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Kommunikationshilfen Stand 02/17

Kommunikationshilfen

© Die Pflegeschule (DPS) GmbH 1

Trachealkanülen
Unterstheidungen

Spreth-
Elektronische- Kanülen
Sprechhilfen

Ösophagus-
Ersatz-
sprache

Stimmshunts
Computer-
gestützt
Kommuni-
kations-
tafeln

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Sprechkanülen
Prinzip:

• Einatmung über die Trachealkanüle


• Luft aus der Lunge kann über
Kehlkopf und Stimmbänder
entweichen.

geblockte
Kanüle

Phonations
kanüle /
entblockter
Cuff

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Pflege eines Menschen mit Tracheostoma 1


Kommunikationshilfen Stand 02/17

Sprechkanülen
Material:

• Kanüle mit Phonationsfenster


• Alternativ: Ungeblockte Kanüle
(Empfohlen: Tight-to-Shaft-Cuff)
• Sprechventil
• Alternativ: Manueller Verschluss der
Kanüle vor dem Ausatmen

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Sprechkanülen
Voraussetzungen zur Anwendung:

• Ausreichende Schutz– und Schluckreflexe


• Volle Bewußtseinslage / Kooperation
• Ausreichende Spontanatmung,
• PEEP < 6 (generell)
• Absprache mit Arzt und Therapeuten

Achtung!

!
• Erhöhte Aspirationsgefahr!
• Mögliche Luftnot / Minderbelüftung
• Hohe Misserfolgsquote bei schlechter Vorbereitung!
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Sprechkanüle
Pflegeziele:

• Kommunikation ermöglichen
• Soziale Integration ermöglichen
• Identitätsverlust verhindern
• Sekretmanagement / Husten fördern
• Körperliche Belastbarkeit durch
wiedererlangen der Bauchpresse
fördern
• Geschmacks- und Geruchssinn fördern
• Appetitlosigkeit vermeiden
• Atemförderung -> Weaning

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Pflege eines Menschen mit Tracheostoma 2


Kommunikationshilfen Stand 02/17

Sprechkanüle
Vorbereitung in der Pflege:

• Betroffenen über Maßnahme informieren

• 45 ° Oberkörperhochlagerung

• Patienten mit bekannter Regurgitation ca. 1 h vorher


Nahrungskarenz, während des Sprechens keine Nahrung oder
Flüssigkeit zuführen

• Ausgiebige Mundpflege m. Zungenreinigung

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Sprechkanüle
Vorbereitung in der Pflege:

• Mund-Nasen-Rachenraum und subglottischem Raum gut


absaugen
• Bronchialtoilette gründlich durchführen

• Zungen- und Kiefermuskulatur lockern / sensibilisieren

• Atemübungen durchführen

• Sauerstoffapplikation anschließen

• ggf. Pulsoxymetrie anschließen


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Sprechkanüle – Anwendung Sprechventil


Durchführung:
• Cuff komplett entblocken (Ausnahme gefensterte Kanüle)
• Nach dem entblocken abgesacktes Restsekret aus dem
subglottischem Raum steril absaugen
• Räuspern lassen, ggf. nochmals subglottisch u. endotracheal
absaugen
• Sprechventil aufsetzen
• Betroffenen auffordern zu räuspern oder zu husten
-> ggf. nochmals absaugen
Achtung!
• Sprechventil wird erst aufgesetzt, wenn der Luftweg über
Stimmbänder und Rachen sicher frei ist!!!
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Pflege eines Menschen mit Tracheostoma 3


Kommunikationshilfen Stand 02/17

Sprechkanüle – Anwendung unter Beatmung


Besonderheiten:

• Vor dem Aufsatz


Atemwegsdurchgängigkeit durch
manuellem Verschluss der Kanüle
testen
• Einstellungen des Respirators anpassen
lassen:
Tidalvolumen / Druck
Triggerempfindlichkeit
FiO²
Alarme (Leckage)
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Modus …

Sprechkanüle – Anwendung unter Beatmung


Vorteile:

• Sprechen ist trotz Beatmung


möglich

• Reduzierung von
Schluckstörungen durch
Wiederherstellung des
subglottischen Drucks

• Ggf verbessertes
Sekretmanagement

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Sprechkanüle – Anwendung Sprechventil


Beobachtung:

• Aspirationszeichen

• Erschöpfungszeichen

• Atmung

• Sprachbild und Inhalt


Achtung!
• Es bedarf manchmal etwas Motivation, da sich manche Kunden
vor ihrer eigenen Stimme erschrecken.
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Pflege eines Menschen mit Tracheostoma 4


Kommunikationshilfen Stand 02/17

Sprechkanüle – Anwendung Sprechventil


Nachbereitung:

• Beim Beenden der Maßnahme Sprechventil entfernen

• Cuff blocken

• Betroffenen wieder ans Beatmungsgerät oder die feuchte


Nase anschließen

• Dokumentation Dauer der Sprechfunktion, Auffälligkeiten.

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Pflege eines Menschen mit Tracheostoma 5