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1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co.

KG 2004 ¥ 1/2 ∂

Aussichtsturm im Zoo von Helsinki

Lookout Tower in Helsinki Zoo

Architekt:
Ville Hara, Helsinki
Mitarbeiter: Holzstudio-Kursus,
TU Helsinki
Tragwerksplanung: Nuvo Engineering
Lauri Salokangas, Hannu Hirsi

Der Korkeasaari-Zoo schrieb in Zusammen- verhalten hin untersucht, bevor die filigra- The tower was the outcome of an internation-
arbeit mit dem finnischen Holzbauverband ne, sich selbst tragende Netzstruktur des al student competition and was to stand in a
und der Universität Helsinki einen internatio- Aussichtsturms aus 72 solcher Leisten prominent position high above the sea. The
nalen Studentenwettbewerb aus. Im Tierpark entstand. prizewinners justified the free curves of their
sollte an exponierter Stelle hoch über dem Die Erkenntnisse aus diesen Versuchen design by arguing that they had a greater af-
Meer und weithin sichtbar ein Aussichtsturm führten zu der Entscheidung, die 6 ≈ 6 cm finity to man and nature and were more eco-
entstehen, von dem sich ein großartiger starken Brettschichtholzlatten im Werk in nomical than rectilinear forms. In order to
Blick Richtung Innenstadt eröffnet. sieben verschiedenen Krümmungsradien avoid problems in implementing the scheme,
Der Preisträger entschied sich für eine freie, vorbiegen zu lassen und vor Ort mit Hilfe there was a protracted trial phase, with 3-D
runde Form, die seiner Meinung nach bder einer flexiblen Bedampfungsanlage
b in die simulations and models. The finely articulated,
Natur und dem Menschen nahe steht und endgültige Form zu bringen. Verbunden self-supporting net-like structure of the tower
im Vergleich zu einer orthogonalen Kon- wurden die Hölzer auf einfachste Art mittels consists of 72 curved wood strips. After ex-
struktion ökonomischer ist. Ihre konkrete Bolzen, teilweise ausgesteift durch Nagel- tensive tests, it was decided to have these
Gestaltung beruht auf der Absicht, der platten auf beiden Seiten. 6 ≈ 6 cm laminated members bent to seven
Linie einer bestehenden
a
Natursteinmauer Um die Transparenz
a
der Außenhülle
a
noch different radii at works
a
and to shape them to
zu folgen, sich gegen die Baumgruppe zu betonen, sind die Plattformen und die their final curvature by steam treatment on
zurückzunehmen und in Hauptblickrich- Treppe aus massivem Brettschichtholz site. The members were simply bolted togeth-
tung auszuweiten. ausgeführt und bilden einen eigenständi- er and braced in part with nailed plates. To
Um Probleme bei der Realisierung zu ver- gen Raum im Raum. stress the transparency of the outer skin, the
meiden, gab es eine ausgedehnte Ver- Da es bei diesem Objekt keinen konstruk- internal platforms and stairs were executed in
suchsphase, in der 3D-Simulationen ent- tiven Holzschutz gibt, wurde das Material solid laminated timber, thereby forming inde-
standen und Modelle bis hin zum Maßstab mit Leinöl behandelt, das aber den ge- pendent spatial entities within the overall tow-
1:5 gebaut wurden. Eine Holzleiste in wünschten ästhetischen Alterungsprozess er space. The timber members were treated
Originalgröße wurde auf ihr Krümmungs- b nicht verhindern wird. b with linseed oil as the sole form of protection.

a a

aa bb
b

Grundriss Plan Schnitte Sections


Maßstab 1:200 scale 1:200 Maßstab 1:200 scale 1:200
∂ 2004 ¥ 1/2 Aussichtsturm im Zoo von Helsinki 2

Schnitt Maßstab 1:20 Section scale 1:20 1

1 Flachstahl Edelstahl, gebogen 1,5 mm 1 1.5 mm stainless-steel flat, bent to shape


2 Bolzenverbindung Ø 10 mm 2 Ø 10 mm bolted connection
3 Holzleiste Fichte gebogen, 3 60/60 mm softwood strip bent to 2
geölt 60/60 mm shape and oiled 3
4 Brettschichtholz Fichte geölt 80 mm 4 80 mm laminated softwood sheeting, oiled
5 Holzstufe Fichte geölt 300/45 mm auf 5 300/45 mm oiled softwood tread on
Stahlwinkel verzinkt 30/30/3 mm 30/30/3 mm galvanized steel angles
6 Holzleiste Fichte geölt 50/28 mm 6 28/50 mm softwood strips, oiled
7 gewindebohrende Schraube 7 self-tapping screw
8 Nebenträger Fichte geölt 75/200 mm 8 75/200 mm softwood secondary beam,
9 Ringbalken Fichte gebogen, oiled
geölt 100/250 mm 9 100/250 mm softwood peripheral beam,
10 Ausgleichskeil Schichtholz bent to shape and oiled
11 Haupttträger Brettschichtholz 10 laminated timber positioning wedge
100/500 mm 11 100/500 mm laminated timber main beam
12 Stahlplatte verzinkt 60/190/3 mm 12 60/190/3 mm galvanized steel plate
13 Stahlplatte gebogen, 13 60/400/10 mm galvanized steel plate, bent
verzinkt 60/400/10 mm to shape
14 2≈ Stahlplatte verzinkt 120/860/10 mm 14 2≈ 120/860/10 mm galvanized steel plates
4 4

5 6 7

8 9

9 10

11

13 12

14

Photo: Jussi Tiainen, Helsinki


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Tribünenüberdachung in Nanterre

Grandstand Roofs in Nanterre

Architekten: 4 4
Barthélémy & Griño Architectes, Paris
Projektleiter:
Nicolas Rouleau 1 2 3
Tragwerksplaner:
Ingenieurbüro RFR, Paris
Mitarbeiter:
Bernard Vaudeville (Projektleiter), Tom Gray,
Andreas Pfadler, Benoit le Thierry

Die Sportanlage in Nanterre, nordöstlich von


Paris, umfasst ein Fußball- und ein Rugby- 4
stadion sowie einen Bogenschießstand, der
in einen lang gestreckten Hallenbau inte-
griert ist. Im Zuge eines Wettbewerbs der
Stadt wurde das ehemalige Industriegelän-
de zwischen der Autobahn A 86 und der
Seine neu gestaltet. Die Halle und zwei Tri- 5 5
bünen markieren die drei Sportbereiche
a
baulich; die Architektur greift die Durchläs-
sigkeit und das Lichtspiel des angrenzen-
den Parks entlang der Seine auf und setzt 6 7 7 6 8 9 10
die Landschaftsmotive in aufgelösten, ver-
zweigten Konstruktionen gestalterisch um.
12
Entlang beider Spielfelder ist je eine rück-
seitig begrünte Stahlbetontribüne angeord- 11
net, die 300 bzw. 500 Zuschauern Platz bie-
tet; alle Nebenfunktionen befinden sich un-
terhalb der Tribüne. Eine räumliche Struktur
5 a 5
aus nebeneinander liegenden Kragträgern,
die in einzelne Douglasie-Bretter aufgelöst
sind, bildet die Dachkonstruktion und glie-
dert diese in 14 bzw. 24 Felder von je 2 x
10 m. Die strukturgebenden Bretter sind
nach Werkzeichnungen in unterschiedlichen
Längen und Winkeln computergesteuert zu-
geschnitten und zu zweischichtigen Seiten-
wänden der Träger zusammengesetzt. Die
Verbindung der Ober- und Untergurte mit
den innenliegenden Diagonalen ist mit tradi-
tioneller Schwalbenschwanzverbindung oh-
ne Stahlteile ausgeführt, während die äuße-
ren Bretter mit den Diagonalen verschraubt
sind. Stahlträger zwischen den Obergurten
steifen das Dach in Längsrichtung aus. Die
werkseitig vorgefertigten Träger wurden
vor Ort mittels Kran als Zweier- und Dreier-
elemente auf die Stützen montiert und ver-
schraubt. Die schräg gestellten Holzstützen aa
tragen die Vertikallasten des Daches, wäh-
rend schlanke Stahlrohre die Träger am hin-
teren Ende abspannen und Druckkräfte aus
Windlasten aufnehmen. Alle Stützenan- Lageplan Maßstab 1:4000 Site plan scale 1:4000
schlüsse sind mit Stahlverbindern ausge- Grundrisse Maßstab 1:500 Plans scale 1:500
führt. Diagonalen in der Dachebene und Schnitt Maßstab 1:200 Section scale 1:200
zwischen den Stützen bilden den Windver- 1 Bogenschießhalle 7 Duschen 1 Archery hall 7 Showers
band des Gesamtsystems. Polycarbonat- 2 Fußballfeld 8 Lüftung 2 Football pitch 8 Ventilation
Wellplatten fungieren als Dachhaut und las- 3 Rugbyfeld 9 Heizung 3 Rugby pitch 9 Heating
4 Tribüne 10 Wartungsraum 4 Grandstand 10 Maintenance
sen durch ihre Transparenz die massive und 5 Spielfeldzugang 11 Technik 5 Access to playing field 11 Services
zugleich elegante Holzstruktur dominieren. 6 Umkleide 12 Vereinsbüro 6 Changing room 12 Club office
∂ 2004 ¥ 1/2 Tribünenüberdachung in Nanterre 2

Photo: Barthélémy & Griño Architectes, Paris


Situated in Nanterre, north-east of Paris, this
sports complex contains a football and a rug-
by pitch, as well as an archery range. The two
grandstands are in reinforced concrete con-
struction and accommodate 300 and 500
spectators respectively. The roof construction
consists of a space frame of cantilevered tim-
1 ber truss elements, which articulate the roofs
into 14 and 24 bays, each 2 m by 10 m on
plan. The distinctive Douglas fir boarding to
these elements was cut to various lengths
and angles according to a three-dimensional
8 2 9
computer-controlled program and then as-
sembled to form the two-layer side walls to
4 the trusses. The upper and lower chords were
not connected to the internal raking members
with steel connectors, as originally planned,
but with dovetailed joints. The outer boarding,
on the other hand, was bolt fixed. In the longi-
5 tudinal direction, the roof is braced by steel
Å-beams fixed between the bays. Vertical
loads are borne by the raking timber columns,
while the slender steel columns at the rear
edge of the roof bear tensile stresses.
The trussed elements were prefabricated at
works and assembled on site in groups of two
or three, together with the columns, before
being hoisted into position by crane. Addition-
al wind resistance is provided by diagonal
bracing in the plane of the roof and between
the columns. This solid, yet elegant timber
structure is set off against the transparency of
the polycarbonate sheet roof covering.

