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Francescas Weg

Das ist Francesca von den Philippinen. Francesca will als


Gesundheits- und Krankenpflegerin in Deutschland arbeiten.
Francesca ist 29 Jahre alt und kommt zu ersten Mal nach
Deutschland. Sie nimmt Projekt „Triple-Win“ teil. Dieses Projekt
unterstützt sie bei den Vorbereitungen zur Ausreise und der
Anerkennung ihres Pflegediploms in Deutschland.
Francesca hat in Manila einen viertägigen Fachkurs besucht. In
Deutschland nimmt sie nun an einem Anerkennungslehrgang teil,
der 6 – 12 Monate dauert. Danach kann sie die Anerkennung als
Gesundheits- und Krankenpflegerin erhalten.
Außerdem nimmt Francesca an einen Sprachkurs teil. Sie braucht
für die deutsche Berufserlaubnis mind. das Sprachniveau B2.
Francescas Arbeitgeber in Deutschland ist ein
Allgemeinkrankenhaus, das „Vinzenz von Paul-Krankenhaus“. Sie
arbeitet dort als Gesundheits- und Krankenpflegerin in
Anerkennung, bzw. Pflegehelferin, bis sie die deutsche
Anerkennung erhalten hat. Sie ist in der kardiologischen Abteilung
eingesetzt.
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Francescas Weg
Einige Wochen zuvor ist Francescas Freundin Jennifer ausgereist.
Sie arbeitet in einem Altenpflegeheim. Ihr Arbeitgeber hat ihr
vorgeschlagen, dass sie die Kenntnisprüfung ablegt. Das ist eine
andere Möglichkeit die Berufsanerkennung zu erreichen. Hierzu
besucht Jennifer einen Vorbereitungskurs in einer
Krankenpflegeschule. Sie absolviert 5 Wochen theoretischen
Unterricht und wird in dem Altenpflegeheim durch
Praxisanleiterinnen auf die Prüfung vorbereitet. Die Prüfung
besteht aus einem mündlichen und schriftlichen Teil.
Bevor sie mit dem Lehrgang beginnen kann, muss sie schon einige
Stunden am Deutschkursteilgenommen haben.

Von anderen Bekannten, die auch in Deutschland arbeiten, erfährt


Francesca, dass der genaue Weg zur Berufsanerkennung in den
verschiedenen Bundesländern teilweise unterschiedlich ist. Das ist
sehr verwirrend für alle.

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Erste Eindrücke
Auf dem Flug von Manila nach Frankfurt sitzt Francesca
neben dem Ehepaar Müller. Das Paar ist sehr interessiert
an Francescas Geschichte und so kommen sie
miteinander ins Gespräch.
Herr und Frau Müller erzählen über Deutschland. Das ist
sehr interessant für Francesca.

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Modul I

1.1 Grundlagen des deutschen Gesundheitssystems


Der deutsche Staat ist für eine ausreichende
Gesundheits- und Krankenversorgung
verantwortlich.

“ausreichende“ Krankenversorgung:
Wenn ein deutscher Bürger erkrankt, hat er Anspruch
auf medizinisch notwendige Leistungen.

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Um das für alle gewährleisten zu können gelten…

das Sozialstaatprinzip
das Solidaritätsprinzip
das Subsidiaritätsprinzip
das Bedarfsdeckungsprinzip

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Das Sozialstaatsprinzip
…dient der Gleichbehandlung aller Bürger.
Unabhängig vom Einkommen sind alle deutschen Bürger
pflichtversichert in einer
Krankenversicherung (frei wählbar!)
Pflegeversicherung
Rentenversicherung
Arbeitslosenversicherung
Unfallversicherung
Außerdem sichert der Staat das Existenzminimum, die Daseinsvorsorge und den
Schutz der Familie.

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Das Solidaritätsprinzip

Alle Versicherten bezahlen im selben Maß Beiträge an die Kassen.


Mit diesen Beiträgen wird ausgeglichen zwischen
versicherten Gesunden und versicherten Kranken
Versicherten mit hohem und Versicherten mit niedrigem
Einkommen
Beitrag bezahlenden Versicherten und beitragsfreien
Familienangehörigen (z.B. Kinder)

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Das Subsidiaritätsprinzip
Politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Maxime:

Die soziale Solidarität und Unterstützung darf die


Eigenverantwortung des Einzelnen nicht vollständig
ersetzen

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Das Bedarfsdeckungsprinzip
Der Staat erteilt einen Sicherstellungsauftrag an die
Krankenkassen. Diese Sorgen dafür, dass es überall in
Deutschland in erreichbarer Nähe

ambulante ärztliche Versorgung


ambulante pflegerische Versorgung
stationäre medizinisch-pflegerische Versorgung
stationäre pflegerische Versorgung

gibt.

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Grundlagen des Krankenversicherungssystems

Die Krankenversicherung ist eine Pflichtversicherung


Die Versicherten können aus einer Vielzahl an öffentlichen und
privaten Krankenkassen frei wählen
Die Versichertenbeiträge betragen einen festen Prozentsatz des
Arbeitslohnes (allgemeiner Beitragssatz seit 2015: 14,6 Prozent)
Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen jeweils die Hälfte ( 7,3
Prozent)
Das gilt auch für die Beiträge zu den weiteren
Sozialversicherungen (Pflege-, Renten-, Arbeitslosen-)

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Versorgungsarten und Trägerschaften

Grundsätzlich werden die Versorgungsarten


ambulante Behandlung
stationäre Behandlung
Rehabilitation (ambulant oder stationär)
Dauerpflege
unterschieden.

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Die ambulante Behandlung -Ablauf-
Patient mit medizinischem
Problem

Hausarzt

Facharzt Neurologie Facharzt Kardiologie Facharzt Enterologie

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Die ambulante Behandlung -Organisation-
Patienten in Deutschland können sich ihren niedergelassenen Arzt frei
wählen.
Kassenärzte
haben eine Zulassung der Krankenkassen
die Behandlungskosten werden von den Krankenkassen übernommen

Ärzte ohne kassenärztliche Zulassung


bieten häufig Behandlungen an, die von den Krankenkassen nicht
bezahlt würden
Die Behandlung muss privat bezahlt werden
Bei privat Versicherten bezahlt die Privatkasse die Behandlungskosten
(häufig als Rückerstattung)
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Die ambulante Behandlung -Organisationsformen-

Ambulante Versorgung erfolgt über


Einzelpraxis
Gemeinschaftspraxis
Praxisgemeinschaft
Medizinisches Versorgungszentrum
aber auch
ambulante Behandlung im Krankenhaus (z.B. ambulante OP)
ambulante psychiatrische Behandlung
ambulante Rehabilitation
ambulante Pflege

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Stationäre Behandlung -Trägerschaften-
Für die stationäre Behandlung in einem Krankenhaus schließen
der Patient und die Klinik einen Krankenhausvertrag ab.
Die meisten Kliniken behandeln gesetzlich und privat Versicherte.
Krankenhäuser können unterschiedliche Träger haben
öffentlich ( Bundesland oder Kreis oder Stadt)
gemeinnützig ( z.B. DRK, Kirchen, Stiftungen)
privat ( Privatunternehmen/ Firmen)

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Rehabilitation
Eine Rehabilitationsbehandlung schließt sich meist an eine
stationäre Behandlung im Krankenhaus an.
Es gibt Rehabilitationskliniken für alle medizinischen
Fachrichtungen.
Die Rehabilitation dient vor allen Dingen der Wiederherstellung
der (beruflichen) Leistungsfähigkeit.
Die Rehabilitationsbehandlung wird deshalb meistens vom
Träger der Rentenversicherung finanziert (BfA/
Bundesversicherungsanstalt für Angestellte oder LVA/
Landesversicherungsanstalt).

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Langzeitpflege
wird teilweise durch die Pflegeversicherung finanziert
Den Betroffenen wird nach Pflegeaufwand eine Pflegestufe
zugeordnet
Jede Pflegestufe hat einen festen Tarif
Dieser Betrag wird an die Betroffenen ausbezahlt
Von dem Geld können sie Pflegeleistungen „einkaufen“
meist nicht ausreichend, um eine Vollzeitpflege im Pflegeheim
zu finanzieren
Betroffene und/oder ihre Angehörigen müssen deshalb einen
Eigenanteil leisten
Ist nicht genügend Geld vorhanden, übernimmt der Staat mit
Leistungen der Grundsicherung.

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Rundgang durch Einrichtungen der Gesundheitssorge
Bitte teilen Sie sich in 3 Gruppen ein
Akutklinik
https://ulm.bwkrankenhaus.de/fileadmin/user_upload/ulm/rundgang/ulm/tour.html

https://www.bg-klinikum-duisburg.de/das-bg-klinikum-duisburg/virtueller-rundgang/

https://www.johanniter.de/einrichtungen/krankenhaus/bonn/ueber-uns/das-johanniter-krankenhaus/virtueller-rundgang/

Rehabilitationsklinik
https://www.klinikum-soltau.de/unsere-klinik/ueber-unsere-klinik/#gallery-1

https://rehaklinik-lautergrund.de/virtueller-rundgang.php

https://parkinson-klinik.de/virtuelle-rundgang/tour.html

Langzeitpflege
https://www.berckholtz-ka.de/bilder.html

https://www.haus-schoene-aussicht.de/seniorenpflegeheim/virtueller-rundgang/

https://www.haus-quellental.de/seniorenpflegeheim/virtueller-rundgang/

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Gegenüberstellung Akutklinik, Rehaklinik, Pflegeheim
Beschreiben Sie für Ihre Kollegen die Besonderheiten der
Einrichtungsform, die Sie bearbeitet haben (Eindrücke der virtuellen
Rundgänge)
Warum werden Patienten in dieser Einrichtungsart behandelt?
Welche Patienten, Kunden, Klienten werden behandelt?
Welche Aufgabenschwerpunkte haben Pflegende dort?
Krankenhaus

http://www.pflegeberufe-gesetz.de/krankenpfleger/berufsbild.html

Rehabilitationsklinik

https://www.mbreha.de/files/heft11.pdf

https://www.marcus-klinik.de/neurologie/pflege/aufgabe-der-pflege-im-einzelnen.html

Pflegeheim

https://www.caritas.de/fuerprofis/arbeitenbeidercaritas/sozialeberufe/altenpfleger-in/altenpflegerin.aspx

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Quellen:
• Drude, C.; Kommerell, T. (Konzepterstellung); Pflegen, Grundlagen und
Interventionen; (1. Auflage 2015). München: Elsevier Verlag
• Schewior-Popp, S., Sitzmann, F., & Ullrich, L. (2012). Thiemes Pflege:
Das Lehrbuch für Pflegende in Ausbildung. Stuttgart: Thieme.
• https://www.bundesgesundheitsministerium.de/beitraege-und-tarife.html
• https://www.krankenkassenzentrale.de/wiki/zuzahlung#

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Nachweis Bildmaterial pptx
• https://de.123rf.com/photo_83687647_illustration-einer-krankenschwester-trägt-einen-weißen-mantel-stehend-mit-einem-diagramm.html („Francesca“)

• https://de.123rf.com/lizenzfreie-bilder/deutsches_älteres_paar.html?oriSearch=deutsches+paar&sti=lb2fi31fdn7g1qw1wj|&mediapopup=99402497 („Ehepaar
Müller“)

• https://www.xing.com/news/insiders/articles/was-ist-typisch-deutsch-626931 („typisch deutsch“)

• https://pixabay.com/de/deutschland-flagge-hand-nationalen-664894/ („Hand“)

• https://www.soziale-sicherheit.kap-eupen.be/tag/sozialstaat-oder-ellenbogengesellschaft/ („Sozialstaat“)

• https://bildungsluecken.net/839-wie-man-solidaritaet-in-der-schule-lernen-kann („Solidarität“)

• https://logr.org/anmoers/?attachment_id=89 („Subsidiarität/Autonomie“)

• https://faktencheck-gesundheit.de/de/faktenchecks/aerztedichte/ergebnis-ueberblick/ („Bedarfsdeckun“)

• https://www.bdo.de/getattachment/1d2a27b1-fdb1-45b4-99b9-66acaf905f5b/attachment.aspx?disposition=attachment („RTW“)

• https://www.ärztehaus-dettelbach.de („Ärztehaus“)

• https://regionalwolfenbuettel.de/beratung-der-deutschen-rentenversicherung-in-schladen-2/ („Rentenversicherung“)

• https://de.123rf.com/photo_91176977_eine-frau-krankenschwester-mit-einem-krankenschwester-hut-und-weißen-mantel-mit-einer-
datei.html?fromid=RVgzVnhLZ1FjUFQ1NmgzNEppS29Udz09 („Sr. Christiane“)

14.08.2020 Modul I; 1.1 Gesundheitssystem Seite 22


Francescas Weg
Francesca hat heute ihren ersten Arbeitstag.
Es ist ihr wichtig, die neuen Strukturen und ihre neuen Kollegen
bald kennen zu lernen. So möchte sie sich Orientierung
verschaffen.
Zuerst geht sie zum Büro ihres Pflegedienstleiters. Ihn hatte sie
bereits beim Bewerbungsgespräch in Manila getroffen.
Der Pflegedienstleiter setzt sich mit Francesca und ihren
Kolleginnen und Kollegen in sein Büro und erklärt ihr das
Organigramm der Klinik. Er macht mit ihnen auch einen Rundgang
durch das Krankenhaus.
Er stellt sie in der Verwaltung vor – dort bekommt Francesca
Schlüssel, Namensschild und Dienstkleidung zugeteilt.
Der Chefarzt der Klinik heißt Francesca und Ihre Kolleginnen sehr
freundlich willkommen. Er freut sich, dass sie nach Deutschland
gekommen ist, um in der Klinik ihre pflegerische Kompetenz
einzubringen.
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Organisation und Aufbau von Krankenhäusern
Beispiel eines Organigramms

14.08.2020 Modul I; 1.2 Organisation und Aufbau v. Krankenhäusern Seite 2


Beispiel „Eichhof“

Bitte sehen Sie sich das Beispiel-Video für ein deutsches Krankenhaus
an. Lassen Sie auf sich wirken, welche Abteilungen, Dienste und
Professionen miteinander interagieren.

