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Sachtextanalyse „Leben im neuen Klima“

Klimawandel ist ein immer wieder diskutiertes Thema, da die Klimaänderung für
die Umwelt von Tag zu Tag bedrohlicher wird. Es ist kein Wunder, dass es in
Amerika zu Waldbränden kommt, dass die Gletscher in der Schweiz schmelzen
und dass die ganze Welt abrupte Temperaturveränderungen verspürt.
In dem Zeitungsartikel „Leben im neuen Klima“ von Winfried Zügle, erschienen
am 13. 12. 2003 in der Zeitung „Augsburger Allgemeine“, geht es um die
Änderungen, die der Klimawandel auf lokaler und globaler Ebene bewirkt, und die
Maßnahmen, die zum Umweltschutz erforderlich sind. Der Zeitungsartikel von
Winfried Zügle hat eine informative Rolle und hat als Absicht, das Publikum auf
die Wichtigkeit des Themas Klimawandel aufmerksam zu machen.
Den Kommentar kann man acht Sinnabschnitte teilen.
Der erste Abschnitt veranschaulicht die Aktualität des Themas Klimawandel,
indem der Verfasser auf die letzten Nachrichten aus der Öffentlichkeit hinweist
und deren Schlagzeilen zitiert. Durch die zitierte Schlagzeile „Südbayern vor
trockenen Zeiten“ (Z. 2f) wird die Aufmerksamkeit des Lesers auf den von den von
dem Klimawandel beeinträgtigten Ort gelenkt: Südbayern. Somit wird die
Perspektive des Lesers auf eine lokale Ebene gerichtet. Darauf folgt die
Feststellung des Verfassers, die auch die erste These des Textes verkörpert: „Die
Hinweise, dass sich mit unserem Klima etwas tut, verdichten sich“ (Z. 5f), und als
Beleg für diese Anmerkung geht der Autor auf die Konsequenzen ein, die die
Natur, die Menschen und die Wirtschaft ertragen sollen.
Im zweiten Abschnitt des Textes werden erneut die Konsequenzen des
Klimawandels dargestellt, die durch eine Feststellung eingeführt werden: „Der
Sommer dieses Jahres hat ebenfalls einen Hinweis auf eine beginnende
Klimaänderung geliefert“ (Z. 13f). Es folgt der Beweis dieser Feststellung, der sich
auf den hohen Hitzegrad und die lange Dauer der Hitzeperiode bezieht. Um dies
mit einem Beispiel zu belegen, greift der Autor zu einem Fakt: „Das letzte
Jahrzehnt war das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung.“ (Z. 18f.)
Der nächste Abschnitt stellt die Opfer des Klimawandels dar. Um den Leser von
dem Schwergrad der Situation tatsächlich zu übrzeugen, bedient sich der Autor
einer von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gelieferten Information: 20000
Menschen seien in Europa an den Folgen der Hitze gestorben. Durch die Tatsache,
dass zu diesem Zeitpunkt im Text die Ortsangabe „Europa“ erscheint, wird die
Perspektive des Lesers erweitert und er kann die Problematik auf kontinentaler
Ebene betrachten. Dabei beruft sich der Verfasser auch auf zwei Beispiele aus
Frankreich und Italien, wo die öffentlichen Krankenhäuser die bedrohliche Lage
nicht richtig eingeschätzt haben.
Weiter wird der Blickwinkel auf globale Ebene gerichtet, da im Mittelpunkt die
Weltklimakonferenz in Kenia steht. Der Autor geht auf sein Argument ein, indem
er auf die Oberflächlichkeit aufmerksam macht, mit der die Problematik
Klimawandel behandelt wird. Es werden zwar „schöne Reden“ gehalten, aber
eben die Großmächte und zugleich die größten Umweltverschmutzer seien mehr
von Idealen als von konkreten und progressiven Handlungsinitiativen übrezeugt.
Um dies zu belegen, listet der Verfasser die „größten Umweltsünder“ auf wie
Russland, China und die USA, die nicht wirklich breit seien, den Ausstoß der Gase
zu verringern.
Der Verfasser vertritt im Weiteren die These, dass Europäer verantwortungs-
bewusster zu sein scheinen. Der Beweis dieser Behauptung liegt in dem Vorschlag
der Europäer, den Handel von Emissionsrechten einzusetzen, durch die
Schadstoffemissionen gesenkt werden könnten. Der Beweis wird auch anhand
eines Beispiels geliefert, bei dem die veröffentlichte Liste des
Bundesumweltministeriums erwähnt wird.
