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Fall 1 – Leitsymptom: Afebrile chronische Diarrhö beim Patienten alter als 50J.

Aktuelle Anamnese: Die Protokollen berichten über einen Patienten zwischen 40-60
Jahren, der sich wegen seit 2,5 Wochen bestehender Diarrhö vorstellte. Die Diarrhö sei von
periumbilikalen, kolikartigen Schmerzen begleitet. Der Patient verneint Übelkeit, Fieber oder
schleimige Auflagerung, aber Hämatochezie ist bei manchen Protokollen vorgekommen.

Vegetative Anamnese: Bis auf Gewichtsverlust unaufällig.

Vorerkrankungen: Bei der Patient seien Psoriasis, Arrythmie, Nasenbeinfraktur und


Hirnhautentzündung bekannt.

Aktuelle Medikation: Er nehme Beloc-Zok (Meto + HCT) und Daivonex (Calcipotriol)


ein. Cortison Salben b.B

Noxenanamnese: Ehemaliger Raucher.

Allergien: Er habe Allergien gegen Nüssen und Kontrastmittel. Sein Vater leide an
Ösophagusvarizen und seine Mutter an Gallensteinileus (Operiert). Er habe einen Sohn mit
Down-Syndrom.

Analyse
Bei einer chonischer Diarrhö ohne Fieber, kommen i.d.R nicht infektiösen Ursachen in
Frage.

Bezüglich der Altergruppe des Patientes, befindet er sich in mitte der Haüfigskeitsgipfel
für Kolonkarzinom. Tatsächlich kann eine routinemäßige Kolonoskopie als Vorbeugung
indiziert werden (ab 50J. für Männer oder 55J. für Frauen). Colitis ulcerosa hat auch eine
Häufigskeitsgipfel ab 60J. (obwohl es kommt am häufigsten bei 30 jährigen vor). Schon diese
epidemiologische Aspekte ist ausreichend um beide Verdachstdiagnose zu stellen.

Bezüglich der aktuellen Anamnese, kann die Hämatochezie auf beiden Ursachen
zurückgehen. Die plötzliches Auftreten spricht aber eher für Colitis ulcerosa.

Morbus Crohn kann auch in der Frage kommen, aber die typischen Schmerzen dabei
lokalisieren sich im RUB und sind i.d.R keinen blutigen Auflagerungen zu finden.

Die Gewichtsverlust kann sowohl auf die Colitis ulcerosa als auf den Kolonkarzinom
zurückgehen

Die Familienanamnese ist anscheinend irrelevant für die Diagnosestellung.

Die Psoriasis, als Autoinmunerkrankung, mag als prädisponierende Faktor für Colitis
ulcerosa dienen.

Andere chrönischen Diarrhöen sind auf Disacharidasemangel, Hyperthyreose,


Gallenverlustsyndrom und Parasitäreninfektionen züruckzuführen. Viralen Ursachen klingen in
der Regel nach 2 Tagen (Norovirus) oder 6 Tage (Rotavirus). Bakteriellen Ursachen nach ca. 1
Woche und sind mit Fieber und Grippe ähnliche Symptomen begleitet.

Deswegen, wäre eine sinnvolle Procedere:


Blutbild, EP, Stuhluntersuchung (Calprotectin und Lactoferrin), Koloskopie (Entzündung der
Kolonschleimhaut mit Verlust der Gefäßzeichnung und Ausbreitung Richtung proximal),
Sonographie (Darmwandverdickung, Kokarden Phänomen), ggf. Röntgen (Verlust der
Haustrierung).

Fall 2 – Leitsymptom: Oberbauchschmerzen bei Patienten unter Stress und chronische


NSAR Einnahme
Aktuelle Anamnese Die Protokolle erzählen uns von einer 57-jährigen Frau, die sich
aufgrund von seit 3 Wochen bestehenden epigastrischen Schmerzen vorstellte. Die Schmerzen
seien von einer druckender Qualität, hohe Intensität und haben in der letzten Tagen
zugenommen. Der Patientin zufolgen, treten die Schmerzen direckt nach der
Nahrungsaufnahme. Weiterhin berichtet die Patient über eine Episode von Teerstuhl.

Vegetative Anamnese Die Patientin habe ca. 2 kg innerhalb eines Monats


abgenommen.

Vorerkrankungen Bei der Patientien seien aHT, Lumbalgie (oder Diskusprolaps),


Psoriasis und Dyslipidämie bekannt. Operationen: Meniskusläsion, Nephrolithopalaxie.

Medikation: Chronische NSARs bei Bedarf, Cortison Salbe, Beloc-Zok.

Noxen und Allergien: Raucherin, Alkohol gelentlich. Allergie gegen


Konservierungsmittel, Pollen und Pflastern.

Familienanamnese: Vater verstorben (i.d.R an MI) und Mutter leidet an Ulcus cruris
(oder Beinödem).

Sozialanamnese: Die Arbeitsanamnese varieert je nach Protokoll, aber die Patientin


behauptet immer unter Stress zu sein.

Analyse
Beim Oberbauchschmerz kommen in der Frage Diagnosen wie Gastroduodenale
Ulkuskrankheit, Magenkarzinom, Gastroenteritis, Pankreatitis, Cholezystitis,
(Früh)Appendizitis, Milzruptur, Herzinfarkt, diabetische Ketoazidose u.a. Da die Schmerzen
keine Austrahlung haben, von druckender Intensität und gut lokalisiert ohne scheinbare
Ausstrahlung sind und da die in direkter Assoziation mit der Nahrungsaufnahme stehen sind
Erkrankungen des Magen und Duodedum am ehestens zu betrachten. Die Teerstühle deuten
stark auf eine Magenblutung hin.

Weiterhin weist die Patientin viele Risikofaktoren für Ulkuskrankheit auf, darunter eine
stressige Tätigkeit, chronische Einnahme von NSARs, Autoinmunerkrankung (Psoriasis) mit
Steroiden eingestellt, zwei Operationen in der Vergangenheit (Stressulkus) und chronisches
Rauchen. Interesanterweise ist eine Gewichtsverlust auch answesend, was nicht typisch für
Ulkuskrankheit ist.

Es ist aber zu beachten, dass sowohl das Rauchen als auch Gewichstverlust und
Magenblutung können auf ein Magenkarzinom zurückgeführt werden.

Die Allergien und Familienanamnese scheinen unwichtig zu sein. Allerdings ist es


bemerkenswert, dass die Mutter immer eine Krankheit, die sich in den Beinen manifestiert,
aufweist und dass der Vater verstorben ist.

Deswegen ist die wichtigste Verdachstdiagnose die Gastrointestinale Ulkuskrankheit und zwar
ein Ulcus Ventriculi (Assoziation mit Nahrungsaufnahme). Eine Gastroösophagoduodenoskopie
ist indiziert mit Biopsienentnahme und Ureaseschnelltest. Blutbild und Stuhluntersuchung
wären auch Sinvoll.

Fall 3 – Akuter, sehr starker Oberbauchschmerzen mit charakteristicher Ausstrahlung


nach fettreichem Essen
Aktuelle Anamnese: Die Protokollen berichten sehr einheitlich über einen 57-jährigen
Patienten, der sich aufgrund von seit 3 Studen bestehenden rechtseitigen
Oberbauchschmerzen vorstellte. Die Schmerzen seien direkt nach der Aufnahme von einer
fettreichen Mahlzeit (i.d.R Schnitzel mit Pommes) aufgetreten, seien von einer starken
Intensität (9/10) und druckender Qualität. Die Ausstralung sei nach samtliche Protokolle
Richtung Schulterregion, andere berichten aber über eine gürtelformige Ausstrahlung oder gar
keine Ausstrahlung. Laut Angabe des Patienten, seien die Schmerzen von Übelkeit und Pyrosis
begleitet.

Vegetative Anamnese: Bis auf Insonmnie und gelegentliche Obstipation unauffällig.

Noxen: Der Patient sei Raucher, aber nur mit 5PY. Alkohol gelegentlich.

Allergien: Gegen Gräserpollen und Fruktose intoleranz

Familienanamnese: Vater mit Kolonkarzinom, Mutter mit Linksherzinsuffizien.