Tauschen Sie sich darüber aus, welche Ähnlichkeiten Sie mit Ihren
beruflichen Erfahrungen in der Pflege sehen. Welche Unterschiede
können Sie erkennen.
 Welche Anforderungen ergeben sich an die Arbeit in
interdisziplinären Teams?
https://www.eichhof-online.de/fileadmin/user_upload/eichhof-online.de/Dateien/Video/Eichhof-
Stiftung.mp4

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Krankenhausfinanzierung

 Deutsche Kliniken finanzieren sich über das Vergütungssystem


der „Diagnosis Related Groups“ (DRG)
 Auf dieser Basis erhält das Krankenhaus einen Pauschalbetrag,
der alle Kosten abdecken soll

14.08.2020 Modul I; 1.2 Organisation und Aufbau v. Krankenhäusern Seite 4


Qualitätsmanagement (QM)
 Krankenhäuser und stationäre, sowie ambulante Pflegeinrichtungen
sind zu Maßnahmen der internen und externen Qualitätssicherung
verpflichtet
 QM umfasst die Bereiche Qualitätssicherung, -entwicklung, und
Qualitätsverbesserung
 Interne Qualitätssicherung: Maßnahmen zur Qualitätsprüfung innerhalb
einer Einrichtung (z.B. interner Audit, Revision Hausstandards,…)
 Externe Qualitätssicherung: Maßnahmen der Qualitätsprüfung
unabhängiger Fachpersonen (Zertifizierung anerkannter Institutionen
wie DIN ISO, KTQ,…)
 In Einrichtungen der Altenpflege sind externe Qualitätsprüfungen
gesetzlich festgelegt und werden vom Medizinischen Dienst der
Krankenkassen (MDK) und der Heimaufsicht durchgeführt

14.08.2020 Modul I; 1.2 Organisation und Aufbau v. Krankenhäusern Seite 5


Qualitätsmanagement
Instrumente des QM auf Einrichtungsebene:
 Leitbild
 Qualitätszirkel
 Interner Audit
 Beschwerdemanagement

Instrumente zur Optimierung der Pflegequalität:


 Fallbesprechungen
 Pflegevisite
 Pflegestandards

14.08.2020 Modul I; 1.2 Organisation und Aufbau v. Krankenhäusern Seite 6


Quellen:
• Drude, Carsten; Kommerell, Tilman (Konzepterstellung); Pflegen,
Grundlagen und Interventionen; 1. Auflage 2015 Elsevier Verlag,
München
• https://www.eichhof-online.de/virtueller-rundgang.html
• https://rhetorik-online.de/einsatz-von-verschiedenen-gespraechsarten-
2/#tab-id-4

14.08.2020 Modul I; 1.2 Organisation und Aufbau v. Krankenhäusern Seite 7


Nachweis Bildmaterial pptx
• https://de.clipart.me/istock/hand-holding-money-bag-with-euro-symbol-292272 („Geldsack“)

• https://www.unternehmerlexikon.de/qualitaetsmanagement/ („Qualitätsmanagement“)

• https://de.123rf.com/photo_91176977_eine-frau-krankenschwester-mit-einem-krankenschwester-hut-und-weißen-mantel-mit-einer-
datei.html?fromid=RVgzVnhLZ1FjUFQ1NmgzNEppS29Udz09 („Sr. Christiane“)

14.08.2020 Modul I; 1.2 Organisation und Aufbau v. Krankenhäusern Seite 8


Francescas Weg
Francesca bekommt von ihrem Arbeitgeber ein Zimmer
im Personalwohnheim gestellt. Dieses Zimmer muss sie
zwar bezahlen, es ist aber recht preisgünstig
So kann sie auch außerhalb ihrer Dienstzeiten in gutem
Kontakt mit anderen Kolleginnen und Kollegen sein.
Von ihnen erfährt sie u.a. auch, wie die
Pflegeausbildung in Deutschland aufgebaut ist und
welche Inhalte sie umfasst.
Francesca fragt ihre Zimmernachbarin Marie danach,
wie ein typischer Tagesablauf auf der Station ist.
Marie gibt ihr einen kurzen Überblick:
https://ta.planet-beruf.de/tagesablauf-pflegefachmann-
frau#115315

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Die Pflegeausbildung
• Die deutsche nichtakademische Pflegeausbildung eine 3-jährige
Berufsausbildung
• Zugangsvoraussetzung ist mindestens ein mittlerer Schulabschluss
(Mittlere Reife – mind. 10 Jahre Schulbesuch)
• Es gibt nicht nur eine, sondern 3 Pflegeausbildungen.
Gesundheits- und Krankenpflege
Gesundheits- und Kinderkrankenpflege
Altenpflege
• Diese Zweige sind durch unterschiedliche Gesetze geregelt
• Für alle drei Berufe gibt es auch eine „Helferausbildung“ auf
niedrigerem Niveau
• Ab 2020 wird es ein neues Pflegeberufegesetz geben, in dem die
Möglichkeit eines einzigen Berufs für alle o.g. Einzelberufe geregelt ist.
Die Berufsbezeichnung wird dann „Pflegefachkraft“ sein.

14.08.2020 Modul I; 1.3 Pflege(Aus)Bildung Seite 2


Die Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung
• Die GuK-Ausbildung fällt unter das Krankenpflegegesetz
(KrPflG)
• Sie ist in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (KrPflAPrV)
vom 10. November 2003 geregelt
• Die 3-jährige Berufsausbildung gliedert sich in einen
theoretischen und einen praktischen Teil
• Während der Ausbildungszeit sind die Auszubildenden von
einem Krankenhaus angestellt
• Es gibt ein Ausbildungsgehalt
• Die Verantwortung für die Planung und Durchführung der
Ausbildung trägt die Pflegeschule
• Organisation der Ausbildung meist so, dass sich Theoriephasen
und Praxisphasen abwechseln direkter Wissenstransfer
14.08.2020 Modul I; 1.3 Pflege(Aus)Bildung Seite 3
Kompetenzen in der GuK-Ausbildung

In der GuK-Ausbildung kommen vier Kompetenzbereiche zum


Tragen:
Fachkompetenz (Fachwissen, Inhalte, Theorie)
Methodenkompetenz (Praxistransfer)
Sozialkompetenz („ich – und die Anderen“)
Personale Kompetenz („ich – und ich selbst“)

Erst wenn alle vier Kompetenzbereiche zusammenkommen, spricht


man von beruflicher Handlungskompetenz.

14.08.2020 Modul I; 1.3 Pflege(Aus)Bildung Seite 4


Pflegeausbildung & Berufsbild: (Videos und Hörverständnis)
http://www.imed-komm.eu/node/542

14.08.2020 Präsentationstitel hier eintragen Seite 5


Die praktische Ausbildung
umfasst insgesamt 2500 Arbeitsstunden
Diese sind aufgeteilt in verschiedene Praxiseinsatzphasen
Dabei durchlaufen die Auszubildenden Pflichteinsätze in den
Fachdisziplinen:
Innere Medizin
Chirurgie
Psychiatrie
Neurologie
Geriatrie
Gynäkologie und Geburtshilfe
Pädiatrie

Davon insgesamt mind. 500 Stunden in ambulanten Bereichen


14.08.2020 Modul I; 1.3 Pflege(Aus)Bildung Seite 6
Die theoretische Ausbildung
umfasst insgesamt 2100 Unterrichtsstunden
Diese finden in der Pflegeschule statt
die Pflegeschule ist verantwortlich für die Ausbildung
Die theoretischen Inhalte sind in 12 Themenbereiche
aufgegliedert
Basis sind Wissensgrundlagen aus den Disziplinen
Pflege- und Gesundheitswissenschaften
Naturwissenschaften und Medizin
Geistes- und Sozialwissenschaften
Recht, Politik und Wirtschaft

14.08.2020 Modul I; 1.3 Pflege(Aus)Bildung Seite 7


Abschlussprüfungen

Die staatliche Abschlussprüfung umfasst drei Prüfungsteile


Schriftliche Prüfung
Praktische Prüfung
Mündliche Prüfung
in insgesamt 7 Einzelprüfungen

Das Examen ist dann bestanden, wenn jeder Prüfungsteil mit


mindestens “ausreichend“ (Note 4,0) bewertet wurde.

14.08.2020 Modul I; 1.3 Pflege(Aus)Bildung Seite 8


Die neue Pflegeausbildung nach dem
Pflegeberufegesetz (01.01.2020)

https://www.youtube.com/watch?v=6Is_fovpxpw

14.08.2020 Präsentationstitel hier eintragen Seite 9


Entwicklungsmöglichkeiten in der Pflege
Das ist Christiane Bergmann. Sie ist die
Stationsleitung der kardiologischen Abteilung. Sie ist
auch Praxisanleiterin der Station. Christiane kümmert
sich um Francescas Einarbeitung auf Station.
Es ist ihr wichtig, dass Francesca möglichst viel über
das Berufsbild einer deutschen Krankenschwester
lernt und ihre beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten
kennt. Sie will auch, dass Francesca sich möglichst
sicher in ihren verschiedenen beruflichen Rollen wird.
Francesca ist sehr froh darüber, dass sie auf ihrer
Einsatzstation von Christiane begleitet und angeleitet
wird.

14.08.2020 Modul I; 1.3 Pflege(Aus)Bildung Seite 10


Der Pflegeberuf in Deutschland
Bitte sehen Sie sich den Informationsfilm an
Welche beruflichen Anforderungen kommen auf Pflegekräfte
zu?
Welche Aufgaben übernehmen sie?
Was sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit dem
Pflegeberuf in Ihrem Heimatland?

https://con.arbeitsagentur.de/prod/berufetv/detailansicht/132173

14.08.2020 Modul I; 1.3 Pflege(Aus)Bildung Seite 11


Das Berufsbild

…einer deutschen Krankenschwester ist immer auf die


ganzheitliche Sichtweise des Patienten ausgerichtet.
An die Stelle der Defizit-Orientierung tritt zunehmend
der Gedanke von Prävention und Gesundheitsfürsorge.
Das spiegelt sich auch in der seit 2003 gültigen
Berufsbezeichnung „Gesundheits- und
Krankenpfleger/in“ wider.

14.08.2020 Modul I; 1.3 Pflege(Aus)Bildung Seite 12


Berufsbild
Leitfaden für Pflegende ist der ICN-Ethikkodex
Grundlage für eine Handeln nach sozialen Werten und
Bedürfnissen
Nach dem ICN-Ethikkodex haben Pflegende vier
grundlegende Aufgaben
Gesundheitsförderung (Prävention)
Krankheitsverhütung (Prophylaxe)
Wiederherstellung von Gesundheit (Kuration)
Lindern von Leiden (Palliation)
Besondere Beachtung erfahren die Menschenrechte

14.08.2020 Modul I; 1.3 Pflege(Aus)Bildung Seite 13


Berufsbild: Lesen (Übung 2)
http://www.imed-komm.eu/node/861

14.08.2020 Präsentationstitel hier eintragen Seite 14


Entwicklungsmöglichkeiten
Pflegende sind gesetzlich dazu verpflichtet, ihr Wissen und
Können stets auf aktuellem Stand zu halten
Diese Verpflichtung greift den Gedanken des „lebenslangen
Lernens“ auf
Die Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung schafft eine
allgemeine Basis
Pflegende bewerben sich nach ihrer Ausbildung für die
Beschäftigung in einem Einsatzbereich ihrer Wahl
Dort können sich Pflegende dann fachlich und/oder für
besondere Funktionen weiterqualifizieren
Eine Weiterqualifikation kann nicht-akademisch oder aber
akademisch erfolgen

14.08.2020 Modul I; 1.3 Pflege(Aus)Bildung Seite 15


Entwicklungsmöglichkeiten
Nicht- akademisch Akademisch
Fortbildung: Pflegemanagement
• Nach Berufsabschluss • auf die pflegerische Leitung von
• Geringe Dauer Pflegeeinheiten oder
• Aktualisierung, Erneuerung, Pflegeeinrichtungen ausgerichtet
Ergänzung von Wissen, das für die • umfasst Themen wie Personal- und
Berufsausübung erforderlich ist Organisationsentwicklung,
Weiterbildung: Betriebswirtschaft und juristische
• Nach Berufsabschluss Themen
• Mittlere Zeitdauer Pflegewissenschaft
• Neuerarbeitung bzw. Vertiefung von • forschungsorientierte Schwerpunkte
Fachwissen • Stichwort EvidenceBasedNursing
• Fachliche Ausrichtung, gesetzliche Pflegepädagogik
Regelung • Vorbereitung für die Lehrtätigkeit an
Klassisch: Bildungseinrichtungen des G
• Fachweiterbildungen (z.B. Onkologie- • esundheitswesens
Fachpflege)
• Besondere Funktionen (z.B.
Praxisanleiter)

14.08.2020 Modul I; 1.3 Pflege(Aus)Bildung Seite 16


Professionelle Beziehungen und Rollen der Pflegekraft
Pflegefachkräfte unterhalten eine Vielzahl professioneller
Beziehungen
Die erste Beziehung ist dabei immer die Beziehung zu
sich selbst (intrapersonelle Beziehung)
Ein gutes Selbstmanagement ist unerlässlich:
Überblick behalten bei einer Vielzahl von Aufgaben und
Anforderungen
Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden
Aufgaben hierarchisieren
Prioritäten setzen
Mit Gefühlen (auch Negativen) umgehen Können

14.08.2020 Modul I; 1.3 Pflege(Aus)Bildung Seite 17


Professionelle (interpersonelle) Beziehungen

Patienten

Mitarbeiter, die
nicht direkt an der
Patientenbetreuung
Angehörige
beteiligt sind

Kollegen
anderer Kollegen im
Berufsgruppen Pflegeteam
der
Patientenbetreuung

Ärzte Auszubildende

14.08.2020 Modul I; 1.3 Pflege(Aus)Bildung Seite 18


Anforderungen an die Beziehungsgestaltung

• Ganzheitliche Sichtweise • Selbständiges Denken


und Handeln
• Einbezug Patienten
• Feedback
• Einbezug Angehörige
• Unzufriedenheit
• Partnerschaftlichkeit
ausdrücken
• Transparenz
• Kritik Üben
• Anleitung
• Gemeinsame Ziele
• Problemerkennung und – verfolgen
bearbeitung
• Verantwortung für
Ausbildung

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Rollen von Pflegekräften
Person als
Ressource

Berufsausübende Führungsperson

Coach Berater

Planer Regisseur

14.08.2020 Modul I; 1.3 Pflege(Aus)Bildung Seite 20


Quellen:
• Chomsky, N. (1981). Regeln und Repräsentationen. Frankfurt:
Suhrkamp.
• Schewior-Popp, S., Sitzmann, F., & Ullrich, L. (2012). Thiemes Pflege:
Das Lehrbuch für Pflegende in Ausbildung. Stuttgart: Thieme.
• http://frederik-weitz.suite101.de/was-ist-eine-kompetenz-a84744
geändert zum http://frederikweitz.blogspot.com/2017/10/was-ist-eine-
kompetenz.html
• http://www.imed-komm.eu/node/542
• http://www.imed-komm.eu/node/861
• https://con.arbeitsagentur.de/prod/berufetv/detailansicht/132173
• https://ta.planet-beruf.de/tagesablauf-pflegefachmann-frau#115315

14.08.2020 Modul I; 1.3 Pflege(Aus)Bildung Seite 21


Bildnachweis pptx
• https://adjusterlicenseonline.com/blog/understanding-rotation/ („Rotation“)

• https://de.123rf.com/photo_91176977_eine-frau-krankenschwester-mit-einem-krankenschwester-hut-und-weißen-mantel-
mit-einer-datei.html?fromid=RVgzVnhLZ1FjUFQ1NmgzNEppS29Udz09 („Sr. Christiane“)

• https://www.dbfk.de/de/themen/Bildung.php (Generalistische Pflegeausbildung)

14.08.2020 Modul I; 1.3 Pflege(Aus)Bildung Seite 22


Francescas Weg

Francensca hat sich für heute den theoretischen


Hintergrund der Pflegeprofession vorgenommen.

