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Christliche Mystik – Teil 3 Kontemplation - mystisches Erleben begünstigen

Folie 1 – Einführung

Wiederholung der letzten beiden Abende. Begegnung und Erfahrung, Herzschlag des Glaubens, Liebe
und Tod, Minnebrand und Impermanenz. Sprüche 14,10. Hiob und Jakob, wir haben 30 Zeugen aus
der Kirchengeschichte aufgerufen.

Wie ‚Mysik‘ ist auch ‚Kontemplation‘ ein bunt gebrauchtes Wort, oft eine Gegenbewegung gegen den
Overload und Stress unserer eng getakteten Zeit, das Pendel schlägt zurück, Entschleunigung.
Natürlich ist unser Thema hier die christliche Kontemplation, das

stille Aufschauen auf Christus, das Staunen über das menschgewordene heilige Geheimnis.

Der transzendente Gott wir immanent. Wir werden berührt von jemand der keine Hand hat, wir
sehen ohne zu sehen und erkennen ohne zu erkennen. ( Was redet der da? )

Der erste praktische Punkt: Lernen mit dem Paradox umzugehen. Über das binäre Denken
hinausgehen, Bsp. Neuron-Synapse. Gehen Sie zum blauen Punkt nicht zum grünen. Das hilft uns
aber nicht bei den Dingen Gottes. z.B. der Weg nach oben führt nach unten, was sich klein macht
wird gross, was schwach ist wird stark, empfangen indem wir geben, Freiheit durch dienen,
erhalten durch verlieren, finden indem wir verlieren, wir leben indem wir sterben!!!

Stell dir vor es gibt etwas dass man weder sehen ( Form, Farbe ) hören, riechen, schmecken oder
fühlen ( ertasten ) kann. Gott ist ungeschaffenes Licht, ein heiliges Geheimnis.

Folie 2 – Thomas Merton

Dazu befragen wir zuerst diesen nett lächelnden Mann. Beim Studium des Buches ‚New seeds of
contemplation‘ hat mich dieser Satz fasziniert und gepackt:

Folie 3- The poet...

Es geht darum dass der Kontemplative umgestaltet wir in ein Bild, das Bild Jesu Christi. Ein
Transformationsprozess der in der Stille geschieht, oder wie Paulus sagt ein Neuwerden des inneren
Menschen. Galater 2,20 nicht mehr ich lebe sondern Christus lebt in mir. ( Muss Christus jetzt
morgens den Wecker stellen? )

Die Mystiker geben uns wenig Rezepte/Übungen, wenn du das machst dann... usw. Es ist immer ein
locken und werben sich selbst auf den Weg zu machen. Das Ziel ist dass Gott sich selbst IN UNS
entdeckt. Die Liebe Gottes sucht sich selbst in uns.

Folie 4 – Stiller See

Wir alle kennen Zeiten der stillen, friedvollen Zurückgezogenheit, selbst der Extrovertierteste,
geselligste Mensch kennt und braucht solche Zeiten, z.B. im Urlaub. Das ist aber noch KEINE
Kontempl. Da wir oft genug uns zwar Erholen aber danach wieder genauso weitermachen also
unverändert wie vorher, es fand also keine nachhaltige Veränderung statt, sondern nur ein
Auftanken, das ist zwar gut und wichtig aber zuerst einmal KEINE christliche Kontemplation.
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Folie 5 – Maria/Martha

Die beliebteste biblische Geschichte zu unserem Thema ist natürlich die Maria/Martha Geschichte.
Also das stille Sitzen und Zuhören zu den Füßen Jesu, so wie wir es im Gebetsraum so oft erleben. In
vielen Stunden sind die Stühle unbesetzt weil wir alle auf dem Boden sitzten oder knien oder stehen.
Aber natürlich ist Jesus nicht mit den Sinnen wahrnehmbar da. Wir können natürlich die Bibel lesen,
was viele auch machen, das ist gut, aber manchmal braucht es eine tiefe Stille OHNE geschriebene
Worte, der Gott der Bibel möchte uns DIREKT begegnen. Also:

Folie 6 – Der Geist erforscht alles

Was passiert dann: Paulus bringt es auf den Punkt. Und wieder LIEBE. Die verborgenen Gedanken,
der vertraute Umgang. Der zweite praktische Punkt, vor allem an die Redner unter uns: Heilige
Geheimnisse plaudert man nicht aus, vorsicht NICHT alles erzählen was du mit Gott erlebt hast,
sonst ist der Lohn schon weg. Und um so tiefer die Begegnung und Erfahrung ist umso
NAMENLOSER und unbeschreiblicher wird sie.

Folie 7 – Geh in dein Kämmerlein

Es gibt eine verborgene, mystische Königskammer im innersten Wesen unserer Person. Das Reich
Gottes ist ENTOS in uns. Der König Jesus kommt wann und wie er will, obwohl er eigentlich schon
immer da ist ( Paradox ) wir merken es nur nicht. Wir warten still in der Kammer und wenn er
kommt dann wird nicht viel geredet sondern dann findet Begegnung statt. Und da wo der alte
König Ego die Kammer noch besetzt halten will werfen wir ihn in der Kontemplation sanft und doch
entschieden hinaus. Wie können wir jetzt

Folie 8 – Stiller Wald

Es ist wie wenn du mit deinem besten Freund oder deinem Partner durch den einsamen Wald gehst,
es findet vertraute Gemeinschaft und Austausch statt, manchmal mit Worten, manchmal ohne
Worte. Auf jeden Fall kommst du NICHT so aus dem Wald heruas wie du hereingegangen bist.
Rahmenbedingungen schaffen. Ob im Wald oder in einer Kontemplatiosstunde im GBH.

