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TIM-Qualitätsmanagement Referat: „Messskalen“

Maier Johannes Matr. Nr: 0130767

Messskalen für qualitative und quantitative Merkmale

Einleitung

Qualtitätsmanagement wäre nur schwer möglich ohne der statistischen Erhebung von Eigenschaften einzelner Einheiten. Wichtige Kenngrößen, wie zum Beispiel Fehlerquoten könnten nicht ohne Statistiken veranschaulicht werden. Die Erhebung und Analyse von Eigenschaften (Merkmalen) gehört zu den Grundlagen des Qualitätsmanagements. Generell unterscheidet man qualtitative von quantitativen Merkmalen, die man mit Hilfe von vier verschiedenen Skalen auflisten kann. Man unterscheidet topologische Skalen (Nominal- und Ordinalskala), und Kardinalskalen (Kardinal- und Verhältnisskala).

Merkmale

Der Begriff Merkmal wird von der DIN 55350 wie folgt definiert:

„Merkmale sind als Eigenschaften zu verstehen, die das Unterscheiden von Einheiten (Produkte, Tätigkeiten oder Prozesse) auch innerhalb einer Grundgesamtheit ermöglicht.“ Hauptsächlich werden Merkmale danach unterschieden, ob sie ein (numerisches) Ausmaß (= quantitatives Merkmal), oder ein qualitatives Ausmaß (= qualitatives Merkmal) beschreiben. Nach dem Messen bestimmter Eigenschaften werden den einzelnen Einheiten (Merkmalsträgern) Zahlen, Ränge oder Schlüsselnummern zugewiesen, um anschließend einen Vergleich oder eine Beurteilung mit Hilfe der jeweiligen Skala zu ermöglichen.

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Qualitative Merkmale

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Bei qualitativen Merkmalen wird immer eine Qualitätsstufe beschrieben. Die Merkmale sind also ohne definierte Abstände auf einer Skala angeordnet. Skalen die sich für die Darstellung qualitativer Ausprägungen eignen sind alle topologischen Skalen. Mit der Nominalskala werden ausschließlich Merkmale ohne „Wertung“ (Attribute) darstellt. Beispiele wären Farben, Geschlecht, Staatsangehörigkeit etc. Mit der Ordinalskala können bereits Aussagen über die Reihung der Merkmale (zB Schulnoten) gemacht werden – jedoch ohne einen definierten Abstand zwischen den Merkmalen. Beispiele hierzu wären: Gut, mittel, schlecht; Kalt, warm, heiß. Zulässige Maßzahlen die eine Interpretation der zu Grunde liegenden Daten erleichtern sind:

Häufigkeiten (relative sowie absolute) Modalwert (Wert der in der Grundgesamtheit am öftesten vorkommt)

Quantitative Merkmale

Quantitative Merkmale werden einer Skala mit definierten Abständen zugeordnet. Die verwendeten Skalen heißen metrische Skala oder Kardinalskala. Sind auf der Skala nur die Abstände definiert spricht man von einer Intervallskala. Sind zusätzlich zu den Abständen auch Verhältnisse definiert handelt es sich um eine Verhältnisskala. Quantitative Merkmale werden weiters aufgeteilt in diskrete und stetige Merkmale.

Diskrete Merkmale

Dem diskreten Merkmalstyp werden abzählbare Merkmalsausprägungen zugewiesen. Diskrete Merkmale haben also einen endlichen Wertebereich. Beispielsweise wäre die Anzahlen der inskribierten BWL Studenten und JUS Studenten im Wintersemester 2005 diskrete Merkmale.

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Stetige Merkmale

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Bei stetigen (kontinuierlichen) Merkmalen ist der Wertebereich unendlich. Ein stetiges Merkmal kann theoretisch jeden Wert aus einem Intervall annehmen Klassische Beispiele: Zeigerstellungen einer Uhr, Körpergröße, usw.

Quasi-stetige Merkmale

Quasi-stetige Merkmale sind eigentlich diskrete Merkmale die aber aufgrund ihrer feinen Abstufung wie stetige Merkmalen behandelt werden können.

Übersicht:

diskrete Merkmale die aber aufgrund ihrer feinen Abstufung wie stetige Merkmalen behandelt werden können. Übersicht: 3

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Skalenniveaus

Das Skalenniveau bestimmt:

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Welche Information das entsprechende Merkmal liefert bzw. welche Interpretationen die Ausprägungen des entsprechenden Merkmals zulassen. Sämtliche mathematischen Operationen, die mit einer entsprechend skaltierten Variablen zulässig sind.