Dabei setzt sie natürlich ein besonderes Augenmerk auf


eine geläufige Theorie des deutschen Sprachraumes.

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Theorie

 Kognitiv gewonnene Erkenntnis


 System wissenschaftlich begründeter Aussagen
 Erklärt Ausschnitte der Realität
 Erstellt Prognosen für die Zukunft
 Befähigt zum Verstehen, Planen, Denken

14.08.2020 Modul II; 2.1 Theorien, Modelle, Konzepte Seite 2


Pflegetheorien
 Dienen in der Pflegepraxis der Erstellung von Pflegeleitbildern
 Denkschulen:
 Bedürfnistheorien
 Interaktionstheorien
 Pflegeergebnistheorien
werden in Abhängigkeit von
 Trägerschaft
 Einrichtungstyp
 Klientel
gewählt und auf das Leitbild übertragen
14.08.2020 Modul II; 2.1 Theorien, Modelle, Konzepte Seite 3
Theorie der fördernden Prozesspflege (M. Krohwinkel)
 Monika Krohwinkel ist eine der bedeutendsten Pflegetheoretikerinnen
im deutschsprachigen Raum
 Ihre Bedürfnistheorie der fördernden Prozesspflege findet Nutzung
 in der Ausbildung
 in der Praxis
 Rahmenmodell: fähigkeitsorientierte, fördernde Prozesspflege (am
Beispiel eines Apoplexiekranken)
 Bedeutung der Förderung von Fähigkeiten zum Erhalt von
Selbstständigkeit und Wohlbefinden konnte nachgewiesen werden
 Das ABEDL Strukturmodell bildet den Kern der Theorie
 In der Theorie sind außerdem ein Pflegerahmenmodell, ein
Pflegeprozessmodell, ein Managementmodell und reflektiertes
Erfahrungslernen enthalten
14.08.2020 Modul II; 2.1 Theorien, Modelle, Konzepte Seite 4
Die fördernde Prozesspflege

Der Mensch
 Einheitliches, integrales Ganzes
 Mehr und anders, als die Summe seiner Teile
 Eigene Identität und Integrität
 Durch Erfahrung geprägtes Lebewesen
 Fähigkeit zu Entwicklung, Wachstum und Selbstverwirklichung
 Kann entscheiden, handeln, verantworten
 unabhängig von Alter, Krankheit, Behinderung

14.08.2020 Modul II; 2.1 Theorien, Modelle, Konzepte Seite 5


Die fördernde Prozesspflege
Die Umgebung
 Wesentlicher Faktor für Leben, Gesundheit und Wohlbefinden
 Menschen und Umwelt sind, sich gegenseitig beeinflussende,
Systeme
 Alle
 Lebewesen
 Ökologische, physikalische, materielle und gesellschaftliche
Faktoren

14.08.2020 Modul II; 2.1 Theorien, Modelle, Konzepte Seite 6


Die fördernde Prozesspflege
Gesundheit und Krankheit
 Sind dynamische Prozesse
 Für die Pflege als Fähigkeiten (Ressourcen) und Defizite
(Pflegeprobleme) erkennbar
 Gesundheit beinhaltet als subjektive Anteile
 Wohlbefinden
 Unabhängigkeit

14.08.2020 Modul II; 2.1 Theorien, Modelle, Konzepte Seite 7


Die fördernde Prozesspflege
Pflege
 Das Pflegeverständnis von Monika Krohwinkel stellt den
Menschen mit seiner Einzigartigkeit in den Mittelpunkt.
 Pflegende haben die Aufgabe, den Menschen in
 seinem Streben und in
 seiner Unabhängigkeit
zu fördern.

14.08.2020 Modul II; 2.1 Theorien, Modelle, Konzepte Seite 8


Strukturmodell der ABEDL
Das Modell von Monika Krohwinkel zählt zu den
Bedürfnismodellen
Grundlagen:
o Humanistische Psychologie nach Carl Rogers
o Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow
Annahmen:
 Jeder Mensch hat Bedürfnisse und
 versucht diese im täglichen Leben zu befriedigen
 Zufriedenheit ist vom Grad der Bedürfnisbefriedigung abhängig
 Ist die Fähigkeit der Bedürfnisbefriedigung eingeschränkt oder
nicht mehr vorhanden Aufgabe der Pflege, dabei zu
unterstützen
14.08.2020 Präsentationstitel hier eintragen Seite 9
Strukturmodell der ABEDL
Aktivitäten, Beziehungen und Existentielle Erfahrungen
des Lebens:
 13 Kategorien
 Stehen in einer Wechselbeziehung
 Hierarchisch unabhängig voneinander zu betrachten
 Darstellbarkeit von Fähigkeiten und Einschränkungen eines
Menschen
 Können gezielt am Anfang des Pflegeprozesses erhoben
werden
 Ermöglichen eine ganzheitliche Sicht und
 Erfassung der Fähigkeiten, Bedürfnisse und Probleme des
Menschen
14.08.2020 Modul II; 2.1 Theorien, Modelle, Konzepte Seite 10
Strukturmodell der ABEDL
 Kommunizieren Können
 Sich bewegen Können
 Vitale Funktionen des Lebens aufrecht erhalten Können
 Sich pflegen Können
 Sich kleiden Können
 Ausscheiden Können
 Essen und trinken Können
 Ruhen und schlafen Können
 Sich beschäftigen Können
 Sich als Mann, Frau, Kind fühlen und Verhalten Können
 Für eine sichere und förderliche Umgebung sorgen Können
 Soziale Bereiche des Lebens sichern Können
 Mit existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen Können
14.08.2020 Modul II; 2.1 Theorien, Modelle, Konzepte Seite 11
Pflegeleitbilder exemplarisch
 Bitte teilen Sie sich in 3 Gruppen ein
 Sehen Sie sich die Links mit den Pflegeleitbildern an und
vergleichen sie miteinander (je ein Link pro Gruppe)
 Welche Elemente der “Fördernden Prozesspflege“ nach Monika
Krohwinkel können Sie in welcher Form wiederfinden?
 Stellen Sie Ihre Ergebnisse knapp vor

http://seniorenzentrum-sinzheim.de/wp-
content/uploads/2015/09/Pflegeleitbild.pdf
https://www.doka-pflege.de/index.php/9-public/23-pflegemodell-nach-
monika-kohwinkel
https://www.altenheim-bockenem.de/files/seiteninhalt/pflegekonzept.pdf

14.08.2020 Modul II; 2.1 Theorien, Modelle, Konzepte Seite 12


Strukturmodell der ABEDL Praxisrelevanz
Einrichtungen der Gesundheitsversorgung nutzen das
Strukturmodell der ABEDL nach Monika Krohwinkel
hauptsächlich zur Strukturierung ihres
Aufnahmeassessments.
 Bitte finden Sie sich zu zweit zusammen und erheben Sie
gegenseitig beieinander Ihre „Pflegeanamnese“ mithilfe des
ABEDL- Bogens
 Berücksichtigen Sie dabei individuelle Pflegebedürfnisse,
Fähigkeiten und Einschränkungen
 Tauschen Sie sich darüber aus, inwiefern Ihnen das
Strukturmodell geholfen hat, sich ein gutes Bild Ihres
Gegenübers zu machen

14.08.2020 Modul II; 2.1 Theorien, Modelle, Konzepte Seite 13


Quellen:
• Drude, C.; Kommerell, T. (Konzepterstellung); Pflegen, Grundlagen und
Interventionen; (1. Auflage 2015). München: Elsevier Verlag
• Schewior-Popp, S., Sitzmann, F., & Ullrich, L. (2012). Thiemes Pflege:
Das Lehrbuch für Pflegende in Ausbildung. Stuttgart: Thieme.

14.08.2020 Modul II; 2.1 Theorien, Modelle, Konzepte Seite 14


Nachweis Bildmaterial pptx
• https://de.123rf.com/photo_83687647_illustration-einer-krankenschwester-trägt-einen-weißen-mantel-stehend-mit-einem-diagramm.html („Francesca“)

• https://de.123rf.com/photo_91176977_eine-frau-krankenschwester-mit-einem-krankenschwester-hut-und-weißen-mantel-mit-einer-
datei.html?fromid=RVgzVnhLZ1FjUFQ1NmgzNEppS29Udz09 („Sr. Christiane“)

• https://slideplayer.org/slide/2813504/ („Trichter“)

• http://zahnriemen.blogspot.com/2016/01/theater-scheinwerfer-konventionelle.html („Scheinwerfer“)

• https://www.duden.de/rechtschreibung/Modell („Modell“)

• https://berufebilder.de/konzept-erstellen-strategie-entwicklung-1010-6-schnelle-schluss/ („Konzept“)

• http://www.pflegedienst-klinder.de/pflegekonzept/ („Leitbild“)

• https://www.bad-homburg.de/rathaus/stadtverwaltung/leitbild-stadtverwaltung.php („Leitbild II“)

14.08.2020 Modul II; 2.1 Theorien, Modelle, Konzepte Seite 15


Francescas Weg

Francesca möchte noch etwas zu Pflegewissenschaften


erfahren und dazu, welche Bedeutung Evidence Based
Nursing in Deutschland hat.
Dabei entdeckt sie die Nationalen Expertenstandards für
die Pflege des DNQP.

Christiane unterstützt Francesca in diesem Prozess und


erklärt Francesca direkt auch das CaseManagement
und das Entlassungsmanagement.

Seite 1
Modul II
Pflegewissenschaft

 Pflegende müssen auf verlässliches und geprüftes Wissen


zurückgreifen.
 Pflegewissen vermehrt und begründet sich durch
Pflegeforschung
 Evidence Based Nursing (EBN) trägt als Prozess dazu bei,
dieses wissenschaftliche Pflegewissen in die Praxis zu bringen

14.08.2020 Modul II; 2.2 Pflegewissenschaft Seite 2


Pflegewissenschaftliche Forschungsansätze
Qualitative Forschung
Untersuchung von Erfahrungen, Erleben und Lebenswelten von
Menschen
Forschungsmethoden:
 Interviews
 Teilnehmende Beobachtung
Quantitative Forschung
Ausrichtung an mathematisch-naturwissenschaftlichem
Verständnis
Forschungsmethoden:
 Erhebungen durch Fragebögen
 Experimente
14.08.2020 Modul II; 2.2 Pflegewissenschaft Seite 3
Evidence Based Nursing (EBN)
Integration der aktuell besten wissenschaftlichen Belege in die
Pflegepraxis
Best evidence nursing practice
Um den Grad an wissenschaftlicher Evidence zu bestimmen, sind 4
Level festgelegt
 Level A (strongest) – aus Randomisiert kontrollierten
Studien,aus Metaanalysen, anhand von Clinical practice
guidelines
 Level B – aus z.B. klinischen Kohortenstudien, Fallstudien,…
 Level C (weakest) – aus Konsensansichten,
Expertenmeinungen, meta-Synthesen
 Level ML (mutlilevel) – klinische Praxisleitfaden, die auf Basis
mehrer Evidence-Level (s.o.) entwickelt wurden
14.08.2020 Modul II; 2.2 Pflegewissenschaft Seite 4
Nationale Expertenstandards für die Pflege (DNQP)

• Die Bedeutung von Pflegestandards für die Pflegequalität ist seit


1984 durch die WHO definiert
• Die Einhaltung und Anwendung internationaler und nationaler
Standards ist durch gesetzliche Vorgaben bestimmt
• Handlungsrichtlinien können einrichtungsinterne
Dienstanweisungen sein oder als Empfehlung des Arbeitgebers
formuliert werden
• Behandlungs- und Pflegeeinrichtungen haben die Verpflichtung,
einrichtungsinterne Handlungsrichtlinien auf Basis der
nationalen Expertenstandards zu erstellen

14.08.2020 Modul II; 2.2 Pflegewissenschaft Seite 5


Nationale Expertenstandards für die Pflege (DNQP)
• Das „Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege“
(DNQP) bildet Arbeitsgruppen
• Aufgabe ist die Entwicklung und Überarbeitung von
Standardleitlinien zu zentralen Problemen und Fragestellungen
der professionellen Pflege
• Daraus entstehen die Nationalen Expertenstandards für die
Pflege
• Sie sind Grundlage zur Erstellung und Implementierung
angepasster Einrichtungsstandards in Einrichtungen des
Gesundheitswesens
• etwa 200 Gesundheitseinrichtungen sind an Modellprojekten der
Implementierung von Expertenstandards beteiligt
• Sie veröffentlichen ihre Implementierungsberichte auf der
offiziellen Website des DNQP (https://www.dnqp.de)
14.08.2020 Modul II; 2.2 Pflegewissenschaft Seite 6
Aktuelle Expertenstandards und Auditinstrumente

