Sie sind auf Seite 1von 69
· Andr.o'niJios von Rhodos. I. Teil : Das Leben des Andronikos und seine Anordnung der

·Andr.o'niJios von Rhodos.

· Andr.o'niJios von Rhodos. I. Teil : Das Leben des Andronikos und seine Anordnung der aristotelischen
· Andr.o'niJios von Rhodos. I. Teil : Das Leben des Andronikos und seine Anordnung der aristotelischen

I. Teil :

Das Leben des Andronikos und seine Anordnung der aristotelischen Schriften.

Von

Dr. Fl'ie(ll'ich Littig.

' -

Programm

des

Königlichen Max imilian s ·Gymnasiums

für das Studienjahr 1889/90.

I

I AV 60000 '

M948

1890

k a

MÜNCHEN

Bu c h dru c k e r e i

l e mi sc h e

vo n

F. Str a ub

1890.

JJ tI DO ~ ~I'

/J

/J UBEI027105207557 Vorwort. 'l'rotz der allgemein anerkannten Bedeutung des Andronikos von Rhodos nicht nur fUr

UBEI027105207557

/J UBEI027105207557 Vorwort. 'l'rotz der allgemein anerkannten Bedeutung des Andronikos von Rhodos nicht nur fUr
/J UBEI027105207557 Vorwort. 'l'rotz der allgemein anerkannten Bedeutung des Andronikos von Rhodos nicht nur fUr

Vorwort.

'l'rotz der allgemein anerkannten Bedeutung des Andronikos von Rhodos nicht nur fUr das Wiederaufblühen der perigatetischen Schule, sondern noch weit mehr für die Anordnung und Ueber- lieferung der aristotelischen Schriften ist es bisher noch nicht unternommen worden, ein Bild von seinem Leben und Wirken zu geben. Vorliegendes Schriftchen möchte als Vorarbeit gelten für die von mir unternommene Sammlung der Fragmente des Andronikos, woran sich eine Darstellung seiner Ansichten, und der von seinen Anhängern und Gegnern vertretenen Meinungen schliessen soll. Zugleich wollen die folgenden Ausführungen ein kleiner Beitrag zur Geschichte der aristotelischen Schriften sein. Für die Gestaltung des aristotelischen Textes die Fol- gerungen zu ziehen, habe ich mir einstweilen versagt. Für Anhang I bin ich Herrn Professor Dr. August Müller in Halle zu warmem Danke verpflichtet, dessen Beifall mich ermutigte, auf dem für die Bearbeitung des arabischen Ver- zeichnisses eingeschlagenen Wege zu beharren. Wenn Anhang II einiges Neue bietet, so ist dies vor allem das Verdienst von Herrn Professor Dr. Hermann Diels in Berlin, der mich in liebenswürdigster Weise auf den unge- druckten Kommentar des Olympiodor aufmerksam machte und mir auch bezüglich der handschriftlichen Varianten der übrigen Erklärer empfahl, mich an Herrn Dr. Adolf Busse zu wenden, der im Auftrage der K. Akademie zu Berlin an der Herausgabe der Kommentare von Ammonios und David arbeitet. Auf meine Bitte erklärte sich Herr Dr. Busse sofort zur Erfüllung meiner Wünsche bereit. Schon nach wenigen Tagen

I!

IV

trafen die handschriftlichen Varianten zu den in Betracht kom- menden Abschnitten der griechischen Erklärer, sowie die Ab- schrift des im Anhang II zum ersten Male veröffentlichten Stücks aus Olympiodor ein. Seine höchst schätzenswerten text- kritischen Bemerkungen zu Olympiodor wurden dankbar benützt und gewissenhaft vermerkt. Es drängt mich, auch an dieser Stelle Herrn Busse meinen aufrichtigen Dank auszusprechen. Der reiche Besitz der K. Hof- und Staatsbibliothek in München und die so oft erprobte, allgemein anerkannte Libera- lität des Direktoriums und der Beamten derselben kamen auch mir, namentlich bei der Rezension des Anhangs sehr zu statten.

Ich kann nicht schliessen , ohne des freundlichen Anteils zu gedenken, den Herr Professor Dr.Wilhelm von Christ , mein hochverehrter Lehrer, seit Jahren an meinen Studien genommen hat. Auch bei Abfassung dieser Arbeit hat er mich

durch seinen

Wink zu innigem Danke verpflichtet.

stets gern

erteilten Rat und manchen

wertvollen

1. Das Leben des Andronikos.

Strabon gibt in seiner Erdbeschreibung XIV p. 655 (2, 13) folgende Zusammenstellung der berühmten Männer, die der Insel Rhodos entstammten oder hier ihre Thätigkeit entfalteten:

Al!Oeer; o'syil!ol!cO fll!~fll)r; a~LOl ffoUoi aTeaT'YjAc,z-at Te xai d:tAr;TaL, (j~l! etat xai 01 llal!aLTLov TOV eplAoaopov ffeOYOl!Ot' TWl! OE 7coAtUX(Vl! xai '[(Vl! neei Aoyovr; xai plAoaoepLal! Ö Te IIal!ai-

Xat LLl!UeOVlXOr; 0 EX TWl! ffeelffCiUUl!

'Kai Aewl!lol)r; 6 acwlXOr;, {Tl OE ffeOTeeOl! lIeCt~lp0l!r;r; xat 'Ieew- l!VflOr; xai Evor;,uor;. TIoa€lOWl!tOr; 0' snoAtTeVaaTO flEl! Sl! 'POO(P

TtOr; aVTOr; xat

)\

\~

,-

ceacox/l,Yjr;

\)A

1'

,

c,,

,

Xat ('aopwTEVael!, "7l! u /J.nafleVr; EX T'I'/r; ~vewr;, xava7ree xat !AnoUWl!tOr; 6 flalaxor; xai MOAWl!, ~aal! 0' !AAa{Jal!Oelr;. Iv.le- l!ex).,iovr; fla:tr;raL TOV ~~TOeor;

Wahrlich, eine ganze Reihe berühmter Namen hat das alte Emporium der Levante aufzuweisen! Die Philosophie ist be- sonders glänzend vertreten. Aus früherer Zeit wird uns Eude- mos genannt, der Schüler des Aristoteles, welcher die Philosophie des Peripatos nach Rhodos verpflanzte; 1) etwas jünger sind Praxi- phanes und Hieronymos, welche ebenfalls der peripatetischen Schule angehörten. Allein diese Philosophen treten bei Strabon zurück; voran- gestellt sind Angehörige einer späteren Zeit, an ihrer Spitze der Stoiker Panaitios. Dieser hervorragende Philosoph wirkte aller- dings hauptsächlich in Rom und Athen, aber auch auf die wissen-

\),

l"

.!',) A

\

')

~,

0.

I

,

1) Vgl. Zeller,

S.

869 A.

4.

Philosophie

der

Griechen

II

2

(3.

Auflage 1879)

1

2

'-

schaftlichen Bestrebungen seiner Mitbtirger scheint er nicht ohne Einfluss gewesen zu sein. Denn der von Strabon unmittelbar nach ihm genannte Stratokles aus Rhodos ist sein Schüler ge-

die Tradition der stoischen Schule in

seiner Vaterstadt erhalten bis zu der Blüte der philosophischen Studien, welche mit dem Auftreten des Poseidonios aus Apltmeia zusammenfällt. Die Zeitströmung ging damals auf eine Ver- söhnung, einen Ausgleich zwischen den bisher sich hart be- kämpfenden Systemen. Schon Panaitios hatte, nach Windel- bands treffendem Ausdruck, 2) "durch Abschwächung der Härten der ursprtinglichen Lehre und durch Akkommodation an die anderen grossen Systeme, sowie durch gewandte und geschmackvolle Darstellung den Stoizismus zu einer Art von Philosophie der allgemeinen Bildung für das römische Weltreich umgestaltet." Auf dieser Bahn schritt Poseidonios vorwärts j er war nicht nur bestrebt, die Grundsätze der stoischen Ethik in sorgfältig ausgearbeiteten, schwungvollen Vorträgen seinen Zuhörern darzubieten, sehr im Gegensatze zu der schmucklosen Redeweise eines Zenon und Chrysippos, sondern er erklärte auch geradezu die von den Stoikern sonst verschmähte Beschäftigung mit den Naturwissenschaften, mit Geographie und Mathematik als wesentliche Bildungsmittel. Ebenso beschäftigte er sich ein- gehend mit den Schriften des Aristoteles 3) und des Platon. So erblicken wir in ihm weniger den Vertreter des stoischen Systems,

wesen j 1) vielleicht hat er

1) Zeller,

Ph.

d.

Gr. III

1 (3. Auflage 1880)

S. 569

A.

1.

2)

S.292.

Müll e r s Handbuch der klassischen Altertumswissenschaft V 1 B.

3) Vgl.

Strabon

II 3,

sicht des Poseidonios

über

wo

die Einteilung

8

S.

104,

er die

der Erde

Besprechung der An-

ab-

in Zonen u.

a.

bricht mit folgenden Worten: t'OaaVTa "at :n:eor; IIoaet(jw'PlOv' :n:oUa rae lv 'wi, "al}' l"aaTa 1:vrxu'PSt 'lfjr; :n:eoar;"ovar;r; (jtahr;,. öaa rswreatp'''u' öaa (je tpvat"W7:Bea. l:n:ta"s:n:'lio'P l'P äUot, 17 ov(je 'Peo'Pnado'P. IIo;'v rue tau

-';0

al-rtoAo')'lXOV :;rar/' alJ7;cjj uai 'lO &.(]l(J-ro7:eÄ.[~ov, ÖJES(! exxÄlvovatv o[ f;ße-cee ot

Dass Posei-

1 nach.

Er schrieb auch zum Timäos des Platon einen Kommentar, vgl. Zeller

(d.

donios den {\!'.istoteles

h.

die strengen Stoiker)

bla 'l~'P l:n:{"ev'IjJl'P 1:(0'11 aluW'P. -

weist Zell er

III

1

S.

578,

benutzte,

A.

a.

O.

578, A.

4.

3

als vielmehr einen einsichtsvollen Gelehrten, der über die Schran- ken der Schule hinaus nach umfassender Bildung strebte - wie er ja auch nO),Vf1.a{}E(]r;a'Co~ genannt wird -, und während

auch seine Schtiler auf freiere

Bahnen wies. So verlockend es aber auch sein mag, Andro- nikos von Rhodos in Beziehung zu Poseidonios zu setzen, dessen jtingerer Zeitgenosse er war und den er als einen in seiner Vater- stadt hochgeehrten und weitberühmten Lehrer kannte, so wagen

wir doch nicht, dieser Vermutung nachzugehen. Denn die Hin- gabe an das Studium des Aristoteles ist bei einem Peripatetiker doch etwas Selbstverständliches, und auch der Einfluss stoischer Lehren auf Andronikos 2) ist jedenfalls nicht gross genug, um darauf weitere Schlüsse bauen zu können. Im Gegenteil ist es nicht minder wahrscheinlich, dass die alte Anhänglichkeit rhodischer Geschlechter an die peripatetische Schule - ausser den Obengenannten sei noch an Boethos, den Bruder des Eudemos, und seinen Sohn Pasikles erinnert -- den Andronikos veranlasste, schon früh dem Hauptsitze der Schule sich zuzuwenden. Die peripatetische Schule zu Athen war allerdings im An- fanO' des letzten Jahrhunderts v. Chr. nicht gerade in beneidens- werter Lage. Athenäos 3) hat uns ein Bruchsttick des Posel- donios überliefert, welches ausführlich - allerdings nicht ohne Ironie, mit entschiedener Parteinahme für Rom - vom Auf- treten des Athenion berichtet, der als der nattirliche Sohn des Peripatetikers Athenion ebenfalls dieser Richtung folgte. Es war ihm gelungen, Athen zum Anschluss an Mithridates zu

eines langjährigen

Wirkens 1)

"

.

