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16.11.

2013 1

Allgemeine Prozessgrundsätze

Dispositionsgrundsatz <> Offizialgrundsatz: Soll das Verfahren …


- nur auf Antrag (Dispositionsgrundsatz)
- oder (auch) von Amts wegen (Offizialgrundsatz) eingeleitet werden?

ZPO

A. Dispositionsgrundsatz wird in der ZPO in folgenden Punkten verwirklicht


1. Zivilprozess kann es nur auf Antrag (=Klage, Einbringung von Rechtsmitteln) geben
- Das gilt IMMER (auch wenn es öffentliches Interesse am Prozess gibt): zB.: im Verfahren auf
Feststellung des (Nicht- )Bestehens einer Ehe: hier muss der Staatsanwalt Klage einbringen
2. Gericht nicht befugt ist, einer Partei etwas zuzusprechen, was nicht beantragt ist
> nur Sachanträge sind Gegenstand der gerichtlichen Verhandlung und Entscheidung
> Bei Rechtsmitteln: Begrenzung des Umfanges der Überprüfungsmöglichkeit der Rechtsmittelgerichte durch
die Rechtsmittelanträge (§ 462 Abs 1, § 504 Abs 1 ZPO)

B. Offizialgrundsatz wird in der ZPO NICHT verwirklicht


Verfahren nie von Amts wegen eingeleitet
Verfahrensgegenstand wird nie vom Gericht bestimmt

EO: Dispositionsgrundsatz wird überwiegend verwirklicht

Einleitung des ZVV nur auf Antrag des betreibenden Gläubigers

beachte aber die Ausnahmefälle von § 118 Abs 2 EO, § 325 ZPO, § 17 NWG

Betreibender Gläubiger kann aber auch folgendermaßen über das Verfahren disponieren:

- kann den Exekutionsantrag jederzeit zurückziehen


- kann dem Verpflichteten Stundung gewähren oder auf den Vollzug (auf bestimmte Zeit) verzichten
- Ein Exekutionsverzicht ist
1. möglich: ab Zustellung des Exekutionstitels (Urteil…) an den Gläubiger bis Ende des Vollzugs
2. aber unwirksam: vor Zustellung des Exekutionstitels!!
- kann sich grundsätzlich auch das Exekutionsmittel aussuchen - das heißt:
es gibt keine zwingende Rangfolge von Exekutionsmaßnahmen (sog „gradus executionis")
Betr Gl kann auch bei kleinerer Forderung sofort Liegenschaftsexekution betreiben
Beachte aber die Ausnahmen auf der nächsten Seite
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Wann kann sich Betreibender Gläubiger das Exekutionsmittel NICHT aussuchen (OffizialG)

Variante 1: Betreibender Gl verzichtet vertraglich zB auf Zwangsversteigerung


Variante 2: gesetzliche „Exekutionsreihenfolge“ (gradus executionis) vorgesehen:
§§ Inwiefern besteht „Reihenfolge“ Unter welchen Voraussetzungen
14 /1 Beschränkung der Ex-Bewilligung auf einzelne aus dem E-Antrag ergibt sich klar
EO) Vollstreckungsmittel dass bereits eines oder mehrere der beantragten Mittel
zur Befriedigung des betr Gl voll ausreichen
201 Aufschub des bewilligten Zwangsversteige- >Antrag des Verpflichteten
EO rungsverfahrens + Anordnung der >jährlicher Ertrag der Bewirtschaftung der Liegenschaft
Zwangsverwaltung reicht aus, den betr Gl zu befriedigen
14/3 Nach bewilligter Fahrnisexekution (FAX), - seit Bewilligung 1 Jahr verstrichen ist ODER
EO ist eine Forderungsexekution (FOX) nach -betr Gl bescheinigt, dass er erst nach dem Antrag auf
§ 294a EO (= mit unbekanntem Bewilligung der FAX von der Existenz der wiederkehrenden
Drittschuldner) nur bewilligbar, wenn Geldforderung erfahren hat
264a Versteigerung der per - FAX + FOX gemeinsam geführt wird UND
EO FAX gepfändeten Sachen - nicht § § 14 Abs 2, § 27 Abs 1 und § 41 Abs 2 EO anwendbar sind UND
wird amtswegig aufge- - Erlös der FOX innert 1 Jahres voraussichtlich zur vollständigen
schoben, wenn (kum) Befriedigung führen wird
14/2 FOX auf Gehaltsforderung ist >Exekution nach § 294a EO erfolglos geblieben ist ODER
EO bereits anhängig > FAX ist dann >Drittschuldner die gepfändete Forderung nicht als begründet
zwar bewill-igbar, aber erst dann anerkannt/ keine Erklärung abgegeben hat ODER
vollziehbar, wenn >Betr Gl den Vollzug der FAX nach Erhalt der Drittschuldner-
erklärung beantragt