Sozialanamnese: Finanzbeamter.

Vorerkrankungen: aHT, Diskusprolaps, Unguis Incarnatus, Rippenkontusion vor 6 J.

Medikation: Beloc-Zoc, Movilcol (Macrogol), Ibuprofen b.B

Analyse
Bei einem so starken, akuten abdominellen Schmerzen soll die Arbeitsdiagnose
„Akutes Abdomen“ gestellt werden. Die epigastrische oder rechtseitige Lokalisation deuten auf
einer biliären oder gastroduodenalen Ursachen hin. Die direkte Assoziation mit
Nahrungsaufnahme dient auch als weitere Vermutungsfaktor für beide Ursachen. Das
plötzliche Auftreten, sehr starke Intensität und Ausstrahlung in die rechten Schulterregion
oder auch gürtelförmig sprechen aber am ehestens für eine biliären Ursache. Wichtig ist es zu
beachten, dass bei gürtelförmiger Ausstrahlung kann auch eine biliäre Pankreatitis in Frage
kommen.

Bezüglich der Risikofaktoren stehen die Alter von mehr als 50J. und Übergewicht als
wichtige Risikofaktoren. Andere RF sind nicht zu erkennen. Faktoren für Magenkarzinom oder
Gastroduodenale Ulkuskrankheit sind nur die Einnahme von Ibuprofen und das Rauchen.

Dieses akute Abdomen bedarf einer sofortigen Abklärung durch abdominell


Sonographie, wobei Wandverdickung der Gallenblase von mehr als 3mm oder 5mm
postprandial, Gallenkonkremente mit dorsalem Schallschatten und Gallenwegeerweiterung
von mehr als 7mm oder 10 mm zu beachten sind. Leberwerte sind auch zu bestimmen, auch
ein Blutbild und Entzündungsparameter.

Fall 4 – Progrediente Dysphagie mit Kompressionsymptome und


Gastrointestinaleblutung
Aktuelle Anamnese: Die Protokollen berichten sehr einheitlich über einen 57-jährigen Mann,
der sich aufgrund von seit 4 Wochen bestehender Dysphagie vorstellte. Die Dysphagie sei am
Anfang nur bei der Aufnahme von fester Nahrung aufgetreten, trete aber in der Gegenwart
auch bei Aufnahme von flüssiger Nahrung auf. Nach Angaben des Patienten, seien die
Beschwerden von Regurgitation, Pyrosis, Hypersalivation, Heiserkeit und Fremdkörpergefühl
im Halsbereich begleitet. Weiterhin habe der Patient eine Episode von Teerstuhl gehabt.

Vegetative Anamnese: Die Mehrheit von Protokollen sprechen über eine starke
Gewichtsverlust von ca 5Kg innerhalb 3 Wochen.

Vorerkrankung: Alle Protokollen berichten über Obstipation, Insomnie und eine unbestimmte
Herzrhythmusstörung (Manchmal VHF, manchmal ventrikuläre Extrasystolien), Diabetes
Mellitus Typ 2 (häufig mit einer Entgleistung vor 2 Wochen), Verruca vulgaris im rechten Hand,
Thoraxtrauma vor mehr als 10 Jahren und eine Bursitis (Schleimbeutelentzündung)

Medikation: Icandra (Metformin 1g + Vidagliptin 50mg) und Phenprocomoun. Auch Laxatien.

Noxen: Der Patient sei Raucher, i.d.R zwischen 10-20 PY. Alkohol trinke er nur gelegentlich (1-2
Bier pro Woche, 1 Glas Wein pro Woche). Drogen werden verneint.

Allergien: Gegen Pollen, gegen NSAR und gegen Gräser.

Familienanamnese: Die Mutter sei vestorben an Rektumkarzinom, der Vater hat Z.n
Magenteilresektion wegen Ulcus ventriculi.

Sozialanamese: Der Patient ist als Pförtner tätig. Seine Frau ist vor 2 Monaten verstorben. Er
habe 2 Kinder, eine davon ein Pflegekind.

Analyse
Die anamnestischen Angaben sprechen über einen gestörten Schluckakt mit
Fremdkörpergefühl und intakte Initiierung, was für eine Ösophagealedysphagie (im Kontrast zu
eine Oropharyngealedysphagie) spricht. Das Leitsymptom progrediente Dysphagie bedarf der
Verdacht auf strukturellen Krankheiten des Ösophagus (Ösophagusdivertikel,
Ösophaguskarzinom) oder Achalazie (Andere funktionelle Störungen sind nicht durchgehend
un progredient, sondern eher episodisch).

Bei der Differenzierung zwischen einem Ösophaguskarzinom und ein Divertikeln sind
die vorhandenen Risikofaktoren (Rauchen, Gastroösophagealerefluxkrankheit, Alkoholkonsum)
und Halitose zu beachten. Diese Risikofaktoren sprechen am ehestens für Karzinom, während
die Halitose für ein Divertikel. Beim Patienten steht nur das Rauchen als Risikofaktoren, ist es
aber nicht über Halitose berichtet. Weiterhin, die Meläna spricht stark für eine Blutung, die im
Assoziation mit Karzinom stehen kann. Die andere Symptomen sind eher unspezifisch, die
Heiserkeit spricht aber auch für Karzinom.

Bezüglich der Achalazie, kann eine progrediente Dysphagie dazu zurückgehen, aber die
Meläna und Heiserkeit würden unerklärt bleiben.

Prinzipiell steht dann das V.a Ösophaguskarzinom und ist daher eine
Ösophagoduodenale Endoskopie indiziert, andere Möglichkeiten wie Ösophagusdivertikeln
sind aber zu beachten. Bei unaufällige Endoskopie, eine Manometrie zum Auschließen von
Achlazie wäre indiziert.
Die Allergien und Familienanamnese scheinen, obwohl einheitlich in alle Protokollen,
irrelevant zu sein. Die Vorerkrankung erlauben die Verdacht auf eine neuromuskuläre Störung
(diabetische Neuropathie, ggf. konsum von Amiodaron wegen VHF), die Klinik spricht aber
stark dagegen.

Fall 5 – Belastungsabhängige Dyspnoe mit langsam progredientem Verlauf


Aktuelle Anamnese: Die Protokollen berichten sehr einheitlich über einen Mann
zwischen 58 und 62 Jahren alt (Manchmal aber eine Frau), der sich aufgrund von seit 6-7
Wochen belastungsabhängiger Dyspnoe vorstellte. Die Dyspnoe sei im letzten Tagen starker
geworden und trete besonders bei körperlicher Belastung (z.B Treppensteigen) auf. Weiterhin
berichtet der Patient über Beinödem, episodischen thorakalen Engegefühlen, Vertigo und
Orthopnoe.

Vegetative Anamnese: Der Patient leide unter Nykturie, gelegentlichem Husten und
berichtet über eine Gewichtszunahme

Vorerkrankungen: Gemäß allen Protokollen leide der Patient an Vorhofflimmern, aHT,


Dyslipidämie und habe vor einer bestimmten Zeit an einer akuten Pankreatitis erlitten.
Bezüglich der OP berichtet der Patient über eine Kniegelenkprothese. Manche Protokollen
sprechen auch über Prostatahyperplasie und eine Rippenfraktur inder Vergangenheit.

Aktuelle Medikation: Phenprocoumon (Marcumar), Bisoprolol, Ramipril, Alfusozin,


Simeticon (Lefax Tropfen). Der Beta-Blocker und ACE-Hemmer variieren je nach Protokollen.
Nur manche Protokollen berichten über Simeticon (Lefax), Alfusozin nur bei Protokollen, die
über Prostatahyperplasie berichten.

Allergien: Gegen Amoxicillin (Dyspnoe, Exanthem) und Hausstaubmilben. Alle


Protokollen berichten über diesselben Allergien.

Noxen: Der Patient sei ein ehemaliger Raucher (i.d.R 35-50 PY). In manche Protokollen
raucht er aber noch. Er trinke eine Flasche Bier pro Tag, verneit Konsum von Drogen.

