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Verbindungen der Metalle & Nichtmetalle - Oxidationszahlen

Elektronegativität
Die Elektronegativität ist ein Maß für die Fähigkeit eines Atoms die Elektronen in einem Molekül an
sich zu ziehen. Im HCl-Molekül ist das Cl-Atom elektronegativer als das H-Atom. Die partiell negative
Ladung 𝛿 − befindet sich am Cl-Atom. Die Elektronegativität jedes Elements ist im Periodensystem
verzeichnet. Fluor ist das elektronegativste Element. Ihm wurde willkürlich der Wert 4,0 zugeordnet.

Im HCl-Molekül liegt eine polare kovalente Bindung vor. Je größer die Differenz der
Elektronegativitäten ist, desto größer ist die Polarität der Bindung. Ein Objekt, auf dem sich zwei
entgegengesetzte Ladungen des gleichen Betrags befinden, heißt Dipol.

Oxidationszahlen
Oxidationszahlen sind Ladungen, die den Atomen einer Verbindung nach bestimmten Regeln
zugewiesen werden. Die Oxidationszahl eines einatomigen Ions ist identisch mit seiner Ionenladung.
Z.Bsp. hat im Natriumchlorid (NaCl) das Na+-Ion die Oxidationszahl +I und das Cl—-Ion die
Oxidationszahl -I. Für die Bezeichnung der Oxidationszahlen verwendet man römische Ziffern, also:

1 2 3 4 5 6
I II III IV V VI

Die Oxidationszahlen von Atomen in Molekülen erhält man, in dem man die Elektronen von jeder
Bindung dem jeweils elektronegativeren der beiden miteinander verbundenen Atome zuweist. Im
H-Cl-Molekül werden die beiden Bindungselektronen dem Cl-Atom zugewiesen. Die so entstehenden
fiktiven Ionenladungen sind die Oxidationszahlen.

Ein Element kann in verschiedenen Verbindungen verschiedene Oxidationszahlen haben. Die


höchstmögliche Oxidationszahl eines Elementes ist gleich der Gruppennummer im Periodensystem.

Regeln zur Ermittlung von Oxidationszahlen:

1. Ein einzelnes Atom hat die Oxidationszahl null.


2. Die Oxidationszahl eines einatomigen Ions ist identisch mit seiner Ionenladung.
3. Die Summe der Oxidationszahlen aller Atome eines mehratomigen Ions ist gleich der Ladung
dieses Ions.
4. Hat ein Molekül die Ladung null muss auch die Summe aller Oxidationszahlen null ergeben.
5. Fluor, das elektronegativste Element, hat in allen Verbindungen die Oxidationszahl –I.
6. Sauerstoff hat meistens die Oxidationszahl –II.
7. Wasserstoff hat fast immer die Oxidationszahl +I.

Bsp.: Welche Oxidationszahl hat das P-Atom in H3PO4?

Oxidationszahl (H) = +I; Oxidationszahl (O) = -II;

3 ∙ 𝑂𝑥(𝐻) + 4 ∙ 𝑂𝑥(𝑂) + 1 ∙ 𝑂𝑥(𝑃) = 0


3 ∙ (+𝐼) + 4 ∙ (−𝐼𝐼) = −𝑂𝑥(𝑃) 𝑂𝑥(𝑃) = +𝑉

Alkalimetalle
Die Elemente der ersten Hauptgruppe werden als Alkalimetalle bezeichnet. Sie sind die
reaktionsfähigsten aller Metalle. Weiterhin sind Alkalimetalle sehr weich und können mit dem
Messer geschnitten werden. Sie haben niedrige Schmelz- und Siedepunkte.
Lithium Natrium Kalium Rubidium Cäsium
Smp. [°C] 179 97,5 63,7 39 28,5
Sdp. [°C] 1336 880 760 686 670

In chemischen Verbindungen haben Alkalimetalle stets die Oxidationszahl +I.

Erdalkalimetalle
Die Erdalkalimetalle sind Elemente der zweiten Hauptgruppe. Sie sind sehr elektropositiv und sind
nach den Alkalimetallen die reaktivsten Metalle. Im Vergleich zu den Alkalimetallen haben sie höhere
Schmelz- und Siedepunkte.

