bieten
zu haben wir die Bettwäsche in Wasser gege- hat“, sagt Julia Poggemann.
ben, denn sie soll ja auch gewaschen werden Einblick in die Berufswelt Die Motivation, sich an dieser praxisori-
können und dabei nicht an Substanz verlie- entierten Lehrveranstaltung zu beteiligen,
von Lektor*innen
ren. Auch bei diesem Versuch haben wir ein war zumindest bei drei Teilnehmerinnen
positives Resultat erhalten“, so Hökl. Neben Studierende des Bachelorstudiums Ger- die gleiche: „Ich kann mir gut vorstellen, in
der biologischen Abbaufähigkeit könnte die manistik konnten in einer Lehrveranstaltung Zukunft als Lektorin tätig zu sein. Da hat es
Rückführung der Textilien auch einen posi- einen praktischen Einblick in den Berufsall- mich natürlich umso mehr interessiert, diese
tiven Nebeneffekt haben: Bei einem anaero- tag von Lektor*innen erhalten. Gemeinsam Tätigkeit bereits während des Studiums ein-
ben, also einem sauerstofffreien Abbau er- mit der Gemeinde Birgitz und einer Reihe mal auszuprobieren. Und dass wir am Ende
11

auf mögliche Fundstellen geben kann. Diese


Merkmale, die auch aus der Luft - etwa durch
den Einsatz von Drohnen – erkennbar sind,
könnten Archäolog*innen künftig die Arbeit
erleichtern“, sagt Manuel Scherer-Windisch.
Andere Wissenschaftsbereiche greifen schon
länger auf ähnliche Methoden zurück, für die
Archäologie ist diese Vorgangsweise jedoch
noch relativ neu.
Für die Sammlung dieser Daten und zur
Überprüfung erster Modelle bildet Manuel
Scherer-Windisch mit seinem Kollegen Da-
niel Brandner ein Prospektionsteam, das vor
Im Oktober war zumindest ein Treffen in Birgitz möglich, bei dem
allem im Salzburger Teil der Kitzbüheler Al-
die Studierenden einen Teil des Redaktionsteams sowie die
pen unterwegs ist. Seit dem Jahr 2019, in dem
Intention des Gemeindebuchs besser kennen lernen konnten.
Foto: Bernadette Rieder
das Projekt startete, haben die beiden dort
bereits mehrere Kupfer-Schmelzplätze und
potenzielle Abbaustellen aus der Bronzezeit
entdecken können. Dabei kommen ihnen ih-
re Erfahrungen aus vergangenen archäolo-
das Ergebnis in den Händen halten können, einem Netzwerk ab. Hinzu kommen räum- gischen Arbeiten zugute. Bereits während
ist eine schöne Erinnerung“, sagt Susanne liche Daten, wie etwa Geländedaten, Hö- seines Bachelor- und Masterstudiums war
Schwazer. Das Gemeindebuch soll noch in henmodelle oder geologische Kartierungen. Scherer-Windisch an Prospektionen und Gra-
diesem Jahr erscheinen. Werden diese Informationen über spezielle bungen zu Bergbauspuren im Unterinntal im
Datenmodelle miteinander verbunden, ent- Raum Schwaz-Brixlegg beteiligt, während
Archäologie neu interpretiert stehen sogenannte semantische Netzwerke. Brandner seit Jahren in den Untersuchungen
Diese Netzwerke werden herangezogen, um des urgeschichtlichen Salzbergbaus in Hall-
Übersetzt man das altgriechische Wort Ar- Indikatoren zu bilden, die auf mögliche Fund- statt engagiert ist. Der Bergbau hat in Tirol
chäologie wörtlich, so bedeutet es „die Leh- stellen hinweisen können“, erklärt Scherer- eine lange Tradition. Am Forschungszentrum
re von den Altertümern“. Mittels natur- und Windisch. Durch die zusätzliche Verwen- HiMAT (History of Mining Activities in Tyrol),
geisteswissenschaftlicher Methoden ver- dung von digitalen Geländemodellen können an dem Manuel Scherer-Windisch forscht,
sucht die Archäologie, kulturelle Hinterlas- diese Daten mit Hilfe von Geoinformati- werden die Auswirkungen des Bergbaus auf
senschaften der Menschheit aufzuspüren. onssystemen in ihrem geografischen Kon- die Kulturen und die Umwelt im Alpenraum
Der Doktorand Manuel Scherer-Windisch ist text untersucht werden. Daten sammeln die vom Neolithikum bis in die Neuzeit unter-
Archäologe. Neben Methoden der Natur- und Forscher*innen auch in Form von verschie- sucht. Neben dem Abbau von Silber, Kupfer
Geisteswissenschaften greift er in seiner denen Gegebenheiten im Gelände. „Bisherige und Eisen spielt in diesen Epochen auch der
Forschung auch auf Methoden aus der Infor- Grabungsstätten zeigen uns, dass beispiels- Abbau von Blei und Zinkblende eine Rolle.
matik zurück. „Basierend auf der Integration weise auch der Pflanzenwuchs Aufschluss lisa.marchl@uibk.ac.at ◼
von archäologischen und räumlichen Daten
wollen wir im FWF-Projekt ,Information In-
tegration for Prehistoric Mining Archaeology‘
einen datengestützten Workflow für die Ar-
Daniel Brandner, ein Kollege
Scherer-Windischs, bei
»Merkmale wie etwa der der fotografischen
Dokumentation eines
Pflanzenwuchs, die auch aus
Grabungsbefundes
der Luft - beispielsweise durch in Viehhofen.
den Einsatz von Drohnen Foto: Manuel Scherer-Windisch

– erkennbar sind, könnten


Archäolog*innen künftig die
Arbeit erleichtern.«
Manuel Scherer-WindiSch

chäologie entwickeln, der das Aufspüren von


archäologischen Fundorten künftig verein-
facht“, erklärt Manuel Scherer-Windisch das
Ziel seiner Forschung. Das Digitalisierungs-
projekt unter der Leitung von Gerald Hiebel
hat sich dabei auf die Bergbaugeschichte Ti-
rols sowie angrenzende Gebiete spezialisiert.
Bei dem Versuch, eine neuartige Methodik
für die Archäologie zu entwickeln, kombi-
nieren die Forscher*innen montanarchäolo-
gische Feldforschung mit Fernerkundungs-
daten und Technologien des Semantic Web.
„Wir bilden Fundobjekte und Fundstellen in
12

Alle Informationen
zum Studienstart
Rund 28.000 Studierende besuchen derzeit müssen sich Studieninteressierte aufgrund
der gesetzlichen Bestimmungen vorzeitig ab 1.
Lehrveranstaltungen aus dem breiten Angebot von März registrieren und im Anschluss ein Auf-
nahmeverfahren durchlaufen. Für alle ande-
180 Studien an den 16 Fakultäten der Universität ren Studien gilt für künftige Studierende le-
diglich die verpflichtende Online-Bewerbung,
Innsbruck. Im Wintersemester 2021/2022 stehen die während des ganzen Jahres möglich ist.
Dabei werden neben den persönlichen Daten
Studieninteressierten in Innsbruck wieder alle auch alle benötigten Dokumente (Reifeprü-

Möglichkeiten offen.
fungszeugnis oder Bachelorabschlussdoku-
mente, Reisedokument, gegebenenfalls auch
ein Deutschnachweis) und ein Passfoto über
LFU:online (https://lfuonline.uibk.ac.at/) hoch-
geladen. Die eigentliche Zulassung, bei der