434 545 5 66
3 Tribünenüberdachung in Nanterre 2004 ¥ 1/2 ∂

Detailschnitte Maßstab 1:10 Sectional details scale 1:10

1 Polycarbonat-Wellplatte 177/51 mm, 1 corrugated transparent polycarbonate


transparent sheeting (177/51 mm)
2 Obergurt Douglasie 60/150 mm, verschraubt 2 60/150 mm Douglas fir upper chord, bolt fixed
3 Untergurt Douglasie 60/150 mm 3 60/150 mm Douglas fir lower chord
4 Diagonale Douglasie 110/55 mm, Schwalben- 4 55/110 mm Douglas fir diagonal members
schwanzverbindung mit Ober- und Untergurt, dovetailed and glued to upper and lower chords
verleimt 5 138/30 mm outer layer of Douglas fir boarding
5 äußere Bretterlage Douglasie 138/30 mm, bolted to diagonal members
mit Diagonalen verschraubt 6 Ø 88.9/3.2 mm steel tube
6 Stahlrohr Ø 88.9/3.2 mm 7 Ø 150 mm conically cut timber column
7 Holzstütze Ø 150 mm, konisch 8 Ø 14 mm tubular steel diagonal bracing
8 Stahlrohr, diagonal gespannt, Ø 14 mm 9 steel Å-beam 100 mm deep as bracing,
9 Stahlträger IPE 100 zur Queraussteifung mit bolt fixed flush with top edge of
Obergurt OK bündig verschraubt upper chord

8
9
2
4

6 6

7
1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG 2004 ¥ 1/2 ∂

Zimmerei in Feldkirch

Carpentry Works in Feldkirch

Architekt:
Walter Unterrainer, Feldkirch
Tragwerksplaner:
Merz/Kaufmann & Partner, Dornbirn

Das neue Fertigungs- und Bürogebäude für und durch Öffnen eines Schallschutzfens- eleganter Übergang entsteht und die Fuge
einen Zimmereibetrieb in Vorarlberg soll die ters ist Rufkontakt möglich. Das verglaste für durchlaufende, seitliche Beleuchtungs-
ökologische Arbeitsweise des Unterneh- Treppenhaus führt gut ablesbar zum Büro- bänder und Leitungen über Kranbahn-
mens zum Ausdruck bringen. Aus funktio- bereich. Die Fertigungshalle ist im Achsras- niveau genutzt werden kann. Isolierglaspa-
nellen, wirtschaftlichen und energetischen ter von 200 cm konstruiert. Die Stützen und neele und geschlossene Fassadenelemente
Gründen sind die einzelnen Baukörper kom- die Träger sind aus Brettschichtholz gefer- aus großflächigen Holzwerkstoffplatten wer-
pakt ausgebildet. Bei Bedarf sind sie nach tigt. Auf Stahl- oder Betonstützen zur Last- den gummigelagert mit Aluklemmprofilen
Süden erweiterbar. Die Halle und der nach abtragung der Kranlast wurde verzichtet, an eine separate Zwischenleiste gepresst.
Norden vorspringende Gebäuderiegel mit aufwändige Konsolen werden vermieden. Die thermische Masse der Südfassade der
der Verwaltung bilden gemeinsam einen Die Aussteifung der Horizontalkräfte erfolgt Halle und des Büroteils besteht aus zement-
einladenden Zugangsraum, der durch den über die geschlossenen Fassadenelemente gebundenen Spanplatten hinter Isolierglas.
mit dem Firmenlogo versehenen Rundsilo der Ost- und Westwand. Die Konstruktion Der Büroteil ist in Passivhausqualität errich-
akzentuiert wird. Die transparente Nord- hat den Vorteil, dass der Kran in maximale tet. Die Sichtbarkeit der Haustechnik macht
wand ermöglicht Einblick in die Fertigung Nähe an die Fassade heranfahren kann. erlebbar, dass die Abfälle des nachhaltigen
und blendungsfreie Belichtung. Auch die Die Dachbinder sind beim Stützenauflager Baustoffes Holz als lokal vorhandener Brenn-
Büroräume gewähren Blickkontakt zur Halle ausgeklinkt und eingedübelt, sodass ein stoff genutzt werden.

aa

6
7
8 9 10 11 10 12

b B bb
A Lageplan Site plan
Maßstab 1:2000 scale 1:2000
Grundriss Ground
Erdgeschoss floor plan
Grundriss Upper
Obergeschoss floor plan
Schnitte Sections
a 2 a Maßstab 1:500 scale 1:500

1 Eingang 1 Entrance
2 Halle 2 Production hall
3 Maschinenraum 3 Machine hall
4 Heizraum 4 Heating
5 Luftraum 5 Double-height hall
6 Archiv 6 Archive
7 Gang 7 Corridor
1 8 Lager 8 Store
3 12 9 Umkleide/WC 9 Changing room/WC
4
10 Büro 10 Office
11 Besprechung 11 Discussion space
b C
12 Silo 12 Silo
∂ 2004 ¥ 1/2 Zimmerei in Feldkirch 2

Photo: Matthias Weissengruber, Kennelbach


5
5 This new timber manufacturing and adminis-
tration building in Austria may be seen as an
expression of the environmentally friendly
working methods of the firm itself. At the
northern end, at the junction between the pro-
duction hall and the administration tract, an
10
10 attractive entrance situation has been cre-
ated, accentuated by a cylindrical silo. The
transparent north face allows views into the
working area as well as good daylight condi-
7 7
7 7 tions internally. Visual links were also created
between the offices and the hall; and by
dd cc opening the sound-insulating windows, aural
contact is possible, too. A glazed staircase
leads to the offices on the upper floor.
The production hall is laid out to a 200 cm
grid. All beams and columns are in laminated
1 4 timber, including those that bear the loads
from the overhead crane. The crane is able to
3
travel very close to the facade. Bracing
3
against horizontal forces is provided by the
closed facade elements on the east and west
sides. The roof beams are cut out at the bear-
ing points over the columns, creating an ele-
gant transition between the two. The rebate
2 also forms a space for a continuous lighting
ee
strip and service runs above the crane track.
7 The walls consist of composite wood panels
7
and glazing elements. Along the south face,
cement-bonded chipboard behind a layer of
double glazing provides a solid thermal mass
Horizontalschnitte Horizontal sections that regulates the internal climate. The office
Maßstab 1:20 scale 1:20 tract was built to passive energy standards.
3 Zimmerei in Feldkirch 2004 ¥ 1/2 ∂

1 Wandaufbau: Holzlattung 35 mm
OSB-Platte 22 mm 7 Alurahmen mit Isolierglas
Dampfsperre 8 Faserzementplatte 8 mm
Wärmedämmung 200 mm Dichtungsbahn
OSB-Platte 22 mm Wärmedämmung 50 mm
2 Faserzementleiste 8 mm 9 Wärmedämmung 180 mm
3 Brettschichtholzrahmen 10 Wärmedämmung 150 mm
4 Wandaufbau: 11 Dachaufbau:
OSB-Platte 22 mm Dichtungsbahn
Faserzementplatte 15 mm OSB-Platte 22 mm
Dampfsperre Wärmedämmung 280 mm
Wärmedämmung 200 mm Dampfsperre
Faserzementplatte 15 mm OSB-Platte 22 mm
Wärmedämmung 45 mm 12 Zwischendecke:
2 Faserzementplatten 15 mm Linoleum
OSB-Platte 22 mm Estrich 70 mm
5 Stahlplatte 10 mm Trittschalldämmung 30 mm
6 Dachaufbau: OSB-Platte 22 mm
Abdichtung Schalldämmung 200 mm
Vertikalschnitte Wärmedämmung 2≈ 100 mm Splitt 80 mm auf Abdichtung
Maßstab 1:20 Dampfsperre OSB-Platte 22 mm
6 6 11 6

Vertical sections
scale 1:20

1 wall construction:
22 mm oriented-strand board
vapour barrier
200 mm thermal insulation
12 22 mm oriented-strand board
c c c 2 8 mm fibre-cement stripc
3 120/200 mm laminated timber
framing member
4 wall construction:
22 mm oriented-strand board
15 mm fibre-cement sheeting
vapour barrier
200 mm thermal insulation
15 mm fibre-cement sheeting
45 mm thermal insulation
2≈ 15 mm fibre-cement
9 sheeting
22 mm oriented-strand board
5 10 mm steel plate
6 roof construction:
sealing layer
2≈ 100 mm thermal insulation
vapour barrier
timber boarding 35 mm
e e
7 double glazing in aluminium
frame
8 8 mm fibre-cement sheeting
3 sealing layer
50 mm thermal insulation
9 180 mm thermal insulation
10 150 mm thermal insulation
10 11 roof construction:
7 sealing layer 7
22 mm oriented-strand board
280 mm thermal insulation
1 vapour barrier
d d d 22 mm oriented-stranddboard
12 intermediate floor construction:
linoleum
70 mm screed
30 mm impact-sound
8 8 insulation 8
22 mm oriented-strand board
200 mm sound insulation
80 mm stone chippings on
sealing layer
A B C 22 mm oriented-strand board
1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG 2004 ¥ 1/2 ∂

Wohnhaus in Seekirchen

House in Seekirchen

Architekten:
ebner:grömer, Altheim
Johannes Ebner, Franz Grömer

Photo: Rupert Steiner, Wien


In der österreichischen Kleinstadt im Salz-
burger Land, 300 Meter vom Wallersee ent-
fernt, entstand ein homogen und einfach ge-
stalteter Holzriegelbau, der die Forderung
der Behörden nach einem ortsüblichen Sat-
teldach erfüllt und zu einem bestimmenden
Gestaltungsmerkmal übersteigert. Das Er-
gebnis ist ein bis auf die Grundformen redu-
12
zierter Bau, der über Fassade und Dach
gänzlich mit einer engen Lattung aus Lär-
chenholz überzogen ist. Die eigentliche
Dachhaut aus Aluminium-Trapezblech und 10
1
die statisch wirksame Diagonalschalung 5
11
bleiben unter der Fassade verborgen.
Bei der Auswahl der Materialien stand die
baubiologische Unbedenklichkeit im Vorder-
9
grund. Die sägeraue und dadurch gegen
Feuchte widerstandsfähigere Lärchenscha- aa
lung blieb unbehandelt und wird mit der Zeit
einheitlich vergrauen, da keine zusätzlichen
Maßnahmen zum konstruktiven Holzschutz
vorgesehen wurden. Der Abstand der Höl-
zer gewährleistet einen natürlichen Aus-
1
trocknungsprozess. Um Feuchtigkeitsschä-
2
den an den Befestigungspunkten zu vermei-
den, sind die Latten von hinten mit der Kon-
terlattung vernagelt. Diese ist in den Latten-
13 3 4
zwischenräumen mit der Unterkonstruktion
verschraubt. Alle Fensterflächen, die in die
durchgängige Holzfassade geschnitten
sind, sitzen außenbündig und sind aus-
14 1 a 5 6 7 a
schließlich festverglast. Öffnungsflügel be-
stehen aus beschichteten Sperrholzplatten.