1) Er lebte von 128-45 Y. Chr., vgl. Christ, griech. Litt.-Gesch. § 367 S. 4301, S. 485 2 und die daselbst A. 3 (2) angef. Werke gegen Zeller III 1 S. 572 A. 3.

Vgl. Prantl, Gesch. d. Logik I S. 537; Zeller III 1 S. 623

A.l (zu letzterem vgl. Siebeck, Geschichte der Psychologie 12, Gotha

1884 S. 166).

V. 211 d ff. (fragm. hist, Graec. 1II 266). Plut. Sulla (12., 14.,

23. Kap.) hat den Namen Aristion. Gegenüber der Autorität des Posei- donios werden wir annehmen müssen, dass Plutarch den Namen ver- wechselt hat, umsomehr, da er ihn nur beiläufig erwähnt.

2)

3)

1*

11

4

verleiten; bald machte er sich sogar zum Herrn von Athen, bis Sullas siegreiches Vorgehen seinen Untergang herbeiführte, in den auch der bekannte Tejer Apellikon, eben infolge seiner Zugehörigkeit zur peripatetischen Schule, 1) verstrickt wurde. Wir dürfen wohl annehmen, dass die übrigen Peripatetiker in Athen fortan alle Ursache hatten sich ruhig im Hintergrunde zu halten. Wirklich nennt auch Cicero, der im Jahre 78 v. Chr. in Athen sich aufhielt und seiner eklektischen Richtung gemäss mit Vertretern verschiedener Systeme umging, keinen einzigen Peripatetiker unter den ihm bekannten Philosophen, welche da- mals dort wirkten. 2 ) Nicht einmal der Name des Schulhauptes zu damaliger Zeit ist uns überliefert. Wahrscheinlich aber ist es, dass Andronikos jetzt in aller Stille Vorstand der Schule geworden war. Denn dass sein Wirken in diese Zeit fällt, geht aus den unten abgedruckten Angaben des Strabon und Plutarch unzwei- dentig hervor. Bei Ammonios,3) David dem Armenier 4) und bei einem anonymen Erklärer der Schrift 77:c(!t E(!f-lfjVclar; 5) wird übereinstimmend Andronikos als der elfte Scholarch der Peripa- tetiker bezeichnet, wobei allerdings das Schwanken im Ausdruck uns darüber im unklaren lässt, ob Aristoteles dabei mitgezählt ist oder nicht. Leider ist auch die Reihe der Schulvorstände seit Aristoteles nur unvollständig überliefert, so dass wir weder über den unmittelbaren Vorgänger des Andronikos, noch über den Zeitpunkt der Uebernahme des Scholarchates etwas Sicheres behaupten können.

1) Poseidon. bei Athen. V 214 e:

avyeney(!acpSTo u[J 'A{}YjY{WY,

rh<;

(J~

dno 7:fj<; afl7:fj<; at(!BaEw<; OYU.

unten!

Ueber das Schicksal seiner Bibliothek siehe

2) Vgl.

3) Vgl. Brandis, schol. in Aristot. 97a 19: J!y(J8xa'CO<; 1)Y dno 'COV

Zeller III

1

S.

649.

(Joxo<;;

24 a

20:

0 'COv'COv (des Aristoteles)

J!y(J8xa7:o<;

yeyowyo<; (J,a-

42:

0 ey(J8xa'CO<; b,a(Joxo<;

7:ij<; 'A(!ta'COdloV!;

axolij<;.

5) ibid:94a 22:

0 leyowyo<; ey(J8xa'CO<; b,aboxo<; 'Ci}<; 'A(!,a'C07:EÄov<; bta-

7:(!'ßfj<;·

11 ,

1,1

li

11 'A(!ta'COdloV!;.

4) ibid.

25 b

I

I,

I'

5

Beachtenswert erscheint der Widerspruch, den die Notiz in dem Kommentar des Ammonios zu anal. pr. I ) enthält, wo

Boethos, der Schüler des Andronikos, als der elfte Schulvorstand bezeichnet wird. Der Umstand, dass an dieser Stelle dem Boe- thos der Platz, der sonst dem Andronikos eignet, und nicht als

mutmasslichem

wird führt zu ernsten Bedenken. Da

Boethos noch zweimal in gleicher Sache genannt wird, so ist eine Verwechselung des Schülers mit dem Meister nicht wohl anzunehmen. Vielleicht ist die Zahl verschrieben und statt EVOEXa'fOr; OWOEXa'fOr; zu lesen, so dass alles in Einklang stünde,

Nachfolger seines Lehrers 2 ) der zwölfte gegeben

gleich im folgenden

gefunden wäre. 3 )

und sogar bereits der Nachfolger

Erwiesen ist jedenfalls das Scholarchat des Andronikos. Er war für diesen Platz der rechte Mann, das erweist das Wiederaufblühen der Schule. Dass er aber gerade zu einer Zeit, wo die peripatetische Schule in so schlimmer ~age war, die Führung übernahm, ist das Zeichen eines tüchtIgen Cha-

rakters.

seiner

Persönlichkeit führen wir das folgende Zeugnis des Galenos an: 4)

Als

einen

weiteren

Beitrag

zur

Charakterisierung

, CI

,CI')

'), ')

:J

AVO(!OVIXOV Oe 'fdv nc(!/'lw'f1)uxov, ou f-lEV OIlWr; c'follf-l1)acv Ct7fO-

mr,vaa.:Jm J' 'f~V ovaiav 'fijr; l/Jvxijr; u~r; EAcMfc(!or; &v~(! OVCV 'fOV

1Tc(!lnUXclv &aacpwr;, enwvlu 'fc 1WVV xat anoucXof-lal 'l:'Y}V cp(!aatv 'fOV aVO(!Or;' cV(!WXW ya(! av'fOV xat xa'f alllla 1rolllla 'l: 0 l OV-~OV • '"

I

,

\)

," j j

~I

\'

)

,

('

')'

j

j'

1) Zu AaL

24 b

19 bei Waitz, Organon I 45 unten: 0 (Je BoYj{}O<;

{;y(Jexa'CO<; dno 'A(!ta7:odloV!; YSyot.tsvo<;

xaU»<; t(j6~aae.

2) Ammonios selber (Komm. z. d.

Kat. d.

Aristoteles p. 5 ed. Ald.

1503)

saat:

ö

0

(Jr.

"'

'COv'COv

(sc. BoYj{}ov)

(J,baaxalo<; 'Ay(Jeov,xo<; 0 'po(JtQ<;.

.

a.

3) Nur müsste das Scholarchat des Boethos sehr kurz gewesen sel.n; denn jedenfalls erst geraume Zeit nach 70 v. ehr., dem Jahre der Em- nahme von Amisos am Pontos, hatte Andronikos von dem daselbst ge- fanO'enen später in Rom zu grossem Ansehen gelangten Tyrannion jene Ab;chrift~n aus der sullanischen Bibliothek erlangt, die ihm als Grund- lage für sein grosses Werk dienten, zu dessen Vollendung ebenfalls ~e­ raume Zeit erforderlich gewesen sein muss. Und bereits im J. 46 erschemt Kratippos als der Hauptvertreter der peripatetischen Schule zu Athen. 4) Galen. 1r8(!' uov 7:fj<; 'jJvxfj<; ~{}wv c. 4 (ed. Kühn IV p. 782 a. E.).

,i",

6

Ganz ähnlich spricht sich Themistios aus:

A

I

\,:),

(

Xe~ naea{JaUelv 'Ca

V 0 l!0VIXOV neor; 'Ca eXI3lVOV des Xenokrates) oaw xat aamcar;enu

CI

\

,

\

"

'"

Xat nl:faVW'Cl3'!u 7t'!0r; ava,,;aatv ,,;ov AOrOV 'Cov Eevox'!chovr;.l) An beiden Stellen wird Klarheit des Ausdrucks bei ihm ge- rühmt; bei Galenos jedoch tritt die kräftige Eigenart des Andro- nikos, die ihn seine Ansichten ohne Umschweife vortragen und

viel deutlicher hervor

als bei Themistios.

vertreten hiess,

-r"

selbst gegen Aristoteles,

Wenn ihn Boethius (cornm. in 1. nerti El!f.l1jveLar; rec. C. Meiser 1880. II p. 11, 15) exactum diligentemque Aristotelis librorum et iudicem et repertorem nennt,2) 1'10 kann dies nur in dem Sinne aufgefasst werden, dass man in späterer Zeit die Unterschiede verwischt hat und das ganze Verdienst um den Nachlass des Aristoteles dem einen Andronikos zuschrieb. das er doch mit andern teilte. Bezeichnend ist es immerhin für die Thätigkeit des Rhodiers, dass neben seinen kritischen Arbeiten die produktive philosophische Forschung, die er doch auch ge- pflegt hat, von den Spätem fast ganz übersehen ward.

Auch für uns liegt der Schwerpunkt seines Wirkens in seiner Bedeutung für die Gestaltung der aristotelischen Schrift-

werke und

die Neubelebung

der Beschäftigung

mit ihnen.

Eine unmittelbare Einwirkung des kritischen Schaffens des Andronikos können wir zunächst bei seinem Schüler Boethos feststellen. Auch dieser letztere ist eine bedeutende Persönlich-

keit und hat sich nicht nur als Erklärer des Aristoteles, sondern auch durch seine eigenen sehr beachtenswerten Ansichten einen festen Platz in der Geschichte der Philosophie errungen. 3) Er

scheint ausserhalb Athens gewirkt zu haben.

.

Sodann

weiss

der Tdvag n;;v ano IHar;wvor;

cplAoaocpwv 4)

1) Themistii paraphrases ed. L. Spengel,

vol. 11.

p.

59,

6.

2) Damit stimmt überein Bolith. de divisione p. 638: Andronici

divisione liber editus, worüber unten mehr

diligentissimi senis de gesprochen werden soll.

von

3) VgLZeller III

4) Nach einem in Herkulanum gefundenen PapyruR

1

S.

624 A.

2 und das oben (S. 5.) Gesagte.

herausgegeben f. d. Winter-

Franz

Bücheler

(Lekt.-Verz. der Univ. Greifswald

7

von zwei Akademikern zu berichten, welche eben um diese Zeit der peripatetischen Schule beitraten. Sie waren Schüler des hochangesehenen Antiochos, der ums Jahr 68 v. Chr. starb. Ist auch der Uebertritt von einer Schule zur andern in dieser Zeit nicht ungewöhnlich, so dürfen wir doch aus dieser That- sache den Schluss ziehen, dass das Ansehen der peripate- tischen Schule seit dem Auftreten des Andronikos sich sehr ge- hoben hatte. Von Ariston werden wir annehmen dürfen, dass er durch Andronikos die Anregung erhielt zu seinem Kommentar über die Kategorien, wie ja auch diese Arbeit zusammen mit der gleichen des Boethos genannt wird, wobei der Erklärer!) noch beifügt, auch Andronikos hege die gleiche Ansicht. Viel bedeutender ist aber Kratippos von Pergamon, der ebenfalls ein Genosse des Andronikos ward. Auch bei ihm liegt es wohl, wie bei Ariston, an seinem erst in den Jahren der Reife erfolgten Eintritte, dass er nirgends der Schüler des Andronikos genannt wird. Er gehörte dem Peripatos ums Jahr 60-50 an, dann finden wir ihn zu Mytilene thätig;2) im Jahre. 47 oder wahrscheinlicher 46 jedoch erscheint er nach Plutarch 3 ) in Athen, und Cicero zeigt sich auffallend bemüht, ihn an diese Stadt zu fesseln, um seinem Sohne, der im Jahre 45 nach Athen ging, um philosophische Studien zu betreiben, einen so trefflichen Lehrer zu gewinnen. Uns ist diese Rückkehr nach Athen sehr wichtig; denn was sollte die Veranlassung

semester 1869/70), wo es Kol. XXXV 8 sqq. nach der zweifellos richtigen

Ergänzung Büchelers

heisst:

:4elcn:wl'a

TE xai L:IlWl'a :4J.e~al'~eet, xai KeaTmno, 81'81'0l'TO neemaT1'}-

Kea'r:t1rnol' IIee1'ap/I'}l'ol', Jil' :4e{OTWI' p,lw xai Ttxoi anooTanloal'Te, Tij, ':Axa~1'}p,ela,.