W
er studieren will, soll auch einen stellen wir ihnen keine unnötigen Hürden man dann die Student Card, Studierenden-
Platz bekommen. Auch im kom- in den Weg“, betont der Vizerektor für Lehre E-Mail-Adresse und Zugangsdaten erhält, ist
menden Studienjahr gibt es bis auf und Studierende, Bernhard Fügenschuh. Die- für Bachelor- und Diplomstudien für das Win-
die gesetzlich vorgeschriebenen Ausnahmen ser Weg soll nun auch im kommenden Studi- tersemester 2021/2022 ab Mitte Juli bis ein-
keine Zugangsbeschränkungen an der Uni enjahr 2021/2022 fortgeführt werden und so schließlich 5. September 2021 möglich.
Innsbruck. „Wir sahen uns bereits im Studi- bleiben die Aufnahmeverfahren vor Zulassung
enjahr 2019/2020 im Zuge der Einführung der für die Bachelorstudien Architektur, Biolo- Psychologie
Studienplatzfinanzierung vor die Frage ge- gie, Informatik, Pharmazie und Wirtschafts-
stellt: Wie bekommen wir die ‚richtigen‘ Stu- wissenschaften sowie für das Diplomstudium Für das Bachelor- und Masterstudium Psy-
dierenden in die für sie ‚richtigen‘ Studien Internationale Wirtschaftswissenschaften chologie führt die Universität Innsbruck in
und wie begeistern wir sie und sie sich für ihr weiterhin ausgesetzt. Für das Bachelor- und enger Abstimmung mit der Universität Salz-
Studium? Unser Ansatz war: Wir wollen allen Masterstudium Psychologie sowie für das burg ein österreichweit einheitliches Auf-
jungen Menschen eine Chance bieten. Deshalb Lehramtsstudium in allen Unterrichtsfächern nahmeverfahren durch: Studieninteressier-
13

te müssen sich im ersten Schritt zwischen Pandemie in abgeänderter Form angeboten. Bauingenieurwissenschaften, Geisteswis-
1. März und 15. Juli über LFU:online regis- Es besteht aus der Registrierung und Absol- senschaften, Naturwissenschaften, Rechts-
trieren und einen Kostenbeitrag von 50 Euro vierung eines Selbsterkundungsverfahrens wissenschaften, Sozial- und Wirtschafts-
bezahlen. Sollten die eingegangenen Anmel- (Online-Self-Assessment) sowie einem On- wissenschaften sowie Theologie. Mit einem
dungen bis zum Ablauf der Registrierungs- line-Zulassungstest. Das Eignungsfeststel- breiten Studienangebot, ausgezeichneten
frist die Anzahl der zur Verfügung stehenden lungsverfahren findet nur einmal im Studi- Forscherinnen und Forschern sowie einem
Studienplätze – 260 im Bachelorstudium und enjahr statt. Von 1. März 2021 ab 9 Uhr bis 12. umfassenden Weiterbildungsangebot bietet
40 im Masterstudium – überschreiten, fin- Mai 2021 bis 12 Uhr können sich angehende die Universität Innsbruck damit (Aus-)Bildung
den im August schriftliche Aufnahmeprü- Lehramts-Studierende über die Homepage auf höchstem Niveau. Die Studierenden pro-
fungen statt. Der detaillierte Ablauf, die ge- www.zulassunglehramt.at registrieren und on- fitieren in allen Ausbildungsphasen von der
nauen Termine und auch der Prüfungsstoff line das Selbsterkundungsverfahren (Career forschungsgeleiteten Lehre an der Uni Inns-
für diese Aufnahmeverfahren werden auf der Counselling for Teachers - CCT) absolvieren. bruck. Durch den Unterricht, gehalten von
Homepage der Universität Innsbruck recht- Im Anschluss daran wird ihnen ein Termin aktiven Forscherinnen und Forschern, fließen
zeitig veröffentlicht. für einen online abgehaltenen Persönlich- die neuesten Ergebnisse direkt in die Lehre
keitstest, der vor allem auf die sozialen Kom- ein. Insgesamt über 180 Aus- und Weiterbil-
Sportwissenschaftliche Studien petenzen der angehenden Lehrerinnen und dungsangebote stehen Studieninteressier-
Lehrer abzielt, zugeteilt (14. bis 18. Juni). Auch ten dabei zur Verfügung. Das Studienangebot
Studieninteressierte, die ein sportwissen- hier muss ein Kostenbeitrag von 50 Euro ge- wird laufend erweitert, um auch auf aktuelle
schaftliches Studium wie das Bachelorstudi- leistet werden. Anfang Juli wird zudem ein Ne- Anforderungen der Gesellschaft zu reagieren.
um Sportwissenschaft, das Bachelorstudium bentermin angeboten, Details dazu finden Sie So starten im Herbst 2021 die Masterstudien
Sportmanagement oder das Lehramtsstudi- zeitgerecht unter www.zulassungslehramt.at. Software Engineering, Marketing und Bran-
um Bewegung und Sport in Erwägung ziehen, Diese Regelung betrifft alle im Verbund Leh- ding sowie Strategisches Management und
müssen wie bisher am Institut für Sportwis- rerInnenbildung – WEST (http://lb-west.at) Innovation. Zudem wird das breite Fächer-
senschaften eine Ergänzungsprüfung über angebotenen Unterrichtsfächer und Spezi- angebot im gemeinsamen Lehramtsstudium
die motorisch-körperliche Eignung absolvie- alisierungen der Sekundarstufe Allgemein- um das Unterrichtsfach Ethik erweitert. Um
ren. Weitere Informationen dazu finden Sie bildung. Für die Fächer Bewegung und Sport, die in einem ordentlichen Studium erwor-
hier: www.uibk.ac.at/isw Bildnerische Erziehung, Instrumentalerzie- benen Kompetenzen zu erweitern, können
hung, Musikerziehung sowie Technisches Studierende neben dem seit zwei Jahren an-
Lehramt und Textiles Werken müssen Studieninteres- gebotenen Erweiterungsstudium in Informa-
sierte, wie bereits in vergangenen Jahren üb- tik ab dem kommenden Wintersemester auch
Auch für das gemeinsame Lehramtsstu- lich, eine Ergänzungsprüfung der körperlich- das Erweiterungsstudium Entrepreneurship
dium Sekundarstufe Allgemeinbildung der motorischen Eignung beziehungsweise über wählen. (Weitere Informationen dazu auf den
Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Edith ihr künstlerisches Können ablegen. Seiten 14/15). susanne.e.roeck@uibk.ac.at ◼
Stein, der Pädagogischen Hochschule Tirol,
der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg, Angebot am Puls der Zeit
der Universität Innsbruck und der Universität Alle Infos zum
Mozarteum Salzburg ist ein Aufnahmever- An den 16 Fakultäten der Universität Inns- Studienangebot und
fahren vor Zulassung vorgesehen. Dieses wird bruck forschen und lehren Wissenschaft- zur Anmeldung
für das Studienjahr 2021/2022 aufgrund der lerinnen und Wissenschaftler in den ver- finden Sie unter
Maßnahmen zur Eindämmung der Corona- schiedensten Bereichen der Architektur, www.uibk.ac.at/studium

So vielfältig wie die Uni-Standorte –


im Bild von links Campus Geiwi,
CCB, Sowi und Technik - ist das
Studienangebot an der Uni Innsbruck.
Fotos: Uni Innsbruck
14

Wachsendes Angebot
Die Universität Innsbruck erweitert und vertieft ihr
Studienangebot regelmäßig. Kommenden Herbst gibt
es eine Reihe neuer Möglichkeiten: Drei Masterstudien,
ein Fach im Lehramt und ein Erweiterungsstudium
stehen erstmals neu zur Wahl.