This homogeneous, timber-framed house in 15 16 3 8


Austria responds to local building regulations
with a double-pitched roof that at the same b b
time forms a striking design feature. The outer
skin of closely spaced larch strips and the
visually minimized eaves construction lend
the building a simple but bold geometric form.
All windows are set flush with the facade.
The actual roof skin, which consists of ribbed Grundrisse • Schnitt 7 Schrankraum Floor plans • Section 7 Dressing room
sheet aluminium, remains concealed. An Maßstab 1:250 8 Schlafzimmer scale 1:250 8 Bedroom
additional layer of thermal insulation beneath 9 Wohnen 9 Living room
10 Küche/Essen 10 Kitchen/Dining room
the rafters also serves to accommodate 1 Abstellraum 11 WC 1 Store 11 WC
service installations. The choice of materials 2 Windfang 12 Einlieger 2 Draught-excluding lobby 12 Self-contained flat
was based on their acceptability in terms of 3 Kind 13 Wäsche 3 Child’s room 13 Utilities room
4 Diele 14 Heizung 4 Hall 14 Heating
constructional biology. To avoid moisture 5 Terrasse 15 Fitness 5 Terrace 15 Fitness room
damage, all wood strips were rear fixed. 6 Bad 16 Werkraum 6 Bathroom 16 Workroom
∂ 2004 ¥ 1/2 Wohnhaus in Seekirchen 2

cc

Schnitte Maßstab 1:10 Sections scale 1:10

1 Abdeckung Aluminiumblech 1 sheet aluminium ridge covering


2 Decklattung Lärche unbehandelt 30 mm 2 30 mm untreated larch cover strips on
auf Konterlattung 30 mm 30 mm battens
wasserführende Schicht Trapezblech 30 mm water-bearing layer: ribbed aluminium 4
Lattung 40/50 mm auf Konterlattung 25 mm sheeting 30 mm deep
Unterspannbahn diffusionsoffen 0,7 mm 40/50 mm battens on 25 mm counter-
Diagonal-Schalung 25 mm battens
Wärmedämmung Steinwolle 240 mm 0.7 mm moisture-diffusing waterproof layer
Dampfbremse 25 mm diagonal boarding
Wärmedämmung Steinwolle 80 mm 240 mm rock-wool thermal insulation
Schalung 25 mm, Gipskarton 15 mm vapour-retarding layer
3 Entwässerungsrinne Aluminiumblech 80 mm rock-wool thermal insulation
4 Stahlrohr verzinkt | 60 mm 25 mm open boarding; 15 mm plasterboard
5 Decklattung Lärche unbehandelt 30 mm 3 sheet aluminium rainwater gutter
Lattung 30 mm auf Konterlattung 25 mm 4 60/60 mm galvanized steel SHS
Windpapier 5 30 mm untreated larch cover strips
Diagonalschalung 25 mm 30 mm battens on 25 mm counter-battens
Wärmedämmung Steinwolle 200 mm windproof paper on 25 mm diagonal boarding
Dampfsperre 200 mm rock-wool thermal insulation
Wärmedämmung Steinwolle 80 mm vapour barrier
Schalung 25 mm 80 mm rock-wool thermal insulation
Gipskarton 12,5 mm 25 mm boarding; 12.5 mm plasterboard
6 fixed glazing in steel frame (U = 0.7 W/m2K) 5
6 Festverglasung in Stahlrahmen U = 0,7 W/m2K
7 Sperrholz Okume schwarz beschichtet 15 mm 7 15 mm black-coated okumé plywood
8 Stahlrohr verzinkt | 50 mm 8 50/50 mm galvanized steel SHS
9 Abhängung Rundstahl verzinkt Ø 16 mm 9 Ø 16 mm galvanized steel suspension rod
10 OSB-Platte 20 mm 10 20 mm oriented-strand board
Trennlage auf Schüttung 100 mm separating layer on 100 mm loose filling
Brettstapeldecke 120 mm 120 mm stacked-plank floor

Die Lärchenholzlatten an Dach und Fassade sind gat- The larch strips to the roof and facade are frame sawn
tergeschnitten und sägerau. Hierdurch schließt sich and used in an unplaned state. The rough surface forms
die Holzstruktur an der Oberfläche schneller. Bei wie a natural seal more quickly than is the case with
üblich gegen die Vorschubrichtung gehobeltem Holz wrought timber. The usual process of planing in the
entstehen an der Oberfläche kleinste Risse, die sich feed direction results in tiny slits in the surface, which
bei Bewitterung öffnen und die Haltbarkeit entschei- open up when exposed to weathering and thus serious-
dend verkürzen. ly reduce the life of the material.
10
9
3 Wohnhaus in Seekirchen 2004 ¥ 1/2 ∂

2
c

7
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6 9

10

6
1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG 2004 ¥ 1/2 ∂

Passivreihenhäuser in Dornbirn

Passive-Energy Housing in Dornbirn

Architekt:
Johannes Kaufmann, Dornbirn
Tragwerksplaner (Holzkonstruktion):
Merz Kaufmann Partner, Dornbirn

1
6
4

Am Ortsrand von Dornbirn in Vorarlberg, Die Reihenhausanlage ist in Trockenbau- A group of clients, including the architect him-
das Panorama des Bregenzer Waldes im weise aus vorfabrizierten, mehrschichtigen self, joined forces to realize this scheme,
Blick, steht die Reihenhausanlage mit neun 5
Holzelementen errichtet. Gedämmte Holz- which consists of a row of nine terraced
Wohnungen und einer Gemeinschaftsein- Kastenelemente, bereits mit den Fenster- houses with a communal unit at the end.
heit. Das Gebäude ist der erste Abschnitt ei- und Türöffnungen versehen, bilden die Situated on the outskirts of Dornbirn in Austria
ner gemischten Grundstücksbebauung, Außenwände. Eine Novellierung des Vorarl- and enjoying a view to the Bregenz Forest,
weitere Wohnzeilen und eine Gewerbeein- berger Baugesetzes 4 ermöglichte die Aus- the dwellings form the first stage of a mixed
heit sind geplant. Eine Bauherrengemein- führung der Haustrennwände aus Holz. Le- development for which further housing strips
schaft, darunter auch der Architekt, hatte diglich eine Schottwand aus Stahlbeton war and a commercial unit are planned. The use
sich zur Errichtung der Reihenhäuser zu- als zusätzliche Brandschutzmaßnahme ge- of prefabricated timber elements helped to
sammengetan. fordert. Die Verglasungsarbeiten (Dreifach- ensure low production costs and a short con-
Die Verwendung von Holzbau-Fertigteilen isolierglas), die Außenbekleidung aus hori- struction period. The individual two-storey
ermöglichte sowohl niedrige Herstellungs- zontal verlegter Lärchenschalung, der houses, each with a floor area of about 80 m2,
kosten als auch eine kurze Bauzeit. Die ein- Warmdachaufbau und die Beplankung der allow a flexible use of the internal spaces.
zelnen Einheiten haben mit ca. 80 m2 Wohn- Innenwände mit Gipsfaserplatten wurden The only fixed elements are the ground floor
fläche flexibel nutzbare Räume auf zwei Eta- auf der Baustelle ausgeführt. kitchen, laid out along the western party wall
gen, lediglich die Lage der Badezimmer a
und Toiletten sowie der Küchen entlang der
westlichen Trennwand jeder Hauseinheit
sind festgelegt. Im Erdgeschoss steht den
Bewohnern eine offene Koch-Wohnzone zur 1 1
6 6
Verfügung. Eine einläufige Treppe führt in 4
das Obergeschoss mit zwei Räumen, Bad
und separatem WC. Über eine Bodenklappe
im Eingangsbereich der einzelnen Wohnein-
heiten erreicht man einen kleinen Keller, in 5
dem die Lüftungsgeräte zur Beheizung der
einzelnen Wohnungen untergebracht sind.
Eine Zusatzheizung und der Solar-Kombis-
peicher für Warmwasser befinden sich im 3 4
Gemeinschaftshaus.
Trotz hoher Bebauungsdichte ist jedem Ein-
zelhaus im Süden ein kleiner Freibereich
vorgelagert; Holzdecks dienen als Terras-
sen. An der Nordseite definieren aus Faser-
zementplatten zusammengefügte Podeste
mit Seitenwand und Dachplatte die einzelnen a
Zugänge und bieten Wetterschutz.
Die Bauherrengemeinschaft erhielt bei der Lageplan Site plan
Finanzierung des Gebäudes Mittel der Maßstab 1:1000 scale 1:1000
a
ökologischen Wohnbauförderung des Lan- Schnitt Floor plans
1 Grundrisse Section
des Vorarlberg. Zur Ermittlung der Förder- Maßstab 1:200 scale 1:200
höhe werden nach einem umfassenden Kri-
terienkatalog ökologische Baumaterialien 1 Leitungsstrang
1 1 Ventilation/
Lüftung/Heizung 6 Heating runs
und Maßnahmen, die den Niedrigenergie- 2 Keller 2 Basement space
Passivhausbau unterstützen, bewertet. Pla- 3 Koch-/ 3 Kitchen/
nung und Ausführung wurde in Hinblick auf Wohnraum Living room
2 4 Zimmer 4 Room
die mit diesem Bewertungsverfahren erziel- 5 Bad 5 Bathroom
bare maximale Förderung entwickelt. aa 6 WC 6 WC