14.08.2020 Modul II; 2.2 Pflegewissenschaft Seite 7


Case Management
 Fallbezogene, sektorenübergreifende Arbeitsmethode
 Dient der Unterstützung von Menschen mit komplexem
Versorgungsbedarf
 Prozess der Zusammenarbeit:
 Bedarfseinschätzung
 Planung, Umsetzung, Koordination, Überwachung von
Versorgungsangeboten und Dienstleistungen
 Leitgedanken und Ziele:
 Patientenorientierung
 Ressourcenorientierung
 Versorgungskontinuität und -qualität
 Effektive und effiziente Ergebnisse
14.08.2020 Modul II; 2.2 Pflegewissenschaft Seite 8
Case Management
 Kein eigenes Berufsbild
 Verschiedene Gesundheitsprofessionen mit Zusatzqualifikation
geeignet (z.B. Sozialarbeiter, Mediziner, Pflegekräfte)
 Erforderliche Kompetenzen:
 Medizinische Fachkenntnisse
 Pädagogische Fähigkeiten
 Kommunikative und soziale Kompetenz
 Organisatorische Fähigkeiten
 Verhandlungsgeschick
 Sicherheit im Umgang mit Instanzen des
Gesundheitssystems
14.08.2020 Modul II; 2.2 Pflegewissenschaft Seite 9
Das ist Frau Ursula Maier (Arbeitsblatt)
Frau Maier ist eine 85-jährige Dame. Sie ist bereits seit 20
Jahren an Diabetes mellitus erkrankt. Frau Maiers Ehemann ist
vor 5 Jahren verstorben. Sie lebt alleine in einer 3-Zimmer-
Wohnung.
Ihre beiden Kinder leben mit ihren Familien über 100km weit
entfernt. Frau Maier telefoniert mindestens einmal pro Woche
mit ihren Kindern. Sehen kann sie ihre Kinder leider nur viel
seltener. Alle Familienmitglieder sind beruflich und privat sehr
eingespannt. Darüber ist Frau Maier häufig traurig.
Seit drei Jahren ist der Diabetes durch Diät und orale
Medikamente nicht mehr zu beherrschen. Frau Maier muss nun
2 mal täglich Insulin spritzen. Ihre Blutzuckerwerte schwanken
stark. Deshalb kommt der Ambulante Pflegedienst zu Frau
Maier zur Blutzuckerkontrolle und Insulininjektion.

14.08.2020 Modul II; 2.2 Pflegewissenschaft Seite 10


Frau Maier leidet schon seit vielen Jahren an einer globalen
Herzinsuffizienz. Diese dekompensiert etwa alle 2-3 Jahre. Deshalb hatte
Frau Maier auch schon viele stationäre Aufenthalte im „Vinzenz von Paul –
Krankenhaus“. Zuletzt vor 7 Monaten mit V.a. Commotio cerebri nach
einem Sturz zuhause. Dabei hatte sie sich auch eine kleine Schürfwunde
am rechten Außenknöchel zugezogen. Diese Wunde will seither nicht
abheilen. Mittlerweile hat die Wundtiefe die Lederhaut erreicht.
Frau Maier wird in den vergangenen Wochen immer vergesslicher. Ihre
Nachbarin ist besorgt. Schon drei Mal hat Frau Maier das
Landfrauentreffen verpasst. Dabei war sie immer so gerne dort. Auch zur
Kirche geht Frau Maier nicht mehr. Sie war immer eine sehr treue
Kirchgängerin.
Frau Maiers Kinder haben sie am vergangenen Wochenende besucht. Sie
haben einen schlechten Zustand bei ihrer Mutter festgestellt.

14.08.2020 Modul II; 2.2 Pflegewissenschaft Seite 11


Die Wohnung war sehr unordentlich. Frau Maier hatte mehrere
Tageszeitungen im Kühlschrank aufbewahrt. Frau Maiers
Körpergeruch war unangenehm. Sie hatte sich mehrere Tage nicht
mehr gewaschen. Eigentlich hatte sie immer viel Wert auf ihr
Äußeres und auf die Körperhygiene gelegt.
Frau Maiers Kinder vermuten eine demenzielle Entwicklung bei
ihrer Mutter.
Weil Frau Maier bei geringer Belastung schwer atmet und ihre
Unterschenkel gespannt und geschwollen sind, kontaktieren ihre
Kinder den Hausarzt. Sie bitten ihn, Frau Maier wieder auf die
kardiologische Abteilung der Klinik einzuweisen.
Ihre Kinder haben Frau Maier vorgeschlagen, sich bei einem
Pflegeheim anzumelden. Frau Maier will das aber nicht. Sie findet,
dass sie ganz gut alleine zurechtkommt.

14.08.2020 Modul II; 2.2 Pflegewissenschaft Seite 12


Case Management für Frau Maier

 Bitte finden Sie sich in Arbeitsgruppen von max. 5


Personen zusammen.
 Überlegen Sie, welche Aufgabengebiete ein
CaseManager für/ mit Frau Maier bearbeiten sollte.
 Erstellen Sie dazu ein MindMap
 Bitte präsentieren Sie Ihre Ergebnisse in der
Gesamtgruppe
 Entwickeln Sie miteinander einen Gesamtplan

14.08.2020 Modul II; 2.2 Pflegewissenschaft Seite 13


Entlassungsmanagement
 Erscheint ähnlich dem Case Management
 pflegerisches Aufgabengebiet
 Erfasst durch den Nationalen Expertenstandard
“Entlassungsmanagement in der Pflege“ des DNQP
 Prozess zur Unterstützung des Patienten und seiner
Angehörigen
 Frühzeitiges Erfassen von Pflege- und Unterstützungsbedarf
 Systematische Planung und Organisation der Weiterversorgung
 Koordination von Schnittstellen in der Behandlung und
Versorgung, um Versorgungsbrüchen und „Drehtüreffekt“
entgegen zu wirken
 Gesetzlich vorgeschrieben und geregelt durch GKV-VSG
14.08.2020 Modul II; 2.2 Pflegewissenschaft Seite 14
Schnittstellen / Versorgungsübergänge

14.08.2020 Modul II; 2.2 Pflegewissenschaft Seite 15


14.08.2020 Modul II; 2.2 Pflegewissenschaft Seite 16
Quellen:
• Drude, C.; Kommerell, T. (Konzepterstellung); Pflegen, Grundlagen und
Interventionen; (1. Auflage 2015). München: Elsevier Verlag
• Schewior-Popp, S., Sitzmann, F., & Ullrich, L. (2012). Thiemes Pflege:
Das Lehrbuch für Pflegende in Ausbildung. Stuttgart: Thieme.
• https://www.nurse.com/evidence-based-practice
• https://www.dnqp.de

14.08.2020 Modul II; 2.2 Pflegewissenschaft Seite 17


Nachweis Bildmaterial pptx
• https://de.123rf.com/photo_83687647_illustration-einer-krankenschwester-trägt-einen-weißen-mantel-stehend-mit-einem-diagramm.html („Francesca“)

• https://de.123rf.com/photo_91176977_eine-frau-krankenschwester-mit-einem-krankenschwester-hut-und-weißen-mantel-mit-einer-
datei.html?fromid=RVgzVnhLZ1FjUFQ1NmgzNEppS29Udz09 („Sr. Christiane“)

• https://www.imageberater-nrw.de/ib-kompetenzbereiche/bildung-forschung/ („Forschungsmethoden“)

• https://www.fachklinik-bad-liebenstein.de/klinik/forschung-wissenschaft.html („EBN“)

• https://www.canstockphoto.de/urkundenstempel-standard-44445384.html („Standard“)

• https://www.dnqp.de/de/expertenstandards-und-auditinstrumente/ („Expertenstandards“)

• https://www.shutterstock.com/de/image-illustration/illustration-old-woman-cane-on-white-210440638 („Frau Maier“)

• https://www.vdek.com/magazin/ausgaben/2017-0708/fokus-entlassmanagement-patienten.html („Genesungsweg“)

• https://www.medi-center.de/service/service/entlassmanagement/ („Entlassungsmanagement“)

14.08.2020 Modul II; 2.2 Pflegewissenschaft Seite 18


Francescas Weg

Christiane ist es wichtig, dass Francesca sich möglichst


schnell in den Pflegealltag in Deutschland einfinden
kann.
Sie spricht mit Francesca über Räumlichkeiten, Abläufe
und die Organisation von Dienstzeiten.
Außerdem erklärt Christiane Francesca die
Pflegeorganisationssysteme. Francesca soll bald ihre
Zuständigkeiten kennen.

Seite 1
Modul II Organisation von Pflege

Zeit

Personal Raum

14.08.2020 Modul II; 2.3 Pflege(organisations)Systeme Seite 2


Zeit
 Pflegefachkräfte arbeiten in der Regel im 3-Schicht-System
 Frühdienst (ca. 6:00 – 14:30h)
 Spätdienst (ca. 12:30 – 21:30h)
 Nachtdienst (ca. 20:30 – 6:30h)
 Die Überlappungszeiten werden für Dienstübergaben genutzt
 am Nachmittag sind häufig Dienstbesprechungen (Teamsitzung,
Fallbesprechung, Qualitätszirkel,…) veranschlagt

14.08.2020 Modul II; 2.3 Pflege(organisations)Systeme Seite 3


Ablauf Spätdienst
• Marie hatte heute Frühdienst. Sie gibt die Zuständigkeit für ihre
Patientengruppe mit dem Übergabebericht an die zuständige
Pflegekraft des Spätdienstes, Eva, ab
• In der Überlappungszeit findet heute eine Teamsitzung statt
• Christiane hat einige Tagesordnungspunkte für die Sitzung vorbereitet
• Ein Punkt ist die Terminplanung für ein Team-Essen, um Francesca als
neue Kollegin willkommen zu heißen
• Eva kann an der Teamsitzung nicht teilnehmen, da sie für eventuelle
Patientenbedürfnisse oder Telefonanrufe im Stationszimmer „die
Stellung“ hält
• Sie wird sich durch das Protokoll der Sitzung darüber informieren, was
besprochen wurde

14.08.2020 Modul II; 2.3 Pflege(organisations)Systeme Seite 4


Ablauf Spätdienst
 Eva beginnt ihren Spätdienst damit, sich einen Pflegearbeitswagen für
den Nachmittagsrundgang vorzubereiten
 Sie hat die Patientenakten, das Blutdruckgerät und das
Fieberthermometer und frische Getränke dabei
 Auf ihren Wagen richtet sie sich auch immer ein Päckchen mit
Handschuhen und ein Flächendesinfektionsmittel
 Dann startet sie eine erste Runde
 Eva sucht alle Patienten ihrer Bezugsgruppe auf dem Patientenzimmer
auf
 Sie erfragt das aktuelle Befinden, erhebt die Vitalwerte, fragt nach
besonderen Wünschen und Bedürfnissen und bietet Getränke an
 Gleichzeitig wischt sie die patientennahen Flächen ab und sorgt dafür,
dass sie das Patientenzimmer wieder ordentlich hinterlässt

14.08.2020 Modul II; 2.3 Pflege(organisations)Systeme Seite 5


Ablauf Spätdienst
 Zurück im Stationszimmer erledigt Eva die letzten Dokumentationen
 Sie versorgt ihren Pflegearbeitswagen
 Nun kann sie beginnen, sich um die ärztlichen Anordnungen zu
kümmern
 Sie kontrolliert die vorbereiteten Medikamente für die
„Abendausgabe“
 Richtet verordnete Infusionen (das meiste davon sind Antibiotika-
Kurzinfusionen)
 Sie richtet bereits das Blutzuckertablett für die Messungen und
Insulingaben vor dem Abendessen
 Eva bittet die Pflegeschülerin, die heute mit ihr Spätschicht hat, sich um
die Blutzuckermessungen zu kümmern
 Immer wieder klingeln Patienten und sie muss ihre Arbeit unterbrechen

14.08.2020 Modul II; 2.3 Pflege(organisations)Systeme Seite 6


Ablauf Spätdienst
 Nun wird auch schon das Abendessen angeliefert
 Eva kontrolliert, ob für alle Patienten das richtige dabei ist
 Die Schülerin hilft ihr, das Essen zu verteilen
 Dann kann Eva eine Pause machen, die Nachbarstation hat eine
Pausenvertretung geschickt
 Nach der Pause räumt Eva mit der Schülerin die Essenstabletts ab
 Sie richten sich wieder einen Pflegewagen für den Abendrundgang
 Dabei wird nochmal nach allen Patienten gesehen
 Vitalwerte erhoben und dokumentiert, Verordnete Abendmedikation
ausgegeben
 Bei der Abendtoilette unterstützt
 Nachdem alles dokumentiert ist, macht Eva die Dienstübergabe an die
Nachtschwester
14.08.2020 Modul II; 2.3 Pflege(organisations)Systeme Seite 7
Raum

14.08.2020 Modul II; 2.3 Pflege(organisations)Systeme Seite 8


Raum
An die Räumlichkeiten von Einrichtungen der Gesundheitsfürsorge
sind Anforderungen geknüpft
 Bitte teilen Sie sich in drei Gruppen auf
 Sichten und bearbeiten Sie die u.a. Links (ein Link je Gruppe)
 Präsentieren Sie der Gesamtgruppe die Besonderheiten des
von Ihnen bearbeiteten Raums
Pflegedienstzimmer

https://www.bgw-online.de/SharedDocs/Downloads/DE/Arbeitssicherheit_und_Gesundheitsschutz/Gesund-und-
sicher-Arbeiten/Sichere-Seiten/Pflege/Arbeitsplatz-Dienstzimmer_Download.pdf?__blob=publicationFile

Patientenzimmer

http://www.sicheres-krankenhaus.de/patientenzimmer

Pflegearbeitsraum

https://sicheres-krankenhaus.de/notfall-ambulanz/notfall-ambulanz/unreiner-pflegearbeitsraum

14.08.2020 Modul II; 2.3 Pflege(organisations)Systeme Seite 9


Personal  Pflegeorganisationssysteme
 Pflegeorganisationssysteme sind Formen der
Arbeitsorganisation
 Bestimmen
 Struktur der Arbeitsabläufe
 Verantwortungsbereiche
 Helfen, Arbeitsaufgaben
 zu koordinieren
 Zielgerichtet durchzuführen
 Geplanter und effektiver Einsatz von Ressourcen wie
 Personal
 Zeit
 Material
14.08.2020 Modul II; 2.3 Pflege(organisations)Systeme Seite 10
Funktionspflege
= funktionelle Pflege
= Stationspflege