Beryllium Magnesium Calcium Strontium Barium


Smp. [°C] 1278 649 839 769 725
Sdp. [°C] Ca.3000 1107 1494 1384 1640

In chemischen Verbindungen haben Erdalkalimetalle stets die Oxidationszahl +II.

Metalloxide
Metalloxide sind Ionenverbindungen, die aus Metall-Ionen und Oxid-Ionen bestehen. Der Sauerstoff
im Oxid-Ion (O2-) hat stets die Oxidationszahl –II. Metalloxide entstehen durch Reaktion von Metallen
mit Sauerstoff:

2𝑀𝑔 + 𝑂2 → 2𝑀𝑔𝑂
Die Namen der Metalloxide bildet man aus dem Namen des Metalls und der Endung –oxid. Metalle
der Nebengruppen können verschiedene Oxidationsstufen haben. Diese Oxidationsstufen werden als
römische Ziffern in den Namen der Metalloxide angegeben. Bsp.: FeO = Eisen(II)-oxid (lies: Eisen-
zwei-oxid); Fe2O3 = Eisen(III)-oxid.

Metallhydroxide
Metallhydroxide sind Ionenverbindungen, die aus Metall-Ionen und Hydroxid-Ionen bestehen. Man
nennt den Namen des Metalls und die Endung –hydroxid. Wie bei den Metalloxiden muss man in
Klammern die Oxidationszahl des Metalls angeben, wenn das Metall in mehreren Oxidationsstufen
auftreten kann. Einige Metallhydroxide sind gut in Wasser löslich. Wässrige Lösungen der
Metallhydroxide nennt man Laugen. So wird NaOH(aq) als Natronlauge und KOH(aq) als Kalilauge
bezeichnet. Ca(OH)2(aq) wiederum heißt Kalkwasser. Wässrige Lösungen der Metallhydroxide, also
Laugen, können durch Reaktion der Metalloxide mit Wasser hergestellt werden:

𝑁𝑎2 𝑂 + 𝐻2 𝑂 → 2𝑁𝑎𝑂𝐻(𝑎𝑞)
Nichtmetalloxide
Nichtmetalloxide sind Molekülverbindungen, die aus einem Nichtmetall und Sauerstoff bestehen.
Wenn man z.B. Schwefel mit Sauerstoff reagieren lässt, so erhält man Schwefeldioxid:

𝑆 + 𝑂2 → 𝑆𝑂2
Die Namen bildet man aus den Namen der Nichtmetalle und der Endung –oxid. Die meisten
Nichtmetalle können mehrere Oxide bilden. Die Anzahl der Atome im Molekül wird mit griechischen
Zahlwörtern angegeben.
Anzahl der Atome Zahlwort Anzahl der Atome Zahlwort
1 mon(o) 4 tetr(a)
2 di 5 pent(a)
3 tri 6 hex(a)

Bsp.: N2O4 = Distickstofftetroxid; SO2 = Schwefeldioxid; P2O3 = Diphosphortrioxid

Aufgabe 1)

Schreiben Sie die Namen folgender Oxide:

Na2O, MgO, Al2O3, Cr2O3, MnO, Mn2O3, MnO2

Aufgabe 2)

Schreiben Sie die Formeln folgender Metalloxide:

Kupfer(I)-oxid, Kupfer(II)-oxid, Bariumoxid, Blei(IV)-oxid, Zinn(II)-oxid, Zinn(IV)-oxid

Aufgabe 3)

Schreiben Sie die Namen folgender Oxide:

SO2, N2O4, Cl2O, CO

Aufgabe 4)

Nennen Sie die Oxidationszahl folgender Metalle in ihren Oxiden:

Aluminium, Beryllium, Natrium, Magnesium, Calcium, Kupfer

Aufgabe 5)
Ordnen Sie mit Hilfe der Elektronegativitäten die Bindungen nach zunehmender Polarität.

Cs-O, Ca-O, C-O, Cl-O

Aufgabe 6)
Geben Sie mit Hilfe der Elektronegativitäten an, welche der Bindungen in jedem Paar jeweils stärker
polar ist. Geben Sie an, an welchem Atom die partiell negative Ladung zu finden ist.
a) N-I, P-I
b) N-H, N-F
c) C-O, C-S

Aufgabe 7)
Bestimmen Sie die Oxidationszahl von:

a) P in Na3P3O9
b) Bi in BiO+
c) S in S2O5Cl2
d) C in CH4