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Genetik-Begriffe: Chromosomen, Gene und DNS

Im Biologie-Unterricht fallen öfter die Begriffe Chromosome, Gene und DNS. Aber was steckt
eigentlich hinter diesen Begriffen?

Chromosomen: Was sind Chromosomen?


Beginnen wir mit den Chromosomen. Zunächst möchten wir euch eine Übersetzung des
Fachbegriffes „Chromosom“ geben: Das Wort kommt aus dem Altgriechischen und setzt
sich aus den beiden Wörtern „chróma“ und „sóma“ zusammen. Dabei bedeutet „chróma“ so
viel wie Farbe und „sóma“ so viel wie Körper. Zusammengesetzt ergibt sich also das Wort
„Farbkörper“.
Die Chromosomen sind die Strukturen in den Zellen, die die Gene enthalten. Sie befinden
sich im Inneren einer Zelle, dabei kommen sie in allen eukaryontischen Zellen vor, also den
Zellen, die einen Zellkern besitzen. Das können sowohl menschliche, tierische als auch
pflanzliche Zellen sein. Die Gene liegen fast alle auf den Chromosomen in den Zellen.

Aufbau der Chromosomen


Die fadenähnliche Struktur der Chromosomen erscheint in biologischen Zeichnungen oft als
X-Form. Dies ist jedoch eine veranschaulichende Art der Darstellung. Die Chromosomen
sind eigentlich nicht mehr als ein Gewirr aus vielen Fäden, welche zwar vom Zellkern vier
verschiedene Abzweigungen haben, jedoch nicht eindeutig als X definiert werden können.
Der Aufbau des Chromosoms ist recht einfach. Dabei spielt das Zentrum des Chromosoms
eine entscheidende Rolle in der Benennung des Körpers. Das Centromer, oder auch
Zentrum, des Chromosoms unterteilt ein Chromosom in zwei Chromatide. Sobald das
Centromer in der Mitte der beiden Stränge liegt, wird das Chromosom metazentrisch
genannt. Es gibt jedoch auch Fälle bei denen das Centromer ziemlich am Ende liegt, sodass
ein Arm verkürzt erscheint. Dann spricht man von akrozentrisch. Sobald das Centromer
zwischen der Mitte des Chromatiden und dem Ende liegt bezeichnet man es als
submetazentrisch.

Funktion der Chromosomen


Die Chromosomen sind die Strukturen in den Zellen, die die Gene enthalten. Alle
verschiedenen Chromosomen, die in einem Individuum vorkommen, bilden zusammen den
Karyotyp. Die Individuen einer Art und vom gleichen Geschlecht haben normalerweise
dieselbe Ausstattung an Chromosomen und somit den gleichen Karyotyp.
Damit in den Zellen der Generationen immer die gleiche Anzahl der Chromosomen
vorhanden ist, und die Zahl der Chromosomen außerdem steigen kann, müssen die
Chromosomen reproduziert werden. Das bedeutet sie werden kopiert und es entstehen neue
Chromosomen. Dafür gibt es zwei Arten der Vermehrung der Chromosomen. Die Meiose ist
die geschlechtliche Vermehrung. Ihr Gegenstück, die ungeschlechtliche Vermehrung wird
Mitose genannt. Siehe hierzu unsere Artikel Meiose und Mitose.

Fortpflanzung: Die Geschlechtschromosomen

Schon durch die Mendelschen Gesetze war klar, dass es bei der Fortpflanzung sehr auf
genetische Informationen ankommt. Zur Erinnerung: Mendel zeigte schon anhand von
Pflanzen, dass sich Merkmale auf Nachkommen übertragen können. In diesem Abschnitt
beschäftigen wir uns nun mit den Geschlechtschromosomen, sowie zwei möglichen
Fortpflanzungsverfahren.

Ursprünglich kennt die Natur die Vermehrung durch Zellteilung - oft auch Mitose - genannt.
Dabei wird das genetische Material der Eltern ohne Veränderung an die Nachkommen
weitergegeben. Um das Erbgut einer Mutterzelle auf zwei Tochterzellen zu verteilen, werden
die Chromosomen in der Interphase verdoppelt. Ein Chromosom, das nach der Teilung
zunächst aus einem Chromatid besteht, hat nach der Verdopplung zwei Chromatide. Diese
Art der Vermehrung wird auch als vegetative Vermehrung bezeichnet. Diese
Fortpflanzungsart bringt jedoch ein großes Problem mit sich: Die Weiterentwicklung eines
Lebenswesens kann nur durch Mutation erfolgen.

Aus diesem Grund ist es sinnvoll, dass die Natur eine zweite Möglichkeit der Vermehrung
zur Verfügung hat: Die sexuelle Vermehrung. Dies führt dazu, dass die Nachkommen
andere Gene aufweisen, als eines der Elternteile (Fachwort: Meiose). Zur Ermöglichung
dieser Art der Fortpflanzung werden männliche und weibliche Keimzellen benötigt.
Körperzellen eines sich sexuell fortpflanzenden Organismus besitzen zwei
Chromosomensätze und werden damit als diploid (2n) bezeichnet.
Eine Zelle enthält also einen doppelten Chromosomensatz aus mütterlichen und väterlichen
Erbanlagen. Es wäre jedoch sehr ungünstig, wenn die Keimzellen für die Fortpflanzung
doppelt vorlägen. Denn dies würde dazu führen, dass mit jeder weiteren Generation an
Nachkommen eine Verdopplung des Chromosomensatzes entstehen würde. Aus diesem
Grund haben Keimzellen einen haploiden (einfachen) Chromosomensatz. Vater und Mutter
vererbten somit ihre Chromosomen jeweils einfach, damit der Nachkomme einen doppelten
Chromosomensatz aufweist.

