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1.

1 Arbeitshilfe
Stahlherstellung und Werkstoffe für den
Stahlbau

Was ist Stahl?

Stahl ist eine Legierung aus Eisen, Kohlenstoff, Eisenbegleiter und tems von Stählen nach DIN EN 10027-1 dargestellt. Die im Stahl-
Legierungselementen, die ohne Nachbehandlung schmiedbar ist hochbau am häufigsten verwendeten Stähle sind die der Stahlsor-
und einen Kohlenstoffgehalt (C) von maximal 2 % aufweist. Guss- te S235 und S355.
eisen hat einen höheren Kohlenstoffgehalt ( > 2%) und ist daher
nicht wie Stahl verformbar; im Bauwesen wird es nur in Spezialbe- Die mechanischen Eigenschaften und die chemische Zusammen-
reichen eingesetzt. setzung der Stähle sind in den Produktnormen spezifiziert. Im Bau-
wesen werden hauptsächlich unlegierte Baustähle und Feinkorn-
Baustähle haben im Allgemeinen einen Kohlenstoffgehalt von baustähle nach DIN EN 10025, warmgefertigte Hohlprofile nach DIN
weniger als 0,25 %. Neben Kohlenstoff enthält Stahl Begleitstoffe, EN 10210 sowie kaltgefertigte und geschweißte Hohlprofile nach
z. B. Phosphor, Schwefel, Stickstoff und Legierungselemente, u. a. DIN EN 10219 eingesetzt. Tabelle 1 gibt einen Überblick über die
Aluminium, Chrom, Mangan, Nickel. Durch die chemische Zusam- nach DIN EN 1993-1-1 einsetzbaren Stähle.
mensetzung und durch Wärmebehandlungen können die Werksto-
ffeigenschaften des Stahls gezielt beeinflusst werden. Belastbarkeit von Stahl
Belastungen rufen an Bauteilen Formänderungen hervor. Stellt sich
So gibt es viele Stahlsorten: nach Entlastung die ursprüngliche Form wieder ein, so spricht man
• unlegierte Baustähle vom elastischen Verhalten des Werkstoffes. Ist dies nicht der Fall,
• hochfeste Feinkornbaustähle so hat sich der Werkstoff plastisch verformt.
• wetterbeständige Baustähle Der Übergang zwischen elastischem und plastischem Verhalten
• Betonstähle wird bei den meisten Stahlsorten durch die Streck- oder Fließgren-
• Spannstähle ze charakterisiert. Sie ist neben der Zugfestigkeit ein Kriterium für
• nichtrostende Edelstähle die Bemessung und wird mit Hilfe des Zugversuchs nach DIN EN
• warmfeste Stähle und andere. ISO 6892-1 anhand der Spannungs-Dehnungs-Linie bestimmt.
Hierbei beschreibt die Streckgrenze das Spannungs-Niveau, bis zu
Klassifizierung der Baustähle dem sich der Stahl elastisch verhält. Die Zugfestigkeit entspricht
Die Bezeichnung und damit Klassifizierung der Stähle erfolgt nach hingegen der maximal aufnehmbaren Spannung bei gleichzeiti-
ihren wesentlichen Eigenschaften, wie Festigkeit, Zähigkeit und gen plastischen Verformungen. Nach Erreichen der Zugfestigkeit
speziellen Eigenschaften, wie z. B. Kaltumformbarkeit etc. kommt es zu einem Spannungsabfall bei weiterer Zunahme von
In Bild 1 sind die wichtigsten Bestandteile des Bezeichnungssys- Verformungen, bis Bruch eintritt, siehe Bild 2.

Hauptsymbole Zusatzsymbole für Stähle


Stahlgruppe C mit besonderer Kaltumformbarkeit
S Baustahl D für Schmelztauchüberzüge
P Stahl für Druckbehälter H Hohlprofile
... ... W wetterfest

Hauptsymbole Zusatzsymbole für Stahlerzeugnisse


Mechanische Eigenschaften Besondere Anforderungen
S... Minimalwert der Streckgrenze [N/mm2] +H mit Härtbarkeit
... ... +Z 15 Mindest-Brucheinschnürung senkrecht
zur Oberfläche 15%
Zusatzsymbole für Stähle
Mechanische Eigenschaften Zusatzsymbole für Stahlerzeugnisse
Kerbschlagarbeit Prüftemperatur Art des Überzugs
27 J 40 J 60 J [°C ] +A feueraluminiert
JR KR LR + 20 S335J2C+Z15 + C U Kupferüberzug
J0 K0 L0 ± 0 +Z feuerverzinkt
J2 K2 L2 - 20 ... ...
J3 K3 L3 - 30
J4 K4 L4 - 40 Zusatzsymbole für Stahlerzeugnisse
J5 K5 L5 - 50 Behandlungszustand
J6 K6 L6 - 60 +A weichgeglüht
+AR wie gewaltzt
Zusatzsymbole für Stähle +C kaltverfestigt
Physikalische Eigenschaften +C R kaltgewaltzt
M thermomechanisch gewalzt (K V 40 J bei T = - 20 °C ) +M thermomechanisch umgeformt
ML thermomechanisch gewalzt (K V 27 J bei T = -50 °C ) +N normalgeglüth oder normalisierend
N normalgeglüht/normalisierend gewaltzt (KV 40 J bei T = - 20 °C ) umgeformt
+QT vergütet
NL normalgeglüht/normalisierend gewaltzt (K V 27 J bei T = - 50 °C )
+SR spannungsarmgeglütht

Bild 1 Bezeichnungssystem der Stähle nach DIN EN 10027-1

bauforumstahl 1
1.1
Norm Titel Stahlsorte
DIN EN 10025 - Warmgewalzte Erzeugnisse aus Baustählen
DIN EN 10025-1 Allgemeine technische Lieferbedingungen
S235JR/J0/J2
S275JR/J0/J2
DIN EN 10025-2 Unlegierte Baustähle
S355JR/J0/J2/K2
S450J0
S275N/NL
Normalgeglühte/ normalisierend gewalzte S355N/NL
DIN EN 10025-3
schweiß geeignete Feinkornbaustähle S420N/NL
S460N/NL
S275M/ML
Thermomechanisch gewalzte schweiß- S355M/ML
DIN EN 10025-4
geeignete Feinkornbaustähle S420M/ML
S460M/ML
S235J0W/J2W
DIN EN 10025-5 Wetterfeste Baustähle S355J0WP/J2WP
S355J0W/J2W/K2W

DIN EN 10025-6 Flacherzeugnisse aus Stählen mit höherer S460Q/QL/QL1


Streckgrenze im vergüteten Zustand
DIN EN 10210 – Warmgefertigte Hohlprofile für den Stahlbau aus unlegierten Baustählen und aus
Feinkornbaustählen
S235JRH
S275J0H/J2H/NH/NLH
DIN EN 10210-1 Technische Lieferbedingungen S355J0H/J2H/K2H/ NH/NLH
S420NH/NLH
S460NH/NLH
DIN EN 10210-2 Grenzabmaße, Maße und statische Werte
DIN EN 10219- Kaltgefertigte und geschweißte Hohlprofile für den Stahlbau aus unlegierten
Baustählen und aus Feinkornbaustählen
S235JRH
S275J0H/J2H/NH/NLH/MH/ MLH
S355J0H/J2H/K2H/NH/NLH/ MH/ MLH
DIN EN 10219-1 Technische Lieferbedingungen
S420MH/MLH
S460NH/NLH/MH/MLH

DIN EN 10210-2 Grenzabmaße, Maße und statische Werte


Tabelle 1 Einsetzbare Baustähle und Hohlprofile nach DIN EN 1993-1-1
ELASTISCHER BEREICH

Plastischer Bereich
Spannung

Lüders Verfestigungsbereich Plastische


Plateau Einschnürung

Rm

Streckgrenze R eH Zugfestigkeit Rm Bruch


R eH
A g Gleichmaßdehnung
R eL (Nichtproportionale
Dehnung bei Höchslast)
Streckgrenze R eL A gt Gesamte Dehnung bei
Höchstkraft
A Bruchdehnung
A t Gesamte Dehnung
beim Bruch
Hooke'sche Entlastung und
Gerade Widerbelastung

arctan E arctan E

el Ag A gt A At
Dehnung

Bild 2 Typische Spannungs-Dehnungs-Linie eines Baustahls mit Lüders-Plateau

bauforumstahl 2 Arbeitshilfe 1.1 | Stahlherstellung und Werkstoffe für den Stahlbau


1.1
Erzeugnisdicke Erzeugnisdicke
t M 40 mm 40 mm < t M 80 mm
Produktnorm Stahlsorte
fy fu fy fu
[N/mm2 ] [N/mm2 ] [N/mm2 ] [N/mm2 ]
S235JR/J0/J2 235 360 215 360
S275JR/J0/J2 275 430 255 410
DIN EN 10025-2
S355JR/J0/J2/K2 355 490 335 470
S450J0 440 550 410 550
S275N/NL 275 390 255 370
S 355N/NL 355 490 335 470
DIN EN 10025-3
S420N/NL 420 520 390 520
S460N/NL 460 540 430 540
S275M/ML 275 370 255 360
S355M/ML 355 470 335 450
DIN EN 10025-4 S420M/ML 420 520 390 500
S460M/ML 460 540 430 530
S235W 235 360 215 340
DIN EN 10025-5 S355W 355 490 335 490
DIN EN 10025-6 S460Q/QL/QL1 460 570 440 550
S235H 235 360 215 340
S275H 275 430 255 410
S355H 355 510 335 490
DIN EN 10210-1 S275NH/NLH 275 390 255 370
S355NH/NLH 355 490 335 470
S420NH/NLH 420 540 390 520
S460NH/NLH 460 560 430 550
S235H 235 360
S275H 275 430
S355H 355 510
S275NH/NLH 275 370
S355NH/NLH 355 470
DIN EN 10219-1
S460NH/NLH 460 550
S275MH/MLH 275 360
S355MH/MLH 355 470
S420MH/MLH 420 500
S460MH/MLH 460 530

Tabelle 2 Nennwerte der Streckgrenze fy und Zugfestigkeit fu für Baustähle nach DIN EN 1993-1-1

nach DIN EN 1993-1-1 für Baustähle nach


Kriterium
DIN EN 10025-2 bis 6, DIN EN 10210-2 und DIN EN 10219-2
fu
fy N 1,10

A N 15 %

u N 15 y

fu Mindestwert der Zugfestigkeit;


fy Mindestwert der Zugfestigkeit;
A Bruchdehnung bezogen auf eine Messlänge von 5,65 A
0
:
Lu Lo
A= 100 [%]
Lo
mit Lo Anfangsmesslänge mit Lo = 5,65 A ;
0
Lu Länge nach Bruch;
Ao Ausgangsquerschnittsfläche;

u Gleichmaßdehnung, wobei u der Zugfestigkeit fu zugeordnet ist;


fy
y Fließdehnung: y
=
E

Tabelle 3 Duktilitätsanforderungen an Baustähle und Flacherzeugnisse

Arbeitshilfe 1.1 | Stahlherstellung und Werkstoffe für den Stahlbau bauforumstahl 3


1.1
Beanspruchungsbedingte
Kerbschlagarbeit

Einflussgrößen
Hochlage
Geschwindigkeit, Kerbtiefe,
Risslänge, Probenbreite

Übergangsbereich

Werkstoffbedingte
Einflussgrößen
Tieflage
Kaltverformung
Alterung
Kornverfeinerung
Reinheitsgrad
Phosphor, Schwefel,
Tü Temperatur Kohlenstoff

Bild 3 Zähigkeitsverhalten von ferristischem Baustahl

Die der Bemessung zugrunde zu legenden charakteristischen Baustahl kann durch eine hohe Sammelrate (99%) sowie Recycling
Werte der Streckgrenze und Zugfestigkeit können entweder den (88%) und Wiederverwendung (11%) punkten und ist deshalb rege-
Produktnormen oder direkt der Bemessungsnorm für Stahlkonst- nerativ [2, 3]. In der Umwelt-Produktdeklaration „Baustähle“ (Envi-
ruktionen, der DIN EN 1993-1-1, entnommen werden, siehe Tabelle ronmental Product Declaration, kurz: EPD), die durch PE INTERNATI-
2. Zusätzlich zu den in den Produktnormen gestellten Anforderun- ONAL in Zusammenarbeit mit >>bauforumstahl erstellt wurde, sind
gen an die Festigkeitseigenschaften der Baustähle sind die in DIN Produktkennzahlen von westeuropäischen Stahlherstellern – den
EN 1993-1-1 definierten Duktilitätsanforderungen zu erfüllen, siehe Inhabern dieser Deklaration – zusammengestellt [4, 5].
Tabelle 3. Neben den Festigkeitseigenschaften sind die Zähigkeits-
Normen/Richtlinien
eigenschaften von Baustahl mit Blick auf die Werkstoffwahl zur
• DIN EN 10027-1:2005-10, Bezeichnungssysteme für Stähle . Teil 1: Kurzna-
Vermeidung von Sprödbruch bei Einsatz der Baustähle bei tiefen men; Deutsche Fassung EN 10027­1:2005
Temperaturen von Bedeutung. Das prinzipielle Zähigkeits- • DIN EN 10025-1 bis 6: Warmgewalzte Erzeugnisse aus Baustählen, Teile 1 bis
Temperatur-Verhalten ist in Bild 3 dargestellt. Wesentliche Einfluss- 6, Deutsche Fassung EN 10025, Teile 1 bis 6
faktoren sind die Bauteildicke, die Temperatur, der Spannungszu- • DIN EN 10210-1:2006-07, Warmgefertigte Hohlprofile für den Stahlbau aus
unlegierten Baustählen und aus Feinkornbaustählen – Teil 1: Technische Liefer-
stand, der Kaltverformungsgrad und die Dehnrate. Bei Beanspru- bedingungen; Deutsche Fassung EN 10210-1:2006
chung in Dickenrichtung ist zusätzlich eine Werkstoffwahl bzgl. der • DIN EN 10219-1:2006-07, Kaltgefertigte geschweißte Hohlprofile für den
Vermeidung von Terrassenbruch durchzuführen. Die Regelungen Stahlbau aus unlegierten Baustählen und aus Feinkornbaustählen – Teil 1:
zur Werkstoffwahl für beide Fälle, Sprödbruch und Terrassenbruch, Technische Lieferbedingungen; Deutsche Fassung EN 10219-1:2006
sind in DIN EN 1993-1-10 und den nationalen DASt-Richtlinen 009 • DIN EN 1993-1-1:2010-12, Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von
Stahlbauten – Teil 1-1: Allgemeine Bemessungsregeln und Regeln für den Hoch-
und 014 enthalten, siehe auch Bild 3 [1]. bau; Deutsche Fassung EN 1993-1-1:2005 + AC:2009
•DIN EN ISO 6892-1:2009-12, Metallische Werkstoffe – Zugversuch – Teil 1:
Verarbeitung Prüfverfahren bei Raumtemperatur (ISO 6892-1:2009); Deutsche Fassung EN
Stahl lässt sich warm und kalt verformen (walzen, ziehen, pressen, ISO 6892-1:2009
• DIN EN 1993-1-10:2010-12, Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von
biegen usw.), mechanisch bearbeiten (sägen, bohren, stanzen,
Stahlbauten – Teil 1-10: Stahlsortenauswahl im Hinblick auf Bruchzähigkeit
fräsen, hobeln usw.) und schweißen. und Eigenschaften in Dickenrichtung; Deutsche Fassung EN 1993-1-10:2005 +
AC:2009
Wirtschaftlichkeit • DASt-Richtlinie 009:2008-05, Stahlsortenauswahl für geschweißte Stahlbau-
Die Projektierung eines Gebäudes besteht im Wesentlichen aus ten, Herausgeber: Deutscher Stahlbau-Verband DSTV, Düsseldorf. Stahlbau
Verlags- und Service GmbH, Düsseldorf
dem architektonischen Entwurf, einem Tragwerkskonzept und der • DASt-Richtlinie 014:1981-01, Empfehlungen zum Vermeiden von Terrassen-
Einschätzung der Baukosten. Dabei ist die Kostenplanung heute brüchen in geschweißten Konstruktionen aus Baustahl. Herausgeber: Deutscher
eine der wesentlichen Aufgaben aller Planungs- und Baubeteilig- Stahlbau-Verband DSTV, Düsseldorf. Stahlbau Verlags- und Service GmbH,
ten, da Qualitäten, Termine und Kosten die relevanten Erfolgsfakto- Düsseldorf
ren eines jeden Bauprojekts sind.
Literatur:
Die Kostenschätzung kann schon in der Vorplanung über Erfolg [1] Kühn, B., Sedlacek, G., Höhler, S., Stranghöner, N., DIN EN 1993-1-10:
oder Misserfolg eines Bauprojektes entscheiden. Stahlsortenauswahl im Hinblick auf die Bruchzähigkeit und Eigenschaften in
Hierzu gehören neben den angegebenen Werten auch die Ein- Dickenrichtung, in: Stahlbau-Kalender 2012, Hrsg.: Kuhlmann, U., Verlag Ernst
sparungen bei den Gründungs- und Fundamentarbeiten sowie & Sohn GmbH & Co. KG, Berlin, 2012.
[2] Nachhaltige Gebäude – Planen, Bauen, Betreiben, Nr. B105, >>bauforum-
Vorteilen in der Bauzeit und Baulogistik, die im Rahmen jeder,
stahl e. V., Düsseldorf, 2011.
ganzheitlichen Kostenplanung Berücksichtigung finden sollten. [3] Ökobilanzieller Vergleich von Hallen unterschiedlicher Bauweisen, >>baufo-
rumstahl e. V., Düsseldorf, 2011.
Nachhaltigkeit [4] Umwelt-Produktdeklaration nach ISO 14025, Deklarationsnummer EPD-BFS-
Produkte aus Baustahl können wiederholt eingesetzt werden. Ist 2010111-D, Institut Bauen und Umwelt e.V., >>bauforumstahl e.V., Düsseldorf,
2010.
Überarbeitete Auflage 3/12

eine Verwendung in der ursprünglichen Form nicht möglich, so [5] Umwelt-Produktdeklaration Baustähle – Erläuterungen, Schriftenreihe Nr.
werden sie eingeschmolzen und zur Herstellung neuer Produkte B104, >>bauforumstahl e. V., Düsseldorf, 2010.
wiederverwendet.

Sohnstraße 65 | 40237 Düsseldorf | Postfach 10 48 42 | Düsseldorf


T: +49(0)211.6707.828 | F: +49(0)211.6707.829 | zentrale@bauforumstahl.de | www.bauforumstahl.de

bauforumstahl 4 Arbeitshilfe 1.1 | Stahlherstellung und Werkstoffe für den Stahlbau


1.2 Arbeitshilfe
Fertigerzeugnisse für den Stahlbau

Fertigerzeugnisse für den Stahlbau Dies ist insbesondere dann zu beachten, wenn geschraubte An-
schlüsse an den Flanschen vorgesehen werden.
Lieferformen des Stahls
Walzstahlerzeugnisse werden in vielfältigen Formen produziert. Im Wirtschaftlichkeit
Stahlbau wird zwischen Flacherzeugnissen, Stabstahl, Formstahl, Die Projektierung eines Gebäudes besteht im Wesentlichen aus
Hohlprofilen, Kalt- und Trapezprofilen sowie Drähten, Seilen und dem architektonischen Entwurf, einem Tragwerkskonzept und der
Bündel unterschieden, siehe Tabelle 1. In Bild 1 sind die im Stahl- Einschätzung der Baukosten. Dabei ist die Kostenplanung heute
bau üblichen Profilquerschnitte dargestellt. eine der wesentlichen Aufgaben aller Planungs- und Baubeteilig-
Walzstahlerzeugnisse sind sehr maßgenau und von gleichbleiben- ten, da Qualitäten, Termine und Kosten die relevanten Erfolgsfakto-
der Qualität. Querschnitte und zulässige Toleranzen sind in EN-, ren eines jeden Bauprojekts sind. Die Kostenschätzung kann schon
DIN- und Werksnormen der Hüttenwerke festgelegt. Darüber hin- in der Vorplanung über Erfolg oder Misserfolg eines Bauprojektes
aus können Sonderprofile hergestellt werden; dies wird jedoch erst entscheiden. Hierzu gehören neben den angegebenen Werten auch
bei genügend großen Bestellmengen wirtschaftlich. Je nach Profil die Einsparungen bei den Gründungs- und Fundamentarbeiten so-
sind unterschiedliche Standardlängen gebräuchlich. Fixlängen wie Vorteilen in der Bauzeit und Baulogistik, die im Rahmen jeder,
können bei der Bestellung vereinbart werden. ganzheitlichen Kostenplanung Berücksichtigung finden sollten.
In Tabelle 2 ist angegeben, in welchen Bereichen die verschiede- Produkte aus Stahl können wiederholt eingesetzt werden. Ist eine
nen I-Profile überwiegend angewendet werden. Verwendung in der ursprünglichen Form nicht möglich, so werden
Bei den U-Profilen wird unterschieden zwischen parallelflanschi- sie eingeschmolzen und ohne Verlust zur Herstellung neuer Pro-
gen (UPE-Profilen) und innen schrägen Flanschen (U-Profilen). dukte wiederverwendet.

3,0 10130

3,0 10079 3 20
150 10058
150 - 1250 59200

30 - 140 30 - 140 10055


30 - 65 15 - 42 1026 - 1
30 - 200 38 - 80 1027
20 - 200 20 - 200 1028
30 - 200 20 - 100 1029

80 - 400 45 - 110 1026 - 1


80 - 400 50 - 115 1026 - 2
80 - 550 42 - 200 1025 - 1

80 - 600 46 - 228 1025 - 5

91 - 970 100 - 300


96 - 990 100 - 300 1025 - 3 52 - 62
100 - 1000 100 - 300 1025 - 2 52 - 62
120 - 1008 100 - 302 52 - 62

21,3 - 1219
2 - 60
20 - 400 10210 - 2
2 - 20
50 - 30 - 10219 - 2
500 x 300 2 - 16

0,4 - 8
20 10162 016
500 - 1050 10 - 200
0,65 - 1,5 22.000 18807
0,15 - 0,35

12385
Tabelle 1 Lieferformen von Walzerzeugnissen für den Stahlbau

bauforumstahl 1
1.2
IPE HEAA (IPB ) HEA (IPB ) HEB (IPB) HEM (IPBv)

U UPE L (gleich- L (ungleich- Quadrat- Rechteck- Kreishohlprofil


schenklig) schenklig) hohlprofil hohlprofil

Bild 1 Im Stahlbau übliche Profilquerschnitte

Profiltyp Verwendung
IPE-Profile Biegeträger
Mittelbreite I-Träger mit Rahmenriegel und Rahmenstützen im Hallenbau
parallelen Flanschflächen Dachpfetten
Deckenträger

HEA- und HEB-Profile Biegeträger mit Normalkräften


Breite I-Träger mit Druckstäbe
parallelen Flanschflächen Stützen im Hallenbau
leichte und normale Fachwerkbinder
Ausführung Deckenträger
Stützen im Geschossbau

HEM-Profile Biegeträger mit Normalkräften


Breite I-Träger mit Druckstäbe
parallelen Flanschflächen Stützen im Hallenbau
verstärkte Ausführung Abfangträger
schwere Unterzüge
Stützen im Geschossbau

Tabelle 2 Überwiegende Anwendungsbereiche von I-Profilen

Literatur

Beratung Feuerverzinken IFBS Industrieverband für Bausysteme im Metallleichtbau


Sohnstr. 66, 40237 Düsseldorf | Tel.: (0211) 690 76 50 | www.feuerverzinken. Max-Planck-Straße 4, 40237 Düsseldorf | Tel.: (0211) 9 14 27-0 | www.ifbs.de
com
Informationsstelle Edelstahl Rostfrei
Bundesverband Deutscher Stahlhandel e. V. (BDS) Sohnstraße 65, 40237 Düsseldorf | Tel.: (02 11) 67 07-8 35
Max-Planck-Str. 1, 40237 Düsseldorf | Tel.: (0211) 8 64 97-0 | www.stahlhandel. www.edelstahl-rostfrei.de
com
Stahl-Informations-Zentrum S-I-Z
Deutscher Gießereiverband e. V. | Fachverband Stahlguss Sohnstr. 65, 40237 Düsseldorf | Tel.: (0211) 67 07-846 | www.stahl-info.de
Sohnstr. 70, 40237 Düsseldorf | Tel.: (0211) 68 71-0 | www.bdguss.de
Verein Deutscher Eisenhüttenleute (VDEh) Informationszentrum und Bücherei
Deutscher Schraubenverband e. V. Sohnstr. 65, 40237 Düsseldorf | Tel.: (0211) 67 07-0 | www.stahl-online.de
Goldene Pforte 1, 58093 Hagen | Tel.: (02331) 95 88 16 | www.schraubenver-
band.de Verlag Stahleisen mbH
Sohnstr. 65, 40237 Düsseldorf | Tel.: (0211) 67 07-561 | www.stahleisen.de
Versand von Fachliteratur über: Stahlbau Verlags- und Service GmbH
Sohnstr. 65, 40237 Düsseldorf | Tel.: (0211) 67 07-801 | www.deutscherstahl- Fachverband Seile und Anschlagmittel e.V.
bau.de Prinz-Georg-Straße 106, 40479 Düsseldorf | Tel.: (0211) 44 53 22
www.fsa-verband.de
Deutscher Verband für Schweißen und Verwandte Verfahren e. V. (DVS)
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bauforumstahl 2 Arbeitshilfe 1.2 | Fertigerzeugnisse für den Stahlbau


2.1 Arbeitshilfe
Tragwerksplanung im Stahlbau
Grundlegende Anforderungen

Allgemeines
Die Bemessung von Stahlbauten erfolgt nach den Grundregeln Einwirkung E
gemäß DIN EN 1993 „Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion
von Stahlbauten“. Allgemeine Grundlagen zur Tragwerksplanung
sind DIN EN 1990, „Eurocode: Grundlagen der Tragwerksplanung“
zu entnehmen. In der Regel sind Tragwerke nach den Einwirkungen
gemäß DIN EN 1991 „Eurocode 1: Einwirkungen auf Tragwerke“ zu
bemessen. Regeln zur Kombination von Einwirkungen sind in DIN Widerstand R
EN 1990 angegeben. Bei der Ausführung von Stahltragwerken sind
die Regeln der DIN EN 1090 „Ausführung von Stahltragwerken und Bild 1 Nachweisformat der Eurocodes
Aluminiumtragwerken“ einzuhalten.
Ein Tragwerk ist so zu planen, dass es in der vorgesehenen Nutzer oder das Erscheinungsbild des Bauwerks betreffen. Grenz-
Nutzungszeit sowie während seiner Errichtung mit angemessener zustände der Gebrauchstauglichkeit beinhalten die Begrenzung
Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit den möglichen äußeren Ein- von Verformungen, Verschiebungen oder Schwingungen.
wirkungen und Einflüssen standhält sowie die geforderten Anfor- Die Nachweisverfahren der Eurocodes beruhen auf einem Konzept
derungen an die Gebrauchstauglichkeit eines Bauwerks oder eines mit Teilsicherheitsbeiwerten bei dem die Auswirkung einer Einwir-
Bauteils erfüllt. Hierbei sind die in Tabelle 1 dargestellten Normen kung E einer Beanspruchbarkeit R gegenübergestellt wird, siehe
inklusive ihrer nationalen Anwendungsdokumente zu beachten. Bild 1. Eine Bemessung mit Teilsicherheitsbeiwerten bedeutet,
dass für jede Bemessungssituation die Auswirkung der charak-
Sicherheits- und Nachweiskonzept der Eurocodes teristischen Einwirkungen Ek um einen Teilsicherheitsbeiwert γF
Bei der Bemessung von Tragwerken wird zwischen den Grenzzu- erhöht und die charakteristische Beanspruchbarkeit Rk um einen
ständen der Tragfähigkeit und den Grenzzuständen der Gebrauchs- Teilsicherheitsbeiwert γM abgemindert wird, siehe Bild 2. Hierbei
tauglichkeit unterschieden: ist sicherzustellen, dass in allen maßgebenden Bemessungssitu-
- Grenzzustände der Tragfähigkeit beinhalten alle Grenzzustän- ationen beim Ansatz der Bemessungswerte der Auswirkungen der
de, die die Sicherheit von Personen und/oder die Sicherheit des Einwirkungen Ed und für die Bemessungswerte der Beanspruch-
Tragewerks betreffen. Grenzzustände der Tragfähigkeit beinhalten barkeiten Rd keiner der maßgebenden Grenzzustände überschrit-
beispielsweise den Verlust der Lagesicherheit des betrachteten ten wird. Für die beiden Grenzzustände muss gelten:
Tragewerks oder eines seiner Teile, ein Versagen durch übermä- Grenzzustand der Tragfähigkeit (GZT): Rk
ßige Verformungen, einem Bruchzustand oder eine instabile Lage Ek . γF = Ed ≤ Rd =
oder ein Versagen des Tragwerks oder eines seiner Teile durch γM

Ermüdung. Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit (GZG):


- Grenzzustände der Gebrauchstauglichkeit beinhalten die Grenz- C
zustände, die die Funktion des Tragwerks oder eines seiner Teile E . γF = Ed ≤ Cd =
γM
unter normalen Gebrauchsbedingungen, das Wohlbefinden der

Eurocode 3 - Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten

DIN EN 1993 -1 -1 Allgemeine Bemessungsregeln für den Hochbau DIN EN 1993 - 2 Stahlbrücken

Türme, Maste und Schornsteine -


DIN EN 1993 -1 -2 Tragwerksbemessung im Brandfall DIN EN 1993 - 3 - 1
Türme und Maste

Ergänzende Regeln für kaltgeformte Türme, Maste und Schornsteine -


DIN EN 1993 -1 -3 DIN EN 1993 - 3 - 2
dünnwandige Bauteile und Bleche Schornsteine

1) Ergänzende Regeln zur Anwendung von


DIN EN 1993 -1 -4 DIN EN 1993 - 4 - 1 Silos
nichtrostenden Stählen

DIN EN 1993 -1 -5 Plattenförmige Bauteile DIN EN 1993 - 4 - 2 Tankbauwerke

DIN EN 1993 -1 -6 Festigkeit und Stabilität von Schalen DIN EN 1993 - 4 - 3 Rohrleitungen

DIN EN 1993 -1 -7 Plattenförmige Bauteile mit Querbelastung DIN EN 1993 - 5 Pfähle und Spundwände

DIN EN 1993 -1 -8 Bemessung von Anschlüssen DIN EN 1993 - 6 Kranbahnen

DIN EN 1993 -1 -9 Ermüdung

Stahlsortenwahl im Hinblick auf Bruchzähigkeit und


DIN EN 1993 - 1 - 10 Eigenschaften in Dickenrichtung

Bemessung und Konstruktion von


DIN EN 1993 - 1 - 11
Tragwerken mit Zuggliedern aus Stahl
Bei der Verwendung nichtrostender Stähle sind die Bedingungen der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung Z - 30.3 - 6 „Erzeugnisse, Verbindungsmittel und Bauteile aus
1)

nichtrostenden Stählen“ (20. April 2009) zzgl. der Ergänzung (Mai 2011) zu beachten. DIN EN 1993 - 1 - 4 ist derzeit nicht bauaufsichtlich eingeführt.

Tabelle 1 Übersicht über die Normenreihe Eurocode 3

bauforumstahl 1
2.1
Grenzzustand der E R
Tragfähigkeit Ed ≤ Rd Häufigkeit mR – mE
Rk Β= 2 2 ≥ 3,8
Rd √ δR +δE
Ed ≤ Rd Ed γM f(E)
γF Einwirkung E Widerstand R
Ed = E( γFΨFk ) Ek Cd f(R)
Grenzzustand der Ed
Gebrauchstauglichkeit δE δR
Ed ≤ Cd
Ed ≤ Cd
Ed = E( ΨFk ) max δ mE mR
zul δ E,R

Bild 2 Nachweisformat mit Teilsicherheitsbeiwerten Bild 3 Sicherheitsindex β

Häufigkeit
Teilsicherheitsbeiwert Wert Beanspruchbarkeit von
f (Z)
γM0 Querschnitten β • δZ
1,0 Z=R–E
(unabhängig von der Querschnittklasse)

δZ
γM1 Bauteilen bei Stabilitätsversagen
1,1
(bei Anwendung von Bauteilnachweisen)

Querschnitte bei Bruchversagen mZ Z


γM2 1,25 Z<0 Z>0
infolge von Zugbeanspruchung
Versagen des Bauteils kein Versagen des Bauteils

Tabelle 2 Wesentliche Teilsicherheitswerte γM in Grenzzustand der Tragbarkeit Bild 4 Häufigkeitsverteilung für Versagen des Bauteils

Zur Bestimmung der Zahlenwerte der Teilsicherheitsbeiwerte wird “+“ bedeutet in Kombination mit. Gk,j steht für ständige Einwirkun-
aus den Mittelwerten und Standardabweichungen der Häufigkeits- gen, P für die Vorspannung, Qk,1 für die maßgebende veränderliche
verteilung von Einwirkungen und Widerständen der Zuverlässig- Einwirkung oder Leiteinwirkung (Verkehr, Temperatur, …) und Qk,i
keitsindex β berechnet, siehe Bild 3. für die nicht maßgebenden veränderlichen Einwirkungen oder Be-
Für einen Bemessungszeitraum von Tref = 50 Jahren gilt die Anforde- gleiteinwirkungen (Verkehr, Temperatur, …). In der außergewöhnli-
rung an den Zuverlässigkeitsindex β =3,8. Mit dem Zuverlässig- chen Bemessungssituation wird zusätzlich die außergewöhnliche
keitsindex lässt sich die Verteilung der Häufigkeit des Bauteilver- Einwirkung Ad berücksichtigt. Die unterschiedlichen Ψ-Werte sind
sagens Z in der Form: Versagen Z = Widerstand R - Einwirkung E Kombinationsbeiwerte, die die Wahrscheinlichkeit des gleichzei-
aufstellen, siehe Bild 4. tigen Auftretens veränderlicher Einwirkungen unterschiedlichen Ur-
Für Z < 0 versagt das Bauteil, gilt Z > 0 versagt das Bauteil nicht. sprungs berücksichtigen. Die entsprechenden Zahlenwerte können
Mit dem Zuverlässigkeitsindex β: β ≥ 3,8 lässt sich daraus die DIN EN 1990/NA entnommen werden.
Versagenswahrscheinlich pF als Funktion p(Z < 0) bestimmen.
Bezogen auf einen Bemessungszeitraum von 50 Jahren ergibt sich Einwirkungskombinationen im Grenzzustand der
daraus eine Versagenswahrscheinlichkeit von 7⋅10-5. Gebrauchstauglichkeit
Im Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit wird ebenfalls zwi-
Einwirkungskombinationen schen drei verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten unterschie-
Die Einwirkungen werden nach DIN EN 1991 zusammengestellt den:
und nach DIN EN 1990 in den Einwirkungskombinationen zusam-
mengefasst. Hierbei sind folgende Einwirkungskombinationen zu 1) Charakteristische Kombination - entspricht der ständigen und
berücksichtigen: vorübergehenden Bemessungssituation ohne Teilsicherheitsbei-
werte. Sie wird in der Regel für nicht umkehrbare Auswirkungen am
Einwirkungskombinationen im Grenzzustand der Tragfähigkeit Tragwerk verwendet.
Es wird zwischen zwei unterschiedlichen Bemessungssituationen Ed = ∑ Gk,j ” + ” P ” + ” Qk,1 ” + ” ∑ ΨO,i ∤ Qk,j
j≥1 i≥1
unterschieden:
2) Häufige Kombination - wird in der Regel für umkehrbare Auswir-
1) Ständige und vorübergehende Bemessungssituation - entspricht kungen am Tragwerk angewendet.
den üblichen Nutzungsbedingungen eines Tragwerks, einschließ- Ed = ∑ ΥG,j ” + ” P ” + ” Ψ1,1 ∤ Qk,1 ” + ” ∑ Ψ2,i ∤ Qk,j
j≥1 i≥1
lich zeitlich begrenzter Zustände wie Bauzustände,
3) Quasi-ständige Kombination - wird in der Regel für Langzeit-
2) Außergewöhnliche Bemessungssituation - berücksichtigt außer- auswirkungen, wie beispielsweise dem Erscheinungsbild des
gewöhnliche Einwirkungen auf das Tragwerk wie beispielsweise Bauwerks angewendet.
Anprall oder Explosion. Ed = ∑ Gk,j ” + ” P ” + ” ∑ Ψ2,i ∤ Qk,j
j≥1 i≥1

Für die unterschiedlichen Bemessungssituationen gelten folgende Im Grenzzustand der Tragfähigkeit sind die Teilsicherheits-
Kombinationsregeln: beiwerte unterschiedlicher Größenordnung nach DIN EN 1990
für unterschiedliche Einwirkungen zu berücksichtigen. Auf der
Ständige und vorübergehende Bemessungssituation: Widerstandsseite sind die wesentlichen Teilsicherheitsbeiwerte
ΥM gemäß Tabelle 2 angegeben. Weitere Teilsicherheitsbeiwerte
Ed = ∑ ΥG,j ∤ Gk,j ” + ” Υp ∤ P ” + ” ΥQ,1 ∤ Qk,1 ” + ” ∑ ΥQ,i ∤ ΨO,i ∤ Qk,j sowie Kombinationsbeiwerte sind DIN EN 1993 bzw. DIN EN 1990
j≥1 i≥1
zu entnehmen.
Außergewöhnliche Bemessungssituation: Im Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit betragen die Teilsi-
cherheitsbeiwerte sowohl auf der Einwirkungsseite als auch auf
Ed = ∑ Gk,j ” + ” P ” + ” Ad ” + ”(Ψ1,1 oder Ψ2,1) ∤ Qk,1 ” + ” ∑ Υ2,i ∤ Qk,j der Widerstandsseite 1,0 (ΥF = ΥM = 1,0).
j≥1 i≥1

bauforumstahl 2 Arbeitshilfe 2.1 | Tragwerksplanung im Stahlbau Grundlegende Anforderungen


2.1
Grundsätzliches zur Bemessung mit Grenzzuständen Normen
Alle im Eurocode 3 festgelegten Beanspruchbarkeiten für Quer- • DIN EN 1990:2010-12, Eurocode: Grundlagen der Tragwerksplanung; Deut-
sche Fassung EN 1990:2002 + A1:2005 + A1:2005/AC:2010
schnitte und Bauteile sind aus Bauteilversuchen an Werkstoffen • DIN EN 1990/NA:2010-12, Nationaler Anhang – National festgelegte Parame-
mit ausreichender Duktilität abgeleitet, so dass anhand der ter – Eurocode: Grundlagen der Tragwerksplanung
Versuchsergebnisse vereinfachte Bemessungsmodelle abgeleitet • DIN EN 1991, Einwirkungen auf Tragwerke (verschiedene Teile)
werden konnten. Die Beanspruchbarkeiten nach DIN EN 1993 dür- • DIN EN 1993-1-1:2010-12, Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von
Stahlbauten - Teil 1-1: Allgemeine Bemessungsregeln und Regeln für den Hoch-
fen nur dann verwendet werden, wenn die in Abschnitt 3 der DIN
bau; Deutsche Fassung EN 1993-1-1:2005 + AC:2009
EN 1993-1-1 definierten Duktilitätsanforderungen erfüllt sind, siehe • DIN EN 1993-1-1/NA:2010-12, Nationaler Anhang - National festgelegte Pa-
Arbeitshilfe 1.1 rameter - Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten - Teil 1-1:
Allgemeine Bemessungsregeln und Regeln für den Hochbau
• DIN EN 1993-1-4:2007-02, Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von
Stahlbauten - Teil 1-4: Allgemeine Bemessungsregeln - Ergänzende Regeln zur
Anwendung von nichtrostenden Stählen; Deutsche Fassung EN 1993-1-4:2006
• DIN EN 1993-1-4/NA:2010-12, Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von
Stahlbauten - Teil 1-4: Allgemeine Bemessungsregeln - Ergänzende Regeln zur
Anwendung von nichtrostenden Stählen; Deutsche Fassung EN 1993-1-4:2006
• DIN EN 1993-1-9:2010-12, Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von
Stahlbauten - Teil 1-9: Ermüdung; Deutsche Fassung EN 1993-1-9:2005 +
AC:2009
• DIN EN 1993-1-9/NA:2010-12, Nationaler Anhang - National festgelegte
Parameter - Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten - Teil
1-9: Ermüdung
• DIN EN 1993-1-10:2010-12, Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von
Stahlbauten - Teil 1-10: Stahlsortenauswahl im Hinblick auf Bruchzähigkeit
und Eigenschaften in Dickenrichtung; Deutsche Fassung EN 1993-1-10:2005 +
AC:2009
• DIN EN 1993-1-10/NA:2010-12, Nationaler Anhang - National festgelegte
Parameter - Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten - Teil
1-10: Stahlsortenauswahl im Hinblick auf Bruchzähigkeit und Eigenschaften in
Dickenrichtung
Überarbeitete Auflage 3/12

Sohnstraße 65 | 40237 Düsseldorf | Postfach 10 48 42 | Düsseldorf


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bauforumstahl 3 Arbeitshilfe 2.1 | Tragwerksplanung im Stahlbau Grundlegende Anforderungen


2.2 Arbeitshilfe
Tragwerksplanung im Stahlbau
Bauteilnachweise

Allgemeines Querschnittsklassifizierung
Die Tragwerksberechnung von stählernen Tragwerken, die aus Um die Einflüsse aus örtlichem Beulen von druckbeanspruchten
stabförmigen Bauteilen zusammengesetzt sind, erfolgt nach den Querschnittsteilen zu berücksichtigen, werden Querschnitte in die
Grundsätzen und Regeln der DIN EN 1993-1-1, „Eurocode 3: Bemes- folgenden vier Querschnittsklassen unterteilt, siehe auch Bild 4:
sung und Konstruktion von Stahlbauten – Allgemeine Bemes-
sungsregeln und Regeln für den Hochbau“. • QKL1: Querschnitte der Klasse 1 können plastische Gelenke mit
Stabförmige Bauteile können durch die drei elementaren Bean- ausreichendem Rotationsvermögen für plastische Bemessung
spruchungen Zug- oder Drucknormalkraft (N), Querkraft (V) und ausbilden.
Biegemoment (M) beansprucht werden, siehe Bild 1.
Eine reine Normalkraftbeanspruchung liegt beispielsweise in • QKL2: Querschnitte der Klasse 2 können die plastische Mo
Aussteifungsverbänden, Fachwerkkonstruktionen und je nach mententragfähigkeit entwickeln, haben aber aufgrund örtlichen
Ausführung in Stützen vor, siehe Bild 2. Beulens nur eine begrenzte Rotationskapazität.
Eine Querkraft- und Biegebeanspruchung erfährt jedes Bauteil,
das nicht ausschließlich in seiner Längsachse belastet wird, z. B. • QKL3: Querschnitte der Klasse 3 erreichen die Streckgrenze bei
Riegel einer Hallenkonstruktion, Deckenträger im Geschossbau Druckbeanspruchung in der ungünstigsten Querschnittsfaser,
oder Hauptträger einer Brücke, siehe Bild 3. können aber wegen örtlichen Ausbeulens die plastischen Reser
Üblicherweise erfolgt ein Bauteilnachweis nach DIN EN 1993-1-1 in- ven nicht nutzen.
dem die auf die Bauteile einwirkenden Schnittgrößen den zulässi-
gen Grenzschnittgrößen des jeweiligen Bauteils gegenübergestellt • QKL4: Als Querschnitte der Klasse 4 werden alle Querschnitte
werden. Die einwirkenden Bemessungswerte der Beanspruchun- eingestuft, die nicht den Klassen 1 bis 3 zugeordnet werden
gen dürfen die Bemessungswerte der Beanspruchbarkeiten im können. Bei diesen Querschnitten müssen Momenten- und
betrachteten Grenzzustand der Tragfähigkeit nicht überschreiten. Drucktragfähigkeit unter Berücksichtigung des örtlichen Ausbeu-
Somit wird eine Einwirkung einem Widerstand gegenübergestellt, lens bestimmt werden.
wobei der Widerstand größer oder gleich der Einwirkung sein
muss: Die Einstufung eines Querschnitts erfolgt in der Regel nach der
ungünstigsten Klasse eines seiner druckbeanspruchten Teile. Die
Einwirkung Ed ≤ Widerstand Rd. Berechnung der Beanspruchbarkeiten sowie die erforderlichen
Nachweise im Grenzzustand der Tragfähigkeit sind, in Abhängig-
Bauteilnachweise keit der Querschnittsklassen, in Tabelle 1 dargestellt.
Der Nachweis eines Bauteils gliedert sich in vier Schritte: Wird ein Bauteil gleichzeitig durch mehrere unterschiedliche
(1) Ermittlung der Beanspruchung (Einwirkung), Beanspruchungen belastet, ist für Querschnitte der Klassen 1 und
(2) Klassifizierung des Querschnitts, 2 gegebenenfalls eine Interaktion der einzelnen Tragfähigkeiten
(3) Ermittlung der Beanspruchbarkeit (Widerstand), erforderlich (z. B. Querkraft - Biegung, Querkraft - Normalkraft
(4) Nachweis des Bauteils durch Gegenüberstellung von Beanspru- - Biegung). In Bild 5 ist ein vereinfachtes Ablaufdiagramm zur Er-
chung (Einwirkung) und Beanspruchbarkeit (Widerstand, ggf. mit mittlung der plastischen Tragfähigkeiten von I- und H-Profilen unter
Interaktionen). Berücksichtigung der Interaktion angegeben. Die Interaktionsre-
geln zur Bestimmung der abgeminderten Tragfähigkeiten können
DIN EN 1993-1-1 entnommen werden.

Zugstab

Druckstab

M M a) Eingangsüberdachung
N N
V V

Zugstäbe
Druckstäbe

b) Hallenbinder als Fachwerkträger

Bild 1 Elementare Beanspruchungen Bild 2 Normalkraftbeanspruchte Stäbe

bauforumstahl 1
2.2
F

Biegeträger

φ M

a) Deckenträger

M
Mpl
1
Biegeträger

Mel 2
3
4

b) Stützwandträger
φ
Bild 3 Biegeträger Bild 4 Querschnittsklassifizierung

Beanspruchung Nachweis Beanspruchbarkeit

A • fy A: Querschnittsfläche
N pl,Rd =
Zugstab ΥM0 A eff: Effektive Querschnittsfläche unter
N Ed
Zug ≤ 1 ,0 N t,Rd = min Berücksichtigung von lokalem Beulen
N t, Rd
0,9 • A n • fu
N u,Rd = A n: Nettoquerschnittsfläche unter
ΥM2
Berücksichtigung von Lochschwächungen

A v: Wirksame Schubfläche

A fy fy: Streckgrenze
Q K L 1-3 : N c,Rd = fu: Zugfestigkeit
ΥM0 I: Flächenträgheitsmoment
Druck N Ed
≤ 1 ,0 N c,Rd =
(ohne Stabilität) N c,Rd
A eff fy S: Statisches Moment
Druckstab t: Blechdicke
QKL 4 : N c,Rd =
ΥM0 V Ed : Einwirkende Querkraft

W el: Elastisches Widerstandsmoment

W eff: Effektives, elastisches Widerstand-


W pl fy
Q K L 1 -2: Mc,Rd = Mpl,Rd = moment unter Berücksichtigung von
ΥM0 lokalem Beulen

Wel,min fy
MEd Q K L 3: Mc,Rd = Mel,Rd =
Biegung ≤ 1 ,0 ΥM0
Biegeträger Mc,Rd
Weff,min fy
QKL 4 Mc,Rd =
ΥM0

VEd fy Wpl : Plastisches Widerstandsmoment


Q K L 1 -2: • 1 ,0 Av
Vc,Rd Vpl,Rd = •
Biegeträger

M0 3
Querkraft τ Ed
Q K L 3: ≤ 1 ,0 VEd • S
fy / ( 3 ·γ )M0
τ Ed =
I•t

Für Walzproflile können die Beanspruchbarkeiten Vpl,Rd , Npl,Rd, Mel,Rd und Mpl,Rd aus Tabellen entnommen werden, siehe zum Beispiel „Stahlbau im Blick“ oder „Schneider Bautabellen“.
Dabei sind die jeweils berücksichtigten Teilsicherheitsbeiwerte gemäß DIN EN 1993 - 1 - 1:2010 - 12 sind in Tabelle 2 dargestellt. Zur Berechnung der wirksamen Schubflächen siehe Tabelle 3.

Tabelle 1 Nachweise unter elementaren Beanspruchungen

Teilsicherheits- Wert Beanspruchbarkeit von


beiwert
Querschnitten
Υ M0 1,0
(unabhängig von der Querschnittsklasse)
Bauteilen bei Stabilitätsversagen
Υ M1 1,1 (bei Anwendung von Bauteilnachweisen)
Querschnitte bei Bruchversagen infolge
Υ M2 1,25
von Zugbeanspruchung

Tabelle 2 Teilsicherheitswerte γM im Grenzzustand der Tragfähigkeit

bauforumstahl 2 Arbeitshilfe 2.2 | Tragwerksplanung im Stahlbau – Bauteilnachweise


2.2
Querschnitt Av
Gewalzte Profile mit I - und H - Querschnitten
1 A – 2 · b · t f + ( t w + 2 · r ) · t f ≥ η · hw · tw c
Lastrichtung parallel zum Steg
Gewalzte Profile U - Querschnitten A – 2 · b · tf + ( tw + r ) · tf
2 r tf
Lastrichtung parallel zum Steg
cy y

h
hw
Gewalzte Profile mit T - Querschnitten 0, 9 · ( A – b · t f )
3 tw
Lastrichtung parallel zum Steg
Geschweißte Profile mit I - und H - und Kastenquerschnitten z
4 η · Σ ( h w · tw ) b
Lastrichtung parallel zum Steg
Geschweißte Profile mit I - und H - und Kastenquerschnitten
5 A – Σ ( h w · tw )
Lastrichtung parallel zum Flansch
Gewalzte Rechteckhohlquerschnitte mit gleichförmiger Blechdicke:
A · h / (b + h )
6 Belastung parallel zur Trägerhöhe
A · b / (b + h )
Belastung parallel zur Trägerbreite
7 Rundhohlquerschnitte und Rohre mit gleichförmiger Blechdicke 2· A / π
Der Wert η darf auf der sicheren Seite liegend zu = η = 1,0 angesetzt werden

Tabelle 3 Wirksame Schubfläche Av gemäß DIN EN 1993-1-1:2010-12

Nachweis der Querkrafttragfähigkeit


VEd
≤ 1,0
Vpl,Rd

Überprüfung der Interaktionsbedingung


VEd ≤ 0,5 � Vpl,Rd

ja nein

keine Abminderung der Momententragfähigkeit Abminderung der Normalkraft- und


infolge Querkraft erforderlich Momententragfähigkeit infolge Querkraft erforderlich

Nachweis der Normalkrafttragfähigkeit Nachweis der infolge Querkraft abgeminderten


Normalkrafttragfähigkeit
NEd NEd
≤ 1,0 ≤ 1,0
Npl,Rd NV,Rd

Überprüfung der Interaktionsbedingungen Überprüfung der Interaktionsbedingungen

NEd ≤ 0,25 � Npl,Rd 0,5 � hw � tw fy NEd ≤ 0,25 � Nv,Rd 0,5 � hw � tw fy,V


und NEd ≤ und NEd ≤
ΥMO ΥMO
ja nein ja nein

keine Abminderung der Abminderung der keine Abminderung der Abminderung der
Momententragfähigkeit Momententragfähigkeit Momententragfähigkeit Momententragfähigkeit
infolge Normalkraft infolge Normalkraft infolge Normalkraft infolge Normalkraft erforderlich
erforderlich erforderlich erforderlich

Nachweis der Nachweis der Infolge Nachweis der infolge Nachweis der Infolge Querkraft
Momententragfähigkeit Normalkraft abgeminderten Querkraft abgemindeten und Normalkraft abgeminderten
Momententragfähigkeit Momententragfähigkeit Momententragfähigkeit
MEd MEd ME MEd
≤ 1,0 ≤ 1,0 ≤ 1,0 ≤ 1,0
MN,Rd MN,Rd MV,Rd MV,N,Rd
Bild 5 Vereinfachtes Ablaufdiagramm: Interaktion der vollplastischen Tragfähigkeiten von I- und H-Profilen bei gleichzeitger Beanspruchung durch unterschiedliche Schnittgrößen

bauforumstahl 3 Arbeitshilfe 2.2 | Tragwerksplanung im Stahlbau – Bauteilnachweise


2.2
Wird ein Bauteil gleichzeitig durch mehrere unterschiedliche Normen
Beanspruchungen belastet, ist für Querschnitte der Klassen 1 und • DIN EN 1993-1-1:2010-12, Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von
Stahlbauten - Teil 1-1: Allgemeine Bemessungsregeln und Regeln für den Hoch-
2 gegebenenfalls eine Interaktion der einzelnen Tragfähigkeiten bau; Deutsche Fassung EN 1993-1-1:2005 + AC:2009
erforderlich (z. B. Querkraft - Biegung, Querkraft - Normalkraft • DIN EN 1993-1-1/NA:2010-12, Nationaler Anhang - National festgelegte Pa-
- Biegung). In Bild 5 ist ein vereinfachtes Ablaufdiagramm zur Er- rameter - Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten - Teil 1-1:
mittlung der plastischen Tragfähigkeiten von I- und H-Profilen unter Allgemeine Bemessungsregeln und Regeln für den Hochbau
• DIN EN 1993-1-5:2010-12, Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von
Berücksichtigung der Interaktion angegeben. Die Interaktionsre-
Stahlbauten - Teil 1-5: Plattenförmige Bauteile; Deutsche Fassung EN 1993-1-
geln zur Bestimmung der abgeminderten Tragfähigkeiten können 5:2006 + AC:2009
DIN EN 1993-1-1 entnommen werden. • DIN EN 1993-1-5/NA:2010-12, Nationaler Anhang - National festgelegte
Für Querschnitte der Klasse 3 darf das folgende Fließkriterium für Parameter - Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten - Teil
den kritischen Punkt eines Querschnitts verwendet werden: 1-5: Plattenförmige Bauteile

Literatur
⎛ σ x,Ed ⎞ 2 ⎛ σ z,Ed ⎞2 ⎛ σ x,Ed ⎞ ⎛ σ z,Ed ⎞ ⎛ τ ⎞2 • Schneider, K.-J., Goris, A., Albert, A.: Bautabellen für Ingenieure. Mit Berech-
⎜ ⎟ + ⎜ ⎟ − ⎜ ⎟⋅⎜ ⎟ + 3 ⋅ ⎜ Ed ⎟ ≤ 1,0. nungshinweisen und Beispielen. 19. Aufl. Köln: Werner Verlag 2010.
⎜ fy γ M0 ⎟ ⎜ fy γ M0 ⎟ ⎜ fy γ M0 ⎟ ⎜ fy γ M0 ⎟ ⎜ fy γ M0 ⎟
⎝ ⎠ ⎝ ⎠ ⎝ ⎠ ⎝ ⎠ ⎝ ⎠ • Stranghöner, N.: Stahlbau im Blick. Das Handbuch für den Stahlbau. 1. Aufl.
Düsseldorf: Stahlbau-Verl.-und-Service-GmbH 2010.
• Wagenknecht, G.: Stahlbau-Praxis nach Eurocode 3 – Band 1: Tragwerkspla-
Für Nachweise von Querschnitten der Klasse 4 unter kombinierten nung – Grundlagen, 4. vollst. überarbeitete Aufl. Berlin: Bauwerk Verlag 2011.
Beanspruchungen siehe DIN EN 1993-1-1 und DIN EN 1993-1-5. Parameter - Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten - Teil
1-10: Stahlsortenauswahl im Hinblick auf Bruchzähigkeit und Eigenschaften in
Stabilität Dickenrichtung
Für auf Druck beanspruchte, stabilitätsgefährdete Bauteile sind
zusätzlich zu den Tragfähigkeitsnachweisen Stabilitätsnachweise
zu führen (Knicken, Biegedrillknicken, Beulen). Nachweisverfahren
gegen Knicken und Biegedrillknicken sind in DIN EN 1993-1-1 ange-
geben. Beulnachweise sind in DIN EN 1993-1-5 geregelt.