 Unterteilt Pflegehandlungen nach Funktionen (Einzeltätigkeiten)


 Jede Pflegekraft
 bekommt Teilaufgaben entsprechend ihrer Qualifikation
zugeteilt
 führt diese dann bei allen Patienten durch (z.B. Puls messen)

 Die Versorgung der Patienten ergibt sich aus der Summe von
Einzelleistungen
14.08.2020 Modul II; 2.3 Pflege(organisations)Systeme Seite 11
Bereichspflege
= Gruppenpflege
= Zimmerpflege
 Unterteilt eine Station in mehrere Bereiche (Patientengruppen)
 In jeder Schicht erfolgt eine feste Zuordnung
 einer Patientengruppe
 zu einer Pflegekraft
 Diese trägt die Verantwortung für alle
 Tätigkeiten
 den Pflegeprozess
in ihrem Bereich
 Grundgedanke ist die ganzheitliche Sichtweise auf den Menschen
 Pflegende arbeiten selbständig, eigenverantwortlich, unabhängig
14.08.2020 Modul II; 2.3 Pflege(organisations)Systeme Seite 12
Primary Nursing
= Bezugs(personen)pflege
= Primäre Pflege
 Teilt jedem Patienten eine feste Bezugspflegekraft (Primary Nurse)
 von der Aufnahme
 bis zur Entlassung zu
 Diese trägt die Verantwortung für den Pflegeprozess
 während des gesamten Aufenthaltes
 rund um die Uhr
 In ihrer Abwesenheit werden Pflegemaßnahmen von einer
stellvertretenden Pflegekraft (Associate Nurse) übernommen
 Patientenorientierung steht im Vordergrund der Arbeitsorganisation

14.08.2020 Modul II; 2.3 Pflege(organisations)Systeme Seite 13


Pflegeorganisationssysteme
In der Pflegepraxis sind Misch- und Übergangsformen weit
verbreitet

14.08.2020 Modul II; 2.3 Pflege(organisations)Systeme Seite 14


Quellen:
• Drude, C.; Kommerell, T. (Konzepterstellung); Pflegen, Grundlagen und
Interventionen; (1. Auflage 2015). München: Elsevier Verlag
• Schewior-Popp, S., Sitzmann, F., & Ullrich, L. (2012). Thiemes Pflege:
Das Lehrbuch für Pflegende in Ausbildung. Stuttgart: Thieme.

14.08.2020 Modul II; 2.2 Pflegewissenschaft Seite 15


Nachweis Bildmaterial pptx
• https://www.hamburg.de/zeit-und-personelle-ressourcen/ („Zeit“)

• https://www.nwzonline.de/oldenburg/bildung/ausbildungsstation-mit-patienten_a_1,0,3060190806.html („Dienstbesprechung“)

• http://www.gesundheitundmanagement.de/schichtarbeit-als-risikofaktor/ („…schicht“)

• https://www.uksh.de/chirurgie-kiel/Informationen+für+Patienten/Tagesablauf+auf+Station.html („Rundgang“)

• https://cne.thieme.de/cne-webapp/p/library/page/9783131498519_3_6/-/1 („Artverordnung“)

• https://zuhause-pflegen.de/de-DE/hilfe-jeden-tag/koerperpflege-hygiene/koerperpflege („Abendtoilette“)

• https://www.rnz.de/nachrichten/eberbach_artikel,-eberbach-der-betrieb-in-der-grn-klinik-laeuft-rund-um-die-uhr-_arid,343028.html („Raum“)

• https://demenzpflege-dozent-muenchen.de („Verkehrsschild“)

• https://pqsg.de/seiten/openpqsg/hintergrund-pflegesystem.htm („Pflegeorganisationssysteme I-III“)

14.08.2020 Modul II; 2.2 Pflegewissenschaft Seite 16


Hörspiel

14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 1


Der Pflegeprozess

 Der Pflegeprozess ist eine weltweit etablierte Arbeitstechnik der


professionellen Pflege
 Er beschreibt den Verlauf der Pflegenden-Patienten-Beziehung
 Diese Beziehung ist durch den Prozess
• in Schritte unterteilt
• definiert
• überprüfbar

14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 2


Pflegeprozess -Geschichte-

 1950 wird der Pflegeprozess erstmals von Lydia Hall beschrieben


 1961 konkretisiert Ida J. Orlando die Vorarbeit in ihrer „Pflegeprozess-
Theorie“
 1974 schreibt die WHO den Pflegeprozess als Bestandteil der
pflegerischen Arbeit fest
 die WHO beschreibt den Pflegeprozess in 4 Schritten
 1985 wird der Pflegeprozess in die Krankenpflegeausbildung in
Deutschland aufgenommen
 2003 folgt die Festschreibung des Pflegeprozesses als Unterrichtsinhalt
der Altenpflegeausbildung

14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 3


Der Pflegeprozess in Deutschland
Das in Deutschland gängigste Pflegeprozess-Modell stammt von
Verena Fiechter und Martha Meier

14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 4


Pflegeplanung: Übung 1 Zuordnungsübung
www.imed-komm.eu/uebungen/pfleger/024/PF-024-01.htm

14.08.2020 Präsentationstitel hier eintragen Seite 5


Informationssammlung - Pflegeanamnese
• 4 Arten von Informationen werden unterschieden:
 Direkte Daten
 erhebt die Pflegekraft direkt beim Patienten
 Indirekte Daten - erhält die Pflegekraft von
 anderen Personen oder
 Dokumenten
 Subjektive Daten
 spiegeln persönliche Ansichten
 sind individuell
 Objektive/objektivierte Daten
 sind messbar und überprüfbar
 sollten mit den subjektiven Daten abgeglichen werden
14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 6
Informationssammlung - Pflegeanamnese

 Für die Erhebung der Pflegeanamnese werden vordefinierte


Dokumente (Anamnesebogen) genutzt
 Diese Dokumente orientieren sich häufig an einer Auflistung
menschlicher (Grund)Bedürfnisse
 Ein Beispiel dafür ist die ABEDL-Struktur nach Monika
Krohwinkel
 Jede Einrichtung erstellt für sich Dokumente, die an die
Bedürfnisse ihrer Patienten angepasst sind

14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 7


Informationssammlung - Pflegeanamnese
Sie sind nun „Francesca“ und haben den Auftrag, den
Pflegeprozess mit Frau Maier zu gestalten
 Bitte lesen Sie sich die Fallsituation von „Frau Maier“
aufmerksam durch
 Nehmen Sie die Anamnese-Erhebung für „Frau Maier“ vor
 nutzen Sie dazu den ausgehändigten Anamnesebogen in
ABEDL
 ordnen Sie die Informationen aus der Fallbeschreibung den
ABEDL zu
 Besprechen und ergänzen Sie Ihre Ergebnisse in der
Gesamtgruppe

14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 8


Ressourcen und Pflegeprobleme

 Ein Pflegeproblem ist eine aktuelle Beeinträchtigung oder


die Gefahr einer Beeinträchtigung
 Es erfordert professionelles Pflegehandeln und kann
dadurch positiv beeinflusst oder sogar gelöst werden

 Eine Ressource ist eine Fähigkeit des Betroffenen oder seiner


Angehörigen, selbst zur Bewältigung des Pflegeproblems
beizutragen

14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 9


Pflegeprobleme

 Aktuelle Beeinträchtigungen eines Betroffenen werden auch als


aktuelle (bzw. akute) Pflegeprobleme bezeichnet
 Ein aktuelles Pflegeproblem liegt vor wenn
 es offenkundig, beobachtbar und messbar ist
 der Betroffene die Beeinträchtigung seiner Selbständigkeit
nicht selbst bewältigen kann

 Ein aktuelles Pflegeproblem erfordert eine unmittelbare


pflegerische Intervention

14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 10


Pflegeprobleme

• Die Gefahr einer Beeinträchtigung des Betroffenen bezeichnet


man auch als potentielle (oder Risiko-) Pflegeprobleme
Ein potentielles Pflegeproblem liegt vor, wenn
 zum Zeitpunkt der Erhebung (noch) keine Symptome
vorliegen
 aufgrund von Wissen und Erfahrung vorhersehbar ist, dass
unter den gegebenen Bedingungen das Problem entstehen
wird

 Ein potentielles Pflegeproblem erfordert immer präventives


Handeln (die Anwendung gezielter Prophylaxen)

14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 11


Ressourcen

• Ressourcen, oder auch Hilfsquellen / Reserven sind


 bedeutsam für die Lösung der festgelegten Probleme
 stärkend für das Selbstwertgefühl des Patienten
 hilfreich, um sich von der Defizitorientierung zu lösen
 wichtig, um unnötige Abhängigkeiten zu vermeiden
 entlastend für Pflegende und Angehörige

 Bei der Erfassung von Pflegeproblemen muss aktiv nach


Ressourcen gesucht werden

14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 12


Formulierung von Problemen und Ressourcen
Hilfreich dabei ist die Struktur von Pflegediagnosen mit der PÄSR-
Regel:
Problem = Beschreibung des Problems / Problemtitel
Ätiologie = Bestimmung der Entstehungsbedingungen /
Ursachen
Symptome = Beschreibung der Kennzeichen, die das
Problem belegen (nur bei aktuellen
Problemen!)
Ressourcen = Nennung der Ressourcen, die der
Problemlösung dienen

14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 13


Beispiel
P Frau Maier leidet unter einer Atemnot Grad III
Ä bei bekannter langjähriger globaler
Herzinsuffizienz mit wiederkehrenden
Dekompensationen
S sie atmet bei geringer Belastung
schwer
R Frau Maier und ihre Angehörigen
kennen die Symptome und reagieren
zeitnah

14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 14


Aufgabe
 Bitte nehmen Sie die Ressourcen- und Problemfestlegung für „Frau
Maier“ vor
 Tragen Sie die Problemformulierungen in das ausgehändigte
Pflegeplanungsformular ein

Vorschlag Problemtitel:
1. Selbstpflegedefizit Körperpflege
2. Selbstpflegedefizit häusliche Versorgungssituation
3. Gefahr der metabolischen Entgleisung des Diabetes mellitus
4. Sturzgefahr
5. Gefahr des sozialen Rückzugs / Deprivationsgefahr

14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 15


Pflegeziele
Beschreiben einen, in der Zukunft liegenden Zustand, der durch die
Pflege erreicht werden soll.
Zur Formulierung von Pflegezielen empfiehlt sich die Anwendung
der SMART-Regel:
S spezifisch  konkrete Angaben
M messbar  objektiv überprüfbar
A attraktiv  Positives anstreben oder
Negatives beseitigen
R realistisch  durch Unterscheidung von
Nah- und Fernzielen
T terminiert  mit Angabe von Zeitspannen oder
Zeitpunkten

14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 16


Beispiel

Frau Maier passt die Aktivität ihrer aktuellen


Atemkapazität an, sie nimmt die pflegerischen
Angebote zur Atmungserleichterung an (Nahziel).
Frau Maier atmet bei langsamer Bewegung auf ebener
Fläche leichter (Nahziel).
Frau Maier hat eine normale, geräuschlose Atmung von
etwa 12 tiefen Atemzügen pro Minute (Fernziel)

14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 17


Aufgabe

 Bitte nehmen Sie die Zielformulierung für „Frau Maier“ vor

 Tragen Sie Ihre Zielformulierungen in das ausgehändigte


Pflegeplanungsformular ein

14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 18


Pflegemaßnahmen planen

…Vorbereitung zukünftiger Entscheidungen und Handlungen.

Die Wirkung der gewählten Pflegemaßnahmen


• muss bekannt
• sollte wissenschaftlich geprüft sein
Die Formulierung folgt den W-Fragen:
 Wer macht
 was
 wie
 womit
 wann
 wie oft?

14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 19


Beispiel
Die betreuende Pflegekraft (wer?)
unterstützt Frau Maier durch „Herzbettlagerung“ (was?)
Oberkörper hoch, Beine tief (wie?)
Bettfunktion (womit?)
während der Ruhepausen des Tages (wann?)
mindestens 3x täglich (wie oft?)

Aufgabe
 Bitte nehmen Sie eine Maßnahmenplanung für „Frau Maier“ vor
 Tragen Sie die geplanten Maßnahmen in das ausgehändigte
Pflegeplanungsformular ein

14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 20


Pflegemaßnahmen durchführen und dokumentieren
• Die ausführende Pflegekraft hat Durchführungsverantwortung
• Leitlinien und Standards sind einzuhalten
• Abweichungen von Standards sind möglich, bedürfen aber
einer Begründung (im Rahmen der Dokumentation)
• Die Dokumentation dient
 dem Tätigkeitsnachweis der Pflegenden und
 für Aussagen zu Verlauf und Wirkung der Pflege

! Korrekturen müssen lesbar kenntlich gemacht und


! mit Datum und Handzeichen versehen werden

14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 21


Evaluation des Pflegeprozesses

…meint die Überprüfung der Entscheidungen, die innerhalb des


Pflegeprozesses getroffen wurden.
 Die Evaluation beantwortet zwei große Fragestellungen:
? Wurde das Pflegeziel erreicht
? Wurde das Pflegeziel nicht erreicht
Die Evaluation kann sich auf alle zuvor durchlaufenen Prozess-
Schritte beziehen.

14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 22


Quellen:

• Schewior-Popp, S., Sitzmann, F., & Ullrich, L. (2012). Thiemes Pflege:


Das Lehrbuch für Pflegende in Ausbildung. Stuttgart: Thieme.
• ww.imed-komm.eu/uebungen/pfleger/024/PF-024-01.htm

14.08.2020 Präsentationstitel hier eintragen Seite 23


Nachweis Bildmaterial

• https://www.istockphoto.com/at/vektor/comic-klingeln-telefon-
gm515724899-48657600 (Telefon)
• https://de.123rf.com/photo_83687647_illustration-einer-
krankenschwester-trägt-einen-weißen-mantel-stehend-mit-einem-
diagramm.html („Francesca“)
• https://de.123rf.com/photo_91176977_eine-frau-krankenschwester-mit-
einem-krankenschwester-hut-und-weißen-mantel-mit-einer-
datei.html?fromid=RVgzVnhLZ1FjUFQ1NmgzNEppS29Udz09 („Sr.
Christiane“)

14.08.2020 Modul II; 2.4 Pflegeprozess Seite 24


Francescas Weg

Francesca hat gestern das Anamnesegespräch mit Frau


Maier geführt. Sie ist jetzt Frau Maiers
Bezugspflegekraft.
Francesca hat sich in diesem Gespräch ziemlich
unsicher gefühlt. Deshalb bittet sie Christiane, mit ihr
über die Besonderheiten der Kommunikation im
deutschen Pflegealltag zu sprechen.
Francesca interessiert sich vor allen Dingen für die
besonderen Anlässe, zu denen kommuniziert wird. Mit
den Erfordernissen der Patientenübergabe tut sie sich
noch schwer.