Die wichtigsten Skalenniveaus sind:

Nominalskala

Ordinalskala

Kardinalskala

Verhältnisskala

Nominalskala Bei der Nominalskala wird der untersuchten Einheit für das entsprechende Merkmal genau ein Name zugeordnet. Beispiele:

Merkmal

Name/Attribut

Farbe

Rot, gelb, grün

Geschlecht

Weiblich, männlich

Beruf

Tischler, Chirurg, Lehrer

Die jeweiligen Kategorien müssen genau definiert sein und sich gegenseitig ausschließen. Es ist nicht möglich nominale Ausprägungen in eine Reihenfolge zu bringen. zB: Rot ist nicht „besser“ als gelb. Die einzige zulässige mathematische Operation ist das Zählen – also das Feststellen von relativen und absoluten Häufigkeiten.

Ordinalskala Diese Skala ist die erste bei der es zulässig ist die jeweiligen Ausprägungen in eine Rangreihe zu bringen. Allerdings können noch keine Angaben über den Abstand (Differenz) zwischen den Messwerten gemacht werden. Deshalb werden die Werte auf einer Ordinalskala oft als Ränge bezeichnet.

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Beispiele:

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Merkmal

Kategorie/Rang

Klausurnote

1, 2, 3, 4, 5

Haushaltseinkommen

hoch, mittel, niedrig

Lehrveranstaltungsevaluierung

wenig zufrieden, zufrieden, sehr zufrieden

Auch hier sind – bis auf das Zählen – keine mathematischen Operationen sinnvoll, da es sich nur um Kategorien handelt und nicht um numerisch auswertbare Daten.

Kardinalskala

Die Kardinal- oder auch Intervallskala ist die nächstpräzisere Skala nach der Ordinalskala. Anhand der Intervallskala lassen sich bereits Aussagen bezüglich der exakten Abstände zweier Messwerte machen. Für Intervallskalen existiert allerdings kein natürlicher Nullpunkt. Sämtliche Nullpunkte sind willkürlich gewählt (zB. 0° auf der Celsius-Temperaturskala). Ein natürlicher Nullpunkt wäre hingegen der der Kelvin-Temperaturskala, weil es darunter keinen Wert mehr gibt.

Beispiele: Temperatur in Celsius-Graden, Intelligenzquotient

Zusätzlich zu den Größenvergleichen der Ordinalskala sind Summen und Differenzen aus intervallskalierten Merkmalen sinnvoll, da die Abstände ja exakt bestimmt sind. Auch Durchschnittswerte lassen sich dadurch berechnen. Lediglich die Multiplikation ist aufgrund des willkürlichen Nullpunktes nicht sinnvoll! Beispiel:

Angenommen es hatte gestern 5°C und heute 15°C. Die Aussage, dass es heute um 10°C wärmer ist, ist korrekt. Falsch wäre jedoch die Behauptung, dass es heute dreimal so warm ist wie gestern. Besonders deutlich wird dies wenn man die Celsius-Grade in Kelvin umwandelt.

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Verhältnisskala (Ratioskala)

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Von allen hier betrachteten Skalen ist die Verhältnisskala die mit dem höchsten Messniveau. Die Zahlen die die Merkmalsausprägungen repräsentieren stehen im selben Verhältnis zueinander wie die Merkmalsausprägungen selbst. Zusätzlich zu sämtliche Eigenschaften von intervallskalieren Merkmalen haben verhältnisskalierte Merkmale einen „natürlichen“ Nullpunkt. Beispielsweise wären Entfernungsangaben, oder Zeitmessungen in Sekunden verhältnisskaliert. Der natürliche Nullpunkt wäre bei Entfernungsangaben 0 Meter, also keine Entfernung. Weiters spielt es keine Rolle ob man die Entfernungen in m oder km angibt, solange auf das Verhältnis (1:1000) geachtet wird.

Als möglche Operationen haben wir hier:

Vergleiche auf Identität Größenvergleiche Addition, Subtraktion Multiplikation, Division

Zusammenfassung

Skala

Eigenschaften

Beispiel

Nominalskala

Keine Rangordnung, nur Namen bzw Attribut

Farben; Jahreszeiten; Beruf

Ordinalskala

Bereits Rangordnung, jedoch ohne def. Abstände

Schulnoten;

Zufriedenheitsgrade

Kardinalskala

(Intervallskala)

Ränge mit definiertem Abstand

Celsius-Grade

Verhältnisskala

Ränge mit def. Abständen und einem natürlichen Nullpunkt

Kelvin-Grade

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Literatur DIN 55350 Teil 12

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Vorbach, Stefan; Skriptum Qualitätsmanagement; 6., überarbeitete Auflage; 2005; Graz

Bamberg, Günter; Statistik; 11., überarbeitete Auflage; 2001 München; Wien:Oldenburg

Verwendete Internetquellen

http://www.ma.uni-heidelberg.de/inst/biom/lexikon/data/s003.html

de.wikipedia.org/wiki/Skalenniveau

http://www.psychonomics.de/article/mafoalmanach/almanach.php?suchbegriff=INTERVALLSKALA

lims.uni-duisburg.de/Lehre/ Material/Statistik/Klausur_Loesg_03_04.pdf

www.wissen.de