Überarbeitete Auflage 3/12

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bauforumstahl 4 Arbeitshilfe 2.2 | Tragwerksplanung im Stahlbau – Bauteilnachweise


2.3 Arbeitshilfe
Geschraubte Verbindungen

Allgemeines Scheibe (hier mit Innen und Außenfase gezeichnet) Scheibe (hier ohne Fase gezeichnet)
Geschraubte Verbindungen, wie in Bild 1 schematisch dargestellt, Schlüsselweite

stellen eine klassische Verbindungstechnik im Stahlbau dar. Mutter

Der Entwurf, die Berechnung und die Bemessung geschraubter Ver-


bindungen erfolgt für vorwiegend ruhende Belastungen entspre-
chend DIN EN 1993-1-8.
Nicht vorwiegend ruhende Belastungen, wie sie in Brücken, Tür-
Schraubenkopf
men, Masten, Schornsteinen und Kranbahnen vorkommen, werden
bei Entwurf, Berechnung und Bemessung durch die entsprechen- Schaftlänge Gewindelänge b

den Anwendungsnormen gesondert geregelt. Schraubenlänge 1


Klemmlänge Definition 1
Die Ausführung und Kontrolle geschraubter Verbindung erfolgt Klemmlänge Definition 2
in Übereinstimmung mit den Regeln nach DIN EN 1090-2, siehe
Bild 1 Schematische Darstellung einer Garnitur aus Sechskantschraube, Sechskantmutter und
Tabelle 1. zwei Scheiben aus [1]

Normen für geschraubte Verbindungen im Stahlbau

Entwurf, Berechnung, Bemessung Ausführung, Produkte Garnituren für den Metallbau


Kontrolle
nicht vorwiegend nicht planmäßig planmäßig
vorwiegend ruhende Belastung ruhende Belastung 1) vorgespannt vorspannbar

DIN EN 1993-1-8 DIN EN 1993-1-9


DIN EN 1090-2 DIN EN 15048-1 DIN EN 14399-1
DIN EN 1993-1-8/NA DIN EN 1993-1-9/NA
1) Die Verwendung geschraubter Verbindungen unter nicht vorwiegend ruhender Belastung muss unter Berücksichtigung der
einschlägigen Anwendungsnormen z.B. für Stahlbrücken, Türme, Maste, Schornsteine und Kranbahnen erfolgen.

Tabelle 1 Schematische Darstellung einer Garnitur aus Sechskantschraube

Garnituren für geschraubte Verbindungen bestehen aus einer auf dem deutschen Markt verfügbar sind, siehe Tabelle 2.
Schraube, einer Mutter und einer bzw. zwei Scheiben. Diese Garnituren für hochfeste planmäßig vorspannbare Schraubenver-
Komponenten einer Garnitur sind genormte Produkte nach Ta- bindungen entsprechend DIN EN 14399-1 werden als HV-Garnituren
belle 2, die in der Verantwortung eines Herstellers zu Garnituren nach DIN EN 14399-4 in der Festigkeitsklasse 10.9 seit langem in
zusammengestellt werden. Schraubengarnituren, die im Stahlbau Deutschland erfolgreich eingesetzt und sind daher aus Lagerbe-
eingesetzt werden sollen, müssen die Anforderungen einer der ständen verfügbar. Garnituren nach DIN EN 14399-1 dürfen auch für
beiden Schirm-Produktnormen DIN EN 15048-1 oder DIN EN 14399-1 nicht planmäßig vorgespannte Schraubenverbindungen eingesetzt
erfüllen. Ausführliche Erläuterungen hierzu sind in [1] enthalten. werden. Die CE-Kennzeichnung dieser Produkte entsprechend den
DIN EN 15048-1 regelt die Anforderungen an Garnituren für nicht Schirm-Produktnormen erlaubt die Verwendung dieser Garnituren
planmäßig vorgespannte Schraubenverbindungen, die in den im Stahlbau. Die Schraube und die Mutter einer Garnitur sind
Festigkeitsklassen 4.6 und 5.6 als deutsche Stahlbaugarnituren anhand ihrer spezifischen Kennzeichnungen vor und nach dem
sowie als Standard-Metallbaugarnituren der Festigkeitsklasse 8.8 Einbau identifizierbar, siehe Tabelle 2 und Bild 2.

Garnitur Schrauben Muttern Scheiben Anmerkung 1:


Als DIN-Normen übernommene EN- und EN ISO -
Schirm- Produktnorm FK 1) Kennzeich- Produktnorm FK 2)3) Kenn- Produktnorm HK 5) Kenn- Kate- Normen werden ohne den Zusatz „DIN“ angegeben.
Produkt- nung 4) zeich- zeich- gorie
norm nung nung Anmerkung 2:
Garnituren für nicht planmäßig vorgespannte Schraubenverbindungen für den Metallbau Scheiben (vierkant und keilförmig) zur Verwendung mit I-
und U-Trägern sind in den Produktnormen DIN 434,
DIN 7990 11) 7990 SB DIN 7989-1 DIN 435, DIN 6917 und DIN 6918 genormt.
EN ISO 4034 5
DIN 7969 4.6 DIN 7989-2 1)
FK = Festigkeitsklasse entsprechend DIN EN ISO 898-1.
EN ISO 4016 SB
46) EN ISO 7091 2)
FK = Festigkeitsklasse entsprechend DIN EN 20898-2.
EN ISO 4018 100
3)
Entsprechend DIN EN 15048-1 dürfen auch Muttern
DIN 7990 11) 7990 SB DIN 7989-1 A einer höheren Festigkeitsklasse als angegeben als Kom-
ohne ponente der Garnitur verwendet werden.
DIN EN 5.6 7968 SB EN ISO 4034 5 SB D
15048-1 DIN 7968 11) DIN 7989-2
A -D 4)
Diese zusätzlichen Kennzeichnungen ergänzen die
EN ISO 4014 200 Kennzeichnung mit der Festigkeitsklasse und dem Hersteller-
EN ISO 7089 zeichen entsprechend DIN EN ISO 898-1 bzw. DIN EN 20898-2.
EN ISO 4017 300
EN ISO 4014 200 5)
HK = Härteklasse gemäß Produktnorm.
8.8 7) SB 8 EN ISO 7090 300
EN ISO 4017 6)
Für Schraubendurchmesser ≤ M16 ist FK 5 erforderlich.
EN ISO 4032 EN ISO 7091 100
EN ISO 10.9 7)
10642 10 DIN 34820 300 9)
7)
Für die Festigkeitsklassen 8.8 und 10.9 in einem ein-
schnittigen Anschluss mit nur einer Schraube oder ein-
Garnituren für hochfeste planmäßig vorspannbare Schraubenverbindungen für den Metallbau zelner Schraubenreihen sind nach DIN EN 1993-1-8
Scheiben mit einer Härte von min. 300 HV zu verwenden.
EN ISO 4014 9)
EN ISO 4017 H…8) EN ISO 4032 H…8) DIN 34820 A 8)
Zusätzliche Buchstaben, die das System kennzeichnen
8.8 8 B (z. B. R für HR oder V für HV), sind bei Schrauben und
EN 14399-3 EN 14399-3
HR HR C Muttern dem Buchstaben H hinzufügen
DIN EN EN 14399-7 EN 14399-7
14399-1 D 9)
Gekennzeichnet mit dem Herstellerzeichen
EN 14399-3 EN 14399-3 300
HR HR EN 14399 -6
10 ) E
EN 14399-7 EN 14399-7 9)
H A -D Unter der Mutter sind alternativ flache Scheiben
10)

EN 14399-4 10.9 HV EN 14399-4 10 HV A -E ohne Fase nach DIN EN 14399- 5 zulässig.


EN 14399-8 HVP EN 14399-8 HR B-E 11)
In [1] als deutsche Stahlbauschraube bezeichnet.
HRD C -E
EN 14399-10 HRC EN 14399-10
Tabelle 2 Garnituren für nicht planmäßig vorgespannte und hochfeste planmäßig vorspannbare Schraubenverbindungen im Metallbau
bauforumstahl 1
2.3
Geschraubte Verbindungen werden hinsichtlich ihrer Beanspru- Arbeitshilfe 2.4, Tabellen 5 und 6 zusammengestellt, die Tragfähig-
chungsart in Scher- und Zugverbindungen unterschieden, siehe keitswerte gängiger Abmessungen und Werkstoffe finden sich in
Tabellen 3 und 4. den dortigen Tabellen 7 bis 11.
Scherverbindungen werden entsprechend ihrer Wirkungsweise Das Nennlochspiel Δd für normale runde Löcher ist nach DIN EN
in Scher-/Lochleibungsverbindungen (Kategorie A) und gleitfeste 1090-2 in Abhängigkeit des Nenndurchmessers der Schrauben
Verbindungen (Kategorien B und C) unterteilt. Bei Scher-/Loch- vorgegeben. Das zulässige Nennlochspiel beträgt:
leibungsverbindungen (SL-Verbindungen) erfolgt die Kraftüber- - für M12 und M14: Δd = 1 mm,
tragung durch Beanspruchung der Schraube auf Abscherung und - für M16 bis M24: Δd = 2 mm,
durch Beanspruchung der Lochleibung zwischen Schraubenschaft - ab M27: Δd = 3 mm.
bzw. -gewinde und Lochwandung. Gleitfeste Verbindungen über- Das Nennlochspiel darf bei Nenndurchmessern M12 und M14 unter
tragen Beanspruchungen senkrecht zur Schraubenachse durch den Bedingungen von DIN EN 1993-1-8 auf 2 mm vergrößert wer-
Haftreibung in den Kontaktflächen zwischen den zu verbindenden den. Bei Passschrauben haben nach DIN EN 1090-2 Schraubenloch
Bauteilen. Die gleitfeste Verbindung ist daher immer als planmäßig und –schaft einen identischen Nenndurchmesser (Nennlochspiel
vorgespannte Verbindung auszuführen, die über eine geeignete Δd = 0). Der Einbau von Passschrauben wird über die vorgege-
Kontaktflächenbehandlung verfügen muss. bene Toleranzklasse für das Loch der Passschraube gewährleistet.
Die Beanspruchung von Zugverbindungen erfolgt in Richtung Die Bestellung von Garnituren für den Metallbau erfolgt unter
der Schraubenachse. Werden Zugverbindungen mit planmäßiger Verweis auf die Schirm-Produktnorm sowie unter Angabe der
Vorspannung der Schrauben (Kategorie E) ausgeführt, sind aus- Liefermenge, der Produktbezeichnung und im Falle hochfester
schließlich hochfeste planmäßig vorspannbare Garnituren in den vorspannbarer Garnituren unter Festlegung der k-Klasse. Sonstige
Festigkeitsklasse 8.8 oder 10.9 zu verwenden. Zugverbindungen Anforderungen dürfen zwischen Lieferanten und Käufer vereinbart
ohne planmäßige Vorspannung (Kategorie D) dürfen auch mit Gar- werden. Bespiele von Bestellangaben sind in Tabelle 5 zusammen-
nituren der Festigkeitsklassen 4.6 und 5.6 ausgeführt werden. Die gestellt. Bezüglich der Klemmlängendefinition ist zu beachten,
Kombination aus Scher- und Zugbeanspruchung von Verbindungen dass für HV-Garnituren - auch für nicht planmäßig vorgespannte
wird zusätzlich außerhalb der benannten Kategorien betrachtet. Verbindungen – die geänderte Klemmlängendefinition 2 gemäß
Der Nachweis der Tragsicherheit einer Schraubenverbindung wird Bild 1 gilt, nach der die Klemmlänge als Dicke des zu klemmenden
unter Verwendung der Nachweiskriterien nach Tabelle 3 geführt. Bauteilpakets einschließlich der beiden Scheiben, also als lichter
Die Berechnung der unterschiedlichen Tragfähigkeiten ist in Abstand zwischen Kopf und Mutter definiert ist.

DIN EN 15048-1 DIN EN 14399-1

Schraube Schraube

Mutter Mutter

Scheibe

XYZ Herstellerkennzeichen XYZ Herstellerkennzeichen


Bild 2 Kennzeichnung von Garnituren

Kate- Oberflächen- Nachweis-


gorie Ausführungsform FK Vorspannung behandlung 4) kriterium 1)
4.6
Scher - / 5.6 keine Fv,Rd
1)
Die Berechnung der Tragfähigkeiten FRd
A Lochleibungs - handfest angezogen 3) besondere Fv,Rd ≤ unter vorwiegend ruhender Belastung
verbindung 8.8 2) erforderlich Fb,Rd erfolgt nach Arbeitshilfe 2.4, Tabelle 5.
Scherverbindungen

10.9 2) 2)
Schrauben der Festigkeitsklassen 8.8
und 10.9 dürfen als Qualitätssicherungs-
Fv,Ed,ser ≤ Fv,Ed,ser maßnahme nach den Regeln von DIN EN
Gleitfeste Verbindung 8.8 planmäßig vorgespannt
B im Grenzzustand der auf Mindestvorspannkraft Fp,C Fv,Rd 1090-2 oder DIN EN 1993-1-8/NA
10.9 nach Fv,Ed ≤ vorgespannt werden.
Gebrauchstauglichkeit nach DIN EN 1090-2 Fb,Rd
DIN EN 3)
Empfehlungen für „Handfest“ -
1090-2, Anziehmomente enthalten Arbeitshilfe
Tab. 18 und Fv,Ed ≤ Fs,Rd 2.4 und [1].
Gleitfeste Verbindung planmäßig vorgespannt Anhang F.4
im Grenzzustand der 8.8 auf Mindestvorspannkraft Fp,C Fb,Rd
4)
Oberflächenbehandlung zur Sicherstellung
C des Tragverhaltens und der rechnerischen
Tragfähigkeit 10.9 nach DIN EN 1090-2
∑F v,Ed ≤ Nnet,Rd Tragfähigkeiten. Nicht berücksichtigt ist
die Oberflächenbehandlung für den
4.6 Schutz vor Korrosion.
keine 5)
Für vorgespannte Verbindungen müssen
5.6 besondere
D Nicht vorgespannt handfest angezogen 3)
Zugverbindungen

8.8 2) Vorspannkraftverluste durch Setzen und/


erforderlich oder Kriechen vermieden oder berücksichtigt
10.9 2)
werden. Für die Oberflächenbehandlung, z. B.
planmäßig vorgespannt Ft,Rd als Korrosionsschutz, gelten daher für die
Ft,Ed ≤
auf Mindestvorspannkraft Fp,C nach Bp,Rd durch die vorgespannten Schrauben beans-
8.8 nach DIN EN 1090-2 DIN EN pruchten Oberflächen besondere Anforderun-
E Vorgespannt 1090-2, gen an die Eigenschaften der Beschichtung,
10.9 nicht voll vorgespannt
Anhang F.4 5) insbesondere an die Trockenschichtdicke.
auf Regelvorspannkraft Fp,C*
nach DIN EN 1993-1-8/NA
Tabelle 3 Kategorien und Nachweiskriterien von Schraubenverbindungen nach DIN EN 1993-1-8

bauforumstahl 2 Arbeitshilfe 2.3 | Geschraubte Verbindungen


2.3
Scher- Scher- Zug- Zug- EN 15048-1 Garnituren für nicht planmäßig
vorgespannte Schraubenverbindung
verbindungen verbindungen verbindungen verbindungen
100 Schrauben ISO 4014 – M20 75 – 8.8 – tZn
Kategorie A Kategorie B/C Kategorie D Kategorie E 100 Muttern ISO 4032 – M20 – 8Z – tZn
100 Scheiben ISO 7091 – 20 – 100 HV – tZn
EN 15048-1 Garnituren für nicht planmäßig
vorgespannte Schraubenverbindung
150 Schrauben ISO 4017 – M12 60 – 8.8U – tZn
150 Muttern ISO 4032 – M12 – 8 – tZn
300 Scheiben ISO 7089 – 12 – 300 HV – tZn
EN 14399-1 Schraubengarnituren zum Vorspannen
100 Garnituren Schraube/Mutter EN 14399 -4 – M16 80 – 10.9/10 – HV
200 Scheiben EN 14399 -6 – 16
k-Klasse: K1
EN 14399-1 Schraubengarnituren zum Vorspannen
150 Schrauben EN 14399 -4 – M20 90 – 10.9 – H V – tZn
150 Muttern EN 14399 -4 – M20 – 10 – HV – tZn
300 Scheiben EN 14399 -6 – 20 – tZn
k-Klasse: K1

Tabelle 4 Wirkungsweisen der Ausführungen Tabelle 5 Beispiele von Bestellangaben

Normen zur Arbeitshilfe 2.3 Geschraubte Verbindungen - Allgemeines • DIN EN ISO 4014:2011-06, Sechskantschrauben mit Schaft – Produktklassen
• DIN EN 1090-2:2008-12, Ausführung von Stahltragwerken und Aluminium- A und B (ISO 4014:2011); Deutsche Fassung EN ISO 4014:2011
tragwerken – Teil 2: Technische Regeln für die Ausführung von Stahltragwerken; • DIN EN ISO 4016:2011-06, Sechskantschrauben mit Schaft – Produktklasse C
Deutsche Fassung EN 1090-2:2008 (ISO 4016:2011); Deutsche Fassung EN ISO 4016:2011
• DIN EN 1993-1-8:2010-12, Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von • DIN EN ISO 4017:2011-07, Sechskantschrauben mit Gewinde bis Kopf – Pro-
Stahlbauten – Teil 1-8: Bemessung von Anschlüssen; Deutsche Fassung EN duktklassen A und B (ISO 4017:2011); Deutsche Fassung EN ISO 4017:2011
1993-1-8:2005 + AC:2009 • DIN EN ISO 4018:2011-07, Sechskantschrauben mit Gewinde bis Kopf – Pro-
• DIN EN 1993-1-8/NA:2010-12, Nationaler Anhang – National festgelegte Para- duktklasse C (ISO 4018:2011); Deutsche Fassung EN ISO 4018:2011
meter – Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten – Teil 1-8: • DIN EN ISO 4032:2001-03, Sechskantmuttern, Typ 1 - Produktklassen A und B
Bemessung von Anschlüssen (ISO 4032:1999); Deutsche Fassung EN ISO 4032:2000
• DIN EN 14399-1:2006-06, Hochfeste planmäßig vorspannbare Schrauben- • DIN EN ISO 4034:2001-03, Sechskantmuttern - Produktklasse C (ISO
verbindungen für den Metallbau – Teil 1: Allgemeine Anforderungen; Deutsche 4034:1999); Deutsche Fassung EN ISO 4034:2000
Fassung EN 14399-1:2005 • DIN EN ISO 7089:2000-11, Flache Scheiben - Normale Reihe, Produktklasse A
• DIN EN 15048-1:2007-07, Garnituren für nicht planmäßig vorgespannte (ISO 7089:2000); Deutsche Fassung EN ISO 7089:2000
Schraubenverbindungen für den Metallbau – Teil 1: Allgemeine Anforderungen; • DIN EN ISO 7090:2000-11, Flache Scheiben mit Fase - Normale Reihe, Pro-
Deutsche Fassung EN 15048-1:2007 duktklasse A (ISO 7090:2000); Deutsche Fassung EN ISO 7090:2000
• DIN EN ISO 7091:2000-11, Flache Scheiben - Normale Reihe, Produktklasse C
Produktnormen nach Tabelle 2: (ISO 7091:2000); Deutsche Fassung EN ISO 7091:2000
• DIN 434:2000-04, Scheiben, vierkant, keilförmig für U-Träger • DIN EN ISO 10642:2004-06, Senkschrauben mit Innensechskant (ISO
• DIN 435:2000-01, Scheiben, vierkant, keilförmig für I-Träger 10642:2004); Deutsche Fassung EN ISO 10642:2004
• DIN 6917:1989-10, Scheiben, vierkant, keilförmig für HV-Schrauben an
I-Profilen in Stahlkonstruktionen Literatur zur Arbeitshilfe 2.3 Geschraubte Verbindungen - Allgemeines:
• DIN 6918:1990-04, Scheiben, vierkant, keilförmig für HV-Schrauben an [1] Schmidt, H., Stranghöner, N., Ausführung geschraubter Verbindungen nach
U-Profilen in Stahlkonstruktionen DIN EN 1090-2, in: Stahlbau-Kalender 2011, Hrsg.: Kuhlmann, U., Verlag: Ernst
• DIN 7968:2007-07, Sechskant-Passschrauben mit Sechskantmutter für & Sohn & Co. KG, Berlin, 2011.
Stahlkonstruktionen [2] Ungermann, D., Schneider, S., Stahlbaunormen – DIN EN 1993-1-8: Be-
• DIN 7969:2007-10, Senkschrauben mit Schlitz mit Sechskantmutter für messung von Anschlüssen, in: Stahlbau-Kalender 2011, Hrsg.: Kuhlmann, U.,
Stahlkonstruktionen Verlag: Ernst & Sohn GmbH & Co. KG, Berlin, 2011.
• DIN 7990:2008-04, Sechskantschrauben mit Sechskantmutter für Stahlkon- [3] Hasselmann, U., Valtinat, G., Geschraubte Verbindungen, in: Stahlbau-Ka-
struktionen lender 2002, Hrsg.: Kuhlmann, U., Verlag: Ernst & Sohn GmbH & Co. KG, Berlin,
• DIN 34820:2004-05, Flache Scheiben mit Fasen für den Stahlbau 2002.
• DIN 7989-1:2001-04, Scheiben für Stahlkonstruktionen [4] Kindmann, R., Stracke, M., Verbindungen im Stahl- und Verbundbau, 2.
– Teil 1: Produktklasse C Auflage. Berlin: Ernst und Sohn 2009.
• DIN 7989-2:2001-04, Scheiben für Stahlkonstruktionen [5] Wiegand, H., Kloos, K. H., Thomala, W., Schraubenverbindungen - Grundla-
– Teil 2: Produktklasse A gen, Berechnung, Eigenschaften, Handhabung; 5. Auflage. Berlin: Spring
• DIN EN 14399-3:2006-06, Hochfeste planmäßig vorspannbare Schraubenver-
bindungen für den Metallbau
– Teil 3: System HR – Garnituren aus Sechskantschrauben und -muttern; Deut-
sche Fassung EN 14399-3:2005
• DIN EN 14399-4:2006-06, Hochfeste planmäßig vorspannbare Schraubenver-
bindungen für den Metallbau
– Teil 4: System HV – Garnituren aus Sechskantschrauben und -muttern; Deut-
sche Fassung EN 14399-4:2005
• DIN EN 14399-5:2006-06, Hochfeste planmäßig vorspannbare Schraubenver-
bindungen für den Metallbau
– Teil 5: Flache Scheiben; Deutsche Fassung EN 14399-5:2005 + AC:2006
• DIN EN 14399-6:2006-06, Hochfeste planmäßig vorspannbare Schraubenver-
bindungen für den Metallbau
– Teil 6: Flache Scheiben mit Fase; Deutsche Fassung EN 14399-6:2005 +
AC:2006
• DIN EN 14399-7:2008-03, Hochfeste planmäßig vorspannbare Schraubenver-
bindungen für den Metallbau
– Teil 7: System HR – Garnituren aus Senkschrauben und Muttern; Deutsche
Fassung EN 14399-7:2007
• DIN EN 14399-8:2008-03, Hochfeste planmäßig vorspannbare Schraubenver-
bindungen für den Metallbau
– Teil 8: System HV – Garnituren aus Sechskant-Passschrauben und Muttern;
Deutsche Fassung EN 14399-8:2007
Überarbeitete Auflage 3/12

• DIN EN 14399-10:2009-07, Hochfeste planmäßig vorspannbare Schrauben-


verbindungen für den Metallbau
– Teil 10: System HRC – Garnituren aus Schrauben und Muttern mit kalibrierter
Vorspannung; Deutsche Fassung EN 14399-10:2009

Sohnstraße 65 | 40237 Düsseldorf | Postfach 10 48 42 | Düsseldorf


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bauforumstahl 3 Arbeitshilfe 2.3 | Geschraubte Verbindungen


2.4 Arbeitshilfe
Geschraubte Verbindungen
Tragfähigkeiten nach DIN EN 1993-1-8

Tragfähigkeiten und Nach- Kate- am Rand innen


weiskriterien für kombinierte Abstände liegender liegender Doppellaschen-
gorie Schrauben Schrauben Kraft- Scher-Verbindung
Beanspruchung richtung mit Randabständen
e1 und e2 und Loch-
Abschertragfähigkeit abständen p1 und p2
je Scherfuge 2 1
Fv,Rd = e1 p1 1 Für Zugscherbeans-
v f ub A (S) M2 in Kraft-
pruchung der Verbin-
richtung d
3 d0 3 d0 4
mit - Gewinde (AS ) 1 Außenlaschen dung sind die
in der Scherfuge: A 2 Innenlaschen 1 Schrauben a und c:
am Rand liegende
v = 0,6 für FK 4.6, 5.6, 8.8 B Schrauben b:
innen liegende
v = 0,5 für FK 10.9 Schrauben
quer zur 2,8 e 2 d0 1,7
- Schaft ( A ) in der Scherfuge: 1,4 p2 d0 1,7 Für Druckbeanspruchung
Kraft- k1 min 1,4 p2 d0 1,7 min 2 der Verbindung sind
v = 0,6 richtung
2,5
2,5 die Schrauben a, b und
c: innen liegende
Lochleibungstragfähigkeit Schrauben
(t 3 mm)
Tabelle 6 Beiwerte der Lochleibungstragfähigkeit Bild 3 Doppellasche-Scher-Verbindung mit Rand- und Lochabständen
Fb,Rd = k1 b
fu d t M2

mit b
= min { d
| fub/fu | 1,0 } A
sowie und k1 B Blechdicke t = 10 mm Baustahl S235 Lochleibungstragfähigkeit F b,Rd [ kN ]
d

Für einschnittige Anschlüsse Randabstand e2 1,5 do Gewinde


mit nur einer Schraubenreihe Lochabstand p2 3,0 do M12 M16 M20 M22 M24 M27 M30 M36
gilt:
Fb,Rd 1,5 • fu • d • t / M2 SL 1) 34,6 46,1 57,6 63,4 69,1 77,8 86,4 104
Randabstand e1 = 1,2 do
Minimaler SLP 2) 37,4 49,0 60,5 66,2 72,0 80,6 89,3 107
Zugtragfähigkeit
Abstand
Ft,Rd = k2 • fub • As / SL 1) 41,8 55,7 69,6 76,6 83,5 94,0 104 125
M2 D Lochabstand p1 = 2,2 do
mit E
SLP 2) 45,2 59,2 73,1 80,0 87,0 97,4 108 129
k2 = 0,63 für Senkschrauben
Maximal Randabstand e1 = 3,0 do SL1) 86,4 115 144 158 173 194 216 259
k2 = 0,9 für übrige Schrauben
nutzbarer Lochabstand p1 = 3,75 do
Abstand SLP 2) 93,6 122 151 166 180 202 223 266
Durchstanzwiderstand D Nennlochspiel d [mm] für normale runde Löcher 3) 1,0 2,0 2,0 2,0 2,0 3,0 3,0 3,0
Bp,Rd = 0,6 • π •d m
• tp • fu / M2 E Anmerkung 1: Bei einem Randabstand senkrecht zur Kraftrichtung von e2 = 1,2 dO und bei einem Lochabstand
senkrecht zur Kraftrichtung von e3 = 2,4 dO müssen die Tafelwerte mit 2/3 multipliziert werden.
Kombination von Anmerkung 2: Für Baustahl S355 dürfen die Tafelwerte mit wenigstens 1,31 multipliziert werden.
Scher - /Lochleibung und Zug A-D Anmerkung 3: Zwischenwerte für die Randabstände e1 und Lochabstände p1 dürfen linear interpoliert werden.
1)
SL = Scher-/Lochleibungsverbindung mit rohen Schrauben (dSch = d)
Fv,Ed Ft,Ed A-E 2)
SLP = Scher-/Lochleibungsverbindung mit Passschrauben (dSch = d + 1 mm)
+ 1,0
B- E 3)
Nach DIN EN 1090-2, Tabelle 11. ( ∆d=dO - d)
Fv,Rd 1,4 • Ft,Rd
Tabelle 7 Bemessungswerte der Lochleibungsträgfähigkeit Fb,Rd für eine Blechdicke von t= 10 mm aus Baustahl S235 für einen Randabstand
senkrecht zur Kraftrichtung e2 ≥ 1,5 do und einen Lochabstand senkrecht zur Kraftrichtung p2 ≥ 3,0 do
Gleitwiderstand
B
Fs,Rd,ser = ks • n • μ • Fp,C / M3.ser
Abschertragfähigkeit F v,Rd [ kN ] je Scherfuge
Fs,Rd = ks • n • μ • Fp,C / Lage der Scherfuge im Festigkeitsklasse Gewinde
M3
C M12 M16 M20 M22 M24 M27 M30 M36
mit = Fp,C = 0,7 • fub • AS
4.6 16,2 30,1 47,0 58,3 67,7 88,2 108 157
Gleitwiderstand bei Gewinde 5.6 20,2 37,6 58,8 72,8 84,6 110 135 196
Kombinierter Scher- und Kategorie der Schraube
Zugbeanspruchung B-E (SL-Verbindung) 8.8 32,4 60,2 94,0 117 135 176 215 314
Fs,Rd,ser = ks • n • μ • (Fp,C – 0,8 . Ft,Ed,ser ) / M3,ser
10.9 33,7 62,7 97,9 121 141 184 224 327
4.6 21,7 38,6 60,3 73,0 86,9 110 136 195
Schaft 5.6 27,1 48,3 75,4 91,2 109 137 170 244
Fs,Rd = ks • n • μ • (Fp,C – 0,8 . Ft,Ed ) /
Kategorie der rohen Schraube
M3,ser
C-E (SL-Verbindung) 8.8 43,4 77,2 121 146 174 220 271 391
10.9 54,3 96,5 151 182 217 275 339 489
Formelzeichen Schaft 5.6 31,9 54,5 83,1 99,7 118 148 181 258
d Schraubendurchmesser der Passschraube
(SLP-Verbindung) 10.9 63,7 109 166 199 236 296 362 516
dSch Schaftdurchmesser
d0 Lochdurchmesser 2 SL 113 201 314 380 452 573 707 1018
Schaftquerschnitt A [mm ]
dm Mittelwert aus Eckmaß SLP 133 227 346 415 491 616 755 1075
und Schlüsselweite 2
e1 Randabstand in Kraftrichtung Spannungsquerschnitt A S [mm ] 84,3 157 245 303 352 459 561 817
e2 Randabstand quer zur Tabelle 8 Bemessungswerte der Abschertragfähigkeit Fv,Rd je Schraube und je Scherfuge
Kraftrichtung
fu Zugfestigkeit der Bleche
fub Zugfestigkeit der Schraube
n Anzahl der Reibflächen Zugtragfähigkeit F t,Rd [kN] (nicht für Senkschrauben)
p1 Lochabstand in Kraftrichtung Festigkeitsklasse Gewinde
p2 Lochabstand quer zur
Kraftrichtung M12 M16 M20 M22 M24 M27 M30 M36
tp Blechdicke
4.6 24 ,3 45 ,1 70 ,5 87 ,4 102 132 161 235
A Schaftquerschnittsfläche
AS Spannungsquerschnittsfläche 5.6 30 ,3 56 ,4 88 ,1 109 127 165 202 294
µ Reibbeiwert 8.8 48 ,5 90 ,2 141 175 203 265 323 470
Teilsicherheitsbeiwerte:
10.9 60 ,7 113 176 218 254 331 404 588
= 1,25 = 1,1 = 1,25
M2 M3,ser M3 Spannungsquerschnitt A S [mm 2 ] 84 ,3 157 245 303 352 459 561 817
Tabelle 5 Tragfähigkeiten von Schrauben- Tabelle 9 Bemessungswerte der Zugtragfähigkeit Ft,Rd einer Schraube
verbindungen entsprechend DIN EN 1993-1-8
bauforumstahl 1
2.4
Schlüssel- Werkstoff Zug- Durchstanzwiderstand B p,Rd [kN ] Normen zur Arbeitshilfe 2.4 Tragfähigkeiten nach DIN EN 1993-1-8:
weite mit festigkeit Gewinde • DIN EN 1090-2:2008-12, Ausführung von Stahltragwerken und Aluminium-
t = 10 mm fu [N/mm ] M12 M16 M20 M22 M24 M27 M30 M36 tragwerken – Teil 2: Technische Regeln für die Ausführung von Stahltragwerken;
S235 360 102 134 169 191 202 231 260 311
Deutsche Fassung EN 1090-2:2008
Normal S275 430 121 160 201 228 242 276 311 372
• DIN EN 1993-1-8:2010-12, Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von
Stahlbauten – Teil 1-8: Bemessung von Anschlüssen; Deutsche Fassung EN
S355 490 138 182 229 260 275 315 354 423
1993-1-8:2005 + AC:2009
S235 360 122 151 179 202 231 260 283 340
• DIN EN 1993-1-8/NA:2010-12, Nationaler Anhang – National festgelegte
G roß S275 430 146 181 214 242 276 311 338 406
Parameter – Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten – Teil
S355 490 167 206 244 275 315 354 386 463
1-8: Bemessung von Anschlüssen
Produktnorm
Sechskantschraube Sechskantmutter Literatur zur Arbeitshilfe 2.4 Tragfähigkeiten nach DIN EN 1993-1-8:
DIN 7968; 7990 DIN EN ISO [1] Schmidt, H., Stranghöner, N., Ausführung geschraubter Verbindungen nach
Schlüssel- Normal DIN EN ISO 4014; 4016; 4017; 4018 4032; 4033; 4034
weite DIN EN 1090-2, in: Stahlbau-Kalender 2011, Hrsg.: Kuhlmann, U., Verlag: Ernst
Groß DIN EN 1439 9-3; -4; -8
& Sohn GmbH & Co. KG, Ber-lin, 2011.
Tabelle 10 Bemessungswerte des Durchstanzwiderstandes Bp,Rd einer Schraube [2] Ungermann, D., Schneider, S., Stahlbaunormen – DIN EN 1993-1-8: Be-
messung von Anschlüssen, in: Stahlbau-Kalender 2011, Hrsg.: Kuhlmann, U.,
Verlag: Ernst & Sohn GmbH & Co. KG, Berlin, 2011.
Gleitflächenklasse A (µµ = 0,5) Gleitwiderstände Fs,Rd ,ser und Fs,Rd [kN] [3] Hasselmann, U., Valtinat, G., Geschraubte Verbindungen, in: Stahlbau-Ka-
Kate- Grenz- Festigkeits- Gewinde lender 2002, Hrsg.: Kuhlmann, U., Verlag: Ernst & Sohn GmbH & Co. KG, Berlin,
gorie zustand klasse M12 M16 M20 M22 M24 M27 M30 M36 2002.
Gebrauchs- 8.8 21 ,4 39,9 62,3 77 ,2 89,7 117 143 208 [4] Kindmann, R., Stracke, M., Verbindungen im Stahl- und Verbundbau, 2.
B tauglichkeit 10.9 26,8 49,8 77 ,9 96,5 112 146 178 260 Auflage. Berlin: Ernst und Sohn 2009.
8.8 18 ,9 35 ,1 54,8 68,0 79,0 103 126 183 [5] Wiegand, H., Kloos, K. H., Thomala, W., Schraubenverbindungen - Grund-
C Tragfähigkeit
10.9 23,6 43,9 68,5 85,0 98,7 129 157 229 lagen, Berechnung, Eigenschaften, Handhabung; 5. Auflage. Berlin: Springer
8.8 47,2 87,7 137 170 197 257 314 457
Verlag 2007.
Vorspannkraft F p,C [kN]
10.9 59,0 110 171 212 247 322 392 572

Tabelle 11 Bemessungswerte des Gleitwiderstandes Fs,Rd,ser im Grenzzustand der


Gebrauchstauglichkeit und Fs,Rd im Grenzzustand der Tragfähigkeit je Schraube mit normalem
Lochspiel und je Reiboberfläche für Gleitflächenklasse A ( � = 0,5 )

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bauforumstahl 2 Arbeitshilfe 2.4 | Geschraubte Verbindungen – Tragfähigkeiten nach DIN EN 1993-1-8


2.6 Arbeitshilfe
Tragwerksplanung im Stahlbau,
geschweißte Verbindungen

Schweißverfahren Die Schutzgasglocke kann schon bei geringem Luftzug zerblasen


Das Schweißen ist ein Vorgang, bei dem Werkstoffe unter Verwen- werden, was insbesondere bei Baustellenschweißungen beachtet
dung von Wärmeenergie und/oder Druck derart verbunden werden, werden muss. Das Schutzgas kann aktiv sein, z. B. beim Metall-
dass sich ein kontinuierlicher innerer Aufbau der Werkstoffe ergibt. Aktiv-Gas-Schweißen (MAG) oder inert (reaktionsträge), z. B. beim
Man unterscheidet Schmelz- und Pressschweißverfahren. Im Metall-Inert-Gas-Schweißen (MIG) oder beim Wolfram-Inert-Gas-
konstruktiven Stahlbau sind die Schmelzschweißverfahren weit Schweißen (WIG). Zum Schweißen der unlegierten oder niedrigle-
verbreitet, insbesondere das Lichtbogenschweißen. gierten Baustähle wird in der Regel aktives Schutzgas eingesetzt.
Ihnen gemeinsam ist die Verwendung des Lichtbogens als Energie- Dieses kann beispielsweise reines Kohlendioxid (CO2) sein.
quelle, der zwischen zwei elektrischen Polen entsteht.
Der Lichtbogen brennt zwischen der Elektrode am Handstück des Übliche Schweißnahtarten und- ausführungen
Schweißgerätes und dem Werkstoff und schmilzt den Grundwerk- Übliche Schweißnahtarten im konstruktiven Stahlbau können
stoff sowie einen gegebenenfalls zugeführten Schweißzusatz auf. Bild 1 entnommen werden. Schweißnähte können prinzipiell über
Der Lichtbogen und das Schmelzbad müssen gegen die Atmo- ihre Länge durchgehend oder unterbrochen hergestellt werden.
sphäre geschützt werden, um die Aufnahme von Luftstickstoff und Unterbrochen geschweißte Kehlnähte sollten allerdings bei Kor-
Luftsauerstoff zu verhindern. Dazu werden beim Lichtbogenhand- rosionsgefährdung nicht zur Anwendung kommen. Unterbrochen
Schweißen (E-Hand) gasbildende Elektrodenumhüllungen und geschweißte Stumpfnähte sind in der Regel zu vermeiden. Für die
beim Metall- oder Wolframschutzgasschweißen aus einer Düse am unverschweißten Spaltlängen L1 oder L2 zwischen den einzelnen
Handstück austretende Schutzgase verwendet. Schweißabschnitten Lw einer unterbrochen geschweißten Kehlnaht
gelten die in Bild 2 dargestellten Anforderungen. Die wirksame
Nahtdicke sollte im konstruktiven Stahlbau a ≥ 3 mm betragen. Die
Definition der Kehlnahtdicke a ist in Bild 3 dargestellt.

Schweiß- Art der Verbindung


nahtart Stumpfstoß T-Stoß Überlappter Stoß

Kehlnaht

V-Naht HV-Naht

durchge-
schweißte Doppel V-Naht Doppel HV-Naht
Naht

U-Naht J-Naht

Doppel U-Naht Doppel J-Naht

nicht
durchge- Doppel Y-Naht
schweißte
Naht
Doppel HY-Naht
Doppel U-Naht

Bild 1 Im Stahlbau übliche Schweißnähte Bild 3 Definition der Kehlnahtdicke a

t b1
L1

F t,E d F t,E d 0,75 b


b t1 L we = min.
0.75 b1
Lw
L we t b1
L1 Zusammengesetzte zugbeanspruchte
Bauteile
F t,E d F t,E d
b t1
16 t
L 1 = min. 1 6 t 1
Lw
L we 200 mm
L2 Lw t b1

Zusammengesetzte druck - oder schub -


t1 beanspruchte Bauteile
F t,E d F t,E d
b
12 t
1 2 t1
L 2 = min.
0,25 b
L2 Lw L we 200 mm
Bild 2 Nicht durchgeschweißte Nähte
2.6
Tragfähigkeit von Schweißnähten Bei der Ermittlung der Tragfähigkeit unterbrochen geschweißter
Schweißnähte unter Verwendung der Gesamtlänge tot ist die
Kehlnähte Scherkraft für die Schweißnaht je Längeneinheit Fw,Ed mit Beiwert
Die Tragfähigkeit von Schweißnähten ist nach DIN EN 1993-1-8 (e+ ) / zu vergrößern, siehe Bild 5.
nachzuweisen. Die Regelungen der DIN EN 1993-1-8 zu Schweiß-
verbindungen beziehen sich auf schweißbare Baustähle, die den Stumpfnähte
Anforderungen nach DIN EN 1993-1-1 entsprechen und Erzeug- Die Tragfähigkeit von durchgeschweißten Stumpfnähten ist in der
nisdicken von 4 mm oder mehr aufweisen. Für Schweißnähte bei Regel mit der Tragfähigkeit des schwächeren der verbundenen
dünneren Erzeugnisdicken gilt DIN EN 1993-1-3. Zu Schweißnähten Bauteile gleichzusetzen. Dies trifft zu, wenn die Schweißnaht mit
von Hohlprofilen mit Blechdicken von 2,5 mm und mehr siehe Schweißzusätzen ausgeführt wird, die entsprechend Schweißgut-
Abschnitt 7 der DIN EN 1993-1-8. DN EN 1993-1-8 stellt für den Trag- prüfungen Mindestwerte der Streckgrenze und der Zugfestigkeit
fähigkeitsnachweis von Kehlnähten zwei Verfahren zur Verfügung: aufweisen, die nicht geringer sind als die für den Grundwerkstoff.
das Richtungsbezogene Verfahren und das Vereinfachte Verfahren. Die Tragfähigkeit von nicht durchgeschweißten Stumpfnähten ist in
Nach dem Vereinfachten Verfahren darf die Tragfähigkeit als aus- der Regel wie für Kehlnähte mit tiefem Einbrand zu ermitteln, siehe
reichend angenommen werden, wenn an jedem Punkt der Kehlnaht hierzu Abschnitt 4.5.2(3) der DIN EN 1993-1-8. Weitere Angaben
die Resultierende aller einwirkenden Kräfte pro Längeneinheit der zu nicht durchgeschweißten Stumpfnähten und T-Stößen sind
Schweißnaht Fw,Ed die Beanspruchbarkeit Fw,Rd nicht überschrei- Abschnitt 4.7 der DIN EN 1993-1-8 zu entnehmen.
tet, siehe auch Bild 4:
Fw,Ed ≤ Fw,Rd
Normen und Stahlsorte Korrelations-
DIN EN 10025 DIN EN 10210 DIN EN 10219 beiwerte β

S235
S235H S235H 0,8
S235W
S275 S275H S275H
S275N/NL S275NH/NLH S275NH/NLH 0,85
S275M/ML S275MH/MLH

S355
S355H S355H
S355N/NL
S355NH/NLH S355NH/NLH 0,9
S355M/ML
S355MH/MLH
S355W

S420N/NL
S420MH/MLH 0,88
S420M/ML
Bild 4 Spannungen im wirksamen Kehlnahtquerschnitt beim Vereinfachten Verfahren
S460N/NL
S460NH/NLH S460NH/NLH
S460M/ML 0,85
S460MH/MLH
S460Q/QL/QL1

Tabelle 1 Korrelationsbeiwerte β

Stahlsorte Nahtdicke a [mm]


3,0 4,0 5,0 6,0 7,0 8,0 9,0 10,0
S 235 6,2 8,3 10,4 12,5 14,5 16,6 18,7 20,8
S 275
S 355
7,0
7,9
9,3
10,5
11,7
13,1
14,0
15,7
16,4
18,3
18,7
20,9
21,0
23,6
23,4
26,2
e e
S 420 7,2 9,6 12,0 14,4 16,8 19,2 21, 6 24,0
S 460 7,5 10,0 12,5 15,0 17,5 20,0 22,4 24,9 tot
Anmerkung: Die angegebenen Grenzkräfte gelten für eine Zugfestigkeit
für Blechdicken t 40 mm.
Bild 5 Definition der Kerngrößen zur Ermittlung des Beiwertes (e+ ℓ)/ℓ bei nicht
Tabelle 2 Grenzkräfte FW,Rd in [kN/cm] einer Kehlnaht
durchgeschweißten Nähte
mit
Fw,Ed Bemessungswert der auf die wirksame Kehlnahtfläche Normen
einwirkenden Kräfte je Längeneinheit, • DIN EN 1993-1-1:2010-12, Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von
Fw,Rd Bemessungswert der Tragfähigkeit der Schweißnaht Stahlbauten – Teil1-1: Allgemeine Bemessungsregeln und Regeln für den Hoch-
je Längeneinheit; sie ist unabhängig von der Orientie- bau; Deutsche Fassung EN 1993-1-1:2005 + AC:2009
• DIN EN 1993-1-8:2010-12, Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von
rung der wirksamen Kehlnahtfläche zur einwirkenden Stahlbauten – Teil1-8: Bemessung von Anschlüssen; Deutsche Fassung EN
Kraft und ergibt sich wie folgt: 1993-1-8:2005 + AC:2009
Fw,Rd= fvw,d · a
mit
fvw,d Bemessungswert der Scherfestigkeit der Schweißnaht:
fu
fvw,d=
√3 · βw · γ M2
fu Zugfestigkeit des schwächeren der angeschlossenen
Bauteile,
βw Korrelationsbeiwert zur Berücksichtigung der Stahlsorte,
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siehe Tabelle 1,
γM2 = 1,25, Teilsicherheitsbeiwert für Nachweis gegen
Bruchversagen.

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bauforumstahl 2 Arbeitshilfe 2.5 | Tragwerksplanung im Stahlbau, geschraubte Verbindungen


2.7 Arbeitshilfe
Verbundbauweise

Allgemeines Eine bewährte Alternative zur Schubübertragung bei Verwendung


Wenn biegesteife Stahlprofile und Stahlbetonteile so miteinander von Betonfertigteilen ist der Reibungsverbund, bei dem die Stahl-
im Verbund stehen, dass sie statisch zusammenwirken, wird von betonplatten mit vorgespannten hochfesten Schrauben auf den
Verbundbauweise gesprochen. Bei dieser Bauweise wird ange- Stahlträgerobergurt aufgeklemmt werden – vor allem bei temporä-
strebt, Material und Beanspruchung optimal einander zuzuordnen ren Bauteilen (z. B. Parkdecks für zeitlich begrenzte Nutzung) stellt
und zugleich die bauphysikalischen Erfordernisse im Verbundquer- dies eine wirtschaftliche Lösung dar, da die Konstruktion leicht
schnitt zu berücksichtigen. demontierbar ist.
Die Vorteile des Stahlbaus wie Aus Brandschutzgründen werden häufig die Kammern ausbeto-
• weitgehende Vorfertigung im Werk, anschließend schnelle und niert. Feuerwiderstandsdauern bis R180 nach DIN EN 1994-1-2 sind
trockene Montage auf der Baustelle, möglich.
• hochentwickelte Stahlbau-Verbindungstechnik,
• hohe Tragfähigkeit bei geringem Gewicht, Verbunddecken
• Flexibilität bei nachträglichen Einbauten und Veränderungen, Verbunddecken bestehen aus profilierten Blechen mit Aufbeton.
• Installationsfreundlichkeit, Dabei nimmt das Blech die Zugkräfte bei positiver Momentenbean-
verbinden sich dabei weitgehend mit den Vorteilen des Massiv- spruchung (Feldmoment) auf und dient zugleich als Schalung beim
baus. Zugleich wird der Stahlbau durch den sehr preiswerten, bei Betonieren.
Druckbeanspruchung leistungsfähigen Baustoff Beton sowie durch Bild 5 zeigt, wie der erforderliche Verbund der beiden Baustoffpart-
die günstigen bauphysikalischen Eigenschaften massiver Bauteile ner gesichert werden kann:
hinsichtlich Schall-, Wärme-, Korrosions- und Brandschutz ergänzt. • mechanischer Verbund (durch Formgebung des Blechs, z. B.
Mit Verbundkonstruktionen lassen sich ohne zusätzliche Brand- Sicken oder Nocken),
schutzmaßnahmen die geforderten Feuerwiderstandsdauern • Reibungsverbund für Profile mit hinterschnittiger Geometrie (in
erreichen, hierbei geht der Lastfall Brand in die Wahl des Quer- Verbindung mit Endverankerung durch Blechverformungsanker
schnitts ein. bzw. Endverankerung durch Kopfbolzendübel),
Das planmäßige Zusammenwirken im Verbund ermöglicht insbe- • Endverankerung durch aufgeschweißte Kopfbolzen (nur in Ver
sondere auch bei hoher Beanspruchung niedrige Bauhöhen und bindung mit den beiden oben genannten),
geringe Querschnittsabmessungen für Träger, Decken oder Stüt- • Endverankerung durch Verformung der Rippen an den Blechen
zen. Auch unter dem quasi steifigkeitsreduzierenden Einfluss des den (Blechverformungsanker, nur in Verbindung mit dem zweitge
Schwindens und Kriechens sind Verbundbauteile bauartbedingt nannten).
sehr biegesteif und können entsprechend schlank dimensioniert Verbunddecken sind allgemein in Eurocode 4 geregelt. Da insbe-
werden. sondere die Verbundsicherung recht unterschiedlich realisiert wird,
benötigen diese Decken allerdings eine allgemeine bauaufsicht-
Verbundträger liche Zulassung; darin ist zugleich festgelegt, in welchen Fällen
Bei Verbundträgern sind Stahlträger und Betongurte schubfest Verbunddecken aus profiliertem Blech und Aufbeton gleichzeitig
miteinander verbunden. Die Bemessung und Ausführung regelt DIN als Gurt eines Verbundträgers genutzt werden können.
EN 1994-1-1. Träger, die sich danach nicht vollständig beurteilen So sind aufgrund entsprechender Versuchsergebnisse die in Bild 5
lassen, benötigen eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung. dargestellten Verbunddecken bis zu einer geforderten Feuerwider-
DIN EN 1994-1-1 erlaubt die Anwendung der Fließgelenktheorie auf standsdauer von 120 Minuten (R120) zugelassen.
Träger mit ausreichend dicken Stahlblechen oder –profilen (Klasse-
1-Querschnitte) anwenden, so dass sämtliche Querschnitts- und Verbundstützen
Systemreserven genutzt werden können. Die erforderliche Werden Stahlstützen mit Beton ummantelt oder gefüllt, entstehen
Beschränkung der Rissbreiten für den Betongurt in der Zugzone si- Verbundstützen, siehe Bild 6. Ihre Vorteile sind geringe Quer-
chert eine dauerhafte Gebrauchstauglichkeit. Der Stahlträger kann schnittsabmessungen bei besonders hoher Tragfähigkeit. Durch
gleichzeitig als Lehrgerüst dienen. Durch Anheben, Absenken, Endverdübeln und durch Anordnung von Verbundmitteln zur Kraft-
Vorbelasten und andere Maßnahmen lassen sich die Gebrauchs- einleitung in Stößen und Anschlüssen wird gewährleistet, dass
eigenschaften zusätzlich gezielt beeinflussen. Verbundträger mit Stahl und Beton bei Laststeigerungen bis zur Traglast zusammen-
Betongurten in der Zugzone, die durch gezieltes Vorverformen der wirken. Für Bemessung und Ausführung von Verbundstützen gilt
Stahlträger und/oder seltener mittels hochfester Litzen vorge- ebenfalls DIN EN 1994-1-1. Verbundstützen erreichen Feuerwider-
spannt sind, können besonders schlank gehalten werden und standsklassen bis R180. Angaben hierzu enthält DIN EN 1994- 1 2.
weisen sehr geringe Verformungen auf.
Entscheidend ist eine sichere, tragfähige und zugleich wirtschaft-
liche Verdübelung zwischen Stahlprofil und Stahlbetonteilen. Der
Verdübelungsgrad lässt sich dabei den jeweiligen Anforderungen
anpassen – vom nachgiebigen bis zum starren Verbund, von der Mpl (Verbundträger) Tragverhalten von
teilweisen bis zu vollständigen Verdübelung, siehe Bilder 1 bis 3. Verbundträgern
Eine unzureichende Verdübelung wird durch normative Begren- q
Fall A ohne Hilfsstützen
zung ausgeschlossen, nach deren Vorgabe der Verdübelungsgrad montiert und betoniert
Biegemoment

mindestens 40 % betragen muss. q


Bei den Verbundmitteln haben sich aufgeschweißte Kopfbolzend- B Mpl (Stahlträger) Fall B mit Hilfsstützen
übel weitgehend durchgesetzt, siehe Bild 4. Tragfähigkeit und A Fall C ohne Verbund,
Mindestabstände zur Übertragung von Schubkräften quer zur Bol- Mg C Stahlträger allein
zenachse regelt DIN EN 1994-1-1. Die Güte der Bolzenschweißver-
bindung lässt sich auch auf einfache Weise zuverlässig beurteilen
(z. B. durch Sicht- und Klangproben oder durch den Schlagbiege-
versuch einzelner Kopfbolzen). Verformung
Die Kopfbolzen werden in der Regel bereits im Werk, in Einzelfällen
Bild 1 Tragverhalten von Verbundträgern
auch auf der Baustelle aufgeschweißt.
2.7
Verbund- Stahlträger allein,
träger ohne Verbund
360

13
B35

0% 40% ≤ η < 100% 100%


keine Dübel Teilverbund Verbund

IPE 400 IPE 550 IPE 360 Bild 2 Grenzzustände, abhängig von Verdübelungsgrad η

Tragfähigkeit 100% 100% 100%

100%
Steifigkeit (Langzeitlast) 100% 65%

Stahlträger-
100% 160% 210%
gewicht

Bauhöhe 100% 128% 92%

Bild 3 Vergleich Träger mit und ohne Verbund Bild 4 Verbundmittel – Kopfbolzendübel

152,5 5 4

3
38
51

6 12
7 2 1

1 Versteifungsrippe 4 Bewehrung nach Erfordernis


2 Noppen zur Schubverzahnung 5 Kopfbolzen
3 Popniete 6 Abhängung für Installationen u.a.
7 Schwalbenbschwanz-Profilierung

Bild 5 Beispiele für Verbunddecken mit Stahltrapezprofilen Bild 6 Verbundstützen – Querschnitte

Normen 18800-5 Ausgabe März 2007, Stahlbau-Kalender 2010, Ernst & Sohn, Berlin
• DIN EN 1994-1-1:2010-12, Eurocode 4 – Bemessung und Konstruktion von 2010.
Verbundtragwerken aus Stahl und Beton – Teil 1-1: Allgemeine Bemessungsre- [4] Sauberborn, N., Kretz, J., Verbundstützen, Stahlbau-Kalender 2010, Ernst &
geln und Anwendungsregeln für den Hochbau; Deutsche Fassung EN 1994-1- Sohn, Berlin 2010.
1:2004/AC:2009, Dezember 2010. [5] Kurz, W., Mensinger, M., Kohlmeyer, C., Sauerborn, I., Sauerborn, N., Ver-
• DIN EN 1994-1-2:2010-12, Eurocode 4 – Bemessung und Konstruktion von bundträger und Deckensysteme, Stahlbau-Kalender 2010, Ernst & Sohn, Berlin
Verbundtragwerken aus Stahl und Beton – Teil 1-2: Allgemeine Regeln – Trag- 2010.
werksbemessung für den Brandfall; Deutsche Fassung EN 1994-1-2:2005/AC: [6] Kuhlmann, U., Rölle, L., Verbundanschlüsse nach Eurocode, Stahlbau-Kalen-
2008, Dezember 2010. der 2010, Ernst & Sohn, Berlin 2010.
• DIN 4102-4:1994-03, Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen – Teil [7] Minnert, J., Wagenknecht, G., Verbundbau-Praxis – Berechnung und Konst-
4: Zusammenstellung und Anwendung klassifizierter Baustoffe, Bauteile und ruktion, Bauwerk Verlag, Berlin 2008.
Sonderbauteile, März 1994. [8] Brandschutz-Online-Tools, http://www.bauforumstahl.de/brandschutz.
[9] bauforumstahl e.V., Katalog zur Bemessung von Verbundstützen für den
Literatur: Brandfall, Prüfbericht Nr. 411720-007/04 – statische Typenprüfung (Geltungs-
[1] Hanswille, G., Bergmann, R., Neue Verbundbaunormen E DIN 18800-5 mit dauer bis 30.06.2010), Weimar 2005, http://www.bauforumstahl.de/upload/
Kommentar und Beispielen, Stahlbau-Kalender 2000, Ernst & Sohn, Berlin publications/D696.pdf.
2000. [10] bauforumstahl e.V., Verbundstützen mit eingestellten Stahlprofilen –
[2] Hanswille, G., Schäfer, M., Verbundtragwerke aus Stahl und Beton, Bemes- Anschlüsse und Bemessung – Dokumentation 696/1, Düsseldorf 2007, http://
Überarbeitete Auflage 3/12

sung und Konstruktion – Kommentar zu DIN V 18800-5 Ausgabe November www.bauforumstahl.de/upload/documents/publikationen/D696-1a.pdf.