Familienanamnese: Der Vater des Patienten sei an einem Osteosarkom verstorben.


Die Mutter leide an einem gynäkologischen Karzinom (ohne genaueren Angaben dazu) und
wurde deswegen vor kurzem operiert. Er habe drei Kinder, eine davon leide an Paraplegie nach
einem Unfall.

Sozialanamnese: Verwitwete Rentner (ehemaliger Hausmeister). Wohne allein oder


mit dem Sohn, der an Paraplegie leide. Im 4. Stock.

Analyse
Bei einer lang anhaltenden Dyspnoe ohne Beschwerdefrei Intervallen kommen
Herzinsuffizienz, COPD, Lungenkarzinom, chronische Anämie und Mukoviszidose in Frage. Die
langsam progrediente Qualität spricht für eine dekompensierte Herzinsuffizienz und
exazerbierte COPD am ehesten. Die Belastungsabhängigkeit ist bei beiden Krankheiten zu
finden, aber die Orthopnoe ist charakteristisch für Herzinsuffizienz. Das Beinödem und
Nykturie sprechen stark für HI.
Im Protokollen wurde nicht über nächtliche paroxysmale Dyspnoe berichtet, ist sie
aber auf jeden fall abzuklären.

Die Vorerkrankungen (aHT und VHF) können sowohl Ursachen (aHT und VHF) als
Komplikation der HI sein (VHF). Die Familienanamnese ist relevant für Karzinom, während der
Noxenanamnese ein hoheres Pack-Years aufweist (Risikofaktor für HI, COPD und
Lungekarzinom).

Eine Blutdruckmessung, transthorakale Echokardiographie, EKG und pro-BNP sind


notfallmäßig durchzuführen. Therapeutisch gesehen, mussen die Staaung und Perfusionstatus
bestimmt werden. Davon ist die Therapie (Vasodilatatoren mit gleichzeitigen Diuretika vs
Vasopressonen mit Diuretika im Verlauf) abgeleitet.

Fall 6 – Fieberhafter Flankenschmerz mit urologischen Symptomen


Aktuelle Anamnese: Alle Protokollen sprechen über einen 32-jähriger Patient, der sich
aufgrund von seit einem Tag bestehenden rechten Flankenschmerzen vorstellte. Die
Schmerzen seien von einer druckenden Qualität und hoher Intensität (8/10) mit einer
Ausstrahlung in den ipsilatelaren Leistenbereich. Weiterhin habe der Patient Fieber mit
Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Übelkeit, Algurie, Hämaturia und Pollakisurie.

Vegetative Anamnese: Insonmnie (Stress wegen Hochzeit innerhalb 2 Wochen),


gelegentliche Obstipation.

Vorerkrankung: Gastroösophagealereflux Krankheit, Hypotonie, Erysipel, HWS-


Distorsion in der Vergangenheit, Clavus im rechten Fuß, Appendizitis vor 3 Jahren.

Aktuelle Medikation: Etilefrin (Effortil), Simeticon (Lefax), Baldriaan, Omeprazol.

Allergien: Gegen Amoxicillin, Birkenpollen und Sojaunverträglichkeit.

Noxen: Nicht Raucher. Ein Glas Weinschorle einmal pro Woche, Cannabinoiden zwei
mal pro Woche.

Familienanamnese: Vater mit pAVK, Mutter mit Lumbalgie und Nebennierentumor.

Sozialanamnese: Chemie Student, ledig und ohne Kinder, aber baldige Hochzeit.

Analyse
Bei einem Flankenschmerz mit Ausstrahlung in die Leistenregion, Unterbauch, Hoden
oder Schamlippen ist es am ehestens an einer Krankheit des Urogenitaltraktes zu vermuten,
i.d.R Urolithiasis, Pyelonephritis oder Nierenabszess u.a. Die Anwesenheit von Fieber,
Abgeschlagenheit und Übelkeit sprechen aber für eine infektiöse Ursache. Auch der Tatsache,
dass die Schmerzen von einer anhaltender und druckender Qualität (und nicht kolikartig) weist
auf eine Pyelonephritis hin. Die urologische Symptomen (Algurie, Hämaturie und Pollakisurie)
verstärken diesen Verdacht.

Die Vorerkrankungen und aktuelle Medikation scheinen irrelevant für die


gegenwärtigen Beschwerden zu sein, sind aber von sprachlicher Interesse. Die Hypotonie
bedarf einer Abklärung durch Nachfragen, sowie die eingesetzte Laiensprache (Hühnenauge,
Venenentzündung, Wundrose) und die eigenartige Baldriaan.
Die Familien und Sozialanamnese besitzen auch keine Relevanz für die gegenwärtigen
Beschwerden, aber die baldige Hochzeit darf auch sprachrlich abgeklärt werden.

Bei einer Pyelonephritis sind immer eine Mittelstrahluntersuchung, Urinkultur, Blutbild


und Nierensonographie indiziert.

Die Behandlung kann bei leichte und mittelschwere Pyelonephritis oral erfolgen, aber
systemischen Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen bedürfen einer stationären Behandlung
mit intravenöse Antibiotika (Ceph. der 3. Generation oder Fluorochinolonen). Häufige erreger
sind E. coli, Proteus mirabilis, Streptococcus saprophyticus, Klebsiella sp.

Fall 7 – Akuten fieberlosen Flankenschmerzen mit urologischen Symptomen


Aktuelle Anamnese: Alle Protokollen berichten über einen 47-jährigen Mann, der sich
aufgrund von seit 2 Stunden bestehenden Flankenschmerzen vorstellte. Die Schmerzen seien
von einer kolikartigen Qualität und hoher Intensität (9/10). Die Beschwerden seien weiterhin
von Makrohämaturie, Dysurie und Pollakisurie begleitet. Dem Patienten zufolge, strahlen die
Schmerzen in die Leistenregion aus. Eine Episode von Emesis sei auch aufgetreten.

Vegetative Anamnese: Die vegetative Anamnese ist bis auf eine stressbedingte
Insomnie unaufällig.

Vorerkrankungen: Der Patient leide an aHT und Tendovaginitis. Er habe auch vor 2
Tagen eine Verbrennung im bereich des linken Unterarm, einen anaphylaktischen Schock vor 3
Jahren (nach einem Wespenstick), eine Rippenprellung, die konservativ behandelt wurde, und
eine Masernpneumonie im Kindesalter gelitten.

Aktuelle Medikation: Diclofenac Salbe, Diltiazem, Baldrian.

Allergien: Wespenstich, Laktoseintoleranz

Noxen: Ehemaliger Raucher (30 PY), 2 Flasche Bier pro Tag.

Familienanamnese: Der Vater leide an pAVK mit Ulcus cruris, die Mutter an Skoliose,
Katarakt (Operativ behandelt).

Sozialanamnese: Er arbeite als Konditor und habe 3 Kinder.

Analyse
Das akute Auftreten von (sehr) starken Schmerzen im Abdominalbereich (Akutes
Abdomen) ist wegen seiner Intensität und Bedrohlichkeit sofort abzuklären. Die Lokalistation
in der Flanke mit Ausstrahlung im Leistenregion (oder Hoden/Schamlippen) lassen auf eine
Krankheit des Urogenitaltraktes vermuten. Es ist aber zu nennen, das andere Ursachen von
akutem Abdomen mit Schmerzen im Leistenbereich (Appendizitis, Hodentorsion, Divertikulitis,
Meckels Divertikulitis, Morbus Crohn u.a) sind zu bedenken.

Da die Schmerzen sehr stark sind, weisen eine kolikartige Qualität auf, sind von
urologischen Symptomen aber ohne Fieber begleitet, ist eine Urolithiasis am ehestens zu
vermuten.

Eine Sonographie zur Bestimmung der Lokalisation, Art und Groß des Steines ist
indiziert, auch eine Urinuntersuchung und Blutbild (Auschluss infektiose Krankheiten). Bei
indirekten sonographischen Zeichen von einer Harnleiterstein, ist eine CT indiziert.
Die erste Notfallmaßnahme erfolgt in der Form Schmerzlinderung, mit NSAR
(Diclofenac, Metamizol) und Spasmolytica (Butylscopolamin). Bemerkenswert besitzt der
Metamizol sowohl eine analgetischer Effekt als auch spasmolytischer Effekt.

