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FSP 26.11.

2020

Herr Hubert Winkler


47 Jahre alt
geb. am 19.04.193
1,72 groß
86 kg schwer

Herr Winkler ist ein 47-jähriger Patient, der sich notfallmäßig bei uns wegen seit eineinhalb Stunden
bestehender, plötzlich aufgetretener, wellenförmiger, kolikartiger Schmerzen im rechten Unterbauch
mit Ausstrahlung in die Harnblase und Genitalien vorstellte. Die Schmerzen wurden mit 8 von 10 auf
einer subjektiven Schmerzskala bewertet. Darüber hinaus klagte der Patient über Harndrang (Urgenz),
Hämaturie und zweimalige Emesis. Der Patient berichtete, dass die Schmerzen beim Bücken teilweise
nachlassen würden.

(Hier dem Patienten Empathie zeigen und ein Schmerzmittel anbieten. Der Patient hat gefragt wie das
Medikament heißt - Buscopan - und hat dann das Medikament angenommen, da sein Nachbar schon
einmal dasselbe benutzt habe)

Die vegetative Anamnese sei bis auf oben genannte Beschwerden, stressbedingte Insomnie seit Jahren
und intermittierende Diarrhoe auch seit Jahren unauffällig gewesen.

An Vorerkrankungen seien arterielle Hypertonie seit 5 Jahren, rezidivierende Tendovaginitis seit 1 Jahr,
Brandblasen am rechten Unterarm seit 2 Tagen, Z.n. Rippenkontusion nach Sportunfall und noch nicht
abgeklärte Belastungsdyspnoe bekannt. Der Patient wurde als Kind wegen Morbilli und begleitende
Pneumonie stationär aufgenommen. Voroperationen wurden verneint.

(Laut dem Patienten habe er aHP wohl früher auch gehabt. Dyspnoe tritt auf, wenn er mit dem Hund
spazieren geht, er muss keine Pause machen, ist aber froh, wenn er wieder zu Hause ist und sich
hinsetzt.)

In Bezug auf Medikamente nehme der Patient Diltiazem 90 mg 1-0-1, Baldrian Dragees 0-0-1 sowie
Imodium b.B. (3-4 mal pro Monat) ein und verwende Diclofenac Salbe seit 2 Tagen.

Wespenstichallergie (äußert sich mit anaphylaktischer Schock) und Gräserpollenallergie (äußert sich
mit allergischer Rhinokonjuktivitis) sowie Laktoseunverträglichkeit (mögliche Ursache der Durchfälle)
seien bekannt.

(Der anaphylaktische Schock hat der Patient mit Luftnot, Blässe und Blutdruck, der im Keller war
(Hypotonie), beschrieben.)
Der Patient sei Exraucher seit 4 Jahren, zuvor habe er eineinhalb Schachteln pro Tag 23 Jahre lang
geraucht. (34,5 py).
Er trinke 2-3 Gläser Bier täglich.
Drogenkonsum wurde verneint.

In der Familienanamnese fanden sich pAVK und Ulcus cruris beim Vater (rechte Großzehe wurde
amputiert vor ein paar Jahren) und Katarakt bei der Mutter (operiert vor 2 Jahren).

Der Patient sei getrennt lebend, wohne mit seinem Pudel in einer Wohnung, habe 3 Söhne (der jüngste
leide an ADHS), sei Bäcker von Beruf, sei eigenständig, besitze eine Backshop und leide unter Stress
wegen Arbeit und Familiensituation.

(Er hat gesagt, dass es im Backshop auch Wespen gibt, was ihm Sorge macht. Hier nach Notfallkit
fragen.)

Die anamnestischen Angaben deuten am ehesten auf Urolithiasis hin.


Differential diagnostisch kommen Appendizitis und symptomatische Cholelithiasis in Betracht.
Zur Abklärung der Diagnose würde ich den Patienten körperlich untersuchen, Blut- und Urindiagnostik
sowie Abdomensonografie veranlassen.

Im zweiten Teil habe ich mich für den Laptop entschieden, was vielleicht nicht die beste Entscheidung
war. Man bekommt ein 14 Zoll Laptop und die Tastatur ist nicht die beste für Tippen.

Teil 3 - kurzgefasst den Patienten vorstellen, die Verdachtsdiagnose und Differentialdiagnosen nennen.
Fragen: Was erwarte ich bei der KU? - Unauffälliger Befund oder reflexiver paralytischer Ileus bei
Auskultation
Welche Blut und Urinwerte? - Blut (Kalzium, Phosphat, AP, Kreatinin), Urin (mikrobiologische
Untersuchung, pH, spezifisches Gewicht, Zytologie)
Wonach suchen wir bei der Sonografie? - Harnstauung, Konkremente
Welche Therapie? - Spasmolytika, Analgetika, reichliche Flüssigkeitszufuhr
Wie würde ich Buscopan geben? - i.v.
Was folgt, wenn das Konkrement nicht von selbst abgeht? - ESWL, Ureteronephroskopie oder
perkutane Nephrolithotomie
Wie würde ich ESWL dem Patienten aufklären? - einfache Sätze benutzen bei Beschreibung
Warum hat der Patient Dyspnoe - Diltiazem?
Wie wird die Gräserpollenallergie behandelt? - Ich habe nicht gefragt
Ist der Patient geschieden? - noch nicht
Was ist ADHS? - Aufmerksamkeits-Defizit Hyperreaktivität Störung

Die Prüfer waren sehr nett, wenn auch ein bisschen streng. Bei dieser Prüfung geht es um die
Sprachkenntnisse. Wenn ihr den Patienten versteht, dann erkennen das die Prüfer und die Prüfung läuft
reibungslos. Nur oberflächliche medizinische Kenntnisse wird getestet. Wenn ihr aber Schwierigkeiten
mit dem Sprechen habt, dann hilft auch eine Promotion in der Medizin nicht. Immer nachfragen, wenn
etwas unklar ist. Der Patient wiederholt gerne.
Vielen Dank an alle, die ihre Fälle und Tipps gepostet haben, das hat wirklich sehr geholfen.
Und viel Glück an alle, die die Prüfung noch machen müssen. Ihr schafft es bestimmt!