2004, Stahlbau-Kalender 2005, Ernst & Sohn, Berlin 2005.
[3] Hanswille, G., Schäfer, M., Bergmann, M., Stahlbaunormen – Verbundtrag-
werke aus Stahl und Beton, Bemessung und Konstruktion – Kommentar zu DIN

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bauforumstahl 2 Arbeitshilfe 2.7 | Verbundbauweise


6.4 Arbeitshilfe
Verbundstützen im Geschossbau

Werden Stahlstützen mit Beton ummantelt oder mit Beton gefüllt, entsprechende Wahl von Profilen, Stahlsorten und Bewehrungs-
entstehen Verbundstützen. Sie sind schlank und zeichnen sich anteilen kann der Tragwerksplaner den Wünschen des Architekten
durch eine große Steifigkeit aus. Die Lasten werden über kleine nach konstanten Außenabmessungen der Stützen vom Fundament
Querschnitte abgetragen. Bei vollständig einbetonierten bzw. bis zum Dachgeschoss eines Gebäudes leicht entgegenkommen.
betongefüllten Querschnitten wird die Brandwiderstandsdauer
durch den Beton erhöht. Betongefüllte Querschnitte
Der mögliche Gewinn an Tragfähigkeit durch die Betonfüllung liegt
Verbundstützen-Querschnitte in der gleichen Größenordnung wie bei offenen Profilen mit Kam-
Mögliche Querschnitte sind nach Bild 1: merbetonfüllung. Die Steigerung ist besonders groß bei:
• vollständig einbetonierte Querschnitte, • dünnwandigen Hohlprofilen,
• teilweise einbetonierte Querschnitte (Kammerbeton), • großen Querschnitten mit zusätzlicher Längsbewehrung,
• betongefüllte Hohlprofile, siehe Bild 2, und • kurzen betongefüllten Rundhohlprofilen (Umschnürungswirkung)
• in Hohlprofile einbetonierte Stahlprofile, siehe Bild 3. und
Die Bemessung von Verbundstützen erfolgt nach DIN EN 1994-1-1. • zentrischer Druckbeanspruchung.
Das dort angegebene vereinfachte Bemessungsverfahren kann auf Der Betonkern braucht nicht bewehrt zu sein. Durch Zulage von
alle oben angeführten Querschnittsarten angewendet werden, mit Längsbewehrung und ggf. Reduzierung des Ausnutzungsgrades
der Bedingung, dass die Querschnitte doppeltsymmetrisch und kann eine geforderte Feuerwiderstandsklasse ohne zusätzliche
über die Bauteillänge konstant sind. Brandschutzbekleidung erreicht werden. DIN EN 1994-1-2 geben für
diese Querschnitte Bemessungswerte für den Brandfall an. Werden
Vollständig und teilweise einbetonierte Querschnitte betongefüllte Hohlprofile mit Stahlprofilen bewehrt, können auch
Die hohe Tragfähigkeit einer reinen Stahlstütze kann durch den in den im Allgemeinen hoch belasteten unteren Geschossen eines
zusätzlichen Beton erheblich gesteigert werden, siehe Bild 4. Dies Gebäudes die Stützenabmessungen gering gehalten werden.
gilt insbesondere für Stützen mit: Weiterhin ergeben sich zahlreiche Abstufungsmöglichkeiten unter
• großen Betondeckungen, Beibehaltung konstanter Außenabmessungen, um die Tragfähig-
• leichten Stahlplatten aus S235 und S355, keit den unterschiedlichen Belastungen in den verschiedenen
• zentrischer Druckbeanspruchung und Geschossen anzupassen.
• Knickgefahr um die schwache Stahlprofilachse.
Der Betonteil sollte mit Betonstahl (BSt 500) bewehrt sein. Bei Anschlüsse an Träger und Decken
Einhaltung bestimmter Betondeckungen des Stahlprofils und der Das planmäßige Zusammenwirken von Stahlprofilen und Beton
Bewehrung sowie durch Zulage zusätzlicher Längsbewehrung wird durch Endverankerungen sowie durch zuverlässige Verdü-
lassen sich Stützen in sehr hohe Feuerwiderstandsklassen (R180) belungen in Anschluss- und Krafteinleitungsbereichen sicherge-
einordnen. Die Bemessung für den Brandfall erfolgt nach DIN EN stellt. Die hoch entwickelte Verbindungstechnik des Stahlbaus
1994-1-2. Kammergefüllte Querschnitte werden besonders häufig erleichtert den Anschluss von Deckenkonstruktionen an die
eingesetzt, da zum einen die Herstellung sehr einfach ist, zum Verbundstütze.
anderen die Stahlflächen sichtbar bleiben, an die auch nachträg-
lich Anschlusskonstruktionen angeschweißt werden können. Durch

FVerbund
Ausbetonierte
Hohlprofile %
FStahl
300

Schnitt A-A

Einbetonierte 200
Stahlprofile leeres
Hohlprofil
Stütze vollständig 100
einbetoniert 100 140 180 220 260 Seitenlänge (mm)
Kammergefüllte
Stahlprofile
mit und ohne Stütze u. Träger
Zusatzbewehrung kammergefüllt FVerbund
FStahl
Bild 1 Stahl-Beton-Verbundstützen Bild 3 Einbetonierte Stahlprofile
800

600
L= 5,00 m

500

400

300

200
ausreichend
großes 100
Betonierloch
200 400 600 800 1000 HE-B (ohne Beton)
vorsehen
Bild 4 Traglaststeigung in [%] von Verbundstützen gegenüber
reinen Stahlstützen {für L=5,0 m, S235, C35/45, 3% BSt 500)
Bild 2 Ausbetonierte Hohlprofile
6.4
HEA HEB HEM KHP RHP

Geschosshöhe Stützen

B=A
B=A
t t

B=A
last N

a
a
A A A
d

[kN ] Profil Profil /A Profil Profil /A Profil Profil /A D t a t

500 160 140


750 180 160 150 · 6,3
1.000 200 180 140 219,1 · 6,3 150 · 10,0
1.500 220 160 / 260 200 160 / 260 180 273,0 · 6,3 200 · 10,0
3,0 m 2.000 260 180 / 280 240 180 / 280 200 140 / 260 323,9 · 6,3 260 · 8,0
3.000 300 240 / 340 280 220 / 320 240 180 / 300 406,4 · 6,3
5.000 450 320 / 420 40 0 300 / 400 300 240 / 360 610,0 · 6,3
7.500 400 / 500 400 / 500 500 300 / 320 610,0 · 10,0
10.000 500 / 600 500 / 600 450 / 570
500 160 160 140
750 200 180 160 150 · 8,0
1.000 220 160 / 260 200 160 219,1 · 8,0 180 · 8,0
1.500 240 180 / 280 220 160 / 260 200 140 / 260 273,0 · 6,3 200 · 10,0
4,2 m 2.000 280 200 / 300 260 200 / 300 220 160 / 280 323,9 · 6,3 260 · 8,0
3.000 320 240 / 340 300 240 / 340 240 200 / 320 406,4 · 6,3
5.000 500 320 / 420 450 320 / 420 300 260 / 380 610,0 · 6,3
7.500 450 / 550 400 / 500 320 / 440 610,0 · 12,5
10.000 500 / 600 500 / 600 450 / 570

Die zulässigen Querschnitte wurden unter Berücksichtigung eines mittleren Teilsicherheitsbeiwertes auf der Einwirkungs-
seite von F = (1,35 + 1,5)/2 = 1,425 berechnet.

Tabelle 1 Querschnitte von Verbundstützen bei mittiger Belastung der Stützen und beidseitig gelenkiger Lagerung der Stützebenen für zwei Geschosshöhen (h=3,0m und 4,2m)

Normen/Richtlinien Literatur:
• DASt-Richtlinie 019, Brandsicherheit von Stahl- und Verbundbauteilen in [1] Hanswille, G., Bergmann, R., Neue Verbundbaunormen E DIN 18800-5 mit
Büro- und Verwaltungsgebäuden; November 2001; Deutscher Ausschuss für Kommentar und Beispielen, Stahlbau-Kalender 2000, Ernst & Sohn, Berlin
Stahlbau DASt, Düsseldorf. 2000.
• DIN EN 1994-1-1:2010-12, Eurocode 4 – Bemessung und Konstruktion von [2] Hanswille, G., Schäfer, M., Verbundtragwerke aus Stahl und Beton, Bemes-
Verbundtragwerken aus Stahl und Beton – Teil 1-1: Allgemeine Bemessungsre- sung und Konstruktion – Kommentar zu DIN V 18800-5 Ausgabe November
geln und Anwendungsregeln für den Hochbau; Deutsche Fassung EN 1994-1- 2004, Stahlbau-Kalender 2005, Ernst & Sohn, Berlin 2005.
1:2004/AC:2009, Dezember 2010. [3] Hanswille, G., Schäfer, M., Bergmann, M., Stahlbaunormen – Verbundtrag-
• DIN EN 1994-1-2:2010-12, Eurocode 4 – Bemessung und Konstruktion von werke aus Stahl und Beton, Bemessung und Konstruktion – Kommentar zu DIN
Verbundtragwerken aus Stahl und Beton – Teil 1-2: Allgemeine Regeln – Trag- 18800-5 Ausgabe März 2007, Stahlbau-Kalender 2010, Ernst & Sohn, Berlin
werksbemessung für den Brandfall; Deutsche Fassung EN 1994-1-2:2005/AC: 2010.
2008, Dezember 2010. [4] Sauberborn, N., Kretz, J., Verbundstützen, Stahlbau-Kalender 2010, Ernst &
• DIN 4102-4:1994-03, Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen – Teil Sohn, Berlin 2010.
4: Zusammenstellung und Anwendung klassifizierter Baustoffe, Bauteile und [5] Kurz, W., Mensinger, M., Kohlmeyer, C., Sauerborn, I., Sauerborn, N., Ver-
Sonderbauteile, März 1994. bundträger und Deckensysteme, Stahlbau-Kalender 2010, Ernst & Sohn, Berlin
• DIN 4102-4/A1:2004-11, Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen – Teil 2010.
4: Zusammenstellung und Anwendung klassifizierter Baustoffe, Bauteile und [6] Kuhlmann, U., Rölle, L., Verbundanschlüsse nach Eurocode, Stahlbau-Kalen-
Sonderbauteile; Änderung A1. der 2010, Ernst & Sohn, Berlin 2010.
• DIN 4102-22:2004-11, Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen – Teil [7] Minnert, J., Wagenknecht, G., Verbundbau-Praxis – Berechnung und Konst-
22: Anwendungsnorm zu DIN 4102-4 auf der Bemessungsbasis von Teilsicher- ruktion, Bauwerk Verlag, Berlin 2008.
heitsbeiwerten, November 2004. [8] Brandschutz-Online-Tools, http://www.bauforumstahl.de/brandschutz.
[9] bauforumstahl e.V., Katalog zur Bemessung von Verbundstützen für den
Brandfall, Prüfbericht Nr. 411720-007/04 – statische Typenprüfung (Geltungs-
dauer bis 30.06.2010), Weimar 2005, http://www.bauforumstahl.de/upload/
publications/D696.pdf.
[10] bauforumstahl e.V., Verbundstützen mit eingestellten Stahlprofilen –
Anschlüsse und Bemessung – Dokumentation 696/1, Düsseldorf 2007, http://
www.bauforumstahl.de/upload/documents/publikationen/D696-1a.pdf.
Überarbeitete Auflage 3/12

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bauforumstahl 2 Arbeitshilfe 6.4 | Verbundstützen im Geschossbau


6.14 Arbeitshilfe
Haustechnik im Geschossbau

Je mehr Installationen in einem Gebäude erforderlich sind, desto Installationsführung im Gebäude


sorgfältiger ist die Leitungsführung zu planen und mit der Trag- Vertikale Hauptleitungen ver- und entsorgen die Geschosse, hori-
konstruktion abzustimmen: Die richtige Wahl der Deckenkonst- zontale Verteil- und Sammelleitungen erreichen die Bedarfsstellen
ruktion sowie der Anordnung von Stützen und Trägern erspart oft in den Geschossen.
erhebliche Installationskosten. Ebenfalls ist zu bedenken, dass
höhere Aufwendungen für das Deckentragwerk oder zum Beispiel Das axiale System
für mehrteilige Stützen durchaus zu niedrigeren Kosten des Ge- Die Installationen durchlaufen die Geschosse in einer oder mehre-
samtbauwerkes führen können. ren Achsen, von denen aus sie sich verzweigen. Die Sanitärinstalla-
tion kann dabei beiderseits der Achse einen Streifen von maximal
Installationen flexibel halten! 5 m ver- und entsorgen bei einer durchlässigen Stahlkonstruktion
Technische Einrichtungen altern schneller als das Gebäude selbst; auch einen breiteren Streifen, wenn das Gefälle dies zulässt. Die
sie müssen erneuert, umgerüstet oder verlegt werden. Bei Stahl- Endpunkte der Achse(n) münden in vertikale Installationsschächte.
bauten ist die Installationsführung oder deren Veränderung ohne
hohen Aufwand möglich: Die Tragkonstruktion erleichtert aufgrund Das radiale System
ihrer geringeren Abmessungen und ihrer Durchlässigkeit (Fach- Die Hauptleitungen werden in Schächten vertikal durch das Ge-
werke, Regelaussparungen) die Trassenführung, lässt sich ohne bäude geführt, die Versorgungsleitungen innerhalb der Geschosse
größeren Aufwand verändern oder auch zur Aufnahme höherer laufen von maximal 5 m entfernten Bedarfsstellen radial auf die
Lasten verstärken. Schächte zu.

Installation nach Planungsabschluss Vertikale Installationen


Falls aus Zeitgründen die Konstruktion schon geplant oder gar ge- Liegen die Vertikalleitungen nicht in Schlitzen (vor allem beim
baut werden muss, während die Installationen noch nicht festlie- konventionellen Bauen) oder in Installationswänden, benötigen sie
gen, sollte möglichst viel Raum für Leitungen vorgesehen werden. ausreichend bemessene Schächte.

Zentralen Die Schachtbreite


Die Hausleitungen werden in Hausanschlussräumen an das öffent- wird bestimmt
liche Leitungssystem angeschlossen. Aufbereitung, Verteilung, • durch den Außendurchmesser der Leitungen einschließlich der
Steuerung und Überwachung der Medien sowie die Erzeugung von Umhüllungen (Wärme- und Schallschutz) sowie
Wärme- und Kälteenergien werden zentral zusammengefasst. Lage • durch die Zwischenräume für Montage und Unterhaltung.
und Größe dieser Zentralen, die oft hohen Raumbedarf haben,
sollten schon im Vorentwurfsstadium mit den Fachingenieuren Die Schachttiefe
abgestimmt werden. Hochinstallierte Gebäude können eigene wird in der Regel bestimmt
Installationsgeschosse erfordern, vor allem, wenn mit häufigen • durch die Leitung mit dem größten Querschnitt sowie
Systemänderungen, Reparaturen oder Umstellung von dezentraler • durch Armaturen und Zweigleitungen von bzw. hinter den Haupt-
zu zentraler Installationsstruktur zu rechnen ist. leitungen.
Eine zweireihige Leitungsquerführung erfordert tiefere Schächte.

Axiales
System

Bild 1 Exemplarische Leitungsführung aus der Praxis

Radiales
System

Bild 2 Raum für Leitungsführungen Bild 3 Axiale und Radiale Installationsführung im Gebäude
6.14
A) 1 Installationsgeschoss für jedes Nutzgeschoss B) 1 gemeinsames Installations-
geschoss für je 2 Nutzgeschosse
C) Gesondertes Installationsgeschoss
(für evtl. Wechsel der Installationsstruktur)

A B C

Mögliche Platzierung von Zentralen Mögliche Platzierung von Installationsgeschossen


Bild 4 Mögliche Platzierung von Zentralen

Horizontale Installationen
Horizontalleitungen verlaufen in, über od. unter den Deckenplatten.
Schachtbreite
In Deckenplatten
können in der Regel nur kurze Leitungen mit kleinen Querschnit-
ten verlegt werden – entweder vor Erstellung der Decken oder
in Deckenaussparungen (z. B. Kabelkanälen) bzw. in Zellen von
Trapezblechdecken.

Schachttiefe Über der Deckenplatte


können z. B. Stark- und Schwachstromleitungen verlaufen –
• in Kabelkanälen (im Estrich eingebettet) oder
• unter einem Doppelboden (üblich bei Rechenzentren)
Bild 5 Schachtbreite / Schachttiefe
Unter der Deckenplatte
Sollten die Schächte begehbar sein, ist ein entsprechend großer bietet sich der Raum zwischen Deckenplatte und abgehängter De-
Arbeitsraum vorzusehen. Elektrische Leitungen müssen in eigenen cke zur Installationsverlegung an. Die richtige Bemessung dieses
Schächten bzw. in abgeschotteten Schachtteilen geführt werden. Zwischenraumes beeinflusst die Wirtschaftlichkeit des gesamten
Bauwerkes:
• Zu hohe Decken ergeben unnötige Bauhöhen
• Zu niedrige Decken erschweren Montage, Kontrolle und Repara-
tur der Installationen und verursachen häufig hohe Folgekosten.
Bildung von
Installation im Deckenzwischenraum
Bereichen
Bereichsbildung
Werden einzelne Bereiche für die verschiedenen Installationssyste-
me nach Fläche und Höhe festgelegt, so ist dieses zwar sehr platz-
sparend, erfordert jedoch eine exakte abgeschlossene Planung für
Bildung von die Abstimmung der Leitungsführung. Änderungen und Reparatu-
Zonen ren werden durch die Bereichsbildung erschwert.

Zonenbildung
Die verschiedenen Installationsgewerke erhalten für ihre Leitungs-
führung bestimmte Zonen über die gesamte verfügbare Höhe des
b
Deckenzwischenraumes; dies führt zu großem Platzbedarf.

Ebenenbildung
Am wirtschaftlichsten ist es, die Last abtragenden und Medien
führenden Elemente in zwei Ebenen übereinander straff so zu
ordnen, dass
• alle in der einen Richtung verlaufenden Elemente in der oberen
b Schnitt a-a Bildung von
und
a Ebenen
• alle rechtwinklig dazu verlaufenden in der unteren Ebene liegen.
Tragkonstruktion und Installation behindern sich nicht; für die
Kreuzung von Leitungen steht der volle Deckenzwischenraum zur
Verfügung.
Literatur
Überarbeitete Auflage 3/12

[1] Hart, Henn, Sontag: Stahlbauatlas – Geschossbauten, 2. Auflage. Rudolf


a Schnitt b-b Müller, Köln 1994

Bild 6 Installation im Deckenzwischenraum

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bauforumstahl 2 Arbeitshilfe 6.14 | Haustechnik im Geschossbau


Stahlbau Arbeitshilfe
1 Korrosionsschutz
Schutz + Farbe

Korrosion
Korro- Dickenverlust Beispiele typischer Umgebungen
Fast alle Baustoffe ändern ihre Eigenschaften,
sivitäts- im 1. Jahr [µm]
wenn sie der freien Bewitterung ausgesetzt kategorie
sind, z. B. durch Erosion, Verschleiß, Abrieb, C-Stahl Zink Freiluft Innenraum
Alterung, Korrosion u. a. C1 ≤ 60 %
Korrosion ist die Reaktion eines metalli- ≤ 1,3 < 0,1 –
unbed. rel. Luftfeuchtigkeit
schen Werkstoffes mit seiner Umgebung,
die eine messbare Veränderung des Werk- C2 Gering verunreinigte Atm., Ungedämmte Gebäude mit
1,3 – 25 0,1 – 0,7
stoffes bewirkt (Rost) und zu einer Beein- gering trockenes Klima zeitweiser Kondensation
trächtigung der Funktion eines metallischen
Bauteiles oder eines ganzen Systems führen C3 Stadt./Industrieatm. mit Räume mit hoher rel.
25 – 50 0,7 – 2,1
mäßig mäßiger SO2-Belastung o. Luftfeuchtigkeit und
kann (Querschnittsschwächung).
gemäßigtes Küstenklima etwas Verunreinigungen

Wann „rostet“ Stahl C4 Industrieatm. u. Küste mit z. B. chem. Produktionshallen,


Atmosphärische Korrosion ist ein Prozess, 50 – 80 2,1 – 4,2
stark mäßiger Salzbelastung Schwimmbäder
der einen Feuchtigkeitsfilm auf der Metall-
oberfläche voraussetzt. C5 Industrieatm. mit hoher rel. Gebäude mit
80 – 200 4,2 – 8,4
Nennenswerte Korrosion tritt auf, wenn sehr stark l Luftfeuchtigkeit u. aggr. Atm. nahezu ständiger
die relative Luftfeuchte über 80 % und die Kondensation
Temperatur über 0 °C liegt. C5 Küsten- und und starker
80 – 200 4,2 – 8,4
In Verbindung mit reaktiven Luftverunrei- sehr stark M Offshorebereich Verunreinigung
nigungen und/oder hygroskopischen Salzen
findet Korrosion bei viel niedrigerer Luft- Tabelle 1: Korrosionsbelastung – Einteilung der Umgebungsbedingungen nach DIN EN ISO 12944-2
feuchte statt.
Die Lage des Bauteils beeinflusst ebenfalls
die Korrosion. Durch Schmutzablagerungen,
Wasseransammlungen, nicht vermeidbare Bei unbedeutenden Korrosionsbelastungen, Nach der Montage unzugängliche Stahlbau-
Kondensfeuchtigkeit u. a. können örtlich die wie sie z. B. im Innenraum gedämmter teile, die der freien Bewitterung ausgesetzt
Korrosionsbelastungen beträchtlich verstärkt Gebäude mit neutraler Atmosphäre oder in sind, müssen hingegen dauerhaft gegen
werden. dichtgeschlossenen Hohlbauteilen und Hohl- Korrosion geschützt werden.
Kriterien für die Korrosivität atmosphärischer kästen auftreten, kann aus technischen Grün- Korrosionsschutzsystem (Beschichtungen
Umgebungsbedingungen werden in DIN EN den der Korrosionsschutz entfallen. und/oder Überzüge), Oberflächenvorberei-
ISO 12944-2 angegeben (Tabelle 1). Brandschutzbeschichtungen oder Betonum- tung, Sollschichtdicken und Aufbringungsart
hüllungen können oft gleichzeitig auch die der Beschichtungen müssen – vor allem bei
Korrosionsschutz von Stahl Funktion des Korrosionsschutzes übernehmen. größeren Bauvorhaben – rechtzeitig fest-
Die moderne Korrosionsschutztechnik ist in gelegt werden.
der Lage, Stahl sicher und dauerhaft gegen
Korrosion zu schützen. Darüber hinaus kön-
nen mit dem Korrosionsschutz gestalterische
Gesichtspunkte berücksichtigt werden. So
Schutzdauer Korrosionsbelastung Konstruktion
schützen farbige Beschichtungen den Stahl
12944-1 12944-2 12944-3
vor Korrosion und geben ihm gleichzeitig
ein freundliches Aussehen. Eine breite Farb-
palette lässt Planern und Bauherrn große
gestalterische Freiheit. Farbig beschichtete Oberflächen-
Stahlkonstruktionen heben sich wohltuend Beschichtung/Beschichtungssystem 12944-5 vorbereitung
gegen die oft vorhandene graue Monotonie 12944-4
im Bauen ab.

Korrosionsschutz nach Maß Laborprüfungen


Ausführung Überwachung
Wirtschaftliches Bauen mit Stahl heißt, den Eignungsnachweis
12944-7
Korrosionsschutz entsprechend den während 12944-6
der Bauphase und der Nutzung auf ein Bau-
werk einwirkenden unterschiedlichen Korro-
sionsbelastungen anzupassen. Abbildung 1: Spezifikation von Beschichtungssystemen in Anlehnung an DIN EN ISO 12944-8
Stahlbau Arbeitshilfe 1 Korrosionsschutz – Schutz + Farbe

Hinweise für die Erarbeitung von Spezifika- Durchführung von Beschichtungsarbeiten


tionen und die Planung für den Korrosions- Die Oberflächenvorbereitung – in der Regel
schutz von Stahlbauten werden in DIN EN zum Vorbereitungsgrad Sa 2 1/2 – wird in
ISO 12944-8 gegeben (Abbildung 1). Schleuderrad-Durchlaufanlagen mit metalli-
schen Strahlmitteln oder auch durch Druck-
Korrosionsschutzsystem luftstrahlung mit nichtmetallischen Strahl-
Gesamtheit der Schichten aus Metallen (z. B. mitteln ausgeführt.
Zink, Aluminium) und/oder Beschichtungs- Die Beschichtung erfolgt wirtschaftlich mit-
stoffen auf einer Stahloberfläche. Sie bestehen tels leistungsfähiger Spritztechnik.
aus DIN EN ISO 12944-5 empfiehlt zur Sicher-
• einem Beschichtungssystem oder stellung einer langen Schutzdauer und Wirk-
• einem Überzug (Feuerverzinkung oder samkeit eines Beschichtungssystems die
Spritzmetallisierung) oder meisten Schichten oder, falls möglich, das
• einem Duplex-System gesamte Beschichtungssystem, vorzugsweise
(Überzug + Beschichtungssystem). im Werk auszuführen. Bei hohen ästhetischen
Anforderungen wird die Deckbeschichtung
Beschichtungssystem nach Ausbesserung aller Transport- und Mon-
Gesamtheit einer oder mehrerer Schichten tageschäden auf der Baustelle ausgeführt.
aus Beschichtungsstoffen auf einer Stahlober-
fläche. Literatur
• Stahlbau Arbeitshilfen
Überzüge Korrosionsschutz 1.1, 1.2, 1.3, 1.4
Gesamtheit einer oder mehrerer Schichten Schutzdauer von Korrosionsschutzsystemen • DIN EN ISO 12944-1/8
aus Metallen, z. B. Zn oder Al, auf einer Ein auf die Korrosionsbelastung abgestimmtes „Korrosionsschutz von Stahlbauten durch
Stahloberfläche. und fachgerecht ausgeführtes Korrosions- Beschichtungssysteme“
schutzsystem hat bei freier Bewitterung im • Richtlinie „Korrosionsschutz von Stahlbau-
Sollschichtdicke Allgemeinen eine Schutzdauer von 20 bis ten in atmosphärischen Umgebungsbedin-
Die Sollschichtdicke ist die vorgegebene 25 Jahren und im Falle metallischer Über- gungen durch Beschichtungssysteme“, DSTV
Trockenschichtdicke für einzelne Schichten züge (Feuerverzinken, Spritzverzinken) bis • Verbände-Richtlinie
oder das gesamte Beschichtungssystem, zu 40 Jahren. „Korrosionsschutz von Stahlbauten –
um die geforderte Schutzdauer zu erzielen. In DIN EN ISO 12944-1 werden für die Duplex-Systeme“, DSTV, BVK, VdL, IVF
Die Messung der Trockenschichtdicke von Schutzdauer 3 Zeitspannen angegeben: • Korrosionsschutz von Stahlbauten durch
Beschichtungen auf Stahl erfolgt zerstörungs- kurz (K) 2 bis 5 Jahre Beschichtungssysteme, VdL, BVK
frei mit magnetischen oder magnetinduktiven mittel (M) 5 bis 15 Jahre
Messinstrumenten. lang (L) über 15 Jahre Sicherheit: ausgereifte Technik
Die Sollschichtdicke – falls nicht anders ver- Die Schutzdauerangabe soll dem Auftragge- und qualifizierte Beratung
einbart – gilt als erreicht, wenn Einzelmess- ber helfen, ein Instandsetzungsprogramm • Die Mitgliedsfirmen des Deutschen Stahlbau-
werte 80 % der Sollschichtdicke nicht unter- festzulegen. Verbandes DSTV beherrschen die modernen
schreiten und der Mittelwert aller Messer- Die erste Instandsetzungsmaßnahme aus Kor- Korrosionsschutzverfahren. Diese Unter-
gebnisse gleich oder größer der Sollschicht- rosionsschutzgründen ist normalerweise not- nehmen sind in der Lage, Sie bei der Aus-
dicke ist. wendig, wenn das Beschichtungssystem den wahl eines wirksamen und wirtschaftlichen
Bereiche mit zu hoher Schichtdicke sollten Rostgrad Ri 3 nach DIN ISO 4628-3 erreicht Oberflächenschutzes fachmännisch zu
vermieden werden. Wenn in den technischen hat. Eine Instandsetzung kann aufgrund von beraten und diesen auszuführen.
Datenblättern der Beschichtungsstoffhersteller Ausbleichen, Kreiden, Verunreinigung, Ver- • Wünschen Sie, z. B. im frühen Entwurfs-
nicht anders angegeben, sollte die Höchst- schleiß oder aus ästhetischen oder anderen stadium, eine firmenneutrale Beratung,
schichtdicke das Dreifache der Sollschicht- Gründen bereits früher erforderlich sein, als steht Ihnen BAUEN MIT STAHL gern mit
dicke nicht überschreiten. es die angegebene Schutzdauer vorsieht. Rat und Information zur Verfügung.
5. überarbeitete Auflage 11/01

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Stahlbau Arbeitshilfe
1.1 Gestaltung
Korrosionsschutzgerechte

Vorbemerkung
Die Form eines Bauwerkes kann seine Kor-
rosionsanfälligkeit beeinflussen. Wesentliche Bild 1
Voraussetzung für einen wirksamen Korro-
sionsschutz ist die korrosionsschutzgerechte
Gestaltung der Konstruktion (DIN EN ISO ungünstig
12944-3).

Vielfältige Anforderungen
An den Konstrukteur werden hierbei vielfältige günstig
Anforderungen gestellt. Eine Stahlkonstruktion
sollte u. a. sicher, wirtschaftlich, fertigungs-,
schweiß-, beschichtungs-, montage- und kor-
rosionsschutzgerecht konstruiert sein. Diese
Forderungen können sich widersprechen.
Bei Interessenwiderstreit muss nicht zuletzt
der Konstrukteur entscheiden. Einige Grundregeln
• Oberflächenformen, auf denen sich Wasser ansammeln kann, und die in Verbindung mit
Grundsätzliche Forderungen
Fremdstoffen (Schmutz, Salze u. a.) die Korrosionsbelastung verstärken, sollten vermieden
Die Oberflächen von Stahlbauten, welche
werden (Bild 3):
Korrosionsbelastungen ausgesetzt sind, sollten
– Konstruktionen mit geneigten oder abgeschrägten Oberflächen vorsehen,
möglichst klein und wenig gegliedert sein.
– oben offene Profile vermeiden oder in Schräglage anordnen,
Das Bauwerk sollte wenig Unregelmäßigkei-
– keine Taschen oder Vertiefungen vorsehen, in denen sich Wasser oder Schmutz
ten (z. B. Überlappungen, Ecken, Kanten) auf-
ansammeln kann,
weisen. Um eine ebenere Gesamtoberfläche
– Wasser und korrosive Flüssigkeiten vom Bauwerk ableiten.
zu erreichen, sollten Schweißverbindungen
den Schrauben- oder Nietverbindungen vor- • Spalte und Schlitze sind möglichst zu verschließen. Bei freibewitterten Bauteilen sind
gezogen werden. Unterbrochene Schweiß- Punktschweißungen und unterbrochene Schweißnähte zu vermeiden (Bild 4).
nähte und Punktschweißnähte sollten nur an- • Scharfe Kanten aus dem Fertigungsprozess sollten gerundet oder gebrochen werden.
gewendet werden, wenn die Korrosionsgefahr Grate an Löchern und Schnittkanten müssen entfernt werden.
unbedeutend ist (Bild 1).
• Bei Stützenfüßen im Freien für Wasserabfluss sorgen (Bild 5).
Zugänglichkeit/Erreichbarkeit • Offene Hohlkästen und offene Hohlbauteile, die der Einwirkung von Oberflächenfeuchte
Stahlbauteile sollten zugänglich oder erreich- ausgesetzt sind, müssen mit Umluft- und Entwässerungsöffnungen versehen und innen
bar gestaltet sein, damit das Beschichtungs- wirksam gegen Korrosion geschützt werden.
system aufgetragen, überwacht und instand-
gesetzt werden kann. Zugänglichkeit bedeutet, • Geschlossene Hohlkästen und geschlossene Hohlbauteile verbleiben ohne Korrosions-
dass der Raum zwischen Bauwerken und/oder schutz. Sie dürfen weder Luft noch Feuchtigkeit eindringen lassen. Sie sind durch um-
Bauteilen den Zutritt von Personen erlaubt; laufende Schweißnähte abzudichten. Öffnungen sind mit Dichtschotten zu versehen.
Erreichbarkeit bedeutet, dass alle Flächen von • Für die Beschichtung von Kontaktflächen planmäßig vorgespannter Scher-Lochleibungs-
Hand mit Werzeugen vorbereitet, beschichtet verbindungen (SLV/SLVP) sind zulässige Höchstwerte für die Schichtdicke und/oder
und geprüft werden können (Bilder 2a und 2b). geeignete Beschichtungsstoffe/-systeme festzulegen.

Feuerverzinken • Aussparungen in Aussteifungsrippen, Stegen oder ähnlichen Bauteilen sollten einen


Für das feuerverzinkungsgerechte Konstru- Radius von mindestens 50 mm besitzen (Bild 7).
ieren sind die Regelungen in DIN EN ISO • Bei Verbundkonstruktionen sind die Stahloberflächen mit einer quellfesten und
14713 zu beachten. verseifungsbeständigen Beschichtung, z. B. auf Epoxydharzbasis, 5 cm in den Beton
Insbesondere ist zu beachten: hineingehend zu beschichten.
– Vermeidung geschlossener Hohlräume
oder Vorsehen von Entlüftungsöffnungen, • Das Verbinden von Bauteilen aus Metallen mit unterschiedlichen elektrochemischen
– Vermeidung großflächiger Überlappungen Potential sollte vermieden werden. Ist das konstruktiv nicht möglich, sollten die Kontakt-
(> 100 cm2) durch aufeinandergelegte flächen elektrisch isoliert werden (Bild 6).
Bleche und Profile (verdeckte Hohlräume), • Für Stahloberflächen, die nach der Montage nicht mehr zugänglich sind oder besonderen
– Sicherstellung eines ungehinderten Korrosionsbelastungen unterliegen, sind erhöhte Korrosionsschutzmaßnahmen vorzusehen.
Ablaufes der Zinkschmelze.
Stahlbau Arbeitshilfe 1.1 Korrosionsschutzgerechte Gestaltung

a 300
700
200

h
a (mm)

a (mm)
500
h

100 a 300
50 100
Bild 2a 100 700 1000 Bild 2b 0 200 400 600 800 1000
h (mm) h (mm)
Zulässiger Mindestabstand [a] in Abhängigkeit von der Höhe [h] Zulässiger Mindestabstand [a] in Abhängigkeit von der Höhe [h]
zwischen zwei Bauteilen zwischen Bauteil und angrenzender Fläche

Bild 3 Bild 4

ungünstig

Spalt
günstig

Spalt

Bild 5 Bild 6
2 3

ungünstig

Kanten
1 4
abschrägen

1 Bauteile aus Stahl


2 Bauteile aus Aluminium günstig
3 Verbindungsmittel aus Aluminium
4 isolierende Zwischenschichten Bild 7

Literatur Sicherheit: ausgereifte Technik


• Stahlbau Arbeitshilfen und qualifizierte Beratung
Korrosionsschutz 1, 1.2, 1.3, 1.4 • Die Mitgliedsfirmen des Deutschen Stahlbau-
• DIN EN ISO 12944-1/8 Verbandes DSTV beherrschen die modernen
„Korrosionsschutz von Stahlbauten durch Korrosionsschutzverfahren. Diese Unter-
Beschichtungssysteme“ nehmen sind in der Lage, Sie bei der Aus-
• DIN EN ISO 1461 wahl eines wirksamen und wirtschaftlichen
„Durch Feuerverzinken auf Stahl auf- Oberflächenschutzes fachmännisch zu
gebrachte Zinküberzüge (Stückverzinken)“ beraten und diesen auszuführen.
• DIN EN ISO 14713 • Wünschen Sie, z. B. im frühen Entwurfs-
„Schutz von Eisen- und Stahlkonstruktionen stadium, eine firmenneutrale Beratung,
vor Korrosion, Zink- und Aluminium- steht Ihnen BAUEN MIT STAHL gern mit
5. überarbeitete Auflage 11/01

überzüge“ Rat und Information zur Verfügung.


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E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe
1.2 Oberflächenvorbereitung
Korrosionsschutz

Ziel der Oberflächenvorbereitung von Stahl-


Vor- Zustand der vorbereiteten Oberflächen
bauteilen ist es, Stoffe, die sich nachteilig
bereitungs-
auf die Haftung und die Schutzdauer von
grad
Korrosionsschutzsystemen auswirken, zu-
verlässig zu entfernen und den hinsichtlich
Sa 1 Lose(r) Walzhaut/Zunder, loser Rost, lose Beschichtungen und
Reinheit und Rauheit der Stahloberfläche
Bild 4 lose artfremde Verunreinigungen sind entfernt.
geforderten Oberflächenvorbereitungsgrad
zu erreichen. Ausführliche Hinweise und
Sa 2 Nahezu alle(r) Walzhaut/Zunder, nahezu aller Rost, nahezu alle Beschichtungen
Empfehlungen zur Oberflächenvorbereitung
Bild 5 und nahezu alle artfremden Verunreinigungen sind entfernt. Alle verbleibenden
enthält DIN EN ISO 12944-4.
Rückstände müssen fest haften.
Oberflächenvorbereitungsgrade
Sa 2 1/2 Walzhaut/Zunder, Rost, Beschichtungen und artfremde Verunreinigungen sind
1. Primäre (ganzflächige)
Bild 6 entfernt. Verbleibende Spuren sind allenfalls noch als leichte fleckige oder streifige
Oberflächenvorbereitung
Schattierungen zu erkennen.
Walzhaut/Zunder, Rost, vorhandene
Beschichtungen und Verunreinigungen
St 2 Lose(r) Walzhaut/Zunder, loser Rost, lose Beschichtungen und lose artfremde
werden von der Stahloberfläche entfernt.
Verunreinigungen sind entfernt.
Die gesamte Stahloberfläche besteht nach
der Oberflächenvorbereitung aus Stahl.
St 3 Lose(r) Walzhaut/Zunder, loser Rost, lose Beschichtungen und lose artfremde Ver-
Vorbereitungsgrade: Sa, St, Fl und Be
unreinigungen sind entfernt. Die Oberfläche muss jedoch viel gründlicher bearbeitet
2. Sekundäre (partielle)
sein als für St 2, so dass sie einen vom Metall herrührenden Glanz aufweist.
Oberflächenvorbereitung
Rost und andere Verunreinigungen werden
Fl Walzhaut/Zunder, Rost, Beschichtungen und artfremde Verunreinigungen sind
entfernt, intakte Beschichtungen oder
entfernt. Verbleibende Rückstände dürfen sich nur als Verfärbung der Oberfläche
Überzüge verbleiben.
(Schattierungen in verschiedenen Farben) abzeichnen.
Vorbereitungsgrade: PSa, PSt, PMa
Beispiele für Vorbereitungsgrade siehe
Be Walzhaut/Zunder, Rost, Beschichtungen und artfremde Verunreinigungen sind
Tabelle 1
vollständig entfernt. Beschichtungen müssen vor dem Beizen mit Säure mit
geeigneten Mitteln entfernt werden.
Ausgangszustand der
unbeschichteten Stahloberfläche
P Sa 2 1/2 Festhaftende Beschichtungen müssen intakt sein. Von der Oberfläche der anderen
Das Aussehen der vorbereiteten Stahlober-
und PMa Bereiche sind lose Beschichtungen und Walzhaut/Zunder, Rost und artfremde
fläche hängt vom ursprünglichen Oberflächen-
Verunreinigungen entfernt. Verbleibende Spuren sind allenfalls noch als leichte,
zustand und dem für die Oberflächenvor-
fleckige oder streifige Schattierungen zu erkennen.
bereitung angewendeten Verfahren ab. Man
unterscheidet nach DIN EN ISO 8501-1
nachstehende Rostgrade: Tabelle 1: Beispiele für Vorbereitungsgrade Vorbereitungsgrad
A: Stahloberflächen mit festhaftendem
Zunder bedeckt, in der Hauptsache frei
von Rost (Bild 1)
B: Stahloberfläche mit beginnender Zunder- tungssysteme ist die Oberflächenvorbereitung Bewertung der vorbereiteten Oberflächen
abblätterung und beginnendem Rost- durch mechanische Verfahren, insbesondere Die Reinheit wird nur nach dem Aussehen
angriff (Bild 2) Strahlverfahren, am wirtschaftlichsten. der Oberfläche durch Sichtvergleich mit Ver-
C: Stahloberfläche, von der der Zunder weg- gleichsnormalen nach DIN EN ISO 8501-1
gerostet ist oder sich abschaben lässt, die Strahlmittel bewertet. Für Beschichtungen, die stärkeren
aber nur wenige, für das Auge sichtbare Als Strahlmittel werden überwiegend metalli- Korrosionsbelastungen ausgesetzt sind, ist
Rostnarben aufweist (Bild 3) sche Strahlmittel nach ISO 11124 oder nicht- eine Prüfung auf lösliche Salze und andere
D: Stahloberfläche, von der der Zunder metallische nach ISO 11126 verwendet. Man nicht sichtbare Verunreinigungen nach ver-
weggerostet ist und die zahlreiche, für unterscheidet zwischen wiederverwendungs- schiedenen Teilen von DIN EN ISO 8502
das Auge sichtbare Rostnarben aufweist fähigen Umlaufstrahlmitteln, wie z. B. Stahl- zweckmäßig.
guss, Temperguss, Hartguss, Stahldrahtkorn, Für die Bewertung des Rauheitsgrades gilt
Verfahren für die Oberflächenvorbereitung oder Einwegstrahlmitteln, wie z. B. Schmelz- das Vergleichsmusterverfahren nach DIN EN
Verfahren für die Oberflächenvorbereitung kammer-, Kupferhütten-, Hochofen-, Nickel- ISO 8503-2. Die Rautiefe kann mit geeigne-
sind in Tabelle 2 angegeben. Für den Korro- hüttenschlacken. ten Tastschnittgeräten nach DIN EN ISO
sionsschutz von Stahlbauten durch Beschich- 8503-4 erfolgen. Für die zu beschichtende
Stahlbau Arbeitshilfe 1.2 Korrosionsschutz Oberflächenvorbereitung

Stahloberflächen soll die Rauheit dem Rau-


Verunreinigungen Verfahren
heitsgrad „mittel G“ oder „mittel S“ nach
DIN EN ISO 8503-1 entsprechen. Die mitt-
Fett und Öl/ Reinigen mit Wasser,
lere maximale Rautiefe Ry5 (früher RZDIN)
wasserlösliche Dampfstrahlen,
soll ca. 40 bis 80 µm betragen.
Verunreinigungen, Reinigen mit Emulsionen,
z. B. Salze Reinigen mit Alkalien
Literatur
• Stahlbau Arbeitshilfen
Walzhaut/Zunder Beizen mit Säure, Trockenstrahlen, Nassstrahlen, Flammstrahlen
Korrosionsschutz 1, 1.1, 1.3, 1.4
• DIN EN ISO 12944-1/8
Rost Gleiche Verfahren wie für Walzhaut/Zunder
„Korrosionsschutz von Stahlbauten durch
außerdem: Reinigen mit maschinell angetriebenen Werkzeugen
Beschichtungssysteme“
Druckwasserstrahlen, Spot-Strahlen
• Richtlinie „Korrosionsschutz von Stahlbau-
ten in atmosphärischen Umgebungsbedin-
Beschichtungen Abbeizen, Trockenstrahlen, Nassstrahlen,
gungen durch Beschichtungssysteme“, DSTV
Druckwasserstrahlen, Sweepstrahlen, Spot-Strahlen
• Verbände-Richtlinie
„Korrosionsschutz von Stahlbauten –
Zinkkorrosionsprodukte Sweepstrahlen, Alkalisches Reinigen
Duplex-Systeme“, DSTV, BVK, VdL, IVF
• Korrosionsschutz von Stahlbauten durch
Tabelle 2: Verunreinigungen der Oberfläche und Verfahren zu deren Entfernung nach Beschichtungssysteme, VdL, BVK
DIN EN ISO 12944-4, Anhang C
Sicherheit: ausgereifte Technik
und qualifizierte Beratung
• Die Mitgliedsfirmen des Deutschen Stahlbau-
Beispiele für Beispiele für Verbandes DSTV beherrschen die modernen
unbehandelte Stahloberflächen behandelte Stahloberflächen Korrosionsschutzverfahren. Diese Unter-
nehmen sind in der Lage, Sie bei der Aus-
wahl eines wirksamen und wirtschaftlichen
Oberflächenschutzes fachmännisch zu
beraten und diesen auszuführen.
• Wünschen Sie, z. B. im frühen Entwurfs-
stadium, eine firmenneutrale Beratung,
steht Ihnen BAUEN MIT STAHL gern mit
Rat und Information zur Verfügung.

Bild 1: Ausgangszustand „A“ Bild 4: „Sa 1“

Bild 2: Ausgangszustand „B“ Bild 5: „Sa 2“

Bild 2: Ausgangszustand „B“ Bild 2: Ausgangszustand „B“


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Bild 3: Ausgangszustand „C“ Bild 6: „Sa 2 1/2“ Postfach 10 48 42 · 40039 Düsseldorf
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Repräsentative fotografische Beispiele (Vergleichsnormale) enthält DIN EN ISO 8501-1. Internet: www.bauen-mit-stahl.de
Für die Vorbereitungsgrade Be und P gibt es keine fotografischen Beispiele. E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe
1.3 Beschichtungsstoffe
Korrosionsschutz

Stahl lässt sich durch Beschichtungen opti-


mal gegen Korrosion schützen. Vorausset-
zungen für das Erreichen einer langen Schutz-
dauer ist die richtige Wahl des Beschichtungs-
systems. In DIN EN ISO 12944-5 werden Be-
schichtungsstoffe und Beschichtungssysteme
für den Korrosionsschutz von Stahlbauten
beschrieben. Zehn Tabellen ermöglichen die
Auswahl eines geeigneten Beschichtungs-
systems in Abhängigkeit von der Korrosions-
belastung, der Oberflächenvorbereitung und
der geforderten Schutzdauer für den jewei-
ligen Anwendungszweck.