3
∂ 2004 ¥ 1/2 Passivreihenhäuser in Dornbirn 2

1 Holzfenster Lärche Isolierverglasung 1 larch casement with triple glazing:


4 + SZR 12 + 4 + SZR 12 + 4 mm 3≈ 4 mm glass + 2≈ 12 mm cavities
2 Schalung Lärche 20 mm, 2 20 mm larch boarding
Lattung 30 mm, Dichtung 30 mm battens; sealing layer
Furnierschichtholzplatte 21 mm laminated softwood sheeting
Fichte 21 mm 280 mm mineral-wool insulation
Kantholz Fichte 100/280 mm 100/280 mm softwood studding
Wärmedämmung Mineralwolle 280 mm 2≈ 12.5 mm gypsum fibreboard with vapour barrier
Gipsfaserplatte 2fach mit eingelegter between layers
Dampfsperre 25 mm 3 124 mm laminated softwood floor element with
5 3 Massivholz-Deckenelement Fichte smoothed surface
geschliffen 124 mm 30 mm softwood battens
Lattung Fichte 30 mm 20 mm larch boarding
Schalung Lärche 20 mm 4 20 mm larch strip flooring
4 Massivholzriemen Lärche 20 mm 18 mm oriented-strand board
OSB-Platte 18 mm, Dampfsperre vapour barrier
Kantholz Fichte 80/280 mm 280 mm mineral-wool insulation
Wärmedämmung Mineralwolle 280 mm 80/280 mm timber joists
Schalung Fichte sägerau 20 mm 20 mm sawn softwood boarding
Abdichtung sealing layer
5 Faserzementplatte 8 mm 5 8 mm fibre-cement sheeting
6 Furniersperrholzplatte 21 mm 6 21 mm laminated-wood sheeting

b b

Photo: Ignacio, Martinez, A-Lustenau


3 Passivreihenhäuser in Dornbirn 2004 ¥ 1/2 ∂

Vertikalschnitt
Horizontalschnitt
Maßstab 1:20

Vertical section
Horizontal section
scale 1:20

bb 2

of each house, and the WCs and bathroom


on the ground and first floors. A single-flight
staircase, with storage space beneath, leads
to the upper level. Here, there are two main
rooms, with the bathroom in the middle and a
2 separate WC. In the entrance hall of each
dwelling, a trap door in the floor provides ac-
cess to a small cellar space containing the
heating installation for the individual houses.
A supplementary heating system and a solar
combination storage facility for hot water are
located in the communal unit.
Despite the high density of the development,
it was possible to create a small open space
3 with a timber patio on the south side of every
house. A porch-like structure, consisting of
a landing with a side wall and roof in fibre-
cement sheeting, forms a sculptural element
on the north face of each dwelling. The
porches afford protection against the weather
and also define the entrance situation.
5 For this scheme, the consortium of clients re-
ceived a state grant for the support of envi-
ronmentally friendly housing in the region. The
level of the funding was calculated according
to a comprehensive list of criteria. These in-
cluded the use of ecological building materials
and forms of construction, as well as other
measures to promote passive low-energy
housing. The scheme was planned and exe-
cuted in such a way that it would receive the
maximum possible subsidy.
The ten terraced units were erected in a dry
form of construction with prefabricated, multi-
layer timber elements. The external walls con-
sist of insulated timber box elements, com-
plete with the necessary door and window
openings. An amendment of the state building
6 laws in Vorarlberg allowed the party walls to
be built in timber as well. They were executed
in a two-leaf form of construction for sound
insulating purposes. Only one cross-wall had
to be built in reinforced concrete as an addi-
tional means of fire protection. Work executed
on site included the triple glazing, the external
horizontal larch boarding, the roof insulation
and finishings, and the gypsum-fibreboard lin-
ings to the internal walls.
1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG 2004 ¥ 1/2 ∂

Wohnanlage in Meran

Housing Block in Merano

Architekten:
Holzbox Tirol, Innsbruck
Anton Höss, Innsbruck
Tragwerksplaner:
Vorarlberger Ökohaus, Ludesch
Erich Huster, Bregenz

Die Kiste fällt auf. Im Hinblick auf Größe und Lageplan 1 Kochen Site plan 1 Kitchen
Maßstab 1:1000 2 Schlafen scale 1:1000 2 Bedroom
Nutzung entspricht das Haus den umge- Grundrisse 3 Wohnen Floor plans 3 Living room
benden Gebäuden, doch Materialität und Maßstab 1:250 4 Dachterasse scale 1:250 4 Roof terrace
Formensprache heben die viergeschossige
Wohnanlage hervor. Die klare Struktur aus
großformatigen, vorgefertigten Massivholz-
tafeln erreicht eine hohe statische Steifig-
keit, laut Angaben der Architekten ist das
System bis über zehn Geschosse anwend-
bar. Dabei ist es konstruktiv leicht einzuset-
zen, außerdem wirken die Tafeln als Spei-
chermassen. 4
Nach Südwesten öffnen sich die Wohnun-
gen mit großzügigen Loggien, getragen von
den auskragenden Wandscheiben. Mit far-
bigem Stoff bespannte Rahmen bieten
Sicht- und Sonnenschutz. Ihr lebhaftes
Schachbrettmuster macht die geschosswei-
se gespiegelten Wohnungsgrundrisse ab-
lesbar. Nach Südosten und Nordosten, zur
Straße und einem kleinem
Erschließungsweg, ist eine Stahlkonstruktion
mit Laubengängen, Treppe und Aufzug vor-
gelagert. Böden und Stufen sind hier aus
2
Lärchenholz, ein Vorhang aus feinem Metall-
gitter soll über die Jahre berankt und zum
grünen Filter werden. Auf dem Dach findet
sich eine überdeckte Gemeinschaftsterras- 1
se, flankiert von Kollektoren und großen
Pflanzkörpern für die in Südtirol üblichen
Palmen. Ihr Gewicht entspricht dem von 3
zwei zusätzlichen Geschossen und beweist
damit auch die Tragfähigkeit des Systems. A

Schnitt
Maßstab 1:400 a

Section
scale 1:400

a
∂ 2004 ¥ 1/2 Wohnanlage in Meran 2

1 Gründachaufbau 500 mm
Abdichtung 5 mm
Wärmedämmung
Weichfaserplatte 150 mm
Fertigteilelement aus Tannenholz-5 5
brettern kreuzweise verleimt 146 mm
Gipskarton 15 mm
2 Parkett 13 mm
Gleitmatte 2 mm
Fließestrich 45 mm
Trennlage 6 6
Trittschalldämmung
Weichfaserplatte 15 mm
Splittschüttung 30 mm
Fertigteilelement aus Tannenholz- A
brettern kreuzweise verleimt 162 mm
Schalldämmung 28 mm Horizontalschnitt
Gipskarton 15 mm Maßstab 1:20
3 Fertigteilelement aus Tannenholz-
brettern kreuzweise verleimt 160 mm, Horizontal section
oberste Lage Lärche scale 1:20
4 Aufbau Innenwand (aussteifend):
Gipskarton 12,5 mm
Fertigteilelement aus Tannenholz-
brettern kreuzweise verleimt 94 mm
Lattung 50 mm
Gipskarton 12,5 mm
Fliese 8 mm
5 Aufbau Außenwand:
Schalung Lärche 19 mm
Lattung 30 mm
Wärmedämmung Weichfaser 80 mm
Fertigteilelement aus Tannenholz-
brettern kreuzweise verleimt 94 mm
Körperschalldämmung 50 mm
Gipskarton 2x 12,5 mm
6 Schalung Lärche 19 mm
Konterlattung 30 mm
Lattung 80 mm
Fertigteilelement aus Tannenholzbrettern kreuz
weise verleimt 94 mm
Schalung Fichte 19 mm

In its size and function, this four-storey box-


like housing block corresponds to the sur-
rounding developments; in its formal lan-
guage and use of materials, however, it is
strikingly different in appearance. The type
of construction, using large-scale, prefabri-
cated, solid timber panels, ensures not only
a clear composition, but great structural ri-
gidity. According to the architects, the sys-
tem can be used for buildings of ten storeys
or more in height. At the same time, it is easy
to assemble, and the panels also provide
thermal storage mass. The dwellings open
towards the south-west via spacious loggias
supported by cantilevered cross-walls. Sun-
shading and visual screening is provided by
coloured fabric panels. The lively chequer-
board pattern created by these elements re-
flects the reversed layout of the dwellings
from floor to floor. Set outside the block
along the north-east and south-east faces is
a steel structure with access galleries, stairs
and a lift. Here, the pavings and steps are in
larch. Drawn over these two facades is a fine
curtain of metal mesh that will be covered
with plant growth in the future, creating a
green filtering screen. A covered communal
terrace on the roof is flanked by solar collec-
tors and large areas planted with palms. The
weight of these areas – equivalent to that of
two additional storeys – demonstrates the
load-bearing capacity of the system.
Photo: Manuela Tessaro, Bozen
3 2004 ¥ 1/2 ∂

