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FOTO: MONIKA ZET (2), LKH KLAGENFURT (1/KK)

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GAILTAL-KLINIK

Knorpelschäden im Knie erfolgreich beseitigen

MIT AUF GEWEBE GEZÜCHTETEN KNORPELZELLEN KÖNNEN KNORPELSCHÄDEN IM KNIE ERFOLGREICH BEHOBEN WERDEN. NUR BEI (SPORT)VERLETZUNGEN, NICHT BEI VERSCHLEISSERSCHEINUNGEN.

Z ielgruppe für diese Erfolg versprechende Transplanta-

tions-Methode sind vor allem junge Patienten, die nach einer (Sport)Verletzung wieder fit für Beruf und Alltag gemacht wer- den sollen.

Die im LKH Klagenfurt von den Abteilungen Unfallchirurgie und Orthopädie gemeinsam angebo- tene Operation ist eine seit Jah- ren bewährte, neu daran ist aber die Art der Knorpelzell- transplantation: „Die körpereige-

BEI BESTIMMTEN KNORPELSCHÄDEN WIRD EIN FLIESS (WEISSES TEIL) INS KNIE IMPLANTIERT.
BEI BESTIMMTEN KNORPELSCHÄDEN WIRD EIN
FLIESS (WEISSES TEIL) INS KNIE IMPLANTIERT.

nen, kultivierten Knorpelzellen werden nicht mehr wie früher gespritzt, sondern auf einer Matrix, einem Fließ also, aufge- bracht und schließlich ins geöff- nete Knie implantiert. Davon erhoffen wir uns eine bessere Neubildung des Knorpels, denn ohne Unterstützung wächst Knorpel ja an sich nicht nach“, erklären die beiden Primarii Prim. Priv.-Doz. Dr. Ernst J. Mül- ler und Priv.-Doz. DDr. Ing. Mat- thias Honl kurz die Vorgangs- weise. Eine hundertprozentige Wiederherstellung, machen die Chirurgen aufmerksam, ist aller- dings nicht möglich, jedoch eine akzeptable Annäherung an die

Situation vor dem Knorpelscha- den. Angewendet wird das beschriebene Verfahren aus- schließlich bei eindeutiger Dia- gnose und einem Defekt ab einer Größe von zirka zwei Qua- dratzentimetern. „Die Entnahme der körperei- genen Knorpelzellen erfolgt mini- mal-invasiv in rund zwanzig Minu- ten, die Einbringung der Matrix in etwa zwei Stunden. Danach muss sich der Patient auf eine eher langwierige Rehabilitation von zirka einem halben Jahr ein- stellen, bevor leichte sportliche Betätigung wieder aufgenom- men werden kann“, so Prim. Müller. www.lkh-klu.at

Hüft-OP: Nach 24 Stunden wieder mobil

DIE REHABILITATION DER HÜFTE IST VON DREI MONATEN AUF ZWEI BIS VIER WOCHEN GESCHRUMPFT. MUSKELN UND KAPSEL WERDEN HEUTZUTAGE BEIM EINGRIFF MAXIMAL GESCHONT.

I m Vergleich zu früher kommt der Patient heute nach einer

Hüftoperation wieder sehr viel schneller auf die Beine, daher auch geschwinder in sein norma- les Leben zurück. Während früher bis zu drei Monate laboriert wurde, kann heute eine sitzende Tätigkeit bereits nach zwei, eine stehende nach rund vier Wochen wieder aufgenommen werden. „In Amerika“, erzählt Prim. Priv.-Doz. DDr. Ing. Matthias Honl, Vorstand der Abteilung für Orthopädie im LKH Klagenfurt, „werden Hüften ambulant operiert. Dieser Ansatz hat sich hierzulande noch nicht durchgesetzt, wenngleich wir jetzt schon dahin kommen, dass Patienten am Tag der Operation bereits aufstehen können.Weitere

24 Stunden später sind sie so mobil, dass sie eine Treppe stei- gen ohne Krücken zu benützen.“

Aber nicht nur der Zeitraum wurde sehr deutlich verkürzt, auch die postoperativen Schmer- zen sind unvergleichbar geringer geworden. Während man bei der herkömmlichen Operation auf dem Weg zum Hüftgelenk Mus- keln, andere Weichteile, Gelenks- kapsel usw. abgelöst hat, wird nun Bedacht auf ein möglichst kleines Trauma genommen. „Durch Wahl des minimal-invasiven Zugangs gibt es glücklicher Weise kaum mehr Schädigungen an Muskeln und Gelenkskapsel. Hier, auf unse- rer Abteilung, operieren wir zudem auf einem Extensionstisch, der uns eine perfekte Sicht auf das Operationsgeschehen ver- schafft“, so der Chirurg. Dass heute bei Hüft-OPs so positive Effekte erzielt werden, hängt nicht zuletzt mit den ver- besserten Materialien in den letz-

ten Jahren zusammen. Im Nor- malfall hält eine Prothese länger als 20 Jahre, „und bei uns be- kommt jeder genau das, was zu seinem Alter, seiner Lebenslage etc. passt“, weist Prim. Honl auf die Berücksichtigung einzelner Patientenbedürfnisse hin. Die Hüftoperation ist der derzeit dank-

barste und erfolgreichste Eingriff in der Medizin überhaupt. Die Erfolgsrate liegt bei fast 100 Pro- zent. Gedacht ist sie für Men- schen jeden Alters, besonders interessant ist sie aber für die 50- Plus-Generation mit der Volks- krankheit Arthrose. www.lkh-klu.at

ALTERSADAPTIERTES HÜFTPROTHESENKONZEPT AN DER LKH-ORTHOPÄDIE: JEDER PATIENT ERHÄLT DAS FÜR SEINE LEBENSPHASE
ALTERSADAPTIERTES HÜFTPROTHESENKONZEPT AN
DER LKH-ORTHOPÄDIE: JEDER PATIENT ERHÄLT DAS
FÜR SEINE LEBENSPHASE OPTIMALE IMPLANTAT.