Außerstreit: Hier gelten sowohl Dispositions,- als auch Offizialgrundsatz

Es gibt nämlich 3 Gruppen von außerstreitigen Angelegenheiten

Verfahren, die nur auf Antrag Verfahren, die nur von Amts Verfahren, die auf Antrag und von
eingeleitet werden wegen stattfinden Amts wegen stattfinden können
- Aufteilung des ehelichen • Verlassen-schaftsverfahren
Vermögens nach § 81 EheG, nach § 143ff • Sachwalterbestellung, 117
- Todeserklärungsverfahren • Unwirksamerklärung eines • Unterbringung 18 UbG
Vaterschaftsanerkenntnisses • Obsorgeverfahren, 177a
nach § 164 AußStrG
= reiner Dispositionsgrundsatz = reiner Offizialgrundsatz Beide Grundsätze gelten

Welche Rechtsfolgen sind an diese Unterscheidung noch geknüpft?

♦ für Zurückziehung des Antrags (siehe § 11),


♦ für die Fortsetzung des Verfahrens nach Unterbrechung (siehe § 26 Abs 3),
♦ für das Ruhen des Verfahrens (siehe § 28 Abs 2-4),
♦ für den prätorischen Vergleich (siehe § 30 Abs 3)
♦ für die Bindung des Gerichts an die Anträge (siehe § 36 Abs 4, § 55 Abs 2, § 70 Abs 1, § 77 Abs 2) –
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Untersuchungsgrundsatz <> Verhandlungsgrds: Muss das Gericht
dafür sorgen, dass alle für seine Entscheidung die Tatsache akzeptieren, dass die Parteien einzelne
maßgebenden Tatsachen aufgeklärt werden Beweis- verfahrensrelevante Fragen gar nicht aufklären wollen
mittel ohne Rücksicht auf das Verhalten der Parteien auf (zB aus Kostengründen)
ihre materielle Wahrheit prüfen
Untersuchungsgrundsatz Verfahrensgrundsatz

ZPO = Es gilt der „Abgeschwächte Untersuchungsgrundsatz“

Der Untersuchungsgrundsatz zeigt sich worin?


- Wahrheits,- und Vollständigkeitspflicht der Parteien (vgl § 178 Abs 1 ZPO).
- Richter muss wahrheitsgemäße Sachverhaltsfeststellung herbeiführen („diskretionäre Gewalt des Richters“)
o alle auf Grund des Parteivorbringens vom Richter als entscheidungserheblich erachteten Tatsachen
müssen amtswegig festgestellt werden (§ 182 ZPO)
o Richter muss darauf hinwirken, dass alle erheblichen Tatsachen vorgebracht werden
- Ri kann amtswegig alle Beweismittel aufnehmen, von denen (..) Aufklärung über erhebliche Tatsachen zu
erwarten ist" (vgl 183 Abs 1 Z 4 ZPO) - zB kann er anordnen:
1. Auftrag an Parteien zur Vorlage/ Herbeischaffung von Urkunden, Akten, Auskunftssachen
2. Vornahme eines Augenscheins
3. Begutachtung durch Sachverständige und die Ladung von Zeugen
Unter der Einschränkung, dass
• Auftrag zur Urkundenvorlage nur dann ergehen darf, wenn sich mindestens 1 Partei auf sie berufen hat
• Zeugen- und Urkundenbeweis generell unmöglich ist, wenn sich beide Parteien dagegen aussprechen
Der Untersuchungsgrundsatz wird wie vom Verhandlungsgrundsatz beschränkt?
1. Die Parteien (und nur diese) haben

alle notwendigen Behauptungen aufzustellen (Behauptungslast)

und dafür auch die entsprechenden Beweise anzubieten (vgl 226 Abs 1 + 239)

Tun sie das nicht wird nur das Vorbringen der erschienenen Partei für wahr gehalten
2. Nach hRspr kann Richter überschießende Beweisergebnisse nur verwerten, wenn die Parteien

nachträglich entsprechende Behauptungen aufstellen (1 Ob 163/98 x)

überschießende Beweisergebnisse liegen vor, wenn die Beweisaufnahme Tatsachen

zu Tage fördert, die über die Parteibehauptungen hinausreichen


Folge: wenn die Parteien ihre Behauptungen nicht ergänzen, ist der Richter gezwungen

„ein auf unvollständiger oder unrichtiger Sachgrundlage beruhendes Urteil zu fällen“,

obwohl der Sachverhalt eigentlich vollständig (= überschießend) aufgeklärt wurde.