Folie 9 – Kniebänkchen

Das Zelt der Begegnung findet man im STILLEHALTEN. (Paradox) Praxis im GBH Freiburg, die
Kniebänkchen und die Decken. Unser Körper soll entspannt und doch nicht schläfrig ( Es gibt zwar in
besonderen Momenten ein liegen vor dem Herrn, ein heilige Augenblicke der Buße, ansonsten
empfiehlt es sich nicht zu liegen ) Stehen, aber als Ausdruck der Anerkennung, des ‚zu Füßen sitzens‘
das Bänkchen. Es hilft einfach aufrecht und entspannt zu sitzen. Am Anfang der Stunde gehe ich die
‚Checkliste‘ durch, so wie ein Pilot vor dem Start des Fliegers.

1- Aufrecht, nicht zusammen fallen, Wirbelsäule gerade


2- Gut geerdet, keine Kälte vom Boden her
3- Sich der Atmung bewußt werden ( Man kann auch das Gebet damit verbinden )
4- Verneigung und Anbetung, immer wieder bewußt machen was eigentlich gerade läuft.
5- Bei Müdigkeit, Augen auf, Blick auf bestimmten Punkt, nicht umherschauen, das ist
respektlos und unhöflich auch gegenüber den anderen Anwesenden ( Heizungsventil )
6- Jesusgebet: Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich meiner.
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Folie 10 – Facebook und Mails

Nachdem wir gestartet sind kommt normalerweise folgendes: Du merkst was für ein aktives Organ
dein Gehirn ist, die Denkmaschine, das komplizierteste bekannte Ding im Universum gibt keine Ruhe.

Hab ich eigentlich die Mail schon geschrieben, oh und das muss ich noch bei Facebook posten.

Maßhalten im Umgang mit digitalen Medien! In manchen K-Stunden summen die Handys, wie
wärs damit das Ding mal eine Stunde richtig AUSZUSCHALTEN

Folie 11 – Ameisen

Und das ist erst der Anfang, vor allem wenn wir mit der regelmäßigen Kontemplationspraxis
anfangen geht es richtig rund: Warum hat DER DAS zu mir gesagt, warum war SIE so UNFREUNDLICH,
wie war das noch mit DEM usw... Die Gedankenameisen krabbeln auf deinem Bewußtseinsschirm.
Dann kommen die DUNKELHEITEN und ABGRÜNDE die du vor dir selbst versteckt hast raus. Es wird
dir klar dass gutmeindende Menschen manchmal mehr Schaden anrichten als Menschen die in einer
strengen Selbstprüfung, einem Realitycheck, ganz zerbrochen und VERZWEIFELT sind, das ist der
Nährboden mystischer Begegnung. Es wird besser, wir brauchen WACHSAMKEIT, GEDULD, DEMUT,
Vertrauen auf Gottes Gnade.

Noch einmal auf das Jesusgebet hinweisen. Oder Vaterunser. Mit Beharrlichkeit und ruhiger
Entschiedenheit den Focus immer wieder zurückbringen.

Folie 12 – ruhige Kerzenflamme

Wie kommen wir zur Ruhe? Am Anfang denken wie noch wir müßten unser Gehirn irgendwie
abschalten, das geht aber nicht. Selbst im Tiefschlaf ( nicht nur beim Träumen ) ist unser Gehirn
hochaktiv, das Ding läuft unser Leben lang auf Hochtouren. Der Schlüssel ist dass wir GELIEBTE
KINDER GOTTES SIND und unsere Identität nicht nach Descartes ‚Ich denke also bin ich‘ ist.
Gedanken und Gefühle kommen und gehen, unsere Befindlichkeit ändert sich ständig und darauf
kann man einfach nicht bauen. Mal sind wir ganz andächtig bei der Sache, ein andermal total
abgelenkt. Herausforderung ‚beim Herrn sein‘, lass die Gedanken und Gefühlsschiffchen vorbei
ziehen, verhake und identifiziere dich nicht in deiner Befindlichkeit. Wir sind oft in einem falschen
Selbstbild gefangen, welches die Einigung mit der Liebe Gottes behindert.

Folie 13 und 14 - 2.Kor 3,18

Auch wenn es immer mysteriös sein wird, wenn es immer ein ‚wie kann es nur sein‘ bleiben wird, die
Essenz, den Herzschlag der Liebe, das ist Jesus Christus in uns, immanent und transzendent, und aus
dieser Begegnung, Beziehung und Erfahrung werden wir fruchtbar, das Samenkorn stirbt und bringt
VIEL Frucht, 30, 60 und 100fach. Aus reiner heiliger Gnade bekommen wir Anteil an der realen
geheimnisvollen Gegenwart Gottes.