I
m Corona-Jahr 2020 konnte die Uni Inns- stetig aktualisierte Angebot an Studien – belegen und so ihren Horizont erweitern und
bruck entgegen aller Trends die Studie- auf dieser Doppelseite stellen wir die neuen zusätzliche Kompetenzen erwerben – etwa
rendenzahlen steigern – derzeit studie- Möglichkeiten im kommenden Wintersemes- in „Medienpraxis“, in dem Studierende Ra-
ren über 28.000 Menschen eines der über 180 ter ab Herbst vor. Und neben neuen Studien diosendungen und Diskussionspanels ge-
Fächer. Auch die Zahl der prüfungsaktiven und Erweiterungsstudien bietet die Universi- stalten können, oder in Bereichen wie Digital
Studierenden, jene der Absolvent*innen und tät Innsbruck auch für ihre schon angemel- Science, Nachhaltigkeit und in unterschied-
der Studienanfänger*innen konnten ge- deten Student*innen laufend Neues: Sie kön- lichen Sprach- und Kulturwissenschaften.
steigert werden. Mit ein Grund dafür ist das nen Wahlpakete aus anderen Fachrichtungen stefan.hohenwarter@uibk.ac.at ◼

Software für die Starker Unternehmergeist


Zukunft
Seit Kurzem bietet die Universität Inns- digitale Transformation etablierter Unter-
bruck zweisemestrige Erweiterungsstu- nehmen oder die Entwicklung und Ein-
Software ist heute Treiber und dien an, die Absolvent*innen von und Stu- führung von innovativen Produktneuent-
Grundlage zahlreicher gesellschaft- dierenden in Masterstudiengängen offen- wicklungen in Unternehmen zu begleiten“,
licher und wirtschaftlicher Entwick- stehen. Das Angebot wird stetig ausgebaut, erläutert Johann Füller, Professor für In-
lungen. Aufbauend auf die bereits bisher nach der Erweiterung Informatik beginnt novation und Entrepreneurship am Insti-
sehr erfolgreichen Angebote im Bereich im Herbst das neue Erweiterungsstudi- tut für Strategisches Management, Mar-
der Informatik startet an der Fakultät um Entrepreneurship an der Fakultät für keting und Tourismus: „Neben dem Start-
für Mathematik, Informatik und Phy- Betriebswirtschaft. „Die zusätzliche En- up-Programm im InnCubator, den Uni und
sik ab Herbst deshalb das neue Master- trepreneurship-Qualifikation ist nicht nur Wirtschaftskammer gemeinsam betreiben,
studium „Software Engineering“ für für das Gründen eines eigenen Start-ups schaffen wir mit dem Erweiterungsstu-
Absolvent*innen fachverwandter Ba- relevant, sondern ermöglicht es unseren dium nun eine weitere wichtige Säule zur
chelorstudien. Software-Engineering Absolventinnen und Absolventen auch, die Stärkung des Unternehmertums in Tirol.“
ist die Disziplin, die sich dem Aufbau
zuverlässiger Software-Systeme im in-
dustriellen Maßstab widmet. „Studie-
rende, die im Masterstudium einge-
schrieben sind, erweitern ihre Kennt-

Ethik unterrichten
nisse und Fähigkeiten in der Analyse,
Implementierung und dem Betrieb von
Softwaresystemen und -infrastruk-
turen der nächsten Generation“, erläu- Schüler*innen in der AHS-Oberstufe und in BMHS, die keinen Religionsunterricht be-
tert Prof. Ruth Breu, Leiterin des Insti- suchen, bekommen ab dem kommenden Schuljahr Ethikunterricht. Nicht zuletzt auf-
tuts für Informatik. Absolvent*innen grund dieser Änderung in den Lehrplänen können Lehramtsstudierende im kommenden
des Studiums können unter anderem Wintersemester neu das Unterrichtsfach Ethik belegen. „Unsere Absolventinnen und Ab-
fortschrittliche digitale Technologien solventen werden über fundierte Kenntnisse im Bereich der philosophischen Ethik verfü-
entwickeln, digitale Transformations- gen sowie in den Bereichen Didaktik der Ethik und Schulpädagogik, sie werden ihr Wis-
projekte planen und umsetzen, das Po- sen also auch professionell vermitteln können“, erläutert assoz. Prof. Marie-Luisa Frick
tenzial von Daten nutzen und sind in vom Institut für Philosophie, die die Ausbildung mit-konzipiert hat. Ethik kann ab Herbst
der Lage, Anforderungen aus Security im Lehramts-Bachelorstudium an der Universität Innsbruck regulär als eines von jeweils
und Datenschutz zu berücksichtigen. zwei notwendigen Fächern belegt werden.
15

Allein an der SOWI


starten im Herbst
drei neue Angebote.
Foto: Uni Innsbruck/Birgit Pichler

Marketing, Management und Innovation


Neben dem Erweiterungsstudium En- und unternehmerische Entscheidungen telt das Programm Wissen und Fähigkeiten
trepreneurship (siehe Kasten) führt die Fa- verantwortungsvoll treffen zu können“, zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle,
kultät für Betriebswirtschaft im Herbst erläutert Prof. Andrea Hemetsberger, Ins- zur erfolgreichen Gründung von Unterneh-
gleich zwei neue Masterstudien ein. Das titutsleiterin und Professorin für Branding men und zum Management der digitalen
neue englischsprachige Masterstudium an der Fakultät für Betriebswirtschaft. Transformation. „Die fundierte Auseinan-
„Marketing and Branding“ bietet eine „Dazu stellen sich Studierende bereits im dersetzung mit dem aktuellsten Stand des
wissenschaftlich fundierte Ausbildung im ersten Semester den Herausforderungen internationalen Managementwissens er-
Bereich Marketing, Markenführung und einer ‚company challenge‘ und schärfen gänzen wir im Studium durch eine sehr
Data Analytics, das zum Ziel hat, zusätzlich ihr Wissen durch intensiven Diskurs mit praxisnahe Ausbildung, unter anderem mit
Kompetenzen im Bereich Digitalisierung, der Praxis.“ Praxisprojekten im Rahmen eines Innova-
Nachhaltigkeit und Zukunftsorientierung tion Lab, einem Start-up-Gründungspro-
zu entwickeln. „Erfolgreiche Markenfüh- Im zweiten, ebenfalls englischspra- jekt oder einer Exkursion in ein weltweit
rung und die nachhaltige Gestaltung von chigen neuen Masterstudium „Strategic führendes Ökosystem“, erklärt Prof. Kurt
Marktleistungen erfordern analytische Management and Innovation“ werden Matzler, Professor für Strategische Un-
Fähigkeiten, Kreativität und strategische Studierende auf die Herausforderungen ternehmensführung und Leadership. Den
Weitsicht. Studierende erwerben im Master erfolgreicher Unternehmensführung in Studierenden wird ein breites Spektrum
‚Marketing and Branding‘ die Fähigkeit, Zeiten des kontinuierlichen Wandels vor- an Wahlmodulen zu Themen wie Digitali-
wissenschaftliche Kenntnisse zu nutzen, bereitet. Mit den Schwerpunkten Strategie, sierung, Nachhaltigkeit und E-Commerce
um komplexe praktische Probleme zu lösen Innovation und Entrepreneurship vermit- geboten.
16

Ab Oktober 2021 startet erstmals der


Universitätslehrgang „Kommunikation
und psychologische Gesprächsführung“.
Foto: iStock/fizkes

Ein gutes Gespräch


Ein Lächeln, eine gerunzelte Stirn oder ein skeptischer Blick – die Mimik des
Gegenübers verrät viel über den Verlauf eines Gesprächs und beeinflusst die
zwischenmenschliche Atmosphäre. Im kommenden Wintersemester startet
erstmals der berufsbegleitende Universitätslehrgang „Kommunikation und
psychologische Gesprächsführung“.