Beschichtungsstoffe
Beschichtungsstoffe sind Mehrstoffsysteme,
deren Eigenschaften ebenso wie die Eigen-
schaften der daraus entstehenden Beschich-
tungen durch Art und Menge ihrer Bestand-
teile
• Bindemittel,
• Pigmente und Füllstoffe, Beschichtungssysteme Für den Schutz gestrahlter Stahloberflächen
• Lösemittel (organisch oder Wasser), Das „klassische“ Beschichtungssystem während der Fertigung der Bauteile werden
• Additive besteht aus auch Fertigungsbeschichtungen angewendet,
bestimmt werden. • Grundbeschichtung die das Schweißen zulassen. Fertigungs-
Beschichtungsstoffe werden überwiegend • Zwischenbeschichtung beschichtungsstoffe müssen die Zulassungs-
nach der Art des Bindemittels klassifiziert, • Deckbeschichtung bedingungen der DASt-Richtlinie 006 erfüllen.
z. B. Acrylharz- oder Epoxidharz-Beschich- Für bestimmte Anwendungen, insbesondere Die Grundbeschichtung dient dem Korro-
tungsstoff. bei geringeren Korrosionsbelastungen, gelten sionsschutz und der Haftvermittlung. Sie
Hinsichtlich der Filmbildung unterscheidet normgemäß auch Einschichtbeschichtungen muss auf dem Substrat gut haften, eine
man in drei Hauptgruppen: als Beschichtungssysteme. Basis für die nachfolgenden Zwischen- oder
• Oxidativ härtende (trocknende),
z. B. Alkydharz oder Urethanalkydharz
• Physikalisch trocknende, Tabelle 1: Schutzdauer von Beschichtungssystemen in Abhängigkeit von der Schichtdicke
z. B. PVC, Acrylharz
• Reaktionsbeschichtungsstoffe, Korrosionsbelastung Schutzdauer Sollschicht- Bindemittelbasis
z. B. Epoxidharz, Polyurethan nach nach dicke des
Durch Verwendung von High solid- und DIN EN ISO 12944-2 DIN EN ISO 12944-1 [µm] Beschichtungssystems
Hydro-Beschichtungsstoffen kann eine deut-
liche Reduzierung von VOC (Lösemittel)- C1 Korrosionsschutz aus technischen Gründen nicht erforderlich
Emissionen in die Atmosphäre erreicht werden.
kurz 2 – 5 Jahre 80
Ausführung der Beschichtungsarbeiten C2 mittel 5 – 15 Jahre 120 Alkydharz
lang über 15 Jahre 160 Acrylharz
Beschichtungen dürfen nur auf entsprechend
PVC
vorbereiteten Oberflächen aufgetragen wer- kurz 2 – 5 Jahre 120 Epoxidharz
den. Bei der Verarbeitung der Stoffe sind die C3 mittel 5 – 15 Jahre 160 Polyurethan
technischen Merkblätter der Stoffhersteller zu lang über 15 Jahre 200
beachten. Als Applikationsverfahren kommen
Streichen, Rollen und Spritzen (Airless oder kurz 2 – 5 Jahre 160 PVC
Airmix) zur Anwendung. C4 mittel 5 – 15 Jahre 200 Epoxidharz
lang über 15 Jahre 240 – 280 Polyurethan

kurz 2 – 5 Jahre 200


Epoxidharz
C5 mittel 5 – 15 Jahre 240 – 280
Polyurethan
lang über 15 Jahre 320
Stahlbau Arbeitshilfe 1.3 Korrosionsschutz Beschichtungsstoffe

System-Nr. Beschichtungssystem Erwartete Schutzdauer des Beschichtungssystems in atmosphärischen Umgebungsbedingungen


DIN EN ISO mit unterschiedlicher Korrosionsbelastung/Korrosivitätskategorie
12944-5 Bindelmittel- Sollschicht- C2 (gering) C3 (mäßig) C4 (stark) C5 (stark)
Anhang A1 Basis dicke [µm] kurz mittel lang kurz mittel lang kurz mittel lang kurz mittel lang

S 1.01 AK/AY 100

S 1.09 AK 160

S 1.29 EP/PUR 160

S 1.35 EP/PUR 240

S 1.11 EP/PUR 280

S. 1.06 EP/PUR 320

Tabelle 2: Auswahl von Beschichtungssystemen geeignet geeignet, aber ungeeignet


nach DIN EN ISO 12944-5 unwirtschaftlich

Deckbeschichtungen ergeben und durch ihre Duplex-Systeme Sicherheit: ausgereifte Technik


Pigmentierung (z. B. Zinkstaub) die wesent- Ein Duplex-System ist die Kombination eines und qualifizierte Beratung
liche Korrosionsschutzfunktion überneh- metallischen Überzuges, z. B. hergestellt durch • Die Mitgliedsfirmen des Deutschen Stahlbau-
men. Hinsichtlich Pigmentierung werden Feuerverzinkung oder Spritzmetallisierung, Verbandes DSTV beherrschen die modernen
Grundbeschichtungen unterschieden in mit einer Beschichtung. Die Schutzdauer ist Korrosionsschutzverfahren. Diese Unter-
Zinkstaub-Grundbeschichtungen und sol- durch den aus dieser Kombination resultie- nehmen sind in der Lage, Sie bei der Aus-
che, die „diverse“ Korrosionsschutz-Pig- renden Synergie-Effekt um den Faktor 1,5 bis wahl eines wirksamen und wirtschaftlichen
mente enthalten, in der Regel Zinkphosphat. 2,5 mal größer als die Summe Schutzdauer Oberflächenschutzes fachmännisch zu
Die Hauptfunktion von Zwischenbeschich- Überzug/Beschichtung. Für die Beschichtung beraten und diesen auszuführen.
tungen ist die Barrierewirkung für das Be- sind nur Beschichtungsstoffe zu verwenden, • Wünschen Sie, z. B. im frühen Entwurfs-
schichtungssystem. Aus diesem Grund können deren Eignung für Zinküberzüge im techni- stadium, eine firmenneutrale Beratung,
sie auch Korrosionsschutzpigmente mit Bar- schen Merkblatt des Stoffherstellers ausge- steht Ihnen BAUEN MIT STAHL gern mit
rierewirkung enthalten, z. B. Eisenglimmer. wiesen ist. Rat und Information zur Verfügung.
Die Deckbeschichtung ist verantwortlich für Es gibt Beschichtungsstoffe, mit denen Zink-
die gewünschten optischen Eigenschaften des überzüge direkt beschichtet werden können.
Beschichtungssystems und für seine Wetter- Wird für Beschichtungsstoffe als Oberflächen-
belastbarkeit (UV-Beständigkeit). vorbereitung für Zinküberzüge „Sweepen“
ausdrücklich verlangt, sind die in der Richt-
Schutzdauer von Beschichtungen linie Korrosionsschutz des DSTV empfohle-
Die Schutzdauer eines Beschichtungssystems nen Sweep-Parameter einzuhalten.
ist abhängig von der Art der Beschichtung
und der Korrosionsbelastung. Von entschei- Literatur
dender Bedeutung für die Wirksamkeit einer • Stahlbau Arbeitshilfen
Beschichtung ist aber auch die Schichtdicke. Korrosionsschutz 1, 1.1, 1.2, 1.4
Bei Korrosionsbelastungen entsprechend • DIN EN ISO 12944-1-8
Korrosivitätskategorie C1, z. B. im Inneren „Korrosionsschutz von Stahlbauten durch
beheizter Gebäude, wird bereits mit einer Beschichtungssysteme“
Sollschichtdicke von 80 µm Langzeitkorro- • Verbände-Richtlinie
sionsschutz erreicht. Bei Freibewitterung und „Korrosionsschutz von Stahlbauten –
mit zunehmender Korrosionsbelastung reicht Duplex-Systeme“, DSTV, BVK, VdL, IVF
diese Schichtdicke nicht einmal aus, die • Richtlinie „Korrosionsschutz von Stahl-
Schutzdauer „kurz“ zu erreichen. Tabelle 1 bauten in atmosphärischen Umgebungs-
enthält Beispiele für die Schutzdauer von bedingungen durch Beschichtungs-
Beschichtungen in Abhängigkeit von Schicht- systeme“, DSTV
5. überarbeitete Auflage 11/01

dicke und Korrosionsbelastung. • Korrosionsschutz von Stahlbauten durch


Beschichtungssysteme, VdL, BVK Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf
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Stahlbau Arbeitshilfe
1.4 Feuerverzinken
Korrosionsschutz

Feuerverzinken ist das gebräuchlichste Ver-


fahren, Eisen oder Stahlteile durch Eintauchen
in eine flüssige Zinkschmelze mit einem Zink-
überzug zu versehen.
Die Schutzdauer eines Zinküberzuges ist
bei atmosphärischer Belastung in der Regel
höher als die von Beschichtungssystemen.
Normative und informative Hinweise zum
Feuerverzinken (Stückverzinken) enthält
DIN EN ISO 1461. Entfet- Spül- Beiz- Spül- Fluß Trocken- Zink- Wasser-
tungsbad bad bad bad mittelbad ofen bad bad

Anwendungsbereich
Grundsätzlich kann jede Stahlkonstruktion Schematischer Verfahrensablauf der Feuerverzinkung (Varianten sind möglich)
feuerverzinkt werden, sofern die verfahrens-
bedingten und konstruktiven Einschränkun- die Stahlkonstruktionen ohne mechanische der Topografie der Stahloberfläche (Tabelle 1).
gen beachtet werden. Besonders vorteilhaft Oberflächenvorbereitung den Feuerverzinke- Silbrig glänzende Zinküberzüge, wie sie all-
ist es, feingliedrige Stahlkonstruktionen wie reien angeliefert. Verunreinigungen, die durch gemein für die Anwendung der Feuerverzin-
z. B. Maste, Hochregallager u. a. zu verzinken. Entfetten und Beizen nicht zu beseitigen sind, kung unter gestalterischen oder ästhetischen
z. B. Beschichtungsreste, Schweißschlacken Gesichtspunkten gewünscht werden, sind nur
Grundsätze der baulichen Durchbildung bzw. -rückstände u. ä., sind vom Anlieferer mit Stählen mit einem Si+P-Gehalt < 0,03 %
Bei der Planung und Konstruktion von Stahl- zu entfernen. oder durch Verwendung speziell legierter
bauteilen sind wesentliche Grundsätze des Das Feuerverzinken erfolgt in Zinkschmelzen Zinkschmelzen erreichbar.
korrosionsschutzgerechten und insbesondere bei Temperaturen von ca. 450 °C. Gebräuch-
des verzinkungsgerechten Konstruierens zu liche Kesselmaße für die Verzinkung von Schichtdicke
beachten. Nur dann können ausreichender Stahlkonstruktionen sind Die Mindestschichtdicken von Zinküber-
Korrosionsschutz und befriedigende Zink- Länge: ca. 7 bis 16 m zügen für Stahlteile in Abhängigkeit von der
überzüge erreicht und ein Verzug der Kon- Breite: ca. 1,30 bis 1,90 m Materialdicke ist in Tabelle 2 angegeben.
struktion, Risse oder andere Beschädigungen Tiefe: ca. 1,80 bis 3,20 m Die Werte werden in der Praxis meist über-
der Bauteile weitestgehend vermieden wer- Bei überlangen Stahlkonstruktionen kann schritten. Sie sind abhängig vom Si+P-Gehalt
den. Empfehlungen werden in DIN EN ISO durch Doppeltauchung die Feuerverzinkung des Stahls, der Zusammensetzung der Zink-
14713 gegeben. Insbesondere sicherheitsre- ermöglicht werden. schmelze und den Verzinkungsbedingungen.
levante Besonderheiten beim Feuerverzinken, Die Schichtdicke kann mit magnetischen
wie Verzinkungsverhalten von Stahl Messgeräten nach DIN EN ISO 2178 wie die
• Vermeidung geschlossener Hohlräume Feuerverzinken ist eine Reaktion der Stahl- Schichtdicke von Beschichtungen gemessen
oder Vorsehen von Entlüftungsöffnungen, oberfläche mit der Zinkschmelze. Das Ergeb- werden.
• Vermeidung großflächiger Überlappungen nis dieser Reaktion, der Zinküberzug bzw. die
(> 100 cm2) durch aufeinandergelegte Zink-Eisen-Legierung, ist in entscheidendem Ausbesserung
Bleche und Profile (verdeckte Hohlräume), Maße abhängig von der chemischen Zusam- Die Summe der Bereiche ohne Überzug
• Sicherstellung eines ungehinderten mensetzung, insbesondere vom Si + P-Gehalt (Fehlstellen) darf 0,5 % der Gesamtoberfläche
Ablaufes der Zinkschmelze der Stähle, von den Verzinkungsbedingungen eines Einzelteiles nicht überschreiten, eine
sind zu beachten. (Schmelzetemperatur, Tauchdauer) und von Einzelfehlstelle darf nicht > 10 cm2 betragen.
Bei der Planung von Stahlbauteilen, die feuer-
verzinkt werden sollen, sollte möglichst früh- Nr. Silizium + Phosphor [%] Zinküberzug
zeitig eine Abstimmung mit dem Feuerver-
zinkungsunternehmen zur Festlegung wesent- 1 < 0,03 silbrig glänzend,
licher Qualitätsparameter erfolgen. Zinkblume, niedrige Schichtdicke

2 0,03 ... < 0,13 grau, z. T. grießig,


Technologie des Feuerverzinkens Sandelin-Bereich hohe Schichtdicke
Das Feuerverzinken (Schema) erfordert eine
3 0,13 ... < 0,28 silbrig-glänzend bis mattgrau,
metallisch blanke Oberfläche (Oberflächen- Sebisty-Bereich mittlere Schichtdicke
vorbereitungsgrad Be nach DIN EN ISO
12944-4). Diese wird durch Entfetten und 4 ≤ 0,28 mattgrau,
hohe Schichtdicke
Entfernen von Rost und Zunder in Salzsäure-
Beizbädern mit anschließender Flussmittel-
behandlung hergestellt. In der Regel werden Tabelle 1: Klassifizierung des Verzinkungsverhaltens von Baustählen
Stahlbau Arbeitshilfe 1.4 Korrosionsschutz Feuerverzinken

Bauteildicke Mindestschichtdicke Korrosivitäts- Dickenverlust von Zink


Literatur
[mm] [µm] kategorie [µm] • Stahlbau Arbeitshilfen
Korrosionsschutz 1, 1.1, 1.2, 1.3
Stahl ≥ 6 mm 85 C 1 unbed. ≥ 0,1 • DIN EN ISO 1461
Stahl ≥ 3 mm < 6 mm 70 C 2 gering > 0,1 – 0,7 „Durch Feuerverzinken auf Stahl auf-
gebrachte Zinküberzüge (Stückverzinken),
Stahl ≥ 1,5 mm < 3mm 55 C 3 mäßig > 0,7 – 2,1 Anforderungen und Prüfungen“
Stahl < 1,5 mm 45 C 4 stark > 2,1 – 4,2
• DIN EN ISO 14713
„Zink- und Aluminiumüberzüge, Leitfäden“
Guss ≥ 6 mm 80 C 5 sehr stark I > 4,2 – 8,4 • DIN EN ISO 12944-1-8
„Korrosionsschutz von Stahlbauten durch
Guss < 6mm 70 C 5 sehr stark M > 4,2 – 8,4
Beschichtungssysteme“
• Verbände-Empfehlung „Korrosionsschutz
Tabelle 2: Mindestschichtdicken von Tabelle 3: Dickenverlust von Zink in von Stahlbauten durch Feuerverzinken“,
Zinküberzügen nach DIN EN ISO 1461 Abhängigkeit von der Korrosionsbelastung DSTV, IVF
nach DIN EN ISO 12944-2 • Merkblätter des
Stahl-Informations-Zentrums, Düsseldorf,
Die Ausbesserung muss durch thermisches ist in Tabelle 3 ausgewiesen. Abbildung 1 M 293, M 359 und M 329
Spritzen mit Zink oder durch eine geeignete zeigt den Dickenverlust in Abhängigkeit vom
Zinkstaubbeschichtung nach Oberflächen- SO2-Gehalt der Atmosphäre. Die mittleren Sicherheit: ausgereifte Technik
vorbereitung der Fehlstelle zum Vorberei- Jahresdurchschnittswerte für SO2 liegen in und qualifizierte Beratung
tungsgrad Sa 2 1/2 bzw. PMa nach DIN EN Deutschland zwischen 5 und 25 µg/m3, meist • Die Mitgliedsfirmen des Deutschen Stahlbau-
ISO 12944-4 erfolgen. In Deutschland werden um 10 µg/m3. In Bereichen der verzinkten Verbandes DSTV beherrschen die modernen
für die Ausbesserung zinkreiche Beschich- Konstruktion mit örtlich höheren Korrosions- Korrosionsschutzverfahren. Diese Unter-
tungsstoffe auf Basis 2-Komponenten-Epoxid- belastungen, z. B. lange Befeuchtungsdauer, nehmen sind in der Lage, Sie bei der Aus-
harz oder luftfeuchtigkeitshärtendem 1-Kom- Ablagerungen von Verunreinigungen u. a., wahl eines wirksamen und wirtschaftlichen
ponenten-Polyurethan empfohlen. kann der Dickenverlust pro Jahr erheblich Oberflächenschutzes fachmännisch zu
größer sein. beraten und diesen auszuführen.
Schutzdauer • Wünschen Sie, z. B. im frühen Entwurfs-
Die Schutzdauer von Zinküberzügen bei Verbindungsmittel stadium, eine firmenneutrale Beratung,
atmosphärischer Belastung kann näherungs- Für feuerverzinkte Stahlkonstruktionen sollten steht Ihnen BAUEN MIT STAHL gern mit
weise aus der Schichtdicke und den durch- auch feuerverzinkte Verbindungsmittel ver- Rat und Information zur Verfügung.
schnittlichen jährlichen Dickenverlust be- wendet werden. Für die Feuerverzinkung von
rechnet werden. Der jährliche Dickenverlust Verbindungsmitteln gilt DIN 267 T10.
in Abhängigkeit von der Korrosionsbelastung

3,0

2,5
Zinkabtrag [μm]

2,0

1,5

1,0

0,5

0
0 10 20 30 40 50 60 70
Schwefeldioxid [μg/m3]

Bild 1: Zinkabtrag in Abhängigkeit von SO2-Belastung (nach Knotkova/Porter)


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2.1 und Träger
Brandschutz für Stützen
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Vernünftig:
Mindestdicke für Mindestdicke für
Baulicher Brandschutz „nach Maß“!
kastenförmige Ummantelungen Putzbekleidung von Trägern sowie
Gebäude und deren Teile sind so zu bemes-
mit Silikat-Platten von Stützen Zug- und Druckstäben von Fachwerken
sen, daß sie im Brandfall ausreichend lang Werte nach Herstellerangaben (in mm) Werte nach Herstellerangaben (in mm)
funktionsfähig bleiben. Stahlkonstruktionen
U = Profilumfang A = Profilfläche U = Profilumfang A = Profilfläche
erreichen mit geeigneten Brandschutzmaß-
nahmen jede gewünschte Feuerwiderstands- Feuerwiderstandsklassen Feuerwiderstandsklassen
klasse nach DIN 4102 Teil 2: F 30 (= Feuer- U/A m-1 F 60 F 90 F 120 U/A m-1 F 60 F 90 F 120
widerstandsdauer min. 30 Min.), F 60, 90, – 60 15 < 90 15 20 25
120 und 180. Allerdings: 10 20
61 – 85 90 – 119 15 25 30
Brand ist ein Lastfall wie alle anderen in der 86 – 100 12 20 120 – 179 20 30 40
Statik; Brandschutzmaßnahmen sollten daher 30
101 – 120 180 – 300 20 35 45
stets „nach Maß“ bemessen werden – also 15
121 – 130 35
nach der jeweils von Bauart und Nutzung 25
abhängigen Brandgefährdung. Eine höhere 131 – 155 Die gebräuchlichsten
Feuerwiderstandsklasse als hiernach erforder- 156 – 170 30 40 Brandschutz-Bekleidungen
20
lich ist unwirtschaftlich. Der Stahlbau hat vie- 176 – 200 35 Bei stählernen Stützen und Trägern – abge-
le Brandschutz-Lösungen entwickelt, die zu- 201 – 215 sehen von Verbundkonstruktionen und sehr
40 50
gleich auch wichtige Aufgaben der Gestal- 216 – 275 25 massigen Profilen – werden Brandschutz-
tung, des Schall-, Wärme- und Korrosions- 276 – 300 30 45 60 maßnahmen erforderlich, wenn eine Feuer-
schutzes erfüllen. widerstandsklasse F 30 und darüber erreicht
werden muß. Man unterscheidet direkten
Brandschutzaufwand – • Kombination von Stahl mit Beton (Kernfül- Schutz durch Ummantelungen bzw. Be-
verringert durch richtige Planung lung von Hohlprofilstützen mit Beton, aus- schichtungen und direkten Schutz durch
Der Brandschutz von Bauteilen ist nicht im- betonierte Kammern bei Trägern und Stützen) Abschirmungen. Die für den Brandschutz
mer der einzige und günstigste Weg: Brand- • Ableiten der Wärme (Wasserfüllung von verwandten Materialien bzw. Bauweisen sind
gefahr und Brandschutzaufwand lassen sich Hohlprofilstützen). entweder genormt (aufgelistet in DIN 4102
oft auch durch andere, gleichwertige Maß- Grundsätzlich gilt: Massige Stahlprofile Teil 4) oder herstellergebunden (Prüfzeugnis
nahmen verringern. Beispiele, wie der Planer (= kleines Verhältnis von Profilumfang U oder allgemeine bauaufsichtliche Zulassung
so den Ermessensspielraum der bauaufsicht- zu Profilfläche A) erwärmen sich langsamer erforderlich). Tabellen für Mindestdicken von
lichen Vorschriften ausschöpfen kann: und haben daher eine größere Feuerwider- Bekleidungen sind in DIN 4102 Teil 4, im
• Begrenzungen des Brandes durch standsdauer als dünnwandige Profile; dies Stahlbau-Kalender bzw. in den Prüfzeugnis-
Unterteilung in Brandabschnitte wird auch in DIN 4102 berücksichtigt. sen enthalten.
• Konzentration der Brandbelastung in
besonderen Gebäudeabschnitten
• Dachöffnungen für Wärmeabzug Einsatz-
Gebräuchliche Ummantelungen für Stützen und (Fachwerk-)Träger
• Selbsttätige Feuerlöschanlagen gebiete
(z. B. Sprinkler) Stützen geeignet beschränkt geeignet geeignet geeignet geeignet
Träger beschränkt geeignet geeignet beschränkt geeignet geeignet
Das Brandverhalten stählerner Stützen
Fachwerke geeignet geeignet
und Träger
Örtlich hergestellt Vorgefertigt
Bei Erwärmung auf mehr als 500 °C verlieren Herstellung
voll beanspruchte Stahlbauteile ihre Funk- gegossen gespritzt Platten Formteile Matten
tionsfähigkeit. Wo der Zeitraum bis zur Errei- Profilfolgend od.
Form Profilfolgend Kastenförmig
chung dieser „kritischen Temperatur“ nicht Kastenförmig
der geforderten Feuerwiderstandsdauer ent- Baustoffe Gips 1) Torkret-Beton 2) Gips 1) Gips 1) Mineralfasern 2)
1) Genormt in
spricht, kann er durch folgende Maßnahmen Beton 1) Vermiculite 2) Gipskarton 1) Gipsperlite 2)
verlängert werden: DIN 4102 Mineralfasern 2) Fiber-Silikat 2) Mineralfasern 2)
• Verzögerung des Wärmedurchganges Teil 4 Vermiculite-
2) Hersteller-
durch Bekleidungen (z. B. Ummantelungen, Zement 2)
Beschichtungen, Unterdecken) oder durch gebunden,
Calcium-Silikat 2)
Betonummantelung bei Stützen Prüfzeugnis
= häufiger benutze Faser-Calcium-
Baustoffe Silikat 2)
Steinwolle 2)
Stahlbau Arbeitshilfe 2.1 Brandschutz für Stützen und Träger

Bei größeren Bauten ist es wirtschaftlich, die Verbundbaukonstruktionen


Bekleidungsdicke entsprechend dem Verhält- Bei betongefüllten Hohlprofilstützen, beton-
nis U : A abzustufen. ummantelten I-Profilstützen sowie kammer-
betonierten Trägern und Stützen trägt der
Spritzputzummantelungen Beton nicht nur zur Traglasterhöhung bei,
sind besonders wirtschaftlich für den Schutz sondern übernimmt gleichzeitig brandschutz-
vollwandiger Träger und Fachwerkträger; für Profilfolgende technische Aufgaben. Je nach Art und Aus-
Stützen sind sie ebenfalls geeignet, wenn die Spritz- führung des Bauteils sind Feuerwiderstands-
Oberfläche vor mechanischen Beschädigun- ummantelung dauern bis F 180 erzielbar. Nähere Angaben
gen im Verkehrsbereich geschützt wird. Wo enthält DIN 4102 Teil 4 (03.94).
nicht spritzrauhe, sondern gebrauchsfertige
Oberflächen gewünscht werden, können Literatur
Zement-Hartmantelputze oder Metallverklei- • DIN 4102 Teil 2, Brandverhalten von
dungen (gleichzeitig mechanischer Schutz) Kasten- Baustoffen und Bauteilen
eingesetzt werden. Die bewährten Vermicu- förmige Um- • DIN 4102Teil 4, Brandverhalten von
lite- und Mineralfaser-Spritzputze, ggf. mit mantelung Baustoffen und Bauteilen
Haftmittelzusätzen, haften ohne Putzträger mit vor-
• Stahlbau-Kalender
gefertigten
sicher auf den Stahlbauteilen. Voraussetzung Platten • Stahlbau-Arbeitshilfen
ist, daß der vorhandene Untergrund (Korro- – 2.2 Brandschutz bei Wänden
sionsschutzbeschichtung) verträglich d. h. – 2.4 Brandschutz bei Decken
verseifungsbeständig ist. Bewährt haben sich – 10 Verbundbauweise
Beschichtungen mit Bindemitteln auf Acryl- • J. Falke, K.-H. Halfkann: Brandschutz nach
harz-, Epoxidharz- und Epoxidesterharzba- Maß im Industriebau
sis. Näheres ist den Zulassungsbescheiden Ummantelung • Rüdiger Haß, Claus Meyer-Ottens,
zu entnehmen. Bei geringer Korrosionsbean- mit Mineral- Ulrich Quast: Verbundbau Brandschutz
spruchung können Spritzputze auch ohne fasermatten Handbuch
besonderen Korrosionsschutz unmittelbar und Blech- • Rüdiger Haß, Claus Meyer-Ottens,
verkleidung
auf die gestrahlte Stahloberfläche aufgebracht Ekkehard Richter: Stahlbau Brandschutz
werden. Handbuch

Plattenummantelungen Sicherheit: ausgereifte Technik


werden trocken und zimmermannsmäßig und qualifizierte Beratung
verarbeitet und weisen gleichbleibende Die Mitgliedsfirmen des Deutschen Stahlbau-
Qualität und Dicke auf. Sie können durch Verbandes haben die Erfahrung, Sie bei der
Schrauben, Nageln oder Kleben (Stoßausbil- Auswahl eines wirksamen und wirtschaft-
Kammer-
dung nach Herstellerangaben) befestigt wer- gefüllte Träger lichen Brandschutzes im Einzelfall fachmän-
den. In der Regel ist eine Korrosionsschutz- nisch zu beraten und diesen auszuführen
Grundbeschichtung erforderlich. Die Ober-
flächen sind glatt, eben und fertig zur weite- Die Organisation BAUEN MIT STAHL steht
ren Behandlung. Plattenummantelungen Ihnen mit ihren Ingenieuren ebenfalls gern
werden vorzugsweise für Stützen eingesetzt, zur Verfügung
für Träger nur bei kleineren Objekten und • wenn Sie (z. B. im frühen Entwurfsstadium)
dort, wo Trockenbauweise erwünscht ist. eine firmenneutrale Beratung wünschen
Kammerge- oder
füllte Stütze
Ummantelungen aus Mineralfasermatten • wenn Sie (auch im Gespräch mit den
erhalten ggf. aus optischen Gründen zusätz- Behörden) die erforderlichen und angemes-
liche Blechverkleidungen. senen Brandschutzmaßnahmen bei einem
konkreten Stahlbauprojekt ermitteln wollen.
Dämmschichtbildende Beschichtungen Mehrere Dämmschicht-Systeme sind zur
Mit Dämmschichtbildern, die ihre brand- Verwendung im Gebäudeinneren für F 30
schützende Schicht erst unter Feuereinwir- und F 60 zugelassen, eines ist für Außenbau-
kung bilden, bleibt das Stahlprofil als archi- teile und Bauteile in Feuchträumen anwend-
tektonisches Element sichtbar. Sie werden bar. Die Auftragsmengen und Schichtdicken
wie Anstriche aufgebracht, erlauben vielfäl- für Stützen und Träger sind unterschiedlich
tige Farbgebung und sind gleichzeitig Be- und bei massiveren Querschnitten geringer
7. überarbeitete Auflage 4/99

standteil des Korrosionsschutzsystems. als bei dünnwandigen.


Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf
Postfach 10 48 42 · 40039 Düsseldorf
Telefon (02 11) 67 07-828
Telefax (02 11) 67 07-829
Internet: www.bauen-mit-stahl.de
E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe
2.2 Brandschutz bei Wänden
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Vernünftig: Funktionen von


abschließenden sowie tragenden und nicht-
Baulicher Brandschutz „nach Maß“! tragenden Wänden unterschieden; manche

raumabschließend
Wänden
Brand ist ein Lastfall wie in der Statik; Brand- Bauteile haben doppelte Funktion.

abschließend

nichttragend
schutzmaßnahmen sollten daher stets „nach

nichtraum-
Maß“ bemessen werden – also nach der Brandschutzanforderungen

tragend
jeweils von Bauart und Nutzung abhängigen DIN 4102 Teil 2 enthält die Prüfanforderun-
Brandgefährdung. Eine höhere Feuerwider- gen an raumabschließende und/oder tra-
standsklasse als hiernach erforderlich ist un- Trennwände • • • gende Wände zur Einreihung in die einzelnen
wirtschaftlich. Der Brandschutz von Bauteilen Feuerwiderstandsklassen F 30 (feuerhemmend,
Wände in Rettungswegen • • •
ist nicht immer der einzige und günstigste Feuerwiderstandsdauer mindestens 30 Minu-
Weg; Brandgefahr und Brandschutzaufwand Treppenraumwände • • • ten), F 60, F 90 (feuerbeständig), F 120, F 180.
lassen sich oft auch durch andere, gleich- Raumabschließende Wände sollen die Brand-
Brandwände • • •
wertige Maßnahmen verringern – z. B. Be- übertragung auf andere Räume bzw. Gebäude
grenzung des Brandes durch Unterteilung in Innenwandscheiben mit (-teile) verhindern und müssen daher während
• •
Brandabschnitte, Konzentration der Brand- und ohne Öffnungen der geforderten Feuerwiderstandsdauer
belastung in besonderen Gebäudeabschnitten, • dicht anschließen (kein Feuerdurchgang),
Außenwandscheiben
Dachöffnungen für Wärmeabzug, selbsttätige (raumhoch) b > 1,0 m
• • • • wärmedämmend sein (keine unzulässige
Feuerlöschanlagen (z. B. Sprinkler). Erwärmung auf der dem Feuer
Außenwandscheiben abgewandten Seite),
• •
Begriffe b < 1,0 m • stoßfest sein und
Aus der Sicht des Brandschutzes wird zwi- Brüstungen, Schürzen • • • unter der Gebrauchs- bzw. Eigenlast
schen raumabschließenden und nichtraum- standfest bleiben.

Beispiele gebräuchlicher Wandkonstruktionen


Konstruktion Baustoffe Dicke für Funktion* Anmerkung
F 90 in mm A B C D
Massiv-Wände Normalbeton – DIN 1045 100 • • Bekleidungen dürfen
einschalig, auch mit Bekleidung 140/170** • • • als wirksame Wanddicke
Gasbeton – DIN 4223 100 • • herangezogen werden
200/225** • • •
Massiv-Wände gemauert/Wandbauplatten Mauerziegel – DIN 105 115 • • Als Ausfachung für
einschalig gemauert, auch mit Bekleidung Kalksandsteine – DIN 106 Stahlskelette gut
115/140** • • •
Hüttensteine – DIN 398 geeignet
ein- oder zweischalig versetzt, vergossene oder Gips-Wandbauplatten –
80 • •
vermörtelte Fugen, ggf. mit Dämmstoff-Füllung DIN 18163
Innen- und Außenwände

ein- oder zweischalig, Wandbauplatten: auch für Aufzugsschächte


als Kern für weitere Beschichtungen Fiber-Silikat, Calcium-Silikat, 40 – 60 • • und als Rückwände von
und Bekleidungen Spezialgips Nischen und Schränken
Gerippewände Holz, Dämmstoffstreifen, umsetzbar, wenn die Fugen
Gerippe (Kopf- und Fußleisten, Pfosten, Riegel) Stahl offen oder mit Deckleisten
Beplankung (geschraubt, genagelt) Holzwerkstoff – DIN 68763 verschlossen sind. Wände
Gipskartonpl. – DIN 18180 aus Holz und Holzwerk-
• •
Holzwolleleichtbaupl. – DIN 1101 Nach stoffen sowie aus Stahl und
Wandbaupl. s. o. DIN 4102 Fiber-Silikat auch mit tragen-
Dämmschicht (falls erforderlich) Mineralfaserdämmstoff Teil 4 bzw. der Funktion
Holzwolleleichtbaupl. – DIN 1101 Prüfzeugnis
Wandsysteme Pfosten- oder Tafelsysteme Holzelemente eignen sich vorzüglich für
• •
mit Fuß- und Kopfschienen Stahlblechelemente elementierte Stahlbausysteme
Fachwerkwände Gerippe: auch mit Stahl Bekleidung ist auch
aussteifenden Vertikalverbänden • • für Fachwerkträger
Beplankung Beton, Mauerwerk, Wandbaupl. s. o. geeignet
Massiv-Wände Normalbeton unbewehrt – DIN 1045 200
Brandwände

ein- oder zweischalig Normalbeton bewehrt – DIN 1045 120 • • •


Leichtbeton – DIN 4232, Mauerwerk 240 – 300
Gerippe-Wände Gerippe: Stahl • • • Genehmigung im Einzelfall
Beplankung: Fiber-Silikat mit Stahlblech (außen) erforderl. o. allg. Bauaufs. Zul.

* A: raumabschließend B: nicht raumabschließend C: tragend D: nicht tragend ** nach statischer Berechnung


Stahlbau Arbeitshilfe 2.2 Brandschutz bei Wänden

Bauaufsichtliche Vorschriften entsprechenden Innenwände zu behandeln. Die Anforderungen an die Feuerwiderstands-


Die Anforderungen ergeben sich im Regelfall Dasselbe gilt vereinfachend auch für raum- klassen von nichttragenden Außenwänden
wie folgt: abschließende, nichttragende Außenwände. (u. a. Brüstungen und Schürzen), W 30, 60,
• tragende und aussteifende Wände 80, 120, 180, bestimmt DIN 4102 Teil 3.
im Geschossbau: Brüstungen und Schürzen
bei 1- und 2geschossigen Gebäuden: F 30 sind zwar nach DIN 4102 nichttragend und Es gilt dieselbe Klassifizierung in die Feuer-
ab 3 Geschosse: F 90 nichtraumabschließend, erfüllen jedoch zu- widerstandsklassen wie bei nichttragenden
• Wände in Rettungswegen (Fluren): F 30 weilen ebenfalls Brandschutzaufgaben. Innenwänden, wenn nicht besondere Prüf-
• Trennwände zwischen Wohnungen zeugnisse gemäß DIN 4102 Teil 3 vorliegen.
und zwischen besonders brand- Um den Feuerüberschlag zu verhindern,
gefährdeten und anderen Räumen: F 90 fordern die bauaufsichtlichen Vorschriften, Literatur
• Brandwände: F 90 dass Außenwände in bestimmten Bandbreiten • DIN 4102 – Brandverhalten von Bau-
• Treppenraumwände: F 90 feuerwiderstandsfähig sind (Sturz + Decken- stoffen und Bauteilen,
bei mehr als 2 Geschossen: höhe + Brüstung = Feuerüberschlagsweg = Ausgabe Sept. 1977/März 1994
so dick wie Brandwände min. 1 m); dies gilt z. B. im Zwischendecken- • Stahlbau-Handbuch Band 1*
bereich übereinanderliegender Brandab- • Haß, Meyer-Ottens, Quast:
Innenwände schnitte in Hochhäusern. Der Feuerüber- Verbundbau-Brandschutz-Handbuch*
Im Skelettbau haben die Wände meist nur schlag kann dabei auch durch auskragende • Stahlbau-Arbeitshilfen
raumabschließende Funktion, abgesehen von Decken, Fluchtbalkone oder Sonnenschutz – 2.1 Brandschutz für Stützen und Träger
aussteifenden und zugleich vertikal belasteten verhindert werden. – 2.4 Brandschutz für Decken
raumabschließenden Wänden.
* erhältlich über Stahlbau Verlags-
Ausführungsmöglichkeiten für
Die Feuerwiderstandsdauer tragender Wände Brüstungen und Schürzen und Service GmbH, Düsseldorf
wird durch das temperaturabhängige Festig-
keitsverhalten von Beton, Stahl und Stein Architektur, Sicherheit und
bestimmt. Bei massiven Wandtypen ist dies A B Wirtschaftlichkeit im Einklang
abhängig von der Wanddicke bzw. der Beton- Wirtschaftliche und architektonisch interes-
überdeckung der Bewehrung, bei Gerippe- sante Lösungen sind möglich, wenn der
wänden von Profilabmessungen sowie Brandschutz bereits in der frühen Planungs-
Bekleidungsart und -dicke. phase Berücksichtigung findet.
Der Service von BAUEN MIT STAHL e. V.
Wände sind allseitig so anzuschließen, dass vorgehängte Außen- Brüstung
und dessen Brandschutzingenieur stehen
ihre trennenden und dämmenden Funktionen wand mit aus- unabhängig von der Ihnen hierfür unterstützend und firmen-
nicht beeinträchtigt werden. Tragende Stahl- reichender Feuer- Außenwand geführt neutral zur Verfügung.
stützen, auch mit dazwischenliegenden aus- widerstandsdauer
steifenden Vertikal-Verbänden, können insge-
samt durch beidseitige Beplankung oder Ver-
kleidung geschützt werden (Fachwerkwände). C D
Dies gilt auch für Fachwerkträger (Binder).

Brandwände
dienen zur Trennung oder Abgrenzung von
Brandabschnitten und müssen zusätzliche
Anforderungen nach DIN 4102 Teil 3 (z. B.
Brüstung als Brüstung mit Decke
gegen Stoßbeanspruchung) erfüllen. Die Vor- vorgehängte Tafel zusammen betoniert
schriften der Bauordnung regeln ihre Anord-
nung sowie ihre Verbindung mit abstützenden
A B C D Baustoffe
Bauteilen.
• • Ortbeton
Brandwände können Tafeln aus:
• für sich allein standfest sein, • • • Schwer-, Gas-, Bims- oder
Holzspanbeton
• sich an das Gebäude oder ein Gebäudeteil
anlehnen (mit oder ohne Aufnahme von • Mauerwerk
Vertikallasten) oder Wandbauplatten aus:
• von den Geschossdecken getragen wer- • Gips, Fiber-Silikat,
6. überarbeitete Auflage 6/01

den, ohne Vertikallasten zu übernehmen. Calcium-Silikat


Gerippewände mit Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf
Außenwände Beplankung aus: Holzwerk- Postfach 10 48 42 · 40039 Düsseldorf
können tragend oder nichttragend, raumab- • stoffen, Gipskarton, Telefon (02 11) 67 07-828
schließend oder nicht raumabschließend sein Holzwolleleichtbauplatten,
Telefax (02 11) 67 07-829
Calcium-Silikat, Spezialgips
(siehe umseitige Tabelle). Tragende Außen- Internet: www.bauen-mit-stahl.de
wände sind brandschutztechnisch wie die • • umsetzbare Tafelsysteme E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe
2.4 Brandschutz für Decken
Vernünftig: • für die Deckenplatte allein durch die Aus- Man unterscheidet Unterdecken
Baulicher Brandschutz „nach Maß“! wahl einer (auch nach oben) ausreichend • aus vorgefertigten Platten mit verspachtel-
Brand ist ein Lastfall wie alle anderen in der widerstandsfähigen Konstruktion (ggf. mit ten Fugen (Deckenraum unzugänglich),
Statik; Brandschutzmaßnahmen sollten daher einer Bekleidung, • aus vorgefertigten montierbaren Platten,
stets „nach Maß“ bemessen werden – also • für die Geschossdecke insgesamt durch mit verdeckten oder sichtbaren Schienen
nach der jeweils von Bauart und Nutzung Abschirmung von unten (durch Unter- (Installation zugänglich),
abhängigen Brandgefährdung. Eine höhere decken) und von der Seite (durch Wände • aus abgehängten Matten.
Feuerwiderstandsklasse als hiernach erforder- oder Abschottungen). Die je nach Feuerwiderstandsklasse erforder-
lich ist unwirtschaftlich. lichen Platten- bzw. Mattendicken und Min-
Indirekter Schutz durch Unterdecken destabhängetiefen sind in DIN 4102 Teil 4
Brandschutzaufwand – Unterdecken bilden den wichtigsten indirek- oder in den Prüfzeugnissen der Hersteller
verringert durch richtige Planung ten Schutz für Geschossdecken; zugleich festgelegt.
Der Brandschutz von Bauteilen ist nicht erfüllen sie Aufgaben des optischen Raum-
immer der einzige und günstigste Weg; abschlusses sowie des Schall- und Wärme- Lüftungsgitter für Hochdruck-Klimaanlagen
Brandgefahr und Brandschutzaufwand schutzes. Meist sind keine oder nur geringe lassen sich durch Brandklappen oder ähn-
lassen sich oft auch durch andere, gleich- Mehrkosten erforderlich, um mit dem Gesamt- liche Maßnahmen ohne wesentliche Beein-
wertige Maßnahmen verringern. Beispiele system „Rohdecke/Unterdecke“ die erforder- trächtigung der Feuerwiderstandsklasse ab-
wie der Planer so den Ermessensspielraum liche Feuerwiderstandsklasse zu erreichen. sichern; dies gilt auch für eingebaute Leuch-
der bauaufsichtlichen Vorschriften aus- ten. Aus Brandschutzgründen sind dichte
schöpfen kann: seitliche Anschlüsse des Deckensystems
• Begrenzung des Brandes durch Unter- (z. B. an der Außenwand oder bei Decken-
teilung in Brandabschnitte durchbrüchen) unbedingt erforderlich.
• Konzentration der Brandbelastung in
besonderen Gebäudeabschnitten Konstruktionsbeispiele
A
• Dachöffnungen für Wärmeabzug für Decken mit Stahlprofilblechen (F 90)
• Selbsttätige Feuerlöschanlagen A
(z. B. Sprinkler) mit 50 mm Aufbeton
Unterseitiger Brandschutz aus
Das Brandverhalten von Decken • profilfolgendem Spritzputz (Vermiculite
Geschossdecken tragen die Deckenlasten 15 mm oder Mineralfasern 15 – 20 mm)
und bilden die horizontale Trennung der • oder Bekleidung mit vorgefertigten Platten
Geschosse. Brandschutztechnisch sind sie (Fiber-Silikat 10 mm oder anderen gleich-
raumabschließende tragende Bauteile. wertigen Materialien).
DIN 4102 Teil 2 enthält die Prüfanforderun-
gen zur Einreihung in die einzelnen Feuer- B
B
widerstandsklassen: F 30 (feuerhemmend, mit oberseitigem Brandschutz (F 90) aus
Feuerwiderstandsdauer min. 30 Min.), F 60, • Plattenbekleidung: Fiber-Silikat 2 x 10 mm
F 90 (feuerbeständig), F 120, F 180. • oder Calcium-Silikat 2 x 5 mm
und unterseitigem Schutz aus
Decken müssen während der geforderten • profilfolgendem Spritzputz 35 mm
Feuerwiderstandsdauer (Vermiculite oder Mineralfasern)
• seitlich dicht anschließen • oder Bekleidung mit vorgefertigten Platten
(kein Feuerdurchgang), (Fiber-Silikat oder Calcium-Silikat
• wärmedämmend sein 2 x 10 mm).
(keine unzulässige Erwärmung auf
der dem Feuer abgewandten Seite) C
C
und Holoribblech-Verbunddecke
• unter der Gebrauchslast standfest ohne unterseitige Bekleidung.
bleiben. Gutes Brandverhalten durch Schwalben-
schanzform der Blechrippen.
Das wird erreicht
• für die Träger durch Bekleidungen
(z. B. Ummantelungen und Beschichtun-
gen, siehe Stahlbau Arbeitshilfe 2.1
„Brandschutz für Stützen und Träger“),
Stahlbau Arbeitshilfe 2.4 Brandschutz für Decken

Mindestanforderungen an Art und Abmessung nach


Bewehrung nach Gebräuchliche Unterdecken
• Betondeckenplatten DIN 4102 Teil 4 zum indirekten Schutz von Geschoßdecken
DIN 4102 Teil 4 bzw. Prüfzeugnis
• Stahlprofilblechdecken bzw. Prüfzeugnis
Vorgefertigte Plattendecken
Mindestdicke d Mindestachsab-
Statisches mit offenen oder
Querschnitt (in mm) stand u (in mm) (de)montierbar
System F 90 F 120 F 90 F 120 verspachtelten Fugen
Stahlbeton- Holzwolleleichtbaupl. Gipskartonplatten
oder Spann- (nach DIN 4102 Teil 4) (nach DIN 4102 Teil 4)
35 45
beton-Platten
Gipskartonplatten Gipsperliteplatten
aus Normalbeton
(nach DIN 4102 Teil 4)
(Ortbeton- oder 100 120
Fertigteilplatten) Calcium- Calcium-
Mindest-
ohne und mit 10 10 Silikat-Platten Silikat-Platten
dicken, ggf.
Betondeckenplatten

Hohlraum
unter Berück- Fiber- Fiber-
– DIN 1045
sichtigung Silikat-Platten Silikat-Platten
Stahlbetondielen von nicht
Mineralfaserplatten
– DIN 1045 brennbaren
Spannbeton- Estrichen und 120 140 Spezial-
dielen unteren Vermiculite-Platten
– DIN 4227 Bekleidungen nach Abgehängte Matten aus Mineralfasern
Bimsbeton- Prüfzeugnis
hohldielen
– DIN 4028 75 100 Literatur
Gasbetonplatten • DIN 4102 – Brandverhalten von
– DIN 4223 Baustoffen und Bauteilen,
Mindestachs- Ausgabe Sept. 1977/März 1994
abstand für • Stahlbau-Handbuch Band 1*
Stahlbetonplatten in
Zugbewehrung • Haß, Meyer-Ottens, Quast:
Ortbeton auf Stahlprofilblechen
nach nach Prüfzeug- Verbundbau-Brandschutz-Handbuch*
als verlorener Schalung
Prüfzeugnis nis, für Stütz- • Muess: „Brandverhalten von bekleideten
– DIN 1045
bewehrung Stahlbauteilen“*
nach DIN 4102
• Stahlbau Arbeitshilfen
Teil 4 E
– 2.1 Brandschutz für Stützen und Träger
Zulagebeweh- – 2.2 Brandschutz bei Wänden
rung und – 10 Verbundbauweise
Mindestachs-
abstände nach
mit Aufbeton

Stahlprofilblech-Verbund- * erhältlich über Stahlbau Verlags-


deckenplatten (Stahlprofilblech Prüfzeugnis.
Obere Beweh- und Service GmbH, Düsseldorf
als untere Feldbewehrung der 100 120
Stahlbetonplatte) rung wie bei
Durchlauf- Architektur, Sicherheit und
platten nach Wirtschaftlichkeit im Einklang
DIN 1045 Wirtschaftliche und architektonisch interes-
Stahlprofilblechdecken

und DIN 4102 sante Lösungen sind möglich, wenn der


Teil 4 E
Brandschutz bereits in der frühen Planungs-
oben phase Berücksichtigung findet.
Aufbeton: 50 Der Service von BAUEN MIT STAHL e. V.
Selbsttragende
Stahlprofilbleche unten z. B. und dessen Brandschutzingenieur stehen
mit Aufbeton Spritzputz aus Ihnen hierfür unterstützend und firmen-
Vermiculite neutral zur Verfügung.
15 20
oben
z. B. Calcium-
ohne Aufbeton

Selbsttragende Silikat-Platten
Stahlprofilbleche mit 2x5 2x8
oberseitiger unten
Plattenbekleidung z. B. Calcium-
6. überarbeitete Auflage 6/01

Silikat-Platten
2 x 10 2 x 15 Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf
* Obere Mindestbewehrung = 20 % der statisch erforderlichen Stützbewehrung Stahl BSt 420 und 500 Postfach 10 48 42 · 40039 Düsseldorf
Telefon (02 11) 67 07-828
Telefax (02 11) 67 07-829
Internet: www.bauen-mit-stahl.de
E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe
5.1 Konstruieren
Montagegerechtes

Diese Arbeitshilfe hat zum Ziel – unter Mit- Abstimmung zwischen Technischem Büro Arbeitsschutz
wirkung und Zusammenarbeit von TB, Werk- und Montage vor Konstruktionsbeginn • Zweck des Arbeitsschutzes:
statt, Versand und Montage – eine optimale, • Erkundung nach dem Montage-Ablauf, der – Schutz des Menschen
montagegerechte Konstruktionslösung zu er- bei der Montagekalkulation festgelegt wurde. – Steigerung der Arbeitseffektivität
arbeiten. Es werden u. a. folgende Bereiche • Vergleich Angebots- und Ausführungs- – Verbesserung des Betriebsergebnisses.
des Stahlbaus behandelt: Stahlbrückenbau, kalkulation. • Kriterien für konstruktive Maßnahmen:
Stahlhochbau, Mastbau, Stahltürme, Auf- • Festlegung der Montagefolge – Definition Arbeitsplatz:
zugsanlagen, Stahlwasserbau, Stahlwerks- (kostenbeeinflussend für die Bereiche Wo sind Arbeitsplätze einzurichten?
und Walzwerksanlagenbau, Großbehälter und Fertigung und Transport). – Zugänge zum Arbeitsplatz:
Großrohrleitungen, Kranbau, Kraftwerksbau, • Festlegung von Abmessungen und Wie kann der Arbeitsplatz schnell und
Produktionsmittel der Autoindustrie, Schiff- Gewichten, der transportier- und montier- ohne Gefährdung erreicht werden?
bau, Gerüstbau sowie Abbrucharbeiten. baren Einzelteile. – Heben von Bauteilen:
• Abstimmung mit Fertigung und Versand, Müssen Bauteile mit schweren
Übersichten unter Berücksichtigung der Baustellen- Anschlagmitteln gehoben werden?
Übersichten müssen als Montagevorlage be- zufahrten und -verhältnisse, Krankapazitäten – Definition von Montagezuständen:
nutzt werden können und deshalb zumindest und sonstige Hubgeräte. Sind aufeinander folgende Arbeits-
die folgenden Angaben, Hinweise enthalten: • Festlegung von Montage-Hilfskonstruktionen vorgänge erforderlich?
• Zeichnungsnummern (Schutz des Bauwerks) Montageverbände – Koordination parallel laufender Arbeiten:
• Hauptpositionen – zur horizontalen und vertikalen Liegt eine Überschneidung der Stahlbau-
• Hauptprofile Stabilisierung, montage mit anderen Gewerken vor?
• Maßstabgerechte Bauteildarstellung mit: – möglichst endgültige, nur in Ausnahme- – Räumlicher Abstand zwischen Gefahren-
– Hauptabmessungen fällen temporäre, der Montagefolge und quelle und Mensch:
– Montagestößen -richtung angepasste Verbände vorsehen, Emissionsgefahren/
– Stabilisierung aus dem statischen System – statische Berechnung und konstruktive Atemschutz und Belüftung
– Kennzeichnung von Baulosen Durcharbeitung frühzeitig beginnen, Elektrische Gefahrenquellen/
(bei größeren BV). – möglichst keine Flacheisen-Verbände Strahlenschutz.
konstruieren (Durchhang und schlechte • Maßnahmen des Arbeitsschutzes:
Bei komplizierten Konstruktionen können Ausrichtmöglichkeit). – personenbezogene Schutzmaßnahmen
zusätzliche Detailzeichnungen für die Mon- (persönliche Schutzausrüstung)
tage erforderlich werden. Bei Teilübersichten Hilfsunterstützungen – konstruktive Schutzmaßnahmen.
mit Markierung des Ausschnittes in einer • Generell bei der Statik beachten, dass • Vorteile der konsequenten Umsetzung
verkleinerten Schema-Übersicht (Grundriss). andere Belastungen als beim fertigen des Arbeitsschutzes
Bauwerk auftreten können. – Durch das Gefühl, in einer sicheren
Zur frühzeitigen Planung von Lieferfolgen • Festlegung und statischer Nachweis von Umgebung zu arbeiten, steigt die
empfehlen sich Grobübersichten, die mit Anschlagpunkten. Dabei sind u. a. zu Effiziens der Arbeit und damit die
folgenden Angaben versehen sind: berücksichtigen: Montagegeschwindigkeit.
• Profile nach statischer Berechnung – mögliche Stöße und Schwingungen, – Höhere Montagegeschwindigkeit bedeu-
• alle Haupt- und Achsmaße – flachere Winkel von Anschlagseilen, tet eine Verringerung der Stückkosten.
• Längs- und Querschnitte – Zusatzbeanspruchungen beim Aufstellen – Weil die Konzentration auf die Ausfüh-
• Fertigungspositionen und/oder von Bindern und Stützen, z. B. Biege- rung der Arbeit gelegt werden kann und
Montagepositionen drillknicken beim Heben und Absetzen nicht auf die Umgehung möglicher
• Für den Einsatz von Hebezeugen sind früh- schlanker, langer und hoher Bauteile, Gefahrquellen gerichtet werden muss,
zeitig realistische Bauteilabmessungen, Bau- – Pressen-Ansatzpunkte, steigt die Qualität der Ausführung.
teilgewichte sowie Schwerpunktangaben – Verschubmöglichkeiten, – Mängelbedingte Nacharbeitungskosten
erforderlich, die in den Zeichnungsunter- – Absetzknaggen. sinken infolgedessen.
lagen enthalten sein müssen. • Hilfsein- und -abspannungen, z. B. bei – Durch die Vermeidung von Unfällen sinkt
der Montage von Pendelstützen: der Krankenstand. Lohnfortzahlungen im
Zeichnungsverzeichnis – bei Pendel- oder Einspannstützen mit Krankheitsfall werden dadurch minimiert.
Ein komplettes Zeichnungsverzeichnis mit Köcherverankerung möglichst keine – Zur Invalidität führende Unfälle gehen
den Übersichten und den zugehörigen Aus- Abspannungen, dafür Hilfsanker vorsehen, zurück.
führungszeichnungen bereits im Planungssta- – Hilfskonstruktionen für Rüstmöglich- – Sich aus der Unfallhäufigkeit errechnende,
dium an die Montage geben. Das Verzeichnis keiten planen, z. B. Einhängetaschen an die Berufsgenossenschaften (Rententrä-
und die Zeichnungen fortlaufend auf den oder Ähnliches. ger) zu zahlende Beiträge, werden minimiert.
aktuellen Stand bringen und an die Montage – Das betriebswirtschaftliche Ergebnis wird
weiterleiten. verbessert.
Stahlbau Arbeitshilfe 5.1 Montagegerechtes Konstruieren

Allgemeine Konstruktionsdetails • Träger mit Untertoleranzen fertigen. • Falls die Konstruktionsteile in der Werkstatt
Grundsätze • Bei eingewechseltem Durchlaufträger mit zusammengelegt und angepasst worden sind,
• Je einfacher die Anschlüsse, je besser ist Kopfplatten zwischen den Unterzügen oder ist sicherzustellen, dass die Hilfsverbindungs-
die Konstruktion zu montieren. an Stützen muss der gegenüberliegende mittel und Auslaufbleche ensprechend ge-
• Typisierte Verbindungen wählen (siehe Träger mit einem zusätzlichen Schrauben- kennzeichnet zur Baustelle geliefert werden.
DASt-Ringbuch „Bemessungshilfen für paar ausgelegt werden. • Bei Schweißen von Kastenprofilen ist dar-
profilorientiertes Konstruieren“), Schrauben- auf zu achten, dass ein Schweißen möglich
abstände auf Werkzeuge abstimmen. Stützenfüße ist: z. B. Steifen in Nähe der Schweißnaht,
• Möglichst gleiche Verbindungen wählen. • Um Abspannungen bei der Montage zu Schotte, Durchstiege, Belüftungsmöglich-
• Die Verwendung von vielen unterschied- vermeiden sollen die Stützen so ausgebildet/ keiten.
lichen Profilen ist zu vermeiden. verankert werden, dass diese im Montage- • Baustellenstöße bei Stahlbauten grund-
• Wenige Schrauben mit größerem Durch- zustand mit Hilfe der Verankerungsschrau- sätzlich oberhalb der Bühnen vorsehen.
messer sind wirtschaftlicher als mehr ben stehenbleiben.
Schrauben mit kleinem Durchmesser. • Unterlagsbleche in der Fuge (Fundament/ Walz- und Fertigungstoleranzen
• Möglichst große transportierbare Bauteile Fußplatte) sind einzuplanen und mit zur • Walz- und Fertigungstoleranzen müssen
im Werk fertigen, werkseigene Fertigung Baustelle zu liefern. durch deutliche Angaben von Zwangs-
ist unter einfacheren Bedingungen (bessere • Vergussfuge mindestens 2 cm vorsehen. und Fixmaßen, (funktionsgerechte Ver-
Qualität) zu erstellen. Ankerschraubenlänge entsprechend maßung) und deren Ausgleich durch Futter
• Hebe- und Stückgewichte bereits in der festlegen. Beim Vergussmaterial sind die (Minusmaße) berücksichtigt werden, eben-
Planung montagegerecht fest legen. Ein- Vorschriften des Herstellers zu beachten. so geforderte Bautoleranzen.
bringmöglichkeiten der Montagelasten, • Bei großen Fußplatten sind Vergusslöcher • Bei Serienfertigungen möglichst eine
Zugverankerungen, provisorische Auflager, vorzusehen Grundfutterstärke vorsehen.
Pratzendrücke und Pressenansatzpunkte • Ausgleich bei Trägeranschlüssen durch
berücksichtigen. Verbände Fingerfutter.
• Erforderliche Anschlagösen und deren Be- • Hilfsverbände vermeiden, statisch erforder- • Bei hohen Toleranzvorgaben Profile aus
festigung im technischen Büro planen und liche Verbände in geschraubter Ausführung einer Walzung ordern.
nach Möglichkeit im Fertigungsbetrieb an- planen.
bauen, eventuell zum Verbleib beschichten. • Die Verbände gemäß der Montagerichtung Literatur
• Anpaßarbeiten sind auf der Baustelle zu ver- planen. • Stahlbau Arbeitshilfen:
meiden. Hierzu sind die Systeme in TB ge- • Flacheisenverbände vermeiden. 1.1, 1.2, 1.4, 5.2, 5.3, 5.4, 5.5, 11.1, 23, 23.2
nau zu berechnen. Toleranzabweichungen • DSTV-Empfehlungen:
sind durch entsprechende konstruktive Maß- Baustellenschraubverbindungen – Allgemeine Bedingungen – Lieferungen
nahmen auszugleichen (z. B. Fingerfutter). • Möglichst gleiche Schraubendurchmesser von Stahlkonstruktionen im Inland
verwenden. – Montage von Stahlkonstruktionen
Trägeranschlüsse • Die Schraubanschlüsse (Abstände) sind • DSTV-Montagevereinbarungen:
• Das Einschwenken der Träger muss ohne so zu konstruieren, dass die Benutzung bei Arbeitsgemeinschaften (12.78)
Behinderung möglich sein (Störkanten des jeweiligen Schraubwerkzeuges auch • Stahlbau Handbuch, Band 2
beachten). möglich ist. • Handbuch für Stahlbaumontage 2, 5, 9, 10
• Wegen der Verwechselungsgefahr gleiche • DIN V-ENV 1090-1
Materialgüten der Schrauben vorsehen – Ausführung von Tragwerken aus Stahl
zumindest an einem Knotenpunkt. Teil 1: Allgemeine Regeln für Hochbauten
Einfahren von Trägern • Die Schraubenabmessungen sind deutlich Deutsche Fassung von ENV-1: April 1996
in die Konstruktionszeichnungen einzu- Insbesonder die Kapitel: 7, 9, 11, 12 und
tragen, die eventuell erforderlichen Anzieh- Anhang C (Angaben neueste Fassung)
momente (Vorspannkräfte) sind je Anschluss • DIN 18800
Kleiner
Montageaufwand zu definieren.
• Zur besseren Kontrolle der Vollständigkeit
komplette Schraubenlisten für einen Auf-
trag bzw. für einen Bauabschnitt erstellen.
(Ausgangs-Eingangskontrolle).