Fall 8 – Fieberhafte odynophagie mit ausgeprägter Lymphknotenschwellung


Aktuelle Anamnese: Alle die verfügbare Protokollen berichten über einen 18-jährigen
Patienten (manchmal aber eine 18-jährige Patientien), der sich aufgrund von seit 3 Tagen
bestehendem Fieber vorstellte. Das Fieber sei von Odynophagie, Lymphknotenschwellungen
im Halsbereich, Abgeschlagenheit, Cephalgie und diffuser Schmerz im rechten Oberbauch
begleitet. Die Freundin des Patienten leide seit 5 Tagen unter ähnlichen Symptomen.

Vegetative Anamnese: Unaufällig bis auf chronische Cephalgien und Insomnie.

Vorerkrankungen: Neurodermatitis (Nur bei einigen Protokollen) und Achillessehnen-


Tendinitis. Vor 1 J. Alkoholintoxikation die Stationär für einen Tag behandelt wurde, vor 4 J.
Septumfraktur, Pneumonie im Kindesalter.

Aktuelle Medikation: Ethinylestradiol/Dienogest (orales Kontrazeptivum, ,,Maxim-


Pille“); Cortison Salbe b.B, Johanneskraut Kapseln, Paracetamol b.B.

Allergien: Pollenallergien, Photodermatose, Hasenussallergie.

Noxen: Rauchen und trinken nur gelegentlich, bei Party o.ä. Drogenkonsum wird
verneint.

Familienanamnese: Vater an Struma maligna verstorben. Mutter leide an DM Typ 2


mit diabetischer Retinopathie.

Sozialanamnese: Sie studiere technisches Zeichnung, wohne zusammen mit


ihrem Freund.
Analyse
Die Konstellation von Grippe-ähnlichen Symptomen, Odynophagie und Fieber lassen
an eine Angina tonsillaris denken, aber die Beteiligung vom retikulohystiozytären System
(Lymphknotenschwellung, rechtseitiger Oberbauchschmerzen möglicherweise auf dem Boden
eine Splenomegalie) weisen stattdessen an einer Infektiöse Mononukleose oder akute
Leukämie. Die gezielte Befragung der Eigenschaften der Lymphknoten (Dolenz, Konsistenz,
Verschieblichkeit) spielt dabei eine wichtige Rolle, darüber wurde aber in den Prokotollen nicht
gesprochen.

Betrachtet man der Tatsache, dass die Freundin des Patienten unter ähnliche
Symptomen leidet, so wird den Verdacht auf Mononukleose verstarkt.

Diagnostisch soll ein Blutbildt (Lymphozytose), Blutausstrich (Pfeiffer-Zellen),


Transaminasen (ggf. erhöht), und Anti-ViruskapsidÄK / Early Antigen ÄK bestimmen werden.

Die Therapie erfolgt symptomatisch (Flussigkeitszufuhr und NSAR), aber nicht


Paracetamol oder ASS (Reye Syndrom). Die Gabe von Amoxicillin (Bei Fehldiagnose) führt zu
Arzneimittelexanthem.
Fall 9 – Fieberhafte Odynophagie mit produktivem Husten und Rhinorrhö
Aktuelle Anamnese: Die Protokollen berichten i.d.R über einen 53-57-jährigen Mann,
der sich aufgrund von seit 5 Tagen bestehendem Fieber vorstellte. Das Fieber sei von
Odynophagie, produktivem Husten (gelblicher Auswurf) und Rhinorrhö (gelblicher
Nasensekret) begleitet. Weiterhin gibt der Patient an, er habe Cephalgie und
Abgeschlagenheit.

Vegetative Anamnese: Insomnie, Innapetenz und Meteorismus. Ansonsten ist die


vegetative Anamnese unauffällig.

Vorerkrankungen: Der Patient leide an Arthritis urica mit einer Episode von Podagra
vor 4 Wochen, Burn-Out Syndrom, aktinische Keratose im Regio Temporalis und chronische
Lumbalgie. Vor 6J. wurde er wegen Karpaltunnelsyndrom operiert.

Aktuelle Medikation: Ibuprofen b.B, Cortison salbe b.B, Simeticon (Lefax) b.B,
Allopurinol (Zyloric).

Allergien: Gegen Amoxicillin. Laktoseintoleranz.

Noxen: Nichtraucher. 2 Bier pro Tag.

Familienanamnese: Vater leide an Silikose, Mutter wurde vor 4 Wochen operiert


(Adhäsiolyse).

Sozialanamnese: Florist von Beruf, wohne zusammen mit seiner Frau und habe 3
Kinder. Eine von seiner Kinder leide an Down Syndrom.

Analyse
Bei einer Fieberhafte Odynophagie mit produktivem Husten und Rhinorrhö ist es an
einer infektiosen Krankheit des oberen Atemweges zu denken. Die stark ausgeprägte
Symptomatik und gelblicher Expektorat deuten auf eine mögliche bakterielle Angina tonsillaris
hin, virale Ursachen sind aber epidemiologisch gesehen viel häufiger.

Andere Diagnosen die in Frage kommen sind Pneumonie und infektiöse


Mononukleose.

Diagnostisch reicht eine sorgfältige körperliche Untersuchung mit einem Blutbild au. Je
nach den Ergebenisse der Untersuchung, kann ein Röntgenthorax in Frage kommen.

Therapeutisch gesehen, bei V.a virale Ätiologie soll nur symptomatische Therapie
erfolgen. Wenn V.a auf bakterielle Ätiologie ist eine Antibiotikatherapie einzuleiten, muss es
aber beachtet werden, dass der Patient allergisch gegen Penicillin ist (so sind Makroliden der
Mittel der ersten Wahl)
Fall 10 – Akute giemende Dyspnoe mit produktivem Husten
Aktuelle Anamnese: Die Protokollen berichten i.d.R über einen 32-39 jährigen Mann
(manchmal aber auch eine Frau) der sich aufgrund von seit einen Tag bestehender Dyspnoe
vorstellte. Die Dyspnoe sei plötzlich aufgretreten von giemenden Atemgeräusche und
produktivem Husten (mit schleimigem, weißlichen Expektorar) begleitet. Weiterhin habe der
Patient auch Juckreiz im Halsbereich und eine verlangerte Expiration. Die Symptomen seien
kurz nach Exposition zum Smog aufgetreten.

Vegetative Anamnese: Chronischer Reizhusten, gelegentliche Obstipation und


Insomnie.

Vorerkrankungen: Bronchiale Hyperreagilibität, Neurodermitis, Zervikalgie. Vor


kurzem Grippeähnliche Symptomatik. OP: Arthroskopie wegen freies Gelenkörpers, Os
zygomaticus Fraktur (konservativ behandelt), spontan Abortus (nur wenn die Patientin
weiblich ist).

Aktuelle Medikation: Diclofenac p.o b.B, Ibuprofen Gel b.B, Grippostat b.B
(Paracetamol+Vit C+Chlorphernamin), Cortisol Salbe, Simeticon (Lefax).

Allergien: Gegen Kresse und gegen Nüsse

Noxen: Ehemaliger Raucher, trinke kein Alkohol, nehme keine Drogen ein.

Sozialanamnese: Kommunikationstrainer, ledig. Wohne mit seiner Freundin, baldige


Hochzeit. Stress wegen spontan Abortus seiner Frau (Nur wenn der Patient männlich ist).
Familienanamnese: Vater mit Alkoholabusus und fehlgeschlagener Entziehungskurs.
Mutter mit Nephrolithiasis und Skotom (Gesichtsfeldausfall)

Analyse
Bei jeder plötzlichen aufgetretenen Dyspnoe sind Lungenembolie, Asthma bronchiale,
(spontane) Pneumothorax, Herzinfarkt und HRS in Erwägung zu ziehen. Die giemende
Atemgeräusche deuten aber auf eine Bronchokonstriktion hin, und der produktive, glasiger
Husten spricht für eine bronchiale Hypersekretion ohne Infektion. Diese klinische Konstellation
darf auf eine Asthma bronchiale, COPD oder Churg-Strauss Syndrom zurückgehen. Die
anwesenheit von andere atopische Erkrankungen (Neurodermitis) und eine vorliegende
Diagnose von Bronchialehyperreagibilität weisen stark auf Asthma bronchiale.

