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BERTOLD BRECHT UND DAS EPISCHE THEATER

Bertolt Eugen Friedrich Brecht, geboren 1898 in Augsburg als Sohn eine Augsburger
Fabrikdirektors, gestorben 1956 in Berlin.

 mit 24 Gedicht „Vom armen B. B.“


 „erste Schaffensperiode“ vom Expressionismus beeinflusst
 „Vom armen B.B.“ – Anklage der bürgerlichen Gesellschaft
 Brecht drück seine Hoffnungslosigkeit und Fragwürdigkeit der Zukunft aus
 Brecht hat eine negative Haltung gegenüber seiner Zeit und Gesellschaft

„Vom armen B.B.“

 steht zwischen Vers- und Prosaform


 viele Bildvorstellungen

Brechts lyrische Formen (Ballade, Bänkelsang, Chor, Song) werden als Gebrauchslyrik
bezeichnet.

1917 entstehen die ersten Dramen

 Baal (1917/18)
 Trommeln in der Nacht (1919)
 Im Dickicht der Städte (1923)
 Mann ist Mann (1925/26)

Diese Texte beschreiben die Vereinsamung und Hoffnungslosigkeit der Menschen nach dem
ersten Weltkrieg.

Ab 1926 beschäftigt sich Brecht mit der marxistischen Ideologie. Das leitet die „zweite
Schaffensperiode“ ein. In dieser Periode behandelt er das Thema „Kampf gegen
gesellschaftlich-politische Zustände auf der Grundlage von marxistischer Gedanken.

EPISCHES THEATER

Opern

 Dreigroschenoper (1928)
 Aufstieg und Fall (1927/30)

beide in Zusammenarbeit mit Kurt Weill.

 Jasager und Neinsager (1929/30)


 Die Maßnahme (1930)
 Die Ausnahme und die Regel (1930)

hier probiert Brecht neue dramatische Mittel, die später von ihm mit dem Schlagwort
„Episches Theater“ zusammengefasst wurden.

Dreigroschenoper

 Auftragsarbeit
 bringt Brecht literarischen Ruhm
 Musik von Kurt Weills
 1932 schreibt er die Oper in Prosaform um

Theorie und Praxis des epischen Theaters

Episches Theater bezeichnet dramatische Werke und eine Inszenierungspraxis am Theater.


1926 beginnt Brecht, die ersten Grundsätze des epischen Theaters zu formulieren.
Wichtigstes Anliegen: die Aktivierung der passiven Theaterzuschauer.

(Traditionelle) Dramatische Form des Epische Form des Theaters


Theaters

Die Bühne verkörpert einen Vorgang sie erzählt einen Vorgang


verwickelt den Zuschauer in eine Aktion und macht ihn zum Betrachter, aber weckt seine
verbraucht seine Aktivität Aktivität
ermöglicht Gefühle erzwingt von ihm Entscheidungen
vermittelt Erlebnisse vermittelt Kenntnisse
Zuschauer wird in eine Handlung
er wird ihr gegenübergesetzt
hineinversetzt
wird mit Suggestion gearbeitet wird mit Argumenten gearbeitet
Spannung auf den Ausgang Spannung auf den Gang
Eine Szene für die andere jede Szene für sich
linear in Kurven
die Welt wie sie ist die Welt wie sie wird
was der Mensch soll was der Mensch muss
das gesellschaftliche Sein bestimmt das
das Denken bestimmt das Sein
Denken

Nach der Meinung Brechts reagieren Zuschauer des dramatischen Theaters anders als die
des epischen.

Zuschauer des dramatischen: Ja, das habe ich auch schon gefühlt
So bin ich.
Das ist natürlich
Das wird immer so sein.

Zuschauer des epischen: Das hätte ich nicht gedacht.


So darf man das nicht machen.
Das ist höchst auffällig, fast nicht zu glauben.
Das muss aufhören.

Der dramatischen Theorie entspricht die Verfremdungstechnik, d.h. alltägliche Situationen


werden auf eine alternative und ungewohnte Weise dargestellt. Die Wirklichkeit wird
„verfremdet“. Dadurch soll der Zuschauer zum kritischen Denken angeregt werden. Der
Zuschauer verwandelt sich in einen „Mit-Fabulierer“ (daher auch: episches Theater).

Verfremdungseffekte

VE sind das Zusammenspiel von textinternen, dramaturgischen, schauspielerischen und


bühnentechnischen Effekten. Sie sollen eine emotionale Verwicklung des Zuschauers
verhindern, jedoch eine kritische Betrachtung der Thematik hervorrufen.
Zu den Effekten zählen:

 Anrede des Publikums durch einen Erzähler


 Eingeschobene Lieder, Songs oder Zitate
 Prologe oder Projektionen von Überschriften
 Selbsteinführung von Personen
 Sichtbare Bühnentechnik
 Einsatz von Medien (Film, Rundfunk)

In vielen Stücken von Brecht, wie zB in Mutter Courage, sind als Mittel der Verfremdung
Songs eingestreut. Diese sollen sich ans Publikum wenden. Sie sollen die Zuschauer aus der
Handlung herausreißen und zu einer kritischen Betrachtung des Vorgeführten führen.