Baustellen-Schweißstöße
Größerer
Montageaufwand
• Bei der Planung von Baustellenstößen ist
der Schweißfachingenieur heranzuziehen.
• Bei der Materialauswahl ist auf die Bedin-
5. überarbeitete Auflage 06/06

gungen der Schweißbarkeit zu achten.


• Bei Schweißstößen auf der Baustelle sind Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf
die Konstruktionsteile mit temporären Ver- Postfach 10 48 42 · 40039 Düsseldorf
bindungen, die ein Halten und ein Ausrich- Telefon (02 11) 67 07-828
ten ermöglichen, zu planen. Die Schweiß- Telefax (02 11) 67 07-829
verfahren und die Schweißfolge sind bei Internet: www.bauen-mit-stahl.de
der Planung zu berücksichtigen. E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe
5.2 Baustellen
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Um einen reibungslosen, wirtschaftlich opti- 2. ZUFAHRTSWEGE UND 4. LAGERFLÄCHEN


malen Ablauf der Montagearbeiten sicher- KRAN-STANDPLÄTZE
zustellen, sollten Auftraggeber und Auftrag- • Lagerplätze im Bereich der Hebezeuge
nehmer frühzeitig – möglichst gemeinsam – • Zufahrtsmöglichkeiten zur Baustelle – ............................
alle in dieser Checkliste aufgeführten Fragen – Straßenanschluss
klären. – Bahnanschluss • Zwischenlager
– Wasserweganschluss – ............................
1. BAUSTELLENBESCHREIBUNG – ............................
• Magazine
• Zuständige Ansprechpartner • Befahrbarkeit und Belastbarkeit zur – ............................
– Bauherr und auf der Baustelle sowie der
– Auftraggeber Montageflächen • Allgemeines
– Behörde – mit LKW – Größe
– Bauleiter – mit Autokran – Lage
– Bauüberwachung – mit anderen Geräten – Belastbarkeit
– Koordinator – mit/ohne zusätzliche(n) – Unterhaltung und Reinigung
(bei verschiedenen Gewerken) Befestigungsmaßnahmen – Sicherheitsabstände
– ............................ – witterungsabhängig – Hochwasserfreiheit
– mit welchen Einschränkungen – ............................
• Anschriften – Unterhaltung und Reinigung
– Ortsangabe – Abstützung von Decken
– Versandadresse – Überfahren von Leitungen 5. ENERGIEVERSORGUNG,
– ............................ – Einschränkung von Kranbewegungen VERBRAUCHSSTOFFE
– erforderliche Rampen und Umfahrten
• Lageplan – Wendemöglichkeiten • Stromanschluss
– Übersichtsskizze mit Angaben – ............................ – Anschlusswert
über Montageeinrichtungen – Absicherung
– Flächen für Baustelleneinrichtungen • Baustellenumzäunung – Entfernung
und Zwischenlager – ............................ – Hauptanschluss E-Werk
– ............................ – Aggregat
– ............................
• Terminablauf
– ............................ 3. UNTERKÜNFTE, BÜRO • Wasseranschluss
UND SANITÄRE ANLAGEN – Abgabemenge
– Entfernung
• Aufstellmöglichkeiten – Hydrant
– Tagesunterkünfte – Entwässerung
– Nachtunterkünfte – Pumpen
– Büros – ............................
– Magazine
– Wasch- und Toiletteneinrichtungen • Druckluft
– ............................ – Kompressor
– ............................
• Ver- und Entsorgung
– Frischwasseranschluss • Technische Gase
– Abwasseranschluss – vorhandene Anschlüsse
– Stromanschluss z. B. Azetylen, Sauerstoff
– Dampfanschluss – Lagerung von Gasflaschen
– Abfallbeseitigung z. B. Propan, Schweißgase
– ............................ – ............................

• Telefon- und Faxanschluss


– vorhandene Nebenanschlüsse
– Funksprechanlagen
– ............................
Stahlbau Arbeitshilfe 5.2 Baustellen

6. HEBEZEUGE, ARBEITSGERÄTE 7. ARBEITSSCHUTZMASSNAHMEN 8. VERKEHRSSICHERUNGS- UND


UND WERKZEUGE (Erforderlichenfalls Abstimmung mit -LENKUNGSMASSNAHMEN
anderen Gewerken)
• Hebezeuge • Verkehrsregelung
– Turmdrehkran • Gerüste – Schilder aller Art
– Autokran – Standgerüste – Ampelanlagen
– LKW mit Lastaufnahmemittel – Rollgerüste – Schifffahrtszeichen
– Winden, Hub- und Zuggeräte – Hängegerüste – Absperrungen
– Bauaufzug – Hubgerüste – Posten
– Lastaufnahmeeinrichtungen für – Schutzgerüste – Flugsicherung
Hebezeuge – ............................ – Beleuchtung
– Einsatz für andere Gewerke – ............................
– ............................ • Zugänge, Abstiege
– Treppen • Behördliche Genehmigungen
• Arbeitsgeräte – Leitern – ............................
– Hebebühnen – Aufzüge
– Gabelstapler – Fahrkörbe • Transportbegleitung
– Grundwasserhaltung – Skylift – ............................
– Wasserfahrzeuge, Ponton – ............................
– Baumaschinen aller Art, wie z. B.
Bagger, Lader, Planier- und Schürfgeräte • Absturzsicherungen
– ............................ – Geländer, Seile 9. SONSTIGE INFORMATIONEN
– Abdeckungen
• Werkzeuge – Auffangnetze • Vorhaltung der Baustelleneinrichtung
– Explosionsschutz – ............................ bei Unterbrechungen
– enge Räume – ............................
– ............................ • Sicherungsmaßnahmen
– Beleuchtung • Umweltschutz
– Schweiß- und Brennerlaubnis – Lärmschutz
– Warnposten – Reinigen der Baustelle
– Brandsicherung – ............................
– Werksvorschriften
– ............................ • Witterungsmaßnahmen
– Abdeckung, Zelte, Planen
• Baustellenbewachung – Beheizung
– ............................ – Winterbaumaßnahmen
– ............................
• Erste Hilfe
– Unfallarzt • Nachbarschaft
– Krankenhaus – ............................

• Polizei • ................................
– ............................
4. überarbeitete Auflage 3/00

Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf


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Stahlbau Arbeitshilfe
5.3 Konstruieren
Fertigungsgerechtes

Die folgenden Empfehlungen wurden inner- Bewährt hat sich auch eine Aussprache Darstellung
halb des Deutschen Stahlbau-Verbandes DSTV zwischen TB und Werkstatt über die zu fer- Bei der Darstellung aller für die Fertigung
im Arbeitsausschuss „Fertigung“ erarbeitet. tigende Konstruktion, sobald die ersten Ent- notwendigen Angaben in den bautechnischen
Es handelt sich hier um Idealforderungen würfe im TB dazu vorliegen. Je früher der Unterlagen ist folgendes zu beachten:
seitens der Fertigung an die Konstruktion. Betrieb auf die Konstruktion Einfluss nehmen • Für den Betrieb leicht lesbare Zeichnungen
Sie müssen nicht allgemein verbindlich sein. kann, desto wirtschaftlicher ist das Ergebnis. mit allen für die Fertigung notwendigen
Im Einzelfall kann es durchaus wirtschaft- Angaben erstellen
licher sein, Kosten in andere Bereiche zu Materialdisposition • Spiegelbildliche Darstellungen und
verlagern (siehe auch Stahlbau Arbeitshilfe Bereits bei Beginn der Konstruktionsarbeiten Klammermaße vermeiden
5.1). im TB ist die richtige Auswahl des erforder- • Für Konstruktionsvarianten Mutterpausen
lichen Walzmaterials und ggf. der Zuliefer- und Aufkleber verwenden
Grundlagen teile unter Berücksichtigung der technischen • Positionsnummern grundsätzlich in die
Grundlagen für das Erstellen der bautech- Anforderungen und firmenspezifischen Ferti- Hauptdarstellung des betreffenden Bauteils
nischen Unterlagen zum Fertigen in den ein- gungsmöglichkeiten zu treffen. eintragen (Aus der Hauptdarstellung soll
zelnen Anwendungsbereichen Stahlbau, das Bauteil möglichst komplett ersichtlich
Maschinenbau, Behälterbau, Rohrleitungs- Bei der Materialdisposition ist insbesondere sein. Angaben in Schnitten und Ansichten
bau usw. sind die einschlägigen technischen folgendes zu beachten: sind unzureichend.)
Vorschriften, insbesondere DIN-Normen. • Anzahl unterschiedlicher Profile und • Sind Angaben zu einzelnen Positionen in
Bleche auf ein Minimum reduzieren der Hauptdarstellung auf mehrere Zeich-
Ein Katalog sämtlicher für die Stahlbauferti- • Lager für Walzmaterial möglichst klein nungen verteilt, ist in den zugehörigen
gung wichtigen Normen – bei Auslandsauf- halten, Anschlussmaterial (Bleche, Winkel) Schnitten und Ansichten auf die entspre-
trägen auch solcher aus dem Ausland – ist ebenfalls auf wenige Abmessungen chende Zeichnungs-Nr. zu verweisen.
deshalb zu erstellen und muss für das Tech- beschränken und übriges Material • Erforderliche Schnitte und Ansichten
nische Büro (TB) verfügbar sein. kommissionsgebunden bestellen unmittelbar neben der Hauptdarstellung
• Walztermine der Hersteller (Walzwerke) plazieren
Fertigungsmöglichkeiten nutzen • Abmessungs- und Werkstoffangaben sowie
Das Konstruieren beginnt beim Verkauf. • Möglichst Lagerlängen verwenden und Hinweise auf Naturgrößen und Aufmaße
Zuerst muss deshalb der Verkäufer wissen, Übergrößen vermeiden unmittelbar neben der Positionsnummer
was in seinem Unternehmen gefertigt wer- • Maximal-Abmessungen in der Fertigung eintragen
den kann. beachten • Bauteile mit gleichen Abmessungen,
• Ausreichende Materialzugaben für jedoch unterschiedlicher Ausführung
Die zu entwerfende Konstruktion muss den Zuschnitte für die Bearbeitung (Brennen, (z. B. zusätzliche Bohrung) mit gesonderter
Fertigungsmöglichkeiten des eigenen Betriebes Scheren, Biegen, Kanten, Fräsen) vorsehen Positionsnummer versehen
angepasst sein, damit sie mit den vorhandenen • Zuschnittplan bereits bei der Material- • Konstruktionsdetails und wichtige Ferti-
Bearbeitungsmaschinen so wirtschaftlich wie disposition auf den Fertigungsablauf gungshinweise, z. B. Angaben über die
möglich hergestellt werden kann. Diese Mög- abstimmen. mechanische Bearbeitung, in angemes-
lichkeiten können jedoch in verschiedenen senem Maßstab (häufig zu klein) und an
Unternehmen unterschiedlich sein. Deshalb ist Bautechnische Unterlagen richtiger Stelle angeben.
für das TB ein werksinterner Katalog mit allen Angaben
verfügbaren Betriebseinrichtungen zu erstellen, Aus den für die Fertigung erforderlichen Vermaßung
damit es über die vorhandenen Fertigungsmög- bautechnischen Unterlagen müssen neben Die fertigungsgerechte Vermaßung der ein-
lichkeiten vor Beginn der Konstruktionsarbei- den üblichen Angaben gemäß DIN 18800 zelnen Konstruktionsteile auf der Zeichnung
ten unterrichtet ist. Eine mündliche Unter- Teil 1, Ausgabe 11/90, Abschnitt 1.2 folgende ist besonders wichtig. Dabei sind folgende
richtung des TB mit Erläuterungen an Hand Zusatzinformationen ersichtlich sein: Hinweise zu beachten:
von Beispielen ist zusätzlich zu empfehlen. • Anzahl der Ausführung, • Vermaßung im rechtwinkligen
• zugehörige Zeichnungen, x-y-Koordinatensystem vornehmen
Dieser Katalog sollte auch Angaben z. B. Zuschnittpläne usw. • Teile funktionsgerecht vermaßen
enthalten über: • zugehörige Schweißpläne, • Maßangaben für eine in sich geschlossene
• Konservierungsmöglichkeiten, • zugehörige Prüfpläne, Baueinheit möglichst nicht über mehrere
• vorhandene Hubkapazitäten, • zugrundeliegende DIN-Normen, Zeichnungsblätter verteilen
• maximal bearbeitbare Abmessungen an z. B. für Fertigungstoleranzen, • Gesamtmaße und durchgehende Maß-
Fertigungsmaschinen, • Kennzeichnung des dargestellten ketten eintragen; keine Teilvermaßung
• maximale Konstruktionsabmessungen, Bauteils. über Systemachsen
• Gewichte für Transporte innerhalb der
Werkstatt und von dort zur Baustelle.
Stahlbau Arbeitshilfe 5.3 Fertigungsgerechtes Konstruieren

• Bei Kettenvermaßung letztes Maß als • Zeichnungen erst nach Einarbeitung aller Empfehlungen an den Betrieb
Freimaß kennzeichnen; bei Bühnen- für die Fertigung notwendigen Daten über • Möglichst große Teile fertigen, um die
konstruktionen immer von O.K.-Bühne die AV an den Betrieb weiterleiten. Unvoll- Montagearbeiten gering zu halten
ausgehen ständige Fertigungsunterlagen erfordern • Maximal mögliche Abmessungen und
• Berücksichtigung handelsüblicher Walz- Mehraufwand in AV und Betrieb Gewichte der zu fertigenden Teile dem
toleranzen bei Festlegung der Bauwerks- • Zeichnungen rechtzeitig erstellen und auf TB bekanntgeben
toleranz unter gleichzeitiger Beachtung den Fertigungsablauf im Betrieb sowie den • Werksmontagen (Vormontagen) vorher mit
des möglichen Schweißverzugs Montagebedarf abstimmen dem TB abklären
• Einzelposition weitgehend an der Haupt- • Fertigungsunterlagen für zusammengehörige • Auf Begrenzung durch Bearbeitungs-
darstellung vermaßen Bauteile gleichzeitig in den Betrieb geben, maschinen, Hebezeug, Strahlanlage, Trans-
• Bei zu kantenden Teilen neben Fertigmaßen damit Zusammenhänge erkannt werden portmöglichkeiten achten (Sondertransporte
auch Knicklinien am abgewickelten Bauteil können. nur in Ausnahmefällen, da teuer)
vermaßen • Nachträge vermeiden, mögliche Folgen • Eindeutige und leicht auffindbare
• Funktions- und Kontrollmaße durch bedenken Positionierung der auf die Baustelle zu
Einrahmen besonders hervorheben • Änderungen so vornehmen, dass sie mit versendenden Teile vorsehen
• Eindeutige Lochbilder verwenden; möglichst geringem Aufwand machbar sind • Versand der Konstruktion ensprechend
z. B. gering voneinander abweichende • Änderungen an Bauteilen, die sich bereits dem festgelegten Montageablauf
Streichmaße vermeiden in der Fertigung befinden, vom TB sofort
• Hinweise auf mechanische Bearbeitungs- der AV mitteilen, damit sie in die laufende Literatur
vorgänge in Zeichnung deutlich hervor- Fertigung eingreifen kann • Ringbuch „Typisierte Anschlüsse im
heben und Bearbeitungszugaben berück- • Angaben für die Fertigung müssen aus- Stahlhochbau“*
sichtigen nahmslos in den Zeichnungen enthalten • Bemessungshilfen für profilorientiertes
• Hinweise auf Ein- und Anbauteile in sein. Begleitende Anweisungen sind um- Konstruieren*
Zeichnung aufnehmen ständlich zu handhaben, kostenaufwendig • Stahlbau-Handbuch für Studium und
• Auf ausreichende Dimensionierung von und häufig fehlerhaft Praxis, Band 1 und 2*
Öffnungen an Schweißkonstruktionen • Versandmaße in Versandliste aufnehmen • Stahlbau Arbeitshilfen
achten, und zwar für den späteren Einbau (mit Versandskizze, ggf. auch Colli-Liste.) – 1.1 Korrosionsschutzgerechte
von Maschinenteilen unter Berücksichti- Gestaltung
gung von Verzug und Schrumpfungen Empfehlungen an das Technische Büro – 9 Werkstoff Stahl
• Sämtliche in der Werkstatt ausführbare
Vermaßung von Schweißnähten Arbeiten nicht auf die Baustelle verlegen, Sicherheit: ausgereifte Technik
• Schweißzeichen auf Zeichnungen Tendenz: Fertigung großer Teile und qualifizierte Beratung
einheitlich nach Norm handhaben • Werksnormen schaffen und Standardbau- Wünschen Sie, z. B. im frühen Entwurfs-
• Pauschale Schweißnahtangaben auf teile, wie z. B. Typisierte Anschlüsse stadium, eine firmenneutrale Beratung,
Zeichnungen vermeiden nach DSTV-Ringbuch verwenden sowie steht Ihnen BAUEN MIT STAHL gern mit
• Angabe der rechnerisch erforderlichen auftragsübergreifende Teilefamilien schaf- Rat und Information zur Verfügung.
Mindestnahtdicken durch TB, Festlegung fen, um Zusammenbau zu vereinfachen
der fertigungstechnisch notwendigen und CAD/CAM anwenden zu können
Maße unter Berücksichtigung der zu ver- • Treppen, Bühnen, Geländer sowohl inner- * Stahlbau Verlags- und Service GmbH
schweißenden Materialstärken, Verzug, halb eines Auftrags als auch auftragsüber- Postfach 10 51 45
Schrumpfung usw. durch Arbeitsvor- greifend möglichst baugleich ausführen D-40042 Düsseldorf
bereitung. (Keine erhöhten Forderungen • Lochbilder in Laschen, Stirnplatten und
durch TB) Knotenblechen möglichst symmetrisch
• Sämtliche Schweißnahtangaben (Nahtstärke, ausführen
Form, Länge und evtl. Unterbrechungen, • In einer Ebene möglichst gleiche Loch-
ggf. Schweißverfahren) in die Hauptdar- durchmesser verwenden, da nicht immer
stellung des Bauteils eintragen mit Revolverkopf ausgerüstete NC-gesteu-
• Ergänzende Verarbeitungsvorschriften und erte Bohrmaschinen vorhanden sind
Hinweise in den bautechnischen Unterlagen • Rechtzeitig klären, ob Verbindungen
vermerken geschraubt oder geschweißt werden sollen
• Bauteilverbindungen (Anschlüsse, Stöße)
Allgemeine Hinweise entweder nur schrauben oder nur
• Anhängevorrichtungen und Anschlagmög- schweißen, um unnötige Transportwege
lichkeiten für Transport der Bauteile in der im Betrieb zu vermeiden
Werkstatt bzw. bei der Montage in Zeich- • Korrosionsschutzgerecht konstruieren,
3. überarbeitete Auflage 11/01

nung vermerken siehe Stahlbau Arbeitshilfe 1.1


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Internet: www.bauen-mit-stahl.de
E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe
5.4 Heben/Senken
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Auf der Baustelle werden die angelieferten


Bauteile mit einem Hebezeug, im Regelfall Bauteil
Kran oder Serienhebezeug, nach oben (Abmessungen, Gewichte)
(Heben) bzw. unten (Senken) bewegt. Da
sich beide Vorgänge entsprechen, wird im
folgenden nur vom Heben gesprochen. Beschaffenheit
Umfeld des
des zu Hebewege Hebezeiten Hebevorgang
Montageortes
hebenden Bauteils
Die Festlegung der Bauteilgröße bei der
Planung beeinflusst die Werkstattfertigung,
den Transport und die Hebezeuge auf der Festlegung des
Baustelle. optimalen Hebezeuges
Transport- und Hebelast können unterschied-
lich groß sein, wenn z. B. Transporteinheiten
Heben
ebenerdig zu noch größeren Montageeinhei-
ten auf der Baustelle zusammengebaut wer-
den. Die wirtschaftlichste Gesamtlösung ist
durch Variantenvergleiche zu ermitteln. Im Beschaffenheit Hebevorgänge
Einzelfall ist zu prüfen, ob Kauf oder Anmie- des zu hebenden Bauteils • Genauigkeit beim Hebevorgang
tung eines Hebezeuges wirtschaftlicher ist. • Abmessungen und Gewichte • Genauigkeit beim Absetzen des Bauteils
Als Entscheidungshilfe für die Festlegung – Einzelteil • wechselnde Hebeorte
des optimalen Hebezeuges dienen folgende – zu Sektionen vormontiertes Bauteil • (horizontale) Ausladung
Kriterien: – Komplettbauteil • Stabilisierung beim Hebevorgang
(räumlich zusammengebaut) • Einfluss der Witterung (Wind)
Umfeld des Montageortes • Oberflächenbeschaffenheit
• innerhalb eines Gebäudes • Material Auswahl der Hebezeuge
• außerhalb eines Gebäudes • Anschlagmöglichkeiten/Vorgabe • Krane
• in Zusammenhang mit Neubau der Anschlagpunkte • Züge
• Untergrund zum Aufstellen • Winden
des Hebezeuges Hebewege • Hebeböcke (Pressen)
• Zufahrtswege für den Transport • Heben
des Hebezeuges • Senken Auswahl der Anschlagmittel
• vorhandene Hebezeuge • zu überwindende Strecken • Lasthaken
• vorhandene Hilfskonstruktionen • Haftgeräte (z. B. Magnet)
• Anschlagmöglichkeit Hebezeiten • Klemmen, Klauen, Zangen
• Beeinflussung • Stunden • Traversen
durch andere Gewerke • Tage • Gehänge (Seile, Ketten, Bänder)

Beispiele für Hebezeuge:


Krane mit Laufkatzen (Skizzen nach DIN 15 001, Bl. 1, Ausgabe 11.73)

Katzarten

einfache Laufkatze Auslegerkatze fest oder drehbar Traversenkatze


fest oder drehbar
Kranarten

Portalkranz Brückenkran Kabelkran


(mit halb- oder vollportalartigem Gerüst) (auf hoch gelegener Kranbahn) (mit Seillaufkatze auf Tragseilen fahrbar) Turmdrehkran (mit Katzausleger)
Stahlbau Arbeitshilfe 5.4 Heben/Senken

Beispiele für Hebezeuge:


Krane mit Ausleger (Skizzen nach DIN 15 001, Bl. 1, Ausgabe 11.73)

Auslegerarten

fester Einzieh- Wipp- Teleskop- Spitzen- Katz-


Ausleger ausleger ausleger ausleger ausleger ausleger
Kranarten

Auslegerkran Drehkran Derrikkran Turmdrehkran Wandlaufkran


(Kran mit nicht (Kran mit unbegrenzt oder (Kran mit Standbaum (Kran mit hoch (Kran auf senkrecht übereinander
drehbarem Ausleger) begrenzt drehbarem Ausleger) und Schwenkbaum) angelegtem Ausleger) angeordneten Fahrschienen)

Fortbewegungsarten
ortsfest fahrbar

an Land auf Schiff auf Reifenfahrzeug auf Raupenfahrzeug auf Schienenfahrzeug direkt auf Schiene

Serienhebezeuge (Skizzen nach DIN 15 100, Ausgabe Feb. 67)

Züge

Elektrozüge Pneumatische Flaschenzüge Mehrzweckzüge


(Antrieb durch Züge (Antrieb (Handbetriebener Hubantrieb (Zum Ziehen, Spannen, Heben
Elektrohubmotor) durch Druckluft) durch Haspelkette oder Seil) Antrieb durch Ratsche oder Kurbel

Winden

Trommelwinden Zahnstangenwinden Schraubenwinden (Last- Hebeböcke: Spindelhebeböcke


(Seiltrommel zur (Lastaufnahme durch aufnahme von einer Hydraulische Hebeböcke (mit Gewindespindel zum
Aufnahme Zahnstange, Antrieb Schraube mit Mutter, (mit Zylinder und Kolben, Hub Heben von Schienen-
eines Drahtseils) durch Kurbel oder Handantrieb durch erfolgt durch Druckflüssigkeit) fahrzeugen oder dergl.)
Hebel) Steckhebel oder Ratsche)
2. überarbeitete Auflage 3/00

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Stahlbau Arbeitshilfe
5.5 Transporte
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Die Stahlbaufertigung ist gekennzeichnet Deshalb sind Vergleichsrechnungen mit Vari- • Zwischenlagerung – sofern nicht vermeid-
durch eine Vielzahl von Transportvorgängen. anten durchzuführen, um so das wirtschaft- bar – möglichst im Werk vorsehen, da
Hierzu gehören: liche Optimum zu ermitteln (siehe auch Stahl- wegen des Platzbedarfes (auch beim
• Anlieferung und Einlagerung des bau Arbeitshilfe 5.4 „Heben und Senken“ Stapeln) dort wirtschaftlicher machbar.
Vormaterials, [Hebezeuge]). Als Entscheidungshilfe für die
• innerbetriebliche Transporte Festlegung des optimalen Transportes dienen Transportmittel
– in den Bearbeitungsstationen folgende Kriterien: (Lkw, Eisenbahn, Schiff, Flugzeug)
– zum Zusammenbau • Leergewicht
– zur Konservierung Transportwege vom Betrieb zur Baustelle • Frachtraum/Ladeflächen für Lkw
– zum Fertiglager, (Straße, Schiene, Wasser, Luft) (Normal: 2,50 x 4,00 m Querschnitt
• Transporte zur Baustelle, • vorhandene Transportwege und 16,50 m Länge gemäß Euro-Norm,
• interne Baustellentransporte. • zusätzlich zu schaffende Transportwege Gesamtgewicht 40 t)
• Engpässe (Beschränkung des Lichtraum- Darüber hinausgehende Werte bedürfen
Im folgenden werden nur die Transporte zur profils bei Durchfahrten, Tragfähigkeits- der Sonderzulassung nach § 29 und § 70
Baustelle und auf der Baustelle behandelt. beschränkungen, z. B. beim Überfahren der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung
Bereits bei der Planung eines Bauvorhabens von Brücken) (StVZO)
sollten Überlegungen nach der technischen • Genehmigungspflichten, Auflagen • Transportzeiten (unterschiedlich bei Lkw,
Machbarkeit und der wirtschaftlichen Mög- (z. B. für Sondertransporte, Nachtfahrten Schiff und Eisenbahn; eventuelle Sperr-
lichkeit, Bauteile zur und auf der Baustelle usw.) zeiten sind zu beachten)
zu transportieren, angestellt werden.
Für die Festlegung der wirtschaftlichsten Trans- Transportwege auf der Baustelle Transportgrößen
porte sind verschiedene voneinander abhän- • Transporte möglichst so planen, dass keine (Beschaffenheit des zu transportierenden
gige und unabhängige Faktoren zu berück- Zwischenlagerung auf der Baustelle erfor- Bauteils)
sichtigen. Insbesondere ist zu beachten, dass derlich wird; das Bauteil unmittelbar unter • Gewicht
eine Wechselwirkung zwischen Bauteilgröße dem Haken des Montagehebezeuges • Abmessungen
nach Abschluss der Werkstattfertigung wäh- anliefern. • Stabilisierung auf dem Transportmittel
rend des Transportes von der Werkstatt zur • Transportfolgen entsprechend dem Bau- • Anschlagmöglichkeit bzw. Vorgabe der
Baustelle und den Hebezeugen auf der Bau- fortschritt und den sonstigen Bedürfnissen Anschlagpunkte
stelle besteht. D. h. die Kosten für Transport der Baustelle mit dem Fertigungsbetrieb • besondere Anschlag-/
und Hebezeuge beeinflussen sich gegenseitig. abstimmen. Verladevorrichtungen

Transportvorgänge bei der Stahlbaufertigung

Kran

Lagern Strahlen Sägen Bohren etc. Schweißen

Zwischen-
lager

Anlieferung Bearbeitung Auslieferung

8 bis 12 Transportvorgänge

Roll-
gänge
Stahlbau Arbeitshilfe 5.5 Transporte

Transportvorgang
Besondere Anforderungen bei der Lagerung Bauteil (Abmessungen, Gewichte)
auf dem Transportmittel
– Stabilisierung während des Transportes
(Hilfsaussteifungen)
– Korrosionsschutz
– Verpackung und Beschriftung/Kenn- Transportgrößen aus
Transportmittel Transportvorgang
der Werkstattfertigung
zeichnung sowie Gewichtsangaben auf
den Bauteilen bei Schiffstransporten
– zusätzliche Einflussfaktoren bei Übersee-
transporten (seemäßige Verpackung,
Liegezeiten in Häfen) Festlegung der optimalen Transporte
von der Werkstatt zur Baustelle

Literatur
• Stahlbau Arbeitshilfen
– 5.1 Montagegerechtes Konstruieren
– 5.2 Baustellen Transportmittel Transportgrößen Transportvorgang
auf der Baustelle auf der Baustelle auf der Baustelle
– 5.3 Fertigungsgerechtes Konstruieren
– 5.4 Heben/Senken
• Allgemeine Bedingungen für die Lieferung
und Montage von Stahlkonstruktionen im
Inland (DSTV-Ausarbeitungen) Festlegung des optimalen Transportes
auf der Baustelle
• Muster-Arbeitsgemeinschaftsvertrag mit
Checkliste (DSTV-Ausarbeitungen)
• Muster-Nachunternehmervertrag mit
Checkliste (DSTV-Ausarbeitungen)
• Die Montageversicherung
(DSTV-Ausarbeitungen) Zulässige Abmessungen und Gesamtgewichte für beladene Straßentransportfahrzeuge
• Arbeitnehmerentsendegesetz nach §§ 32 und 34 StVZO
(DSTV-Ausarbeitungen)
• Stahlbau-Handbuch, Band 2
Straßentransporte ohne besondere Genehmigung Schwer- und Spezialtransporte
• Handbuch der Stahlbaumontage
Fahrzeuge Fahrzeuge Sattel- Lastzüge mit Jahres- mit Einzel-
Sicherheit: ausgereifte Technik mit mit über kraft- dauer- fahrt-
und qualifizierte Beratung 2 Achsen 2 Achsen fahrzeuge genehmigung genehmigung
Wünschen Sie, z. B. im frühen Entwurfs-
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Rat und Information zur Verfügung. Breite 2,50 m 2,50 m 2,50 m 2,50 m 3,00 m > 3,00 m

Höhe 4,00 m 4,00 m 4,00 m 4,00 m 4,00 m > 4,00 m

Gesamtgewicht 16,00 t 22,00 t 40,00 t 40,00 t 40,00 t2) > 40,00 t

1) nach Euro-Norm 16,50 m 2) 42,00 t für unteilbare Lasten


5. überarbeitete Auflage 11/01

Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf


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Stahlbau Arbeitshilfe
6 Maßordnung
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Bauen mit vorgefertigten Bauteilen ist nur und in zwei (einer) Ebene achsbezogen
1
möglich, wenn von Planern und Herstellern angeordnet sein.
eine klar definierte Maßordnung eingehalten Im Bild 1 ist zum Beispiel
wird. • die Stütze in zwei Ebenen achsbezogen
• Die Verwendung von Serienfabrikaten setzt und in ihrer Länge grenzbezogen.
Einhalten der Modulordnung voraus. • Die Wandplatte ist in zwei Achsen
• Das Zusammenfügen vorgefertigter Teile grenzbezogen und hinsichtlich ihrer Lage
erfordert ein Begrenzen ihrer Maß- quer zur Plattenebene achsbezogen.
abweichungen, d. h. das Einhalten von • Der Raum ist nach allen Ebenen
Toleranzen. grenzbezogen.

Modulordnung Nicht modulare Zone


Zweck der Modulordnung ist eine Über- In einem Bauwerk können unterschiedliche
einkunft, die für Bauwerke und Bauteile gilt, 2 Raster verwendet werden. Nicht modulare
Koordinations-

Koordinations-
über Bauteile können durch Einschalten neutraler
ebene

ebene
• Koordinationssysteme und Koordinationsmaß Zonen erfaßt werden. Sich regelmäßig wie-
• Größen von Koordinationsmaßen. derholende neutrale Zonen werden als Band-
grenzbezogenes Bauteil
raster bezeichnet.
Koordinationssysteme
1 Die Koordinationssysteme der Modulord- achsbezogene Konstruktionsraster – Ausbauraster
Bauteile
nung sind räumliche rechtwinklige Systeme. Rohbauraster und Ausbauraster müssen nicht
Ein modularer Raumraster ist ein dreidimen- 3.1 3.2 zusammenfallen. Sie können gegeneinander
sionales, rechtwinkliges System von Ebenen. um ein – möglichst modulares Maß – versetzt
Die Abstände gleichgerichteter Ebenen haben d sein.
n1 ·M – –
modulare Größe. Ausgewählte Ebenen des 2 3.1 Dies ist beim Betonskelettbau vielfach
d
Raumrasters (Koordinations- oder Bezugs- üblich geworden, weil die großformatigen
ebenen) bilden das Koordinationssystem, n2 · M – d Betonstützen sich nicht in die Außen- und
das das Bauwerk überlagert und auf das das Innenwände einfügen lassen.
Bauwerk und seine Bauteile d 3.2 Beim Stahlskelettbau ist es vielfach
• nach ihrer Lage und ihrer üblich, die Stützen in den raumabschließen-
d
• Größe bezogen werden. n1 ·M– – d den Ausbau einzubeziehen, so dass dann die
2
Raster des Tragwerks und des Ausbaus zusam-
Moduln menfallen (siehe Stahlbau Arbeitshilfe 31.3).
Der Modul ist die Größeneinheit, die als Aus- Einordnen von Bauteilen in Bezugssysteme
gangsgröße und als Maßsprung verwendet 2 Die Bauteile werden in den räumlichen Toleranzen
wird. Die Grundeinheit ist der Grundmodul. modularen Raster des Bauwerks, das Bezugs- Zweck und Anwendung
Er beträgt M = 100 mm. Multimoduln sind fol- system, eingeordnet. Dabei unterscheidet man: Maßtoleranzen im Bauwesen werden
gende genormte Vielfache des Grundmoduls: • Beim Grenzbezug wird ein Bauteil zwischen erforderlich
3 M = 300 mm, 6 M = 600 mm, zwei parallelen Koordinationsebenen • für die Nutzung, z. B. Vertikalität und
12 M = 1.200 mm. angeordnet), von deren Abstand (Koordina- Ebenheit von Fassaden oder Aufzug-
Vielfache der Multimoduln und des Grund- tionsmaß) die Größe des Bauteils in dieser schächten oder Horizontalität und Eben-
moduls bilden die Reihen der Vorzugsmaße, Dimension abgeleitet wird. Der Grenz- heit von Böden und
die vorrangig als Koordinierungsmaße die- bezug grenzt also die Lage und die Größe • zum nacharbeitsfreien Zusammenfügen von
nen. Dabei sollen nach Möglichkeiten die des Bauteils ein. Die Nenngröße des Bau- Bauteilen. Diese Toleranzen erstrecken sich
Vorzugsmaße der Reihe 12 M verwendet teils ergibt sich daraus unter Berücksich- nur auf diejenigen Bereiche der Bauteile,
werden: tigung der Fugenmaße. in denen sie zusammengefügt werden, z. B.
1,2 m – 2,4 m – 3,6 m – 4,8 m usw. • Beim Achsbezug wird die Achse eines Lagerfugen, Schraubenlöcher.
Sind diese Maßsprünge zu groß, nimmt man Bauteils mit einer Koordinationsebene zur Man unterscheidet
die Vorzugsmaße der Reihe 6 M: Deckung gebracht. Dadurch wird Lage • Bauwerkstoleranzen für Maße, die am
0,6 m – 1,2 m – 1,8 m – 2,4 m – 3,0 m. und Abstand dieser Bauteile festgelegt, fertigen oder unfertigen Bauwerk,
Kommt man auch damit nicht aus, verwendet nicht ihre Größe. Die Achse des Bauteils • Bauteiltoleranzen für Maße, die von
man die Vorzugsmaße der Reihe 3 M: muss nicht seine Schwerlinie sein. Bauteilen vornehmlich vor dem Einbau
0,3 m – 0,6 m – 0,9 m – 1,2 m. • Bauteile können in allen drei Ebenen genommen werden und
Die letzte Möglichkeit ist Anwendung der grenzbezogen oder achsbezogen oder in • Walztoleranzen im Rahmen der Liefer-
Reihe M, also dm-Sprünge. einer (oder zwei) Ebenen grenzbezogen bedingungen der Walzwerke.
Stahlbau Arbeitshilfe 6 Maßordnung

Grenzabmaße Winkeltoleranzen
Spalte 1 2 3 4 5 6 Spalte 1 2 3 4 5 6 7
Grenzabmaße in mm bei Nennmaßen in m Stichmaße als Grenzwerte in mm bei Nennmaßen in m
Zeile Bezug Zeile Bezug
≤3 >3 – 6 >6–15 >15–30 >30 ≤1 >1 – 3 >3 – 6 >6–15 >15–30 >30
Maße im Grundriß, z. B. Vertikale,
1 Längen, Breiten, Achs- und ± 12 ± 16 ± 20 ± 24 ± 30 1 horizontale und 6 8 12 16 20 30
Rastermaße (s. Abs. 5.1.1) geneigte Flächen
Maße im Aufriß, z. B. Durch Ausnutzen der Grenzwerte für Stichmaße der Tabelle „Winkeltoleranzen“ dürfen die
Geschoßhöhen, Podest- Grenzabmaße der Tabelle „Grenzabmaße“ nicht überschritten werden.
2 höhen, Abstände von ± 16 ± 16 ± 20 ± 30 ± 30
Aufstandsflächen und
Konsolen (s. Abs. 5.1.2) Kleinstmaß des Bauteils größte Fugenbreite = Sollmaß der
= Sollmaß Fuge + unteres
Lichte Maße im Grundriß, – unteres zulässiges Abmaß zulässiges Abmaß
des Bauteils
z. B. Maße zwischen
3 ± 16 ± 20 ± 24 ± 30 –
Stützen, Pfeilern usw.
(s. Abs. 5.1.3)
Lichte Maße im Aufriß,
4 z. B. unter Decken und ± 20 ± 20 ± 30 – – Sollmaß des Bauteils
Sollmaß der Fuge
Unterzügen (s. Abs. 5.1.4) Größtmaß des Bauteils kleinste Fugenbreite
= Sollmaß = Sollmaß der Fuge
Öffnungen, z. B. für Fenster, + oberes zulässiges Abmaß – oberes zulässiges
5 Türen, Einbauelement ± 12 ± 16 – – – Hat das Bauteil das Längenmaß I ist = I soll ± zul. Abmaß
Abmaß des Bauteils
(s. Abs. 5.1.5) = 6.000 ± 20 mm,
dann sind seine größte Länge I max = I max 6.020 mm
Öffnungen wie vor, jedoch kleinste Länge I min = 5.980 mm.
6 mit oberflächenfertigen ± 10 ± 12 – – –
Hat die Fugenbreite das Sollmaß f soll = 30 mm,
Leitungen so ist ihr Istmaß f ist = 30 ± 20 mm
Durch Ausnutzen der Grenzabmaße der Tabelle „Grenzabmaße“ dürfen die Grenzwerte für ihr Größtmaß f max = 50 mm Die Toleranz ist
und ihr Kleinstmaß f min = 10 mm. t = ± 20 = 40 mm.
Stichmaße der Tabelle „Winkeltoleranzen“ nicht überschritten werden.

Toleranzen bilden eine wichtige technische toleranzen für die Ober- und Unterseiten Walztoleranzen
und rechtliche Grundlage bei vorgefertigten von Decken und für Wände. Die Anforderun- Walztoleranzen sind die Toleranzen der
Bauten, deren Bauteile an verschiedenen gen sind gestuft für nicht flächenfertige und Querschnittsmaße von Walzprofilen, die in
Orten gleichzeitig gefertigt werden. Toleran- flächenfertige Oberflächen, nach gewöhn- den Lieferbedingungen der Hüttenwerke ent-
zen müssen in der Ausschreibung vorge- lichen und erhöhten Anforderungen und halten sind. Sie sind in Bauwerken nur in-
schrieben werden. Nur bei Einhaltung der nach dem Abstand der Meßpunkte. sofern von Bedeutung als ihre Einhaltung die
Toleranzen von allen Lieferanten ist nach- mit den Nennmaßen der Stahlquerschnitte
arbeitsfreies Zusammenfügen und bei Bauteiltoleranzen nach DIN 18203 Teil 2 nachgewiesene Standfestigkeit des Bauwerks
Überschreiten der Toleranzen die rechtliche Anwendungsbereich gewährleistet.
Entscheidung möglich, wer die Kosten der Die Grenzmaße dieser Norm gelten für
dann erforderlichen Nacharbeit trägt. vorgefertigte Bauteile aus Stahl wie Stützen, Literatur
Last-, zeit- und temperaturabhängige Verfor- Träger, Binder und Tafeln für die Wände, • Hart, Henn, Sontag: Stahlbauatlas,
mungen sind in den DIN-Blättern angege- Decken und Dächer. Diese Norm gilt nicht 2. Auflage
benen Toleranzen nicht enthalten. Sie sind für Walzprofiltoleranzen und für Toleranzen • DIN 18000 Modulanordnung im Bauwesen
gesondert zu erfassen. von in Rollformverfahren hergestellten groß- • DIN 18201 Maßtoleranzen im Bauwesen
flächigen Bauelementen sowie nicht für Tore, • DIN 18202 Maßtoleranzen im Hochbau
Begriffe Türen und Zargen. • DIN 18203 Maßtoleranzen im Hochbau
Bei der Fertigung ist das auf der Zeichnung
eingetragene Sollmaß eines Bauteils (auch Grenzabmaße Wünschen Sie, z. B. im frühen Entwurfs-
Nennmaß genannt) bei wirtschaftlich vertret- Die Grenzabmaße dürfen an keinem Teil stadium, eine firmenneutrale Beratung, steht
barem Aufwand nur mit einer gewissen überschritten werden. Die Tabelle gilt für Ihnen BAUEN MIT STAHL gern mit Rat und
Abweichung erreichbar. Das nachgemessene Längen, Breiten, Höhen und Diagonalen Information zur Verfügung.
Maß ist das Istmaß. Die Abweichung des Ist- sowie Querschnittsmaße.
maßes vom Sollmaß ist das obere oder untere
Abmaß. Die Summe des zulässigen oberen Grenzabmaße in mm bei Nennmaßen im mm
und unteren Abmaßes, die meist gleiche bis über über über über über
Größe haben, ist die Maßtoleranz. Sie grenzt 2.000 2.000 4.000 8.000 12.000 16.000
bis bis bis bis
die Lage und die Größe eines Bauteils ein.
4.000 8.000 12.000 16.000
Das Istmaß einer Fuge zwischen zwei Bau-
2. überarbeitete Auflage 6/01

teilen ist ihr Sollmaß ± das zulässige Abmaß ±1 ±2 ±3 ±4 ±5 ±6


des Bauteils. Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf
Die Bauteiltoleranzen gelten für unbelastete Postfach 10 48 42 · 40039 Düsseldorf
Ebenheitstoleranzen Bauteile aus Stahl bei einer Temperatur von Telefon (02 11) 67 07-828
Besonders große Bedeutung haben die Anfor- + 15 °C. Wenn die Toleranzen eingebauter Telefax (02 11) 67 07-829
derungen an die Ebenheit von Decken und Bauteile geprüft werden sollen, ist ihr Ver- Internet: www.bauen-mit-stahl.de
Wänden. DIN 18202 enthält die Ebenheits- formungszustand zu berücksichtigen. E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe
13 Wärmeschutz im Stahlbau
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Das Energiebilanzverfahren
Mit der Wärmeschutzverordnung (WSchVO) Heizungsbetrieb 5.200 kWh
1995 wurde erstmalig ein Energiebilanzver-
Interne Wär-
fahren zum Nachweis des energiesparenden
Dach mequellen
Wärmeschutzes bei Gebäuden eingeführt. 4.000 kWh 2.700 kWh
In dieser Energiebilanz werden die Wärme- Solarenergie
verluste durch Transmission und Gebäude- Gewinne
lüftung den Wärmegewinnen durch Sonnen- 6.700 kWh
einstrahlung und interne Wärmequellen
gegenübergestellt.

Bei der Aufstellung der Energiebilanz werden


zunächst wie beim bekannten Bauteilverfah-
ren die k-Werte der Außenbauteile bestimmt. Wand
Der k-Wert in W/(mK) beschreibt den Wärme- 6.600 kWh
strom durch ein Bauteil und ist ein notwen-
diger Kennwert zur Berechnung der Trans- Fugen/
missionswärmeverluste. Lüftung
Fenster
7.700 kWh
Transmission
Als Ergebnis erhält man den Jahres-Heizwär- 9.000 kWh
mebedarf QH, der in Abhängigkeit vom Ver- Boden/Keller 3.100 kWh
hältnis der Gebäudehüllfläche (wärmeüber-
tragende Umfassungsfläche) zum beheizten
Bauwerksvolumen (A/V) auf einen Wert zwi-
schen 54,1 und 100 kWh pro m2 und Jahr zu einfache Begrenzung des Wärmedurchgangs- Das Bauteilverfahren im Bestand
begrenzen ist. koeffizienten der Außenbauteile zu. Das Ver- Mit der WSchVO 1995 wurden die Anforde-
fahren wird als „Vereinfachtes Nachweisver- rungen an den Wärmeschutz bei baulichen
A/V zul Q’H zul Q’’H fahren“ bezeichnet. Änderungen an bestehenden Gebäuden
[1/m] [KWh/(m3a)] [KWh/(m2a)] ausgeweitet bzw. verschärft. Hierbei handelt
≤ 0,2 17,3 54,1 Der Nachweis gilt als erbracht wenn die es sich um die Begrenzung des k-Werts von
]0,2..1,05[ 13,82 + 17,32 * A/V 43,19 + 54,12 * A/V k-Werte der Außenbauteile die in der Tabelle Außenbauteilen bestehender Gebäude, die
≥ 1,05 32,0 100,0 angegebenen Maximalwerte nicht über- erstmalig eingebaut bzw. ersetzt oder er-
schreiten. neuert werden. Dabei gelten für neu einge-
Unter Berücksichtigung des Nutzungsgrads setzte Bauteile die gleichen Anforderungen
der Heizanlage kann mit dem berechneten Bauteil maximaler
wie für erneuerte Bauteile. Von einer Er-
Jahres-Heizwärmebedarf QH der Heizener- k-Wert [W/m2K] neuerung spricht man, wenn auf eine beste-
giebedarf eines Gebäudes abgeschätzt wer- hende Außenwand oder Decke von innen
Aussenwände kW ≤ 0,50
den. Mit dem Heizenergiebedarf und dem oder außen zusätzliche Bauteilschichten
Energieäquivalent des Brennstoffs (z. B. 1l Öl Außen liegende Fenster aufgebracht oder Dämmschichten eingebaut
= 10 kWh) ist es möglich den Brennstoff- und Fenstertüren sowie km,Feq ≤ 0,7 werden.
Dachfenster
bedarf für ein Gebäude direkt anzugeben.
Decken unter nicht Der Nachweis gilt als erbracht wenn die
ausgebauten Dachräumen
Allerdings stellt der mit der Energiebilanz der und Decken (einschließlich
k-Werte der betroffenen Außenbauteile die in
WSchVO ermittelte Wert aufgrund vieler Ver- Dachschrägen), die Räume kD ≤ 0,221) der Tabelle angegebenen Maximalwerte nicht
einfachungen nur einen groben Richtwert für nach oben und unten gegen überschreiten.
die Außenluft abgrenzen
den tatsächlichen Jahres-Heizwärmebedarf
eines Gebäudes dar. In der Regel wird der Kellerdecken, Wände und Bei Gebäuden, die um mindestens einen
tatsächliche Heizwärmebedarf unterschätzt. Decken gegen unbeheizte beheizten Raum erweitert werden ist der
Räume sowie Decken und kG ≤ 0,35
Wände, die an das Erdreich Nachweis wie für einen Neubau zu führen.
grenzen Dabei beschränken sich die Nachweise aller-
Das Bauteilverfahren beim Neubau 1) Der mittlere äquivalente Wärmedurchgangskoef-
dings auf die neuen beheizten Räume.
Die Wärmeschutzverordnung läßt für fizient km,Feq entspricht einem über alle aussen
Gebäude mit maximal drei Wohneinheiten liegenden Fenster und Fenstertüren gemittelten
Wärmedurchgangskoeffizenten, wobei solare Wärme-
und höchstens zwei Vollgeschossen den gewinne berücksichtigt werden.
Nachweis des Wärmeschutzes durch eine
Stahlbau Arbeitshilfe 13 Wärmeschutz im Stahlbau

Bauteil maximaler k-Wert1)


Mindestwärme- und Feuchteschutz
Auf der Bauteilinnenseite ist die Einhaltung
Gebäude mit normaler Gebäude mit niedriger einer bestimmten Oberflächentemperatur er-
Innentemperatur Innentemperatur
T ≥ 19 °C T < 19 °C forderlich, um die Entstehung von Kondens-
wasser zu verhindern. Kondenswasserfreiheit
Außenwände kW ≤ 0,5 kW ≤ 0,75 ist eine elementare Forderung zum Schutz
Außen liegende Fenster und der Bausubstanz vor Feuchteschäden und zur
kF ≤ 1,8 –
Fenstertüren sowie Dachfenster Sicherung hygienischer Wohnverhältnisse.
Decken unter nicht ausgebauten
Dachräumen und Decken Der in DIN 4108 festgeschriebene Mindest-
(einschl. Dachschrägen), die KD ≤ 0,3 KD ≤ 0,4 wärmeschutz bei Gebäuden legt bestimmte
Räume nach oben und unten gegen
die Außenluft abgrenzen Obergrenzen für die Wärmedurchgangskoef-
fizienten von Außenbauteilen fest, damit die
Kellerdecken, Wände und entsprechende raumseitige Oberflächentem-
Decken gegen unbeheizte Räume
kG ≤ 0,5 – peratur bei wohnraumüblicher Beheizung
sowie Decken und Wände, die an
das Erdreich grenzen erreicht wird.
1) Der Wärmedurchgangskoeffizient kann unter Berücksichtigung
vorhandener Bauteilschichten ermittelt werden. Daneben werden beim Mindestwärmeschutz
bestimmte Anforderungen an die Dichtheit
der Gebäudehülle und der Fugen gestellt.
Undichtigkeiten in der Gebäudehülle führen
Wärmedurchgangskoeffizient von Bereichen mit unterschiedlichen Wärme- zu Zugerscheinungen, die als unbehaglich
Bauteilen in Stahlleichtbauweise durchlasswiderständen ist bei Konstruktionen empfunden werden. Darüber hinaus wird bei
Die Ermittlung des Wärmedurchgangskoef- mit Stahlleichtprofilen aufgrund der hohen undichten Fugen durch Fugenkonvektion das
fizienten nach dem Verfahren der DIN 4108 Wärmeleitfähigkeit des Stahls gegenüber den Mehrtausendfache der durch Diffusion ein-
für mehrschichtige Bauteile aus mehreren übrigen Baustoffen nicht anwendbar. getragenen Wasserdampfmasse in die Kon-
nebeneinanderliegenden Schichten ist bei struktion eingebracht.
Bauteilen mit Stahlleichtprofilen aufgrund Der Wärmedurchgangskoeffizient kann nähe-
der hohen Wärmeleitfähigkeit des Stahls rungsweise nach DIN EN ISO 6946 berech- Die durch Wasserdampfkondensation in der
nicht mehr möglich. net werden. Eine genaue Lösung ist durch Konstruktion ausfallende Wasserdampfmenge
nur eine FEM-Berechnung oder durch die ist durch eine geeignete Wahl des Schichten-
Das Verfahren der DIN 4108-5 zur Ermittlung Anwendung tabellierter Wärmebrückenwerte aufbaus zu begrenzen.
des Wärmedurchgangskoeffizienten von Bau- möglich.
teilen mit mehreren nebeneinanderliegenden Die Kondensation des durch das Bauteil dif-
fundierenden Wasserdampfes ist durch eine
geeignete Wahl des Schichtenaufbaus zu ver-
hindern bzw. auf ein unschädliches Maß zu
reduzieren.

