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Arten und Artenbildung

Für die Artenbildung muss man zwei Begriffe kennen:

Allelfrequenz bezeichnet die relative Häufigkeit eines Allels in einer Population. Die
Genfrequenz berechnet sich aus der Zahl der Kopien eines bestimmten Allels dividiert durch
die Gesamtzahl der Kopien aller Allele, die in der Population vorhanden sind.
Evolution findet statt, wenn sich die Allelfrequenz über Generationen in einer Population
ändert. Mögliche Ursachen hierfür sind natürliche Selektion (verändert die Frequenz
einzelner Allele) oder Gendrift (eine zufällige Veränderung der Allelfrequenz innerhalb des
Genpools einer Population)

Genpool: ist die Gesamtheit der Erbanlagen aller Individuen innerhalb einer Population
Evolution findet statt, wenn sich die Allelfrequenz über
Generationen in einer Population ändert. Mögliche Ursachen
hierfür sind natürliche Selektion (verändert die Frequenz einzelner
Allele) oder Gendrift (eine zufällige Veränderung der Allelfrequenz
innerhalb des Genpools einer Population)
Barrieren zwischen den Genpools (Reproduktive Isolation)

1. Geografische Isolation

2. Unfruchtbarkeit/Sterblichkeit der Hybriden

3. Zeitlich und verhaltensbedingte Isolation:

 unterschiedliche Paarungszeiten oder Wach-/Schlafrhythmen


 Verhalten: optisch (sehen), akustisch (hören), haptisch (tasten), chemisch (riechen),
mechanisch (z.B. Geschlechtsorgane passen nicht zusammen)
Polyploidie und Artenbildung

Man spricht von sympatrischer Artbildung, wenn die Entstehung einer Art im Gebiet der
Ursprungsart stattfindet. Sie kommt v.a. bei polyploiden Pflanzen vor. Man unterscheidet
zwei verschiedene Varianten:

Allopolyploidisierung: Nach einer Kreuzung von zwei verschiedenen Arten, die in der
Regel unfruchtbar wären, kommt es durch Verdopplung der Chromosomen zu einer
polyploiden Pflanze mit einer geraden Anzahl an Chromosomen (z.B. tetraploid = vier
Chromosomensätze). Dadurch ist die Pflanze zum einen von der vorherigen diploiden Art
genetisch isoliert und zum anderen fruchtbar.

Autopolyploidisierung: Die Verdopplung der Chromosomen erfolgt durch die Pflanze


selbst und nicht durch Artkreuzung. Gründe können z.B. Fehler während der Meiose
sein.
Schematisches Beispiel der sympatrischen Artbildung

1.Zwei verschiedene Blumenarten existieren nebeneinander.


2. Beide Blumenarten haben sich miteinander fortgepflanzt. Daraus sind unfruchtbare Blumen entstanden,
die sich nur durch ungeschlechtliche Vermehrung fortgepflanzt haben.
3. Durch eine zufällige Allopolyploidisierung hat sich die Anzahl der Chromosomen verdoppelt und
die Pflanze kann sich sexuell fortpflanzen. Fortan existiert sie als dritte Art neben den zwei
ursprünglichen Blumenarten.

Zusammenfassung
•Sympatrische Artbildung beschreibt das Entstehen von Arten im Gebiet der Ursprungsart.
•Diese Form der Artbildung ist vor allem bei Pflanzenarten zu beobachten. Bei Säugetieren
würde Polyploidisierung in der Regel zu Unfruchtbarkeit führen bzw. letal für den
Organismus sein.
Allopatrische und sympatrische Artenbildung

Artenbildung: die Bildung einer neuen Art durch


Abspaltung von einer bestehenden Art.

Sympatrisch: in derselben geographischen Zone.

Allopatrisch: in verschiedenen geographischen Zonen.


Adaptive Radiation

Unter adaptiver Radiation versteht man die Entstehung vieler neuer Arten aus einer einzigen
Stammart heraus. Zur adapativen Radiationen kommt es durch Einnischung der Art in
unterschiedliche ökologische Nischen. Faktoren wie geografische Isolation, sowie das Fehlen von
natürlichen Feinden begünstigen den Vorgang der adaptiven Radiation.

Die Darwinfinken sind ein absolutes Musterbeispiel wenn es um die Erklärung einer adaptiven
Radiation geht:
Hauptnahrungsquelle des Geospiza magnirostris (1) sind Samen, während der Certhidea
olivacea (4) ein Insektenfresser ist. Dieses Prinzip der Konkurrenzvermeidung entstand
durch das Anpassen an unterschiedliche ökologische Nischen
Zusammenfassung

•Wenige Gründerindividuen bildeten eine Gründerpopulation auf einer der


Galapagos-Inseln

•Durch Zufall gelangten Individuen dieser Stammart auf eine weitere Insel und
waren vorübergehend geografisch isoliert

•Mit der Zeit entwickelten sich die beiden Population derart auseinander, das sie
voneinander reproduktiv isoliert waren

•Erneut durch Zufall gelangte die zweite Art zurück auf die Ursprungsinsel und
konkurrierte dort entweder mit der Ursprungsart um eine ökologische Nische
oder besetzte eine andere ökologische Nische

•Dieser Vorgang der adaptiven Radiation (Auffächerung einer Art) hat sich
mehrmals wiederholt
Konvergente und divergente Evolution

Divergente Evolution: sehr unterschiedliche Arten entwickeln sich aus gemeinsamen


Vorfahren

Konvergente Evolution: Ähnliche Merkmale entwickeln sich unabhängig voneinander


(bei unterschiedlichen Arten; Beispiel „Homologe Organe“)
Evolutionsgeschwindigkeit/Evolutionsrate

Die Evolution hat sich in einer sehr unterschiedlichen Geschwindigkeit entwickelt. Viele Lebenwesen
gab es nur zu einer bestimmten Zeit (Saurier sind innerhalb kurzer Zeit ausgestorben  damit
konnten sich die Säugetiere besser ausbreiten).
Generell nimmt man an, dass Arten mit rascher Generationsfolge eine raschere Evolution durchleben.
Diese Annahme ist aber nicht allgemein gültig (Mensch entwickelte sich in 140000 Generationen in
3,5 Mio. Jahren, die Fruchtfliege in 140000 Generationen in 8400 Jahren. Der Mensch hat sich sehr
verändert, die Fruchtfliege nicht.
Es gibt zwei Ansichten zur Evolutionsgeschwindigkeit:

1) Ansicht der Gradualisten: Gradualismus ist der langsame Übergang von einer Form auf eine
andere (viele kleine Mutationsschritte)

2) Ansicht der Punktualisten: Theorie des unterbrochenen Gleichgewicht  lange Zeiträume ohne
beträchtliche Änderung und kurze Zeiträume rapider Evolution (z.B. durch Trennung des
Genpools)