3. Die hRpsr verbietet auch den sog Ausforschungs- oder Erkundungsbeweis, dem keinerlei
Tatsachenbehauptungen zugrunde liegen
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Exekution

Grundsätzlich gilt UntersuchungsG Verhandlungsgrundsatz gilt va bei der Exekutionsbewilligung


Gericht kann zur Aufklärung des >Exekutionsbewilligung
maßgebenden Sachverhalts von * erfolgt NUR aufgrund des aktenkundigen Vorbringens des betr Gl
Amts wegen Erhebungen pflegen + * Erhebungen werden hier gemäß § 55 Abs 2 EO ausgeschlossen
notwendige Bescheinigungen und * Ausnahmen jedoch in §§ 294a, 358 EO
Beweisaufnahmen anordnen

Außerstreit: Es gilt Untersuchungsgrundsatz §§ 16, 17 AußStrG

a Was ist aus diesem Grundsatz aber NICHT ABZULEITEN

aa. dass die Parteien jetzt gar nichts mehr zu tun hätten
→ entscheidungserhebliche Umstände können GERADE nur mit deren Mithilfe erforscht werden
→ P haben auch hier Wahrheits- und Vollständigkeitspflicht
→ deren (Nicht)erfüllung ist im Rahmen der freien Beweiswürdigung (§ 32) zu beurteilen
bb. dass das Verfahren jetzt EWIG LANG DAUERT
> dh.: Gericht darf nicht ad infinitum nach der „Wahrheit" forschen
> sondern im Ausmaß vertretbaren Aufwandes muss der Wahrheit möglichst nahe gekommen werden
> Ausfluss dieser Vorgabe sind §§ 17 und 33 AußStrG

b. Präklusions- und Säumnisfolgen - §§ 33, 17

aa. Trotz Untersuchungsgrundsatz präkludiert die Beweisaufnahme bei


♦ VERSPÄTETEM Vorbringen der betr Tatsachen bzw Beweismittel UND
♦ im Raum steht, dass damit das Verfahren verschleppt werden soll UND
♦ Erledigung der Beweisaufnahme zu einer erhebl Verzögerung führe
bb. § 17 regelt explizit die Säumnisfolgen: Wenn Partei mit Vorbringen säumig ist
1. muss das Gericht eine Äußerungsfrist setzen
bei deren Versäumung das Gericht davon ausgehen kann
dass die Partei keine Einwendungen gegen die Angaben der anderen Partei hat
2.Schlüssigkeit des Vorbringens der anderen Partei (Partei 2) ist aber vom Gericht zu prüfen
→ wenn das G. Zweifel an den Tatsachenbehauptungen von Partei 2 hat
MUSS das Gericht ausnahmsweise den Sachverhalt – trotz Verspätung - von sich aus aufklären
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Parteibetrieb <> Amtsbetrieb: Wer ist für Inganghalten des Verfahrens


verantwortlich?

ZPO

Grundsätzlich herrscht Amtsbetrieb – Gericht nimmt vor: Parteibetrieb (dh.: ohne Handeln der Partei passiert

nichts) gilt nur bei

Anberaumung von Tagsatzungen, Ladungen, Ingangsetzen des Prozesses (Klage, Rechtsmittel)

Zustellungen, Herbeischaffung von Beweismitteln, Beendigung des Verfahrens durch Vergleich

Beendigung des Rechtsstreites (Beschluss auf Schluss

der mündlichen Verhandlung 1. Instanz)

EO

Grundsätzlich herrscht Amts- Parteibetrieb (dh.: ohne Handeln der Partei passiert nichts = Stillstand des

betrieb – Gericht nimmt vor: Exekution) gilt nur bei

Inganghalten des Vollzugs >Ausbleiben des Strafantrags auf Verhängung v Beugestrafen durch den betr Gl

(durch Weisungen an wenn Verpflichteter in der Unterlassungsexekution weiterhin titelwidrig handelt

Gerichtsvollzieher etc) >Ausbleiben des Mitwirkens des Betr Gl bei der Delogierung durch Bereitstellen

Arbeitskräfte und Transportmittel für Wegschaffung der Fahrnisse


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Prozessgrundsätze, die ein „fair trial" (im Sinne des Art 6 EMRK)
garantieren sollen

Grundsatz der Mündlichkeit


als Entscheidungsgrundlage wird nur das verwendet was in einer mündlichen

Verhandlung vorgebracht worden ist

ZPO

Grds der Mündlichkeit äußert sich in §§ 176, 177 und 182a

Parteien müssen vor dem erkennenden Gericht mündlich verhandeln


- Ablesen schriftlicher Aufsätze statt mündlichen Vorbringens ist unzulässig > ist zurückzuweisen
- Dokumente, die ans Gericht gesendet werden, sind somit unbeachtlich (anders im AußStrverf)
2. Parteien sind mit ihren Anträgen, Tatsachenbehauptungen Beweisen und Beweisanbietungen zu hören
3. Gericht hat mit ihnen ihr Sach- und Rechtsvorbringen zu erörtern.
4. Mündliche Verhandlung ist stets Voraussetzung der Sachentscheidung – Ausnahmen:
- Versäumungsurteil
- Zahlungsbefehl im Mahnverfahren
- Aufkündigung bzw Übernahms- und Übergabeauftrag im Bestandverfahren
- Zurückweisungsbeschlüsse

