Sie sind auf Seite 1von 2

Arbeitsauftrag, Daniel Sîrghii, 5B(R) 31.03.

2020

Textanalyse und -interpretation der Kurzgeschichte "Das Brot"


"Das Brot" ist eine Kurzgeschichte von Wolfgang Borchert. Es wurde 1946
geschrieben. Diese Kurzgeschichte von W. Borchert enthält die Hungersnot einer
Familie während des Zweiten Weltkriegs. Zu dieser Zeit war Brot etwas sehr
Kostbares. Es geht darum, dass ein Mann mitten in der Nacht in seinem eigenen
Haus das Brot stehlt und von seiner Frau entdeckt wird.
Nachts wacht eine Frau von einem Geräusch auf und sieht in der Küche nach. Dort
trifft sie ihren Mann, der seinerseits behauptet, er hätte in der Küche etwas
gehört und nachsehen wollen.
In Wirklichkeit hat er heimlich Brot gegessen, Brot, von dem sie so wenig haben,
dass sie es sich einteilen müssen. Die Frau sieht es an den Krümeln und dem
Messer auf dem Tisch. Sie sagt, sie hätte auch etwas gehört, aber es wäre wohl
bloß die Dachrinne gewesen. Beide denken in diesem peinlichen und
schrecklichen Moment, dass der andere älter aussehe als sonst.
Gemeinsam gehen sie wieder zu Bett, wo die Frau nach einiger Zeit das
vorsichtige Kauen ihres Mannes hört. Am nächsten Tag schiebt sie ihm eine von
ihren Brotscheiben zu; er beugt sich tief über seinen Teller, schämt sich und tut
ihr leid.
Mit dem Motiv des Hungers schreibt der Autor eine Kurzgeschichte über das
Leben nach dem Zweiten Weltkrieg. Das zentrale Thema ist der Mangel an
Nahrungsmitteln, aus dem sich die Hauptfiguren der Geschichte in einer
alltäglichen Situation herauslügen. Die Erzählung ist nicht kompliziert, aber sie
zeigt lebendig, wie das Leben nach dem zweiten Weltkrieg war.
Die Handlung spielt in einer stürmischen Nacht. Es gibt zwei Personen in der
Geschichte. Eine alte Frau wacht mitten in der Nacht, durch seltsame Geräusche
auf. In der Küche trifft sie auf ihren Mann, der heimlich etwas Brot essen wollte.
Der Autor möchte die gespaltene Darstellung von verbaler und körperlicher
Kommunikation zeigen.
Die Geschichte wird von einem auktorialem Erzähler wiedergegeben. Am Anfang
der Kurzgeschichte steht eine Gedankenbeschreibung der Frau. Es werden sehr
kurze Sätze verwendet. Oft kommen nur drei Worte darin vor, zum Beispiel: „Um
halb drei.“ oder „In der Küche“ oder „Sie machte Licht.“. In diesem Abschnitt der
Kurzgeschichte werden nur Hauptsätze verwendet.
Daran schließt sich ein Dialog an. Der Mann gibt an, etwas gehört zu haben. Die
Frau merkt allerdings aufgrund der Krümel auf dem Tisch, dass der Mann etwas
gegessen hat. In diesem Abschnitt kommt die Bedeutung des Lichts in der Küche
zum Ausdruck. Die Frau wusste nämlich, dass sie bei Licht zwangsweise den Teller
mit den Brotkrümeln sehen musste. Da sie dieses vermeiden wollte, um das
Lügenmärchen weiter laufen zu lassen, machte sie das Licht sofort wieder aus.
Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Frau ihren Mann sehr liebt und um seine
Hungersnot weiß.
Am Ende der Kurzgeschichte kommt es noch zu einer leichten Wendung. Die
beiden Personen hatten sich geeinigt, dass jeder pro Tag zwei Scheiben Brot
erhält. Doch durch den starken Hunger ihres Mannes, gibt die Frau dem Mann
eine Scheibe Brot ab.
Die Sprache ist einfach und schlicht sowie in kurzen und knappen Sätzen gehalten.
Sie weist keine schmückenden Adjektive auf. Die Frau verwendet sehr oft
Norddeutsche Redensarten. Zum Beispiel: „Iss man! “
Der Titel gibt schon das Hauptproblem der Kurzgeschichte wieder.
Die Geschichte beschreibt anhand eines Beispiels, wie sich die
Nahrungsmittelknappheit nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Menschen
auswirkte. Das alte Ehepaar versucht auf eigene Weise mit der Situation
umzugehen. Der harte Alltag ist aus heutiger Sicht schwer vorstellbar, aber
damals war es eine harte Realität.