1) Simplikios' Kommentar zu den Kategorien, von dem unten mehr

vgl. auch

zu sprechen sein wird, bei Brandis, schol. in Aristot. 66 a 37 ff.; O. 6la 25; 63 biO.

Brut. 71,

Plutarch (Pomp. 75).

a.

a.

2) Dies

ergibt

sich

aus

Cicero

(De

Univ. 1;

250)

und

~E Tlfi neetnaT1'}Ttxip ~tenea~aTO p,EI' 'Pwp,a{cp

1'el'8o{)at naea Ka{oaeo, /1exOI'TO<; if~1'}, &enea~aTO M T~I' i~ :4.eelov na1'ov flov-

J.~I''P1'}rp{(Jao{}at xai ~e1'}{}ijl'at p,8I'EW avdw Sv :4{)~l'atq xai ~taU1'eo{}at TO;:<; 1'80t<;

00<; XOOp,OVI'Ta T~I' noJ.w.

Vgl. Cic. off. I 1, 1; III 2,5; ad farn. XII 16; XVI 21.

3) Cic. 24. Kea.,;{nncp

li

!

I

.1

I

I,L

8

dazu sein als der Tod des Andronikos? DI'e~ E

c

reIgms .

.

h

a

tt

e

d

er

perIpatetIschen Schule eine schwere Wunde geschlagen.

Jetzt

galt es d:n ~achfolger

zu finden,

der

im

stande schien,

der

Schule .wurdlg vorzustehen. Und als im Jahre 45 v. Ohr. der

Soh~ OlCeros nach Athen ging, da ward neben andem auch

Kratlppos 1) sein nannt wird.

Lehrer, während Andronikos ' Name nicht ge-

So erhalten wir als Zeit seiner Wirksamkeit zu Athen die Jahre 78~.47 v. Ohr. und würden mit Berücksichtigung der o.ben ange~uhrtenStelle des Boethius, wo Andronikos ein Greis2) genannt wIrd, als Geburtsjahr etwa das Jahr 125 v. Ohr. er- hal~en. Die weitem Belege für die Zeit seines Wirkens kommen g~elCh ~nte~ zur Sprache, wo von der Bedeutung des Andro- mkos fur dIe Anordnung der aristotelischen Schriften gesprochen werden soll.

H. Die Andronikosausgabe der aristotelischen Schriften.

. Ueber die merkwürdigen Schicksale, welche der handschrift-

hch~ Nachlass des Aristoteles erfahren haben soll, liegen uns BerIchte des Strabon und Plutarch, sowie kürzere Notizen bei Athen~os und Suidas vor. Um einen Ueberblick zu gewinnen, erschemt es geboten, zunächst die sich gegenseitig bestätigenden

. 1)

Auch

Brutus

hörte

gleichzeitig

mit

dem

jungen

Kratlppos nach Plut. Brut. XXIV.

Cicero

den

hohes

Lebensalt~r des Andr?nikos gedacht, sondern er wollte damit sagen; der

alte

Jahren

E rarern kl"

wo. auc~ mcht beJahrtere,

Aehnlich Hor. sat. I 10, 67; poetarum seniorum pa turba, eren

2)

Allerdings

des

hat

Boethius

dabei

vielleicht

einer

nicht

an

ein

Erklarer

als d

AnstoteIes ,

der

der mit

so stattlichen Anzahl von

unter

den

s

··t

der h Altmeister

.aste t

Aristoteleserklärung

sondern in früherer Zeit lebende Dichter ge-

Doch kann es auch vorn wirklichen Greisenalter verstanden

memt smd:

,,:erden, . WI~ man dies jetzt

vI~a sems bezüglich des Lucilius. eplst. 1I 3, 47-59.)

annimmt

sat. 1I

(Zu Horaz' SprachO'ebrauch vO'I

für die Stelle

Hor.

1

H'

34

ö". or.

9

bez. ergänzenden Berichte zusammenzustellen. Ausgeschlossen wird nur eine scheinbar mit den übrigen Nachrichten im Wider- spruch stehende Stelle des Athenäos (I p. 3 a), von der unten die Rede sein wird. Davon also abgesehen ergibt die Ueber- lieferung folgendes Bild:

Strabons Erdbeschreibung XIII 1, 54 S. 608 f.

[ed. Meineke vol. III p. 851, 24 bis p. 852,30].

wXeauxol yeyovaolv eao'fOC;

xai Koe{oxog xai 0 'fOV Koe{oxov VlOC; Nl,Awg, av~e xai ÄeW'fO-

~xeoaftivog xaL 0eorpeo.o'fOV, OWoeoeY/-tivog OE 'f~V ßlßAW-

:J~xTjv wv 0eocpeeta'fOV, ev II ~v xai ~ wv 'Aeww'fiAovg' 0 yovv 'AeW'fO'ftATjg niv eav'fov 0cocpeao'flf! naeeowxev, I[~nee xai 'f~V OXOA~V aneAtne, new'Cog J,v tO/-tev ovvayaywv ßlßUa xai oloagag

'E

x

Ue

~'

'f1Jg "'XTJIJ1ewg

-

~

,

Ol

<'

U3

~

"

"E

'ltAovg

'Covg eV lyvn'flf! ßaolAwg I "Wl.I1Jx'Yjr;; ovv'Ca~IV. l!::/eocpeao'Cor;; OE NTjAei naeeowxev' 0 0' elr;; ~X~lJIlV xO/-t{oag 'foir;; /-te'f' m)'fov 1weeowxev,1) tou!natr;; av:JeWn:Olg, o'i W'faXAeW'fa eIxov u~ ßlßUa oJo' s1Cl/-teAWr;; xelpeva' eneto~ OE no:JOV'fO 'C~v onovo~v 'Cwv 'AnaAlxwv ßaol).,i(()V {;cp' oig ~v ~ nOAlr;; ~Tj'[OVV'fWV ßlßUa elc;

'f~V xa'faoxev~v 'f~r;; ev IIeeya/-t(p ßlßAW:J~XTjg, xaur yfir; EXevlJlav

sv olwevyi 'CIVl' vno OE vodac; xai oTj'fWV xaxw:Jiv'fa olJl& no'Ce aniOov'fo 01 &71;0 'COV yivovr;; 'AmAA.lXWvU 'Ccj} TTj'l'lf! 2) nOA-

A'

,

ß ß~

,

,

~

,

Q'

,

/:

Ci.'

ß ß~ ,

~ -,

I

,

,

A

'1

,,- Ci.

'

M()V aeYVelWV 'Ca u ~eW'CO'fMOVC; xat 'fa 'COV I!::/I:ocpeao'fOV l "W' ~v oe 0 'AneAAlxwv CPlAOßIßAOg /-taloAOv ~ cplAoaOcpOr;;' Oto itaL

~Tj'fOOV su:avOe:JWOlV uvv OwßeW/-to.'fWV elg aV'flyeacpa XalJ!(l /-te'f- ~veyxe 'C~v yeacp~v ovanATjeWV oJx eJ, xai egiOwxev d/-tae'faOwv

n),,~eTj ur ßlßUa. OE 'foir;;

'Coig /-tEv naAal 'fOlr;;

/-teux 0eorpeao'fOV ovx EXOVOlV OAWr;; ux {llßUa nA~v oÄtywv, xai /-taAW'fa uvv iJgW'feelXWV, /-tYjoEv EXetV cplAOOOcpelV neaY/-ta'HX(vg, aUa :Jioelg ATjxv:JL~etv' 'Coig 0' voueov, acp' oJ 'Ce! (llßUa 'fav'fa 7TeO~A:Jev, a/-telvov /-tEv exeLvwv cplAooocpeiv xat a'eW'l-o'feAi~elV,

ex 'fWV

u:eelmx'Cwv3)

~vvi{JrI

1) Vgl. Plutarch d. u. angef.

St. 450, 16-17.

2) Poseidonios

bei

Athenäos

V

neetnaT1)Tt><a ><at T~V :4etO'l'OTi}.,oVq ßtßJ

-

1)V yae

-

noJ

vxe~pa'l'Oq

214 d;

to{}~><1)V

Ta

><at &Uaq OVV1)yoea?;e ovXvaq

(:4neUtuwv)

€rptJ

ooOrpEt

3)

Vgl. Plut.

d.

u.

a.

St. 450, 12-16.

" 10 dvarKa'eaifat f.liV'1:ot 7:a noUa 8tKO'1:a Ur8lV Ota 7:() n.l.,~ifo~ '1:WV 6f.la(!uwv.

"

10

dvarKa'eaifat f.liV'1:ot 7:a noUa 8tKO'1:a Ur8lV Ota 7:() n.l.,~ifo~ '1:WV 6f.la(!uwv. IIo.l.,v oe elq 7:0V'1:0 Kai ~ 'PWW) n(!oa8.l.,dfle'1:o· elJifvq r a (! f.l8'1:a '1:~V 'AneUtKWV7:0q U.l.,8V7:~V ~vUaq ~e8 7:~V A1TE.l.,.l.,tKWVroq fllflAlOif~Kr;V 0 7:aq Aif~vaq EAWV, 08VeO OE xo- f.l w {t8;aav Tveavvlwv 7:e 0 reaf.lf.laUKoq otexueLaa7:0 p LAa e W '1:0- '1:iAr;~WV, {teeanevaaq 7:0V sni 7:~qfltflAlO:}~K17q, xai fllflAlO1CwAaL 7:lV8q reapev(Jt paVAOtq XeWf.leVOl xai oux dvufld.l.,AOV7:eq, on8e xai 13m 7:WV aAAwv aVf.lflaLvu 7:(;v etq neäalv reap0f.livwv fltflAiwv

Jotal 8v"au8 Kat 8V /.L1\;f,~aVue8t<t. n8el f.l8V OVV 7:0V7:WV a1COxer;.

Plutarch, Sulla 26

red. Sintenis vol. II p. 450, 3-20).

AvaX:}8iq oe (sc. ~v.l.,Aaq) naaatq 7:alq vavalv s; 'Epiaov 7:e ' - w;oq sv II8l(!at81 xaifWef.l{a{t17· xai f.lvr;if81q e;eiA8v EavHj} '1:~V 'Alc8.l.,AIKWV'1:0q '1:0V Tr;tov fllfl.l.,lO:}~Xr;V, ev fJ HY nA8;aw '1:WV 'Ae t - a'1:odÄovq xai 0wpeaa'1:ov fllflUwv ~v, ovnw 7:07:8 aapwq rVWet~O­ f.l8va 7:01q 1COUO;q. Air8'tat oe K0f.lw{f8iar;q at7:~q 8tq <PWf.lr;v Tveavvlwva '1:0V r(!af.lf.lauxov evaK8vaaaaifat '1:a lcoAAa, xai nae'

\

,

0.' j)

\', ", I:

j)

I

,\

l'

,

,

I

aV7:OV 7:0V L OulOV ./LVUeOVlXOV 8vno(!Tjaav'1:a 7:WV avureapwv 8lq ftiaov if81vat xai dvareal/Jat 7:ovq vvv p8eof.livovq n{vaKaq.l) Ot oe n(!8aflvueOl 7C8el7Ca'1:r;UXOL paLVOV'1:al f.leV xaif' eav'1:ovq

'Aew'1:od.l.,ovq xai

0eope aa 7:ov reaf.lf.leX7:WV OV7:8 nOAAolq OV7:8 dX(!lflwq SV'1:8'1:Vxr;xouq

Ola '10 7:0V Nr;Uwq 7:0V ~xr;l/JLov diieov, rP 7:C~ fltflALa xad.l.,t7C8 .::780pe aa 7:oq, uq apMOUf.lovq Xat tUlW7:aq avifewnovq 1C8e'r8- vEa{fat. ~vU<t oe ota-reiflov7:t n8ei -raq 'A{t~vaqUArr;f.la vaexw08q

-

,

\

'0 '

r

'"

j)

,

,

I

_"

>

r8V0f.l8VOl X a eieV'1:8q xal plAOAOrOt, 7:WV oe

r.:.