Die notfall Behandlung soll mit Bronchodilatatoren (B2 Agonisten oder Anticholinegika)
erfolgen. Nach der Behandlung der gegenwärtigen Episoden, ist eine diagnostische Abklärung
mit Spirometrie und ggf. Röntgenthorax indiziert.

Wichtige Aspekte: Hustenanamnese, Dyspnoeanamnese, Spirometrieerklärung und


Röntgenerklärung. Wortschatz.
Fall 11 – Fieberhafte Husten mit gelblichem Expektorat
Aktuelle Anamnese: Für Fall Pneumonie könnte ich nur ein geeignetes Protokoll
finden. Dabei handelt es sich um einen 57-jährigen Patient, der sich aufgrund von seit 5 Tagen
bestehenden Fieber mit produktivem Husten (schlemiger, gelber Expektorat) vorstellte. Das
Fieber sei von belastungsunabhängiger Dyspnoe, Abgeschlagenheit und glasige Rhinorrhö
begleitet.

Vegetative Anamnese: Der Patient behauptet, er leide unter Insomnie, Blähungen und
Innapetenz. Ansonsten ist die vegetative Anamnese unauffällig.

Vorerkrankungen: Bei dem Patienten seien ein Burn-Out Syndrom, Arthitis urica (mit
episode von Podagra vor 5 Wochen), Lumbalgie und Solar Lentigo bekannt. OP: Eine OP wegen
Karpaltunnelsyndrom vor 5 Jahren, eine einfache Schnittwunde vor 2 Monaten, primär genäht.

Aktuelle Medikation: Allopurinol (Zyloric), Diclofenac Gel (Solaraze), Lactase tabletten


(lactrase).

Allergien: Gegen Amoxicillin. Laktoseintoleranz.

Noxen: Raucher (20PY), Alkohol gelentlich, verneint jegliches Konsum von Drogen

Sozialanamnese: Florist von Beruf, verheiratet. Wohne zusammen mit seiner Frau und
3 Kinder. Eine davon leide an Down Syndrom.

Familienanamnese: Vater: Pneumokoniose. Mutter: Adhäsionileus.

Analyse
Interessanterweise, zeigt dieses Protokoll sehr ähnlichen anamnestischen Angabe
bezüglich Sozial-,Vegetative-, Familien- und Noxenanamnese. Nur die aktuelle Anamnese ist
anders, und dabei sind die einzige Veränderungen das Vorhandensein von produktivem Husten
und Dyspnoe (stets unproduktiver Husten und Odynophagie).

Bei der Konstellation von Fieber mit Vorhandensein von respiratorischen Symptomen
wie Dyspnoe, Tachypnoe und gelblicher Expektorat ist es an einer ambulant erwobenen
Pneumonie zu denken. Differentialdiagnostisch ist nur die Ätiologie abzuklären (bakteriel vs
viral).

Diagnostisch soll eine Risiko-Abschätzung nach PSI oder CURB-65 erfolgen mit einem
Röntgenthorax, Blutbild und ggf. Sputumkultur.

Therapeutisch ist eine Antiobiotikatherapie mit Cephalosporinen der 3. G (ggf. mit


Makroliden) einzuleiten. Alternativ sind Fluorochinolonen der 3 und 4. Gruppe einzuleiten
(Levofloxacin oder Moxifloxacin).

Wichtige Aspekte: Dyspnoeanamnese, Hustenanamnese, Fieberanamnese,


Karpaltunnelsyndrom, Nähen, Pneumonie, Röntgenaufklärung.
Fall 12 – Linksseitige Kopfschmerzen mit Photophobie
Aktuelle Anamnese: i.d.R männlicher 52-59 jähriger Patient, der sich aufgrund von seit
2 Tagen bestehenden linkseitigen Kopfschmerzen vorstellte. Die Schmerzen seien von einer
pulsierenden Qualität, sehr starker Intensität und von Photophobie und Photopsien begleitet.
In manche Protokolle seien die Beschwerden nach körprelicher Belastung aufgetreten.

Vegetative Anamnese: Obstipation und Insomnie.

Vorerkrankungen: COPD, Unguis incarnatus, Herpes labialis, Rippenkontusion. OP:


Perforierte Appendizitis.

Aktuelle Medikation: Salb/Bechlometason Spraz, Aztec-Salbe, Simeticon, Paracetamol.

Allergien: Gegen Nickel. Fruktoseintoleranz.

Noxen: Raucher, 20 PY. Ein Bier pro Tag. Verneint Konsum von Drogen.

Familienanamnese: Vater: Verstorben an Hirninfarkt und Hirntumor. Mutter: Skoliose

Sozialanamnese: Journalist, geschieden. Habe eine Tochter mit Anorexia nervosa

Analyse

Bei so einem lang anhaltendem Kopfschmerz sind die sog. ,Red Flags“ oder
Risikofaktoren zu identifizieren. Mögliche Ursachen von akutem KS mit neurologischen
Symptomen sind Migräne, Schlaganfall, Cluste-Kopfschmerzen u.a. Die typische Lokalisation
und Begleitsymptomen bei Abwesenheit von wichtige Kardiovaskuläre Risikofaktoren deuten
am ehesten an einer Migräne.

Wichtige Aspekte: KSanamnese, Migräne nach ICD, CTAufklärung,


Schlaganfallanamnese.
Fall 13 – Nicht bewusst erlebter Krampfanfall
Aktuelle Anamnese: Die Protokollen berichten überwiegend über eine 36 jährige
Patientin, die sich aufgrund von generalisierten Muscklenzuckungen mit Bewusstverlust
vorstellte. Die Patientin zufolge, habe sie ca. 30 min vor der Episode Photopsien und Übelkeit
erlebt, dann habe sie unwillkürlichen Zuckungen am ganzen Körper bemerkt und danach habe
die Bewusstseinverloren. Dem Ehemann der Patientin zufolge, haben die unwillkürliche
Kontraktionen ca. 2 Minuten gedauert, danach sei die Patientin desorientiert und schlafrig
gewesen. Weiterhin berichtet die Patientin, 12h vor dem Anfall habe sie große Mengen von
Alkohol getrunken.

Vegetative Anamnese: Insomnie

Vorerkrankungen: Colon irritabile, Gonalgie, retroaurikuläre Dermatitis,


Fieberkrämpfe, Alkoholintoxikation. OP: Azetabulumfraktur, konservativ behandelt

Aktuelle Medikation: Benzydamin (Neo-Angin Halstabletten), Ibuprofen Gel,


Salicilylsäure Kopfsalbe (Lygal), Loperamide (immodium).

Allergien: Gegen Meeresfrüchte und Hausstaubmilben.

Noxen: 12,5 PY, 1 Bier pro Tag. Cannabinoiden gelegentlich.

Familienanamnese: Vater mit Keratitis und Transplatation OP, Mutter mit Morbus
Sudeck nach Radiusfraktur.

Sozialanamnese: Verheiratet, Sohn mit atrioventrikulärem Septum Defekt. Besitze


eigenes Copy-Shop

Analyse
Die unwillkürliche Zuckungen sind im Bereich der beiden Hirnhemisphären aufgetreten
und habe den typischen Verlauf eines fokalisierten Anfalles mit Übergang zu bilateral tonisch-
klonisch (Fokale Phase, Bewusstseinverlust mit tonisch-klonischer Phase, Postiktaler Phase).

Die Alkoholzufuhr mag dabei als Triggerfaktor dienen.

Diagnostisch gesehen ist eine EEG und MRT durchzuführen und ein Blutbild mit
Glykämie, Natrium, Mg und Ca++, auch ein CK zu bestimmen.

Die Einleitung von einer medikamentösen Prophylaxe erfolgt nur bei Vorhandensein
von Rückfallrisiko von mehr als 60%. i.d.R mit Valproat bei generalisierten Anfälle, Lamotrigin
aber für lokalisierten Anfälle.