Vertikalschnitt
Maßstab 1:20

Vertical section
scale 1:20

2 3

1 500 mm planted layer angles to each other 19 mm larch boarding


5 mm sealing layer on 150 mm soft fibreboard ther- 28 mm sound insulation 30 mm battens
mal insulation 15 mm plasterboard 80 mm soft fibreboard insulation
146 mm lam. fir-plank element; layers glued at right 3 160 mm lam. fir-plank element; layers glued at right 94 mm lam. fir-plank element; layers glued at right
angles to each other angles to each other; top layer in larch angles to each other
15 mm plasterboard 4 internal bracing-wall construction: 50 mm structure-borne sound insulation
2 13 mm parquet 12.5 mm plasterboard 2≈ 12.5 mm plasterboard
2 mm separating layer 94 mm lam. fir-plank element; layers glued at right 6 19 mm larch boarding
45 mm floated screed; angles to each other 30 mm counter-battens
separating layer 50 mm battens 80 mm battens
15 mm soft fibreboard impact-sound insulation 12.5 mm plasterboard 94 mm lam. fir-plank element; layers glued at right
30 mm layer of stone chippings 8 mm tiling angles to each other
162 mm lam. fir-plank element; layers glued at right 5 external wall construction: 19 mm softwood boarding
1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG 2004 ¥ 1/2 ∂

Jugendfreizeitstätte in München

Youth Centre in Munich

Architekten:
Ponton, München
Martin Höcherl, Markus Link
Mitarbeiter:
A. Ehrmann
Tragwerksplaner:
Volker Wettmann, München

Photo: Quirin leppert, München

Ein »roter Drache« hat sich im städtebau- bauten Wandschränken. Da zum Zeitpunkt in Form einer Treppe oder eines halbhohen
lichen Niemandsland der ehemaligen Mc- der Planung die städtebauliche Situation Gebäudesockels zum Verweilen einladen.
Graw-Kaserne niedergelassen, die seit 1992 noch nicht geklärt war, wurde ein ortsunab- In Workshops hatten die Jugendlichen den
für Beamtenwohnungen genutzt wird. Den hängiges Gebäude für etwa 10 Jahre entwi- Wunsch nach einem Amphitheater geäußert.
anschaulichen Namen »Red Dragon« hat ckelt. Ausgeführt wurde es in Holzständer- Die Architekten kamen diesem Anliegen in
die Jugendfreizeitstätte ihrer ungewöhnli- bauweise auf zwei Streifenfundamenten. Bo- Zusammenarbeit mit dem Künstler Hermann
chen Außenhaut aus rostroter Kunststoffab- den, Decken und Wände des Innenraumes Hiller (»Freie Klasse München«) mit der Re-
dichtung zu verdanken, die unverkleidet sind mit Sperrholzplatten ausgeschlagen. alisierung eines Freilufttheaters nach. Mit
Fassade und Dach des Gebäudes über- Die Gruppenräume öffnen sich mit einer lan- etwa 30 ausgemusterten Sitzschalen des
zieht. Ab 15 Uhr treffen Jugendliche aus al- gen Fensterfront nach Süden, während die Münchner Olympiastadiums konnten die
len Schichten ein, um das vielfältige Ange- Nebenraumzone im Norden den Rücken Kosten gering gehalten und dennoch ein
bot des Zentrums zu nutzen. Besonderen des Baukörpers bildet. Über dessen Fens- orginelles Ergebnis erzielt werden. Die
Anklang finden die Tischtennisplatte und die terband ragt lediglich eine Tropfnase her- »Doppelstühle« ragen in lockeren Reihen
ausfahrbare Stereoanlage, an der zukünf- vor. Die Eingänge befinden sich an den aus dem Grashügel neben der »Bühne«
tige DJs ihr Können erproben. Alle Geräte Schmalseiten des Baus im Schutz über- und werden auch ohne Vorstellung gerne
verschwinden nach Gebrauch in den einge- dachter Terrassen, wo Sitzgelegenheiten von den Jugendlichen genutzt.
∂ 2004 ¥ 1/2 Jugendfreizeitstätte in München 2

d c

Isometrie ohne Maßstab Isometric (not to scale)


a a
Grundriss • Schnitte Floor plan • Sections
1 2 3 4 1 Maßstab 1:250 scale 1:250

1 überdachte Terrasse 1 Covered terrace


2 Mehrzweckraum 2 Multi-purpose space
3 Raum für konzentriertes 3 Space for concentrat-
Spielen und Arbeiten ed play and work
4 Vorbereich 4 Ante-room
b 6 7 b 5 Lager 5 Store
5 5
6 Küche 6 Kitchen
7 Büro Leiterin 7 Office of principal
d c

aa cc

bb

1 11

Horizontalschnitt Maßstab 1:20 spachtelt,


Wärmedämmung Polystyrol
Horizontal section scale 1:20 Hartschaum 250 mm, Dampfsperre
5 Kantholz 80/180 mm
1 Streckmetallgitter, Rahmen 6 Sperrholzplatte 25 mm
2 22 Messingprofil ∑ 40/60 mm 7 Brettschichtholz 200/450 mm
2 Rahmen Fichte, 8 Schublade Sperrholzplatte 20 mm
Isolierverglasung 9 Sperrholzplatte Seekiefer 20 mm
VSG 10 + SZR 16 + VSG 8 mm Trockenestrich 35 mm, Dämmfilz,
U = 1,1 W/m2K Dampfsperre,
3 Sperrholzplatte 2≈ 20 mm Furnierschichtholz 30 mm
3 33 dazwischen Wärmedämmung 270 mm
Wärmedämmung 80 mm Brettschichtholz 135/270 mm
4 Abdichtung Polyesterharz, 10 Abdichtung Polyesterharz
vliesverstärkt, versiegelt, farb- Furnierschichtholz 30 mm
pigmentiert Dämmung 160 mm/Kantholz 80/160 mm
Furnierschichtholz 30 mm Dampfsperre, Lattung 40/60 mm
Gewebestreifen in Fugen, ver- Gipskartonplatte 20 mm, Fliesen

Since 1992, the former American McGraw In view of the fact that the urban situation had The entrances are located at the narrow ends
Barracks in Munich have been used as hous- not been clarified at the time of planning, the of the building in covered terrace zones,
ing for civil servants. Now a “red dragon” has design foresaw a building that would be inde- where informal seating is provided in the form
taken up position in this urban no-man’s land. pendent of its context and that would have a of a shallow flight of steps and a low plinth.
The youth centre owes its fabulous name to life of ten years. The centre has a timber post- In workshops, the young people expressed
its unusual external skin: a rust-red plastic and-beam structure set on two strip founda- their wish for an amphitheatre, and in collabo-
sealing layer that has been applied to the fa- tions. The internal surfaces of the walls and ration with the artist Hermann Hiller, the archi-
cade and the roof. roof are lined with plywood sheeting, which tects responded to this by creating an open-
From 3 p.m. onwards, young people from all was also used for the floor finish. Situated on air theatre. By incorporating some 30 disused
social classes gather here to take advantage the south side are the group rooms. These seats from the Olympic Stadium in Munich, it
of the wide range of amenities on offer. enjoy visual contact with the outside world was possible to achieve an original solution
Special favourites are the table-tennis facili- through a long window front. The ancillary and nevertheless reduce costs. The double
ties and the stereo equipment, which can spaces are laid out in the nature of a spine seats rise in loose rows from the grassy slope
be drawn out and used by would-be DJs to along the north side. Over the strip window next to the “stage” and are used by the young
test their skills. Afterwards, the equipment in this face is a simply detailed drip – the people even when no performances are tak-
is stowed away in wall cupboards again. sole projecting element in this facade. ing place at the centre.
3 Jugendfreizeitstätte in München 2004 ¥ 1/2 ∂

6 7

1 2 3

1 expanded-metal grating in 6 25 mm plywood


40/60 mm brass angle frame 7 200/450 mm laminated timber beam
2 double glazing in softwood frame: 8 drawer in 20 mm plywood
10 + 8 mm lam. safety glass + 16 mm 9 20 mm Aleppo pine plywood
cavity (U = 1.1 W/m2K) 35 mm dry screed; insulating felt
3 2≈ 20 mm plywood with vapour barrier; 30 mm laminated wood
80 mm thermal insulation sheeting; 270 mm thermal insulation
4 fleece-reinforced polyester-resin 135/270 mm lam. timber beams
pigmented sealing layer 10 polyester-resin sealing layer
30 mm laminated wood sheeting with 30 mm laminated wood sheeting
fabric strips in joints, smoothed 160 mm insulation between 80/160
250 mm polystyrene rigid-foam ther- mm studding; vapour barrier; 40/60
mal insulation on vapour barrier mm
5 80/180 mm wood bearer battens; 20 mm plasterboard; tiles

10

Vertikalschnitt Vertical section


Maßstab 1:20 scale 1:20
1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG 2004 ¥ 1/2 ∂

Sporthalle in Odate

Sports Hall in Odate

Architekten:
Shigeru Ban Architects, Tokio,
Mitarbeiter: Nobutaka Hiraga,
Soichiro Hiyoshi, Keita Sugai
Tragwerksplaner: TIS & Partners, Tokio
Norihide Imagawa, Yuuki Ozawa

Photo: Hiroyuki Hirai, Tokio


Die Atsushi Imai Memorial Sporthalle ist ei-
nem Krankenhaus als Therapiestätte ange-
gliedert und wurde erbaut, damit hier sport-
therapeutische Kurse ganzjährig durch-
geführt werden können.
Um die niedrige, kleinteilige Nachbarbe-
bauung nicht zu beeinträchtigen, ent-
schloss sich der Architekt, den Großteil des
Bauvolumens unter die Erde zu verlegen.
Was sichtbar bleibt, ist eine ovale, futuris- aa
tisch anmutende Kuppel, deren Ober-
fläche Streifen aus Stahlblech und translu-
zenten, gebogenen Polykarbonatplatten
bilden. An diese einfache, klare Form
schließen sich in Längsachse zwei spitz-
kantige, wie gefaltet wirkende Elemente
an. Von hier aus wird das Gebäude über
Treppen erschlossen. Im Bereich des
Haupteingangs führt zusätzlich noch eine
Rampe hinunter zu der Sporthalle, einem
Schwimmbecken und den Nebenräumen.
Über dem Spielfeld wölbt sich die Kuppel,
deren Innenansicht überraschend vom
kühlen, schlichten Äußeren abweicht. Hier bb
herrscht der warme Ton des Holzes vor,
das auf raffinierte Weise zu einem Trag-
werk gefügt wurde. Konstruktionsmaterial
ist kostengünstiges Furniersperrholz in a
60 mm Stärke. Daraus eine Struktur zu
entwickeln, die sowohl eine Fläche von
20 m ≈ 28 m überspannen kann als auch 2
der zusätzlichen Schneelast im Winter ge-
wachsen ist, stellte eine Herausforderung
dar. Weil Furniersperrholz sehr schwierig
in eine dreidimensionale Form zu bringen
ist, wählte der Architekt bogenförmige b b
1
Querträger mit parallel laufenden Unter- 3
und Obergurten aus Furnierholzstreifen,
die durch ihre Anordnung dann die Gestalt 4 10
der Kuppel ergeben. Zwischen diesen lau-
4 9
fen in Längsrichtung Träger, die aus Fur-
niersperrholzsegmenten zusammenge-
8
setzt sind und zugleich die Diagonalaus- 5
steifung der Querträger übernehmen. So 5 7
ergibt sich im Zusammenspiel eine Gitter- 6
schale als räumliches Tragwerk. Über
Aussparungen in den Längsträgern dringt
Tageslicht durch die facettenartig wirken-
de Dachkonstruktion und belichtet den
Raum gleichmäßig. a
∂ 2004 ¥ 1/2 Sporthalle in Odate, Japan 2