Seite 1
Grundlagen der Kommunikation
Eine reibungslose Kommunikation erfordert Voraussetzungen:
 Stimme
 Sprache
 Hörvermögen
 Sehfähigkeit
 Kognition
Über diese Fähigkeiten senden und empfangen wir
 Verbale
 Nonverbale
 Paraverbale
Kommunikationssignale
14.08.2020 Modul III, 3.1 Kommunikation Seite 2
Störungen
 Diese Voraussetzungen des „Sendens“ und „Empfangens“ sind
störungsanfällig
 Gründe für Störungen
 Sprachhürden
 Einschränkungen der Sinnesfähigkeiten
 Kognitive Störungen
 psychosoziale Einschränkungen
 Jedoch auch ohne solche Einschränkungen kommt es in
zwischenmenschlichen Situationen durch
 kulturelle Unterschiede
 Motivationen und Stimmungslagen
 Sympathie und Antipathie häufig zu Kommunikationsstörungen

14.08.2020 Modul III, 3.1 Kommunikation Seite 3


Gespräche

...dienen

 der wechselseitigen Information


 der Überlegung
 der Überzeugung
 der Meinungsbildung

14.08.2020 Modul III, 3.1 Kommunikation Seite 4


Gesprächsarten Das Zweiergespräch

 Informationsgespräch
 z.B. eine Anleitungssituation mit Patienten und Angehörigen
 Interview
 z.B. Anamnesegespräch
 Pädagogisches Gespräch
 z.B. Kritikgespräch unter vier Augen mit Kollegen
 Überzeugungsgespräch
 Beratungsgespräche können ggf. diesen Charakter haben

14.08.2020 Modul III, 3.1 Kommunikation Seite 5


Gesprächsarten Das Gruppengespräch

 Verhandlung
 Diskussion über kontroversen Sachverhalt
 Besprechung
 z.B. Teamsitzung
 Versammlung
 z.B. Betriebsversammlung durch den Betriebsrat anberaumt
 Diskussion
 z.B. im Rahmen von Mediations- oder
Supervisionsprozessen
14.08.2020 Modul III, 3.1 Kommunikation Seite 6
Gesprächsarten Das Selbstgespräch
 Lautes Aussprechen eigener Gedanken
 hilft, die Gedanken direkter und intensiver wahrzunehmen
 die Artikulation eines vollständigen Satzes kann Klarheit bringen
o „Der Einfall kommt beim Sprechen“

o Zu beachten ist, dass Beobachter das


möglicherweise seltsam finden…

14.08.2020 Modul III, 3.1 Kommunikation Seite 7


Gesprächsphasen
Gespräche durchlaufen gewöhnlich 5 Phasen
 Kontaktphase
 Schaffen eines freundlichen Gesprächsklimas
 Informationsphase
 Kurze Planung des Gesprächs (Gesprächsthema,
Zeitrahmen,…)
 Argumentationsphase
 Besprechung des konkreten Gesprächsanlasses
 Beschlussphase
 Zusammenfassung der Ergebnisse
 Abschlussphase
 Positives Ende finden, Einstimmung auf Folgegespräche
14.08.2020 Modul III, 3.1 Kommunikation Seite 8
Professionelle Kommunikation (Situationen)
…in der Pflege können vielgestaltig sein
 Anamnesegespräch
 Informations-, Anleite-, Beratungsgespräch
 Angehörigengespräch
 Konfliktgespräche z.B. bei Beschwerden
 Patienten-Übergabegespräch
 Teambesprechungen
 Feedback-Gespräch
 Begleitung der Arztvisite

14.08.2020 Modul III, 3.1 Kommunikation Seite 9


Übungsaufgabe
Bitte finden Sie sich in 3er-Gruppen zusammen und üben Sie
miteinander 3 verschiedene Gesprächssituationen
 Das Anamnesegespräch zwischen Francesca und Frau Maier
− (Grundlagen: ABEDL-Bogen, Aufnahmeassessment Klinikum West und
Fallsituation Frau Maier)
 Der Übergabebericht von Francesca über Frau Maier an den Spätdienst
− (Grundlagen: Fallsituation Frau Maier, Übergabe- Strukturhilfe /
Informationsweitergabe)
 Ein Beratungsgespräch zwischen Francesca und den besorgten
Angehörigen von Frau Maier
− (Grundlagen: Fallsituation Frau Maier, Kreativität und Einfallsreichtum)
 Jeder von Ihnen sollte einmal in die Rolle von Francesca „schlüpfen“
 Beachten und steuern Sie die 5 Gesprächsphasen

14.08.2020 Modul III, 3.1 Kommunikation Seite 10


Quellen:
• Drude, Carsten; Kommerell, Tilman (Konzepterstellung); Pflegen,
Grundlagen und Interventionen; 1. Auflage 2015 Elsevier Verlag,
München
• https://www.bvs.de/fileadmin//mediapool/publikationen/Lehrbuecher/Leh
rbuch_Band_11_Leseprobe.pdf
• https://rhetorik-online.de/einsatz-von-verschiedenen-gespraechsarten-
2/#tab-id-4

14.08.2020 Modul III, 3.1 Kommunikation Seite 11


Nachweis Bildmaterial

• http://www.forum-stimme-koerper.de („Stimme“)

• https://wissenschaft3000.wordpress.com/2017/09/02/was-ist-sprache/ („Sprache“)

• https://gesundheitsecho.at/ueber-den-wert-guten-hoerens/ („Hörvermögen“)

• https://www.apost.com/de/blog/5-grunde-mehr-tomaten-zu-essen/9846/?rd=n („Sehfähigkeit“)

• https://citisite.wordpress.com/intelligenz-soziale-kompetenz-kognition-empathie/ („Kognition“)

• http://www.orgenda.de/newsletterprint.asp?letterid=18052 („sprechen“)

• https://karrierebibel.de/mimik/ („Mimik“)

• http://zefirodelcielo.com/impacto-del-tono-de-voz-paralenguaje-en-la-comunicacion-y-personalidad-post-316-de-inteligencia-emocional/ („paraverbal“)

• https://www.youtube.com/watch?v=r3Tfb9StUOc („Kommunikationsstörungen“)

• https://beruhmte-zitate.de/autoren/paul-watzlawick/ („Watzlawick“)

• https://www.schulz-von-thun.de („Schulz von Thun“)

• http://www.centerfortheperson.org/About-Carl-Rogers.php („Rogers“)

• https://clipartstation.com/sprechender-mensch-clipart-2/ („Gespräch“)

• https://joker-agentur.de/konstruktive-gespraechsfuehrung/ („Zweiergespräch“)

• http://kyoto-kogomi.net/projects/gakkou/ („Gruppengespräch“)

• https://www.desired.de/lifestyle/fit-gesund/bewusst-leben/selbstgespraeche-warum-sie-uns-gut-tun/ („Selbstgespräch“)

• https://www.salesfocus.at/phasen-des-verkaufsgespraechs/ („Gesprächsphasen“)

• https://www.kommmitmensch.de/fileadmin/user_upload/pdf-dokumente/kommmunikation/dguv_kmm_handlungsfeld_kommunikation.pdf („profess. Komm.“)

14.08.2020 Modul III, 3.1 Kommunikation Seite 12


Francescas Weg
Francesca hat in den vergangen Tagen immer wieder
von der Wichtigkeit der Hygiene in deutschen
Krankenhäusern gehört.
Sie spricht Christiane darauf an. Für Christiane beginnt
die angemessene Hygiene im Erscheinungsbild der
Pflegefachkraft. Aber natürlich spricht sie auch über die
Händehygiene und verweist Francesca nochmal auf den
Hautschutzplan der Klinik. Aus aktuellem Anlass spricht
sie das Thema der multiresistenten Erreger an. Bei Frau
Maier besteht der Verdacht auf MRSA-Besiedelung.
Sie verweist Francesca schließlich auf das RKI als
Referenz für alle Hygienefragen.

Seite 1
Hygiene
 Ist die wissenschaftliche Lehre der
Verhütung von Krankheiten (= Prophylaxe)
und der
Erhaltung und Festigung der Gesundheit (= Prävention)

“Hygiene“ im Sprachgebrauch meint vor allen Dingen Maßnahmen


zur Verhütung von Krankheiten durch (nosokomiale) Infektionen

14.08.2020 Modul III, 3.2 Hygiene Seite 2


Hygiene im Krankenhaus
 Individualhygiene
 Körperhygiene, Bekleidung
 Hygienische Händedesinfektion
 Sozialhygiene
 Pflege sozialer Netzwerke
 Gesundheitserziehung durch Beratung
 Arbeitshygiene
 Infektionsschutz
 Prävention von Berufskrankheiten
 Lebensmittelhygiene
 Umwelthygiene
 Psychohygiene
14.08.2020 Modul III, 3.2 Hygiene Seite 3
Individualhygiene -Auftreten-
 Finden Sie die Fehler im rechten Bild…

 …und tragen Sie zusammen, worauf eine professionelle


Pflegekraft bei ihrem äußeren Erscheinungsbild und Auftreten
achten sollte…
14.08.2020 Modul III, 3.2 Hygiene Seite 4
Händehygiene
 Die Händehygiene nimmt eine zentrale Rolle in der
Krankenhaushygiene ein
 Sie ist geregelt im Hautschutzplan einer jeden Einrichtung
 Der moderne Hautschutz beinhaltet 6 Säulen

Hautschutz Arbeitsmedizinische
Schutzhandschuhe Händedesinfektion Hautreinigung Hautpflege
(präparativ) Vorsorge

14.08.2020 Modul III, 3.2 Hygiene Seite 5


Die hygienische Händedesinfektion
 Bitte sehen Sie sich unter folgendem Link den Anleitungsfilm zur
hygienischen Händedesinfektion an
https://www.aktion-sauberehaende.de/
 Notieren Sie sich die richtigen und wichtigen Zeitpunkte der
hygienischen Händedesinfektion (für Modul IV)
 Schreiben Sie sich die Standard-Einreibemethode der hygienischen
Händedesinfektion auf (Vorgehenspfad)
 Üben Sie zunächst „trocken“
 Wenn Sie sich sicher sind, nutzen Sie die präparierte Lösung
 Nehmen Sie anschließend die Benetzungskontrolle unter Blaulicht
vor

14.08.2020 Modul III, 3.2 Hygiene Seite 6


Resistente Keime

 Eine große Relevanz im klinischen Alltag haben


„Besiedelungen“ und Infektionen mit multiresistenten Keimen
 Manche Bakterien und Viren haben durch Evolutionsprozesse
die Empfindlichkeit gegen Antibiotika bzw. Virustatika verloren
 Bei Besiedelung und Infektion handelt es sich in der Regel um
einen Erwerb bei Hospitalisierung
 Nosokomiale Infektion
 Prominente Vertreter finden Sie mit Erklärungen unter
https://www.bbraun.de/de/produkte-und-therapien/hygiene/multiresistente-erreger/haeufig-vorkommende-
mre.html

14.08.2020 Modul III, 3.2 Hygiene Seite 7


Frau Maier „unter Verdacht“
Frau Maier hat mehrere Risikofaktoren für eine MRSA Besiedelung
oder Infektion
Aus diesem Grund soll Francesca ein MRSA-Screening
veranlassen
Bis zum Ausschluss des Verdachts werden Isolierungsmaßnahmen
veranlasst
 Finden Sie sich in einer Gruppe zu max. 5 Personen
 Welche Risikofaktoren sehen Sie bei Frau Meier?
 Bitte sehen Sie sich den Standard auf MRSA-Net an
https://www.mrsa-net.nl/de/personal/screening
 Übertragen Sie, welche Maßnahmen bei Frau Maier
durchzuführen sind, bis der Verdacht ausgeräumt ist

14.08.2020 Modul III, 3.2 Hygiene Seite 8


Das Robert-Koch-Institut
 …ist DIE wissenschaftliche Institution zu allen Fragestellungen
rund um die (Krankenhaus)Hygiene in Deutschland
 Das RKI ist ein Institut im Zuständigkeitsbereich des
Bundesministeriums für Gesundheit in Berlin
 Kernaufgaben sind die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung
von (Infektions)Krankheiten
 Unter dem Link
https://www.rki.de/DE/Content/Institut/institut_node.html;jsessionid=638989B60485912AA1AAA6E61212F7F2.2
_cid298

sind alle Informationen tagesaktuell zur Verfügung gestellt

14.08.2020 Modul III, 3.2 Hygiene Seite 9


Quellen:
• Drude, Carsten; Kommerell, Tilman (Konzepterstellung); Pflegen,
Grundlagen und Interventionen; 1. Auflage 2015 Elsevier Verlag,
München
• https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_St
aphylokokken_MRSA.html („Merkblatt MRSA/ RKI“)

14.08.2020 Modul III, 3.2 Hygiene Seite 10


Nachweis Bildmaterial

• http://deacademic.com/dic.nsf/meyers/62628/Hygieia („Hygieia“)

• http://www.kirchhoff-anwalt.de/overall/html/2013/infektionsschutzgesetz.html („Infektionen/Hygiene“)

• https://www.lzg-rlp.de/de/hygiene-im-krankenhaus.html („Hygiene im Krankenhaus“)

• https://news.virginia.edu/content/new-grant-promote-teamwork-between-docs-nurses-treating-complex-patients („Auftreten negativ“)

• https://www.bibliomed-pflege.de/zeitschriften/die-schwester-der-pfleger/heftarchiv/ausgabe/artikel/sp-11-2017-balanceakt-praxisanleiter-zwischen-anspruch-
und-wirklichkeit/33600-bewegung-im-pflegealltag-foerdern/ („Auftreten positiv“)