F
ür Pädagoginnen und Pädagogen, Ärz- leitet wird der Universitätslehrgang von zwei re langjährige Erfahrung aus Wissenschaft
tinnen und Ärzte, Menschen, die Kun- Professorinnen am Institut für Psychologie. und Praxis gemeinsam mit vielen weiteren
dengespräche führen, Juristinnen und Lehrenden in den Lehrgang ein und geben
Juristen, Therapeutinnen und Therapeuten, Kompetenzen entwickeln so ihr umfangreiches Wissen an die Teil-
Coaches und alle an zwischenmenschlicher nehmenden weiter. „Es gibt viele Umstände,
Kommunikation Interessierten wird diese Eva Bänninger-Huber, Expertin der Mi- in denen wir beruflich in schwierige Kom-
neue Weiterbildung im Bereich Kommunika- mik-Forschung, und Barbara Juen, fachliche munikationssituationen kommen. Im neuen
tion und Gesprächsführung sowie emotionale Leiterin der Psychosozialen Dienste im Ös- Lehrgang sollen den Teilnehmenden Kom-
Prozesse an der Uni Innsbruck angeboten. Ge- terreichischen Roten Kreuz, bringen ih- petenzen, wie die Gestaltung von Gruppen-
17

prozessen durch verbessertes Kommunika- sind. Eine umfangreiche Vorbereitung auf durchaus fragwürdige Theorien und Modelle,
tionsverhalten, selbstsicheres Auftreten, ein kommunikative Herausforderungen steht im die in Programmen gelehrt werden. Hier wol-
gutes Durchsetzungsvermögen in schwie- Zentrum des Lehrgangs. len wir mit unserer langjährigen Erfahrung
rigen Gesprächssituationen, aber auch die in Forschung und Praxis entgegenwirken und
Erhöhung der Selbstreflexionsfähigkeit und Höchste Qualität lehren auf einem wissenschaftlich basierten
damit eine Verbesserung des Umgangs mit Hintergrund“, so die Professorin für Psycho-
sich selbst und mit anderen Menschen ver- Zuhören können, Empathie zeigen, Selbst- logie. In drei Semestern erwartet die Teil-
mittelt werden“, erläutert Bänninger-Hu- reflexion zulassen, kritisches Hinterfragen nehmenden ein interaktiver und praxisnaher
ber. Grundkenntnisse der psychologischen oder Emotionen interpretieren sind nur eini- Universitätslehrgang, in dem sie viel fach-
Gesprächsführung, die Wahrnehmung des ge der Fähigkeiten, die ein erfolgreiches Ge- liches Wissen erwerben, aber auch viel über
eigenen Gesprächsverhaltens und die Ein- spräch auszeichnen. Gespräche in Krisensitu- sich selbst erfahren werden. „Lebensbildung
übung verschiedener spezifischer Ge- ationen sind für Betroffene genauso heraus- und die Unterstützung der Teilnehmenden
sprächsführungstechniken bilden die Basis fordernd wie Mitarbeiter*innengespräche, ist für uns neben den theoretischen Inhalten
für die Entwicklung guter kommunikativer Diagnosegespräche oder ein Gespräch mit besonders wichtig“, verdeutlicht Bänninger-
Fähigkeiten. „Neben diesen Schwerpunkten Kund*innen. „Die Teilnehmenden werden Huber.
sollen die Teilnehmenden auch Grundlagen- im Lehrgang lernen, in Kommunikationssi- daniela.puempel@uibk.ac.at ◼
kenntnisse der emotionalen und nonverba- tuationen auch mit Schwierigkeiten umzu-
len Kommunikation, besonders auch im Be- gehen, aber auch Führungskompetenzen zu Alle Informationen
reich der Mimik-Forschung, erwerben“, so verbessern“, erläutert Bänninger-Huber, die zum Universitätslehr-
die Expertin. Die Formen zwischenmensch- gemeinsam mit Barbara Juen ein besonderes gang „Kommunikati-
licher Kommunikation sind so vielseitig und Augenmerk auf wissenschaftlich fundierte on und psychologische
facettenreich, wie es auch Gesprächsthemen Inhalte legt. „Gerade im Bereich der interper- Gesprächsf ühr ung“
und Gesprächspartnerinnen und -partner sonellen Kommunikation gibt es zahlreiche finden Sie hier:

Universitäre Weiterbildung:
Wissenschaft praktisch anwenden

F
achliches Wissen vertie- werden mit den berufsbeglei- Summer School Lohnver- kumentation und Auswertung
fen, neue Menschen ken- tenden Formaten Mitarbeite- rechnungscamp Tirol: Eine pra- stratigraphischer Daten zu ar-
nenlernen, das berufliche rinnen und Mitarbeiter von Fir- xisorientierte Zusatzausbildung chäologischen Befunden und
Netzwerk erweitern und Neues men, Berufseinsteigerinnen und bekommen alle Interessierten Funden statt. Anmeldung bis 20.
erfahren – an der Uni Innsbruck -einsteiger, aber auch bereits im Lohnverrechnungscamp Ti- Juni 2021.
werden neben den regulären Erfahrene der jeweiligen Bran- rol. Das Camp setzt sich aus
Studien auch berufsbegleitende che. Interessierten, die Neues dem Basiscamp im Sommer und Executive Master of Business
Weiterbildungsformate angebo- wagen und ihren persönlichen dem anschließenden Praxis- Administration in Kooperation
ten. wie beruflichen Horizont erwei- camp bis Dezember zusammen. mit Schloss Hofen
Universität endet nicht mit tern wollen, stehen über 60 Uni- So wird theoretisches Wissen Das MBA-Programm bietet
dem abgeschlossenen Studium. versitätslehrgänge und -kurse im Praxisteil unmittelbar um- einen umfassenden Überblick
Sich laufend neuen Herausfor- an der Uni Innsbruck zur Ver- gesetzt. Die Teilnehmenden er- über die Managementforschung
derungen zu stellen, sich wei- fügung. Weiters bietet die uni- halten ein vertieftes Update in und -praxis, die Analyse von
ter zu entwickeln und ständig versitäre Weiterbildung durch den Bereichen Steuerrecht und Case Studies aus spannenden
Neues zu lernen, ist in unserer spezielle Qualifizierungsnetze, Arbeitsrecht, der Sozialversi- Branchen und eine Auslands-
modernen Lebenswelt notwen- gefördert von der Forschungs- cherung und Organisation in der studienwoche an der Universi-
dig. Aber auch sich verändernde förderungsgesellschaft (FFG), Lohnverrechnung. Anmeldung tät Stockholm. Die Studierenden
Interessen oder die Neu- und Unternehmen Kooperations- bis 14. Juni 2021. lernen, zeitgemäße Theorien
Umorientierung in der Berufs- möglichkeiten mit der Univer- und Konzepte anzuwenden und
welt erfordern Anpassungen sität. Über 50 Groß-, Klein- und Summer School Aguntum: auf ihre Handlungsfelder zuzu-
und die Bereitschaft, diese auch mittelständische Unternehmen In dieser neuen Summer School, schneiden. Start im Winterse-
anzunehmen. Universitäre Wei- in Westösterreich sind ab dem mit Fokus auf der Geschichte mester 2021/22.
terbildung, neben Forschung kommenden Frühjahr Teilneh- des Ostalpenraums zur Zeit der
und Lehre eine zentrale Aufga- mende in den beiden Qualifizie- Römer, erwerben die Teilneh-
be der Uni Innsbruck, trägt ei- rungsnetzen „DeNaLog – Digi- menden praktische Erfahrung in Alle Infos
nen wesentlichen Beitrag zum talisierung und eCommerce in archäologischer Ausgrabungs- zu den Angebo-
zeitgeistigen Career & Perso- einer nachhaltigen Güterlogis- arbeit sowie Fundbearbeitung. ten der univer-
nal Developement jedes Men- tik“ sowie „E-Commerce Pro- Sie lernen Dokumentations- sitären Weiter-
schen bei. Die Angebote reichen fessional“, in denen der Aus- techniken wie Zeichnung, Fo- bildung sowie
von Universitätslehrgängen und tausch zwischen Wirtschaft und tografie, Fotogrammetrie und zur Anmel-
-kursen bis hin zu Summer und Wissenschaft im Fokus steht. Im 3D-Aufnahmen. Es findet eine dung finden Sie
Winter Schools. Angesprochen Folgenden die neuen Angebote: Vertiefung des Wissens in Do- hier:
18