Lageplan Site plan


Maßstab 1:1000 scale 1:1000
Schnitte • Grundriss Sections • Floor plan
Maßstab 1:400 scale 1:400

1 Eingang 1 Entrance
2 Musikraum 2 Music room
3 Sporthalle 3 Sports hall
4 Waschraum 4 Sanitary facilities
5 Umkleide 5 Changing room
6 Schwimmbecken 6 Swimming pool
7 Lager 7 Store
8 Wasseraufbereitung 8 Water treatment
9 Wassererwärmung 9 Boiler room
10 Wassertank 10 Water tank

1 2 15

4
5

3 7

4 6 5 7
3

3 8
8
6

Schnitte Maßstab 1:20 Sections scale 1:20

1 Polycarbonatplatte gebogen 23 mm 1 23 mm curved polycarbonate sheeting


2 Obergurt Furniersperrholz gebogen 600/60 mm 2 600/60 mm lam. construction board curved
3 Stahlrohr Ø 76,3/18 mm upper chord
4 Diagonalstreben Stahlprofil } 100/50/6/8 mm 3 Ø 76.3/18 mm steel tube
5 Verbindungsplatte Stahl 200/100/16 mm 4 100/50/6/8 mm steel T-section diagonal struts
6 Aussteifung Furniersperrholzplatte 400/400/50 mm 5 200/100/16 mm steel connecting plate
7 Furniersperrholzstreifen 400/50/50 mm 6 400/400/50 mm lam. construction board stiffening
8 Untergurt Furniersperrholz gebogen 600/60 mm 7 400/50/50 mm lam. construction board strip
9 Rahmen aus Holzprofil 80/40 mm 8 600/60 mm lam. constr. board curved lower chord
10 Sperrholzplatte gelocht, lasiert 12 mm 9 80/40 mm wood frame
11 Sitzbank Furniersperrholzplatte 50 mm 10 12 mm perforated plywood with glazed finish
auf Stahlprofil } 50/40-75/9 mm 11 50 mm lam. construction board bench on
12 Stahlprofil Å 100/100/6/8 mm 50/40–75/9 mm steel T-sections cut on rake
13 Sockelleiste MDF-Streifen 6 mm 12 100/100/6/8 mm steel Å-section
14 Bodenaufbau: Holzparkett Kirsche 12 mm 13 6 mm MDF skirting
Sperrholzplatte 9 mm, 14 floor construction: 12 mm cherry parquet
aufgeständert 9 mm plywood on raising pieces
15 Stahlblech verzinkt 0,4 mm 15 0.4 mm galvanized steel sheeting
Bitumendichtungsbahn bituminous sealing layer
Wärmedämmung Hartschaumplatte 60 mm 60 mm rigid-foam thermal insulation
Kautschukbahn, diffusionsdicht non-diffusing rubberized-asphalt layer
3 Sporthalle in Odate, Japan 2004 ¥ 1/2 ∂

Attached to a hospital in Japan, the hall


serves as an instruction centre for sports ther-
apy. In order not to overwhelm the small-scale
existing developments, the bulk of the struc-
ture was sunk into the ground. The visible oval
dome spans a length of 28 m and a width of
20 m. Its outer surface is articulated with
strips of sheet steel and translucent curved
polycarbonate sheeting, which allows the in-
gress of natural light. On the underside, the
dome is lined with laminated boarding and
radiates a surprising feeling of warmth. The
domed shape was formed by using curved
cross-beams with parallel lower and upper
chords and with lateral bracing beams, thus
creating a three-dimensional lattice-shell.
4 7 8

6
5
4

1 3

9
10

11
12

13 14
1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG 2004 ¥ 1/2 ∂

Kinder- und Jugendhort in Salzburg

Children’s Day-Care Centre in Salzburg

Architekten:
Maria Flöckner, Hermann Schnöll,
Salzburg
Mitarbeiter:
Bernhard Schnöll
Tragwerksplaner:
MKP Merz Kaufmann Partner, Dornbirn
PGH, Linz

Als wärmende Haube sitzt der Holzbau auf


der Turn- und Schwimmhalle des Schulkom-
plexes aus den frühen 70er-Jahren. Da der
Bestand als nur bedingt belastbar galt, hat-
te der Auslober des Wettbewerbs vorgese-
hen, den Schulhof zu bebauen. Das Team
um Maria Flöckner und Hermann Schnöll
konnte jedoch nachweisen, dass der flache
Betonbau einen leichten Aufsatz tragen
würde. Wegen des geringen Gewichts er-
wies sich eine Holzkonstruktion als beson-
ders geeignet. Deren Wände bestehen aus
vorgefertigten, jeweils 2 Meter breiten, tra-
genden Elementen. Die Dachelemente sind
mit diesen steif vernagelt und großflächig zu
Scheiben verbunden. Eine Abfangdecke
aus Betonfertigteilen leitet die Lasten in die Photo: Stefan Zenzmaier, Kuchl
bestehenden Stützen und Wände, die
Tragstruktur musste nur in geringem Maß
durch Injektionen in die Fundamente ver-
stärkt werden. Diese Arbeiten am Bestand
3
waren in den Sommerferien möglich, so
blieb die Halle für die Schulen über die Bau-
zeit nutzbar. Auch energetisch macht die
Aufstockung Sinn: Der Heizenergiever-
brauch des hochgedämmten und kontrolliert
belüfteten Neubaus entspricht den früheren 5
Wärmeverlusten über das Dach der Sport-
halle. Zum angrenzenden Sportplatz folgt
der Dachaufsatz der geraden Kontur der a 6 a
Sporthalle. Zu den Schulen hin verzahnt er
sich über Rampen, Terrassen und Auskra-
gungen mit dem bestehenden Komplex. Der 1 7
differenziert ausgebildete Baukörper ermög-
licht innen vielfältige Raumzuschnitte: Die 9 10
unten abgeschrägte Ausstülpung erzeugt 8
eine Spielhöhle für jüngere Kinder, ältere
bewohnen ein spiralförmig ansteigendes 6 6 b
Raumkontinuum im so genannten Turm. Ein- b
gestellte Boxen aus transluzentem Gussglas 6
gliedern das zentrale Raumvolumen mit
Speisesaal und Bewegungsraum. Bei aller
räumlichen Großzügigkeit verteilen sich die
130 betreuten Kinder erstaunlich gut über 6
die Rampen und Halbgeschosse des Ge-
bäudes. Dabei erfüllt die Holzkonstruktion
alle erhöhten Schallschutzwerte für Schul- 2
bauten. Lediglich im Speisesaal wird das
Lärmen der Kinder durch Holzelemente un-
ter der Decke zusätzlich gedämpft.
∂ 2004 ¥ 1/2 Kinder- und Jugendhort in Salzburg 2

Lageplan Site plan


Maßstab 1:4000 scale 1:4000
Schnitte Sections
Grundriss Floor plan 1
Maßstab 1:750 scale 1:750

1 Sportplatz 1 Playing field


2
2 Hauptschule 2 Secondary school
3 Grundschule 3 Primary school
4 Kindergarten 4 Kindergarten
5 Bewegungsraum 5 Play space 3
6 Gruppenraum 6 Group room 4
7 Speisesaal 7 Dining hall
8 Küche 8 Kitchen
9 Sanitärräume 9 Sanitary spaces
10 Hortleitung 10 Day-care administration

aa bb

An extension was required to a school com- transmits the loads to the existing columns These different forms allowed the creation of a
plex dating from the 1970s to accommodate and walls. The old structure was reinforced variety of internal spaces. The sloping, canti-
day-care facilities. Since the existing structure solely by foundation injection, and work to the levered volume encloses a cave-like play area
was regarded as having only a limited load- existing fabric was executed during the sum- for younger children, for example, while older
bearing capacity, the new development was mer holidays, so that the sports hall could be children occupy a spiralling spatial continuum
initially to be located in the playground area. used during the rest of the building period. in the so-called “tower”. Box-like structures in
The architects demonstrated, however, that The new sections are highly insulated and translucent cast glass were inserted to articu-
the existing low-rise concrete structure was have a carefully controlled ventilation system. late the main space, where the dining hall and
capable of supporting a lightweight addition As a result, the additional consumption of a play area are situated.
on the roof of the sports hall and swimming heating energy equals the former heat losses The 130 young people in day care can move
baths, and a timber form of construction through the roof of the sports hall. On the side freely about these spacious facilities. The tim-
seemed appropriate in this respect. The walls facing the playing field, the extension storey ber structure meets all sound-insulation re-
of the extension consist of two-metre-wide follows the straight line of the hall. On the quirements for school buildings. Only in the
prefabricated load-bearing units, to which the school side, the new structure interlocks with dining hall was it necessary to install addition-
roof was rigidly fixed to form large bracing ele- the existing complex through a series of al sound-absorbing timber elements beneath
ments. A precast concrete supporting slab ramps, terraces and cantilevered volumes. the ceiling to damp the noise of children.
3 Kinder- und Jugendhort in Salzburg 2004 ¥ 1/2 ∂