Einschränkungen d Mündlichkeit (zu Gunsten der Rechtssicherheit)

1. Anbringen (Klage, Klagebeantwortung etc) müssen schriftlich FIXIERT sein


2. Urteil muss stets schriftlich ausgefertigt werden (auch bei mündlicher Verkündung: gekürzte Urteilsausfertigung)
3. Grundsatz der Mündlichkeit wird im Rechtsmittelverfahren durchbrochen
Wenn sie von niemandem beantragt wird, braucht eine mündliche Berufungsverhandlung nicht stattzufinden
Gericht ist jedoch nicht gehindert, von Amts wegen eine solche anzuberaumen (bei Notwendigkeit)

Verstoß gg Grds d Mündlichkeit: Wird durch Verstoß auch das rechtliche Gehör verletzt?

Ja: 477 Abs 1 Z 4 ZPO

Nein: Diesfalls liegt bloß ein sonstiger Verfahrensmangel iS des § 496 Abs 1 Z 2 ZPO vor
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Exekution:

Grundsätzlich schriftliches Verfahren, mündliche Verhandlung vor Bewilligung der


Exekution ausdrücklich ausgeschlossen

Ausnahmen:

idF §§ 353 ff EO kann das Gericht den Verpflichteten einvernehmen (§ 358 EO),sofern nicht Gefahr im Verzug ist,
bei Anträgen auf Einschränkung/ Einstellung der Exekution, die nicht vom betrGläubiger gestellt werden (§ 45 / 3 EO)
bei Verhandlungen über Widersprüche (§§ 128,185,213,398 EO);
im Zwangsversteigerungsverfahren
• bei Erteilung des Zuschlags (§ 185 EO).
• beim Einstellungsantrag des Pfandgläubigers, der sein Recht nach § 462 ABGB ausüben möchte (§ 200)
• beim Antrag des Verpflichteten auf Einleitung der Zwangsverwaltung anstelle der ZVS (§ 201)
• bei der Verteilung des Meistbots (§§ 209 ff, 285 Abs 3 EO).

Außerstreit

zwingende mündliche Verhandlung: nur in besonderen Materien vorgesehen

- im Abstammungsverfahren
- in bestimmten Ehesachen nach § 94 Abs 1
- bei Bestellung eines Sachwalters nach § 121 Abs 1
- bei erheblicher Erweiterung der Sachwalterschaft § 128 Abs 2
- im Verfahren über das Erbrecht nach § 162
- in Sonderverfahren nach § 37 Abs 3 Z 10 MRG , § 24 Abs 2 EisbEG, § 22 UbG

Ansonsten gilt § 18 AußStrG

es steht dem Gericht stets frei, eine mündliche Verhandlung anzuberaumen, wenn es dies für
zweckmäßig erachtet
zur Beschleunigung des Verfahrens,
zur Erhebung des Sachverhalts
zur Erörterung von Rechtsfragen.
Unterschied zu § 177 ZPO
Es muss nicht das GESAMTE Parteivorbringen mündlich erfolgen

auch schriftl Vorbringen = beachtlich (Überreichter Schriftsatz in d Verhandlung)


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Unmittelbarkeitsgrundsatz
Entscheidungsgrundlage ist nur das, was sich vor dem erkennenden Gericht abgespielt hat.

ZPO: Es gibt 2 Formen der Unmittelbarkeit

1. sachliche Unmittelbarkeit:

Beweise sind NUR vor dem erkennenden Gericht aufzunehmen

Durchbrechung der sachlichen Unmittelbarkeit durch mittelbare Beweisaufnahme

1. Beweisaufnahme im Rechtshilfeverfahren
2. § 281 a ZPO: Wenn in gerichtlichen Verfahren A bereits Beweis aufgenommen wurde (Protokoll
oder das Sachverständigengutachten), kann dieses Beweismittel in Verfahren B verwendet werden
3. Unter den Voraussetzungen nach 488 / 4 ZPO reicht im Rechtsmittelverfahren die Verlesung der
Protokolle aus dem erstinstanzlichen Verfahren
4. In den Fällen der Beweissicherung, weil das Beweismittel sonst verloren geht oder seine Benützung
erschwert würde (§386 ZPO)
5. Einschränkungen der Unmittelbarkeit bei der Klageüberweisung nach 261 Abs 6 ZPO

persönliche Unmittelbarkeit: Urteil nur von jenen Richtern, die an der zugrunde liegenden
mündlichen Verhandlung teilgenommen haben
1.Bei Änderung der Gerichtsbesetzung während des Verfahrens: § 412 Abs 2 ZPO
Neudurchführung der mündlichen Verhandlung
mit Benützung der Klage, der zu den Akten gebrachten Beweise und des Verhandlungsprotokolls
2. § 138 ZPO bei Erstreckung der Verhandlung muss Richter in neuer Tagsatzung
- mündlich verlesen: die bisherigen Verhandlungsergebnisse aufgrund des Protokolls
- daran die Verhandlung anzuknüpfen