Dialekte liefern
Information
und Emotion
Rund 15 Jahre lang arbeitete Univ.-Prof. Manfred
Markus vom Institut für Anglistik mit einem Team
an der digitalen Erschließung des English Dialect
Dictionary von Joseph Wright. Sie wurde 2019
abgeschlossen und erlaubt nicht nur eine detaillierte
Analyse der Dialektvielfalt, sondern gibt auch Einblick
in soziale und kulturelle Entwicklungen.

E
s begann mit einem Zufall: Bei Recher- tierungen von Befunden, und zwar nicht nur
chen in der Innsbrucker Universitäts- für die Britischen Inseln, sondern weltweit.“
bibliothek „stolperte“ Manfred Markus Mit einem weiteren Projekt, EDD Online 4.0,
über das English Dialect Dictionary (EDD) für das Markus bereits um Forschungsmittel
von Joseph Wright. Dieser hatte das EDD um angesucht hat, soll die Suchsoftware weiter
1900 für die Zeit von 1700 bis 1900 erstellt. Das verbessert und ihre weltweite Nutzung ver-
Wörterbuch, mit seinen rund 4500 Seiten das stärkt beworben werden. „Die neue Versi-
größte englische Dialektwörterbuch über- on soll außerdem u. a. die empirische For-
haupt, faszinierte den Wissenschaftler vor schungsarbeit in Historischer Sprachwis-
allem wegen der Akribie, mit der es geschrie- senschaft, Computerbasierter Lexikographie
ben wurde. „Das hat mich herausgefordert und Soziolinguistik befruchten“, ergänzt der
und ich fand, dass es weiteren Kreisen zu- Wissenschaftler.
gänglich gemacht werden sollte“, erklärt der 18. und 19. Jahrhunderts und damit zur münd-
Anglist, der bis zu seiner Emeritierung 2009 Zugängig für Forschende und lichen Sprache. Ähnlich wie im deutschspra-
Englische Sprache und Ältere Englische Lite- chigen Raum traditionelle Dialekte früher
alle Interessierten
ratur an der Universität Innsbruck lehrte. eine große Rolle spielten und Basis sprach-
Das EDD Online (zu finden unter: eddon- historischer Entwicklung waren, so exis-
Online-Adaptierung des line-proj.uibk.ac.at) erlaubt Forscher*innen tierte auch das Englische, vor allem in seiner
und allen Interessierten einen Zugang zu mündlichen Form, vorwiegend in Dialekten.
English Dialect Dictionary
den Merkmalen der englischen Dialekte des Dies galt für Großbritannien insbesondere bis
In der Folge wurde das EDD in rund 15-jäh-
riger Arbeit im Rahmen von drei FWF-Pro-
jekten zwischen 2006 und 2018 digital er-
schlossen und 2019 schließlich veröffent- Zur PErsOn
licht. „Das EDD Online, an dessen digitaler
Umsetzung vor allem Mag. Andrea Krapf so- Manfred Markus, der am 15. Februar seinen 80. Geburtstag feierte,
wie Joachim Masser und Martin Köll mitbe- studierte von 1960 bis 1967 Anglistik, Germanistik, Philosophie und
teiligt waren, vermittelt nicht nur dialek- Pädagogik an den Universitäten Heidelberg, Reading und Göttingen.
talen Wortschatz, sondern Wortbildungs- Von 1981 bis 2009 war Markus Professor für Englische Sprache und
weisen, Aussprachen, Schreibvarianten, Ältere Englische Literatur an der Universität Innsbruck, an der er
Bedeutungsmerkmale, regionale und zeit- auch Vorstand des Instituts für Anglistik war. Daneben war er an
liche Zuordnungen, etymologische Hinter- zahlreichen ausländischen Universitäten als Gastprofessor tätig, u. a.
gründe und vieles mehr“, erläutert Mar- für ein Jahr an der University of Massachusetts in Amherst/USA. Zwischen 2006 und
kus und ergänzt: „Die Datenbank erlaubt 2018 leitete Markus das Drittmittelprojekt EDD Online, dessen Datenbank nun noch
auch die für eine moderne Dialektologie weiter verbessert werden soll.
erforderlichen Quantifizierungen und Kar-
19

Dialekte spiegeln nicht nur


sprachliche Vielfalt wider, sie
geben auch Einblick in die
Kultur- und Sozialgeschichte
der Region, in der sie
gesprochen werden.
Fotos: iStock/BrAt_PiKaChU; Markus

Ende des 19. Jahrhunderts – der Prozentsatz »Das English Dialect Dictionary mit der sozialen Stellung oder auch dem Bil-
derer, die mit Standard English eine „Hoch- dungsgrad des bzw. der Sprechenden zu be-
online erlaubt Forscherinnen
sprache“ nutzten, lag unter drei Prozent; gründen. Der Dialekt wird in allen Gesell-
noch heute sind es weniger als vier Prozent. und Forschern sowie allen schaftsschichten verwendet und ist in erster
Mit der Kolonialisierung hatten sich die Di- Interessierten einen Zugang zu Linie, wie Markus erklärt, räumlich und nicht
alekte zudem um den Globus verteilt. Das den Merkmalen der englischen sozial einzuordnen. „Wirklich Hochdeutsch
amerikanische Englisch etwa gilt als Produkt reden sehr viele Schweizer und Österreicher –
Dialekte des 18. und 19.
britischer Dialekte des 18. Jahrhunderts, das und in geringerer Form auch Süddeutsche –
südafrikanische und australische als Export- Jahrhunderts und damit zur nur annäherungsweise, und dies ist meist
gut des 19. Jahrhunderts. Nachvollziehbar und mündlichen Sprache.« der Förmlichkeit der Kommunikationssitua-
über Karten visualisierbar ist dies im EDD tion geschuldet.“ Was bleibe, sei fast immer
manfred markus
Online, das damit auch einen Einblick in die ein Rest von dialektaler Einfärbung, erkenn-
Kulturgeschichte der Zeit vor 1900 bietet. bar an der Aussprache der Vokale oder Kon-
oder Unterschicht) wird bedeutsamer. „Diese sonanten sowie in der Akzentstruktur, die
Verflechtung von Dialekt Verflechtung von Dialekt und Soziolekt findet die Summe der musikalischen Elemente von
sich auch im Sprachgebrauch in Deutschland“, mündlicher Sprache betreffe.
und Soziolekt
schildert Markus. Allerdings mit der Ausnah-
Was die Entwicklung der traditionellen me Süddeutschlands. „Vor allem in Bayern Dialekte wirken identitäts- und
Dialekte und ihrer Varietäten betrifft, so kam und Baden-Württemberg geht das Prestige
solidaritätsstiftend
es in den vergangenen 150 Jahren vor allem in des Dialekts weit über eine leichte dialektale
Großbritannien zu einer Überlagerung regio- Einfärbung hinaus“, betont Markus. Was auch Wie schaut nun die Zukunft der Dialekte,
naler durch soziale Sprachausprägungen. Die für die Schweiz und Österreich zutreffe. Hier nicht nur im deutschsprachigen Raum, in ei-
Prägung der Dialektsprecher durch ihre ge- sei die Verwendung ausgeprägter Dialekt- ner von Globalisierung geprägten Welt aus?
sellschaftliche Zugehörigkeit (Ober-, Mittel- merkmale, vor allem in der Aussprache, kaum » Fortsetzung auf Seite 20.
20