I

,

,

,

I

\

'

r

I

)

I

f.l8-ra paeovq 8tq -rovq 7Couaq 8VliJr8a8V, 0 pr;alV 0 l/J8Ulaf.l0V eIvat.

Was das Verhältnis dieser Nachrichten zu einander betrifft, so erscheint zunächst Suidas völlig von Plutarch abhängig, den

er auch citiert.

Abgesehen von Poseidonios, der leider über die

\

~

I

:)

\

, .l'

')

I

CI

(~' 11

.l'

'

-reapwv nouareaq

1) Vgl. die Notiz bei Suidas .2'vUa,: .2'vUa, . , &.miea, t; 'Eq;iaov, neoaaxwv 1:8 ml, Lil1~vat" tvIJti7:et1jJe -,;fj nOA8t xeovov uvo" uat 7:~V LineA- Atu6)vw, -,;ov T'fJtov uawAa{Jrov tvwvl1a {Jt{JAtol1~u'fJv &'vetAno, tv fj nAeiam -,;6)v Äetat<nBAOV, uat 8eoq;eaawv (Jt{JJ.{wv ijv, ovnw -';01:8 7:01, noUol" fj q;'fJat IIAovmexo" yvwet1;of!eva, &.U' tV1:8vl1ev el, 7:~V 7:6)v &.vl1ewnwv tuq;Ot-

7:~aav-,;a yv6)atv,

Fe

11

Hauptsache sich nicht ausspricht, ist wohl Strabon am genaue- sten über den Gegenstand unterrichtet. Sein uns verlorenes Geschichtswerk hat Plutarch in der oben gegebenen Stelle be- nützt. Vielleicht stammt die mit UY8Wt eingeführte Ben:erkung ebendaher, während er das Vorhergehende aus Sullas Denk- würdigkeit wusste,l)

Berichtet

wird

also

zunächst,

Neleus aus Skepsis sei der

Erbe der Bibliothek des Aristoteles und des Theophrast gewesen

und

nicht im Wider~pruch die Nachricht bei Athenäos, der unter

d

auch en den N eleus nennt 2 )

dieser Männer"

glaubte, auf grund dieses Ausdruckes nach

ptAOaopOli <xai 080peaO'1:0v) einz~scha~ten, was ~albel I~.semer Ausgabe annimmt, so können WIr kemeswegs dIese Erganzung

als notwendig anerkennen; denn '1:0V'1:WV statt de~ erwarteten 7:ov'C(/V kann dadurch in den Text gekommen sem, dass das Pronomen auch auf Euripides mitbezogen wurde. Zur Sache müssen wir uns dahin aussprechen, dass hier von den Büchern '

zu-

habe

diese

seinen

Verwandten

die

hinterlassen.

Damit steht

~

hatten,

B"

h

uc. er

berühmten

Männern,

bewahrt.

Bibliotheken

angelegt

h b

a

d'

Ie

mit dem Zusatze, er

'Venn Wilamowitz 3) SlCh berechtI~t

Aeww.u 7j~ 7:8,7:0V

)

'.l.,

d

, sammengebracht hatten, von ihrer Bibliothek.

mentlich die zahlreichen Dramen Aristoteles besessen haben muss,

andere

Rede

ist

welche

Aristoteles,

Euripides

und

und

1!nd

andere

d'

lese,

Ie

n~-

d~e

DIchtungen,

wird N eleus nach AlexandrIa

1) Vgl. Peter (Quellen Plutarchs, Halle 1875 S, 57-61), der

Strabons Geschichtswerk an zwei weiteren Stellen be~utzt findet \~ukul­

lus 28,

(gegen Heitz, Die verlorenen Schriften des AnstoteIes, Lpz, 1865 S, 1 )

Strabon für die Quelle.

Cäsar 63); Zeller II 2 S, 139, A, 2 häl~ für dIe ganze Erzahlun;-

,

,

2) I p, 4 a ijv IJe uai {Jt{JUwv x7:iiat, avuji (sc, Aae'fJvaüp) &.ex atWv

-,;oaav7:"

'I

E~),'Yjllt-

ul1avf!aaf!evov"

,-

xwv

d1> vnee{JaUetV

c::

~o

-,;ov .2'alltOv

co

'/

xai

navm,

7:OV,

tnt

aVllaywyfj

,

,

,

"

E7:t

.'

ue

'C'

UOAVXea7:'fJv .0 'Jar Evntn{IJ"v u

{J

IIetIJ{o-,;eawv

,

ee

,

sc,

yalJov

r

,

,

),

2

,4

'

,

7:0V not'fJ-';~v LietIJ7:0dA'fJV U

-,;ov,

7:0V q;t),oaoq;ov '(:4-& uat 7:OV w I

'JI,

IJ'"

TT

,

aOlA<;.

,

r,,

~

-';OV7:~r

(WV7:0v'2') '

IJta-,;"n"!'aavw ',,,', (Jt{JUa N'YjUa'

'fJ-

'fJV,

xai -,;6)v &'no 'PolJov ei, -,;~v ua),'fJv rlA&,aVueetav f!E7:'fJyaye,

nae ov navw, C(J'Yjat

,'.

,

PtAaueAC(Jo,

1:'

vatO, ,

f!Ha -,;wv rlV'fJV"Vor

,

)

-

'." ~nta'lIevoc; <> ;'lIeIJano, (Jaot),ev, II7:0),ef!alo"

r

'Ir

'A.G'

".G

o

••

,

,

A\

e entu

'

'S

3) Die gleiche Vermutung ist bereits von E. He It z, a, a, 0, A. 5 ausgesprochen.

I

'li

I:

i:

12

verkauft haben, während er die Manuskripte des Aristoteles als ein teures Vermächtnis zurückbehielt 1) und bei seinem Tod seinen Erben hinterliess. Durch ihre Nachkommen kamen diese Schriften, allerdings in verwahrlostem Zustande, endlich an Apellikon. Dieser liess sofort durch Abschreiber die wertvollen Rollen vervielfältigen. Dabei verfuhr man aber nicht mit der nötigen Sorgfalt; so kam denn die neue Ausgabe voll zahlloser Fehler i in die Oeffentlichkeit. Als darauf Sulla die reiche Bibliothek des Tejers als seine Beute nach Rom sandte, da ward der gelehrte Tyrannion mit dem Vorsteher der Büchersammlung bekannt und leistete ihm gute Dienste bei der Ordnung und Aufzeich- nung der Rollen. Selbst im Besitze einer sehr ansehnlichen Bibliothek, vermehrte er sie durch Abschriften von diesen Rollen. Von ihm wurde, wie Plutarch sagt, der hiefür einzige Quelle ist, Andronikos mit Abschriften versehen, die derselbe dann veröffentlichte (Ef; fleaov :tetval) und die er auch bei der Abfassung der zu Plutarchs Zeit überall im Gebrauch befind- lichen Verzeichnisse benützte (dvay~ch/Jal WVf; vvv cpe~oflevovf;

nlValWf;).

Strabon weiss nur von Abschriften zu berichten, die Ty- rannion erlangt hatte, und dann noch von einer römischen Aus- gabe, über die wir einiges bemerken wollen. Es wird hier zwar von gewissen Buchhändlern gesprochen, die schlechte Schreiber hatten und die Abschriften nicht mehr mit dem Original vergleichen liessen. Wie kamen aber diese zu der Erlaubnis, darilber verfügen zu können? War doch selbst für den hochangesehenen Tyrannion erst eine besondere Veran- lassung, der dem Vorsteher geleistete Beistand, notwendig, um die Abschriften zu erlangen! Kann Tyrannion nicht ebenso gut, wie er dem Andronikos Abschriften sandte, auch einigen Buch- händlern solche gegeben haben? Seinen Reichtum 2) verdankte

1) Keinesfalls darf man so weitgehende Folgerungen auf diese Stelle bauen, wie es Birt (Das antike Buchwesen, Berlin 1882) S.458A.2 thut, der eine alexandrinische Ausgabe des Aristoteles lediglich auf grund dieser Erwerhung annehmen möchte.

2) Suidas Tv(!avvtwv.

'I'

,

I

'I1

I'

Ili

1:'l':1

1 1

13

er vielleicht neben der Lehrthätigkeit solchen Unternehmungen, Dass sich aber Strabon so unklar ausdrückt, hat seinen Grund vielleicht darin, dass Tyrannion sein Lehrer war (Strabon p. 548!. Ihn wollte er schonen, darum schob er die Schuld, dass dIe durch Tyrannion veranlassten und in den Handel gebrachten Abschriften so schlecht waren, auf die Nachlässigkeit der Ver- leger, welche durch ihre Schreibsklaven die Vervielfältigung

vornehmen liessen. Sei dem, wie ihm wolle, herausgegeben waren die angeb- lichen Originalhandschriften, zweimal sogar. Wer aber deshalb etwa dem Apellikon oder den römischen Herausgebern das Hauptverdienst für die Wiederbelebung der aristotelischen Stu- dien zuschreiben wollte, der mlisste zuerst den Tadel entkräften, den Strabon so offen gegenüber beiden Ausgaben ausspricht. Im GeO'enteil dürfen wir annehmen, dass gerade die klägliche Beschaffenheit der Grundlagen, die Unsicherheit im einzelnen und der Mangel an Ueberblick den Andronik?s zu, seiner ei~­ dringenden Beschäftigung mit Aristoteles antneb. ~r hatte dIe höchst willkürlich ergänzte Apellikonansgabe vor sICh, ebenso die nachlässig geschriebene römische Veröffentlichung.!) W 0- durch sich aber seine Ausgabe vor allen bisherigen auszeichnete,

soll nun erörtert werden. Es erscheint hier als zuverlässigster Zeuge Porphyrios; in der Biographie seines Lehrers Plotinos 2 ) spricht er sich über die Grn.nd- sätze, die ihn bei der Herausgabe von dessen Nachlass gelelte~, folgendermassen aus: 'End oe avdJf; (nämlich Plotinos) 7:~V Ota-

m~lv xal 7:~VOtO~{twalV7:WV ßIßAiwv rc:olela{tal ~fltVe7dT~el/Jev,

:11

,

A

I

,

~ycJoe xdxeivcp ~wvu i:neaXOfl1)v xal7:01f; allolf; E7fY)yyet afll)V nOI'tj-

I

l-

I

0

aal 7:o1'no, 7f~c';'nov /dv ux ßIßAta ov xa7:a X~OVOVf; maal cpv~ 1)V cx- Oeoofliva EOlxalwaa, /1l,u1)acqteVOf; 0' /tnoll60w~ov7:cv'A:t1)patov

xai /tVO~OVIXOV 7:0V ne~l7tanluxov, cJv 0 fleV 'EnlXP~floV 7:0V

XUiflcPOLOY(/lfpOV elf; oha 7:0flOVf; cpe(!UiV avv~yayev 0 oe ur /t~ta7:0-

)

,

,

.,

1) Die ausserdem bekannten Exemplare aristotelischer Schriftwerke litten unter dem Verdachte der Unechtheit und willkürlicher Zusätze. 2) Plot. 0pp. rec. A. Kirchhoff. p. XXXIX, c. 24.