Die Schicht mit hohem Diffusionswiderstand


und geringer Wärmedämmfähigkeit soll an
der warmen Bauteilseite liegen, die Schicht
mit großer Wärmedämmfähigkeit und gerin-
gem Diffusionswiderstand an der kalten Bau-
teilseite.
Wandquerschnitt Dachquerschnitt

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1. Auflage 3/00

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Stahlbau Arbeitshilfe 20.1 Stützen im Geschoßbau

k
m

l1 l2

k) Stützenfuß Installationsführung in der Stütze Sicherheit:


Zur Lastenverteilung auf das Betonfundament Die dünnwandigen, profilierten Stahlstützen Ausgereifte Technik und qualifizierte Beratung
erhält die Stahlstütze eine Stahlplatte als Fuß; ermöglichen bequeme Führung von Leitungen. Bei der Errichtung von Geschoßbauten hat
sie wird auf Unterlagsblechen montiert, die der Stahlbau in den letzten Jahren eine stän-
Fuge vergossen. Die Fußplatte wird im Fun- Stützenstoß dig wachsende Bedeutung erlangt; die Mit-
dament bei geringen Lasten mit Ankerschrau- Zur Abstufung des Querschnittes und aus gliedsfirmen des Deutschen Stahlbau-Ver-
ben (z. B. Spreizankern), bei größeren Lasten Transportgründen (übliche Länge eines Stüt- bandes haben sich dabei aufgrund ihrer Lei-
und bei eingespannten Stützen durch Anker zenschlusses 7 – 15 m = 2 – 3 Geschosse) stungsfähigkeit und Erfahrung als qualifizierte
und einbetonierte Stahlprofile verankert. wird die Stütze gestoßen. Werkstattstöße sind Partner erwiesen. Viele dieser Unternehmen
meist geschweißt, Montagestöße mit Stirn- errichten in Zusammenarbeit mit Planern und
i) Kellerstützen und Fußplatten geschraubt. Bauherren auf Wunsch auch komplette
Werden Stahlstützen auf ein Kellergeschoß schlüsselfertige Gebäude.
gesetzt, so wird ein dicker Estrich zur Aufnah- Literatur
me des Stützenfußes erforderlich, weil die • Hart, Henn, Sontag: Stahlbauatlas,
Fußplatte wegen der oberen Bewehrung nicht Deutscher Stahlbau-Verband (DSTV),
in die Betondecke eingelassen werden kann. Düsseldorf
Daher ist es oft zweckmäßiger, die Stahlstüt- • Stahlbau-Kalender mit ausführlichen
ze bis zur Kellersohle herunterzuführen und Normen, Vorschriften und Profilen*
die Balken der Betondecke auf Konsolen auf- • Oberegge, Hockelmann, Dorsch:
zulegen. Bemessungshilfen für profilorientiertes
Konstruieren, Stahlbau-Verlagsgesellschaft
m) Fassadenbefestigung mbH, Düsseldorf
Die hinter der Fassade stehende Stahlstütze • Stahlbau-Arbeitshilfen
bietet einfache und vielfältige Anschlußmög- – 2.1 Brandschutz für Stützen und Träger
lichkeiten. – 5.1 Montagegerechtes Konstruieren
– 25 Installationen im Geschoßbau
• Merkblätter des
8. überarbeitete Auflage 7/02

Stahl-Informations-Zentrums, Düsseldorf
115 Stahlgeschoßbauten Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf
– Grundlagen für Entwurf und Postfach 10 48 42 · 40039 Düsseldorf
Konstruktion Telefon (02 11) 67 07-828
167 Betongefüllte Stahlhohlprofilstützen Telefax (02 11) 67 07-829
217 Verbundstützen aus einbetonierten Internet: www.bauen-mit-stahl.de
* erhältlich über BAUEN MIT STAHL Walzprofilen E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe
20.1 Stützen im Geschoßbau
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Beim Stahlgeschoßbau werden die Lasten der Den von oben nach unten wachsenden Lasten
Geschoßdecken und des Daches durch Stüt- kann der Stützenquerschnitt ohne Änderung a b
zen abgetragen. Sie sind in der Regel als Pen- der äußeren Abmessungen durch Vergröße-
delstützen ausgebildet, haben daher als reine rung der Wandstärke und Wahl der Stahlqua-
Druckstäbe kleine Querschnitte und benöti- lität (S235, früher St 37; S355, früher St 52)
gen nur wenig Nutzfläche. Dies ist besonders angepaßt werden.
wichtig für Stützen hinter der Fassade.
c d
Profile Trägeranschlüsse
Es werden verwendet Querkraftanschlüsse durch
a) Breitflanschträger der HE- und e) angeschweißte Anschlußbleche
HD-Reihe f) Anschlußwinkel mit oder ohne Knagge
b) geschweißte Rechteck-Hohlprofile g1) Stirnplatten am Träger
c) gewalzte Rechteck-Hohlprofile
d) kreisförmige Hohlprofile Anschlüsse für Querkraft und Moment e
Ihre Abmessungen sind abhängig von der g2) Stirnplattenanschlüsse
Größe der Lasten (Eigengewicht und Ver- h) Durchbindung des Zug- und Druckgurtes
kehrslasten), ihrem Abstand (der Feldgröße) des Trägers
und der Geschoßzahl. i) Durchlaufen des Trägers

Stützenprofile bei mittiger γF-facher Belastung der Stützen unter Annahme


beidseitig gelenkiger Lagerung der Stützenenden für verschiedene Geschoßhöhen
Erforderliches Stützenprofil aus S235 (früher St 37) nach DIN EN 10025 f
a a s
Stützen- HEA HEB HEM HD
Geschoßhöhe

s a s a D
last (IPBL) (IPB) (IPBv) s
10

DIN DIN DIN nicht geschweißte DIN EN DIN EN 10210-2


Vd 1025 1025 1025 genormt Kastenstütze 10210-2 DIN EN 10219-2
Bl. 3 Bl. 2 Bl. 4 a·s a·s D·s
[m] [kN] Alle Abmessungen in mm (*Gewicht in kg/m)
100 100 100 100 80 · 3,2 101,6 · 3,6
200 120 100 100 90 · 6,3 108,0 · 6,3 g1 g2
300 140 120 100 100 · 6,3 114,3 · 7,1
500 160 140 100 120 · 8,0 139,7 · 7,1
sk = 3,0 m

800 200 180 140 140 · 10,0 168,3 · 8,8


1000 220 180 140 260 · 54,1 160 · 10,0 219,1 · 10,0
1500 260 220 180 260 · 68,2 250 · 12,5 244,5 · 11,0
2000 300 260 200 260 · 93 200 · 18 300 · 12,5 323,9 · 12,5
3000 400 320 240 260 · 142 240 · 18 350 · 12,5
5000 700 600 300 260 · 225 300 · 40
10000 320 · 451 360 · 50
100 100 100 100 80 · 6,3 101,6 · 3,6
200 120 120 100 90 · 6,3 108,0 · 6,3 h
300 140 140 100 120 · 8,0 114,3 · 7,1
500 180 160 120 140 · 10,0 159,0 · 7,1
sk = 3,6 m

800 220 180 140 150 · 10,0 193,7 · 8,8


1000 220 200 160 260 · 54,1 180 · 12,5 219,1 · 10,0
1500 280 240 180 260 · 93 250 · 12,5 244,5 · 11,0
2000 300 260 200 260 · 93 200 · 18 300 · 12,5 323,9 · 12,5
3000 400 340 240 260 · 142 240 · 18 350 · 12,5
5000 800 650 300 260 · 225 300 · 40
10000 320 · 451 360 · 50
100 100 100 100 80 · 6,3 101,6 · 3,6 i
200 140 120 100 100 · 6,3 114,3 · 7,1
300 160 140 100 120 · 8,0 133,0 · 7,1
500 180 160 120 140 · 10,0 159,0 · 7,1
sk = 4,2 m

800 220 200 160 160 · 10,0 193,7 · 8,8


1000 240 200 160 260 · 54,1 180 · 12,5 219,1 · 10,0
1500 280 240 200 260 · 93 250 · 12,5 244,5 · 11,0
2000 320 280 220 260 · 114 200 · 18 300 · 12,5 323,9 · 12,5
3000 450 360 240 260 · 172 240 · 18 350 · 12,5
5000 900 700 300 260 · 299 300 · 40
10000 320 · 451 360 · 50
Stahlbau Arbeitshilfe 20.2 Walzträger im Geschoßbau

Grenzstützweiten in (m) für Walzprofile 1)


nach DIN 18800 T1, Ausgabe 11.90
Farben: dunkelblau = S235 (früher St 37) hellblau = S355 (früher St 52)

Bela- IPE HEA HEB HEM


stung

qd4) 300 330 360 400 450 500 600 300 340 360 400 450 500 600 700 800 300 340 360 400 450 500 600 700 800 300 340 360 400 450 500 600 700 800
[kN/m] Gleichmäßig verteilte Belastung 2)
9,9 11,2 12,6 14,2 16,2 14,8 17,1 17,1
10
12,1 13,7 15,4 17,4
7,0 7,9 8,9 10,1 11,4 13,0 16,4 10,5 12,1 12,8 14,2 15,9 17,6 12,1 13,7 14,5 15,9 17,6 17,4
20
8,5 9,7 10,9 12,3 14,0 15,9 12,8 14,8 15,7 17,4 14,8 16,8 17,7
5,7 6,4 7,3 8,2 9,3 10,6 13,4 8,6 9,9 10,5 11,6 13,0 14,4 16,7 9,9 11,2 11,8 13,0 14,4 15,8 14,2 15,4 15,8 16,7 17,9
30
7,0 7,9 8,9 10,1 11,4 13,0 16,4 10,5 12,1 12,8 14,2 15,9 17,6 12,1 13,7 14,5 15,9 17,6 17,4
4,9 5,6 6,3 7,1 8,1 9,2 11,6 7,4 8,6 9,1 10,0 11,2 12,4 14,5 16,5 8,6 9,7 10,2 11,2 12,4 13,7 15,8 17,9 12,3 13,3 13,7 14,5 15,5 16,4
40
6,0 6,8 7,7 8,7 9,9 11,2 14,2 9,1 10,5 11,1 12,3 13,8 15,2 17,7 10,5 11,9 12,5 13,7 15,2 16,8 15,1 16,3 16,8 17,8
4,4 5,0 5,6 6,4 7,2 8,2 10,4 6,6 7,7 8,1 9,0 10,1 11,1 12,9 14,8 16,4 7,7 8,7 9,2 10,0 11,1 12,2 14,1 16,0 17,7 11,0 11,9 12,2 13,0 13,9 14,7 16,4 17,9
50
5,4 6,1 6,9 7,8 8,9 10,1 12,7 8,1 9,4 10,0 11,0 12,3 13,6 15,8 9,4 10,6 11,2 12,3 13,6 15,0 17,3 13,5 14,6 15,0 15,9 17,0 18,0
4,0 4,6 5,1 5,8 6,6 7,5 9,5 6,1 7,0 7,4 8,2 9,2 10,2 11,8 13,5 14,9 7,0 7,9 8,4 9,2 10,2 11,2 12,9 14,6 16,2 10,1 10,9 11,2 11,8 12,7 13,4 14,9 16,4 17,8
60
4,9 5,6 6,3 7,1 8,1 9,2 11,6 7,4 8,6 9,1 10,0 11,2 12,4 14,5 16,5 8,6 9,7 10,2 11,2 12,4 13,7 15,8 17,9 12,3 13,3 13,7 14,5 15,5 16,4
3,7 4,2 4,7 5,4 6,1 6,9 8,7 5,6 6,5 6,9 7,6 8,5 9,4 10,9 12,5 13,8 6,5 7,3 7,7 8,5 9,4 10,3 11,9 13,5 15,0 9,3 10,1 10,4 11,0 11,7 12,4 13,8 15,1 16,5
70
4,6 5,2 5,8 6,6 7,5 8,5 10,7 6,9 7,9 8,4 9,3 10,4 11,5 13,4 15,3 17,0 7,9 9,0 9,5 10,4 11,5 12,7 14,6 16,6 11,4 12,3 12,7 13,4 14,3 15,2 16,9
3,5 3,9 4,4 5,0 5,7 6,5 8,2 5,2 6,1 6,4 7,1 7,9 8,8 10,2 11,7 12,9 6,1 6,9 7,2 7,9 8,8 9,7 11,2 12,7 14,0 8,7 9,4 9,7 10,3 11,0 11,6 12,9 14,2 15,4
80
4,3 4,8 5,4 6,2 7,0 7,9 10,0 6,4 7,4 7,9 8,7 9,7 10,8 12,5 14,3 15,9 7,4 8,4 8,9 9,7 10,8 11,8 13,7 15,5 17,1 10,7 11,5 11,9 12,6 13,4 14,2 15,8 17,3
Pd [kN]4) Einzellast in Trägermitte 3)
4,8 6,1 7,7 9,7 12,3 15,4 10,4 13,4 14,8 17,6 13,3 16,4 17,9
100
7,1 9,1 11,3 14,3 18,0 15,1
2,4 3,1 3,9 5,0 6,4 8,2 12,7 5,4 7,1 8,0 9,7 12,0 14,4 7,1 9,0 10,0 11,9 14,3 16,9 13,7 15,6 16,5
200
3,6 4,6 5,9 7,5 9,6 12,2 8,1 10,6 11,9 14,3 17,5 10,5 13,3 14,7 17,3
1,6 2,1 2,6 3,4 4,3 5,6 8,7 3,6 4,8 5,4 6,6 8,2 10,0 13,2 16,9 4,8 6,2 6,8 8,2 10,0 11,9 15,5 9,6 11,1 11,7 13,1 14,7 16,4
300
2,4 3,1 3,9 5,0 6,5 8,3 12,9 5,4 7,2 8,1 9,8 12,2 14,7 7,2 9,2 10,1 12,1 14,7 17,4 14,1 16,2 17,1
1,2 1,6 2,0 2,5 3,3 4,2 6,6 2,7 3,6 4,1 5,0 6,2 7,6 10,1 13,0 15,8 3,6 4,7 5,2 6,2 7,6 9,1 11,9 15,1 7,4 8,5 9,0 10,1 11,4 12,7 15,6
400
1,8 2,3 2,9 3,8 4,9 6,3 9,8 4,1 5,4 6,1 7,4 9,3 11,3 15,0 5,4 7,0 7,7 9,2 11,3 13,5 17,6 10,9 12,6 13,3 14,8 16,8
1,0 1,2 1,6 2,0 2,6 3,4 5,3 2,2 2,9 3,3 4,0 5,0 6,1 8,2 10,6 12,9 2,9 3,7 4,2 5,0 6,1 7,4 9,7 12,3 14,9 6,0 6,9 7,3 8,2 9,3 10,4 12,7 15,1 17,7
500
1,5 1,9 2,4 3,0 3,9 5,0 7,9 3,3 4,4 4,9 6,0 7,5 9,1 12,2 15,7 4,4 5,6 6,2 7,4 9,1 10,9 14,3 8,9 10,3 10,9 12,1 13,7 15,3
0,8 1,0 1,3 1,7 2,2 2,8 4,4 1,8 2,4 2,7 3,3 4,2 5,1 6,9 8,9 10,9 2,4 3,1 3,5 4,2 5,1 6,2 8,1 10,4 12,6 5,0 5,8 6,1 6,9 7,8 8,8 10,8 12,8 15,0
600
1,2 1,6 2,0 2,5 3,3 4,2 6,6 2,7 3,6 4,1 5,0 6,3 7,6 10,2 13,2 16,1 3,6 4,7 5,2 6,2 7,6 9,2 12,1 15,4 7,4 8,6 9,1 10,2 11,6 13,0 15,9
0,7 0,9 1,1 1,4 1,9 2,4 3,8 1,6 2,1 2,4 2,9 3,6 4,4 5,9 7,7 9,4 2,1 2,7 3,0 3,6 4,4 5,3 7,0 9,0 10,9 4,3 5,0 5,3 5,9 6,7 7,6 9,3 11,1 13,0
700
1,0 1,3 1,7 2,2 2,8 3,6 5,7 2,4 3,1 3,5 4,3 5,4 6,6 8,8 11,4 13,9 3,1 4,0 4,5 5,3 6,6 7,9 10,4 13,3 16,1 6,4 7,4 7,9 8,8 10,0 11,2 13,8 16,4
0,6 0,8 1,0 1,3 1,6 2,1 3,3 1,4 1,8 2,1 2,5 3,1 3,9 5,2 6,7 8,3 1,8 2,3 2,6 3,1 3,9 4,6 6,2 7,9 9,6 3,8 4,4 4,6 5,2 5,9 6,6 8,2 9,8 11,5
800
0,9 1,2 1,5 1,9 2,4 3,2 5,0 2,1 2,7 3,1 3,8 4,7 5,8 7,7 10,0 12,3 2,7 3,5 3,9 4,7 5,8 6,9 9,2 11,7 14,2 5,6 6,5 6,9 7,8 8,8 9,9 12,2 14,5 17,0
1) Grenzstützweiten > 18,0 m (handelsübliche maximale Lieferlänge für angegebene Walzprofile) sind nicht dargestellt. 3) Das Trägereigengewicht ist hier bereits berücksichtigt.
2) Das Trägereigengewicht ist nicht berücksichtigt und deshalb in die Gleichstreckenlast nach Spalte 1 miteinzuschließen. 4) γF-fache Belastung

Literatur Sicherheit: Ausgereifte Technik Wünschen Sie, z. B. im frühen Entwurfstadium,


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– 20.3 Verbundträger im Geschoßbau Telefax (02 11) 67 07-829
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Stahlbau Arbeitshilfe
20.2 Walzträger im Geschoßbau
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Als Biegeträger werden in den Dach- und Trägeranschlüsse Querkraft- und Momentenanschlüsse
Deckentragwerken von Geschoßbauten vor- Bei den Anschlüssen von Deckenträgern an Der einfachste Trägeranschluß ergibt sich,
wiegend Walzträger verwendet. Unterzüge wenn der Deckenträger auf dem Unterzug
• gelten entweder die Anschlüsse als aufliegt und über ihm durchläuft. Bis zu den
gelenkig, und es werden nur die Quer- Lasten der Tabelle müssen keine Steifen in die
kräfte übertragen, Träger an den Kreuzungsstellen eingeschweißt
• oder der angeschlossene Träger läuft durch, werden.
und es sind Querkräfte abzutragen und
Biegemomente weiterzuleiten.

Profile Querkraftanschlüsse
Die meist gebrauchten Profile sind: Je nach Höhenlage und Höhe des anzu-
• für leichte Lasten die Träger der IPE-Reihe. schließenden Trägers kann dieser glatt ab-
• für schwere Lasten die Träger der HE-Reihen gesägt sein oder muß ausgeklingt werden.
• Als Randträger dienen auch U-Profile.
Stehen die Träger in statischem Verbund mit
der aufgelegten Deckenplatte, entsteht der
wirtschaftliche und steife Verbundträger (siehe
Arbeitshilfe 20.3.).

Tragfähigkeit Übertragbare Querkraft in [kN]


Statisch sind die Träger Einfeld- oder Durch- bei Trägerkreuzungen ohne Steifen
laufträger über 2 – 3 Felder. Die umseitige (für Bauteile aus S235, für γF-fache Last)
Bemessungstabelle gilt für Einfeldträger unter Nennhöhe IPE HEA HEB HEM
γF-facher Belastung und ohne Berücksichti- 300 330 531 700 1433
gung von Biegedrillknicken. 330 395
340 675 866 1605
360 444 753 956 1690
Erforderliche Trägerhöhe h in cm 400 530 912 1151 1867
(bei voller Ausnutzung der Tragfähigkeit 450 602 1004 1346 2086
und Begrenzung der Durchbiegung) 500 687 1102 1496 2305
Zulässige Stahl- Stützweite l in [m] 600 945 1253 1670 2729
Durch- sorte 700 1465 1913 2749
biegung 6 8 10 12 14 16 18 20 800 1613 2084 2836
für Gleichstreckenlast qd mit γF = 1,35 Die Tabellenwerte gelten für Trägerkreuzungen gleichartiger
S235 29 38 48 58 67 77 87 96 Profile. Bei Kreuzungen unterschiedlicher Profile sind die Werte
l/300 des kleineren Trägers zu verwenden, siehe auch Bemessungshilfen
S355 43 58 72 87 101 115 130 144
S235 48 64 80 96 112 128 144 160 Tragfähigkeit von Steganschlüssen in [kN] für profilorientiertes Konstruieren.
l/500 (für Bauteile aus S235, γF-fache Belastung
S355 72 96 120 144 168 192 216 241
mit Schrauben nach DIN 7990, Güte 4.6)
für Einzellast Pd in Feldmitte mit γF = 1,35 Bei Trägern, die sich in der gleichen Höhe
Winkel- Schraubenbild Träger-
S235 23 31 38 46 54 62 69 77 anschluß steg- kreuzen, sind die Obergurte der anzu-
l/300 S355 35 46 58 69 81 92 104 115
S235 38 51 64 77 90 103 115 128
beidseitig dicke schließenden Träger zugfest miteinander zu
l/500 Verbindungsmittel grenz t
S355 58 77 96 115 135 154 173 192 verbinden. Die Druckkräfte der Untergurte
90 · 9 M 16 78 146 3,1
100 · 10 M 20 138 252 382 4,3
werden durch eingepaßte Futterstücke über-
Stegdurchbrüche 120 · 12 M 24 195 358 544 742 5,3 tragen.
Kleine Durchbrüche für Installationsleitungen Stirn- Schrauben-
im Steg bleiben unverstärkt, größere Durch- platten- bild
anschluß
brüche, besonders in Bereichen großer Quer- Verbin-
kräfte, erhalten Verstärkungen. dungsmittel
Stirnpl. M 16 87 175 263 4,2 – 5,2
10 mm M 20 137 274 411 548 5,2 – 5,6
dicke M 24 197 394 592 789 987 6,3 – 7,0

Voraussetzung für die Anwendung der Tabellenwerte ist die Ein-


haltung der Mindestabstände für die Schraubenlöcher (2,2 d unter-
einander, 1,2 d vom Rand). Bei Verwendung der Anschlußtypen
für Träger mit Stegdicken < grenz t sind die Tabellenwerte abzu-
mindern; siehe Bemessungshilfen für profilorientiertes Konstruieren;
diesem Buch sind auch die Werte obiger Tabelle entnommen.
Stahlbau Arbeitshilfe
21.1 im Stahlgeschossbau
Deckenplatten
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Die Wahl des jeweils angemessenen Decken-


systems erhöht entscheidend die Wirtschaft- Richtwerte für Deckendicken d (cm)
lichkeit eines Stahlgeschossbaues. Die Bau- (für Deckentypen B bis D und E
zeit wird durch montierbare, sofort begeh- in umseitiger Tabelle „Deckensysteme“)
in Abhängigkeit von Spannweite und Nutzlast
bare Betonfertigteile oder Stahltrapezprofile (einschl. Zuschlag von 1,14 kN/m2
oft erheblich verkürzt. für Belag, Unterputz usw.)
Deckendicke d = h + 1,5 cm (mind. 10 cm)
Funktion der Deckenplatte
Das Deckentragwerk eines Stahlgeschoss- p Spannweiten (cm)
baus besteht aus Deckenplatte und Decken- (kN/m2) 240 360 480 600 720 840 960
träger. Die Deckenplatte übernimmt als tra- 1.50 10 12 16 19 23 26 31
gendes Bauteil dabei folgende Funktionen: 2.00 10 12 16 19 23 27 33
• Als Platte: Abtragen der Lasten zu den 2.25 10 12 16 19 23 27 33
Trägern 2.75 10 12 16 19 23 28 34
Einfeldplatten

• Als Scheibe: Abtragen horizontaler Kräfte 3.50 10 12 16 19 24 30 35


zu den Festpunkten des Gebäudes • Additive Platte 5.00 10 12 17 20 26 32 38
7.50 10 14 19 22 29 35 42
• Als Obergurt: Übernahme anteiliger F Deckenprofilblech mit tiefen Sicken als
10.00 10 15 20 24 32 38 45
Lasten im Verbund mit Deckenträgern Schalung. Die Abtragung des Eigen-
12.50 11 16 22 26 34 41 48
oder Unterzug gewichts (Blech und Beton) wird dem
15.00 12 17 23 27 36 43 51
Zugleich erfüllt sie wichtige bauphysikalische Profilblech zugeordnet. Für die Verkehrs-
20.00 13 19 26 31 40 48 56
Aufgaben des Brand-, Schall-, Wärme- und lasten ist ausschließlich die durch den
Feuchtigkeitsschutzes. Aufbeton entstandene Rippendecke Gleiche Dicken In diesem Bereich
zuständig (Additive Bemessung). bei geringeren wird die rechnerisch
Lasten ergeben erforderliche Platten-
Abtragen vertikaler Kräfte sich durch die dicke zu groß, daher
Die Deckenplatte spannt als Ein- oder Mehr- Abtragen horizontaler Kräfte Schlankheits- hier Sekundärträger
feldplatte zwischen den Deckenträgern. Die Eine Deckenplatte gilt nach DIN 1045 als begrenzung anordnen und eine
L „aufgelöste Decke“
gebräuchlichsten Deckensysteme sind in der tragfähige Scheibe, wenn die in der Scheiben- h ≥ ––
35 ausführen.
umseitigen Tabelle zusammengestellt. Man ebene wirkenden Kräfte durch Bogen- oder
unterscheidet (Großbuchstaben lt. entspre- Fachwerkwirkung zusammen mit Randglie- 1.50 10 10 10 13 16 20 24
chender Tabellenspalte): dern oder Zugpfosten (Stahlträger oder Be- 2.00 10 10 11 13 17 21 25
• Tragende Betonplatte wehrung) aufgenommen werden können. 2.25 10 10 11 13 17 21 25
A mit Rippen oder Hohlräumen 2.75 10 10 12 14 18 22 26
Mehrfeldplatten

B als massive Platte Verbundträger 3.50 10 10 12 14 19 23 27


C auf vorgefertigter Unterschale Wirkt die Deckenplatte als Obergurt einer 5.00 10 10 13 16 21 25 29
D auf nichttragendem Strahltrapezprofil Verbundkonstruktion zusammen mit Decken- 7.50 10 11 15 18 23 28 32
als verlorener Schalung träger oder Unterzug, so werden beide Bau- 10.00 10 13 17 19 25 30 35
• Verbundplatte stoffe gezwungen, gemeinsam zu tragen. 12.50 10 14 18 21 27 32 38
E Stahlverbundbleche als Schalung und Eine Verbundkonstruktion verringert Stahl- 15.00 10 14 19 22 29 34 40
als untere Bewehrung der Platte, bedarf und Durchbiegung erheblich und er- 20.00 11 16 21 25 32 38 44
Ausführung entsprechend Zulassung laubt kleinere Konstruktionshöhen. Die Werte für Mehrfeldplatten gelten für die Mittelfelder
der Platten; die Endfelder sollen ca. 1 cm dicker aus-
geführt werden.
Stahlbau Arbeitshilfe 21.1 Deckenplatten im Stahlgeschossbau

Deckensysteme A B C D E F
(Auswahl)
Spannbeton- Stahlbeton- Teilweise vorgefer- Ortbetondecken auf Stahlprofilblech- Hoesch Additiv-Decke
Fertigdecken Fertigteil-Platten tigte Decken-Platten Stahltrapezprofilen als Verbunddecken auf Profilblechen
nach DIN 1045-1 nach DIN 1045-1 verlorene Schalung mit tiefen Sicken
Skizze

Fabrikate Betonson, Ausführung Filigran, ThyssenKrupp Hoesch Holorib, ThyssenKrupp Hoesch


und Lieferfirmen Brespa, nach DIN von Kaiser-Omnia Bausysteme, Cofrastra Bausysteme
(Beispiele) Echo, Betonfertigteilwerken Arcelor Bauteile
Verbin GmbH,
Fischer Profil,
Salzgitter
Bauelemente
Belastung gemäß Zulassung ohne Einschränkung nach DIN 1045-1 ohne Einschränkung gemäß Zulassung
Spannweite nach DIN 1045-1
Ohne Verbund beliebige Unterkonstruktion möglich
mit Trägerlage
Verbund mit Träger- kein Verbund Verbund Verbund mit Verbund
lage (Bemessung mit Stahlträgern mit Stahlträgern Stahlträgern nur mit Stahlträgern
gemäß prEN 1994-1-1) eingeschränkt
Direkter Brandschutz nach Zulassung nach DIN 4102; gemäß Zulassung gemäß Zulassung
(F 90, F 120, F 180) bzw. DIN 4102 keine unterseitige Isolierung erforderlich (Prüfzeugnis) (F 30 bis F 90)
Schallschutz nach DIN 4109
oder Prüfzeugnis

Befestigung von zugelassene Ankerschienen und Dübel Dübel Keilkopfschrauben Dübel


Installationen und Hohlraumdübel und Muttern für
Ausbauelementen Systemhänger
Montage Kranmontage Heben von Blechpaketen per Kran auf die Verlegeebene,
für dann Verlegen von Hand.
Einzelelemente Die Profiltafeln sind im Montagezustand, Arbeitsbühne, Schalung, hori-
zontale Aussteifung (Scheibenwirkung) und Kipphalterung für die Träger.

Deckenoberfläche • Diverse Zulassungen der Produkthersteller Die Organisation BAUEN MIT STAHL steht
Stahlbetonfertigteilplatten erhalten durch (z. B. Hoesch, Holorib) Ihnen mit ihren Ingenieuren ebenfalls gern
werkseitige Schalungen eine belagebene • F. Grimm: Stahlbau im Detail, zur Verfügung
Oberfäche. Der Estrich kann dann möglicher- Bd. 2 (Weka Verlag) • wenn Sie (z. B. im frühen Entwurfsstadium)
weise entfallen. • Stahlbaukalender 2002, Kap. 3 und 4 eine firmenneutrale Beratung wünschen
Bei Ortbeton lässt sich dasselbe Ergebnis (Ernst & Sohn) oder
durch eine der folgenden Maßnahmen • Schulitz, Sobek, Habermann: • wenn Sie (auch im Gespräch mit den Be-
erreichen: Stahlbauatlas hörden) die erforderlichen und angemesse-
• sauberes Abziehen und Glätten • Stahlbau Arbeitshilfe 2.4 nen Maßnahmen bei einem konkreten
• Ausgleichsfeinschicht auf normaler „Brandschutz für Decken“ Stahlbauprojekt ermitteln wollen.
Betonoberfläche • Stahlbau Arbeitshilfe 14
• Vakuumbehandlung nach dem Planziehen, „Schallschutz im Stahlbau“
abschließendes Glätten
• Auftragen von Fließbeton Sicherheit: ausgereifte Technik
und qualifizierte Beratung
Literatur Bei der Errichtung von Geschossbauten hat
• DIN 1045-1 Tragwerke aus Beton, der Stahlbau eine ständig wachsende Bedeu-
Stahlbeton und Spannbeton, 7/2001 tung erlangt. Dabei haben sich die Mitglieds-
• prEN 1994-1-1 Bemessung und firmen des Deutschen Stahlbau-Verbandes
Konstruktion von Verbundtragwerken aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit und Erfah-
6. überarbeitete Auflage 6/04

• DIN 4102 Brandverhalten von Baustoffen rung als qualifizierte Partner erwiesen. In
und Bauteilen, 9/1977 bis 9/1998 Zusammenarbeit mit Planern und Bauherren Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf
• DIN 4109 Schallschutz im Hochbau, errichten sie auf Wunsch auch komplette Postfach 10 48 42 · 40039 Düsseldorf
11/1989 bis 9/2003 schlüsselfertige Gebäude. Telefon (02 11) 67 07-828
Telefax (02 11) 67 07-829
Internet: www.bauen-mit-stahl.de
E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe
21.2 Integrierte Deckensysteme
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Integrierte Deckensysteme sind eine


Weiterentwicklung abgehängter Decken-
konstruktionen. Sie übernehmen den bau- Schnitt und Untersicht/Decke
technischen und gestalterischen Raum-

A
abschluss; zugleich sind jedoch zusätzliche

A
Funktionen integriert:
• Zu- und Abluftführungen der klima-
technischen Einrichtungen
• Beleuchtungsanlagen

Z
• Schallabsorption zur Verbesserung
der Raumakustik
Z

• Anschlusselemente für Raumteiler und


versetzbare Innenwände A
• Elektroinstallationen, wie Verteiler und
Regelanschlüsse für Beleuchtung und
Deckenanschlüsse (Elektranten), elektro-
akustische Anlagen (Lautsprecher, TV)
Wasserinstallationen (Sprinkleranlagen)
• Sonstige Medienzuführungen,
z. B. Gas, Feuerlöschmittel
• Brandschutz
Ausbildungsformen integrierter Deckensysteme
Anwendungsbereiche Zeichnungen siehe Rückseite
Integrierte Deckensysteme finden sich vor-
wiegend Flache Decke A Gefaltete Decke B Großrasterdecke C
• in kompakten Gebäuden, die weit- Zeichnung A1, A2, A3 Zeichnung B1, B2 Zeichnung C1, C2
gehend nur mit technischen Mitteln zu Klimatechnik Gute Voraussetzungen Klimatechnische Ein- Klimatechnisch einfach
klimatisieren sind, sowie für klimatechnische schränkungen durch auszubilden, günstig für
• in Bauten mit wechselnden Nutzungs- Versorgung Gefahr der Vermischung Wärmebilanz der Klima-
anforderungen (Büros, Schulen, Institute). von Zu- und Abluft anlage durch in der Höhe
gestaffelte Anordnung von
Da hierbei viel Raum im Deckenpaket Zu- und Abluft
benötigt wird, sind Stahlskelettbauten mit Leuchtdichte Kontraste der Leucht- Leuchtdichteverteilung Leuchtdichteverteilung
gestapelter Trägerlage bzw. mit Fachwerk- dichten bei eingebauten günstig, da gleichmäßige optimal lösbar, Leucht-
Leuchten kritisch Aufhellung der Decken- stofflampen nur über der
oder Wabenträgern besonders wirtschaftlich – flächen Großrasterdecke
ohne die Geschosshöhe zu vergrößern. Blendungsbegrenzung Blendungsbegrenzung Blendungsbegrenzung in Blendung durch Großraster
nur bei abgeschirmten Abhängigkeit von Leuch- voll begrenzbar
Integrierte Deckensysteme bestehen in der Leuchten tenart und Beleuchtungs-
form (direkt, indirekt)
Regel aus industriell vorgefertigten Bauteilen, Akustik Geringe Schall- Günstige Schallabsorption Größte erzielbare Schallab-
deren Abmessungen den gebräuchlichen absorptionsfläche durch Deckenflächen- sorption durch Erhöhung der
Modulen und Teilungsrastern entsprechen. vergrößerung Flächenanteile in der Decke
Wandmontage Versetzbare Wände Anschluss versetzbarer Wandanschlüsse nicht
Die Variationsbreite der Rasterbildung eröff- leicht anzuschließen Wände möglich möglich, Ausnahme: Band-
net vielfältige gestalterische Möglichkeiten. raster-Lüftungsdecke
Anwendungsbereich Typische Lösung für Großräume Typische
reversible Bauten Großraumlösung
An Bandrasterkonstruktionen im Decken-
spiegel können Innenwände angeschlossen
werden, die sich – je nach gewünschter
Raumaufteilung – jederzeit leicht versetzen
lassen.
Klima- und beleuchtungstechnische Einrich-
tungen werden in ein Schema gebracht, das
dem Teilungsmodul der Deckenkonstruktion
überlagert ist. Sie können daher – unabhängig
von der jeweiligen aktuellen Nutzung – alle
einzelnen Flächeneinheiten nach den gleichen
funktionalen Ansprüchen versorgen.
Stahlbau Arbeitshilfe 21.2 Integrierte Deckensysteme

A1 Flache Decke mit Einbauleuchten A2 Flache Decke mit vorstehenden Leuchten A3 Flache Decke mit Aufbauleuchten

Z
A A Z Z A

A A A A A
Z
Z Z

B1 Gefaltete Decke B2 Gefaltete Decke

Z A
A Z A

A
A A A
Z

A A
Z

C1 Großrasterdecke: Installation offen geführt C2 Großrasterdecke: Installation verdeckt geführt

Z A
A Z

Z A A
Z

Deckenpaneele in ein- oder Sicherheit: ausgereifte Technik


mehrschaligem Aufbau und qualifizierte Beratung
Bei der Errichtung von Geschossbauten hat
Materialien: der Stahlbau in den letzten Jahren eine
Gipskarton, Mineralfaser-/Hartfaserplatten, ständig wachsende Bedeutung erlangt; die
Stahlblech, Aluminium, Kunststoffe Mitgliedsfirmen des Deutschen Stahlbau-
Verbandes haben sich dabei aufgrund ihrer
Abhängungen je nach Lastfall: Leistungsfähigkeit und Erfahrung als quali-
• aus Zug: als Hängekonstruktionen fizierte Partner erwiesen. Viele dieser Unter-
• aus Druck und Zug: als Druckkonstruktion nehmen errichten in Zusammenarbeit mit
mit Aussteifungen Planern und Bauherren auf Wunsch auch
komplette schlüsselfertige Gebäude und
Gewicht: beraten Sie dabei auch gerne bei der Aus-
• Flache Decken von 65 – 160 N/m2 wahl des angemessenen Deckensystems.
• Großrasterkonstruktionen von
180 – 250 N/m2 Wünschen Sie, z. B. im frühen Entwurfs-
stadium, eine firmenneutrale Beratung, steht
Literatur Ihnen BAUEN MIT STAHL gern mit Rat und
5. überarbeitete Auflage 3/00

• Schulitz et.al.: Stahlbauatlas Information zur Verfügung.


• Stahlbau-Arbeitshilfen: Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf
– 2.4 Brandschutz für Decken Postfach 10 48 42 · 40039 Düsseldorf
– 14 Schallschutz im Stahlbau Telefon (02 11) 67 07-828
– 21.1 Deckenplatten im Geschossbau Telefax (02 11) 67 07-829
– 21.4 Installationsraum Decke Internet: www.bauen-mit-stahl.de
– 25 Installationen im Geschossbau E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe
22 Treppen im Geschossbau
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Treppen dienen der vertikalen Erschließung


von Gebäuden für den Personenverkehr Die Auftrittsbreite a Beispielrechnung (angenommene Beispiele):
und sind zugleich entscheidende Fluchtwege läßt sich bei a < 3 M (amin = 26 cm) nach folgender Formel n1 = 17, n2 = 15, n3 = 28
errechnen:
bei Bränden und anderen Notfällen. Ent- 15 · 3 M 450
= 26,47 cm 1b: 15 < 17 ≤
3 · 15
n ·3M ≤ 3 · n2 1a: a = = = 17,31
sprechende Vorschriften sind in den Bauord- 1a: a = 2 cm 1b: n2 < n1 17 17 2,6
n1 2,6
nungen der Bundesländer festgelegt (z. B. 3 2a: s =
28 · M 280
= = 16,47 cm 2b: 28 > 17 ≥
28
= 14,74
BauO NW §§ 36 und 37; AVO §§ 10 und Die Steigungshöhe s ist (bei s > M; smax = 19 cm) 17 17 1,9
2
11); sie regeln: folgendermaßen zu ermittlen:
Werden die Formeln 1b und 2b nicht erfüllt, so sind die
• Zahl und Abstand notwendiger Treppen n ·M
2a: s = 3 cm
n
2b: n3 > n1 ≥ 3 angenommenen Werte n1, n2 und/oder n3 zu korrigieren.
n1 1,9
im Zuge von Fluchtwegen
• Laufbreite, Steigung und Durchgangshöhe n1 = Anzahl der Steigungen eines Treppenlaufes
• Treppenraum
s n2 = Vervielfachungsfaktor für 3 M bei der Bemessung
• Grad der Feuerbeständigkeit der Treppenlauflänge (ganze Zahl)
n3 · M a
• Rauchabzug Geschoßhöhe hl d
er
n3 = Vervielfachungsfaktor für M bei der Bemessung
Anza ngen der Geschosshöhe (ganze Zahl)
= u
n 1 teig
Treppen-Typen S
Treppen mit dem folgenden Wert sind erfahrungsgemäß
Man unterscheidet gerade und gewendelte n2 · 3 M Treppenlauflänge angenehm zu begehen: a + 2s ≈ 63 cm
Treppen. Im Stahlgeschossbau wird die
gerade ein- oder zweiläufige Treppe am
häufigsten verwendet. Bei der konstruktiven
Gestaltung einer Treppe und ihrer Einfügung Nutzbare Laufbreite notwendiger Treppen Die Geschosshöhe soll wie folgt anwachsen:
in einen Stahlskelettbau sind besonders zu • bis 36 M in 1-M-Sprüngen
beachten: Einfamilienhäuser ohne • von 36 – 48 M in 3-M-Sprüngen
Einliegerwohnungen 80 cm
• Geometrie der Treppe und innerhalb von Wohnungen • darüber hinaus in 6-M-Sprüngen
• Konstruktion der Treppenelemente
Wohngebäude bis zu zwei Vollgeschossen 90 cm
• Abschluss der Treppe gegen Treppenraum Treppenkonstruktionen
und Deckenbereich Wohngebäude mit mehr als zwei Treppenstufen oder -läufe bestehen auch bei
100 cm
Vollgeschossen und andere Gebäude einem Stahlskelettbau meist aus Beton, ins-
Geometrie der Treppe Hochhäuser 125 cm besondere wenn sie feuerbeständig und tritt-
• Treppenlauf: ununterbrochene Folge von schalldämmend sein müssen. Vorgefertigte
mindestens 3, höchstens 18 Steigungen Bei Treppen für mehr als 150 Personen > 125 cm Stufen oder Läufe setzen sich dabei immer
zwischen 2 Podesten mehr gegenüber Ortbetontreppen durch, da
• unverändertes Steigungsverhältnis inner- Wichtig für die Planung einer Treppe ist die sie eine sofortige Vertikalerschließung des
halb der Lauflinie Festlegung des Stufenansatzes. Haben die Gebäudes zulassen.
• Steigungshöhe: maximal 19 cm auf- und abwärtsführenden Läufe einer Treppe
• Auftrittsbreite: mindestens 26 cm die gleiche Steigung (dies sollte die Regel
• nutzbare Podesttiefe: mindestens so groß sein), so müssen sich die entsprechenden
wie die nutzbare Laufbreite der Treppe, Linien der Stufenansätze beider Läufe in
jedoch nicht weniger als 100 cm. einer Vertikalen V schneiden.

V
Plattenläufe
(in der Regel
Laufplatten mit
ange-
formten
Stufen)

Wangenläufe
Die Stufen tragen
ihre Belastung
auf seitliche,
biegesteife
Wangen – meist
aus Beton oder Stahl – ab.
V
Stahlbau Arbeitshilfe 22 Treppen im Geschossbau

Beispiele für Treppenstufen


(aus Holz, Beton oder Stahlblech)

Auflagerböcke treppenförmig gefaltetes Blech Betonfertigstufen auf


aus Flachstahl mit oder ohne Belag l-- -Randwange

Treppen aus Stahl Bei fehlender Unterdecke wird die feuerbe- • Stahlbau-Arbeitshilfen:
Der Baustoff Stahl bietet eine Vielzahl von ständige Verkleidung der Träger mit der Ver- – 2.1 Brandschutz für Stützen und Träger
Gestaltungsmöglichtkeiten. Seine große Fest- kleidung des Treppendurchbruchs kombiniert. – 2.2 Brandschutz bei Wänden
igkeit ermöglicht besonders leichte Konstruk- – 2.4 Brandschutz für Decken
tionen – mit Stahlstützen, feingliedrigen • Treppen aus Stahl können mit schützenden • Stahl-Informations-Zentrum
Hängekonstruktionen oder geraden bzw. Umkleidungen frei eingebaut werden. Merkblatt 155 – Innentreppen
geschwungenen Biegeträgern. • Bei Treppen aus Beton muß die Bewehrung Merkblatt 255 – Außentreppen
hinreichend überdeckt sein. Merkblatt 355 – Entwurfskriterien für
Üblich ist eine einfache Trägerkonstruktion Stahltreppen
mit 4 leichten Stützen für jedes Podest. Die
Läufe sind als Balken zwischen die Podeste Sicherheit: ausgereifte Technik
gespannt; diese sind quer aufgelagert und und qualifizierte Beratung
geben ihre Kräfte an Stützen oder Wände ab. Bei der Errichtung von Geschossbauten hat
der Stahlbau in den letzten Jahren eine stän-
Abschluss der Treppe gegen Treppenraum dig wachsende Bedeutung erlangt; die Mit-
und Deckenbereich gliedsfirmen des Deutschen Stahlbau-Verban-
Da Stahlskelettbauten nicht unbedingt ein des haben sich dabei aufgrund ihrer Leis-
aussteifendes Treppenhaus aus Beton benöti- Literatur tungsfähigkeit und Erfahrung als qualifizierte
gen, können Treppen auch in einem offenen • Bauordnungen der Länder Partner erwiesen.
Treppenhaus geführt werden. Die in den • Stahlbauatlas: Schulitz-Sobek-Habermann,
Geschossen häufig vorhandene untergehängte Ausgabe 1999 Viele dieser Unternehmen errichten in
Decke zur Verkleidung der Deckenträger • DIN 18064 Zusammenarbeit mit Planern und Bauherren
und der Installationen im Deckenhohlraum • DIN 18065 Gebäudetreppen, Hauptmaße auf Wunsch auch komplette schlüsselfertige
wird dann auch unter den Treppenläufen und (Juli 1984, neuer Entwurf von Juni 1997 Gebäude.
Podesten durchgezogen. Der Deckenhohl- liegt im Gelbdruck vor)
raum wird meist durch Asbest- oder Gips- • DIN 18069 Tragbolzentreppen für Wohn- Wünschen Sie, z. B. im frühen Entwurfs-
platten verkleidet. Eine solche Treppe ohne gebäude, Bemessung und Ausführung stadium, eine firmenneutrale Beratung, steht
trennende Treppenhauswände ist feuer- • DIN 24530 Treppen aus Stahl, Angaben Ihnen BAUEN MIT STAHL gerne mit Rat und
beständig. für die Konstruktion Information zur Verfügung.

Anschluß der Treppenwange an die Podestträger

durch eingeschweißte Rippe durch durch angeschweißte


im Podestträger Winkelstähle Kopfplatten an den Wangenträgern
3. überarbeitete Auflage 3/00

Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf


Postfach 10 48 42 · 40039 Düsseldorf
Telefon (02 11) 67 07-828
Telefax (02 11) 67 07-829
Internet: www.bauen-mit-stahl.de
E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe 23 Aussteifungen von Geschoßbauten

Nutzung Literatur
Eine Aussteifung durch Fachwerkscheiben Anordnung der vertikalen Aussteifung • Hart, Henn, Sontag: Stahlbauatlas
oder massive Wandscheiben beeinflußt die • Stahlbaukalender
Raumaufteilung und die Anordnung der • Stahlbau Arbeitshilfen
Verkehrswege. – 20.1 Stützen im Geschoßbau
Bild 7
– 20.2 Walzträger im Geschoßbau
Erscheinungsbild – 21.1 Deckenplatten im Geschoßbau
Rahmen außerhalb des Gebäudes oder Fach- – 23.1 Rahmen im Geschoßbau
werke in den Außenwänden schaffen Freizü- – 23.2 Verbände im Geschoßbau
gigkeit im Gebäude, beeinflussen aber nach- – 23.3 Scheiben im Geschoßbau
haltig das Erscheinungsbild des Gebäudes. – 23.4 Schächte im Geschoßbau
Bild 8
Wirtschaftlichkeit Sicherheit: ausgereifte Technik
Im Einzelfall muß man prüfen, ob eine Vermeidung von Temperaturzwängungen und qualifizierte Beratung
Betonwand oder ein leichtes weitgespanntes Bei der Errichtung von Geschoßbauten hat
Stahlfachwerk wirtschaftlicher ist. der Stahlbau in den letzten Jahren eine stän-
dig wachsende Bedeutung erlangt: die Mit-
Bauablauf gliedsfirmen des Deutschen Stahlbau-Verban-
Die Errichtung von Stahlfachwerken und des DSTV haben sich dabei aufgrund ihrer
Bild 9
Fertigbetonwänden oder Ortbetonschächten Leistungsfähigkeit und Erfahrung als qualifi-
erfordert sorgfältige zeitliche und organisato- zierte Partner erwiesen. Viele dieser Unter-
rische Abstimmung. nehmen errichten in Zusammenarbeit mit
Planern und Bauherren auf Wunsch auch
Anordnung der vertikalen komplette schlüsselfertige Gebäude.
Aussteifungen Bild 10
Die zur Ableitung der horizontalen Kräfte in Wünschen Sie, z. B. im frühen Entwurfs-
den Erdboden erforderlichen vertikalen Trag- stadium, eine firmenneutrale Beratung, steht
werke (Windscheiben) müssen in wenigstens Ihnen BAUEN MIT STAHL gerne mit Rat und
zwei zueinander nicht parallelen Richtungen Informationen zur Verfügung.
und in wenigstens drei Ebenen, deren Achsen Bild 11
sich nicht alle in einem Punkt schneiden dür-
fen, angeordnet werden, um Windkräfte aus
jeder Richtung aufnehmen zu können.
Bei symmetrischen Gebäuden erhalten sym-
metrisch angeordnete Windscheiben nur Bild 12
Kräfte aus der ihnen parallelen Windrichtung
(Bild 7). der exzentrischen Lage des Festpunktes im
Bei unsymmetrisch angeordneten Windschei- wesentlichen nur nach der freien Seite.
ben erhalten die zur Windrichtung senkrech- Mehrere nebeneinander angeordnete feste
ten Scheiben zusätzliche Kräfte aus den ent- Scheiben als Queraussteifungen erhalten ent-
stehenden Versatzmomenten (Bild 8). sprechend ihrer Steifigkeit ihren Anteil aus
den Windkräften zugeteilt. Eine steife
Vermeidung von Temperaturzwängungen Deckenscheibe sorgt für die Verteilung.
Aussteifungen müssen so angeordnet werden, Aus Temperaturdehnungen entstehen keine
dass keine Zwängungen aus Temperaturver- Zwängungskräfte (Bild 11).
änderungen der Decken entstehen. Sind zwei aussteifende Scheiben in einer
Beim Grundriß nach Bild 9 erfolgt die Län- Flucht angeordnet, so beteiligen sich eben-
genausdehnung wegen der mittigen Lage der falls beide an der Abtragung der Windkräfte.
Aussteifungen in beiden Richtungen gleich- Es entstehen jedoch Zwängungskräfte durch
mäßig, beim Grundriß nach Bild 10 wegen Temperatureinwirkungen (Bild 12).
5. überarbeitete Auflage 7/02

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Stahlbau Arbeitshilfe
23 Aussteifung von Geschoßbauten
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Allgemeines Aufteilung der Geschoßflächen nicht durch


Alle Gebäude müssen zur Erzielung der Horizontale Aussteifung aussteifende Konstruktionen behindert wird.
Standfestigkeit gegen Wind ausgesteift wer- Bei höheren Gebäuden sind Rahmen weicher
den, in manchen Gegenden auch gegen und teurer als andere Aussteifungsarten.
Erdbeben und in besonderen Fällen gegen Konstruktive Einzelheiten und Bemessungs-
weitere horizontale Einwirkungen. Das tabellen enthält die Stahlbau Arbeitshilfe 23.1.
Aussteifungssystem muß
• diese Kräfte in den Erdboden ableiten Verbände
• die horizontalen Verformungen und Bild 1 (Bild 4)
• bei hohen Gebäuden die Schwingungen Bei vertikalen Fachwerkverbänden bilden
begrenzen. die Diagonalen mit Stützen und Trägern des
Deckentragwerks Dreiecke mit unverschieb-
Windkräfte lichen Eckpunkten. Sie sind daher sehr steif
Die Horizontalkraft, die der Wind verursacht, und in vielen Fällen die optimale Ausstei-
hängt ab von fungsart. Da durch die Verbände die Lage von
• der Windgeschwindigkeit Wänden festgelegt wird, werden sie vorteil-
• der aerodynamischen Form des Bild 2 haft an Außenwänden, Treppenhaus- oder
Gebäudegrundrisses und Aufzugsschachtwänden oder an solchen Stel-
• der Oberflächenbeschaffenheit der len angeordnet, an denen aufgrund der
Fassade. Zweckbestimmung des Gebäudes mit einer
Vertikale Aussteifung
Änderung der Wandstellung nicht zu rechnen
Die rechnerisch anzusetzende Windge- ist. Konstruktive Details und Bemessungsta-
schwindigkeit beträgt in der Bundesrepublik bellen enthält die Stahlbau Arbeitshilfe 23.2.
in 8 m Höhe 28,3 m/sek. und wächst mit der
Gebäudehöhe. Die dynamische Wirkung des Scheiben
Windes darf für übliche Wohn-, Büro- und (Bild 5)
Industriegebäude mit einer Höhe bis 40 m Wandscheiben aus Beton, Mauerwerk oder
nach DIN 1055 Teil 4 (8.86) unberücksichtigt Stahl steifen ein Stabwerk durch ihre Schub-
Bild 3
bleiben. und Biegefestigkeit aus. Noch mehr als bei
Der Winddruck wirkt auf die Außenflächen Verbänden werden Scheiben an Stellen im
des Gebäudes wie Fassade, Dach usw., die Gebäude angeordnet, die keine Änderung
die resultierenden Kräfte auf die horizontalen der Wandstellung und auch möglichst keine
und vertikalen Aussteifungssysteme des Bau- Durchbrüche in den Wänden erfordern.
werkes ableiten. Die Wandscheiben sind freistehend oder
werden in die Gefache des Stahlskeletts
Horizontale Aussteifungen Bild 4 eingesetzt. Konstruktive Details enthält die
Horizontale Aussteifungen liegen in den Stahlbau Arbeitshilfe 23.3.
Dach- und Deckenebenen, waagerecht
oder entsprechend geneigt. Sie können aus Schächte
stählernen Fachwerken bestehen (Bild 1). (Bild 6)
Meist werden jedoch die Deckenplatten der Eine wirksame Aussteifung sind Beton-
Geschoßdecken selbst oder die Dachein- schächte, die die Vertikalerschließung (Trep-
deckung als biegefeste und schubsteife Bild 5 pen-, Aufzugs-, Leitungsschächte) enthalten.
Scheiben zur horizontalen Aussteifung heran- Die Schächte stehen im Gebäude und tragen
gezogen (Bild 2). dann auch vertikale Lasten ab oder sie stehen
Die horizontalen Aussteifungen leiten die als gesonderte Baukörper neben dem Gebäu-
Horizontalkräfte zu den Vertikalaussteifungen de. Konstruktive Details enthält die Stahlbau
weiter, die sie in den Erdboden abführen. Arbeitshilfe 23.4.