Verteilung von wortanlautendem stimmhaftem s


(„to say“ wurde mit [z] wie in hochdeutsch „sagen“
gesprochen). Genau erklärt wird die Innsbrucker
Website in dem soeben erschienenen neuesten
Buch von Markus: „English Dialect Dictionary
Online: A New Departure in English Dialectology“.
Cambridge: University Press, 2021.
Foto: EDD online/Markus

Wie stark sind Dialekte, wie Sprachen ge- schließlich die mündliche Sprache, obgleich

Der Vater des English


nerell, in ihrer Vielfalt gefährdet? Dialekte es auch Dialektliteratur oder allgemein Di-
sind – besonders seit etwa 100 Jahren – alekttexte gibt, die durch Verwendung sol-
starken Veränderungen unterworfen. Ins- cher Merkmale einen bestimmten Dialekt Dialect Dictionary
besondere was ihre Lautung und den Wort- signalisieren“, schildert Markus. Trotzdem
sind im Dialekt aber psychologische und Joseph Wright (1855 bis 1930) war
soziologische Grundfunktionen geblieben englischer Philologe und Dialektologe.
oder haben sich sogar noch verstärkt, auch Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen
»Trotz der Veränderungen,
weil sie identitäts- und solidaritätsstiftend auf und arbeitete bereits als Sechsjäh-
denen Dialekte insbesondere und damit quasi die Seele der Sprache sind. riger in einer Wollspinnerei. Bis zu sei-
in den vergangenen 100 Jahren Dialektsprecherinnen und -sprecher, so nem 15. Lebensjahr war er Analphabet,
unterworfen waren, sind Markus, äußern emotionale Befindlichkeit bevor er sich selbst das Lesen, Schrei-
und Gruppensolidarität. Dialektsprechende ben und Rechnen beibrachte. In ei-
psychologische und soziologische würden nicht nur Informationen vermit- ner Abendschule bildete er sich weiter,
Grundfunktionen geblieben oder teln, sondern auch sich selbst mitteilen lernte Französisch, Deutsch und auch
haben sich sogar verstärkt.« wollen – zum Beispiel die Stimmungslage Latein. Mit 21 Jahren ging er für mehrere
oder Vertrautheit. „Nach einem modernen Jahre nach Heidelberg, wo er an der dor-
Manfred Markus
Verständnis“, ergänzt Markus, „sind Dia- tigen Uni verschiedene Sprachen stu-
lekte ,beseelt‘ vom Wunsch nach Gemein- dierte und auch promovierte. In England
schaft, Vertrauen und Ehrlichkeit. Sie sind erhielt er schließlich eine außerordent-
schatz betrifft, habe es eine Annäherung gleichwohl prinzipiell offen, aber auch kri- liche Professur für komparative Philolo-
an die jeweilige Hochsprache gegeben – im tisch gegenüber den Folgen der Globalisie- gie an der Universität Oxford. Er war Au-
Englischen wie im Deutschen, betont Mar- rung, Digitalisierung und Kapitalisierung tor etlicher historischer Grammatiken,
kus. „Die klassische Definition von ,Dialekt‘ unserer Zeit.“ Um in Zukunft zu überleben, u. a. einer gotischen Grammatik. Sein
meint die Summe sprachlicher Merkmale, müssten Dialekte aber die Herausforderung bekanntestes Werk ist das EDD.
die eine Region größeren oder kleineren Zu- der Globalisierung annehmen.
schnitts charakterisieren. Das betrifft aus- christa.hofer@tt.com ◼
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Führungswechsel bei
Förderkreis und Stiftung
Sabina Kasslatter-Mur, die in den vergangenen sechs Jahren den
Förderkreis 1669 – Wissenschafft Gesellschaft und die Uni-Stiftung
aufgebaut hatte, übergab mit 1. Februar die Leitung an Uli Rubner.

S
abina Kasslatter-Mur, ehemalige Süd-
tiroler Landesrätin für Schule und Kul-
tur, möchte sich auf ein privates Pro-
jekt konzentrieren, bleibt aber der Universi-
tät als Alumna ideell verbunden. Uli Rubner,
ebenfalls Alumna der Universität Innsbruck
und auch Südtirolerin, will nach ihrer lang-
jährigen Tätigkeit in der Schweizer Medien-
branche an die gelungene Aufbauarbeit ihrer
Vorgängerin anknüpfen und den Förderkreis
und die Stiftung erfolgreich weiterentwi-
ckeln und auf eine breitere Basis stellen. „Wir
wollen verstärkt die Alumni der Universität
Innsbruck ansprechen“, erklärt die Betriebs-
wirtin und Wirtschaftsjournalistin Rub-
ner erste Zielsetzungen, die sie derzeit mit
der bewährten Mitarbeiterin Daniela Gruber
entwickelt. Sabina Kasslatter-Mur wiede-
rum bedankt sich bei Rektor Tilmann Märk
Rektor Tilmann Märk Die Ehrentafel
für sein Vertrauen und bei den Förder*innen
begrüßt Uli Rubner mit den Namen
und Stifter*innen für ihr verlässliches und
auch als seine neue der Stifter*innen
selbstloses Engagement, das auch durch die
Vorstandskollegin hängt im Foyer
Corona-Pandemie und die damit verbundene
in der Stiftung des Hauptgebäudes
schwierige Zeit nicht nachgelassen hatte.
Universität Innsbruck. der Universität
Seit der Gründung des Förderkreises der Fotos: Uni Innsbruck, Manuela Tessaro Innsbruck.
Uni Innsbruck 2015 konnten rund 170 Förde-
rinnen und Förderer, konkret 110 Privatper-
sonen und rund 60 Unternehmen mehrheit-
lich aus Nordtirol, Osttirol, Südtirol, Vorarl- chen, und damit ist es auch dieses Jahr wieder später Projekten zugutekommen soll, die zu-
berg, Liechtenstein möglich, jungen Talenten und vielverspre- kunftsweisende Ideen zum Wohle der Gesell-
und Luxemburg, für chenden Projekten eine unkomplizierte An- schaft ermöglichen. „Dank des Engagements
die Unterstützung schubfinanzierung zu geben, über die jeweils von Institutionen, Privaten und Unternehmen
philant hropischer ein Kuratorium entscheidet, das sich aus Mit- kann die Uni schneller und flexibler auf das
Projekte gewon- gliedern des Förderkreises zusammensetzt. dynamische Umfeld reagieren. Wir laden alle
nen werden. Selbst Die Stiftung wiederum wurde 2019 aus An- dazu ein, sich bei uns zu engagieren. Damit
im Pandemiejahr lass des 350-Jahr-Jubiläums der Universität leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Wett-
Sabina 2020 war die Spen- Innsbruck gegründet. Der Stiftungstopf wur- bewerbsfähigkeit und Innovationskraft von
Kasslatter-Mur denfreudigkeit trotz de durch Institutionen, Unternehmen und Wirtschaft und Gesellschaft und helfen mit,
leitete seit 2015 schwieriger Bedin- Privatpersonen alimentiert und dient dem eine Brücke in eine bessere Zukunft für alle
den Förderkreis. gungen ungebro- nachhaltigen Kapitalaufbau – Kapital, das zu bauen“, betont Rektor Tilmann Märk.