Rechtsfolgen bei Verstößen

Variante 1: Verstoß gegen sachliche Unmittelbarkeit

Wenn durch den Verstoß auch zB wenn Richter die Verhandlung vor Beweis- Folge Nichtigkeit nach § 477 Abs 1 Z 4
das rechtliche Gehör verletzt wird erörterung gem § 357 ZPO schließt ZPO

wenn Beweise im Rechtshilfeweg zB bei Beweisaufnahme durch ersuchten Richter Folge: wesentlicher Verfahrensmangel

aufgenommen werden ohne ohne dass dem persönlichen Erscheinen im Sinne des § 496 Abs 1 Z 2 ZPO
gesetzliche Voraussetzungen unverhältnismäßige Kosten verursachen würde

Übrige Verstöße gegen UBK zB Verstößen gegen 386 ZPO Wahrnehmung der Verletzung der Unmittelbarkeit setzt
Rüge gem § 196 ZPO voraus

Variante 2: Verletzung der persönliche Unmittelbarkeit

Verletzung des § 412 Abs 1 ZPO (persönliche U) Nichtigkeitsgrund nach § 477 Abs 1 Z 2 ZPO
Richterwechsel NK, wenn neue Richter keine neue Verhandlung durchgeführt + Sofort Urteil gefallt hat
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EO + Außerstreit: dort wo mündliche Verhandlung sein muss, gelten in Bezug auf
die Unmittelbarkeit die Regelungen der ZPO

da, wo Mündlichkeit Pflicht ist (s.o.) GELTEN JDNF die Vorschriften über Unmittelbarkeit

Beweise nur vor dem erkennenden Gericht aufgenommen

Beschlüsse nur durch jenen Richter der an der Verhandlung teilgenommen hat

§ 276 Abs 1, § 412 Abs 1 ZPO iVm § 78 EO

Grundsatz des beiderseitigen rechtlichen Gehörs


jeder, der durch eine gerichtliche E in seinen Rechten betroffen wird hat Recht, in dem zu dieser
Entscheidung führenden Verfahren gehört zu werden
„in seinen Rechten betroffen wird“
- beide Parteien
- Personen, die parteigleiche Stellung haben
- bedenkliche Lücken: Gehöranspruch Dritter, die von konstitutiven Urteilswirkungen (Gestaltungswirkung,
Tatbestandswirkung) betroffen sind?
i. Beiladung durch öffentliche Bekanntmachung?
ii. Streitverkündung?
„ gehört zu werden“ – dh.
- sich zum Streitgegenstand sowohl in tatsächlicher als auch in rechtlicher Hinsicht zu äußern
- Recht, Tatsachen und Beweise vorzubringen
- zu den Anträgen und dem Vorbringen des Gegners Stellung zu nehmen
- die Beweisergebnisse zu erörtern

ZPO:

Die Gehörgewährung kann wie ablaufen?

- in der Gelegenheit zur mündlichen Stellungnahme liegen, oder auch in bloß schriftlicher Form.
- Vor der Entscheidung sein oder auch nachher
1. (zB.: Anfechtungsmöglichkeit im Mahnverfahren durch den Einspruch!)
2. Bei Rechtsmittelbeschränkungen muss aber die Entscheidung aufgrund eines zweiseitigen
Verfahrens zu Stande gekommen ist.

Daraus ergeben sich folgende richterliche Pflichten

- Verpflichtung zur ordnungsgemäßen Zustellung


1. aller wesentlichen Schriftsätze
2. der gerichtlichen Verfügungen und Entscheidungen
- zur Ladung zur mündlichen Verhandlung,
- zur Anhörung der Vorträge der Parteien bei der Verhandlung (§ 177 Abs 1 ZPO)
- zur Erörterung ihres Sach- und Rechtsvorbringens mit ihnen (§ 182a ZPO).

