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Grundlagen Regelungstechnik
3.1. Grundbegriffe
- System:
- physikalisches, technisches Gebilde das Eingangssignal einer
Anregung in ein Ausgangssignal (Reaktion) umformt.
- Darstellung Als Block mit Pfeilen für Signal-/Wirkungsrichtung
- Sprungantwort:
- Verhalten des Ausgangssignals nach einer
sprungartigen Änderung des Eingangssignal
(wichtigstes Experiment der Regelungstechnik)
- Regelung:
- Vorgang bei dem eine Regelgröße fortlaufend
erfasst und mit der Führungsgröße verglichen und
an Hand dessen beeinflusst wird.
- Kennzeichen für das Regeln ist der geschlossene
Wirkungsablauf bei dem sich die Regelgröße im
Regelkreis selbst beeinflusst
- Rückkopplung: Wesentliches Merkmal der Regelung ->
Rückführung von Informationen
3.2. Steuern und Regeln
- Steuerung: Die Temperatur kann gesteuert werden (viel Energie -> heiß, wenig Energie -> warm)
- Regelung: Sensor misst T und schaltet Heizung an/aus sodass vorgegebene T eingehalten wird
Manuelle Regelung/Steuerung pH
- Handsteuerung (manual control): Bediener stellt die
Pumprate der Säure/Lauge selbst ein sodass Sollwert des Automatische Regelung pH
pH gehalten wird
- Bediener gibt Sollwert vor
- Zeitweise geschlossener Wirkungsablauf
- Sollwert wird vorgegeben und
- Problem: Schlechte Reproduzierbarkeit
Regler stellt die Pumprate der
- Nicht beherrschbar durch Prozesskomplexität
Säure/Lauge selbst ein damit
- Erfordert Expertenwissen
der Sollwert gehalten wird
- Ständiger Eingriff erforderlich, falls sich pH durch - -> geschlossener
Vorgänge im Reaktor ändert (Störung)
Wirkungsablauf
- Regelkreis
3.3. Prinzip einer Regelung
- Messen: Die Regelgröße wird direkt oder indirekt gemessen
- Vergleichen: Der Wert der Regelgröße wird mit dem Wert der Führungsgröße verliehen =
Regelabweichung
- Stellen: Aus der Regelabweichung wird unter Berücksichtigung der dynamischen
Eigenschaften der Regelstrecke die Stellgröße bestimmt
3.4. Blockschaltbilder
- Regelgröße x (Istwert): Größe der Regelstrecke die mit Messrichtung gemessen wird und dem
Regler zugeführt wird, sie soll der Führungsgröße angepasst werden
- Führungsgröße w (Sollwert): Vorgegebener Wert (konstant oder zeitlich veränderbar) wird von
der Regelung nicht beeinflusst, von außen zugeführt
- Regeldifferenz e (Regelabweichung): Unterschied zwischen Führungs- und Regelgröße e= w-
x
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- Störgröße z: Größe die durch Änderung (Äußere Einflüsse) die Regelgröße beeinflusst
- Stell-/Steuergröße y: Durch sie wird Regelgröße in gewünschter Weise beeinflusst,
Ausgangsgröße der Regeleinrichtung und Eingangsgröße der Strecke
- Regelstrecke: Das zu regelnde System
- Stellglied: Gerät dass die Stellgröße erzeugt (Pumpe, Heizventil)
3.5. Aufgaben eines Reglers
- In einem dynamischen System gibt es Strecke, Regelungsstrecke
- Hier gibt es beeinflussbare Größen wie die Eingangs-, Steuer- und Stellgrößen
- Und messbare Größen wie die Ausgangs- und Regelgröße
- Die Aufgabe des Reglers ist:
- Die Regelgrößen konstant zu halten oder dass sie in einem ziemlichem Verlauf an die
Führungsgrößen angepasst werden
- Die auftretenden Störungen sollen unterdrückt werden
- => Der Regler muss so entworfen werden, dass er die Stellgröße im geregelten System
(Strecke und Regler) mit Hilfe der gemessenen Regelgröße richtig regelt
- Stabilisierung: Ausgleichen von Störungen (Konstanthaltungsproblem) hier kann es zum
Störverhalten des Reglers kommen
- Regelgröße der Führungsgröße anpassen -> hier kann es zum Folgeproblem, dem
Führungsverhalten des Reglers kommen
- Der Regler sollte Robust sein: auch bei Veränderungen des Prozesses soll die
Regelungsaufgabe noch erfüllt werden können
Integrale Gütemaße zur Bewertung einer Sprungantwort
Zweipunktregler
e= Tsoll - T
T < Tun -> Heizung wird angeschaltet
T > Tob -> Heizung wird ausgeschaltet
P-Regler
Temperaturreglung in einem Raum:
- e = Tsoll -T
- Ist e > 0 folgt: T < Tsoll -> wird TM erhöht (TM=Manteltemperatur)
- Ist e < 0 folgt: T > Tsoll -> wird TM reduziert
- y(t) = TM(t) = Kp∙e(t)+c
- Mit e(t) = t(soll)-t
- Nachteile: e ≠ 0, heißt dass auch die Kp einen abweichenden Fehler trägt
- Eigentlich müsste gelten Fab = Fzu damit e =0 somit h=h(soll)
- Aber dann würde auch gelten Fab = 0 = Fzu dann wiederum wäre e≠0
- Regelabweichung wir somit über e = y/Kp bzw Fab/Kp
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Bsp: Füllstandregelung
Füllhöhe: x= h
Stellgröße: y= Fzu
Störgröße: z= Fab (Abaluf des Wassers)
Führungsg.: w= h(soll)
Regelabw.: e= h(soll)-h
Kp = Regelverstärkungsfaktor
=> y = Kp ∙ e
Somit : Fzu = Kp ∙ (h(soll)-h)
PID-Regler
- P: Proportionalregler: Die Stärke der Reaktion ist Proportional zur
Regelabweichung (je größer e desto größer auch y)
- I: Integralregler : Die Stärke der Reaktion nimmt mit der Dauer der
Abweichung zu -> je länger die Abweichung ist desto stärker wird
geregelt -> Vollständige Störbeseitigung möglich
- D: Differentialregler: Die Geschwindigkeit der Änderung ist entscheidend
je stärker e verändert wird, desto stärker greift Regelung ein) ->
frühzeitiges einschalten der Regelabweichung mögl.