• https://www.deutscheinternetapotheke.de/lindesa-hand-und-hautschutz-creme-75ml-pzn-04531958 („Hautschutz“)

• https://www.dguv.de/ifa/praxishilfen/praxishilfen-persoenliche-schutzausruestungen/schutzhandschuhe-gegen-chemische-und-biologische-
einwirkungen/auswahlhilfen-fuer-chemikalienschutzhandschuhe/index.jsp („Schutzhandschuhe“)

• http://www.medizin.uni-tuebingen.de/Patienten/Service+und+Infrastruktur+/Weitere/Aktion+Saubere+Hände-EGOTEC-
5vu62vgu1uiql972pj17ajiqfh09487g.html?rewrite_engine=id („Händedesinfektion“)

• https://www.medizinfuchs.de/blog/leben/beauty-kosmetik-wellness/richtig-haendewaschen/ („Händewaschen“)

• https://www.meetb.de/shop/de/MAJOLA-H5-Creme-100ml-Tube („Hautpflege“)

• https://klinikum-
bayreuth.de/aktuell/veranstaltungen/termin/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=791&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHa
sh=465e5544a6e5a07b8c6bd7fdf08ee01e geändert https://klinikum-bayreuth.de/fileadmin/user_upload/Unternehmen/Mitarbeiterzeitung/pdf_1262878934.pdf
(„Aktion-saubere-Hände“)

• https://www.rki.de/DE/Content/Institut/institut_node.html („RKI“)

14.08.2020 Modul III, 3.2 Hygiene Seite 11


Francescas Weg
Für Francesca interessiert sich zu erfahren, welche
rechtlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede es für
Pflegefachkräfte zwischen ihrem Heimatland und
Deutschland gibt.
Die Grundrechte findet Francesca besonders spannend.
Sie sind untrennbar mit ihrem beruflichen Handlungsfeld
verbunden.
Von Christiane erhält sie wichtige Informationen zu
Schweigepflicht und Datenschutz.
Ein besonderes Bewusstsein für die Unterschiede im
Tätigkeitsprofil der Pflegefachkraft erschließt sich für
Francesca durch das Thema Delegation.
Der betriebliche Arbeitsschutz erscheint ihr mit seinen
strukturierten Regelungen und Paragraphen „typisch
Deutsch“
Seite 1
Grundrechte
 Rechte, die durch das Grundgesetz geregelt, sind betreffen
 die Freiheit
 die Gleichheit (vor dem Gesetz)
 die Unverletzlichkeit (von Körper, Wohnung,…)
…grundlegender Werte

Der oberste Grundsatz des Grundgesetzes steht in Art. 1 I GG

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“

 Alle weiteren Gesetze sind nur die Konsequenz dieses


Grundsatzes
14.08.2020 Modul III, 3.3 Recht Seite 2
Grundrechte werden in unterschiedliche Bereiche eingeteilt

Persönlichkeitsrechte

Wirtschaftl.
kulturelle, Freiheits-
soziale rechte
Rechte

Justizielle Rechte

14.08.2020 Modul III, 3.3 Recht Seite 3


Grundrechte
 Unter den Grundrechten gibt es Bürgerrechte und
Menschenrechte
 Auf Bürgerrechte (grün) haben nur deutsche Staatsbürger
Anspruch
 Menschenrechte (blau) gelten für alle Menschen von Geburt an
(Geburtsrechte)

 Eine Einschränkung von Menschenrechten ist nur aus Notwehr,


Notstand oder Nothilfe gerechtfertigt
 Die Rechtfertigung einer Notwehr-, Notstands- oder Nothilfelage
ist an strenge gesetzliche Voraussetzungen geknüpft.
14.08.2020 Modul III, 3.3 Recht Seite 4
14.08.2020 Modul III, 3.3 Recht Seite 5
Schweigepflicht und Datenschutz
 Verschwiegenheitspflicht
 rechtliche Verpflichtung, Geheimnisse nicht weiterzugeben
 Ist im Strafgesetzbuch (StGB) geregelt
 Geheimnisträger können
Privatpersonen
 Berufsgeheimnisträger (z.B. Pflegefachkräfte)
 Amtsträger des Staates
 Amtsgeheimnis
sein.
 Bitte lesen Sie den Artikel zu folgendem Link
https://www.bibliomed-pflege.de/zeitschriften/die-schwester-der-pfleger/heftarchiv/ausgabe/artikel/sp-2-2018-
den-abschied-wuerdig-begleiten/34264-verschwiegenheit-erwuenscht/
14.08.2020 Modul III, 3.3 Recht Seite 6
Delegation ärztlicher Tätigkeiten
• …meint die Übertragung von Aufgaben zur Arbeitsteilung
 Grundsätzlich sind invasive Eingriffe als „Körperverletzung“ zu
verstehen
 Es existiert keine klare Abgrenzung zwischen ärztlichen und
pflegerischen Tätigkeiten
 Einzige Klarheit
 Diagnose und Therapieentscheidungen, die eine ärztliche
Ausbildung erfordern, sind nicht delegationsfähig

14.08.2020 Modul III, 3.3 Recht Seite 7


Delegation ärztlicher Tätigkeiten
Ein Arzt darf invasive Tätigkeiten (z.B. Injektionen, Blutentnahmen)
an Pflegepersonal delegieren
 Der Arzt hat dann Anordnungsverantwortung
 Er haftet für Fehler
bei der Auswahl der Pflegekraft für die Delegation
bei der Anordnung
 Die Pflegefachkraft hat Durchführungsverantwortung /
Handlungsverantwortung
 Sie haftet für Fehler
die bei der Durchführung unterlaufen
wenn sie die Aufgabe übernimmt, obwohl sie nicht dafür
qualifiziert ist (=Übernahmeverschulden)
14.08.2020 Modul III, 3.3 Recht Seite 8
Voraussetzungen für Delegation
…die ALLE gegeben sein müssen
Einwilligung des Patienten
Schriftliche Anordnung des Arztes
Berufsabschluss als examinierte Pflegefachkraft
Zur Durchführung erforderliche Fähigkeiten und Kenntnisse
Die Art des Eingriffs erfordert nicht das Tätigwerden eines
Arztes

14.08.2020 Modul III, 3.3 Recht Seite 9


Delegationsfähig?

Bitte überlegen Sie gemeinsam und entscheiden Sie:

Delegationsfähig

o Ja warum?
o Nein warum nicht?

14.08.2020 Modul III, 3.3 Recht Seite 10


Delegationsfähig?
Christiane bittet Francesca, Frau Maier vor dem Essen noch ihre Insulin-
Einheiten s.c. zu verabreichen.
Francesca prüft die ärztliche Anordnung in der Patientenakte. Dort steht,
dass Frau Maier 16 i.E. Actraphane 30/70 erhalten soll. Der Arzt hat sein
Handzeichen angefügt.
Francesca richtet Frau Maiers Insulin-Pen, zieht die Einheiten auf und
zeigt ihn zur Sicherheit nochmals Christiane.
Im Patientenzimmer kündigt sie Frau Maier die Maßnahme an. Diese
antwortet: „…naja, das muss halt sein, oder?!...“
Delegationsfähig?
o Ja warum?
o Nein warum nicht?

14.08.2020 Modul III, 3.3 Recht Seite 11


Delegationsfähig?

Der Stationsarzt ruft an und bittet Francesca, Frau Maier eine


Beruhigungstablette zu geben. Sie habe sich vorhin bei der Visite
ganz furchtbar aufgeregt.

Delegationsfähig?
o Ja warum?
o Nein warum nicht?

14.08.2020 Modul III, 3.3 Recht Seite 12


Delegationsfähig?
Bei der Arztvisite heute hat der Stationsarzt keine Zeit, sich Frau
Maiers Wunde anzusehen. Es dauert zu lange, den Verband
abzunehmen.
Er macht direkt mit den anderen Patienten weiter. Zuvor bittet er
Francesca darum, den Verbandswechsel alleine vorzunehmen. Sie
soll entscheiden, wie mit der Wundtherapie weiter vorgegangen
wird.

Delegationsfähig?
o Ja warum?
o Nein warum nicht?

14.08.2020 Modul III, 3.3 Recht Seite 13


Arbeitsschutz
Aufgabe des Arbeitsschutzes ist die Schaffung und der Erhalt
sicherer und menschengerechter Arbeitsbedingungen
 Erforderlich ist hierfür
effizienter Arbeitsschutz
wirksame Unfallvermeidung
Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit sind Arbeitsschwerpunkte
im Bundesministerium für Arbeit und Soziales
 hier entstehen gesetzliche Grundlagen und rechtssichere
Rahmenbedingungen für alle Unternehmen (ArbSchG)
 Es geht um
Wirksamen Schutz vor Gefahren und gesundheitlichen
Schädigungen (Prophylaxe)
Maßnahmen der Gesundheitsförderung (Prävention)
14.08.2020 Modul III, 3.3 Recht Seite 14
Arbeitsschutz

Bitte suchen Sie die angegebenen Links auf, um sich selbst


interessengeleitet zum Thema Arbeitsschutz zu informieren.
 Auf der „Startseite“ von „Sicheres Krankenhaus“ finden Sie
drei informative Trailer zum Aufbau und der Anwendung der
Seite.
 Interessant ist ebenfalls der Button „P“ (Patientenzimmer)

https://www.bmas.de/DE/Themen/Arbeitsschutz/erklaerung-
arbeitsschutz.html
http://www.sicheres-krankenhaus.de

14.08.2020 Modul III, 3.3 Recht Seite 15


Quellen:
• Drude, Carsten; Kommerell, Tilman (Konzepterstellung); Pflegen,
Grundlagen und Interventionen; 1. Auflage 2015 Elsevier Verlag,
München

https://www.bmas.de/DE/Themen/Arbeitsschutz/erklaerung-
arbeitsschutz.html
http://www.sicheres-krankenhaus.de

14.08.2020 Modul III, 3.3 Recht Seite 16


Nachweis Bildmaterial

• https://de.fotolia.com/id/182943412 (“Paragraph“)

• https://wissenschaft3000.wordpress.com/2016/05/19/grundrechtsberechtigung-kanzlei-des-einen-spiel-des-anderen-not/grundrechte-k/ ("Grundrechte I“)

• http://www.bpb.de/politik/grundfragen/24-deutschland/40426/grundrechte ("Grundrechte II“)

• https://www.bibliomed-pflege.de/zeitschriften/die-schwester-der-pfleger/heftarchiv/ausgabe/artikel/sp-2-2018-den-abschied-wuerdig-begleiten/34264-
verschwiegenheit-erwuenscht/ (“Verschwiegenheit“)

• https://www.independent.co.uk/voices/nhs-nurse-bursaries-scrapping-nurse-busaries-will-plunge-the-nhs-into-chaos-and-compromise-care-a7159576.html
(“Delegation I“)

• https://docplayer.org/10414960-Delegation-aerztlicher-leistungen-an-nichtaerztliches-personal.html (“Delegation II“)

• http://arbeitsschutz-pischke.de/leistungen/arbeitssicherheit-arbeitsschutz/. („Arbeitsschutz“)

14.08.2020 Modul III, 3.3 Recht Seite 17


Francescas Weg
Francesca ist aufgeregt. Heute wird sie Frau Maier zum
ersten Mal bei der Körperpflege unterstützen. Da sie das als
Tätigkeiten einer Krankenschwester nicht kannte hofft sie,
alles richtig zu machen.
Sie erhält von Christiane Tipps und Hinweise dazu, was sie
beachten sollte.
Francesca hat vorgesehen, Frau Maier bei der Waschung
des Unterkörpers und des Intimbereichs im Bett zu
unterstützen. Dann will sie mit ihr einen Transfer in den
Rollstuhl machen. Nachdem sie sie ins Bad gefahren hat, soll
Frau Maier sich unter Francescas Anleitung den Oberkörper
selbst waschen und die Mund- und Haarpflege durchführen.

Seite 1
Körperpflege

 Die bedarfsgerechte Unterstützung bei der Körperpflege ist ein


Aufgabenfeld für Pflegefachkräfte in Deutschland
 Diese Aufgabe trägt entscheidend zur Pflegekraft-Patienten-
Beziehung bei
 Dabei können Pflegende Pflegeproblem und Ressourcen bei
ihren Patienten beobachten
 Informationen zur Gestaltung des Pflegeprozesses

14.08.2020 Modul IV, 4.1 Körperpflege Seite 2


Ziele der Körperpflege
 Die Körperpflege hat für jeden Menschen eine sehr individuelle
Bedeutung
 Grundsätzlich werden mit der Körperpflege 3 Ziele verfolgt
physiologische
 Reinigung, Vorbeugung unangenehmer Gerüche, Erhaltung der
Hautfunktionen, …
 psychosoziale
 Bedürfnis, sich erfrischt und wohl zu fühlen, Ausdruck von
Persönlichkeit und Selbstwertgefühl, Nähe und Zuwendung, …
 therapeutische
 Beobachtung, Aktivierung / Mobilisation, spezielle Waschungen

14.08.2020 Modul IV, 4.1 Körperpflege Seite 3


Bedeutung der Berührung

 Kontaktaufnahme  Eingriff in Distanzzonen


 Wahrnehmung von  Individuelle Berührungszonen
Körpergrenzen
 Erfahren der eigenen
Körperstrukturen
 Aufnahme sensibler Reize
 Zuwendung

14.08.2020 Modul IV, 4.1 Körperpflege Seite 4


Wahrung der Intimsphäre

 Im Rahmen der Körperpflege werden die Distanz- und die


Berührungszonen überschritten
 Besonderer Stellenwert für die Wahrung der Intimsphäre

 Stellen Sie sich vor, Sie sind Frau Maier


 Was sollte im Krankenhaus getan werden, um während der
Körperpflege Ihre Intimsphäre zu wahren?
 Bitte erstellen Sie dazu gemeinsam ein MindMap

14.08.2020 Modul IV, 4.1 Körperpflege Seite 5


Rahmenbedingungen der Körperpflege
Die Unterstützung bei der Körperpflege wird in 3 Phasen unterteilt
 Vorbereitung
 Pflegekraft
 Raum
 Material
 Patient
 Durchführung
 Nachbereitung