. Iil I" !I • 14 f 7:eAOVf; 'Kai 0eocpect(J'[;ov elf; neart-Wu:taf; 1) OtelAe UXf;

. Iil

I"

!I

14

f

7:eAOVf; 'Kai 0eocpect(J'[;ov elf; neart-Wu:taf; 1) OtelAe UXf; ot'Keia!;

C vnO

,

{f I

HJetf;

crw neV7:r;'KOV7:a

u,aaae a

Evveaoa~ 7:fj UAet07:r;7:1 7:0V I,'g 6et{}f-loii xat Wlf; Evveaalv 6a/18-

vWf; E7(nVXWV, exaa'C'n 08 Evveaol HX otx8l,a cpteWv avvupoer;aa,

OO'Vf; xat ,C(~gtv nel(nr;v 7:0tf; EAarpeodeotf; 'Tl;eofJA~/1aaIV. eH /1Ev

rue ne W 7:r; EVVliUf; 8XU 7:a ~{}txlJu:(!a 7:aoe·

etf; 7:aV7:0V avvararWV· "

OV7:a "

cXWV " 7:a ,

7:0V

')

),

I

OV7:W ur;

fJ' I{lMa ,

CI

-i'

\

xat

,"),

.r

,

IIA.lUUVOV

uletA.OV f-lEV

-,

'"

1Jl!;

~g

rp'

'r- -

\

.L I 7:0 ~4JOV Xat Uf; 0 av:teW7tOf;.

I

(:11

'H

oe

IIeet 6ee'Cwv.

fleet oWAexux:ik ' . , .

Oevdea

7:WV rpv(J[xwv avvarwr~v 8xovaa Ul met

xoaf-lol! xat 7:a H~ xoaf-llf! av~xov7:a neetExBt· 8au OE wV7:a,

7a.et 7:0V xoaf-lov.

.

7teei 7:~f; 01' OAWV Xeaaew!;

7teei 7:ij!; xvxAOrpoeiaf; .

.

,

eH oe 7:eL'C1) Evvea~ 8U 7:U 7teet xoaf-lOV l,xovaa 7teeteIAr;cpe

Ta

1rC'~l 7:WJI XU7:cl

xoaf1;ov

ifc.W(!OV/-l8VlrJV

7teei

elf-laef-lf-Vllf;

.

.

.

TUV7:U'

7:0 oe 7teei f/lvaewf; xai (}eWe1af; xat 7(01) EVOf; ota HJ neet (pvaewf;

xecpaAalOv Evraii:Ja 'CE7:ax-rat.

eH oe 7:euie7:r; Evveaf; WH! 7:U 7Teel xoaf-lOv HX 7Teei l/JVX~f;

e'/Ar;Xe aVrreaf-lf-law

,

.

.

eH oe 7df-l'Tl'Cr;

EXU t-dv

7:a~ 7l;eet

VOV

)Iv

nau ue 7:0 7:0V 7:et7:0V aW/1auov, cvveauof; ue EX7:r;f;, 7:aV7:a •

,

,

-

.r '

-,

2)'

, .r

.r'

<I

7teei

7:WV

revlav

7:0V

OV7:0f;

.

.

.

Er vergleicht also seine Ausgabe mit der Ausgabe des Epi- charmos durch Apollodoros und der des Aristoteles durch Andro- nikos. Erstere wird deshalb angezogen, weil hier Epicharmos' kurze Schwänke, 35 an der 7.ahl, in 10 7:0f-lOI verteilt waren, 3)

1) VgL die sieh bei Ammonios' Kommentar zu Je. E(!ft1]vdar; f. 201 b 136 a 35) findende Bezeichnung der Metaphysik: sv uji (b,a'up

(schoL

Tijr; {}coJ.0'Y1xijr; Je(!a'Yfta7:dar; (= MI); ähnlich 136 a 28: ev up !!XU!! Tijr; JeoJ.m:tar;. Dagegen 136 a 48: sv Hp (Jv'Y'Y(!aftftau TWV xaT1]'Y0(!IWV.

2) Ebenso bilden die 3 ersten Enneaden und die 4. und 5. Enneade zusammel1. je ein (JillftaTtOv. 3) B irt, Das antike Buchwesen, S. 496 f., womit zu vergleichen Christ, Litteraturgeschichte § 179, S. 214 1 , S. 241 2

-'---~" ~------

15

vielleicht mit Rücksicht auf den Inhalt. Dass dieser dem Andro- nikos massgebend war für die Anordnung, wird hier aus~rüc~lich versichert. Aber nicht nur den Grundgedanken der EmteIlung scheint Porphyrios dem Andronikos entlehnt zu haben; wenn wir diese oben in ihren wichtigsten Teilen vorgeführte Einteilung betrachten. so drängt sich uns die Vermutung auf, auch sach- lich, in der Gliederung des Stoffes selber, sei sie der von An- dronikos getroffenen Anordnung der Hauptschriften des Aristo- teles gefolgt, soweit dies bei dem verschiedenen Inhalt der Schriften des Plotinos nur irgend anging. An die Spitze stellt Porphyrios die der Ethik nahestehenden Schriften, wozu er auch eine Schrift über Dialektik gesellt. 1 ) Dann folgen die Schriften vom Weltgebäude, von der Kreisbewegung des Himmelsgewölbes u. dgl.; daran schliessen sich Schriften über die Natur. Dann folgen Abhandlungen über die Seele, denen sich die Betrach- tungen über den VOVf; sowie über das Seiende anreihen. Dass diese Anordnung keineswegs den Grundsätzen des Plo- tinos entspricht, erkennt man schon beim ersten Blick; 2) alle diese zum grössern Teil metaphysische Fragen behandelnden Abhandlungen sind hier in eine Form gezwängt, die ihnen ge- radezu Gewalt anthut. An die Spitze mussten doch die Schriften gestellt werden, welche Grundlage und Ausgangspunkt für die Lehre des Plotinos bilden. Der lag aber, wie Zeller V, 473 ff. überzeugend darlegt, in der Betrachtung der übersinnlichen Welt, wie wir sie gerade in der 5. und 6. Enneade vorzugsweise niedergelegt finden. 3 ) In der kleinen Auseinandersetzung über Dialektik, die in der 1. Enneade Platz gefunden, wird im 5. Kapitel4.) in schärfster Weise abgelehnt, die Dialektik als das Werkzeug (öeravo1-') des Philosophen aufzufassen, obgleich sie allerdings einen Teil der Philosophie ausmacht. (Vgl. auch Zeller V p. 609.)

1) Bemerkenswert ist die Begründung: (jovr; x a I Ta;tv Je(!WT1]V 'COl, sJ.aq;(!Od(!OIr; Je(!oßJ.~f.laotv, also wie Andronikos. 2) Vgl. Ueberwegs Grundriss d. Gesch. d. Ph. I 315 (7. Aufl. 1886). 3) Auch Brandis (Zeller a. a. O. A. 2) erkennt an, daSH überall die Plotinische Metaphysik vorausgesetzt werde. 4) Plotini opera ed. Kirchhoff I p. 158, 28.

'.1:

:1 1

,

,

,

1·1':

16

Dagegen wissen wir von Porphyrios, dass er sich mit Eifer dem Studium der aristotelischen Schriften, insbesondere der lo- gisehen, hingab. I) Er schrieb Kommentare dazu, von denen uns der sehr gründliche zu den Kategorien als der bedeutendste ~iIt. Die .Einführung in die Kategorien", die uns erhalten Ist, ward durch das ganze Mittelalter hoch geschätzt. 2 ) Ueber den leider verlorenen Kommentar, der sieben Bücher umfasste, urteilt Brandis: 3 ) .Den Verlust keines Kommentars zu den Kategorien haben wir wohl mehr zu bedauern als den

des Por~hyrius an den Gedalius

den MeI~ungen.des Andronikos, Boethos

grossentells aus dIesem ausführlichen Kommentare des Porphyrius entlehnt sein." Wir können dieses U rteiI dahin erweitern, dass fast alles auf Porphyrios zurückgeht, was in den späteren Kommen-

tare~ zu den Kategorien über die Einteilung der aristotelischen f3chnften steht. 4 ) Porphyrios ist es gewesen, welcher des An- dronikos Grundsätze zu seinen eigenen machte und namentlich gegenüber den abweichenden Ansichten des Boethos und Alexander verteidigte. Allein dass auch diese später in manchem Recht b:kame~, zeigt die Einreihung der Schrift 7le(!, f(!w/vela<; unter d.le logIschen Schriften, trotz ihrer Verwerfung durch Androlllkos. Davon jedoch soll später die Rede sein wo kurz

die ?-egner 5 ) d~s Andronikos, sowie seine

GebIete der Emteilnng des aristotelischen Schriftenkomplexes

Was uns Simplicius von

berichtet, mag

Nachfolg~rauf dem

1) Seine

S.640 A.3.

hierher gehörigen Werke

sind

aufgezählt

bei Zell er V

2) Die Aldina des Aristoteles bietet sie als Einleitung zu den logi- schen Schriften; vgl. auch die Anordnung des Ja'qfibi.

S. 278 (Berliner

Akademie 1833).

. 4) Die .Abhiingigke.it des Jamblichos, Ammonios, Simplikios, Olym- plOdoros, Phlloponos, Ehas (David) ist erwiesen a. O. S. 281-285. 5) .Es schei~t der Streitpunkt weniger die Einordnung in die ~ragl~atlen, als dIe Rangordnung dieser selbst gewesen zu sein, nament- lIch dl~ Frage, ob mit Logik oder Physik zu beginnen sei, womit dann au~~ dle§';ellung der Ethik eine schwankende wurde. Auch die je- weIlIge AnSICht von der Seele veranlasste Verschiebungen der Schrift :n:. 'jJvxijq und der parva naturalia.

3) Ueber

die

griechischen Ausleger des Organon

F

17

und die allmähliche Beschränkung auf die Ueberlieferung der Hauptschriften verfolgt werden sollen. Können wir die griechischen Erklärer, soweit sie im Kom-

mentar

teilung der aristotelischen Schriften geben, in der Hauptsache auf Porphyrios, mittelbar auf Andronikos zurückführen, so haben wir nunmehr die Inhaltsangaben zu beachten, die sich bei ara- bischen Schriftstellern finden; dieselben zeigen eine ganz ähn- liche Anordnung wie die genannten griechischen Erklärer. Zu- erst treffen wir eine solche Inhaltsangabe bei al-Ja'qubi, einem arabischen Geschichtsschreiber des 9. Jahrhunderts. 2 ) .Er schöpfte", sagt Klamroth in der Einleitung, •wie sich zeigen wird, aus einer sehr abgeleiteten und trüben Quelle; insonder- heit können ihm die Schriften; welche er bespricht, weder im

zu den Kategorien am hergebrachten Orte 1) eine Ein-

griechischen Originale noch in einer syrischen oder arabischen Version vorgelegen haben, sondern er nahm schon vorhandene Auszüge aus griechischen Kommentaren und Philosophen- geschichten minderer Güte unverändert, zum Teil wohl auch unverstanden in sein Werk auf." Der Anfang ist allerdings sonderbar genug: er bringt als erste aristotelische Schrift die Isagoge des Porphyrios, deren Inhalt (in 9 Büchern) obendrein ganz seltsam erweitert erscheint. Dann gibt er aber, in Klassen geteilt, folgende Schriften (Klamroth 8. 432):

A.

J

oYlxa.

1. xarr;yo(!iat 3)

2.

71 e(!t

f(!flr;Vela<;

3. avaJ vuxa

4. a7100elXUxa

5.

