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Was ist der Konjunktiv?

Der Konjunktiv ist neben Indikativ und Imperativ der dritte Modus des Verbs. Er wird
auch Möglichkeitsform genannt, da er oft verwendet wird, um Unsicheres,
Ungewisses oder Mögliches auszudrücken. Meist kommt er in der indirekten
Rede zum Einsatz.
Konjunktiv I – Bildung
Für die Bildung des Konjunktiv I wird der Infinitivstamm benötigt, den man erhält, wenn
man vom Infinitiv die Endung -en streicht. Aus gehen wird dann geh-. An diesen Stamm
werden die Konjunktivendungen für die einzelnen Personen angehängt.
 ich geh-e
 du geh-est
 er/sie/es geh-e
 wir geh-en
 ihr geh-et
 sie geh-en
Manche Formen des Konjunktiv I gleichen den Formen im Indikativ. Dann wird
als Ersatzform der Konjunktiv II verwendet:
 ich geh-e – ich ginge
 wir geh-en – wir gingen
 sie geh-en – sie gingen
Konjunktiv I – Verwendung
Der Konjunktiv wird in der indirekten Rede verwendet. Diese wird dann gebraucht,
wenn die wörtliche Rede oder die Gedanken anderer Personen wiedergegeben werden
sollen. Häufig muss in Übungen die direkte Rede in indirekte Rede umgeformt werden.
 Direkte Rede: Pascal: „Wer kauft die Getränke?“
 Indirekte Rede: Pascal fragt, wer die Getränke kaufe.
Wenn die Form des Konjunktiv I mit dem Indikativ übereinstimmt, wird der Konjunktiv II
verwendet. Anstelle von sie haben wird beispielsweise sie hätten gebraucht.
 Direkte Rede: Ekaterina und Emine: „Wir haben eine Idee!“
 Indirekte Rede: Ekaterina und Emine sagen, sie hätten eine Idee.
Indirektes Zitieren
Der Konjunktiv ist vor allem beim indirekten Zitieren wichtig, da dabei fremde
Gedanken in den eigenen Text übernommen werden, ohne dass ein wörtliches
(direktes) Zitat verwendet wird. Es werden keine Anführungszeichen verwendet.
Damit trotzdem deutlich wird, dass diese Gedanken nicht die eigenen sind, muss
der Konjunktiv verwendet werden. Das ist besonders bei fremden Meinungen,
Argumenten und Thesen der Fall.
 Original: Tierschützer: „Schimpansen muss man endlich auch Menschenrechte
zusprechen!“
 Indirektes Zitat: Der Tierschützer meint, Schimpansen müsseman Menschenrechte
zusprechen.

Der Konjunktiv ist neben dem Indikativ und dem Imperativ ein weiterer Modus der
Verben. Dabei kennst du bestimmt schon die Normalform, den Indikativ. Er drückt die
reale Welt aus und wird auch Wirklichkeitsform genannt. Der Imperativ, vielleicht
kennst du ihn aus dem Lateinischen, ist die Befehlsform. Hier wollen wir uns aber den
Konjunktiv anschauen. Dieser drückt Mögliches aus, weshalb wir
ihn Möglichkeitsform nennen.

Beispiel:
Paul sagte mir, er lerne Deutsch. Wie Sie oben in der Tabelle sehen, gibt es drei Fälle,

in denen der Konjunktiv 1(K1) genau so aussieht wie der Indikativ. Wenn man in diesen

Fällen den echten K1 benutzt, kann der Leser nicht mehr unterscheiden, welche Form

nun genau gemeint ist:

Beispiel:
Gestern hatten Paul und Erica noch gesagt, sie lernen jetzt Deutsch. In diesem Fall

kann man zwar aus dem Kontext der indirekten Rede erschließen, dass “lernen” hier

der K1 sein muss, aber das ist nicht immer so. Besonders dann, wenn wir längere

Passagen einer fremden Meinung wiedergeben wollen:

Beispiel:
Gestern haben Paul und Erica gesagt, dass sie nächste Woche nach Deutschland

gehen. Sie lernen dort Deutsch. Im ersten Satz kann man noch aus dem Verb der

Mitteilung schließen, dass die Information nicht von mir selbst kommt, sondern dass die

beiden mir das gesagt haben. Aber schon im zweiten Satz ist nicht mehr klar, ob das
nun meine persönliche Meinung ist oder ob Paul und Erica mir das gesagt haben!