Verletzung des rechtl. Gehörs: § 477 Abs 1 Z 4,5 ZPO + Nichtigkeitsklage (§ 529/1/2)
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EO

Rechtliches Gehör im einseitigen Exekutionsbewilligungsverfahren:

Dies ist iSd rechtlichen Gehörs problematisch, weil


- Bewilligung erfolgt NUR aufgrund Angaben des betreibenden Gläubigers im Exekutionsantrag

- Verpfl erfährt erst mit Zustellung d Bewilligung vom Verfahren

- Verpfl hat Rekurs dagegen - dieser unterliegt aber Neuerungsverbot der ZPO

Daher bekommt der Verpfl nach der EO eine Menge besonderer Rechtsbehelfe
Impugnationsklage: Einwände gegen die E-bewilligung)

Oppositionsklage: Einwände gegen vollstreckbaren Anspruch

Antrag auf Aufhebung der Vollstreckbarkeitsbestätigung: bei Zustellmängeln

Rechtliches Gehör des Antragsgegners bei einstweiligen Verfügungen:

Wird gewahrt durch den Widerspruch gegen Bewilligung einer einstweiligen Verfügung (=Alternative zum

Rekurs), wenn Antragsgegner nicht vor Fällung der eV einvernommen wurde (kein Neuerungsverbot)

Ausnw Fälle, wo rechtliches Gehör vor Fällung einer Entscheidung gewährt wird:

Wer hat es Wann In welcher Form


Betr Gl wenn Verpfl Einstellungs- od Einschränkungsantrag stellt mündliche Verhandlung
Antragsgegner KANN (!) vernommen werden zum Antrag auf keine mündliche Verhandlung, sondern
Erlassung einer einstweiligen Verfügung bloße Einvernahme od schriftliche
Stellungnahme bzw Antragstellung.
Antragssteller MUSS vernommen werden, wenn Antragsgegner keine mündliche Verhandlung, sondern
Antrag auf Aufhebung /Einrschr der eV stellt bloße Einvernahme od schriftliche
Stellungnahme bzw Antragstellung.

Außerstreit

Ausgestaltung des rechtl Gehör → bleibt dem Ermessen des G überlassen § 15

a. den Parteien kann Gelegenheit gegeben werden sich schriftlich zu äußern


b. G. kann auch gleich eine Tagsatzung abhalten
c. im Rechtsmittelverfahren
- ist zwar keine formelle schriftliche Rekursbeantwortung vorgesehen
- doch muss das RekursG in anderer angemessener Weise rechtliches Gehör zu gewähren (§ 52)

§3 Abs 2 AußStrG: P haben Fragerecht

ggü den anderen PP, deren Vertretern


Zeugen und Sachverständigen
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Öffentlichkeit (§ 171 ZPO)

ZPO

Grundsatz der Volksöffentlichkeit (Art 90 Abs 1 B-VG + Art 6 Abs 1 EMRK )

Volksöffentlichkeit umfasst

- jede erwachsene, grundsätzlich unbewaffnete Person;


- die Prozesshandlungen der Parteien und des Gerichts unmittelbar wahrnehmen und verlautbaren kann,
- ohne daran ein besonderes Interesse nachweisen zu müssen.

Volksöffentlichkeit bedeutet Recht dieser Personen

- den Ort der Verhandlung bei Nachfrage leicht feststellen zu können und
- ohne Hindernisse Zutritt zur Verhandlung zu erhalten
- verboten aber Fernseh- und Hörfunkaufnahmen + Übertragungen sowie Film- und Fotoaufnahmen
öffentlicher Verhandlungen (Tonaufnahmen aber erlaubt!) - (§ 22 MedienG)

Volksöffentlich gilt bei

mündlichen Verhandlungen
Entscheidungsverkündungen vor dem erkennenden Gericht

Nicht öffentlich sind

Von Gesetz wegen


- die außerhalb d mV vor dem erkennenden Gericht (zB im Rechtshilfeweg) stattfindenden Einvernehmungen

- Ehesachen

- Verfahren in anderen nicht rein vermögensrechtlichen Streitigkeiten zwischen Ehegatten (§ 460 Z 3 ZPO).

Von Amts wegen auszuschließen ist die Volksöffentlichkeit, wenn


1. die Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung gefährdet erscheint ODER

2. eine Verhandlungsstörung oder Erschwerung der Sachverhaltsfeststellung zu befürchten ist

Auf Parteienantrag kann es zum Ausschluss kommen, wenn


3. Tatsachen des Familienlebens erörtert werden müssen,

4. Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse oder das Amtsgeheimnis gefährdet erscheinen (§ 172 Abs 2 ZPO;

§ 26 UWG; § 30 KSchG; § 13 Abs 2 AHG und § 11 Abs 2 OrgHG).

ungerechtfertigte Ausschluss der Öffentlichkeit > § 477 Abs 1 Z 7 ZPO

Veröffentlichung des Inhalts einer Verhandlung, bei der die Öffentlichkeit ausgeschlossen
war > gemäß § 301 Abs 1 StGB strafbar.
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Grundsatz der Parteiöffentlichkeit