Vertikale Aussteifungen Rahmen Einflüsse der Aussteifungsart


(Bild 3) Die Wahl der richtigen Aussteifungsart ist von
Eine Rahmenwirkung entsteht, wenn alle großer Bedeutung für die Konstruktion des
oder einige Stäbe des Stahlskeletts biegesteif Tragwerks und kann bei Hochhäusern den
ausgeführt und angeschlossen werden. Rah- Bild 6 ganzen Entwurf bestimmen.
mentragwerke haben den Vorteil, daß die Die Art der Aussteifung hat Einfluß auf:
Stahlbau Arbeitshilfe 23.1 Rahmen im Geschoßbau

Kombiniert aufnehmbare Normalkräfte N und Biegemomente M unter 1,35-fachen Lasten (Elastische Querschnittstragfähigkeit)
für ausgewählte Walzprofile nach DIN 1025 Bl. 2 – 5; Materialgüte S235 (früher St 37)

Normalkräfte N (kN) in Rahmenstütze bzw. Rahmenriegel


Profil 0 100 200 400 600 800 1000 1200 1500 2000 2500 3000 3500 4000 4500 5000
Zusätzl. zu N aufnehmbares Biegemoment M (kNm) in Rahmenstütze bzw. Rahmenriegel
200 31,0 24,3 17,5
240 51,8 43,4 35,3 18,8
270 68,6 59,2 49,8 31,3 12,4
300 89,1 78,5 68,5 47,9 26,7 6,1 Beispiel:
330 114,1 102,7 91,3 68,4 45,6 22,8 N = 2400 kN
IPE

360 144,6 132,0 119,3 94,9 69,6 45,2 19,9 M = 500 kNm
400 185,6 171,7 157,8 131,1 103,2 75,4 48,7 20,9 ergibt HEM 500
450 240,0 225,0 210,0 180,0 148,5 118,5 88,5 58,5
500 308,8 291,4 276,0 243,2 208,4 175,6 142,8 110,0 59,8
600 491,2 472,8 451,3 411,4 374,5 334,6 294,7 254,8 196,5 98,2

200 62,2 54,8 47,8 33,5 18,7 4,3


240 108,0 99,2 90,5 72,9 55,4 37,8 20,3 2,7
260 133,8 123,7 114,5 95,3 76,1 56,8 37,6 18,4
300 201,6 190,3 178,9 156,2 133,6 112,1 89,5 66,8 32,8
340 268,8 255,4 243,6 218,4 193,2 168,0 142,8 117,6 79,0 16,8
HEA

360 302,4 289,2 275,9 249,5 223,0 196,6 170,1 143,6 104,0 37,8
400 369,6 355,7 339,6 311,9 281,8 254,1 224,1 196,4 152,5 78,5 6,9
450 464,0 446,6 432,1 400,2 365,4 333,5 301,6 269,7 220,4 139,2 116,0
500 568,0 550,3 532,5 497,0 461,5 426,0 387,0 351,5 298,2 209,5 120,7 28,4
600 766,4 747,2 723,3 680,2 637,1 598,8 555,6 512,5 450,3 344,9 234,7 129,3 24,0

200 91,2 76,4 47,3 18,2 3,4


240 150,1 132,2 96,6 61,9 44,1 16,9
260 184,0 164,5 125,4 86,3 66,7 38,0
300 268,8 247,0 201,6 156,2 132,7 99,1 43,7
340 345,6 319,7 270,0 220,3 194,4 155,5 92,9 30,2
HEB

360 384,0 357,6 304,8 252,0 225,6 184,8 120,0 52,8


400 460,8 432,0 374,4 313,9 285,1 241,9 169,9 97,9 23,0
450 568,0 536,1 468,6 404,7 372,8 323,1 241,4 159,8 78,1
500 686,4 652,1 579,2 506,2 471,9 416,1 326,0 236,0 145,9 60,1
600 912,0 872,1 786,6 701,1 661,2 592,8 490,2 381,9 279,3 171,0 68,4

200 154,7 124,7 81,2 43,5 6,8


240 288,0 252,0 198,0 153,0 108,0 63,0 18,0
260 345,6 306,7 248,4 198,7 149,0 99,4 51,8 2,2
300 556,8 511,6 442,0 382,8 327,1 268,0 212,3 97,4 38,3
HEM

340 648,0 595,4 518,4 457,7 392,9 328,1 263,3 198,5 133,7 72,9 8,1
360 688,0 632,1 550,4 485,9 417,1 352,6 283,8 215,0 150,5 81,7 12,9
400 771,2 713,4 621,8 549,5 477,2 400,1 327,8 255,6 178,3 106,0 33,7
450 880,0 814,0 715,0 632,5 550,0 467,5 385,0 308,0 225,5 143,0 60,5
500 988,8 914,6 809,6 716,9 630,4 537,7 451,1 358,4 271,9 179,2 92,7
600 1225,6 1141,3 1018,8 911,5 804,3 697,1 597,5 490,2 383,0 275,8 176,2

Die Tabelle enthält für eine Reihe ausgewählter Walz- Literatur Verbandes DSTV haben sich dabei aufgrund
träger mit parallelen Flanschen (nach DIN 1025 Blatt
2 – 5) die von den Querschnitten aufnehmbaren Nor-
• Hart, Henn, Sontag – Stahlbauatlas ihrer Leistungsfähigkeit und Erfahrung als
malkräfte N und Biegemomente M. • Stahlbau-Kalender (jährliche Neuausgabe)* qualifizierte Partner erwiesen. Viele dieser
Sie können für die Vorbemessung der Riegel und Stüt- mit ausführlichen Normen, Vorschriften Unternehmen errichten in Zusammenarbeit
zen am Rahmenknoten benutzt werden. Da im allge- und Profilen mit Planern und Bauherren auf Wunsch
meinen das Biegemoment in der Stütze zwischen zwei
Knoten kleiner ist als am Knoten, dürfte der am Kno- • Ringbuch „Typisierte Verbindungen im auch komplette schlüsselfertige Gebäude.
ten gewählte Querschnitt auch für den Stabilitätsnach- Stahlhochbau“*
weis der Stütze ausreichend sein. Anhand dieser Vor- • Davies, Bemessung von stählernen Rahmen, Wünschen Sie, z. B. im frühen Entwurfs-
bemessung kann die genaue statische Berechnung und
endgültige Bemessung durchgeführt werden. Abwei-
die durch Mauerwerk ausgesteift sind. stadium, eine firmenneutrale Hilfe, steht
chungen der Profilabmessungen zwischen vorab und Sonderdruck „Elementiertes Bauen in Stahl“. Ihnen BAUEN MIT STAHL gern mit Rat und
endgültig bemessenen Querschnitten sind im allge- • Stahlbau Arbeitshilfen Information zur Verfügung.
meinen gering. – 23 Aussteifungen von Geschoßbauten
– 23.2 Verbände im Geschoßbau
– 23.3 Scheiben im Geschoßbau
– 23.4 Schächte im Geschoßbau
* erhältlich über Stahlbau-Verlagsgesell-
schaft mbH, Tel. 02 11/67 07-801
5. überarbeitete Auflage 7/02

Sicherheit: Ausgereifte Technik Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf


und qualifizierte Beratung Postfach 10 48 42 · 40039 Düsseldorf
Bei der Errichtung von Geschoßbauten hat Telefon (02 11) 67 07-828
der Stahlbau in den letzten Jahren eine Telefax (02 11) 67 07-829
ständig wachsende Bedeutung erlangt; die Internet: www.bauen-mit-stahl.de
Mitgliedsfirmen des Deutschen Stahlbau- E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe
23.1 Rahmen im Geschoßbau
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Eine Rahmenwirkung entsteht, wenn alle


oder einige Stäbe des Stahlskeletts biegesteif
ausgeführt und angeschlossen werden. 1
Rahmenstäbe können gerade, geknickt oder
gekrümmt sein. In der Regel sind die Stützen
zugleich Rahmenstiele und die Träger der 2
Decken- oder Dachtragwerke zugleich die
Rahmenriegel.

Rahmenformen 3
1 Dreigelenkrahmen
2 Zweigelenkrahmen
8 9
3 Eingespannter Rahmen 4
4 Eingespannter Rahmen mit Pendelstütze
5 Zweifeldriger Rahmen mit nur einem 7
steifen Stiel-Riegel-Anschluß
6 Dreifeldriger Rahmen 5
7 Stockwerksrahmen

Rahmenanordnung 6
8 In diesem Beispiel sind alle Stützen und
Riegel biegesteif angeschlossen, die Stützen
eingespannt, geeignet für große Horizontal- Rahmenecken Schnittflächen Kopfplatten angeschweißt und
lasten oder hohe Gebäude. Beispiele für die Ausführung von Rahmen- durch HV-Schrauben verschraubt.
ecken 15 Beim Anschluß größerer Eckmomente
9 Bei der zweiten Lösung bilden in der Quer- Erhöhung des Querschnitts des Trägers durch
richtung nur zwei Scheiben Stockwerksrah- Rahmenecken aus IPB-Profilen: Auftrennen des Steges und Einsetzen eines
men, bei denen nur die mittleren Stützen 10 voll geschweißte Verbindung keilförmigen Bleches. Anschluß durch Kopf-
biegesteif mit den Riegeln verbunden sind. 11 geschraubte Montageverbindung platte und Decklasche. Die Stütze erhält am
Die äußeren Stützen sind Pendelstützen. In Anschlußpunkt des Trägeruntergurtes eine
der Längsrichtung ist nur ein Feld als zweistieli- Rahmenabschluß eines Stockwerkrahmens Aussteifung.
ger, viergeschossiger Stockwerksrahmen aus- aus IPB-Profilen:
gebildet. Durch diese Konzentration auf einige 12 geschweißt Andere Lösung siehe Arbeithilfe 20.1 Bild
wenige, allerdings besonders kräftige biege- 13 Riegelanschluß geschraubt „g2“ und „h“, bei denen jedoch der Unter-
steife Innenstützen lassen sich alle anderen 14 Rahmenecke, Stütze und Träger im gurt keine Zugkräfte überträgt. Auch Bild
Stützen als leichte Pendelstiele dimensionieren. Gehrungsschnitt schräg geschnitten. An den „i“ kommt als Rahmenecke in Frage.

10 14

12

11 13 15
Stahlbau Arbeitshilfe
23.2 Verbände im Geschossbau
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Fachwerkverbände können ein Gebäude in Breite oder schmale Verbände Für Tür- oder Fensteröffnungen werden die
waagerechten und senkrechten Ebenen • Ein Fachwerkverband kann statisch mit Stäbe abgeknickt. Die Knickpunkte werden
aussteifen. Sie werden durch waagerechte einem in den Bogen eingespannten Biege- durch Hilfsstäbe gehalten (Abb. 9 – 10).
Kräfte aus Wind und Erdbeben und durch träger verglichen werden (Abb. 6).
Stabilisierungskräfte beansprucht. • Bei schmalen Verbänden erhalten die Stüt- Elemente der Fachwerkverbände
zen große Stabkräfte aus Wind. Je nach Die „Gurte“ der Verbände sind meist die
Anordnung vertikaler Fachwerkverbände Windrichtung wirken diese Kräfte abhebend Stützen; die „Pfosten“ sind die Träger des
im Grundriss oder belastend. Werden die abhebenden Deckentragwerkes. Die „Diagonalen“ wer-
Zur Aussteifung eines Gebäudes sind min- Kräfte nicht durch andere Lasten kompen- den an die Stützen oder Träger mit Knoten-
destens drei Verbände in zwei Richtungen siert, so sind große und schwere Funda- blechen angeschlossen.
in drei verschiedenen Achsen erforderlich. mente erforderlich. Schmale Verbände ver- Man unterscheidet
Da sie die freizügige Nutzung beeinträchti- formen sich stärker als breite. Es ist notwen- • Zugdiagonalen, die nur Zugkräfte über-
gen, legt man sie in unveränderbare Wände dig, die Verformungen auf ein bestimmtes tragen können. Sie beanspruchen wenig
mit wenig Öffnungen, z. B. Maß zu beschränken. Außerdem ist die Raum. Es sind jedoch stets zwei gegen-
• in Wände um ein Treppenhaus (Abb. 1), Zusatzbeanspruchung aus Stabilisierung läufige Diagonalen erforderlich, da nur
• in Wände um Aufzugs- oder Installations- um so größer, je größer die Verformung ist die gezogene Diagonale trägt.
schächte (Abb. 2), (Abb. 7). • Zug- und Druckdiagonalen, die Zug- und
• in Außenwände, die keine Fenster haben, • Breite Verbände sind wegen der geringen Druckkräfte übertragen können. Sie sind
oder deren Fensterteilung mit den Fach- Stabkräfte steifer und leichter. Sie erzeugen drucksteif auszubilden. Es genügt eine
werken harmoniert (Abb. 3). geringere abhebende Kräfte (Abb. 8). Diagonale je Feld.

Anordnung und Aufriss Form der Vertikalfachwerke Die Anschlüsse erfolgen


Die Verbandsfelder können • Das Fachwerkfeld sollte ein gedrungenes • bei leichten Diagonalen wie einfache
• übereinander liegen (Abb. 4) oder Rechteck sein. Niedrige gedrungene Felder oder doppelte L- oder U-Profile mit ein-
• geschossweise versetzt sein (Abb. 5). erhalten A- oder V-förmige Verbände. wandigen Knotenblechen (Abb. 11),
• bei schweren Diagonalen wie Träger aus
der IPE- oder HE-Reihe mit zweiwandigen
Knotenblechen (Abb. 12).
11 12
Horizontale Fachwerkverbände
B Sie werden beim Geschossbau nur dann er-
D
forderlich, wenn die Decken oder Dachplat-
A ten zur Aussteifung nicht herangezogen wer-
1 2 3 E
C
den können oder sollen (z. B. wenn Teile der
D
Geschossdecken demontierbar sein müssen).
Montageverbände werden im Bauzustand
benötigt und später entfernt. Fachwerke sind
nur in so vielen Feldern des horizontalen
4 5 Stabwerks der Decke oder des Daches erfor-
A derlich, dass all seine Systempunkte unver-
schiebbar angeschlossen sind. Konstruktiv
D sind die Stäbe dieser Verbände meist leichte
L-Stähle, die mit den Ober- oder Untergurten
der Decken- oder Dachträger durch Knoten-
bleche verbunden werden oder in halber
6 7 8
B E
Steghöhe durch Winkel angeschlossen sind.

Bemessung der Diagonalstäbe


Die Zuordnung der Horizontalkräfte (H) zu
den einzelnen Vertikalverbänden erfolgt
9
unter Berücksichtigung ihrer geometrischen
Lage im Gebäude. Zur schnellen Umrech-
nung der H-Kräfte in
10 C C • Diagonalkräfte und zur Ermittlung der
• Längen von Diagonalen
Stahlbau Arbeitshilfe 23.2 Verbände im Geschossbau

Tabelle 1: Längen der Diagonalen d [m] sind für gebräuchliche Gebäudeabmessungen


in Tabelle 1 einige Werte zusammengestellt.
n b 3,00 3,60 4,20 4,80 5,40 6,00 Die Kraft H ist die Summe der äußeren (Hori-
3,00 4,24 4,69 5,16 5,66 6,18 6,71 zontal-)Lasten, z. B. Wind und Stabilisierungs-
3,60 4,69 5,09 5,53 6,00 6,49 7,00 kräfte. Tabelle 2 dient zur überschläglichen
4,20 5,16 5,53 5,94 6,38 6,48 7,33 • Bemessung der Diagonalstäbe

h = Geschosshöhe, b = Fachwerkbreite [m] H Literatur


d = f·b d • Hart, Henn, Sontag: Stahlbauatlas
D h
D= f·H • Stahlbau-Kalender (jährliche Neuausgabe)
h2 mit ausführlichen Normen, Vorschriften
f = Umrechnungsfaktor (–b– ) + 1 b
und Profilen
• Ringbuch „Typisierte Verbindungen im
Beispiel: H = 150 kN, h = 4,20, b = 4,80 m Bei gekreuzten Diagonalen halbiert
Stahlhochbau“
sich die Knicklänge für das Knicken
2 • Stahlbau Arbeitshilfen
f = (4,20
4,80 )
–––––– + 1 = 1,33 in der FW-Ebene (d = 3,19 m), die
– 23 Aussteifungen von Geschossbauten
Diagonalkraft D ist zur Hälfte anzu-
d = 1,33 · 4,80 m = 6,38 m – 23.1 Rahmen im Geschossbau
setzen (D = 100 kN)
D = 1,33 · 150 kN = 200 kN – 23.3 Scheiben im Geschossbau
– 23.4 Schächte im Geschossbau

Tabelle 2: Grenzlängen gedrückter Fachwerkstäbe [m]


D [kN] 20 40 60 80 100 150 200 250 300 400 500 1000
Stahlgüte [S] 235 355 235 355 235 355 235 355 235 355 235 355 235 355 235 355 235 355 235 355 235 355 235 355
a · t [mm] 20·5 16·5 40·5 28·5 55·5 40·5 75·5 50·5 60·8 40·8 70·10 60·8 90·10 70·10 120·10 80·10 100·15 100·10 130·15 130·10 120·20 110·15 140·35 150·22
stäbe
Zug-

d [mm] 12 10 16 14 20 16 22 18 25 20 30 25 35 30 40 32 44 35 50 40 55 45 80 64
60·6 2,71 2,77 1,81 1,89 1,39 1,48 1,10 1,23 0,87 1,05 0,23 0,71 0,00 0,38 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
80·8 4,93 5,00 3,37 3,45 2,67 2,75 2,24 2,33 1,93 2,04 1,39 1,58 0,96 1,27 0,48 1,02 0,29 0,78 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
100·10 7,30 5,42 5,51 4,34 4,43 3,68 3,78 3,22 3,34 2,49 2,64 2,02 2,20 1,64 1,89 1,29 1,65 0,52 1,24 0,36 0,86 0,00 0,00
120·12 7,30 6,37 6,48 5,44 5,55 4,80 4,91 3,78 3,92 3,15 3,31 2,70 2,90 2,34 2,58 1,73 2,10 1,13 1,74 0,00 0,00
60·6 7,30 5,31 5,42 4,22 4,34 3,55 3,69 3,08 3,24 2,28 2,52 1,69 2,05 1,11 1,70 0,00 1,38 0,00 0,73 0,00 0,00 0,00 0,00
80·8 7,30 6,64 6,79 5,84 6,00 4,58 4,77 3,80 4,03 3,22 3,50 2,74 3,10 1,88 2,49 0,93 2,00 0,00 0,00
100·10 7,30 6,99 7,23 6,09 6,36 5,40 5,71 4,36 4,77 3,55 4,10 0,00 1,86
120·12 7,30 6,18 6,50 5,29 5,67 2,22 3,40
200 7,30 7,00 7,08 5,63 5,72 4,82 4,90 4,26 4,35 3,38 3,48 2,84 2,96 2,46 2,59 2,17 2,32 1,71 1,92 1,32 1,63 0,00 0,52
240 7,30 6,75 6,85 5,98 6,08 4,78 4,89 4,06 4,17 3,55 3,68 3,17 3,31 2,61 2,79 2,20 2,42 0,43 1,33
260 7,30 6,83 6,93 5,47 5,58 4,65 4,77 4,09 4,21 3,66 3,80 3,05 3,21 2,60 2,80 1,01 1,66
300 7,30 6,96 7,07 5,94 6,06 5,23 5,36 4,71 4,85 3,97 4,12 3,44 3,62 1,90 2,30
200 7,30 5,16 6,54
Druckstäbe

240 7,30
260 7,30
300 7,30
200 7,30 6,59 6,94 5,63 6,05 2,25 3,60
240 7,30 5,04 5,82
260 7,30 6,16 6,87
HEA

300 7,30
340 7,30
600 7,30
200 7,30 4,33 4,98
240 7,30 6,78 7,30
260 7,30
HEB

300 7,30
340 7,30
600 7,30

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Stahlbau Arbeitshilfe
23.3 Scheiben im Geschossbau
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Ein Stahlskelett kann durch Wandscheiben, 3. Eingestellte Wandscheiben 3.1.2


die als Scherwände wirken, gegen horizon- In die fertig montierte Stahlkonstruktion Bei größeren Kräften werden stählerne Kno-
tale Kräfte ausgesteift werden. werden Wandscheiben in Form vorgefertigter tenbleche in die Platte einbetoniert und mit
Die Wandscheiben können aus Stahlbeton, Betonplatten, Mauerwerk oder Blechfelder Rundstäben oder Kopfbolzendübeln veran-
Mauerwerk oder Stahlblech bestehen. eingesetzt und kraftschlüssig verbunden. kert. Die Bleche werden stahlbaumäßig an
Folgende Bauweisen sind möglich: Diese Elemente sind für die Standfestigkeit die Stahlkonstruktion angeschlossen.
erforderlich und entsprechend in der Festig- Bei ausreichender Stärke und genügender
1. Freistehende Wand keitsberechnung zu berücksichtigen. Überdeckung der Bewehrung haben die
Eine freistehende Stahlbetonwand wird vor Platten die erforderlichen Brandschutzeigen-
der Montage der Stahlkonstruktion errichtet. 3.1 Vorgefertigte Betonplatten schaften. Die Stahlkontruktion wird – wo
Bei höheren Gebäuden muss sie mit dem Die beidseitig ebenen Platten erhalten die erforderlich – in üblicher Weise geschützt (s.
Wachsen der Stahlkonstruktion geschoss- statisch notwendige Wanddicke und beid- Stahlbau Arbeitshilfe 2.1)
weise hochgezogen werden. Sie kann als seitige Bewehrung aus Baustahlgewebe.
Auflage der Deckenträger dienen. Bemessungsbeispiele gängiger Abmessungen 3.2 Mauerwerk
enthält Tabelle 1. Bei geringen Horizontalkräften kann Mauer-
2. Von Beton ummantelte Stahlkonstruktion werk die Aussteifung des Stahlskeletts über-
Die Stahlkonstruktion wird zuerst montiert 3.1.1 nehmen. Voraussetzung ist Ausführung des
und ausgerichtet, dann wird die Wand be- Bei geringen Horizontalkräften werden die Mauerwerks nach DIN 1053 und sauberes
wehrt, eingeschalt und betoniert. Dabei ist Platten im Mörtelbett versetzt und durch Ver- Ausfugen aller Anschlüsse an die Stahlkon-
sicherzustellen, dass unter den Trägerflan- fugen der seitlichen und oberen Fugen mit struktion.
schen keine Hohlräume bleiben. Die Stahl- Mörtel in kraftschlüssigen Kontakt mit der
profile benötigen keinen Korrosionsschutz. Stahlkonstruktion gebracht. Geeignete Halte- 3.3 Stahlblechfelder
Der Beton schützt den Stahl gegen Brand bei rungen verhindern seitliches Verschieben der Die Felder zwischen den Stützen und den
ausreichender Überdeckung (s. Tabelle 2). Platten (s. S. 2) Trägern werden durch Stahlbleche zu

1 Freistehende Wand 3.1 Beidseitig bewehrte


Betonplatte in Stahlskelett
y eingestellt Vertikalschnitte Horizontalschnitte
x
Mörtel
a

a = geschweißte Konstr.
b = geschraubte Konstr.
a b

2 Betonummantelte 3.2 Mauerwerksscheiben 3.3 Stahlblechfeld,


Stahlkonstruktion für geringe Horizontalkräfte gegen Beulen ausgesteift
Stahlbau Arbeitshilfe 23.3 Scheiben im Geschossbau

„Vollwandträgern“ geschlossen. Die Bleche Tabelle 1: Schwerwände aus Betonfertigteilplatten B 25


werden allseitig kraftschlüssig mit den Profi-
len durch Schweißen oder Schrauben ver- h 3,00 3,60 4,20
bunden. Die Blechfelder werden nach den b 2,40 3,00 3,60 2,40 3,00 3,60 2,40 3,00 3,60
statischen Erfordernissen gegen Beulen aus- H d fe d fe d fe d fe d fe d fe d fe d fe d fe
gesteift. Diese Bauweise ist zum Abtragen 20 150 1,3 150 1,3 150 1,3 150 1,3 150 1,3 150 1,3 175 1,3 175 1,3 175 1,3
sehr großer Horizontalkräfte geeignet.
40 150 1,3 150 1,3 150 1,3 150 2,1 150 1,3 150 1,4 175 1,25 175 1,3 175 1,3
0,4 0,2 0,2 0,9 0,5
Literatur
60 150 1,65 150 1,3 150 2,0 150 3,15 150 1,6 150 2,1 175 1,85 175 1,75 175 1,65
• Hart, Henn, Sontag – Stahlbauatlas
0,8 0,2 0,55 1,35 0,7 0,2
2. Auflage
80 150 2,2 150 1,4 150 2,65 150 4,2 150 2,15 150 2,8 175 2,5 175 2,3 175 2,2
• Stahlbau-Arbeitshilfen
1,0 0,3 0,65 1,8 0,95 0,25
– 2.1 Brandschutz für Stützen und Träger
– 2.2 Brandschutz bei Wänden 100 150 2,75 150 1,75 150 3,3 150 5,25 150 2,65 150 3,5 175 3,1 175 2,85 175 2,75
1,3 0,4 0,85 2,25 1,15 0,3
23 Aussteifungen von Geschossbauten
– 23.1 Rahmen im Geschossbau 150 150 4,2 150 2,6 150 3,4 175 6,1 175 4,6 175 2,65 200 3,5 175 4,3 175 5,5
1,9 1,65 0,8 4,05 1,75
23.2 Verbände im Geschossbau
– 23.4 Schächte im Geschossbau 200 175 3,25 175 4,6 150 6,55 200 4,55 200 2,9 175 3,05 200 7,0 200 3,5 200 4,35
3,9 4,3 3,45 4,1 4,7 1,6
Sicherheit: ausgereifte Technik 250 175 4,9 200 3,85 175 4,0 200 3,5 175 5,2 200 7,0 225 3,95
und qualifizierte Beratung 4,4 4,5 3,9 3,3
Die Mitgliedsfirmen des Deutschen Stahlbau- 300 200 4,65 175 5,25 200 5,25 200 3,9 250 3,5
Verbandes haben die Erfahrung, Sie bei der 4,5 5,1
Auswahl eines wirksamen und wirtschaft- 400 200 6,15 200 4,55 200 8,05
lichen Geschossbaus im Einzelfall fachmän- 500 200 7,7 200 7,35 225 6,5
nisch zu beraten und diesen auszuführen. b/h 0,80* 1,0 1,2 0,67* 0,83* 1,0 0,57* 0,715* 0,86*

Zu Tabelle 1
3.1.1 Betonfertigplatte
d = Dicke der Platte (mm) H [kN] BSt 500/550 RK
im Mörtelbett
fe = Querschnitt des Baustahlgewebes (cm2/m)
für geringe
in Längs- und Querrichtung je Seite
Horizontal-
kräfte * = Bei allen b/h < 1 Zulagebewehrung in
BSt III (420/500) auf 1/4 jeder Seite (4 x) h [m]

H = Horizontalkräfte [kN]
b = Breite der Betonplatte [m]
h = Höhe der Betonplatte [m] 1 1 H [kN]
/4 /4
b [m]

Die Organisation BAUEN MIT STAHL steht oder


Ihnen mit ihren Ingenieuren ebenfalls gern • wenn Sie (auch im Gespräch mit den
zur Verfügung Behörden) die erforderlichen und ange-
• wenn Sie (z. B. im frühen Entwurfsstadium) messenen Maßnahmen bei einem kon-
eine firmenneutrale Beratung wünschen kreten Stahlbauprojekt ermitteln wollen.

Tabelle 2:
Erforderliche Mindestdicken „d“ tragender, nichtraum-
abschließender Wände und Überdeckungen „ü“ zur Erfüllung
der Brandschutzanforderungen nach DIN 4102 Teil 4

F 90-A F 120-A F 180-A


5. überarbeitete Auflage 6/01

Maße in mm
d ü d ü d ü
Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf
Normalbeton 100 50 120 60 150 75 Postfach 10 48 42 · 40039 Düsseldorf
Mauerziegel Telefon (02 11) 67 07-828
DIN 105 Telefax (02 11) 67 07-829
150 71 175 71 200 115
3.1.2 Betonfertigplatte mit Knotenblech Kalksandstein Internet: www.bauen-mit-stahl.de
DIN 106 E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe 23.4 Schächte im Geschoßbau

Anschlüsse an den Schacht Die Verbindung ist nach der Montage so- Bewehrungsstäbe, die über die Wandfläche
fort tragfähig (Bild 15). vorstehen, verteuern eine Einzelschalung
Übertragene Kräfte (Bild 13) • Die Wandscheibe erhält Aussparungen, in und sind bei Kletter- und Gleitschalung nicht
Die kraftschlüssig mit dem Betonschacht ver- die die Träger eingreifen. Zum Toleranzaus- ausführbar. Stahlteile zur Befestigung der
bundene Geschoßdecke leitet folgende Kräfte gleich dienen Fugenverguß und/oder klei- Deckenträger sollten daher mit der Beton-
in den Schacht ein: ne Lagerkörper (Bild 16). fläche bündig sein.
• durch die Deckenplatte Die Betonschächte werden meist vor Beginn
– Horizontalkräfte parallel zur Unverschieblicher Anschluß der Decke der Stahlmontage fertiggestellt. Bei Hochhäu-
Wandscheibe (T) Bei Punkt A der Bilder 7 und 15 sind hori- sern erfordert der Vorlauf der Betonarbeiten
– Horizontalkräfte als Zug- oder Druck- zontale Kräfte, die senkrecht zur Wand- um einige Stockwerke vor der Stahlmontage
kräfte senkrecht zur Wandscheibe (H) scheibe wirken, einzuleiten. Der Träger liegt sorgfältige terminliche Abstimmung und
• durch die Deckenträger auf der angeschweißten Knagge und ist auf Koordinierung der Arbeiten. Betonschächte
– vertikale Auflagekräfte (V) Zug und Druck mit der in die Wand einbeto- haben als Ortbetonbauteile größere Toleran-
– und (selten) vertikale Biegemomente (M). nierten Stahlplatte verbunden. zen als die Stahlkonstruktion. Hierauf ist beim
Entwurf der Anschlußelemente besonders zu
Anschluß der Deckenplatte Verschieblicher Anschluß der Decke achten.
Aus der Wandscheibe herausragende Beweh- Bei Punkt B am zweiten Schacht (Bild 7 und
rungsstäbe greifen in die Deckenplatte ein 17) sind nur vertikale Kräfte einzuleiten. Literatur
(Bild 14). Die Wandscheibe erhält eine durch- Der Träger liegt auf einer Konsole. • Hart, Henn, Sontag – Stahlbauatlas
gehende Nut oder einzelne Aussparungen, Zwischen Platte und Scheibe bleibt eine hin- • Stahlbautaschenkalender,
in die die Deckenplatte mit ihrer Bewehrung reichend breite Fuge, die mit elastischem Ma- jährliche Neuausgabe
eingreift. terial geschlossen wird. Bei kleineren Ver- • Stahlbau Arbeitshilfen
schiebungen ist es im allgemeinen ausrei- – 23 Aussteifungen von Geschoßbauten
Anschluß der Deckenträger chend, den Träger über Langlöcher (siehe – 23.1 Rahmen im Geschoßbau
• In die Wandscheibe werden Anschlußble- Bild 17) anzuschließen. Für größere Verschie- – 23.2 Verbände im Geschoßbau
che einbetoniert, die durch Kopfbolzen- bungen empfiehlt sich die Anordnung ver- – 23.3 Scheiben im Geschoßbau
dübel oder angeschweißte Bewehrungsstä- schieblicher Lager.
be im Beton verankert sind. Die Anschluß- Sicherheit: Ausgereifte Technik und
elemente – Knaggen oder Konsolen – für Bauausführung qualifizierte Beratung
die Träger werden meist nach dem Beto- Niedrige Betonschächte werden in Einzel- Bei Errichtung von Geschoßbauten hat der
nieren auf der Baustelle angeschweißt. schalung, höhere Schächte in Kletter- oder Stahlbau in den letzten Jahren eine ständig
Gleitschalung ausgeführt. wachsende Bedeutung erlangt; die Mitglieds-
firmen des Deutschen Stahlbau-Verbandes
DSTV haben sich dabei aufgrund ihrer Leis-
Wandscheibe
Deckenplatte durchgehende Nut
tungsfähigkeit und Erfahrung als qualifizierte
des Schachtes Partner erwiesen. Viele dieser Unternehmer
errichten in Zusammenarbeit mit Planern und
herausragende Bewehrung
Bauherren auf Wunsch auch komplette
T T
schlüsselfertige Gebäude.

Rand beim Die Organisation BAUEN MIT STAHL steht


H Betonieren unterstützen
Ihnen mit ihren Ingenieuren ebenfalls gern
V H
M zur Verfügung
M • wenn Sie (z. B. im frühen Entwurfsstadium)
Deckenträger 14 Kraftschlüssiger Anschluß der eine firmenneutrale Beratung wünschen
Deckenplatte (z. B. Verbunddecke) oder
V • wenn Sie (auch im Gespräch mit den
Behörden) die erforderlichen und ange-
13 Übertragene Kräfte dauerelastischer messenen Maßnahmen bei einem kon-
Verschluß
kreten Stahlbauprojekt ermitteln wollen.

H V V
4. überarbeitete Auflage 7/02

Baustellen- V B
V A verschweißung Fugenverguß Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf
bündig einbetoniertes und/oder Verschraubung Postfach 10 48 42 · 40039 Düsseldorf
Anschlußblech Langkörper V über Langlöcher Telefon (02 11) 67 07-828
15 Kraftschlüssiger 16 Auflagerung in 17 Verschieblicher Telefax (02 11) 67 07-829
Trägeranschluß einer Wandnische Anschluß
Internet: www.bauen-mit-stahl.de
E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe
23.4 Schächte im Geschoßbau
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Die Wände vertikaler Erschließungsschächte aus Stahlbeton eine beliebte Lösung. Bei erhalten in der anderen Richtung verschiebli-
(Treppenhäuser, Aufzugs- und Versorgungs- einem kompakten Grundriß läßt sich aber che Anschlüsse.
schächte) eignen sich zur Unterbringung der auch die Steifigkeit der Stützen und Träger
vertikalen Aussteifungsscheiben, weil sie (und evtl. Verbände), die an der Außenhaut Querschnitt der Schächte
nicht veränderbar sind. Wenn sie zur Bil- des Gebäudes liegen, zur Aussteifung nutzen. Der Querschnitt der Schächte ergibt sich aus
dung von Brandabschnitten feuerbeständig ihrer Funktion und den Auflagen der Bauauf-
sein müssen, kann eine Ausführung aus Stellung des Schachtes zum Gebäude sicht (z. B. Trennung von Aufzugs- und Trep-
Beton wirtschaftlich sein. Der Betonschacht kann im Gebäude oder penschächten). Statisch ist eine gedrungene,
Haben die Erschließungsschächte allseitig außen neben ihm stehen. rechteckige Form am günstigsten (Bild 8, 9).
Betonwände, so entstehen torsionssteife Ein Schacht im Gebäude (Kern) kann auch Versorgungsschächte müssen an mehreren
Betonschächte. bei exzentrischer Stellung durch seine Tor- Stellen zugänglich sein und eine bequeme
sionssteifigkeit alle Horizontalkräfte allein Leitungsführung in die Geschosse ermög-
Einfluß der Gebäudehöhe abtragen. Diese Anordnung ist bei Hochhäu- lichen.
Die Wahl der optimalen Aussteifungsart sern üblich (Bild 1, 2). Bei stark exzentrischer Zahlreiche Durchbrüche für Türen, Fenster
hängt von vielen Faktoren, besonders aber Stellung im oder neben dem Gebäude sind und Installationen erschweren die statische
von der Gebäudehöhe ab. Es empfiehlt sich, zusätzliche Wandscheiben (Fachwerkverbän- Berechnung des Betonschachtes und verteu-
niedrige Gebäude (bis etwa 4 Stockwerke) de oder Betonwände) erforderlich (Bild 3, 4). ern seine Ausführung (Bild 12).
durch Rahmenwirkung oder einzelne Wand- Hat das Gebäude mehr als einen Schacht, so Diese Durchbrüche lassen sich vermeiden,
scheiben (Fachwerke oder Betonfertigteil- ist beim Anschluß der Geschoßdecken darauf wenn die Installationsschächte außen den
scheiben) auszusteifen. zu achten, daß keine Zwängungen aus Tem- Aufzugsschächten angeglichen werden
Bei Gebäuden mittlerer Höhe (etwa 5 – 10 peraturänderungen der Deckenscheiben ent- (Bild 10).
Stockwerke) ist es meist am wirtschaftlichs- stehen (Bild 5, 6, 7), d.h., nur ein Schacht Wenn der Querschnitt der Erschließungs-
ten, die Erschließungsschächte zur Ausstei- darf mit den Deckenscheiben allseitig fest schächte statisch nicht ausreicht, können
fung zu nutzen. Bei Hochhäusern ist die Aus- verbunden werden, weitere Schächte dürfen Naßräume in den Betonschacht einbezogen
steifung durch einen oder mehrere Schächte nur Kräfte in einer Richtung aufnehmen und werden (Bild 11).

1 5 8

11
2

A
B

4 7 10 12
Stahlbau Arbeitshilfe
27.1 im Geschossbau, Teil 1
Fenster und Fassaden
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Transparente Fassadenkonstruktionen Insgesamt lässt sich nachweisen, dass die


Fenster und Türen bilden mit anderen Bau- Ug- und Uw-Werte nicht identisch mit dem
Glashöhe
teilen die Gebäudehülle. Sie müssen in ≥ 1,30 m früher gebräuchlichen kV- und kF-Wert sind.
der Regel mehrfache Funktionen, je nach Es treten generell Verschlechterungen der
Anforderung, erfüllen. Die Aufgaben sind: Lichte Koeffizienten (Vergrösserung) nach der EnEV
Fenster-
Belüftung, Belichtung und Sicherstellung öffnung und DIN EN ISO 1077-1 ein.
des visuellen Kontaktes nach aussen (innen).
Q Für die Übergangsregelung gilt:
A B Brüstung
Darüber hinaus sind Schutzfuntionen ≤ 0,90 m Ug = kV (Bundesanzeiger) + 0,2 W/m2K.
mit zu integrieren. Fensterfläche ≥ 0,3 A x B
Die wichtigsten sind: Breite der Fensteröffnung Nach DIN 4108-6 wird der Lüftungswärme-
• Klima- (kalt/warm) und Q ≥ 0,55 A bedarf, gekennzeichnet durch die Luftwech-
Primärenergieschutz Für Arbeitsräume mit einer selraten, bei Tag auf n = 0,7/h und bei der
• Wind- und Regenschutz Raumhöhe (B) ≥ 3,50 m ist gefordert: Nacht auf n = 0,5/h begrenzt.
• Brand- und Lärmschutz – Sicht nach außen muß für jeden
• Personen- und Objektschutz Arbeitsplatz gewährleistet sein. Tageslicht
– Die Fensterfläche soll min. 30 % betragen. Nach Arbeitsstättenrichtlinie und EU-Richt-
Klima- und Primärenergie, Für Wohnräume und Arbeitsräume ähnlicher linie, als auch nach DIN 5034 „Tageslicht in
speziell Wärme- und Sonnenschutz Höhe gilt: Innenräumen“ müssen die Räume mit ausrei-
Mit Einführung der Energieeinsparverordnung – Brüstungshöhe 0,90 bis 1,10 m chender Beleuchtungsstärke versorgt werden.
vom Februar 2002 ist die politische Absicht, – Glashöhe ≥ 1,30 m Bei Bildschirmarbeitsplätzen ist eine direkte
– Die Summe der Breiten aller Fenster (Q)
zum Primärenergieverbrauchsniveau auf Blendung und Beleuchtungsstärke > 400 lm
sollte min. 55 % der Breite des Wohnraums
Basis der Wärmeschutzverordnung von 1998 zu vermeiden. Darüber hinaus ist immer zu
betragen.
nochmals eine Reduzierung von ca. 30 % zu gewährleisten, dass ein visueller Kontakt nach
erreichen. Um diesem Anspruch gerecht zu außen stattfinden kann.
werden, sind höhere Anforderungen an die Aus der Energieeinsparungsverordnung
Materialien und an das Nachweiskonzept zu EnEV sind unter Anhang 3; 7. Anforderungen Brandschutz
stellen. nach Tabelle 1 – Höchstwerte der Wärme- Nach DIN 4102, Teil 13, müssen Bauteile
durchgangskoeffizienten bei erstmaligem der Feuerwiderstandsklasse G (Glas und
Bauteil Gebäude mit
Einbau, Ersatz und Erneuerung von Bauteilen – Rahmen) ohne thermische Trennung Sicher-
normalen niedrigen definiert worden. heit gegen Flammen und Branddurchtritt
Innentemperaturen Bei der neuen Energieeinsparverordnung sind sowie einen Rauchabschluss gewährleisten
W/m2K) im Allgemeinen und im Besonderen bei Fas- (G 30, G 60, G 90).
Aussenwand U sadenanschlüssen und -durchdringungen so
0,45 0,7
allgemein genannte Kältebrücken mit zu berücksichti- Als F-Elemente müssen sie auch die thermi-
gen (∆UWB = 0,1 W/m2K, bei genauem Nach- sche Trennung erfüllen (F 30, F 90, F 120,
Fenster, Fenster- Uw
türen, Dachfenster
1,7 2,8 weis 0,05 W/m2K). Gleiches gilt für Glasauf- F 180), Anforderungen nach DIN 4102-13
nahme des Fensters und Randverbundes des bzw. DIN 4102-5. Auf der brandabgewandten
Verglasung Ug 1,5 keine Glases. Diese Einflüsse werden in der Regel Seite dürfen die Temperaturen auf der Ober-
Vorhangfassade Ucw 1,9 3,0
jedoch mit berücksichtigt. Als Empfehlung fläche nicht größer als 140° K betragen.
kann bei Neubauten hierfür ein Wert von
Fenster, Fenstertüren, Ug ψ = 0,06W/mK angesetzt werden. Die angegebenen Ziffern bei G- und F-Brand-
Dachfenster mit 2,0 2,8 schutzelementen beziehen sich auf den
Sonderverglasung
Aus der Erfahrung mit der alten WSCHVO Feuerwiderstand in Minuten. Die maximal
Vorhangfassade mit Ucw bei „guten“ Gläsern und Rahmenmaterialien zugelassene Temperatur der Fassade im ein-
2,3 3,0
Sonderverglasung ist es hilfreich, den Wärmedurchgangskoeffi- gebauten Zustand ist als Dauerbelastung im
Decken, Dächer U 0,3 0,4
zienten innerhalb bestimmter Grenzen zu Bereich von – 40 °C bis + 50 °C einzustufen.
wählen. Dieses sind: Der Einsatz von Fenstern mit Brandschutzver-
Decken, U 0,4 keine Verglasung: Ug = 1,4 – 1,9 W/m2K glasungen ist in den Landesbauordnungen
Wände gegen Rahmenmaterialgruppe 1: der Länder bzw. in den sie ergänzenden Ver-
unbeheizte Räume
oder Erdreich 0,5 keine Uf,BW = 2,2 W/m2K ordnungen und Richtlinien festgelegt, so z. B.
Rahmenmaterialgruppe 2.1: bei Fluchtwegen und Brandwänden. Oft je-
Uf,BW = 3,0 W/m2K doch werden die Anforderungen an die Ver-
Tabelle 1: Höchstwerte der Rahmenmaterialgruppe 2.2: glasung durch andere Vorschriften überlagert.
Wärmedurchgangskoeffizienten Uf,BW = 3,8 W/m2K Wichtig: Für alle Brandschutzverglasungen
Stahlbau Arbeitshilfe 27.1 Fenster und Fassaden im Geschossbau

und -elemente müssen die Hersteller von • A1 – A3: Angriffhemmende Verglasungen C1: Pistole 9 mm
Brandschutzgläsern und -elementen so ge- nach DIN 52290-3 und -4, A2 entspricht C2: Revolver 357 Magnum
nannte Zulassungsbescheide beim Deutschen darüber hinaus auch der UVV Kassen C3: Revolver 44 Magnum
Institut für Bautechnik erwirken, nach denen (Unfallverhütungsvorschrift Kassen der Ver- C4: Natogewehr G 3, Standardmunition
der Einbau zu erfolgen hat. Ohne Vorlage waltungsberufsgenosssenschaft). A3 enthält C5: Natogewehr G 3, Hartkernmunition
eines entsprechenden Zulassungsbescheides auch die Klassse EH01 entsprechend den • D1 – D3: Widerstandsklasse „D“ = Spreng-
ist eine spätere Abnahme durch die Baube- Sicherungsrichtlinien des VdS. wirkungshemmung nach DIN 52290-5.
hörde nicht gegeben. Für eine Sonderlösung • DH4: Enthält die Klasse EH02 nach Die Widerstandsklassen unterscheiden
bietet sich die Zustimmung im Einzelfall an. Sicherungsrichtlinien des VdS. sich nach Maximaldruck in bar und
Impuls (= Dauer der positiven Druckphase)
Schallschutz Prüfdurchführung für A- und DH4-Glässer Millisekunden.
Die Schalldämmung einer Glasscheibe hängt mittels Kugelfallversuch.
von ihrer Dicke (Flächengewicht) und vom Alarmgläser
Schalleinfallswinkel ab. Bei doppelschaligen • P1A – P5A: Bezeichnung der Gläser nach Einscheibensicherheitsglas kann mit einer so
Gläsern besteht durch Resonanz über das Gas- europäischer Norm DIN EN 356, welche genannten Alarmschleife versehen werden
volumen die Gefahr verminderter Dämmung. die DIN 52290-4 ersetzt. und Verbundsicherheitsglas mit Alarmdraht-
Durch größere Scheibenabstände und/oder • B1 – B3: Angriffhemmende Verglasung wie einlage. Bei Zerstörung der Scheiben wird
asymetrischen Scheibenaufbau (z. B. außen A1 – A3 und Einbruchhemmung Fenster/ dann Alarm ausgelöst.
dünne, innen dicke Scheibe) können jedoch Türen nach DIN 18054 und DIN 18103, Auch für die Fenster und Türelemente
höhere Schalldämmwerte erzielt werden. Die Klasse 1 – 3. Außerdem beinhalten diese müssen die Sicherheitsklassifizierungen
Verwendung von Verbundgläsern mit einer Typen nach den Sicherungsrichtlinien des eingehalten werden. Sonderaufbauten und
weichen Gießharzschicht liefert ab Schall- Verbandes der Schadenversicherer (VdS) Beschläge bedürfen der Überprüfung nach
schutzklasse 4 höhere Schallschutzklassen die Klassifizierung EH1 – EH3*. DIN EN V 1627 SF.
und/oder dünnere Glasquerschnitte. Eine Zertifizierung durch den VdS notwendig.
weitere Verbesserung des Schallschutzes lässt Sicherheit: ausgereifte Technik
sich durch besondere Gasmischungen (SF6) Prüfdurchführung der B-Gläser durch ein und qualifizierte Beratung
im Scheibenzwischenraum erzielen. Es ist unabhängiges Materialprüfungsamt erfolgt Die Mitgliedsfirmen des Deutschen Stahlbau-
jedoch auf den Nebeneffekt der Verschlech- durch maschinelle Vorrichtung, die in drei Verbandes haben die Erfahrung, Sie bei der
terung bei Verwendung der Kombination mit 90 x 110 cm große Prüfmuster je Typ eine Auswahl eines wirksamen und wirtschaft-
Wärmeschutzglas zu achten. mindestens 40 x 40 cm große Durchstiegs- lichen Geschossbaus im Einzelfall fachmän-
nisch zu beraten und diesen auszuführen.
Schall- Bewertetes Erforderliches bewertetes Erforderlicher
schutz- Schalldämm-Maß Rw Schalldämm-Maß Rw Rw-Wert der Die Organisation BAUEN MIT STAHL steht
klasse des am Bau funktionsfähig des im Prüfstand (P-F) nach Verglasung für Ihnen mit ihren Ingenieuren ebenfalls gern
eingebauten Fensters DIN 52210-2 eingebauten Einfachfenster mit zur Verfügung
gemessen nach DIN 52210-5 funktionsfähigen Fensters Isolierverglasung
in dB in dB in db • wenn Sie (z. B. im frühen Entwurfsstadium)
eine firmenneutrale Beratung wünschen
1 25 – 29 ≥ 27 ≥ 27 oder
2 30 – 34 ≥ 32 ≥ 32
• wenn Sie (auch im Gespräch mit den
3 35 – 39 ≥ 37 ≥ 37
4 40 – 44 ≥ 42 ≥ 45
Behörden) die erforderlichen und ange-
messenen Maßnahmen bei einem kon-
5 45 – 49 ≥ 47 1)

6 ≥ 50 ≥ 52 2) kreten Stahlbauprojekt ermitteln wollen.