'COTfiXa

1) Sie steht jedesmal in der 2. Vorbemerkung, so bei Ammonios, Simplikios, Johannes Philoponos, Olympiodoros und Eli~s (David). Die

betr. Abschnitte sind im Anhang zu dieser Schrift abgedruckt, des Damaskios Einteilung, schol. Brand 454. a 8 sq.

hat Auszüge

und Uebersetzungen ins Deutsche geliefert: Dr. M. Klamroth, über die Auszüge aus griechischen Schriftstellern bei al-Ja' qubi (ZDMG Bd. XXXX und XXXXI); die auf die Philosophen bezüglichen Stellen

sind übersetzt in Abschnitt III: Philosophen, XXXXI, S. 415 fi.

durfte nicht

hinzugezählt werden; nach p. 145 (a. O. S. 422) ist dies Werk nicht in

wie auch

2) Nach

der

Ausgabe

von

Houtsma

(Leiden 1883)

3) Die elqarWr~, die Klamroth

an die Spitze stellt,

2

i 1 '11 1 1' i i!li' I, 1111 "~_ 6. aocpHJ'H'Ka 7. er;7:0(!t'KlX (~)

i

1

'11

1 1'

i

i!li'

I,

1111

"~_

6. aocpHJ'H'Ka

7. er;7:0(!t'KlX (~)

8.

nOlr;'H'Ka (~).

B. cpvUt'Ka.

9.

cpvUt'K ~ d'K(!oaa19

10.

nBQt OV(!CXVOV 'Kai 'KOaIlOV

11. lrf:(!l YBviaBwg 'Kai cp(jo(!ag

12.

IlB7:BW(!oA.oYI'Ka

13.

nB(!i IlB7:aA.A,wv

14.

nB(!i cpvu;;v.

18

o.

l./JVXOA,oYI'Ka.

15.

16

n B(!t l./JvX~g

\

')

a.'

. nB(!1 aHJv'YjaBwg 'Kai aw{}r;-

\

')

u;;v.

D. IlBwcpvUtxa.

17.

7rf:(!i 7:~g ,{fwA.oyLag 1)

18. 7ff:(!i 7:r.g ev07:r;7:og.

19

.

'Yjvlxa.

'u

I

E.

Zeigt schon diese Zusammenstellung trotz ihrer LUcken- haftigkeit aufs deutlichste ihre Verwandtschaft mit der griechischen Tradition, welch letztere durch sie in wichtigen Punkten ergänzt wird, so bietet das Kitäb al Fihrist 2) des Muhammed ibn Is- l).äq en-Nedim [NedimusJ, dessen Werk um das Jahr 1000 zum Abschluss kam, folgende Einteilung: (MUll er, S. 13)

I. Logische Schriften:

Schriften, die auch

(Die

anfUhrt.)

al-Ja<qubi in gleicher Ordnung

Ir. Naturwissenschaftliche Schriften:

1.

CPV(JJx~ tX-K(!OaUtg

2. 'lte(!l ov(!avov 'Kai 'KOaIlOV 3)

die Einteilung begriffen, welche folgendermassen lautet: .1. logische Schriften, 2. über die Naturwesen, 3. über das, was an den Körpern sich findet und mit ihnen verbunden ist, 4. über das, was nicht an den Körpern sich findet und auch nicht mit ihnen verbunden iRt. Seine lo-

gischen Schriften sind ach t."

Einen selbständigen Platz hat die Ethik.

1) ? vielleicht {)so).oytX~ n(!aYflau{a Klamroth

S.

434 A.

2.

2) Nach Gustav Flügels Ausgabe (Leipzig 1871-72; 2 Bände) übersetzt von August Müller: Die griechischen Philosophen in der

arabischen Ueberlieferung, bes. abgedr. aus der Festscbrift der Franck-

ischen

(Halle 1873).

unten abgedruckte Verzeichnis

des Ptolemäos Nr. 35; vielleicht ward bald nS(!1 xO(JflOV dem wenig um-

und das

Bernhardy

Stiftungen zum

3) Ebffilso

Ja'qubl

Jubiläum

11

des

Professor

Nr.

19

3. 1l:BflL rBVEaBwg

Il B"; BWeOA,OYl'Ka

1l:Be

rrBe t

6.

5.

4.

'Kat cp,{foecg

,

\

t

l./JvX~g

ata(j~aBwg 'Kat ata,{fr;,,;i;;v in 2 Biichern,

7. nBe t nijv ~/.Jwv in 19 BUchern.!)

IH.

Metaphysik. 2 )

IV.

Dazu gehört noch die Schrift über die Sitten

Diese Einteilung ergänzt die von al-Ja<qubi überlieferte; dabei

ist aber besonders beachtenswert, dass Ptolemäos hier als Quelle

ausdriicklich bezeugt' wird. In dem unmittelbar voranstehenden Bericht über Aristoteles, dem sein Testament, allerdings un- vollständig, angeschlossen ist, wird Ptolemäos zweimal 3) als Ge- währsmann angeführt. In der unserem Verzeichnis nachfolgen- den Uebersicht über die Nachfolger des Aristoteles heisst es von Ptolemäos (S. 28): "Ptolemäos der Fremde, welcher dem Ari-

stoteles nachfolgte "') und seine Verdienste ausbreitete; ihm gehört

vom Aristoteles und von

seinem Tode und der Reihenfolge seiner Schriften." Vielfach ausgeschrieben wurde Nedimus von zwei Sehrift-

steHern, die allerdings auch noch andere Quellen hatten, näm-

Ibn abi Ui?eibi ca; beide lebten im

an eine Schrift

über die Geschichten

lich

von

Ibn

el

Qifti

und

Als selbständige Schrift

wird

ZDMG XXXXI S. 411. 1) Am ungezwungensten lassen sich darunter Zt [, Zfl ~', Zy e ver-

fangreichen

Vgl. Klamroth

4. Buch

XO<1flOV

nS(!1

ov(!avov

angehängt.

""S(!t

bei den Arabern niemals

erwähnt.

stehen; vgl. d.

2)

Ueber

Verz. d. Ptol. Nr.

die

Schrift

der

42,

43, 44.

Buchstaben,

welche

auch

bekannt

ist

unter dem Namen der Theologika."

3) Müller, d. gr. Ph.

S.

9.

4) Ptolemäos .der Fremde" ist, wie W. Christ, mein hoch- verehrter Lehrer, vermutet, kein anderer als Ptolemäos Xevvo;; die Araber hatten das W ort ~lvo; zu finden geglaubt und demgemäss über-

setzt.

S. 400 2 ausgesprochene An-

Diese Stelle bestätigt demnach die von Christ bereits in der

griechischen

früheren Ansichten vgI. Z e 11 e r II 2 S. 54 A. 2 und

nahme.

Heitz, ver!. Schr.

Litteraturgeschichte

S.

41 f.

S.

3571,

Ueber die

2*

;;jj

u

20

21

13. Jahrhundert.

Der erstere hat neben der von Nedimns ent-

lehnten Einteilung noch folgende: 1)

1. tUe" 'HUV xOlvf; naUI 'Coir; f/'vulxoir; t' 7W ex OV 'HUV

(/)VU1X~ &Xeoaul~

1/ Eei

'Cwv

lOift

A. 1reei 'Cwv &YEv~nuv

7f Eet

0 v e a v OU

ffEel 'Cw,v YEVY)'UUV

a.

')

XOlva

, U

~

(

.•

A.

fU,elxa

2.

B.

w;}o).,ov

hau'Col~ v1CaeXOV'Uuv

x a i

x 0 U fl

0 V

')(.

-

'Il:f 0 n a('

'}

""

a.

fm;O/-lv'fj/-lauX(x 2)

b.

uvvcaY/-lauxa

B

1.

2.

3.

).,0Ylxa

1Ceaxuxa oder fw:f'fj/-lauxa

:feoAoYlxa.

a' {J'

('

(&A).,OllUUel~ 7(. 'Y EV C "u"

(XIV~UE1~) ff. oveavov xat XOUflOV 1" d'

Diese Einteilung stimmt im wesentlichen, ebenso wie die folgende, mit der Anordnung überein, die wir in den im An- hang abgedruckten Berichten der Kommentatoren des 5. Jahr-

hunderts finden. Sogar die lückenhaften kurzen Einteilungen,

die Müller S. 49 ausRerdem noch gleichen Grundsätze erkennen.

bringt, lassen deutlich die

(nEe'-

Bei

weitem Bedeutenderes

bietet

Ibn abi Ui?eibi'ft.

Nach

Klamroths

Uebersetzung 3)

lässt

sich

folgende Einteilung her-

 

stellen:

b. rOta

1. an)"ä

(nEe i

2.

Ö).,WV)

nuv /-lOe1WV)

pE'CElUeO).,OYlxa

(Jt:V;}E'Ca

JC E ei

nEei lf!V'COV

nEl/ '- JC Ee i

~(P 0 v

l/J v xi; ~ alU {f~(J e w~ x al ai (J {f I/nuv

1ceel VYlela~ xal vO(Jov

\

CI'

I

\

I

,

I

Je eel veo'C'fj'Co~ xal 'Y'Yje(()~·

A.

/-lee1xa:

1!l1t(J'CoAai.

ß.

xa:fo).,ov

J. V1CO/-lV~!-wuxa' 1CQO~ EvxaleOV 0'.

U.

uvv'CaYflall'xcl.

A.

ifewe'fjuxa.

I.

II.

/-la;}'fjfWUxa

)

o

,

1C 'C I X a,

,

n e e l

,

xaVlxa.

(pVUlXa

(

RC.

CI. 'C 0 fl W v)

)

,

-

I' ea fl fl w v,

,llt7-

1) Müller

S.

48 A.

23.

2) Derselbe

S.

48

A.

23, 5:

.Er

fügt

hinzu: und das sind die

70 Schriften, welche er an den Mars D1N!m{ richtete, womit ich nichts anzufangen weiss." Gemeint sind die Bücher an Eukairo~, vgl. Zell e r IU,

101 m., Heitz, verl. Schr. S.118 und die folg. Erwähnung bei Ibn abi U~aibi'a. Roses Vermutung, der J1:(!or; ev"at(![av schreiben möchte (Ar.

q. f. libr.'fmgm. bibl. Teubn. p. 427 in marg.) ist daher zurückzuweisen.

3)

a.

a.

O.

S.

435 ff.

B.

O.

IH.

{feO).,0Ylxa

'Cl!

fle'Cl! 'Cl!

,

7feaX?;lxa.

I.

nEel ~;}wv 1)

,

lf!v(Jlxa

~;}lxa /-leya),a

,

,

lY·

~{flxa fllXea

)

1) :f I

, E J~

X CI.

V U 1) /-l e I a.

,

II. neei nO),l'CeLa~

nO),I'Clxa

OtXOVofllxa.

öeyavov ().,oYlxa).

xa'Cllyoe Lal

neei Ee,llY)vda~

1) Hier wird die nikomachische Ethik nicht mit der gewohn.ten B~­ zeichnung angeführt, obgleich die Dreizahl der angeführten Schrrften ~le als hier gezählt erkennen lä.sst; vgl. Elias (David) schol. 25a 40sq. 1m Anhang.

'1

22

ß'

"

CJ.Va""V7:I'Ka

~

a

'

Cl

n

0 u 8 I 'K 7: t 'Ka

).r

a

,

)

ß' 1)

7:0'KI'KeX

(JOfjJl(J7:I'KOl eÄ.8YXOI

~r;7:0(!1"K~

n 01 T/7: I 'K~.

Die Stellung der logischen Schriften am Schlusse der Auf-

~ahlun~ da~f keinen Anstoss erregen; denn nicht um die Reihen-

folge samtheher Schriften handelt es

"Ier, son ern edlO'-

r h

lC

SI'ch h'

d

I'

.