Umfasst die Parteien

Parteiöffentlichkeit bedeutet Recht der Parteien,

• von allen Gerichtshandlungen + Prozesshandlungen des Gegners Kenntnis zu nehmen und

• an den Tagsatzungen teilzunehmen

Parteiöffentlichkeit gilt

immer
auch bei Verhandlungen
- bei denen die Volksöffentlichkeit ausgeschlossen ist, und

- und Vernehmungen im Rechtshilfeverfahren

- im Eheverfahren

Nicht Parteiöffentlich sind

- Entwürfe zu Urteilen und Beschlüssen durch das Gerichts

- Protokolle über Beratungen und Abstimmungen des Gerichts

- Schriftstücke, welche Disziplinarverfügungen enthalten (§ 219 Abs 1 ZPO)

Verletzung der Parteiöffentlichkeit = immer Verstoß gg rechtl. Gehör >§ 477 /1/ 4

EO

Exekutionsverfahren grundsätzlich nicht VOLKSöffentlich (§ 59 Abs 1 EO)


- auch dort, wo eine mündliche Verhandlung stattfindet

- Volksöffentlichkeit besteht aber bei Versteigerungstermin in der Liegenschafts- und Fahrnisexekution

- Beachte (§ 55 /1 EO). Jede Partei kann verlangen, dass gestattet werde

1. außer ihrem Bevollmächtigten


2. einer Person ihres Vertrauens die Anwesenheit bei ihrer mündlichen Einvernahme

3. sofern nicht begründete Besorgnis besteht, dass die Anwesenheit zur Störung missbraucht werde
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Parteiöffentlichkeit besteht aber bei allen Exekutionshandlungen (§ 32 EO)
- Recht an etwaigen mündlichen Verhandlungen teilzunehmen

- Recht beim Vollzug zugegen zu sein

- betr Gl kann beantragen,

1. dass

i. die Pfändung unter seiner Beteiligung stattfindet (vgl § 552 Geo),

ii. damit er den Gerichtsvollzieher auf etwaige Exekutionsobjekte hinweisen kann

2. diese Interventionsmöglichkeit im Vollzug könnte auch zum Kostenschinden missbraucht werden

i. Betr Gl hat daher KEINEN Anspruch auf Ersatz der Kosten für die Beteiligung am Vollzug

ii. wenn die hereinzubringende Forderung 2.000 € nicht übersteigt

Außerstreit § 19 Abs 1

Volksöffentlichkeit

Besteht grundsätzlich immer

Ausschluss des Öffentlichkeitsgrundsatzes:

Von Gesetz wegen


in Ehe-, Kindschafts- und Sachwalterschaftsangelegenheiten (§ 140)
im Verlassenschaftsverfahren (§ 185).
Von Amts wegen auszuschließen ist die Volksöffentlichkeit, wenn dies
- im Interesse eines Pflegebefohlenen liegt od
- andere berücksichtigungswürdige Gründe (zB Erörterung von Tatsachen des Familienlebens) vorlieg.

Gesetzwidriger Ausschluss der Öffentlichkeit = Rekursgrund

Parteiöffentlichkeit
Ist grundsätzlich immer gegeben:
jede Partei kann in solchen Fällen mit ihrem Vertreter und einer Vertrauensperson erscheinen (§ 19 Abs 5)

Ausschluss BESTIMMTER PERSONEN nach § 20 aus besonderen Sachgründen


> dagegen ist kein Rechtsmittel zulässig

> die ausgeschl Partei muss trotzdem zu den Ergebnissen der dann stattfindenden

Beweisaufnahme Stellung nehmen können (sonst Nichtigkeit wg Entzug des rechtlichen Gehörs)
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Grundsatz der Verfahrenskonzentration


Nach 6 MRK besteht Anspruch auf eine Entscheidung „innerhalb einer angemessenen Frist"

In welchen Bestimmungen findet sich dieser Grundsatz?


• Tatsachenbehauptungen und Beweisanbote können als verspätet, verfahrensverzögernd, prozessverschleppend

zurückweisen (§§ 179, 180 Abs 2 ZPO)

• Beweisführung gern § 279 ZPO kann auf Antrag befristet werden

• Grundsatz des Neuerungsverbots im Rechtsmittelverfahren (Österr. Verfahren sind aufgrund dessen sehr kurz)

• Grundsatz des Vorranges der Sacherledigung

- prozessuale Formvorschriften stets so auszulegen, dass sie die Sachentscheidung nicht hindern

- zB §§ 40a, 104 Abs 3 IN und §§ 84, 182, 230a, 235, 260 Abs 4 ZPO

• Fristsetzungsantrag 91 GOG

- Ist Möglichkeit der Parteien, eine Prozessverschleppung durch das Gericht zu verhindern