- Im Gegensatz zu P-Regler hört der PID-Regler auf zu regeln wenn der
Sollwert erreicht ist
Kp = Regelverstärkungsfaktor
TN = Nachstellzeit
TV = Vorhaltezeit
Dynamisches Regelverhalten wichtiger Regler
- P-Regler: Stellt die Regelgröße auf neunen konstanten Beharrungswert ein hinterlässt aber
eine bleibende Regelabweichung
- I-Regler: Er neigt zum Überschwingen, reget aber exakt, benötigt hierfür aber lange Zeit
- PI-Regler: Der P-Anteil verbessert die Ausregelzeiten von I sodass die die Überschwingungen
kleiner werden
- PD-Regler: Der D-Anteil führt den Übergang in sehr kurzer Zeit aus, die Regelabweichung
bleibt aber erhalten
- PID-Regler: Regiert noch schneller als PI. Die Regelfläche ist sehr klein. Der D-Anteil kann zu
unruhigem Regelverhalten führen -> Rauschen wird durch Differenziation
verstärkt
Dynamisches Führungsverhalten Dynamisches Störungsverhalten
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Analoge und Digitale Regler
- Digitale Realisierung:
- A/D und D/A Wandler verarbeiten Ein- und Ausgangssignale
- Algorithmische Beschreibung des Reglers
- Realisierung: PC, SPS, Prozessleitsystem
- Analoge Realisierung
- Verwendung analoger Bauelemente, wie Widerstände, Kondensatoren, Operationsverstärker
- Informationsverarbeitung in Echtzeit
Übertragungsverhalten von Regelstrecken
- Der Entwurf eines Reglers wird hauptsächlich vom
dynamischen Verhalten/Übertragungsverhalten der
Regelstrecke beeinflusst
- Das Übertragungsverhalten wird durch die Sprungantwort
charakterisiert
- Im Blockschaltbild wird die Sprungantwort des Blocks eingezeichnet
- Zeitliches Verhalten der Ausgangsgröße x bei Änderung der
Eingangsgröße y
- Sprungantwort: Verhalten der Ausgangsgröße nach sprungartiger
Änderung der Eingangsgröße. Lineare Systeme werden durch
Sprungantwort eindeutig charakterisiert
- Strecken mit Ausgleich streben nach sprunghafter Änderung und erreichen neuen
Stationären Endwert
- Strecken ohne Ausgleich erreichen keinen neuen GG-Zustand
Wann ist ein System linear?
- Verstärkungsprinzip muss erfüllt sein y(t) —> x(t) => c∙y(t) —> c∙x(t)
- Überlagerungprinzip muss erfüllt sein y1(t —> x1(t) + y2(t) —> x2(t) => y1(t)+y2(t) —>x1(t)+x2(t)
Lineare Übertragungsglider
P-Glied (Proportional-Glied)
- Regelgröße x ändert sich proportional mit der Stellgröße y, ohne Verzögerung
- Proportionalitätsfaktor ist Kp gilt als Streckenverstärkung, wenn Kp <1 dann schwächend
- Reine Proportionale Verhalten nur näherungsweise realisierbar, da Übertragung Zeit benötigt
- z.B. Durchflusssteuerung
- P-Gleid ist Strecke mit Ausgleich
Ventilberechnung
- kV-Wert: Volumenstrom für eine Flüssigkeit der Dichte 1kg/l bei einem Druckabfall von 1 bar
über das Ventil im m³/h
- kVS-Wert: kV-Wert bei maximal geöffnetem Ventil
- kV0-Wert: kV-Wert bei geschlossenem Ventil
- Ventil mit linearem Verhalten (Ventilstellung y) : kV = kV0 + y ∙ (kVS-kV0)
- Ventil mit gleichprozentigem Verhalten: kV = kV0 ∙ ea∙y mit a = ln (kVS/kV0)
- => F = kV ∙ √∆p/p
PT1-Glied Verzögerung 1.Ordnung
- bei sprungartiger Änderung der Eingangsgröße ändert sich die Ausgangsgröße zeitversetzt
- PT1-Glied ist Strecke mit Ausgleich
- Energiebilanz
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