Der Mensch und seine Chromosomen:


Wir Menschen haben 46 Chromosomen. Diese spalten sich in zwei Paare auf, diese
besitzen jeweils 23 Chromosomen. Der Begriff homologe Chromosom bezeichnet ein
Chromosom, das mit einem anderen Chromosom in Gestalt und Abfolge der Gene
übereinstimmt. Jede diploide Zelle hat einen Satz homologer Chromosomen - eines vom
Vater und eines von der Mutter. Ausnahme sind die Geschlechtschromosomen des Mannes,
die als heterologe Chromosomen bezeichnet werden. Homologe Chromosomen können
Chromosomenpaare bilden.

Wichtig zu wissen ist, dass von diesen 46 Chromosomen zwei als Geschlechtschromosomen
bezeichnet werden. Übrig bleiben 22 Chromosomenpaare, diese werden als Autosomen
bezeichnet. Die Geschlechtschromosomen werden bei der Frau als XX und beim Mann als
XY bezeichnet.

Wer hat wie viele Chromosomen? Mensch und Tiere im Vergleich


Wir möchten euch hier einmal aufschreiben, welche Tiere welche Anzahl von Chromosomen
besitzen. Diese Auflistung gilt dem Interesse der Leser dieses Artikels.

 Der Mensch hat 46 Chromosomen.

 Ein Schimpanse besitzt 48 Chromosomen.

 Die Fledermaus hat 44 Chromosomen.

 Ein Hund besitzt 78 Chromosomen.

 Ein Schwein ist mit 38 Chromosomen ausgestattet.

 Ein Opossum verfügt über nur 18 Chromosomen.

 Außerdem besitzen die Amsel 80 Chromosomen und ein Huhn 78 Chromosomen.

 Auch interessant zu wissen: Ein Champignon ist mit nur 8 Chromosomen


ausgestattet.

Gene

Als Gen wird meist ein Abschnitt auf der DNA bezeichnet, der die Grundinformationen zur
Herstellung einer biologisch aktiven RNA enthält. Der Begriff Gen wird oftmals auch als
Merkmalsanlage bezeichnet, da das Gen eine bestimmte Funktion übernimmt,
beispielsweise die Ausprägung der Haarfarbe oder ähnlichem. Ein Gen kann also auch als
Erbanlage bezeichnet werden. Es trägt die Erbinformationen. Die Gene sind dafür
verantwortlich, dass Informationen zu Merkmalen der Ausprägung von Generation zu
Generation weitergegeben werden.

DNA / DNS

Die Bezeichnung DNS steht für Desoxyribonukleinsäure. Doch meist liest man auch DNA,
welches die englische Bezeichnung für DNS ist. Denn „Säure“ wird ins Englische mit „acid“
übersetzt. Daher variiert der letzte Buchstabe bei der Bezeichnung. Biologisch wird jedoch
nichts anderes beschrieben. Die DNS sieht wie eine schraubenförmige Doppelhelix aus. Die
Desoxyribonukleinsäure ist ein langes Kettenmolekül (Polymer), aus vielen Bausteinen, die
man als Nukleotide bezeichnet. Jedes Nukleotid hat drei Bestandteile: Phosphorsäure bzw.
Phosphat, den Zucker Desoxyribose sowie eine Base. Bei den Basen existieren vier
verschiedene Typen: Adenin (A), Thymin (T), Cytosin (C) und Guanin (G). Es können sich
jedoch immer nur zwei bestimmte Basen miteinander verbinden: Adenin und Thymin sowie
Guanin und Cytosin.

DNA Replikation
Habt ihr schon einmal etwas von dem semikonservativen Prinzip gehört? Nein? Das ist das
Verfahren, mit welchem die Desoxyribonukleinsäure sich selbst verdoppelt. Eine Folge
mehrerer Vorgänge gliedert dieses Verfahren in Teilabschnitte. Als kurzen Überblick
möchten wir euch erklären, dass die DNA oder DNS mit Hilfe von Enzymen aufgetrennt wird.
Nun werden die Stränge repliziert und mit Hilfe von Primase synthetisiert. Das bedeutet,
dass sie verdoppelt werden. Denn die Stränge, welche im Moment noch aus nur einer Base
bestehen, benötigen natürlich auch einen Gegenstrang. Deshalb müssen die vorherigen
Gegenstränge repliziert werden. Diese Art der Verdopplung nennt man auch Replikation.
Das semikonservative Prinzip
Wir möchten euch hier kurz den Erfolg zweier Biologen vorstellen, die im Jahre 1958 einen
Versuch entwickelten, bei dem es darum ging, die Replikation von DNA in ein Schema
einzuordnen. Sie nannten diesen Versuch „Meselson-Stahl-Versuch“, da die Nachnamen der
Wissenschaftler Meselson und Stahl waren. Mit diesem Versuch lässt sich nachweisen, dass
die DNA semikonservativ repliziert, also vervielfältigt wird. Dies bedeutet, dass nach der
Replikation die beiden neuen Moleküle aus einem alten Strang und einem neu gebildeten
Strang bestehen. Auch hier lässt sich wieder feststellen, dass Adenin und Thymin und
Guanin und Cytosin sich stets gegenüber stehen. Andere Varianten wie Adenin und Guanin
zum Beispiel sind nicht möglich.