Wichtige Aspekte: Synkopeanamnese, Epilepsieanamnese, EEGaufklärung, MRTaufklärung.


Fall 14 – Schmerzhafte Ulzeration im Unterschenkel
Aktuelle Anamnese: i.d.R handelt es sich um einen 63-68-jährigen Patienten, der sich
aufgrund von einer seit 9 Monaten bestehenden Ulzeration im Bereich des linken Malleolus
mediales vorstellte. Die Läsion sei in letzter 3 Tagen schmerzhafter geworden, habe sich
verbreitet und weise eine weiße Sekretion auf. Weiterhin seien die ipsilateralen Zehen blau
verfärbt und bestehe es ein Spann

ngsgefühl im Bereich des ipsilateralen Unterschenkels.

Vegetative Anamnese: Obstipation, Insomnie.

Vorerkrankungen: aHT, Otitis media (Hörgerätträger), TVT vor 5 Jahren. OP


Appendektomie und endokospische Polypektomie.

Aktuelle Medikation: Bisacodyl (Dulcolax), HCT, ASS, Zofenopril.

Allergien: Gegen Meeresfrüchte und Handcreme.

Noxen: Ehemaliger Raucher (20 PY), Alkohol gelegentlich.

Familienanamnese: Vater an Cholangiokarzinom verstorben. Mutter mit Anus praeter.

Sozialanamnese: Rentner, wohne mit seiner Frau (die vor kurzem einen Schlaganfall
gelitten hat). Habe 2 Kinder und 1 Enkelkinder, der gegenwärtig an Scarlatina leide.

Analyse
Bei einem chronischen Ulcus cruris in nicht Tropenregionen, ist der Ätiologie i.d.R
venös, arteriös oder neuropathisch. Um eine Differenzierung dazwischen zu etablieren, soll die
Lokalisation (Malleolar für Ulcus cruris venosum, auf knocherne Strukturen für Ulcus cruris
arteriosum und variabel für neuropathischen Ursachen), Lagerungsabhängigkeit von der
Schermzen (Bei Tieflagerung bei venösen Ursachen, bei Hochlagerung bei arteriösen Ursachen,
schmerzlos wenn neuropathisch). pDMS sind immer zu bestimmen, wobei ein schwächer Puls
auf arteriösen Ursachen hindeutet und blauliche Verfärbung aus venösen Ursachen.
Neuopathische Ursachen treten andererseits mit Neuropathie.

Die Lokalisation, blaulich Verfärbung und positive Anamnese für vergangene TVT
sprechen stark für ein Ulcus cruris venosum. Die Ablärung erfoglt durch eine sorgfältige
körperliche Untersuchung, Doppler Sonographie ggf. Phlebographie. Die Behandlung erfolgt
durch Kurettage, Mobilisierung und Kompression.

Wichtige Aspekte: Ulcus crurisanamnese, Sonographieaufklärung.


Fall 15 – Wadenschmerzen mit bläulicher Färbung und Risikofaktoren der Blutstase

Interessanterweise berichten die Protokollen über zwei verschienden Fällen von TVT:
der eine ist ein 36jähriger Verkaufer mit Hashimotos Thyreoditis, dessen Beschwerden nach
einer Reise in Kroatien aufgetreten seien; der andere ist ein 54 jähriger Steuerberater mit aHT
dessen Beschwerden plötzlich während der Arbeit angefangen seien. Ich werde
diesentsprechend die zwei Versionen schreiben und analysieren.

Version A – Aktuelle Anamnese: 34-jähriger Mann, der sich aufgrund von seit 2 Tagen
bestehenden Wadenschmerzen vorstellte. Die Schmezen seien von einer druckenden Qualität,
starke Intensität und dem Patienten zufolge weisen die Schmerzen eine Austrahlung in die
Fußsohle auf. Weiterhin seien die Schmerzen von einer bläulichen Verfärbung des betroffenen
Bereich begleitet und seien kurz nach einer Reise in Kroatien, wobei der Patient ca. 8
Stundenlang gefahrt habe, aufgetreten. Ferner behauptet der Patient, er leide gegenwärtig
unter Rhinorrhö und Cephalgien.

Vegetative Anamnese: Ungemessenes Fieber, Innapetenz, nachtlisches Schweißen.

Vorerkrankungen: Hashimoto Thyreoditis, Varikose, Zöliakie, Lumbalgie, Sinusitis. OP


und Unfälle: Klavikulafraktur (konservativ behandelt)

Aktuelle Medikation: Ibuprofen, Euthyrox, ASS, Eukalyptusöl (GeloMyrtol)

Allergien: Gegen Metamizol (Novalgin) und Gluten

Familienanamnese: Vater mit Kolonkarzinom und Anus praeter, Mutter mit


Coxarthitis.

Sozialanamnese: Verkäufer von Beruf, verheriratet, habe ein Sohn mit Hyperaktivität.

Analyse: Bei akut aufgetretenen Wadenschmerzen ohne stattgehabte Trauma


kommen die Differentialdiagnosen TVT, Erysipel, rupturierte Baker Zyst in Frage. Das
Vorhandensein von Varikose und lang anhaltendem Sitzen fungieren aber stark als wichtige
Risikofaktoren der TVT.

Diagnostisch ist eine Doppler Sonographie und DD-Dimer Bestimmung durchzuführen.

Wichtige Aspekte: Schmerzanamnese, Körperlagerung, Sonographieaufklärung,


Röntgenaufklärung, Ctaufklärung.

Version B – Aktuelle Anamnese: 54-jähriger Mann, der sich aufgrund von seit 2 Tagen
bestehenden Wadenschmerzen vorstellte. Die Schmezen seien von einer druckenden Qualität,
starke Intensität und dem Patienten zufolge weisen die Schmerzen eine Austrahlung in die
Fußsohle auf. Weiterhin seien die Schmerzen von einer bläulichen Verfärbung.

Vegetative Anamnese: Insomnie, Obstipation

Vorerkrankungen: aHT, Varikose, Ekzem (Augenbrauen), Tendovaginitis,


Sprunggelenksfraktur, Kahnbeinfraktur

Aktuelle Medikation: Olmesartan/HCT (Votum Plus vgl. Telmisartan/HCT Miocardil


Plus); Bisacodyl (Dulcolax Zäpfchen), Kortison Salbe, Diclofenac Creme.

Allergien: Gegen Laktose und Amoxicillin


Familienanamnese: Vater habe Darminfarkt gelitten, Mutter leide an Coxarthritis.

Sozialanamnese: Steuerberater, Tätigkeit mit lang anhaltendem Sitzen. 2. Verheiratet,


habe einen Sohn der unter Tinea capitis leide

Analyse: Die aktuelle Anamnese ist fast exakt genauso wie beim Version A. Obwohl die
Risikofaktoren sind anders, gelten dann die gleiche Überlegungen als zuvor. Die andere
Aspekte sind aber stark anders.

Wichtige Aspekte: Berufsanamnese. S.o

Fall 16 – Belastungsabhängigen Wadenschmerzen mit gestörter distalen


Durchblutung

Aktuelle Anamnese: Für dieses Fall sind mehrere Protokollen zu finden, und alle sind
sehr einheitlich. Ein 67 jähriger Mann (oder Frau), der sich wegen aufgrund von seit 3 Wochen
bestehenden Wadenschmerzen vorstellte. Die Schmerzen seien belastungsabhängig und seien
zu hervorrufen beim Gehstrecken von mehr als 100m. Weiter sei die betroffene Extremität kalt
und blass distal.

Vegetative Anamnese: Insomnie, Obstipation.

Vorerkrankungen: Diabetes Mellitus Typ 2, Dyslipidämie, KHK (Z.n Stentimplantation),


Asthmabronchiale. OP Pilonidalsinus.

Aktuelle Medikation: Icandra (Metformin mit Vidagliptin), Simvastatin, Formoterol mit


Budesonid (Symbicort)

Allergien: Gummihandschuhe, Heuschnupfen

Noxen: Nichraucher. 2 Bier pro Woche.