- Voraussetzungen

1. Gericht mit der Vornahme einer Verfahrenshandlung säumig


i. Anberaumung einer Verhandlung
ii. Ausfertigung einer Entscheidung
2. Antrag Gericht zur Vornahme dieser Handlung eine angemessene Frist zu setzen
3. darüber entscheidet übergeordnete Gerichtshof durch einen eigenen Senat
• Eventualmaxime

a. Parteien müssen bei sonstigem Ausschluss

* alle Prozesshandlungen, die dem Prozesszweck dienen können vornehmen

* bis ZU EINEM BESTIMMTEN Zeitpunkt (zB gesamtes Tatsachenvorbringen in Klage!)

b. Wo finden wir heute die Eventualmaxime noch?


• Wiedereinsetzungswerber muss in seinem Antrag alle diesen Antrag begründenden Umstände anführen

• im Verfahren über Kündigungen von unter das MRG fallenden Bestandobjekten müssen alle

Kündigungsgründe in der Aufkündigung angeführt werden (§ 33 MRG).

• Oppositions- und Impugnationsklage: hier müssen Einwendungen gegen den Anspruch bzw gegen die

Exekutionsbewilligung, die zur Zeit der Erhebung der Klage vorgebracht werden können, bei sonstigem
Ausschluss gleichzeitig geltend gemacht werden (§§ 35, 36 E0)

Partei muss ihr Vorbringen zeitgerecht und vollständig erstatten, sonst Präklusion des Vorbringens § 179

- Neues Vorbringen / Beweisanbot sind zurückzuweisen, wenn

1. grob schuldhaft nicht früher vorgebracht und

2. dadruch die Erledigung des Prozesses erheblich verzögert wird


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Grundsatz des Schuldnerschutzes im Exekutionsverfahren


Einstellung der Exekution, wenn …

39/ 1 Z 8 EO; … Fortsetzung der Exekution voraussichtlich nicht einmal die Exekutionskosten decken wird
weil: Ex soll den betr Gl befriedigen, nicht den Verpfl bestrafen (Kostendeckungsprinzip)

§ 151 EO, 277 …in der Versteigerung nur der halbe Schätzwert erreicht (Verschleuderungsverbot)

EO 1. In der Liegenschaftsexekution § 151 EO


2. in der Fahrnisexekution § 277 EO
§§ 250 und 251 …Sie unpfändbare Sachen betrifft (zB Sachen

EO - zur Deckung seiner existenziellen Grundbedürfnisse (zB Kleidung, Möbel, Haushaltsgegenstände),


- zu denen eine emotionale Bindung besteht (etwa Haustiere, Eheringe)

§§ 290ff ..sie dem Verpfichteten nicht einmal das Existenzminimum lässt

27/1 EO, 41/2 EO …Exekution mehr betrifft

2. als sie zur Verwirklichung des vollstreckbaren Anspruches notwendig ist


3. als sie zur Befriedigung des Betreibenden notwendig ist
§ 263 EO … betreibender Gläubiger auf ANDERE Exekutionsobjekte führen will als auf

- bewegliche Sache des Verpflichteten, die ohnehin in seiner Gewahrsame ist


- Und an der ihm ein Pfand- oder Zurückbehaltungsrecht zusteht

- soweit die Forderung durch die Sache gedeckt ist

Einstellung bezieht sich auf alle anderen vom Gläubiger genannte Exekutionsobjekte

Aufschub der Exekution…

264b EO - im Fall einer Fahrnisexekution Gerichtsvollzieher kann maximal 4


- wenn Zahlungen des Verpflichteten zu Monate mit der Anordnung d
erwarten sind Fahrnisverkaufs innehalten
§ 45a EO). Zahlungsvereinbarung → Exekution auf Gl-antrag aufzuschieben
(Gläubiger <> Schuldner → Fortsetzung frühestens nach 3 Monaten
nach § 45a) besteht → Fortsetzung nicht binnen 2 JAHRE beantragt = Einstellung
§ 34 MRG im Urteil in einem Räumungs- oder Gericht KANN längere als die gesetzliche Räu-

Kündigungsprozess, mit dem eine mungsfrist festsetzen (§ 34 MRG);

Räumungspflicht ausgesprochen wird

§ 35 MRG - iFd zwangsweisen Räumung > Aufschiebung der Exekution um 3-9 Monate
- bei Gefahr der Obdachlosigkeit > auf Antrag des (ehemaligen) Mieters

§§ 200b, 1.Verpf durch eine Naturkatastrophe zur Exekutionslage gekommen UND Zwangsversteigeru

282a EO 2.sonst die wirtschaftliche Existenz des Verpflichteten gefährdet ist UND ng kann aufge-

3. die Fdg des Gl nicht teilweise oder ganz uneinbringlich werden könnte schoben werden