Interessiert? Werden Sie Förder*in bei 1669 – Wissenschafft Gesellschaft!


Die Mitglieder des Förderkreises unterstützen die Universität Innsbruck gemeinsam in einem Netzwerk, als Brücke in die Gesellschaft,
sowohl ideell als auch materiell. Wenn Sie mehr über den Förderkreis erfahren wollen, kontaktieren Sie uns bitte unter Tel.: 0 512/507-38 554,
E-Mail: foerderkreis1669@uibk.ac.at – weitere Infos: www.uibk.ac.at/foerderkreis1669
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Erfolgsprojekt: Gender in
Forschung und Lehre
Im Jahr 2020 feierte die Frauen*- und Geschlechterforschung an der Universität
Innsbruck gleich drei Jubiläen. Mit der Institutionalisierung und dem Ausbau
dieser Wissenschaftsperspektiven in Forschung und Lehre schafft die Universität
Innsbruck vielversprechende Rahmenbedingungen.

15 Jahre Interfakultäre Forschungsplatt-


form: Die Frauen*- und Geschlechterfor-
schung in ihrer interdisziplinären Ausrich-
tung hat an der Uni Innsbruck eine lange
Tradition. Seit über 20 Jahren werden Fragen
der Geschlechterdiskurse, -verhältnisse und
-identitäten zum Gegenstand sozialwissen-
schaftlicher Analysen gemacht. Ein wichtiger
Schritt zur Vernetzung und Stabilisierung
wurde 2008 mit der Einrichtung der Interfa-
kultären Forschungsplattform Geschlechter-
forschung: Identitäten – Diskurse – Trans-
formationen gesetzt. In diesem Rahmen sind
mehrere Forschungsgruppen tätig. Die daran
beteiligten Forscher*innen haben maßgeb-
lich zur erfolgreichen Etablierung und Wahr-
nehmung der Frauen*- und Geschlechterfor-
schung beigetragen.
10 Jahre Interfakultäres Masterstudium: Einige der zahlreichen Teilnehmer*innen beim digitalen Festakt 1–10–15.
Seit den 1980er-Jahren ist die Frauen-* und Foto: FP Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck
Geschlechterforschung auch ein fixer Be-
standteil des Lehrbetriebs an der Universi-
tät Innsbruck. Es werden regelmäßig fächer- Sozialer Wandel an der Universität Innsbruck schlechterforschung Innsbruck (CGI) aus-
übergreifende Lehrveranstaltungen zu eingerichtet. Es ist eines von drei Masterstu- gestaltet und erweitert. Mit der Etablierung
frauen- und genderspezifischen Themen dien im Bereich Gender Studies in Österreich. dieser Interfakultären Organisationsein-
angeboten, was unter anderem zur Durch- Ein Jahr CGI: Die Frauen*- und Geschlech- heit wird die Frauen*- und Geschlechterfor-
führung des erfolgreichen Wahlfachstudi- terforschung an der Universität Innsbruck schung weiter gestärkt und institutionell sta-
engangs Feministische Gesellschafts- und ist untrennbar mit der interfakultären For- bilisiert.
Kulturwissenschaften (2002 bis 2006) führte. schungsplattform Geschlechterforschung Der digitale Festakt ist noch online zu se-
Im Wintersemester 2010/11 wurde das Inter- verknüpft. 2019 wurde die Forschungs- hen unter: www.uibk.ac.at/geschlechterfor-
fakultäre Masterstudium Gender, Kultur und plattform zum Center Interdisziplinäre Ge- schung/festakt-1-10-15.html

Theologe in
Spin-off AQT ausgezeichnet Dialogkommission
D as Quanten-Spin-off Alpine Quantum
Technologies (AQT) wurde Mitte Jän-
ner mit dem Living Standards Award 2021
20 Jahre Forschung an der Universität Inns-
bruck und der Österreichischen Akademie der
Wissenschaften konnte AQT einen auf Indus-
D er Päpstliche Rat zur Förderung der Ein-
heit der Christen hat den Liturgiewissen-
schaftler Liborius Lumma vom Institut für Bi-
von Austrian Standards ausgezeichnet. Seit triestandards basierenden Quantencomputer belwissenschaften und Historische Theologie
2015 verfolgt der Preis das Ziel, den oft ver- realisieren. Der Nutzen: Der Computer benö- an der Uni Innsbruck in die neue Dialogkom-
steckten Erfolgsgeschichten rund um die tigt keine Laborbedingungen, passt in einen mission zwischen der römisch-katholischen
Entwicklung und Anwendung von Standards Wandschrank und hat den Stromverbrauch Kirche und der Gemeinschaft Evangelischer
Sichtbarkeit zu verleihen. AQT hat sich da- eines Wasserkochers. Die Technologie kann Kirchen in Europa (GEKE) berufen. Die Dia-
rauf spezialisiert, Ionenfallen-Quantencom- dank hoher Rechenleistung die Entwicklung logkommission nimmt in den kommenden
puter zu entwickeln und ist das erste Start- von neuen Medikamenten oder von Mate- Monaten auf der Grundlage eines vorange-
up in Europa, das einen Quantencomputer rialien mit geplanten Eigenschaften unter- gangenen mehrjährigen Sondierungspro-
in die Cloud bringt. Aufbauend auf mehr als stützen. zesses ihre Arbeit auf.
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Neues Archiv für Bau- Beste Diplom- und


und Kunstgeschichte Masterabschlüsse
Mit dem an der Fakultät für Architektur ge-
gründeten Archiv für Baukunst verfügte die
Universität Innsbruck schon bisher über ein
I m vergangenen Jahr wurden Philipp Neu-
ner (Masterstudium Wirtschaftsinforma-
tik; Bild oben), Magdalena Costa (Integrier-
weithin sichtbares Kompetenzzentrum für tes Diplomstudium der Rechtswissen-
die Sammlung, Dokumentation und wis- schaften; Mitte) und Philipp Rossi (Inte-
senschaftliche Bearbeitung von Materialien griertes Diplomstu-
der Architektur und Ingenieurbaukunst dium der Rechts-
mit einem Schwerpunkt auf dem zentra- w issenschaften;
len Alpenbereich mit Tirol, Südtirol und den Bild unten) für ih-
Nachbarregionen Trentino und Vorarlberg re herausragenden
seit dem 19. Jahrhundert. Dieses Archiv wird Abschlüsse von Ma-
nun um Nachlässe und Lehrsammlungen ster- und Diplom-
des Instituts für Kunstgeschichte erweitert studien an der Uni-
und neu als Archiv für Bau.Kunst.Geschich- versität Innsbruck
te zwischen der Fakultät für Architektur und ausgezeichnet. Mit
der Philosophisch-Historischen Fakultät dem Würdigungs-
Foto: Uni Innsbruck
positioniert. preis, der aus Mit-
teln der Studienför-