Familienanamnese: Vater leide an Demenz, wohne in Pflegeheim. Mutter sei an eine


hämorraghische Schlaganfall gestorben.

Analyse

Ähnlich wie beim Fall 14, kommen bei Wadenschmerzen ohne statgehabte Trauma die
Diagnosen TVT, pAVK, Baker Zyste und Erysipiel in Frage. Die mehrere Risikofaktoren für
Atherosklerose (Diabetes Mellitus Typ 2, Dyslipidämie), das Vorhandesein von früheren
atherosklerotischen Krankheiten (KHK) und die belastungsabhängige Qualität der Schmerzen
deuten stark auf eine pAVK. Weiterhin sind verschieden Zeichen einer gestörte periphere
Durchblutung zu finden (Blasse und kalte Extremität).

Diagnostisch soll eine Sonograghie der betroffene Region erfolgen.

Therapeutisch ASS und ggf. operativ Behandlung.

Wichtige Aspekte: Ich merke, die Gründen der Insomnie können von Wichtigkeit sein.
Die Theorie des pAVK ist auf jeden Fall zu beherrschen.
Fall 17 – Akut aufgetretene Lumbalgie nach Hebung von schwerem Gegenstand

Aktuelle Anamnese: Ich habe nur 3 Protokollen bezüglich dieses Fall gefunden, alle
berichten über Frau Eva Haas, eine 49-jährige Patientin, die sich aufgrund von einer starken
Lumbalgie mit Ausstrahlung in das rechte Beine vorstellte. Die Schmerzen seien von eine
Taubheitsgefühl und Parästhesien im betroffenen Bein begleitet und seien akut nach der
Hebung von einer schweren Pflanzkiste (ca. 15kg) aufgetreten.

Vegetative Anamnese: Obstipation, Insomnie

Vorerkrankungen: Diabetes Mellitus Typ 1, aHT, Tinnitus. OP: Schulterluxation.

Medikation: Insulinpumpe, Atorvastatin, Cetirizin, Micardis Plus (Telmisartan mit HCT),


Tebonin (Ginkgo Biloba).

Allergien: Gegen Amoxicillin, Haselnuss.

Noxen: 1,5 PY, ein Glas Wein pro Tag.

Familienanamese: Vater mit Hüftdysplasie, Mutter mit Makuladegeneration.

Sozialanamnese: Ingeniurin von Beruf, verheiratet, habe einen Sohn mit Stottern.

Analyse: So ein akuter aufgetretene Schmerz im Lendebereich direkt nach der Hebung
von einem schweren Gegenstand deutet auf ein Diskusprolaps, Fraktur oder Ostheochondrose
hin. Zur weiterer Abklärung soll ein Röntgen, ggf. CT und MRT erfolgen.

Wichtige Aspekte: Tebonin, Ohrsause, Makuladegeneration, Diskusprolaps,


Wurzenkompressionsyndrom, Ausrenkung, Hebetrauma

Fall 18 – Akut nach Trauma aufgetretenen Halsschmerzen mit Austrahlung in den


linken Arm und gestörte Sensibilität.

Aktuelle Anamnese: Zu diesem Fall sind mehreren Protokollen zu finden,


interessanterweise und trotz die menge von Prokotollen, sind die sehr einheitlich. Ein 23-
jähriger Patient, der sich aufgrund von akut aufgetretenen Schmerzen im Halsbereich
vorstellte. Die Schmerzen seien von einer ziehenden Qualität, starke Intensität und mit
Ausstrahlung in den linken Arm. Weiterhin seien die Schmerzen begleitet von Parästhesien in
der betroffenen Extremität. Laut Angabe des Patienten, sind die Schmerzen akut nach einer
körperlichen Belastung (Reifwechseln) aufgetreten.

Vegetative Anamnese: Husten, Insomnie, Obstipation.

Vorerkrankungen: Photodermatose, Kontaktdermatitis, Kreuzbandbruch, Hernia


inguinalis als Neugeborener.

Aktuelle Medikation: Fettsable, Dermatop (Prednicarbat), Diclofenac,


Nikotinpflastern.

Allergien: Keine.

Noxen: 14 PY. 1 Bier pro Tag.


Familienanamnese: Vater mit Basalion, Mutter mit gynäkologischem Karzinom.

Sozialanamnese: Ledig, wohne allein. Teamleiter im Reinigungsfirma.

Analyse: LWS Prolaps mit Wurzelkompressionsyndrom. Bedarf aber der Abklärung.

Fall 19 – Abgeschlagenheit und Anhedonie mit rauer Stimme, Alopezie und


Kälteintoleranz

Aktuelle Anamnese: Ein 46-60 jähriger Mann, der sich aufgrund von seit 3 Monaten
bestehender Abgeschlagenheit, Anhedonie und Konzentrationsstörungen vorstellte. Die
Beschwerden seien langsam aufgetreten und dem Patienten zufolge haben im Laufe der Zeit
zugenommen. Ferner seien diese Beschwerden von Kälteintorelanz, dauerhafte Bradykardie
und Alopezie begleitet. Weiterhin gibt der Patient an, die Haut sei trockener geworden.

Vegetative Anamnese: Insomnie, Obstipation, Gewichtszunahme.

Vorerkrankungen: Schlaf-apnoe Syndrom, Zervikalgie, Cephalgien, Ekzem.

Aktuelle Medikation: Lactulose, Ketoconazol Shampoo, Lavendeöl-Kapseln, Therapie


mit CPAP.

Allergien: Gegen Pferdehaar, gegen Diclofenac.

Noxen: 20 PY, 1 Bier pro Tag.

Familienanamnese: Vater leide an Morbus Addison, Mutter sei an plotzlicher Herztod


verstorben.

Sozialanamnese: Arbeitet in der Forstverwaltung 3/4 Zeit. Verheirarte, habe einen


Sohn mit Gehirnfehlbindung.

Analyse: Die Konstellation von Anhedonie, Abgeschlagenheit und allgemeine


Antriebslosigkeit bedürfen der Differenzierung zwischen psychiatrischen Krankheiten
(Depression) oder endokrinologischen Krankheiten (Hypothyreose). Die körperliche Symptom
von Kälteintoleranz, Alopezie, trockener Haut, rauer Stimme u.a deutet stark auf
Hypothyreose. Besonders die raue Stimme deutet auf eine mögliche Kompression des n.
Laryngerus recurrens.

Zur weiteren Abklärung soll TSH bestimmt werden, auch T3 und T4. Eine Sonographie
soll auch erfolgen.

Angesichts das Schlaf-Apnoe Syndrom, ist aHT auszuschließen.

Themen: CPAP, Sonoaufklärung.

Fall 20 – Nervosität, Schweißausbrüche, Tachykardie und Tremor


Aktuelle Anamnese: 56-jähriger Mann (manchmal Frau), der sich aufgrund von seit 3
Monaten bestehender, Gewichtsverlust und Tachykardie vorstellte. Die Beschwerden seien
von feuchter Haut, brüchige Nadel, Alopezie, und Myopie begleitet.

Vegetative Anamnese: Gewichtsverlust, Diarrhö, Heißhunger, Fieber.


Vorerkrankungen: Dyslipidämie, aHT, Skoliose, Glaukom, Cholelithiasis. OP: Phimose,
thenare Läsion, distale Radiusfraktur.

Aktuelle Medikation: Pantoprazol, Diclofenac, Simvastatin, Augentropfen

Allergien: Birkenpollen, Mandeln.

Noxen: 12,5 PY, Gläser Wein

Familienanamnese: Mutter verstorben an Peritonitis. Vater Niereninsuffizienz


(Dialysepflichtig)

Sozialanamnese: Verwitwete Kauffrau, Tochter mit Anorexia Nervosa.

Analyse: Die Symptomen des Patienten dürfen entweder auf einen erhöhten
Sympathikustonus (z.B Infektionen, Cushing) oder auf Hyperthyreose. Die lange Duration der
Beschwerden und die typische psychische Unruhe ohne klare Infektionssymptomen oder
Hypercortisolismus Zeichnen deuten auf eine Hyperthyreose hin.