.

i:

Anhan~ abg~druckte Uebersicht des Elias (David) bringt eben-

knüpft aber sofort die Bemerkung an,

um

deren Emtellung

Log~k zuletzt,

'

I

d

in

verschiedene

Gruppen.

zu

b

Die

fa~ls die

.

g~sc en

mit der LogIk habe das Studium des Aristoteles

Diese Ansicht

lOS

. c nften m der Folgezeit massgebend geblieben. Deber

dIe Anordnung der naturwissenschaftlichen Schriften soll unten

mehr gesprochen

bezelChnet . h S h wird, .

egmnen.

.

U h

aseren ist bekanntlich auch

l' eber übereinstimmend And'

om 'k

für die Stellu'

ng

ld

er

0-

werden.

S .Aber weit wichtiger ist das Verzeichnis der aristotelischen

c1~nften,.das sich bei den obengenannten Arabern findet. Nach

ang der

auch die Titel der betr.

Stemschneider, August Müller und Rose

IS .

vor legenden Arbeit abgedruckt, Werke genauer ange~eben sind.

und

Ptolemaos ehennos 2) an Gallus entnommen

WIllen

I'

t

ist

.

es "

1m

es

All

annehmen

A

n

h

wo

Gleich der Lebensbeschreibung

der Schrift des

er d' 111gS zelg . dürfen

es

den

Ara~ernhabe mcht das Original, sondern nur eine flüchtig~Ab-

so vle e offenba:-e Lücken,3)

letzten

des Aristoteles

dass

wir

d~~

.

I

t

schnft davon vorgelegen.

Dass aber auch Ptolemäos nicht den

1) = Ay<5, wie oft bei den griech, Erklärern

2) Vgl. 3) 'k Vgl.

oben S.

unten

19

A.

4.

Verzeichnis

Nr.

31

und

.

32a· .,

A

Aristoteles

d

a

uc

h

d

er

an

von

d

n

t

ca,

rom

B

r.

os und Ptolemäos herausgebrachten Zahl von 1000 B" I

(vgl.

I

h

s~ o.

~2 a

vita

10,

Mare.

24 a

bei Rose Ar

.

frg

"

p

435,

"

EI'

las

verfassun~n JE' f"

"

vgl. Zell er II

2

ur em

S.

.

55

u(c D ler,n d )

aVl

~s

m

19) fehlt es weit, selbst wenn wir die Staat _

en; es wären

dann etwa 720 B" uc

'

h

s

er,

BI" uc 1 za hl

A.

2.

,

23

1(lva; df'ß Andronikos selber vor sich hatte, sondern ein von seinen Nachfolgern bereits mehrfach geändertes Verzeichnis, 1) erweist nicht nur die Einfügung der von Andronikos für unecht erklärten Schrift 1(8(!l E(!flT/velar;;, sondern mehr noch die An-

ordnung der

Gerade über diesen Teil der aristotelischen Schriften herrscht

ja die grösste Meinungsverschiedenheit. Bleiben wir aber dabei stehen, dass Andronikos' Ausgabe für die heutige Anordnung

PV(JI'K~ 71:(!aYflauLa.

massgebend war,

hin zu prüfen, ob wir vielleicht aus ihnen die Ansichten des Andronikos zu erkennen vermögen. Bei den Schriften des sogenannten Organon ist die heutige Anordnung dieselbe, die wir bei den griechischen und arabischen Zeugen finden, obgleich sie sich keineswegs ohne weiteres aus der Natur der Sache ergibt, wie u. a. Brandis, über die Reihen- folge der Bücher des Organons, a. O. S. 252 überzeugend nach-

selber darauf

so gilt

es eben,

die Schriften

gewiesen hat. Ebenso übereinstimmend erscheint die erste Reihe der physi-

kalischen

die Anordnung Einsprache erhoben w?rde. 2 ) Aber noch viel

1) Dass es schon früh verschiedene Verzeichnisse gab, geht wohl

schon aus Plutarchs Ausdruck wv<; vvv cpE(2opivov<; 31.{vaxa<; (s. o. S. 12 gegen, O. Müller-Heitz, gr. Litt.-Gesch. II 2 S. 261 A. 1) hervor; vergl. auch aus Alex. Aphrod. comm. ad librum de sensu et sens. 436a 6-8 [Thurot, A. d'Aphr., not. et extr. des manuscr. t. XXV Paris 1875 p. 12]:

Schriften geordnet,

obwohl

bereits sehr früh gegen

on

<58

31.E(21

6>V

31.(2oHJew

0<; B31.0f'EVWV Tfi m:(2t 'Pvxfj<;

{}Ew(2lq. Uyst,

wiiw

~e BOU 1'0 nee Z nvv lvegyetiiJv nuv Cepwv 7:lVE~ 7:e 8l0t "al ~tCJ. '"Cl ylyvOY7:Cl.t

{}Ew(2fjaal, &ll' ov 31.(20{}Sf'EVO<; 31.E(2t l;crwv UYEtV 31.(2wwv 31.E(21 äHwv uvwv TOV Myov 31.0UITal, w<; TtVE<; O/~{}'fjaav, viiv <58 31.8(21 ala{}'fjT'fj(2lWl' xal al- a{}'fjTwv, Uywv WTfl ravra 31.E(2t t;wfj<; TE xat {}avawii (leg. {}av,J.rov) xal V31.VOV

xal tY(!'fjy6(!aEw. xal Tfj<; xa{)' V:JfVOV f'avuxfj<;, e[{}' vaTE(2ov 31.E(21 t;cr wv , dHa

aVTO<; t<5~AwaE <5,' div

xal ravra Tij. :Jf(2ou{}e[a'fj<; [XEral 31.(2ayf'aTela<;

tmcps(2El. Wir sehen hier zwei sich widerstreitende Ansichten angegeben:

die einen wollen zuerst 'P und die sämtlichen parva naturalia, dann die Schriften über die Tiere, während Alexander die ihm vorliegende Aus- gabe (des Andronikos) verteidigt; a. O. p. 15 erklärt er, es fänden sich die von Aristoteles (436a 11-15) erwähnten avt;vylat "sv Tfj :Jf(2ayf'aulq. Tfj<; cpvOtxfj<;« behandelt. Vgl. d. b. Zell e r UI 1 S. 780 ii. Adrastos Gesagte. 2) .vgl. Ideler meteorol. II S. 347 ff. über f' <5 und Alexanders Ein-

24

deutlicher zeigt sich die Hand des Ordners bei denjenigen Schriften, die sich auf die Zoologie, Physiologie und Psycho- logie beziehen. Dieselben haben seit den Tagen des Andro- nikos den Auslegern, die sich mit ihrer Reihenfolge beschäftig- ten, "\<.iel zu schaffen gemacht. Ueberblickt man die verschiedenen Anordnungen, welche Buhle 1), Thiel 2 ) u. a. aufführen und die, welche spätere Gelehrte vorgeschlagen haben. so möchte man versucht sein, an mathematische Permutationsreihen zu denken; und doch war geraume Zeit der Liebe Mühe verloren, denn trotz aller Anstrengungen liessen sich uun einmal die ver- schiedenen Stellen, wo Aristoteles auf eine andere Schrift als bereits vorliegend verweist oder eine solche erst in Aussicht stellt, - denn davon ging man vorzugsweise aus - schlechter- dings nicht in Einklang bringen, obgleich Val. Rose es dabei fertig brachte, zu behaupten, eLfP1Tal bedeute ganz dasselbe wie ele~al3Tal (de Ar. libr. ord. p. 119). Den rechten Weg, aus diesen Schwierigkeiten herauszu- kommen, hat zuerst Trendelenburg 3) gezeigt mit folgenden Worten: Haec locorum inter se contentio difficillime componetur, si, ut sunt, intactos (sc. libros) ab Aristotele manasse conces- seris. Est tamen ratio, qua suspicionem amoveas, sive duplicem aliquam recensionem ab Aristotele institutam admiseris 4) sive libros, id quod verisimilius est, tanquam commentarios e scho-

würfe. Als Gewährsmann für die Anordnung des 6. nach dem 5. Buche der <P wird Andronikos ausdrücklich angeführt bei Simplikios, schol. Br. p. 404b 41.

d. alten

Litteratur und Kunst, 10. Stück Göttingen 1794 S. 33-45. 2) De Aristotelis zoologicorum librorum ordine ac distributione (Progr. gymn. Elisabetani a. 1855, Vratislav.) Eine zuverlässige Zu- sammenstellung der Früheren daselbst p. 19 und 20. V. Ro~e, de Aristo- telis librorum ordine atque auctoritate, Berol. 1854.

'rrendelenburg

Berolini 1833 p.

die später Tor s tri k in seiner Ausgabe der

Schrift üQ.~r die Seele Berlin 1862 auf grund einer im Parisinus E 1853

Schriften

1)

Ueber

die

Folge

der

des Aristot.eles,

BibI.

3)

4)

Aristotelis

de

anima

ed.

libri

tres

rec.

F.

A.

114 (H.

Bel'.

1877 p. 104).

Dieser Annahme,

sich findenden Paraphrase zu 'p vertrat, ist entschit'den Trendelenburg selber legt darauf kein Gewicht.

zurücbuweisen.

25

larum, quas habuit, ordine ipsorum fortasse discipulorum opera natos esse statueris. Aristotelem enirn tarn longo annorurn, per quos docebat, spatio non semel disciplinas, in quibus elaborabat, discipulis tradidisse tibi persuadeas. It~que si hi~ liber prima vice, qua disciplinae tradebantur, conscnptus est, lIle altera vel tertia, fieri potest, ut liber, etsi disciplinar~rn ipso ordine posterior, tanquarn alio prior, si ad priorem studlOrum decursum l'ettu- leris, significetur. 1 )

namentlich Brandls 2 ) an, der den Ge-

die

.

Ihm

schloss

weiter

sich

danken

meisten gefolgt 3) und die Citatenfrage i~t nunmehr n~rne.ntli~h seit dem Erscheinen des index Aristotehcus von Bomtz m em ruhigeres Fahrwasser gelangt. Die Citate werden nicht mehr auf die Folter gespannt, um auszusagen, was man von vorn- herein zu hören wünscht, sondern das Urteil wird in jedem einzelnen Falle auf Grund sorgfältiger, möglichst unbefangener

Untersuchung gesprochen

1) Vgl. R. Schöll, praef. p.5 ad Procli comm. in rempublicam Platonis (anecd. val'. Ir Berol. 1886), wo die Entstehung anscheinend sich widersprechender Citate aus gleicher Ursache schlagend nachge- wiesen wird. Die sich kreuzenden Citate des Al'istoteles sind besprochen bei H. Ritter, Gesch. cl. Philosophie III S. 29; Zeller II 2 S. 127lf.; H. Bonitz, index Aristotelicus s. v. 'Aewwd2'1)Q 95 b 25 sq. gibt die sämtlichen Citate mit kurzem Hinweis auf die angezogenen Stellen und den Ansichten der Gelehrten darüber. - Ueber Randbemerkungen des Aristoteles, die im Texte stehen und den Zusammenhang häufig stören, vgl. Christ praef. p. XVIII ad Aristot. metaphys., und praef. p. V ad Aristot. de arte poet. 2) Handbuch d. Gesch. d. griech,·röm. Philosophie 11 2 a (Berlin 1853), S. 110-119.

ausführte;

dieser

Erwägung

sind

seitdem

3)

Was

der innere

Grund

für

diese

Art zu arbeiten war, lässt

sich daraus entnehmen, was Christ in seinen platonischen Studien (Abh. d. K. B. Akademie d. W. XVII (1886), S. 454 ff.) mit folgenden Worten (S. 462) ausspricht: .Plato schrieb nicht in einern Zuge und er- hielt sich wesentlich auch dadurch frisch, dass er nicht immer an dem- selben Strange zog, sondern eine belebende Abwechselung zwischen die' verschiedenen Seiten seiner litterarischen Thätigkeit treten liess.· Das

gleiche dürfen wir auch bei Aristoteles annehmen. - Vgl. Ch r ist, Litteraturgeschichte 2. Auf!. S.403 und Windt'lband (Müllers Hand- buch V 1. B. S. 258).