Das nächste Argument fängt auch mit einer Behauptung des Verfassers in Form
einer These an: „Allein, es wird nicht reichen.“ (Z. 51f) Er erklärt dies, indem er
sich auf Experten, Klimaforscher, bezieht. Als eine weitere Methode, den
Klimawandel zu stoppen, nennt der Verfasser die konsequente Klimaschutzpolitik.
In dem letzten Abschnitt bringt der Verfasser erneut die lokale Perspektive in den
Vordergrund. Er führt die Behauptung ein, dass Bayern für kommende
Veränderungen bereit sein muss. Um seine These zu unterstützen, führt der
Verfasser ein Autoritätsargument ein, und zwar bringt er die Meinung des
Wasserexperten Professor Wilderer in die Diskussion: Das Thema Bewässerung
solle auf die Tagesordnung gesetzt werden. Weiterhin verdeutlicht Winfried Zügle
seine Erklärungen mithilfe des Beispiels von verschiedenen Bedrohungen, denen
der Tourismus, der Haushalt, das Gesundheitswesen oder die Industrie ausgesetzt
seien.
Demzufolge fasst der Verfasser abschließend zusammen, dass das Leben im
neuen Klima unbequeme nueue Fragen stelle, die er unerklärt stehen lässt, doch
durch die es klar wird, dass der Verfasser beim Leser Bewusstesein dafür wecken
will, dass das Leben auf unserem Planeten vor neue Herausforderungen steht.
Da es um einen Sachtext geht, ist die Vielfalt der rhetorischen Mitteln
eingeschränkt, trotzdem sind in diesem Zeitungsartikel eine Reihe bildhafter
Begriffe zu finden. Darunter zählen die Epitheta in Form von negativwertenden
Adjektive, die die explizite Rolle spielen, die bestehende Klimasituation in ein
negatives Licht zu setzten und die dramatische Lage, in der sich die Menschheit
unter den aktuellen Klimabedingungen befindet, zu unterstreichen. Es geht um
Adjektive wie: „bedrohliche (Lage)“ (Z. 30) oder „unbequeme (Fragen)“ (Z. 70),
„klimaschädlicher (Gase)“ (Z. 40). Dazu verwendet der Vetfasser das Verb
„scheinen“ (Z. 42) in dem Satz „Einzig die Europäer scheinen das Klimaproblem
ernst zu nehmen“ (Z. 42 f), der hier abschwächend und mildernd wirkt, weil er als
Ziel hat, den Beitrag Europas bezüglich der Verbesserung der Klimapolitik in Frage
zu stellen. Dadurch hat der Verfasser die Intention, darauf aufmerksam zu
machen, dass auch die Europäer die Problematik des Klimwandels ernster
nehmen sollten.
Was meine persönliche Meinung in Bezug auf Winfrieds Zügles Zeitungsartikel
angeht, so bin ich davon überzeugt, dass der Verfasser sein Ziel erreicht, den
Leser zu informieren und ihm hauptsächlich bewusst zu machen, welche Risikos
und bedrohliche Konsequenzen das Klimawandel mit sich bringt. Trotzdem
verbleibt der Leser am Ende seiner Lektüre mit noch unerklärten Begriffen, die
der Verfasser nicht nur erwähnt, sondern mithilfe derer er sogar Argumente
bildet. Ein Beispiel dafür sind die Begriffe: „der Handel von Emissionsrechten“. Ein
tiefgründiger Ansatz des Verfassers ist essentiell, damit der Text überzeugend und
umfassend auf den Leser wirkt.
Außerdem fand ich die Struktur als einen positiven Aspekt dieses Sachtextes. Die
Argumente wurden meistens mit einer These eingeführt und folgten der Struktur
eines Argumentationsganges, nämlich These, Beweis und Beispiel. Auch fand ich
die Herangehensweise des Autors positiv wirkend, weil er von der lokalen Ebene
ausgegangen ist und schrittweise den Blickpunkt des Lesers auf die globale Ebene
erweitert hat. Danach ist er spiegelweise vorgegangen, indem er von der globalen
Ebene zurück auf die lokale kommt.
Zusammenfassend kann man dem Artikel Winfried Zügles nicht wirklich
widersprechen, weil er eher informativ als argumentativ wirkt. Der Verfasser geht
auf die aktuelle Klimasituation ein, er stellt die Konsequenzen anhand aktueller
Nachrichten und Statistiken vor, verdeutlicht die Verantwortung der Großmächte
und der Europäer und schlägt dabei Maßnahmen vor, die von der internatonalen
Gemeinschaft getroffen werden sollten. Abschließend kann man behaupten, dass
Winfried Zügle sein Ziel, den Leser zu informieren, zu warnen und auf die
Ernsthaftigkeit des Themas Klimawandel aufmerksam zu machen, erreicht hat.