Horizontalschnitt Horizontal section


Vertikalschnitt Vertical section
Maßstab 1:20 scale 1:20

1 Aufbau Wandelement:
Dreischichtplatte Lärche 20 mm
Hinterlüftung 50 mm
Unterspannbahn
Spanplatte 16 mm
Wärmedämmung Mineralwolle 300 mm
Spanplatte 16 mm
Dampfbremse
Lattung 40/60 mm
Birkensperrholzplatte lackiert 9 mm,
auf Baustelle montiert
2 Spanplatte 22 mm zur Aussteifung
3 Dachdichtung Bitumenbahn zweilagig 9 mm
Wärmedämmung Polystyrol expandiert 100 mm,
mit aufkaschierter Bitumenbahn
bituminöse Unterspannbahn 1 mm
Dreischichtplatte Fichte 30 mm
Wärmedämmung Mineralwolle 300 mm,
zwischen Brettschichtholzbindern
Dreischichtplatte Fichte 30 mm
Dampfbremse
Lattung 40/40 mm bzw. 40/60 mm
Birkensperrholzplatte lackiert 9 mm
4 ESG Gussglas 10 mm
5 Zementestrich geschliffen 80 mm,
teilweise mit Fußbodenheizung
Folie
Trittschalldämmung 10 mm
Sandschüttung 50 mm
Stahlbeton 130 mm
Träger Stahlbetonfertigteil
4 1 wall element:
1 20 mm three-ply laminated larch sheeting
50 mm ventilated cavity
waterproof layer
5 16 mm chipboard
300 mm mineral-wool thermal insulation
16 mm chipboard
vapour-retarding layer
40/60 mm battens
9 mm birch plywood assembled on site and painted
2 22 mm chipboard bracing
3 roof construction:
9 mm bituminous roof sealing layers
100 mm expanded polystyrene thermal insulation
with bituminous covering layer
1 mm bituminous waterproof underlayer
30 mm three-ply laminated softwood sheeting
300 mm mineral-wool thermal insulation between
laminated timber joists
30 mm three-ply laminated softwood sheeting
vapour-retarding layer
40/40 and 60/40 mm battens
9 mm birch plywood, painted
4 10 mm toughened cast glass
5 80 mm smooth-finished cement-and-sand screed
partly around underfloor heating
sheet separating layer
10 mm impact-sound insulation
50 mm layer of sand
130 mm reinforced concrete layer
precast concrete beam
1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG 2004 ¥ 1/2 ∂

Hauptschule in Klaus
3

Secondary School in Klaus

Architekten: Lageplan
2
Dietrich Untertrifaller Architekten, Bregenz Maßstab 1:3000
Projektleiter:
1 Neubau
Peter Nußbaumer 2 Turnhallen
Mitarbeiter: 3 altes Schul-
Tobias Dieng, Thomas Weber, Thomas 1 gebäude
Hämmerle, Eva Dorn
Site plan
Tragwerksplaner: scale 1:3000
Mader/Flatz, Bregenz
Merz Kaufmann Partner, Dornbirn 1 New school building
2 Sports hall tract
3 Old school
building

Das kleine österreichische Bundesland


Vorarlberg ist unter Architekten nicht zuletzt
wegen der hohen Qualität seiner Bauten be-
kannt. Auch im Bereich des energieeffizien-
ten Bauens gibt es wegweisende Projekte.
Dazu zählt die als Passivhaus ausgeführte
Hauptschule in Klaus. Der Holzbau stellt ein
Pilotprojekt im Bereich des Schulbaus dar.
Ein bestehender Sporthallentrakt bleibt
zunächst erhalten und wird später in einem
zweiten Bauabschnitt saniert.
Die Schule liegt direkt an der Landesstraße
zwischen dem Ortseingang von Klaus und
einem angrenzenden Industriegebiet. Der
dreigeschossige, klar gegliederte Baukör-
per und der zweigeschossige Verbindungs-
bau zur bestehenden Sporthalle schirmen
den baumbestandenen Pausenhof zur
Straße hin ab.
In der Hauptschule sind zwölf Klassen un-
tergebracht. Die Schüler kommen aus Klaus
und den beiden Nachbargemeinden Weiler
und Fraxern. Dem Klassentrakt ist eine zwei-
geschossige Eingangshalle, die auch als
Aula genutzt wird, vorgelagert. Im Oberge-
schoss des Verbindungsbaus liegt die Bibli-
othek der Gemeinde. Die Erschließung des
zweihüftigen Schultrakts erfolgt über eine
lang gezogene, durch Oberlichter belichtete
Flurzone. In eingestellten Boxen liegen Toi-
letten, Nebenräume und die Haustechnik
der einzelnen Ebenen. Ein durchgehender
Luftraum belichtet die unteren Geschosse.
Die Stammklassenräume im östlichen Riegel
sind in Erd- und Obergeschoss über Brü-
cken an den Flurbereich angebunden. Auto-
matisch gesteuerte Lamellen übernehmen
den Sonnenschutz der Fenster. Sie können
bei Bedarf auch individuell bedient werden.
Perforiertes, auf einer Stahlrahmenkonstruk-
tion befestigtes Kupferblech mit einem
Lochanteil von 30 % schützt die verglaste
Südfront der Aula vor der steil einfallenden
Sommersonne. Auf dem Flachdach sind
hier Photovoltaikmodule installiert. Das Ge-
bäude ist vollständig aus Holzfertigteilen
konstruiert, lediglich die Treppenkerne sind
in Stahlbeton ausgeführt. Die Mehrkosten
gegenüber einem konventionellen Massiv-
bau betragen etwa 3 %. Photo: Bruno Klomfar, Wien
∂ 2004 ¥ 1/2 Hauptschule in Klaus 2

Grundrisse Floor plans


Schnitt Section
Maßstab 1:1000 scale 1:1000

1 Aula/ 1 Assembly hall/


Pausenraum Recreation hall
2 Klassenräume 2 Classrooms
3 Flurzone 3 Corridor zone
4 WC/ 4 WCs/
Haustechnik/ Services/
Nebenräume Ancillary spaces
5 Lehrerzimmer 5 Teachers’ room
6 Fachklassen 6 Special classroom
7 Bibliothek 7 Library
8 Technik 8 Services

8
aa

Located in Vorarlberg, Austria, the new school


building was executed as a passive-energy
structure and stands directly on the road be-
tween the town of Klaus and a nearby indus-
trial area. An existing sports hall tract has
been retained and will be refurbished later in a
7 second phase of construction. The clearly ar-
ticulated volume of the new three-storey
building, together with a two-storey linking
tract to the existing sports hall, screens the
tree-lined playground from the road.
2
The school provides teaching for 12 classes.
The pupils come from Klaus and the two
3 nearby communities of Weiler and Fraxern.
4
At the head of the classroom tract is a two-
storey entrance space, which is also used as
6 an assembly hall. The upper floor of the linking
tract accommodates a municipal library. Ac-
cess to the two-bay teaching areas is via a
long corridor illuminated by roof lights. WCs,
ancillary spaces and mechanical services are
housed in box-like structures inserted within
the layout. Light wells extending over the full
height of the building allow daylight to pene-
trate to the lower floors. The main classrooms
on the ground and first floors of the eastern
tract are connected by bridges to the corri-
dors. Sunshading to the windows is provided
by automatically controlled louvres, which can
2
also be individually operated if required. The
fully glazed south face of the assembly hall is
a a protected against insolation in summer by a
3 1 30 per cent perforated sheet-copper screen
4 fixed to a steel frame structure.
The building consists entirely of prefabricated
5 timber elements, with the exception of the
staircase cores, which are in reinforced con-
crete. The school cost only 3 per cent more
than a comparable building in a conventional,
solid form of construction.
3 Hauptschule in Klaus 2004 ¥ 1/2 ∂

Schnitt Klassentrakt
Maßstab 1:20

1 extensive Begrünung 100 mm


Dachdichtung Bitumen 3-lagig
Wärmedämmung Steinwolle 300 mm
Dampfsperre, OSB-Platte 22 mm
BSH 520–380 mm im Gefälle
OSB-Platte 22 mm
abgehängte Decke Birkensperrholz 12 mm
2 Träger Brettschichtholz 220/640 mm
3 Fensterrahmen BSH 540/60 mm
4 3-fach-Isolierverglasung (U = 0,6 W/m2K)
5 Schalung Weißtanne natur 20 mm
Lattung 30 mm, Konterlattung 40 mm
Winddichtung
Lattung 2≈ 40/60 mm, kreuzweise verzahnt,
dazwischen Wärmedämmung Steinwolle
Furnierschichtholzplatte 33 mm 5 6 7 8
Träger BSH 180 mm dazw. Steinwolle 180 mm
Furnierschichtholzplatte 33 mm, Dampfsperre 5 6 7 8
Lattung 84 mm, dazw. Steinwolle 50 mm
Luftraum 35 mm, Birkensperrholz 12 mm
6 Fließbelag Epoxidharz versiegelt 3 mm
Estrich 60 mm
Trittschalldämmung 25 mm
Splittschüttung 50 mm
7 Furnierschichtholzplatte 33 mm
Träger BSH 80/380 mm,
dazwischen Steinwolle 100 mm
Furnierschichtholzplatte 33 mm
abgehängte Decke Birkensperrholz 12 mm
8 OSB-Platte 30 mm
Holzbalken 80/280 mm
OSB-Platte 22 mm
9 Furnierschichtholzplatte imprägniert
∂ 2004 ¥ 1/2 Hauptschule in Klaus 4