26 Die wichtigsten HilfRmittel zur Beurteilung der gegenseitigen Beziehungen der einzelnen Schriften zu einander sind

26

Die wichtigsten HilfRmittel zur Beurteilung der gegenseitigen Beziehungen der einzelnen Schriften zu einander sind ja auch nicht solche einzelne auf diese oder jene Weise entstandene Ver- weisungen, sondern wir müssen vor allem den Inhalt und die jeweilige Absicht jeder einzelnen Abhandlung prüfen. Finden wir aber am Anfang oder am Schlusse, oder an beiden Stellen in einem bestimmten Kreise gleichartige kurze Zusammenfassungen früherer Abhandlungen und Ankündigungen der in Aussicht genommenen oder nunmehr vorzunehmenden Schriften, so sind wir in der Lage, sie auf ihre Z~sammen­ gehörigkeit zu prüfen, und dürfen es wagen, wenn sich wirklich ein ungezwungener Zusammenhang nachweisen lässt, eine ent- sprechende ehemalige Anordnung der betreffenden Bücher zu behaupten, wobei die Frage nach ihrem Urheber, wie überhaupt nach ihrer Zulässigkeit und Vereinbarkeit mit den sonstigen Annahmen einstweilen völlig aus dem Spiel bleibt. Ein solcher Zusammenhang scheint sich nun zu ergeben für die Anfänge und Schlüsse der Schriften, welche sich auf Tierkunde, Physio- logie und Psychologie beziehen und durch ihre verwickelten gegenseitigen Beziehungeu so viel Meinungsverschiedenheiten be- züglich ihrer Aufeinanderfolge hervorgerufen haben.

In der geistvollen Abhandlung "über die Reihenfolge der naturwissenschaftlichen Schriften des Aristoteles" 1) sagt Leon- hard Spengel bezüglich der Schlussworte der Met,eorologie (390 b 14 f.) folgendes: "Die letzten Worte der Meteorologie, dass der Mischung der 1l(!(;-)w (J'[OLXtla die ofloLflee~ folgen

und jedes

aneefl a n. s. w. sei, aus welchen die dVOflOlOftee~ hervorgehen und das aus ihnen zusammengesetzte Ganze, finden ihre Fort- setzung und Wiederaufnahme nur in dem Anfange der Tier-

von diesen zu erklären sei, z. B. was alfla, aaeg,

1) Abh. d. K. B. Akademie d. W. V (1847-1849), 2. Abteilung.

.Dieselbe fusst wesentlich auf:

dispositione, Monachii

1843, obgleicl;I der berühmte Verfasser dieser Schrift damals auch noch

er p. 35 vorsehlug, Zn

einer Verweisung zu liebe zwischen Z{hO 9 und 10 zu stellen.

den Ci taten zu viel Gewicht beimass , so dass

C. Pr a nt I, de Aristotelis librorull1 ordine atque

Die oben angeführte Stelle S. 156

f.

27

geschichte und des 2. Buches rreei ~(~WV floe1w'V, welche beide von den oflolOflee~ und a'VoflolOflee~ ausgehen, erstere mehr historisch, letztere physiologisch und streng wissenschaftlich." Nach dem Grundsatze, dass das ön dem GLOn vorauszugehen hat, entscheiden wir uns dafür, dass der Verfasser jener Schlussworte zunächst die Tiergeschichten folgen liess, dann die Schrift über die Teile der Tiere. Allein der Umstand, dass die Z t fast allgemein gar nicht zu den syntagmatischen, sondern zu den hypomnematischen Schriften gerechnet werden bei den Erklärern, muss uns be- züglich der h.ier gemachten Einteilung veranlassen, die Schrift Z fL als erste der einschlägigen Abhandlungen zu betrachten. Dann tritt auch das sogenannte 1. Buch über die Teile der Tiere, das aus mehreren einzelnen und wenig umfangreichen Erörterungen zusammengestellt ist, 1) da es stets vor Zfl{J gestellt wurde, an seinen richtigen Platz, an die Spitze der

ganzen Gruppe.

hier nicht erörtert zu werden, da sem Anfang keme Anknupf-

ung aufweist und der Schluss mit bestem Recht al: Ueber-

leitung zu Z fl {J in Anspruch genommen werden kann.) U nt~r

sich sind Z t und Z fl von Buch zu Buch ebenfalls öfter

solchen Uebergängen aneinander geknüpft,3) die nur bei den

1 ) Wie schon Brandis bemerkt hat, Geseh. der g.r.-röm. Phil~s. II 2 b, S. 1223 ff., der es ,rnethodologische Einleitung in dIe organolo~lsche Naturlphre" nennt. Die einzelnen Teile: über die Methode naturwlssen- scbaftlieher Untersucbungen, gegen die Dichotomie, über den Wert der BetraehtunO' der Natur (eine ganz hervorragende Erörterung in ,chöner Sprache), wOoran sich noch einige Bemerkungen über Einteilung schliessen, sind äusserlich wohl zusammengefügt durch Uebergänge, dIe grosse Ueber-

Ob Z fl a auch mit ~ t verknüpft ~urde, bra~ch.t

mIt

mit den unten anzuführenden Schliissen zeigen. Vgl. 642 b

2 -4 644 bO 15-21 645 b 2, 646 a 1-4: nfel {hEl' ofjl' [eingesetzt mit

einstimmunO'

"

"

cod. Bekk. U] 'WV re6nov rijq {he{Moov roaav{}' ~{h'il' fle~a{}w' wq u' wna, nftea{}W{hfl' dnf'il' nfel re rwl' "OtVWl' "al TWl' lOlwl', ae~a{hfl'Ot "a{}anfl! OtWelaa{hfl' newrol' ano rwl' newrwl'.

2) Zeller (Irr S. 96 1) hat Zweifel bezüglich der Stellung von Z{ha, während Christ, Litteraturgesch. S. 363 1 407 2 diese nicht antastet. aber den darin enthaltenen Ausführungen eine weitergehende Bedeutung beimisst, weil ,darin die ganze Methode der naturwissenschaftlichen Forschung dargestellt sei.'

kürzerer

den

,

.s:

3) Oder

es

erscheint

ein

Uebergang

dazu

benützt,

28

als unecht erkannten Büchern Zt I und Z t x fehlen: ein bedeut- samer Umstand, da auch bei x und n v kein solcher Anschluss am Anfang oder Ende des Buches gefunden wird.1)

lesen wir

Am Ende

d

I:J

Ub

1

des Werkes ZftO' 14. 697b 27-30 -

'

,

,.

J

.t'

--

~,

"

10 gen en e ergang: 1(8~t fU!V ovv Uuv ftO~IWV, uta uv' al1aav

)

cxaaTOV EaTIV 8V T()lq SIfJOI);,

PI

CI

J

r'

>J

et~1}Tat n8~1 navuuv TWV '::.o/wv xaS

~I

_

t'waTOV' TOVTWV O'e dl(U~Wflivwv ECP8~~); EaTI ux n8~l TCX);

xlv~a81~ (Bekk. nach PSU Y8via(1);; Rose verbessert Xlv~a8lq in Uebereinstimmung mit der lateinischen Uebersetzung: .de

partibus animalium incessui deservientibus", vgI. de libr. ord.

p.

140 unten)

aVHuv 0'18Mfeiv.

Die bei Bekk. mit Y und b bezeichneten Handschriften haben die letzten Worte von TOVTWV an nicht, bringen aber sofort

Zn 1. 704 a 4 n8~' O'e uuv X~Yjaipwv flo~Lcuv T07); 'cP0lq n~o);

'C~v xiv1}(Jtv

, l~,

'cov

f:aTtv

'C~v xaux

cxaa'Cov

)

'Conov

,

xal

aVHuv

EnlOx8n'Ciov

I

'ClVOr;

CI

cV8X8v

O'llX 'Civ' ahiav 'COtOV-

'1

vna~X81 X TI\

(I

Beim unmittelbaren Anschluss von Zn an Z fl 0' fiel eben

der kurze Hinweis als selbstverständlich aus. Jedenfalls schliesst sich Zn aufs beste an. Der Schluss des Buches lautet folgender-

massen:

714 b 20-24 TlX pev o'tv n8~l HUV po~/cuv, TlUV 'C' CtAAwv

xal Utv n8~l T~V 7(o~eiav u;v ~(,Jwv xal 7f8el naaav 'C~v iWT~

ß j

OI\.1}v,

EX O fl8VOV

I

'Conov

eWflivwv

,

fl8'Ca

-

TOVTOV

)/

EXet

\

'COv

Te07ro1'.N)

I

Cl

Ea'Cl

S8w~~aat n 8Qt l/Jvx~r;.

TOVTtuv

,

\'

\

UE O'IW-

Der hier gegebene Hinweis auf 1/J hat veranlasst, dass die Stelle allgemein für unecht erklärt wurde. 3 ) Aber warum soll

Aristoteles von einem Gegenstand zu einem eng verwandten 'Thema macht, so 497 b 1, 509 a 27; dagegen grössere Uebergänge Z d 1. 523 a

Zftß 1 646 a 8 sq. greift zurück bis auf ft

(meteorol.) <5 Schluss; über die Buchteilung, die nicht so sehr sachliche

Gliederung, als möglichst gleichmässige Raumteilung anstrebt, vgl. die bei Aubert-Wimmer und Frantzius gegebene Disposition der beiden Werke mit der gegenwärtigen Einteilung.

11. 704 a 3, wo ausdrücklich auf "reei yevsoE(Jg hin-

1) Vgl. auch Zu gewiesen wird.

31-b 1, e1. 538b 28-539 a2;

2) Dieser Schluss bezeugt ausdrücklich den unmittelbaren Anschluss

.~

an Zft.

3)

Vgl. Bonitz ind. Ar. p.

100a 57.

.~ a n Zft. 3) Vgl. Bonitz ind. Ar. p. 100a 57. 29 eine solche Anordnung

29

eine solche Anordnung unmöglich sein? Hier lassen WIr dem Alexander von Aphrodisias das Wort; aus der eben angeführten Stelle haben wir bereits seine Polemik gegen andere Einteilungs- vorschläge kennen gelernt; p. 13 a. O. zu 436 a 8-11 cpaiv8'Cal

O'e TlX fliyw'Ca xat Ul xomx 'Xal Ta l'O'ta 'Cwv ~q;wv XOtva 'C~q

'Ce l/Jvx~r; övw xat TOV aWflI:tTOr; erklärt er: "Ea'Cl O'e ~ UY81,

öu 'Ca PBV fdYlm;a uvv XaTa U;); TCVV ~lU(UV EV8eyeia); •• paiv8-

'Cal elvat xOlva l/Jvx~r;T8 xal a(uftaTOr;, xat ou T~); l/JVX~qaUT~!;

0.)

(\

/1'

,

,)

xa,r av'CYjv. il 8lXVVal 'l8 'rJfliV ou xal 'C'rJv 7(8QI aVTWv {) 8luQtav

oI)'Cw xe~ notetaSat aVV8nl(JX8n'C0flivOV); xat 'Ca 'Cov aw-

(_

(I

\

\

_

,

fta'Cor; pO(!la CJJ Otr; Xat ul wv at T(J)V l/JVXYjv cXOVTWV EvcQY8tal.

J

l

C

,

.1',

r

(_

'l

I

')

,

Wir räumen also nach der Anweisung der Schlussworte hier