14.08.2020 Modul IV, 4.1 Körperpflege Seite 6


Körperpflege Vorbereitung
 Bitte teilen Sie sich in 4 Gruppen ein
 Erarbeiten Sie, was für die Körperpflege bei Frau Maier vorzubereiten
ist (je ein Aspekt pro Gruppe)
 Raum
 Pflegekraft (Francesca)
 Material (rein – unrein)
 Patient (Frau Maier)
 Sie können sich dabei an folgendem Link orientieren
https://www.altenpflegeschueler.de/pflege/teilwaschung-im-bett-2/
 Seien Sie kreativ und lassen auch eigene Einfälle einfließen

14.08.2020 Modul IV, 4.1 Körperpflege Seite 7


Das „Pflegedreieck“ (Hygienedreieck)
 Präsentieren Sie nun Ihre
Ergebnisse aus den Kleingruppen
für die Gesamtgruppe
Die Gruppe “Vorbereitung des
Raumes“ beginnt
Nacheinander werden auch die
anderen Gruppenergebnisse
präsentiert und auf dem Plakat mit der
Raumaufsicht ergänzt
 Bitte lassen Sie dabei ein
hygienisches Pflegedreieck
entstehen
 Fotografieren Sie das Endergebnis

14.08.2020 Modul IV, 4.1 Körperpflege Seite 8


Körperpflege Durchführung
 Sehen Sie sich die Durchführungsstandards der
Teilkörperpflege im Bett und am Waschbecken an
 Sehen Sie sich die folgenden Videos an, um einen Eindruck zur
Durchführung der Körperpflege zu gewinnen
• Video Anleitung bei der Körperpflege
https://www.youtube.com/watch?v=TKUBo7ELOLE
• Video Mobilisation in den Rollstuhl
https://www.youtube.com/watch?v=CcxTYx4JXTc
• Video Mobilisation mit Kinaesthetics
https://www.youtube.com/watch?v=pqxlG0NFwhA

14.08.2020 Modul IV, 4.1 Körperpflege Seite 9


Körperpflege und Beobachtung
 Das Erfassen und Erkennen von Phänomenen bei Patienten ist
eine wesentliche Aufgabe für Pflegefachkräfte in Deutschland
 Auf diesen Beobachtungen fußen Entscheidungen, die im
Rahmen des Pflegeprozesses getroffen werden
 Professionelle Pflegefachkräfte sind dabei:
 jederzeit Aufmerksam und sehen Wahrnehmung und
Beobachtung als ihre zentrale Aufgabe an
 kennen die Aspekte, die es zu beobachten gilt
 differenzieren die verschiedenen Qualitäten innerhalb der
Phänomene (Menge, Häufigkeit, Lage, Frequenz, Tiefe,
Farbe,…)
 gleichen anhand festgelegter Kriterien (Normwerte) ab

14.08.2020 Modul IV, 4.1 Körperpflege Seite 10


Beobachtungen bei der Körperpflege
Bewusstseinslage
/ Vigilanz

… Atmung

Bewegung /
Haut
Beweglichkeit

Motivation Ausscheidungen

14.08.2020 Modul IV, 4.1 Beobachtung Seite 11


Prophylaxen

 Prophylaxe bedeutet, einer Erkrankung oder Komplikationen


einer Erkrankung vorzubeugen
 Dazu müssen Gefährdungspotentiale
 erkannt und ihnen
 gezielt entgegen gewirkt
werden.

Einige exemplarische Prophylaxen werden auf der Folgefolie benannt

14.08.2020 Modul IV, 4.1 Prophylaxen Seite 12


Prophylaxen

Dekubitus

… Thrombose

Soor- und
Kontraktur
Parotitis

Sturz Pneumonie

14.08.2020 Modul IV, 4.1 Prophylaxen Seite 13


Dekubitusprophylaxe
 Ein Dekubitalgeschwür entsteht aus einem ungünstigen
Zusammenwirken aus:
 Druck
 Zeit (Druckverweildauer)
 Individuellen Dispositionsfaktoren (Gewebetoleranz)
 Die Entstehung eines Dekubitus wird als Pflegefehler bewertet
 Ein Dekubitus stellt eine schwerwiegende Komplikation von
Immobilität dar
 Seine Folgen können tödlich sein

14.08.2020 Modul IV, 4.1 Prophylaxen Seite 14


Lagerungsarten (Übung 2)
http://www.imed-komm.eu/node/550

14.08.2020 Präsentationstitel hier eintragen Seite 15


Dekubitusprophylaxe
 Ein wesentlicher prophylaktischer Ansatz zur Vorbeugung eines
Dekubitus ist die Bewegungsförderung
 Bei Mobilität eingeschränkten oder Immobilen Patienten erfolgt
das durch assistierte Positionswechsel / Positionieren (Lagern)
 Positionierung kann unterschieden werden in
Makro-Positionierung
 Komplette Lagewechsel
 30°-Lagerung
 135° Lagerung
 Mikro-Positionierung
 leichte Unterpolsterung zur Druckumverteilung
 Druckreduktion geringer  Wechsel häufiger nötig
14.08.2020 Modul IV, 4.1 Prophylaxen Seite 16
Dekubitusprophylaxe

 Bitte sehen Sie sich als Beispiel zur Durchführung der 30°-
Positionierung bei einer Patientin das Video unter folgendem
Link an:

Video Positionswechsel Dekubitusprophylaxe


https://www.youtube.com/watch?v=BkVuCsaOKok

14.08.2020 Modul IV, 4.1 Prophylaxen Seite 17


Quellen:
• Drude, Carsten; Kommerell, Tilman (Konzepterstellung); Pflegen,
Grundlagen und Interventionen; 1. Auflage 2015 Elsevier Verlag,
München
• http://www.imed-komm.eu/node/550

14.08.2020 Modul IV, 4.1 Körperpflege Seite 18


Nachweis Bildmaterial
• https://www.pflege.de/altenpflege/grundpflege/#handlungskette („Unterstützung bei der Körperpflege“)

• https://jetztgesund.com/schmerzen-behandeln-ganz-ohne-medikamente-wie-eine-einfache-beruhrung-schmerzen-lindern-kann/ („Berührung“)

• https://petra-hertkorn.de/grundkonflikte-in-beziehungen/ („Distanzzonen“)

• https://www.soft-skills.com/distanz-und-raumzonen/ („Distanzzonen“)

• https://www.google.de/url?sa=i&rct=j&q=&esrc=s&source=images&cd=&ved=2ahUKEwji9MqDjsLeAhWGmbQKHTSJAjcQjRx6BAgBEAQ&url=http%3A%2F%2Fwww.a-t-
b.ch%2Fde%2Findex.php%3Fsection%3Dmedia1%26act%3Ddownload%26path%3D%252Fmedia%252Farchive1%252Fverband%252Fzeitung%252F2012%252F%26file%3D20
12_atbinfo_nr3_juni.pdf&psig=AOvVaw2aUYlgv_ChUepV1GmX1uJ0&ust=1541674180127308 („Berührungszonen“)

• https://www.klinikum-kulmbach.de/fileadmin/user_upload/Patientenzeitschrift/uk_0916.pdf („Krankenzimmer“)

• https://www.canstockphoto.de/isometrisch-patient-zimmer-klinikum-39827387.html ;

http://www.medicalexpo.de/prod/rcn-medizin/product-78167-788846.html ;

https://www.1a-shop-koeln.de/floorstar-ws-2-waeschesammler-waeschewagen-putzwagen-aus-chrom-2-fach::16071.html („Hygiene-Dreieck“)

• https://kita-winkels.bistumlimburg.de/beitrag/beobachtung-und-dokumentation/ („Beobachtung“)

• https://www.ik-h.de/ueber-uns/qualitaetsmanagement/qualitaet-in-der-pflege/dekubitusprophylaxe/ („Prophylaxe“)

• http://hautpflegewissen.de/basiswissen/aufbau-der-haut/ („Haut“)

• https://patienten.thromboseportal.eu/krankheitsbild/arten-und-folgen-der-thrombose/beinvenenthrombose („Thrombose“)

• http://frenkenklinik-ch.blogspot.com/2011/11/kandidose-soor.html („Soor“)

• https://www.praxisvita.de/lungenentzuendung-1692.html („Pneumonie“)

• https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/skelett_und_weichteilkrankheiten/article/945744/senioren-nach-sturz-grundsaetzlich-kopf-ct.html („Sturz“)

• http://www.tkpflegecoach.de/content/vermeidung-von-folgeerkrankungen-kontraktur?surfmode=1 („Kontraktur“)

• https://hautarzt-praxis-berlin-mitte.de/dekubitus/ („Stufen des Dekubitus“)

• https://www.dekubitus.de/ratgeber/prophylaxe/lagerungstechnik (“Positionierung“)
14.08.2020 Modul IV, 4.1 Körperpflege Seite 19
Francescas Weg
Francesca ist aufgefallen, dass Frau Maier eine typische
Patientin auf ihrer Station ist. Auch der Umstand, dass
die Angehörigen sich nicht kümmern können, fällt ihr
immer mehr auf.
Francesca möchte wissen, was für die Betreuung und
Pflege alter Menschen entscheidend ist. Außerdem fragt
sie sich, welche Wohn- und Betreuungsform es für Frau
Maier geben könnte. Sie möchte Frau Maier und ihre
Angehörigen gerne diesbezüglich beraten können.
Nicht zuletzt steht bei Frau Maier auch die
Verdachtsdiagnose Demenz im Raum. Francesca fragt
sich, wie sie gut mit Frau Maier umgehen kann.

Seite 1
Pflege alter Menschen
 Der sog. „demographische Wandel“ in Deutschland ist
gekennzeichnet durch eine zunehmende „Alterung der
Gesellschaft“
 Ein großer Teil dieser Menschen bleibt bis in das hohe Alter
relativ gesund und selbständig
 Ein Grund dafür ist die gute Gesundheitsvorsorge und
medizinische Versorgung
 Im Zentrum der Pflege alter Menschen steht nicht der Umgang
mit Gesundheitseinschränkungen und deren Behebung
 Es geht vielmehr um die Gestaltung von Leben unter Einbezug
von
Individuellen Bedürfnissen
Biographischen Aspekten
14.08.2020 Modul IV, 4.2 Pflege alter Menschen Seite 2
Biographie

 Eine zentrale Rolle in der Pflege und Betreuung alter Menschen


nimmt die individuelle Biographie ein
 Sie wirkt sich auf die
 Lebenswelten und die
 Sozialen Netzwerke
Aus

14.08.2020 Modul IV, 4.2 Pflege alter Menschen Seite 3


Lebenswelten und soziale Netzwerke

 Bitte lesen Sie den Artikel aus folgendem Link:


http://alter-pflegen.vitanet.de/senioren-gesundheit/sozialkontakte-
verhaltensaenderungen/kontakte-pflegen

 Was sind die Faktoren und Ursachen, die zu Isolation und


Einsamkeit im Alter führen können?
 Welche Möglichkeiten werden benannt, dem entgegen zu
wirken?
 Tragen Sie Ihre Antworten zusammen

14.08.2020 Modul IV, 4.2 Pflege alter Menschen Seite 4


Wohnformen im Alter
 Das Alter führt zu veränderten Wohnraumbedürfnissen
 Es gibt in Deutschland unterschiedliche Wohnformen für alte
Menschen

Ambulant Stationär
 Zuhause Leben  Kurzzeit- und
Verhinderungspflege
 Ohne Pflege
 Tages- und Nachtpflege
 Pflege durch Angehörige
 Betreutes Wohnen
 Professionelle Pflege
 Senioren Residenz
 Senioren
Wohngemeinschaften  Pflegeheim

14.08.2020 Modul IV, 4.2 Pflege alter Menschen Seite 5


Wohnformen im Alter
 Bitte teilen Sie sich in 9 Gruppen auf
 Jede Gruppe bearbeitet eine beschriebene Wohnform:
Übersicht Wohnformen im Alter https://www.wohnen-im-alter.de/einrichtung/wohnformen

 Tragen Sie innerhalb ihrer Gruppe Argumente zusammen,


warum Frau Maier genau in „Ihre Wohnform“ übergehen sollte
 Bestimmen Sie die Person aus Ihrer Gruppe, die das mit den
Vertretern der anderen Gruppen diskutiert
 Führen Sie die Diskussion mit dem Ziel, sich am Ende auf eine
„beste“ Wohnform für Frau Maier zu einigen

14.08.2020 Modul IV, 4.2 Pflege alter Menschen Seite 6


Demenz
 Durch die Zunahme betagter und hochbetagter Personen in
Deutschland nimmt auch die Zahl der an Demenz Erkrankten
Personen zu
 Entsprechend steigt die Notwendigkeit, geeignete Betreuungs-
und Kommunikationsformen zum Umgang mit an Demenz
Erkrankten zu entwickeln
 Sehen Sie sich das Video „Demenz einfach erklärt“ an:
https://www.youtube.com/watch?v=dd7k5O0drhI

 Im Anschluss haben Sie die Gelegenheit, reale Beispiele


anhand eines Dokumentationsfilms zu „erleben / erfahren“
Video Dorf des Vergessens – Selbstbestimmt Leben mit Demenz
https://www.youtube.com/watch?v=XtylyDK4Hhk

 Tauschen Sie sich über Ihre Eindrücke und Vorerfahrungen aus

14.08.2020 Modul IV, 4.2 Pflege alter Menschen Seite 7


Quellen:
• Drude, Carsten; Kommerell, Tilman (Konzepterstellung); Pflegen,
Grundlagen und Interventionen; 1. Auflage 2015 Elsevier Verlag,
München

14.08.2020 Modul IV, 4.2 Pflege alter Menschen Seite 8


Nachweis Bildmaterial

• https://www.zahnersatzsparen.de/die32/3/2/demografischer-wandel-aendert-sich-dadurch-die-behandlung-beim-zahnarzt/
(„demograph. Wandel“)

• https://www.t-online.de/gesundheit/id_48544590/betreuung-aelterer-menschen-verschiedene-moeglichkeiten.html („Pflege alter


Menschen“)

• https://www.meinesuedstadt.de/termine/event/wohn-zimmern-austauschforum-ueber-alternative-wohnformen-im-alter/.
(„Wohnformen“)

• https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/demenz/article/924558/dick-gute-bildung-diese-faktoren-schuetzen-
demenz.html („Demenz“)

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