Ingrid Brodnig über neue


derung finanziert
wird und mit jeweils
3.000 Euro dotiert

Formen der Manipulation


ist, werden seit 1990
jährlich die 50 Bes-
ten aus insgesamt
16.000 Diplom- und

Z um Auftakt der Reihe „DiSCussion“ des


Digital Science Centers der Uni Inns-
bruck hielt die Journalistin und Autorin In-
tische Debatte wahren können. Der Vortrag
kann online noch nachgesehen werden:
www.uibk.ac.at/disc/events/
Masterabschlüssen
an allen österrei-
chischen Universi-
grid Brodnig einen Vortrag mit dem Titel täten und Fachhoch-
„Alles Fake? Über neue Formen der Mani- schulen ausgezeich-
pulation in digitalen Zeiten“. Die Journali- net. Die Vorschläge
stin und Buchautorin beschäftigt sich mit dafür kommen von
den Auswirkungen der Digitalisierung auf den Universitäten
Fotos: Neuner,
unsere Gesellschaft und wurde 2017 von und der Fachhoch-
Fotos: privat Costa, Rossi
der Bundesregierung zum Digital Champi- schulkonferenz.
on Österreichs in der EU-Kommission er-
nannt. In ihrem Vortrag gab Ingrid Brod-

Forschungsstelle
nig Einblick in verschiedene Varianten
der Manipulation im Netz und erklärte,

zu Gustav Mahler
welche Rolle die menschliche Psycholo-
gie, in Kombination mit moderner Technik
wie Algorithmen, spielt. Weitere Themen
des Vortrags waren fragwürdige Vorgän-
ge in Wahlkämpfen, gekaufte Likes und
Bots. Abschließend ging es in dem On-
G ustav Mahler hat der Musikwelt ein um-
fangreiches Werk hinterlassen, das Wis-
senschaftlerinnen und Wissenschaftler bis
line-Vortrag auch darum, wie wir uns als heute fasziniert. Der Komponist reiste immer
Gesellschaft gegen unfaire Methoden im wieder nach Toblach im Südtiroler Pustertal,
Foto: Ingo Pertramer/Brandstätter-Verlag
Internet wehren und eine faire demokra- wo er seine drei letzten großen Werke kom-
ponierte. Zur Würdigung und weiteren Erfor-
schung seines Schaffens wird in Toblach die

Winter School erstmals digital Forschungsstelle Gustav Mahler gegründet.


Die bereits vor Jahren konzipierte Idee einer
Forschungsstelle als Ort des Austausches und

V on 1. bis 12. Februar fand die bereits


zwölfte Ausgabe der Winter School on
Federalism and Governance statt, die von
diesjährige Thema befasste sich mit der
Frage, in welchem Zusammenhang Föde-
ralismus und lokale Selbstverwaltung zu-
der Diskussion für die internationale Gus-
tav-Mahler-Forschungsgemeinschaft konnte
durch eine Kooperation zwischen der Stif-
der Universität Innsbruck (Fakultät für einander stehen. Auf Grund der Pandemie tung Euregio-Kulturzentrum Gustav Mahler
Soziale und Politische Wissenschaften/ fand die Winter School zum ersten Mal di- Toblach-Dolomiten und dem Institut für Mu-
Rechtswissenschaftliche Fakultät) ge- gital statt. 35 Nachwuchsforscher*innen sikwissenschaft der Uni Innsbruck realisiert
meinsam mit der EURAC Bozen organisiert aus 22 Staaten Amerikas, Afrikas, Europas werden. Die wissenschaftliche Leitung der
wird. Wie bisher stand auch diese Ausga- und Asiens folgten zwei Wochen virtuellen Forschungsstelle liegt bei Federico Celestini
be, die dem Thema „Federalism and Local Vorlesungen, Round Tables und Seminaren und Milijana Pavlović vom Institut für Mu-
Self-Government“ gewidmet war, unter und brachten ihre eigene Expertise und Er- sikwissenschaft der Uni Innsbruck, Infra-
der Schirmherrschaft des Europarats. Das fahrungen in interaktiven Workshops ein. struktur und Verwaltung bei der Stiftung.
digital
Georg Trakl – eine virtuelle Führung Ideen, die unser Leben
verbessern
Wie sehen die Manuskripte von Ge- Archiv der Uni Innsbruck führt Eberhard
org Trakl aus? Was schrieb er selbst über Sauermann durch den Nachlass Georg „UNInteressant? – Ideen, die un-
seine Gedichte? Was heißt es, wenn er Trakls und der Autor Christoph W. Bau- ser Leben verbessern“: Unter diesem
schreibt, dass seine Gedichte „wahr“ er liest Gedichte und Briefe Trakls. Mehr Motto startete die Österreichische
sein müssen? Bei einer virtuellen Füh- unter youtube.com/uniinnsbruck oder Universitätenkonferenz (uniko) erst-
rung im Forschungsinstitut Brenner- bit.ly/trakl-fuehrung malig eine Online-Kampagne, an
der sich alle öffentlichen Unis Öster-
reichs beteiligen. Weitere Informati-
onen unter: https://uninteressant.at/

Eine virtuelle Führung am


Forschungsinstitut Brenner-Archiv Verschwörungstheorien
zeigt das Werk Georg Trakls.
Foto: Forschungsinstitut Brenner-Archiv
Dass die Corona-Krise ein idealer
Nährboden für die Entstehung von
Verschwörungstheorien ist und war,
überrascht kaum. Der Historiker Claus
Oberhauser beschäftigt sich seit Jah-
ren mit Verschwörungstheorien und
war einige Monate nach Ausbruch der

Junge Uni im Netz Passendes Studium


Corona-Pandemie zu Gast im Wis-
senschaftspodcast der Uni „Zeit für
Wissenschaft“. Hier spricht er über
Die Geheimschrift Skytale, Leben Studieninteressierte können in zunehmend gefährliche gesellschaft-
in Schnee und Eis oder urzeitliche Österreich aus mehr als 2000 Stu- liche Entwicklungen durch Verschwö-
Fossilien – das sind nur einige der diengängen wählen. Alleine an der rungstheorien und über mögliche
Themen, die die Junge Uni der Uni- Uni Innsbruck gibt es mehr als 180 „Gegenmittel“. Nachzuhören unter:
versität Innsbruck online kindge- Studienangebote, wie soll man sich www.uibk.ac.at/podcast/zeit
recht vorstellt. Unter dem Titel „Jun- da entscheiden? Der StudyTest hilft:
ge Uni im Netz“ werden Forschung Nach 15 Minuten und 72 kurzen Fra-
und Lehre an der Universität Inns- gen weiß man mehr über seine Inte-
bruck in informativen und unterhalt- ressen. Gleichzeitig erhält man ei-
samen Videos vorgestellt. ne Übersicht aller dazu passenden
Alle Videos sind hier zu finden: Studienangebote der Uni Innsbruck.
www.uibk.ac.at/jungeuni Infos: https://studytest.uibk.ac.at Alle Links finden Sie
hier: uibk.ac.at/linklist

© BfÖ 2021, Foto Privatbesitz/Reproduktion Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Christoph Probst Lecture 2021


Spielarten des „sanften“ Autoritarismus:
Wie Demokratien demokratisch ausgehöhlt werden
Referentin: Prof. Dr. Shalini Randeria
Institut für die Wissenschaften vom Menschen IWM, Wien

ONLINE-Veranstaltung
Mittwoch, 03. März 2021, 18:00 Uhr
Live-Stream: https://youtu.be/twp5ztmmBVU

Begrüßung: Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Tilmann Märk


Moderation: Univ.-Prof. Mag. Dr. Dirk Rupnow