• Diese Stahlbau Arbeitshilfe entstand in
1) Einfachfenster mit Isolierglas für die Klasse 5 müssen einer Bau- 2) Die Schallschutzklasse 6 wird bislang
Zusammenarbeit mit:
musterprüfung im Prüfstand nach DIN 52210 unterzogen werden. nur mit geprüften Kastenfenstern erreicht.
Dipl.-Ing./Dipl.-Ing. Architekt
Im Geltungsbereich der DIN 4109, „Schallschutz im Hochbau“, sind diese Norm und das Beiblatt 1 zur DIN 4109 Dietmar Kallinich,
zu berücksichtigen.
Poppenbütteler Bogen 25,
22399 Hamburg, Tel. (040) 6 06 33 91
Tabelle 2: Schallschutzklassen von Fenstern
(Einfachfenster mit Isolierverglasung nach VDI Richtlinie 2719 Tabelle 2 und 3)

Objektsichernde Verglasungen öffnung erzielen muss. Damit wird eine


Für objektsichernde Verglasungen kommen Beanspruchung durch eine handgeführte
so genannte Verbundsicherheitsgläser zum Axt simuliert.
Einsatz. Die Klassifizierung für die einzelnen • C1 – C5 oder DIN EN 1063*:
3. überarbeitete Auflage 5/03

Anwendungsbereiche sieht wie folgt aus: Widerstandsklasse „C“ = Durchschuss-


Widerstandsklassen: hemmung nach DIN 52290. Die 5 Klassen Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf
• D: Schlagfestes Glas basieren auf verschiedene Waffen und Postfach 10 48 42 · 40039 Düsseldorf
• S: Mit Splitterbindung Munitionsarten und Geschossenergien: Telefon (02 11) 67 07-828
Telefax (02 11) 67 07-829
* Die Prüfungen für die C-Gläser erfolgen durch das Beschußamt Ulm. Internet: www.bauen-mit-stahl.de
Die Zuordnung zwischen DIN EN 1063 und DIN 52290-2 nach Herstellerangabe. E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe
27.2 im Geschossbau, Teil 2
Fenster und Fassaden
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Mindestluftwechselrate, • der Luftgeschwindigkeit und Sommerlicher Wärmeschutz


Fugendurchlässigkeit und Schlagregenschutz der Luftfeuchte im Raum, gemäß EnEV
Nach DIN EnEV, Anhang 4, sind Mindestluft- • der Aktivität und Bekleidung und
wechsel und Fugendurchlässigkeit neu defi- • dem persönlichen Empfinden der Personen. kein Flächenanteil des

nein
Nachweis
niert worden. Die Bewertung der Behaglichkeit ist die Vor- erforderlich
Gebäudes über 30 %
Klassen der Fugendurchlässigkeit von außen hersage der Situation im Raum. ja
liegenden Fenstern, Fenstertüren und Dach- Es ist daher schwierig, einen allgemein gülti- Nachweis nach DIN 4108-2
flächenfenstern gen Maßstab für die Behaglichkeit zu finden. erforderlich
Nachweis raumbezogen
Aus den äußeren Bedingungen, den Gebäude-

unterschritten
Zeile Anzahl der Klasse der
Vollgeschosse Fugendurchlässigkeit eigenschaften und dem Nutzverhalten ergeben kein Grenzwerte Fensterflächenanteile
des Gebäudes nach DIN EN 12207-1: sich einige weitere zeitabhängige Faktoren. Nachweis nach Tabelle 7 DIN 4108-2 je Raum
2000-06 • Bewölkung, Sonnenstand erforderlich nach Orientierung und Neigung

1 bis zu 2 2 • Aufbau der Aussenbauteile überschritten


2 mehr als 2 3 • Größe, Orientierung (Nord, Süd, Ost,
West) und Neigung der transparenten maximal zulässigen vorhandenen
Prüfungen zu den Beanspruchungsgruppen des
Schlagregenschutzes werden nach DIN 18516 Flächen (Fenster) Sonneneintragskennwert Sonneneintragskenn-
durch ein DIBt anerkanntes Institut durchgeführt. • Gesamtenergiedurchlaßgrad der Verglasung Smax ermitteln wert S ermitteln
• Wirksamkeit und Einsatz der Sonnen- Zuschlagwerte ∆Sx g-Wert
schutzvorrichtungen für Klimaregion Bauart Sonnenschutz Fc
Sonnenschutz • Raumgröße und wirksame Wärmespeicher- des Raumes Nachlüftung, Fensterfläche Aw
Orientierung Raumfläche AG
Zwischen den im Winter und den Übergangs- fähigkeit der Innenbauteile
zeiträumen Herbst und Frühjahr durch die • Luftwechsel und Art der Lüftung, Bedingung: S < S max
eingestrahlte Sonnenenergie als angenehm insbesondere in der zweiten Nachthälfte
empfundenen Raumtemperaturen und der • Grösse der internen Wärmequellen Bild 2:
Einstrahlung der Energie im Sommer sind (z. B. Computer, Personen, etc.) Nachweisschema sommerlicher Wärmeschutz
gegensätzliche Realisierungsvorstellungen zu
verwirklichen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die direkte Der Sonneneintragskennwert ist definiert:
Die in der Bilanzierung auftretenden Energie- solare Einstrahlung und diese hängt stark ∑ i (A w, j · g total, j)
S=
gewinne sind dem Behaglichkeitsempfinden von der Fensterorientierung und der Tages- AG
Dabei ist
entsprechend eingestuft. zeit ab. Aw die Fensterfläche in m 2. Es werden die Maße der
Die Behaglichkeitsempfindungen innerhalb lichten Rohbauöffnungen angesetzt.
eines Raumes im Sommer sind von einer Die genaueste Methode ist, das Verhalten gtotal die Gesamtenergiedurchlassgrade der Verglasungen
einschließlich Sonnenschutz. Berechnung von gtotal
Vielzahl von Faktoren abhängig: eines Raumes mit Hilfe von Gebäude- bzw. nach Gleichung (2) bzw. nach E DIN EN 13363-1
• Raumtemperatur und Aussenlufttemperatur, Raum-Simulationsprogrammen rechnerisch AG die Nettogrundfläche des Raumes oder
• der Temperatur der Raumoberflächen, zu „simulieren“. Hierzu wird der Raum mit des Raumbereichs in m2.
• evtl. direkte Bestrahlung von Flächen seiner Hülle geometrisch und thermisch detail- Die Summe des Produktes, Fensterfläche · Gesamt-
energiedurchlassgrad (Awj · gtotal,j), erfasst alle Fenster
durch die Sonne, liert abgebildet und dann bei vorgegebenen des Raumes oder des Raumbereichs.
Randbedingungen das Verhalten des Raumes Zur Berechnung des Gesamtenergiedurchlassgrades der
in Zeitschritten berechnet. Verglasung einschließlich Sonnenschutz gtotal stehen
zwei Berechnungsverfahren zur Verfügung, vereinfacht
nach Gleichung (2) oder alternativ nach Anhang B der
Die Klagen der Nutzer im Sommer über zu DIN V 4108-6: 2000-11
gtotal = g · FC (2)
Einfall hohe Raumtemperaturen sind bei großen Dabei ist
100 Transmission transparenten Flächen sehr häufig. Aus die- g der Gesamtenergiedurchlassgrad der Verglasung
77 sem Grunde sieht der Wärmeschutz bei nach DIN EN 410
FC der Abminderungsfaktor für Sonnenschutz-
Reflexion Gebäuden mit einem Fensterflächenanteil vorrichtungen nach Tabelle 2
8 von > 30 % einen höchstzulässigen Sonnen- Der maximal zulässige Sonneneintragskennwert ist:
g-Wert einstrahlungskennwert vor. Smax = S0 +∑∆Sx (3)
mit
S0 der Basiswert des Sonneneintragkennwertes für
11 4 Aus den Erfahrungen der Vergangenheit Gebäude, S0 = 0,12
sollten vereinfachte Verfahren, die auf Basis ∆Sx die Zuschlagswerte nach Tabelle 3
sekundäre Wärmeabgabe
von Prozentsätzen den Energiedurchlass
abschätzen, nur als 1. Näherung betrachtet
Bild 1: Verteilung der Sonnenenergie in % für werden, den Sonnenschutz zu dimensio- Bild 3:
Einfachscheiben (ca.-Werte für 8 mm Glasdicke) nieren. Sonneneintragskennwertermittlung
Stahlbau Arbeitshilfe 27.2 Fenster und Fassaden im Geschossbau

Sonnenschutzvorrichtung FC a) Es können nur fest installierte Sonnenschutzvorrichtungen Zu den jeweiligen Orientierungen gehören Winkelbereiche
Ohne Sonnenschutzvorrichtung a) 1,0 berücksichtigt werden. Übliche dekorative Vorhänge gelten von ± 22,5°. Bei Zwischenorientierungen ist
Innenliegend oder zwischen den Scheiben b) nicht als Sonnenschutzvorrichtungen der Abdeckwinkel β ≥ 80° erforderlich.
b) Für innen und zwischen den Scheiben liegende
– weiß oder reflektierende Oberfläche
mit geringer Transparenz c) 0,75 Sonnenschutzvorrichtungen kann eine genauere Ermittlung
– helle Farben oder geringe Transparenz c) 0,8 vorgenommen werden. Dies ist zu empfehlen, da sich er-
– dunkle Farbe oder höhere Transparenz c) 0,9 heblich günstigere Werte ergeben können Süd Ost
c) Als gering gilt, eine Transparenz der Sonnenschutz- West
Außenliegend d) vorrichtung unter 20 %
– drehbare Lamellen, hinterlüftet 0,25 d) Bei der Verwendung von Markisen muss näherungsweise
– Jalousien und Stoffe mit geringer Transparenz c) 0,25 sichergestellt sein, dass keine direkte Besonnung des Fens- β β
– Jalousien, allgemein 0,4 ters erfolgt. Eine direkte Besonnung wird ausgeschlossen ϒ
– Rolläden, Fensterläden 0,3 wenn
– Vordächer, Loggien 0,5 – bei Südorientierung der Abdeckwinckel β ≥ 50° ist,
– Markisen d), oben und seitlich ventiliert 0,4 – bei Ost- oder Westorientierung der Abdeckwinkel Vertikalschnitt Horizontalschnitt Vertikalschnitt
d)
– Markisen , allgemein 0,5 entweder β ≥ 85° oder ϒ ≥ 115° ist.

Tabelle 2: Abminderungsfaktor der Sonnenschutzvorrichtung

Gebäudelage bzw. Bauart, Fensterneigung und Orientierung ∆Sx a) Alternativ kann die wirksame Wärmespeicherfähigkeit nach DIN V 4108-6 Die Klimaregionen A, B, C
Klimaregion: Gebäude in Klimaregion A = 0, B = - 0,01, C = - 0,025 bestimmt werden, um im Zweifelsfall eine Bauart einzuordnen. berücksichtigt regionale Unter-
a) b) fgew = (Aw + 0,3 x AAW + 0,1 x AD) AG mit: schiede der sommerlichen
Bauart: – Extrem leichte Bauart : z. B. zwei oder mehr Kombinationen einer Klimaverhältnisse in Deutsch-
leichten Bauart bzw. bei vorwiegend Innendämmung, große fgew = gewichtete Außenfläche bezogen auf die Nettogrundfläche, land. Es wird unterschieden
Halle, kaum raumumschließende Flächen – 0,089 + 0,07 x fgewb) Aw = Fensterfläche (einschließlich Dachfenster), AAW = Außenwandfläche nach sommerkühle (A), gemä-
– Leichte Bauart a): z. B. Holzständerkonstruktion, leichte AD = Dachfläche, AG = Nettogrundfläche ßigte (B), und sommerheiße (C)
Trennwände, untergehängte Decken – 0,098 + 0,125 x fgewb) Die Gewichtsfaktoren berücksichtigen die Relationen zwischen den Regionen. Die Einteilung erfolgt
sommerlichen Wärme durchgängen üblicher Außenbauteile. nach den 15 Klimaregionen
– Schwere Bauarta) – 0,098 + 0,14 x fgewb) c) nach DIN V 4108-6 bzw. nach
Bei Ein- und Zweifamilienhäusern kann i. d. R. von einer erhöhten
Erhöhte Nachtlüftungc) während der zweiten Nachthälfte n ≥ 1,5 h-1 Nachtlüftung ausgegangen werden. dem Höchstwert der mittleren
– bei leichter a) und extrem leichter a) Bauart + 0,02 d) Als gleichwertige Maßnahme gilt eine Sonnenschutzvorrichtung, die die monatlichen Außentemperatur
– bei schwerer Bauarta) + 0,03 und der entsprechenden Grenz-
diffuse Strahlung permanent reduziert und deren gtotal < 0,4 erreicht. raumtemperatur.
Sonnenschutzverglasung, g ≤ 0,4d) + 0,03 e) fneig = Aw, neig/AG mit: Aw, neig = geneigte Fensterfläche, Ag = Nettogrundfläche
Fensterneigung: 0° ≤ Neigung > 60° (gegenüber der Horizontalen) – 0,12 x fneige) f) fnord = Aw, nord /Aw, gesamt mit: Aw, nord = Nord-, Nordost- und Nordwestorien-
Orientierung: Nord-, Nordost- und Nordwestorientierte Fenster soweit tierte Fensterfläche soweit die Neigung gegenüber der Horizontalen > 60° Tabelle 3: Zuschlags-
die Neigung gegenüber der Horizontalen > 60° ist sowie Fenster, die ist sowie Fensterflächen, die dauernd vom Gebäude selbst verschattet sind werte zur Sonnen-
dauernd vom Gebäude selbst verschattet sind – 0,10 x fnord f ) Aw, gesamt = gesamte Fensterfläche
schutzermittlung

Sonnenschutz-Varianten: Es gibt viele Möglichkeiten, den gewünschten sommerlichen Wärmeschutz durch Einsatz geeigneter Gläser oder Fensterabdeckungen
zu erreichen. Je nach System erfüllt der Sonnenschutz noch zusätzliche Aufgaben zur Erhöhung des Nutzungswertes von Gebäuden.
starrer Sonnenschutz beweglicher Sonnenschutz
Bezeichnung Absorptions- Sonnen- Folie Blende, Vor- Innenrollo Innenjalousie Rollo Außen- Außenrollo, Rolläden, Kastenfenster- Kastenfenster-
system mit
glas 1) schutzglas dach, Loggia, zwischen raffstore Markisen Fensterläden system mit Sonnen- und
siehe Bild 1 siehe Bild 1 Balkon den Scheiben Sonnenschutz Blendschutz

100 100
35 41
5 30

45 15 26 3

Abminde- 1,0 1,0 0,3 – 0,75 1,0 0,6 – 0,73) 0,5 – 0,7 0,5 – 0,63) 0,25 0,4 – 0,5 0,3 0,15 – 0,25 0,15 – 0,25
rungsfaktor F 0,4 – 0,54) 0,3 – 0,44)
Gesamt- 0,5 0,2 – 0,5 0,25 – 0,6 (0,25)5 0,5 – 0,63) 0,4 – 0,6 0,4 – 0,53) 0,2 0,3 – 0,4 0,25 0,1 – 0,2 0,1 – 0,2
energiedurch- 0,3 – 0,44) 0,25 – 0,34)
lassgrad g Total
In den Sonnenschutz integierbare Aufgaben (Bewertung: + gut, ++ sehr gut)
Wärmeschutz + + + + + + + + ++ ++ ++ ++
Schallschutz + + + + + + + + + ++ ++ ++
Einbruch- + + + + + + + + ++ ++ ++ ++
sicherung

1) Absorptionsgläser nur mit Sicherheitsglas herstellen,


da Floatglas den hohen thermischen Belastungen
nicht standhält
2) Sonnenschutz mit Zwei-Scheiben-Isolierglas (g = 0,8)
3) normal
4) reflektierend Wünschen Sie, z. B. im frühen Entwurfs-
5) nur bei defuser Strahlung
stadium, eine firmenneutrale Hilfe, steht
Ihnen BAUEN MIT STAHL gern mit Rat und
3. überarbeitete Auflage 5/03

Tabelle 4: Anhaltswerte für Abminderungs- Information zur Verfügung.


faktoren bei unterschiedlichen Beschattungs- • Diese Stahlbau Arbeitshilfe entstand in Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf
systemen in der Fassade Zusammenarbeit mit: Postfach 10 48 42 · 40039 Düsseldorf
Dipl.-Ing./Dipl.-Ing. Architekt Telefon (02 11) 67 07-828
Dietmar Kallinich, Telefax (02 11) 67 07-829
Poppenbütteler Bogen 25, Internet: www.bauen-mit-stahl.de
22399 Hamburg, Tel. (040) 6 06 33 91 E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe 27.3 Feuerschutzabschlüsse

Größenbereiche für geprüfte Feuerschutzabschlüsse T 30-1 feuerhemmende einflügelige Tür


T 30-2 feuerhemmende zweiflügelige Tür
Auswahl der Zusammenstellung (Institut Angegeben sind die jeweils kleinsten bzw. T 60-1 feuerhemmende einflügelige Tür
für Bautechnik 1989) allgemeiner bauauf- größten zugelassenen Abmessungen (lichte T 90-1 feuerbeständige einflügelige Tür
sichtlicher Zulassungen. Durchgangsmaße) in mm T 90-2 feuerbeständige zweiflügelige Tür

Bezeichnung Breite Höhe Bezeichnung Breite Höhe


min. max. min. max. min. max. min. max.
T 30-1 Wandklappe 436 – 1.190 690 – 2.061 T 60-1 Holztür 686 – 1.061 1.718 – 2.093
T 30-1 Stahltür X 495 – 1.370 1.220 – 2.470 T 60-2 Stahltür 1.366 – 2.616 1.685 – 2.935
T 30-1 Stahltür 495 – 1.186 1.658 – 2.435 T 60 Stahlrolltor 2.000 – 12.000 1.800 – 4.500
T 30-1 Holztür 475 – 1.251 1.675 – 2.425 T 90-1 Stahlklappe 650 – 1.170 650 – 1.698
T 30-1 Holztür X 489 – 1.251 1.682 – 2.220 T 90-1 Stahltür 535 – 1.260 1.665 – 2.955
T 30-2 Stahltür 1.160 – 3.960 1.630 – 2.980 T 90-1 Form-Tür 686 – 1.250 1.718 – 2.093
T 30-2 Holztür 1.185 – 2.462 1.675 – 2.468 T 90-2 Stahltür 1.241 – 2.900 1.685 – 2.960
T 30-2 Holztür X 1.185 – 2.462 1.718 – 2.468 T 90 einfl. Stahlschiebetor XX 1.000 – 8.500 2.000 – 6.000
T 30 Stahlschiebetür 875 – 2.500 1.750 – 2.500 T 90 zweifl. Stahlschiebetür 2.000 – 8.500 2.000 – 6.000
T 30 Stahlschiebetor 1.000 – 8.500 2.000 – 6.000 T 90 Rolltor 1.200 – 12.000 1.800 – 4.500
T 30 Stahlrolltür 1.200 – 12.000 1.200 – 4.500 T 120 Rolltor 2.000 – 10.000 1.800 – 4.500
T 30 Stahlfalltor 4flgl. 2.700 – 8.000 2.000 – 4.000 X ist auch zugelassen für Gipskarton- oder Montagewände
XX bis 1.500 Breite, nicht höher als 3.000

Funktionale Einheit Die Widerstandsfähigkeit gegen Feuer ist in fachmännisch zu beraten und diesen auszu-
Feuerschutzabschlüsse sind eine Einheit aus: starkem Maße von führen.
• Türblatt bzw. Türblätter mit dazugehöriger • der Größe der Tür bzw. Öffnung In Fragen des baulichen Brandschutzes
Zarge und Befestigungsvorrichtung der • der präzisen Herstellung und wenden Sie sich bitte an
Zarge • dem fachgerechten Einbau abhängig. • das Deutsche Institut für Bautechnik,
• Selbstschließeinrichtung in Form eines Daher ist auf die Verwendung von geprüften 10829 Berlin, Kolonnenstraße 30 L
Federbandes oder Türschließers mit Produkten zu achten. • die Brandschutzdienststellen der Städte
hydraulischer Dämpfung und Kreise.
• dem Schließfolgeregler bei 2flügeligen Eine Liste der zugelassenen Produkte und
Türen deren Anwendungsbereiche kann beim Die Organisation BAUEN MIT STAHL steht
• den besonderen Vorrichtungen bei Deutschen Institut für Bautechnik (DIBT) Ihnen mit ihren Ingenieuren ebenfalls gern
Schiebe-, Hub- oder Rolltoren bezogen werden. zur Verfügung
• Türschloß • wenn Sie (z. B. im frühen Entwurfsstadium)
• Feststellanlagen mit Auslösevorrichtungen Größenbereiche von einflügeligen eine firmenneutrale Beratung wünschen
für solche Abschlüsse, die aus Nutzungs- feuerhemmenden Stahltüren T 30-1 oder
gründen offengehalten werden müssen nach DIN 18082 • wenn Sie (auch im Gespräch mit den
und erst im Brandfalle schließen. Abmessungen in mm Behörden) die erforderlichen und ange-
Alle Elemente der Feuerschutzabschlüsse Breite Höhe messenen Brandschutzmaßnahmen bei
müssen demselben geprüften System A 750 – 1.000 1.750 – 2.000 einem konkreten Stahlbauprojekt ermitteln
angehören. B über 1.000 2.000 wollen.
C unter 750 1.750 • Weitere Auskünfte erteilt:
Widerstandsfähigkeit Industrieverband Tore, Türen, Zargen
Da auch eine Wechselbeziehung zwischen Hochstraße 113-115, D-58095 Hagen,
Wand und Tür besteht und hier im Brandfalle Sicherheit: ausgereifte Technik Telefon (0 23 31) 2 00 80
große Verformungen auftreten können, sind und qualifizierte Beratung
Feuerschutztüren mit der entsprechenden Die Mitgliedsfirmen des Deutschen Stahlbau-
Wandbauart zu prüfen, für die sie zugelassen Verbandes DSTV haben die Erfahrung, Sie
werden sollen (z. B. Massivwand oder leichte bei der Auswahl eines wirksamen und
Ständerwand). wirtschaftlichen Brandschutzes im Einzelfall
4. überarbeitete Auflage 7/02

Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf


Postfach 10 48 42 · 40039 Düsseldorf
Telefon (02 11) 67 07-828
Telefax (02 11) 67 07-829
Internet: www.bauen-mit-stahl.de
E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe
27.3 Feuerschutzabschlüsse
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Die Ausbreitung von Feuer und Rauch


auf andere Räume oder Gebäudeteile kann
erfolgen durch
• Lüftungsleitungen
• Trennwände
• Fugen und konstruktive Öffnungen
• Türen und andere Öffnungen in Wänden
usw.
Um dies zu verhindern, fordert der Gesetz-
geber, daß „Öffnungen in Brandwänden,
Wänden und Decken so zu verschließen
sind, daß Feuer und Rauch nicht auf andere
Gebäudeteile übertragen werden“.

Anforderungen an Feuerschutzabschlüsse
Türen, Klappen oder Tore, also Feuerschutz-
abschlüsse aller Art müssen
• selbsttätig schließen
• hinsichtlich Brandverhalten den Forderun-
gen der Norm DIN 4102 entsprechen (min.
2 Brandversuche nach vorhergehender me-
chanischer Beanspruchung)
und
• so ausgebildet sein, daß sie etwa 20 bis 30
Jahre lang brandschutztechnisch wirksam
bleiben (Dauerfunktionsprüfungen)
• entweder den Normen entsprechen
(z. B. DIN 18082 – Stahltüren T 30–1)
oder
• als Nachweis ihrer ausreichenden Brauch-
barkeit allgemein bauaufsichtlich zuge-
lassen sein. Hier reicht die Prüfung nach
DIN 4102 Teil 5 allein nicht aus. Abschlusses beurteilt werden. So sind z. B. nachzuweisen. Die zulassungsgerechte Ferti-
für eine 2flügelige Tür für den Standflügel gung erfolgt durch Eigenüberwachung und
Neben der Feuerwiderstandsdauer muß 100.000- und für den Gangflügel 200.000 durch anerkannte Institutionen (z. B. Material-
die allgemeine Gebrauchsfähigkeit des maliges Schließen im praxisgerechten Ablauf prüfungsämter).

Beispiel für T 30–2 Tür


Türschließer nach DIN 18 263 Teil 10.2
Rohbaumaß
35

400 400
5
200

5 Bau-Richtmaß 5
70

35 Lichter Durchgang 35
1/2

Schließfolge-
regler
Lichter Durchgang
Bau-Richtmaß
Rohbaumaß

Sicherungs-
1/2

bolzen
Schnappriegel
1.050

1.300
1.200

OFF OFF Schnappriegel


DIN links DIN rechts
Typenschild
200
Stahlbau Arbeitshilfe 27.4 Brandschutzverglasung

Das Glas
Aufgrund großer Temperaturdifferenzen zwi-
schen Scheibenmitte und Scheibenrand –
und damit verbundenen unterschiedlichen
Spannungsverhältnissen innerhalb der
Scheibe – zerspringt normales Glas (Floatglas)
im Brandfall schon nach recht kurzer Zeit, so
daß sich der Brand ungehindert ausbreiten
kann. Daher sind nur spezielle, auf den
Brandschutz hin optimierte Gläser, für die
jeweilige Verglasungsart geeignet. Folgende
Fabrikate kommen im Rahmen der jeweiligen
Gesamtkonstruktion zur Anwendung:

Tabelle 2: Brandschutzgläser

Fabrikat Merkmale/Aufbau Geeignet für


Verglasungen
der Feuerwider-
standsklasse

PYROSTOP Floatglasscheiben F 30/F 60/F 90


mit Brandschutz-
schichten
CONTRA- Isolierglas aus Ein- F 30/F 60/F 90
FLAM scheibensicher-
heitsglas und
Gelfüllung
PROMA- Floatglasscheiben F 30/F 90 Tabelle 3: Anwendungsbereiche von Brand- • das Deutsche Institut für Bautechnik,
GLAS mit Brandschutz- 10829 Berlin, Kolonnenstraße 30 L
schichten schutzverglasungen
• die Brandschutzdienststellen der Städte
Drahtglas Drahtgußglas G 30/G 60 F-Verglasungen G-Verglasungen und Kreise.
Drahtspiegelglas
PYRAN Borosilicatglas G 30/G 60/ Wände allgemein zu- Oberlichtverglasungen Die Organisation BAUEN MIT STAHL steht
G 90/G 120 gänglicher Flure, die als über 1,80 m ab Ober-
PYRODUR Floatglasscheiben G 30 Rettungswege dienen kante Fußboden Ihnen mit ihren Ingenieuren ebenfalls gern
mit Brandschutz- zur Verfügung
schichten Treppenraumwände Außen- u. Innenfassaden
Lichtöffnungen in (z. B. Lichthöfe), sofern • wenn Sie (z. B. im frühen Entwurfsstadium)
PYRO- Einscheibensicher- G 30
SWISS heitsglas Brandwänden keine Bedenken hin- eine firmenneutrale Beratung wünschen
CONTRA- Verbund aus Ein- G 30 sichtlich der Wärme- oder
FEU scheibensicher- strahlung bestehen • wenn Sie (auch im Gespräch mit den
heitsglas mit Folie
Eckbereiche winkelig Schrägverglasungen Behörden) die erforderlichen und ange-
angeordneter Gebäude messenen Brandschutzmaßnahmen bei
Außen- und Innen-
Kombinationen als Isoliergläser sind möglich. fassaden (z. B. Lichthöfe) einem konkreten Stahlbauprojekt ermitteln
Eine entsprechende bauaufsichtliche Zulas- Schrägverglasungen wollen.
sung als Bauteil geprüft muß vorliegen. Feuerschutztüren • Weitere Auskünfte erteilt:
(T30, T90)
Vielfach sind durch entsprechende Glaskom- Industrieverband Tore, Türen, Zargen
binationen weitere Funktionen und Anforde- Hochstraße 113-115, D-58095 Hagen,
rungen – beispielsweise im Hinblick auf Literatur: Telefon (0 23 31) 2 00 80
Schall-, Wärme-, Sonnen- und Einbruch- Stahlbau Arbeitshilfen
schutz – realisierbar. 2.1 Brandschutz für Stützen und Träger
2.2 Brandschutz bei Wänden
Anwendungsbereiche 2.4 Brandschutz für Decken
In erster Linie regeln die baurechtlichen Vor- 27.1 Fenster im Geschoßbau
schriften den jeweiligen Einsatz der Brand- 27.2 Sonnenschutz im Geschoßbau
schutzverglasung. Ansonsten obliegt der 27.3 Feuerschutz-Abschlüsse
örtlich zuständigen Bauaufsicht die Entschei-
dung hinsichtlich der erforderlichen Ver- Sicherheit: ausgereifte Technik
glasungskategorie. Grundsätzlich gilt, daß und qualifizierte Beratung
2. überarbeitete Auflage 7/02

zum Schutz von Personen und Sachen F-Ver- Die Mitgliedsfirmen des Deutschen Stahlbau-
glasungen zur Anwendung kommen müssen. Verbandes DSTV haben die Erfahrung, Sie Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf
bei der Auswahl eines wirksamen und Postfach 10 48 42 · 40039 Düsseldorf
wirtschaftlichen Brandschutzes im Einzelfall Telefon (02 11) 67 07-828
fachmän-nisch zu beraten und diesen auszu- Telefax (02 11) 67 07-829
führen. In Fragen des baulichen Brand- Internet: www.bauen-mit-stahl.de
schutzes wenden Sie sich bitte an E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe
27.4 Brandschutzverglasung
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Transparenz und Brandschutz Um eine allgemeine bauaufsichtliche Zulas-


Ein lösbarer Zielkonflikt sung zu erlangen, ist es zuvor natürlich not-
Bevor Ende der 70er Jahre die Entwicklung wendig, das betreffende Bauteil komplett
bzw. Einführung der Brandschutzverglasun- bei einer staatlich anerkannten Materialprüf-
gen begann, waren Anforderungen hinsicht- anstalt zu prüfen. Auf die einzelnen Prüfkrite-
lich des vorbeugenden baulichen Brand- rien, die dabei erfüllt werden müssen, wird
schutzes nur durch den Einsatz massiver Bau- in folgender Tabelle 1 eingegangen.
teile aus Mauerwerk bzw. Beton realisierbar. 1
Die daraus resultierende Problematik, wie Tabelle 1: Prüfkriterien für Brandschutz-
beispielsweise fehlende Sichtverbindungen verglasungen gemäß DIN 4102 Teil 13
zur Beobachtung von Produktionsabläufen F-Ver- G-Ver-
sowie dunkle, nur durch elektrische Beleuch- glasungen glasungen
tung zu erhellende Treppenhäuser und Flure, 2
Prüfung nach ETK + +
schlugen sich letztlich in einem geringeren Kein Durchtritt von Flammen
Nutzungswert der Gebäude nieder. Dieser 3 auf die feuerabgekehrte Seite + +
Problematik sowie dem grundsätzlichen Kein Durchtritt von
Brandrauch auf die feuer-
Wunsch der Planer nach transparenter Ge- abgekehrte Seite + +
staltung, wurde durch Einführung von Brand- Thermische Isolation + –
schutzverglasungen Rechnung getragen. Wattebauschtest + –

4
Begriff der Brandschutzverglasung
Systemcharakter Der Unterschied zwischen F- und G-Vergla-
Brandschutzverglasungen werden als licht- sung liegt somit in der thermischen Isolation,
durchlässige Bauteile definiert, die aus einem d. h. in der Durchlässigkeit bzw. Undurch-
speziellen Rahmen, lichtdurchlässigen Ele- lässigkeit der Brandwärme auf die feuerabge-
menten (d. h. Brandschutzgläsern), Halterun- 5 kehrte Seite. Während bei G-Verglasung keine
gen, Dichtungen und Befestigungsmitteln be- Forderungen hinsichtlich des Durchtrittes der
stehen und je nach Anforderung eine Feuer- Brandwärme gestellt werden, darf auf der
6
widerstandsdauer von 30, 60 oder 90 Minu- feuerabgekehrten Seite der F-Verglasung die
ten aufweisen müssen. Temperatur innerhalb der Feuerwiderstands-
Hieraus ist bereits erkenntlich, daß es nicht dauer im Mittel nicht mehr als 140 °C über
ausreicht, ein Brandschutzglas in irgendeine 7 Ausgangstemperatur liegen. Im Hinblick auf
Rahmenkonstruktion einzusetzen. Vielmehr den Einsatz der jeweiligen Verglasungsart ist
muß die Gesamtkonstruktion, d. h. Glas, das Kriterium der Wärmestrahlung somit von
Rahmen, Verglasungsmittel sowie der jewei- zentraler Bedeutung.
lige Anschluß an das umgebende Bauteil den
brandschutztechnischen Anforderungen ent-
sprechen.

Rechtsgrundlagen
Der Einsatz von Brandschutzverglasungen ist 8 Verglasung „AS-Köln"
der Feuerwiderstandsklasse F 30 nach
in den Bauordnungen der jeweiligen Länder
DIN 4102. Zum Einbau in Wänden aus
geregelt. Begleitend hierzu gelten Sonderbau- Mauerwerk oder Beton
verordnungen sowie Verwaltungsvorschriften (Zulassungsnummer: Z-19.14-327)
und Richtlinien (z. B. Schulbau- und Sport-
stättenrichtlinie). Da Brandschutzverglasun- 1 Spezialstahlprofil RP 1572
gen gemäß DIN 4102 Teil 4 als klassifizierte 2 Glashalteleiste RP 5106
3 Silikon-Dichtstoff
Sonderbauteile gelten, muß deren Brauchbar-
4 PYROSTOP Brandschutzglas 1/30
keit nachgewiesen werden. 9 5 IBA-Spezialfüllkörper Nr. 5
Dies kann erfolgen durch: 6 IBA-Spezialfüllkörper Nr. 4
10
• Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung, 7 Vorlegeband „Fiberfax“
• Genehmigung im Einzelfall durch die 8 Hartholz-Klötzchen
9 Mineralwolle (DIN 4102-A)
Oberste Bauaufsichtsbehörde des Bundes- 10 Wahlweise Versiegelung
landes, in dem die Verglasung zur Ausfüh-
rung gelangt.
Stahlbau Arbeitshilfe
31.2 Stützenstellung im Geschossbau
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

STÜTZENRASTER Rechteckiges Stützenraster


Die Stützen eines Gebäudes werden im 3 Beim Stahlbau können die Deckenträger
allgemeinen nach einem Ordnungssystem verhältnismäßige große Stützweiten über- 3
gerastert. Im Rasterfeld der Stützen liegen brücken. Es stehen dann nur wenige Stützen
ein oder mehrere Deckenfelder. in der ansonsten freien Geschossfläche. Es
führt zu optimalen Konstruktionen, wenn die
Quadratisches Stützenraster leichtbelasteten Deckenträger (Träger erster
1 Sollen im Betonbau zweiachsig gespannte Ordnung), die zumeist Verbundträger sind,
Decken zu Einsatz kommen, wird ein qua- größere Stützweiten als die schwerbelasteten
dratisches Raster mit entsprechend quadrati- Unterzüge (Träger zweiter Ordnung) haben.
schen Deckenfeldern bevorzugt. Eine mas- Merkmal eines wirtschaftlichen Stahlskelett-
sive, ungegliederte Betonplatte wird bei grö- baues ist das rechteckige Stützenraster. Wirt-
ßeren Stützweiten verhältnismäßig dick und schaftliche Stützweiten für die Deckenträger 4
schwer. Zur Gewichtsersparnis kann die Platte liegen zwischen 6 und 15 m, für die Unter-
mit Hohlkörpern versehen werden oder in eine züge zwischen 6 und 12 m. Der Abstand der
dünne Platte mit unterstützenden Rippen auf- Deckenträger untereinander beträgt dabei
gelöst werden. zwischen 2 und 6 m. Die farbig gekennzeich-
neten Flächen in den Bildern 3 und 4 verdeut-
lichen die von den Stützen bei weiter und
enger Stellung zu tragenden Deckenflächen.
1 4 Die hohe Tragfähigkeit von Stahlprofilen
ermöglicht sehr schlanke Stützen. Das ist
vorallem im Aussenwandbereich von Vorteil. 5
Der Querschnitt der Stützen wird besonders
klein, wenn der Abstand der Stützen dem
Abstand der Deckenträger entspricht. In
diesem Bereich wird dann der Unterzug als
tragendes Bauteil eingespart.

Abweichende Rasterteilung
2 Die Lage der Deckenträger muss mit der Lage
der Stützen nicht übereinstimmen.
6
5 In diesem Beispiel liegt jeder dritte Decken-
träger in der Stützenachse

6 Die Deckenträgerachse kann man auch


aus der Stützenachse herausrücken. Dabei
ist von Vorteil, dass neben den Stützen (in
Deckenträgerrichtung) Raum für vertikale
Installationsschächte bleibt. Für das Stahl-
skelett ergeben sich konstruktive Verein-
fachungen, da der Anschluss Deckenträger
7
2 Die gleiche Stützenanordnung ist bei einem an Stütze entfällt.
Stahlskelettbau möglich. Dabei werden die
quadratischen Deckenfelder in langgestreckte Dreieckige Stützenraster
Deckenelemente bestehend aus quergespann- 7 Die Stützen müssen nicht in beiden Rich-
ter Deckenplatte auf Deckenträgern aufgelöst. tungen im Raster stehen. In der Unterzugs-
Die Deckenträger (Träger erster Ordnung) ge- flucht können sie beliebig aufgeteilt werden.
ben ihre Lasten an Unterzüge (Träger zweiter Dadurch ergibt sich eine große Freiheit in
Ordnung) ab. Deckenträger und Unterzüge der Wahl der Stützenstellung, z. B. als drei-
haben gleiche Spannweiten. Diese Konstruk- eckiges Stützenraster. Das typische Element
tion stellt im Stahlbau jedoch nicht die opti- der Deckenkonstruktion eines Stahlbaues ist
male Lösung dar. das schmale, langgestreckte Deckenfeld.
Stahlbau Arbeitshilfe 31.2 Stützenstellung im Geschossbau

15 Bei Gebäuden mit einem zentralen Kern


ergeben sich meist breite, frei disponierbare
8 10 Räume ohne Innenstützen zwischen den
Außenwänden und dem Kern. Es sind z. B.
1 Grossräume möglich oder eine kleinräumige
l1 Grundriss-Unterteilung mit einem Erschlie-
1 = Träger erster Ordnung
2 = Träger zweiter Ordnung 2 ßungsgang am Kern.
3 = Träger dritter Ordnung l2
Literatur
11 • W. Schulz: Ein- und Mehrgeschossbauten,
9
1 Stahlbau Handbuch Teil 2,
zweite Auflage 1985,
1 2 3 Stahlbau-Verlagsgesellschaft, Düsseldorf
• Kindmann, Krahwinkel: Stahl- und Verbund-
konstruktionen, Teubner-Verlag, Stuttgart
• Stahlbau-Arbeitshilfe 31.3

WEG DER LAST ZUR STÜTZE KONSTRUKTIVE HÖHE DER DECKE


Allgemein lässt sich sagen, dass ein Tragwerk Aus der lichten Geschosshöhe konstruktiv
um so wirtschaftlicher wird, je kürzer die erforderlichen Bauhöhe der Decke ergibt sich
Wege sind, auf denen die Lasten zum Erd- die Geschosshöhe. Die Deckenhöhe wird vor 12
boden abgeleitet werden und je kleiner die allem bestimmt von
Anzahl der Bauelemente ist, die am Last- • dem Installationsgrad des Gebäudes und
abtrag beteiligt sind. • der Ausführung des Deckentragwerkes.

Deckentragwerk ohne Stahlträger Die Ausführung des Deckentragwerkes ergibt


8 Die trägerlose massive Platte leitet die sich im wesentlichen 13
Lasten auf dem kürzesten Weg unmittelbar in • aus der Spannweite und der Belastung der
die Stützen. Bei größeren Stützweiten wird Träger
die Massivplatte jedoch zu schwer, so dass • und aus der Anordnung der Träger in einer
sich diese Konstruktion für eine in beide Rich- Höhenlage (oberkantebündig) oder in
tungen enge Stützenstellung eignet. Proble- mehreren Ebenen (gestapelt) übereinander.
matisch ist in der Regel auch der Anschluss Stahlträger und Installation müssen nicht in
der Decke an die Stützen getrennten Höhenzonen liegen, sondern
können sich raum- und kostensparend durch- 14
Deckentragwerk mit einer Trägerlage dringen. (siehe Arbeitsblatt 21.2)
9 Die Deckenträger (Träger erster Ordnung)
werden unmittelbar von den Stützen getragen. ANORDNUNG DER INNENSTÜTZEN
Der Weg der Kräfte ist kurz und die Konstruk- Die Eigenschaft eines Stahlbaues, große
tion damit wirtschaftlich. Der Raster des Stützweiten leicht und wirtschaftlich über-
Grundrisses setzt sich aus länglichen Recht- spannen zu können, führt zu folgenden Alter-
ecken zusammen, daher haben die Stützen nativen der Anordnung der Innenstützen:
in der einen Richtung einen großen, in der 12 Zweihüftige Gebäude (Raum, Flur, Raum)
anderen einen sehr engen Abstand. können bei einer Gebäudebreite von 10 bis 15
12 m stützenfrei überspannt werden, so
Deckentragwerk mit zwei Trägerlagen dass statt einer kleinteiligen Aufteilung der
10 Bei einem weiten Stützenabstand in beide Geschossflächen auch gebäudebreite Gross-
Richtungen werden die Lasten der Decken- räume möglich sind. Bei Stützweiten über
träger (Träger erster Ordnung) durch zusätz- 15 m werden die Deckenträger recht hoch,
liche Tragelemente, die Unterzüge (Träger um ihre Durchbiegung und die Schwingung
zweiter Ordnung), zu den Stützen weiterge- der Decke in Grenzen zu halten.
leitet. Die Kräfte haben einen weiteren Weg
zurückzulegen als bei Beispiel 9. Die Stütz- 13 Bei breiteren zweihüftigen Gebäuden ist
weite der Deckenträger l1 sollte größer sein es nicht erforderlich, beiderseits des Flurs eine
als die der Unterzüge l2. Stützenreihe zu stellen, sondern es genügt eine
4. überarbeitete Auflage 3/00

Reihe an einer Seite mit ungleichen Decken-


Deckentragwerk mit drei Trägerlagen spannweiten. Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf
11 Bei sehr großen Stützweiten werden die Postfach 10 48 42 · 40039 Düsseldorf
Lasten der Unterzüge nochmals durch Haupt- 14 Erst bei sehr breiten dreihüftigen Gebäu- Telefon (02 11) 67 07-828
träger (Träger dritter Ordnung) abgefangen den mit 2 Fluren und einer Innenzone ist die Telefax (02 11) 67 07-829
und erst von diesen an die Stützen abgegeben. Anordnung von zwei inneren Stützenreihen Internet: www.bauen-mit-stahl.de
Der Weg der Kraft ist lang. wirtschaftlich. E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe
31.3 Außenstützen im Geschossbau
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Die Stützen am Rande des Gebäudgrund- Wärmebrücke


risses werden als Außenstützen bezeichnet, 1 Bei Stützenstellungen c – e entstehen durch
gleichgültig ob sie innerhalb oder außerhalb den Stützensteg (c) oder die an die Stütze an-
der Klimahülle stehen. Durch die große geschlossenen Stahlträger (d, e) Wärme-
Schlankheit der Stahlstützen gibt es bei brücken zwischen innen und außen.
einem Stahlgeschossbau interessante
Möglichkeiten der Stützenanordnung, die Brandschutz der Außenstützen
anderen Bauweisen verwehrt sind. b Die Stütze hinter der Fassade wird in der
Regel innen dreiseitig geschützt, außen
schützt die Außenwand.
VARIANTEN DER STÜTZENSTELLUNG c Bei der Stütze in der Fassade wird der
Stützenabstand parallel zur Außenwand 2 Innenflansch innen geschützt. Den seit-
Der Abstand der Außenstützen voneinander lichen Schutz übernimmt die Außenwand.
in Außenwandrichtung kann eng oder weit Der Außenflansch kann häufig ungeschützt
sein: bleiben.
• Bei den enggestellten Stützen entspricht d Wird bei der außenstehenden Stütze
der Stützenabstand sowohl dem Abstand Brandschutz gefordert, dann wird die
der Deckenträger, wobei jeder Decken- Außenhaut praktisch um die Stütze her-
träger von einer Stütze getragen wird, als umgeführt.
auch der Teilung der Fenster- und Fassaden- e Bei der weit von der Fassade abgesetzten
elemente. Stütze kann häufig ganz auf Brandschutz
• Bei den weitgestellten Stützen ist der verzichtet werden.
Stützenabstand größer als der Abstand der RAUMANSPRUCH DER STÜTZE
Deckenträger. Es werden Unterzüge erfor- Weite Stützenstellung
derlich. Der Stützenabstand entspricht der 1 Die weitgestellte Außenstütze a steht meist Innen
Breite von 2 – 6 Fenster- bzw. Deckenfel- abgesetzt von der Innenwand, um dem
dern. Das Tragwerk ist etwas aufwendiger Unterzug Raum zu geben. Sie beansprucht
als bei engstehenden Stützen. dadurch Geschossfläche, jedoch geht nicht
nur die Fläche, die sie selbst benötigt, son-
Stützenabstand von der Außenwand dern auch ein gewisser Bereich um die
b
a Die Stütze steht hinter der Außenwand Stütze herum der Nutzung verloren, und
zurückgesetzt im Innenraum des Gebäudes. zwar im wertvollen Fensterbereich. Dieser
b Die Stütze steht innen dicht hinter der Verlust wird besonders spürbar in kleine-
Außenwand. ren Räumen.
c Die Stütze bildet mit der Außenwand eine c
konstruktive Einheit. Sie wird Teil der Enge Stützenstellung
Außenwand. 2 Im Gegensatz dazu verschwindet die
d Die Stütze steht außen dicht vor der kleine stählerne Außenstütze fast in der d
Fassade. Sie ist wirkungsvolles Element Wandkonstruktion. Aber auch wenn sie
der Gestaltung. hinter der Fassade steht, nimmt sie nicht Außen
e Die Stütze steht ohne Berührung mit der mehr Raum weg, als für die unter den
Außenwand weit vor der Fassade frei im Fenstern stehenden Heizkörper meist
Raum. Sie wird dominierendes Gestaltungs- ohnehin gebraucht wird (b, c). Literatur
element der Fassade. • W. Schulz: Ein- und Mehrgeschossbauten,
Stahlbau Handbuch Teil 2,
BAUPHYSIKALISCHE GESICHTSPUNKTE zweite Auflage 1985, Stahlbau-Verlags-
Verformung durch Temperaturunterschiede. gesellschaft, Düsseldorf
a
Außerhalb der Klimahülle des Gebäudes • Stahlbau-Arbeitshilfen:
b stehende Stützen oder Stützenteile (Stellung – 2.1 Brandschutz für Stützen und Träger
e, d, c) nehmen am Außenklima teil, haben – 20.1 Stützen im Geschossbau
c also eine – stetig wechselnde – Temperatur, – 20.5 Verbundstützen im Geschossbau
die von der Innentemperatur des Gebäudes • Merkblatt des
d abweicht. Dadurch ändern sie ihre Länge Stahl-Informations-Zentrums:
e
und damit den Abstand der Geschossdecken – 115 Stahlgeschossbauten, Grundlagen
im Außenbereich oder sie krümmen sich. für Entwurf und Konstruktion
Stahlbau Arbeitshilfe 31.3 Außenstützen im Geschossbau

Stützenstellungen Einfluss der Stützenstellung auf die Aussenwand Einfluss der Stützenstellung auf die Innenwände

Einfluß der Stützenstellung auf die Außenwand – Ausbauraster sollte nicht auf dem
Konstruktionsraster liegen.
ohne Wandkontakt

– Komplikationen für die Trennwand, wenn In-


a nenraster auf dem Stützenraster liegt (Paßteile).
– Außenwand unabhängig von Tragkonstruktion.
– Fensterteilung unabhängig von Stützenstellung.
e – An jedem Fensterpfosten kann eine
Trennwand angeschlossen werden.
Weitgestellte Außenstützen

– Die Fassade erhält eine deutliche – Wenn das Innenraster auf dem Stützenraster
vertikale Gliederung.
an oder in der Außenwand

b liegt, ergeben sich Komplikationen für die


– Die Stütze, die in konstruktivem Trennwände. Bei elementierten Wänden
Zusammenhang mit der Außenwand steht, werden Paßteile erforderlich.
ist breiter als die üblichen Fensterpfosten. – Die Trennwände haben an der Stütze andere
– Die Fassaden- und Fensterelemente Anschlüsse als an den anderen Achsen.
beiderseits der Stütze sind daher schmaler
c als die anderen Elemente.
– Freitragende Brüstungspanels werden an
den Stützen oder an den Decken befestigt,
gegliederte Fassaden an den Decken. – Teilung und Konstruktion der Trennwände
unabhängig vom Tragwerk.
d – Alle Trennwandanschlüsse sind gleich.
an oder in der Außenwand
Enggestellte Außenstützen

b – Die Stützen tragen geringe Lasten.


Alle Stützen haben den gleichen – Die Trennwände laufen immer auf die
kleinen Querschnitt. Stützen zu und finden dort überall die
– Die Stützen sind schmal und entsprechen gleichen Anschlussbedingungen vor
der üblichen Breite von Fassadenpfosten. (günstig bei Verwendung elementierter
c – Alle Außenwandelemente sind gleich. Trennwände).
– Die Außenwandelemente können an – Alle Trennwandanschlüsse sind gleich.
den Stützen befestigt werden, besondere
Fassadenpfosten werden erspart.

zu d
zu c – Die Stütze wird dominie-
zu b – Die Stütze benötigt im rendes Gestaltungselement
– Stütze steht im Inneren keinen Raum. der Fassade.
Innenklima. – Schwierige Fassaden- – Die Stütze benötigt im
– Waagerechte Installations- konstruktion. Inneren keinen Raum.
leitungen müssen um die – Dichtungsprobleme – Die Stütze steht im
Stütze herum oder durch wegen unterschiedlicher Außenklima und erleidet
die Stütze durchgeführt Verformungen des Trag- andere Verformungen als
werden. werks und der Außen- der Innenausbau.
wandelemente. – Mögliche Wärmebrücken
an den Trägeranschlüssen.

zu e
– Aufwendiges Tragwerk.
– Wirkungsvolles Element
der Gestaltung.
– Stütze steht im Außen-
klima, dadurch Verfor-
mungen und Wärme-
brücke.
4. überarbeitete Auflage 3/00

Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf


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Stahlbau Arbeitshilfe
40.1 Stützen und Binder bei Hallen
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Sicherheit für Planer und Bauherr


Ein Stahlbau erfüllt die wichtigsten Forderun- Dimensionierungen
gen, die heute an einen Hallenbau gestellt Form und Größe einer Halle sind abhängig
werden: von der Nutzung. Bei festgelegter Breite
• kurze Bauzeiten – unabhängig von Wetter (Spannweite) wird der Binderabstand meist
und Jahreszeit – dadurch schnelle Nutzung von der Hallenlänge und den erforderlichen
der Anlage, Öffnungen bestimmt.
• geringe Folgekosten für Wartung und
Werterhaltung, Bestimmung der Profile
• Möglichkeit zur Erweiterung oder Umbau von Rahmenkonstruktionen
ohne großen technischen Aufwand; jeder- Tabelle 1 zeigt Beispiele zur überschläglichen
zeit veränderliche Grundflächen, ohne Bestimmung der Profile von Rahmenkonstruk-
störende Stützen, tionen. Dabei kann der Planer Fenster und
• geringe Demontagekosten bzw. hoher Tore beliebig zwischen den Rahmen anord-
Veräußerungswert bei einem Verkauf, nen. Die Längsaussteifung der Halle erfolgt
• präzise, saubere Fertigung und Montage, in der Dachebene.
• Vermeidung von Nacharbeiten.
Tabelle 2 gibt bei einem gebräuchlichen Bin-
Nach den exakten Maßen des Stahlbaues derabstand von 6 m die Dimensionierung
können die Ausbauteile gleichzeitig mit den einer Stützen- und Binderkonstruktion an.
Arbeiten für die Stahlkonstruktion vorgefertigt Bei etwa gleichem Stahlgewicht ist diese
werden (z. B. Dacheindeckung, Wandver- Konstruktion wegen niedrigerer Lohnkosten
kleidung und Einbauteile wie Fenster, Tore, meist preiswerter und bietet wegen der ge-
Lichtbänder). Dabei ist die Auswahl unter Diese Stahlbau Arbeitshilfe informiert über ringen Stützenabmessungen mehr Nutzraum,
den üblichen Materialien nicht beschränkt; • Vordimensionierung erfordert jedoch aussteifende Verbände in
es empfiehlt sich jedoch, auch für den Aus- • Detail-Entwurf Dach und Wänden. Sie ist besonders für
bau elementierte Bauteile zu verwenden. • Materialkombination überwiegend geschlossene Hallen geeignet.

Rahmenkonstruktion Tabelle 1
Spannweite Binderabstand Kran-Tragkraft Gewählte Profile
L (m) (m) (kN) Stütze Binder
0 – 10° 10,00 – IPE 300 IPE 300
15,00 5,00 – HEA 260 IPE 360
H 15,00 50 HEA 300 IPE 450
20,00 – HEA 360 IPE 500
20,00 6,00 50 HEA 400 IPE 550
20,00 100 HEA 450 IPE 600
25,00 – HEA 450 IPE 600
L 25,00 100 HEA 550 HEA 550
6,00
H = 5,50 m Dachlast ~ 1,25 kN/m2 30,00 – HEA 600 HEA 600
30,00 100 HEA 650 HEA 650

Stützen- und Binderkonstruktion Tabelle 2


Spannweite Binderabstand Kran-Tragkraft Gewählte Profile
L (m) (m) (kN) Stütze Binder
0 – 10° 10,00 – HEA 120 IPE 330
15,00 – HEA 120 IPE 450
H 15,00 50 HEA 240 IPE 450
20,00 – HEA 140 IPE 600
20,00 6,00 50 HEB 200 IPE 600
20,00 100 HEB 240 IPE 600
25,00 – HEA 140 HEA 600
L 25,00 100 HEB 280 HEA 600
H = 5,50 m Dachlast ~ 1,25 kN/m2 30,00 – HEA 160 HEA 800
30,00 100 HEB 280 HEA 800
Stahlbau Arbeitshilfe 40.1 Stützen und Binder bei Hallen

Rahmenecke mit Gasbeton-Ausfachung und Rahmenecke mit Wellasbestzementplatten Rahmenecke mit


Wellasbestzement-Eindeckung für Wand und Dach selbsttragendem Trapezblech-Dach

Schnitt A–A Schnitt A–A Schnitt A–A

Ortgang mit Paneel-Wandverkleidung Stahlhalle mit Anschlüssen


und Stahltrapezblech-Eindeckung zur umhüllenden Struktur
Schnitt B–B

B
A

A
C

Stützenfuß für einfache


Hallenkonstruktionen

Schnitt C–C

Die Detailbeispiele auf dieser Seite zeigen Ausgereifte Technik


die Kombination eines Stahltragwerkes mit und qualifizierte Beratung
verschiedenen Baustoffen des Ausbaus. Sie Die Mitgliedsfirmen des Deutschen Stahl-
sind nur ein kleiner Ausschnitt der vielfälti- bau-Verbandes haben die Erfahrung, Sie
gen Gestaltungsmöglichkeiten (siehe auch bei der Auswahl eines wirksamen und
Stahlbau Arbeitshilfen 44 – Außenwände für wirtschaftlichen Hallenbaus im Einzelfall
Hallen sowie 44.2, 44.3, 44.5 und 46) fachmännisch zu beraten und diesen aus-
zuführen.
Literaturhinweise
• Hart, Henn, Sontag: Stahlbauatlas Die Organisation BAUEN MIT STAHL steht
2. Auflage Ihnen mit ihren Ingenieuren ebenfalls gern
• Henn: Industriebau/Entwurfs- und zur Verfügung
Konstruktionsatlas • wenn Sie (z. B. im frühen
2. überarbeitete Auflage 9/01

• Neufert: Industriebauten Entwurfsstadium) eine firmenneutrale


• Schriften des Stahl-Informations-Zentrums Beratung wünschen Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf
– D 534 Hallen aus Stahl oder Postfach 10 48 42 · 40039 Düsseldorf
– SD 528 Fassaden und Dächer – weltweit • wenn Sie (auch im Gespräch mit den Telefon (02 11) 67 07-828
• Merkblatt von BAUEN MIT STAHL Behörden) die erforderlichen und ange- Telefax (02 11) 67 07-829
– D 609 Dach- und Wandkonstruktionen messenen Maßnahmen bei einem kon- Internet: www.bauen-mit-stahl.de
im Hallenbau kreten Stahlbauprojekt ermitteln wollen. E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe
42.1 Betonböden für Industriehallen
Eine Gemeinschaftsorgani