Section through classroom tract


scale 1:20

1 100 mm extensively planted layer


three-layer bituminous sealing membrane
300 mm rock-wool thermal insulation
vapour barrier; 22 mm oriented-strand board
520–380 mm laminated timber beams to falls
22 mm oriented-strand board
12 mm birch plywood suspended soffit
2 220/640 mm laminated timber edge beam
3 540/60 mm laminated timber lining to reveal
4 triple glazing (U = 0.6 W/m2K)
5 20 mm natural silver-fir boarding on
30 mm battens and 40 mm counter-battens
windproof layer; 2≈ 40/60 mm halved bearers with
rock-wool insulation
33 mm laminated construction board
180 mm rock-wool insulation between
180 mm laminated timber beams
33 mm lam. construction board; vapour barrier
50 mm rock wool between 84 mm battens
35 mm cavity; 12 mm birch plywood
6 3 mm sealed epoxy-resin floor finish
60 mm screed on 25 mm impact-sound insulation
50 mm stone chippings
7 33 mm laminated wood sheeting
100 mm rock wool between
80/380 mm laminated timber beams
33 mm laminated wood sheeting 9
12 mm birch plywood suspended soffit
8 30 mm oriented-strand board
80/280 mm timber joists
9
22 mm oriented-strand board
9 laminated wood sheeting, impregnated
1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG 2004 ¥ 1/2 ∂

Sonderschule in Garbsen

Special School in Garbsen

Architekten:
Despang Architekten, Hannover
Günther und Martin Despang
Mitarbeiter:
Arnd Biernath, Jörg Steveker,
Jan Gerrit Schäfer
Tragwerksplaner:
Büro Lieberum + Steckstor, Hannover

Betrachtet man die Sonderschule Garbsen


von Norden, so stellt sie sich als schlichter
Gebäuderiegel dar, dahinter überrascht den
Besucher jedoch ein komplexer Organismus
aus offenen und geschlossenen Strukturen.
Ein Lebens- und Lernraum, der auf die Ge-
meinschaft von 100 geistig behinderten Kin-
dern und 40 Lehrern zugeschnitten ist. Der
Unterricht findet in vier eingeschossigen
Klassentrakten statt. Jedem dieser mit einem
Pultdach überdeckten Riegel ist im Süden
ein eigener Pausenhof vorgelagert. Im breite-
ren zweigeschossigen Gebäudeteil sind Ver-
waltungseinheiten, Therapiezentrum und ei-
ne Gymnastikhalle untergebracht. Dort wird
das großzügige Foyer im Eingangsbereich
als gemeinsame Halle von allen Schülern
genutzt. Diese ist mit einem transparenten
Folienkissendach überdeckt, so kann der
zweigeschossige Raum natürlich belichtet
werden. Die Architekten entschieden sich
beim Bau der Schule für das Material Holz,
da es alle Sinne anspricht und daher für Kin-
der besonders gut geeignet ist: es riecht gut,
fühlt sich gut an und ist sogar »schmeck-
bar«. Von Anfang an war der Brandschutz
Bestandteil des Entwurfskonzeptes. Die Wahl
fiel auf eine Massivbauweise, die aufgrund
der hohen Masse brandschutztechnisch
von Vorteil ist: Die aus statischen Gründen
gewählten Querschnitte der Brettstapel ent-
sprachen bereits allen Anforderungen. Es
galt außerdem, dem Wunsch der Region
Hannover nachzukommen und die Wärme-
schutzverordnung von 1995 um 25 % zu
übertreffen. Dank der guten thermischen Ei-
genschaften der Brettstapel war dazu eine
Wärmedämmung von 12 cm ausreichend.
Die tragende Konstruktion der Klassenriegel
und des oberen Verwaltungstraktes wurde
komplett in dieser Bauweise hergestellt. Die
Decken spannen mit 24 cm Höhe bis zu
neun Meter weit. Die handwerkliche Vorferti-
gung von transportablen Elementen ermög-
lichte eine schnelle Montage vor Ort. Bei der
äußeren Verkleidung der Fassade handelt
es sich um eine Deckelschalung aus hitze-
behandeltem Kiefernholz. Durch dieses Ver-
fahren wird das Holz wetterbeständiger und
erhält einen satteren Farbton. Photo: Olaf Baumann, Hannover
∂ 2004 ¥ 1/2 Sonderschule in Garbsen 2

Schnitte • Grundrisse Sections • Floor plans


Maßstab 1:750 scale 1:750

1 Klassenzimmer 1 Classroom
2 Gruppenraum 2 Group room
3 Pausenhof 3 Playground
4 Mehrzweckhalle 4 Multi-purpose hall
5 Musikzimmer 5 Music room
6 Schulforum 6 School forum
7 Therapieraum 7 Therapy room
8 Gymnastikhalle 8 Gymnastics hall
9 Lehrerzimmer 9 Teachers’ room
10 Lehrküche 10 Teaching kitchen
11 Luftraum 11 Void
12 Computerraum 12 Computer room
aa 13 Werkraum 13 Workroom
14 Terrasse 14 Terrace
15 Verwaltung 15 Administration

Viewed from the north, this special school in


Garbsen, Germany, has the appearance of a
simple strip development. From within, how-
ever, it reveals itself to be a surprisingly com-
bb plex organism, consisting of a series of open
and closed spatial structures. Designed to ac-
commodate a community of 40 teachers and
100 children with learning difficulties, the
school provides a pleasant living and educa-
tional environment. Instruction takes place in
four single-storey classroom tracts, each with
a pitched roof that slopes down to an individ-
14 10 7 15 15 9 ual playground area to the south. The wider,
two-storey section of the school houses ad-
ministration spaces, a therapy centre and a
gymnastics hall. The large entrance foyer in
13 13 12 11 this tract is used as a play area for all the pu-
pils. It is covered with a transparent, pneu-
matic membrane roof that allows natural light-
ing of the double-height space.
For the load-bearing structure, the architects
decided on the use of timber, a material that
provides a highly acceptable ambient for chil-
dren: it has a pleasant aroma, an attractive
haptic quality and even tastes good, should
that ever play a role. From the very outset,
a therefore, fire protection was a central aspect
of the design. The choice of a solid timber
form of construction was of advantage in this
8 7 6 5 respect. The cross-sections of the stacked-
plank elements were initially determined by
b b structural constraints, but they also meet all
7 7 other demands. In addition, the city of Hano-
4 ver required the acceptable level of thermal in-
sulation – laid down in regulations dating from
1995 – to be tightened by 25 per cent.
3 Thanks to the good thermal properties of
stacked-plank elements, 12 cm of additional
insulation proved adequate. The load-bearing
3
structure of the classroom strips and the up-
per part of the administration tract was rea-
1 2 1 1 lized entirely in this form of construction. The
floors, with a depth of 24 cm, span widths of
2 2
up to 9 metres. Craft prefabrication of trans-
portable elements facilitated a rapid assembly
on site. The outer facade cladding consists of
a a layer of spaced pine strips over boarding.
The heat treatment to which the wood was
subjected lends it greater weather resistance
as well as a richer colour tone.
3 Sonderschule in Garbsen 2004 ¥ 1/2 ∂

1 2
cc

c c

1 Leiste 30/30 mm, Schalung 20 mm,


Lattung 40/60 mm und 30/60 mm,
jeweils Kiefer thermisch behandelt,
Winddichtung, Kantholz 60/60 mm
Dämmung Steinwolle 2≈ 60 mm,
OSB-Platte 20 mm,
Brettstapel 60/130 mm
mit Falz 30/30 mm,
mit 2% Weißpigment geölt
2 Isolierverglasung, Rahmen Fichte
50/90 mm mit Aluminiumprofilleisten
3 Abdichtung Kunststoffbahn
Dämmung Steinwolle zweilagig
180 mm, Bitumenbahn, Brettstapel
60/240 mm mit Falz 30/30 mm
4 Parkett Räuchereiche 22 mm
Estrich 62 mm, Trittschalldämmung
35 mm, Stahlbeton 120 mm,
Schüttung 140 mm, Spanplatte
20 mm, Stahlprofil HEA Å 300,
dazwischen Balken 100/140 mm
Schalung Fichte 20 mm
Leiste Fichte 30/30 mm
5 ETFE-Luftkissendach:
äußeres Kissen: Folie 0,2 +
0,1 mm mit Punktraster,
inneres Kissen: Folie 0,2 +
0,2 mm mit Punktraster
6 Leimholzbinder 210/460 mm
7 Brettstapel 60/100 mm mit
Falz 30/30 mm, OSB-Platte 12 mm
Wärmedämmung
Mineralwolle 60 mm
8 Erdsubstrat 80 mm, Filtervlies,
Dränspeicherplatte 70 mm
Abdichtung Kunststoffbahn,
Dämmung Steinwolle zweilagig
180 mm, Bitumenbahn
Brettstapel 60/180 mm
9 Vordach VSG 2≈ 5 mm
10 Stütze Stahlrohr | 160/60 mm
11 Holzschalung hinterlüftet 23 mm
∂ 2004 ¥ 1/2 Sonderschule in Garbsen 4

Horizontalschnitt
Vertikalschnitt
Maßstab 1:20

Horizontal section
Vertical section
scale 1:20

10

1 30/30 mm pine strips; 20 mm pine with double glazing and alum. glazing 20 mm chipboard 12 mm oriented-strand board
boarding; 40/60 mm pine counter- sections 100/140 mm timber beams between 60 mm mineral-wool thermal insulation
battens; 30/60 mm pine battens 3 plastic roof sealing membrane steel Å-beams 300 mm deep 8 80 mm substrate soil layer; filter mat
(all pine members thermally treated) 180 mm two-layer rock-wool insulation 20 mm softwood boarding 70 mm water-retaining drainage layer
windproof layer bituminous sealing layer 30/30 mm softwood bearers plastic roof sealing layer
60/60 mm wood bearers 60/240 mm rebated stacked planks 5 sheet ETFE pneumatic cushion: 180 mm two-layer rock-wool insulation
2≈ 60 mm rock-wool insulation 4 22 mm smoked-oak parquet 0.2 mm + 0.1 mm outer skin with bituminous sealing layer
20 mm oriented-strand board 62 mm screed dotted grid; 0.2 mm + 0.2 mm inner 60/180 mm rebated stacked planks
60/130 mm rebated stacked planks, 35 mm impact-sound insulation skin with dotted grid 9 2≈ 5 mm lam. safety glass canopy
oiled (with 2 per cent white pigment) 120 mm reinf. conc. slab on 140 mm 6 210/460 mm lam. timber beams 10 160/60 mm steel RHS column
2 casement: 50/90 mm softwood frame filling 7 60/100 mm rebated stacked planks 11 23 mm rear-ventilated wood boarding

11