TSH, T3, T4, Anti-TPO ÄK, Anti-TSH-R ÄK sind zu bestimmen. Auch eine Sonographie.

Fall 21 – Linkseitigen Oberbauchschmerzen nach einem Longboardunfall


Aktuelle Anamnese: Für dieses Fall habe ich zwei Versionen gefunden: Eine, wobei es
sich um einen 27-jährigen Mann handelt und andere mit einer 27-jährigen Frau. Die Fälle sind
einander gleich, abgesehen von einem unterschiedlichen Unfallsmechanismus. Version A: Herr
Müller ist ein 27-jähriger Mann, der sich aufgrund von gestern aufgetretenen, sehr starken
Schmerzen im linken Bereich des Oberbauches vorstellte. Der Patient sei gestern mit einem
Longboard gefahren als er einen Schutzzaun in der Nähe von einer Bauarbeit übersehen habe
und sei dagegen geprallt. Die Schmerzen seien direkt danach aufgetreten mit einer starken
Intensität (7/10), würden sich aber im Laufe der Zeit verbessern. 12 Stunden nach dem Unfall
und laut Angaben des Patienen, haben sich die Schmerzen plötzlich wieder verschlimmert und
seien jetzt von Tachykardie, Blässe und Dyspnoe begleitet. Version B: Frau Lehmann ist eine
27-jährige Frau, die sich aufgrund von schmerzen der hohen Intensität im Bereich des linken
Oberbauches vorstellte. Die Patientin sei gestern mit einem Skateboard gefahren als sie einen
Hund auszuweichen versucht habe und dabei sei die Patientin gegen eine Hydrant geprallt. Die
übrige Anamnese (Verbesserung und dann Verschlimmerung, Tachykardie usw.) sind genauso
wie beim Version A.

Vegetative Anamnese: Insomnie, Obstipation.

Vorerkrankungen: Atopische Dermatitis, Migräne, Hämorrhoiden. OP:


Humerusfraktur, Kopflazeration (gegen etwas gestoßen).

Aktuelle Medikation: Cortison Salbe, ASS.

Noxen: Ehemaliger Raucher, damals 14 PY. 1 Flasche Bier täglich.

Allergien: Gegen Amoxicillin. Laktoseintoleranz.

Familienanamnese: Vater leide an Kolonkarzinom, Mutter habe zwei


Hüftgelenksprothesen. Tochter mit Strabismus. Zwillingsbruder leide an Asthma bronchiale.

Sozialanamnese: Arbeite als Schaffner bei DB.


Analyse: Eine Notfallsituation die dringender Ablärung bedarf. Die Diagnosen die vom
Traumamechanismus und Symptomen abgeleitet werden können sind Milzruptur und
Rippenfraktur (oder beides). Der zweizeitige Verlauf (Erste Episode von Schmerzen, linderung,
dann Rückfall) und die Schock Symptomatik sprechen stark für eine Milzruptur.

Ein ECOFAST ist dringend durchzuführen und Kreislaufstabilität (durch


Flüssigkeitssubstition und Elektrolytenausgleich) ist sofort zu etablieren. Eine Laparatomie
könnte in Frage kommen.

Themen: Milzruptur, Schock, Lapartomieaufklärung, Sonographieaufklärung,


Rippenfraktur, Strabismus, Unfall.

Fall 22 – Schmerzen im mehreren Bereichen und Bewusstseinverlust nach


Fahrradunfall

Aktuelle Anamnese: 27-jähriger Mann, der sich aufgrund von starken Kopfschmerzen,
linkseitigen Flankenschmerzen und Oberarmschmerzen vorstellte. Der Unfall habe der Patientg
gelitten als er mit dem Fahrrad gefahren sei, habe eine Baustelle übersehen und beim Versuch
die Baustelle auszuweichen, sei der Patient auf seine rechte Seite hingefallen. Direckt nach
dem Sturz sei der Patient für wenigen Sekunden bewusstlos, habe einmal erbrochen und
würden die o.g Schmerzen im betroffenen Regionen angefangen haben. Weiterhin berichtet
der Patient über kongrade Amnesie.

Vegetative Anamnese: Obstipation, Imsonmie.

Vorerkrankungen: Hypothyreose, Osteitis pubis (Schambeinentzündung),


Gehörgangsekzem, stattgehabte Pyelonephritis. Nie operiert worden.

Aktuelle Medikation: Levothyroxin, ibuprofen, Cortison-Ohrtropfchen.

Allergien: Bienenstich, Pflaster.

Noxen: Nicht Raucher. Beim Partys Cannabinoiden und Alkohol.

Familienanamnese: Mutter: Skotom. Vater: Z.n Herzbypass. Zwillingschwester:


Depression.

Sozialanamnese: Erziehungswissenschaftsstudent, wohne allein mit Partnertin.

Analyse: Pending.

Fall 23 – Beweungseinschränkung und Deformität nach Sturz auf dem Hand und
lateralen Thorax

Aktuelle Anamnese: Die traumatologische Fällen scheinen sich immer wieder zu


„mischen“ (Unfallsmechanismus von Fall 20 aber mit den Folgen von Fall 19, usw.), aber der
Alter des Patienten bleibt relativ unverändert. Bei diesem Fall handelt es sich um ein 53 -60 J.
Mann, der sich aufgrund von starken Schmerzen und Bewegungseinschränkung im Bereich des
rechten Handes vorstellte. Der Patient sei beim Motorroller fahren wegen nasse Laub (oder
Baustelle, oder starke Kurve) ausgerutschen und sei auf dem rechten Hand und ipsilateralen
Körperseite gesturz. Weiterhin leide er unter schmerhafter Inspiration.

Vegetative Anamnese: Obstipation, Insomnie.


Voerkrakungen: Es gibt großen Abweichungen zwischen Protokollen, am häufigsten
kommen vor: Hypotonie, Gehörgangsekzem, Onychomykose, HWS Diskusprolaps,
Achilessehnenruptur, Hydradenitis.

Aktuelle Medikation: Cortison-salbe, Diclofenac.

Allergien: Gegen Wespengift.

Noxen: 12 PY, Bier gelegentlich

Familienanamnese: Mutter leiede an Basaliom, Vater verstorben an HI. Schwester mit


Bulimia nervosa.

Sozialanamnese: Tierpflege von Beruf. Kümmere sich um 3 Schimpansen, eine davon


ist krank. Irgendwie scheint dieser Teil der anamnese sehr wichtig für die Teil 3 Befragung.

Analyse: Eine klassiche Colles-Fraktur, möglicherweise mit Rippenfraktur oder


Pneumothorax kompliziert.

Themen: Distaler Radius Fraktur, Thoraxtrauma, Achilessehnenruptur, Ctaufklärung,


MRTaufklärung.

Fall 24 – Kniedeformität, Ödem und Krepitation nach Autounfall

Aktuelle Anamnese: 38 J. Patientien, die sich aufgrund von starken, seit 45 min.
aufgetretenen Knieschmerzen vorstellte. Die Patientin erzählt, sie sei Beifahrer beim Auto
gewesen als der Fahrer aufgrund von einer Frau, die direkt vor dem Auto gesturzt sei, plötzlich
gebremst habe. Dadurch kamm es zustanden, dass die Patientin sei mit der Knie gegen das
Armaturenbrett gestoßen. Wenige Minuten nach dem Unfall seien die o.g Schmerzen
angefangen. Die Schmerzen seien weiterhin von Bewegungseinschränkung, Krepitation,
starkes Ödem und Hämatom begleitet.

Veg. Anamnese: Unauffällig

Vorerkrankungen: Klavikulafraktur, chronischer Schultergelenkschmerzen, allergische


Bronchitis, Kälteurtikaria, Neurodermitis.

Aktuelle Medikation: Ibuprofen, Pantoprazol, Levocetirizin (Xyzal)

Allergien: Hausstaub, Eier.

Noxen: Ehemaliger Raucherin, damals 15 PY.

Analyse: Pending.

Fall 25 – Sprunggelenksdeformität, Ödem und Schmerzen nach Fußpronationstrauma

Aktuelle Anamnese: Zu diesem Fall habe ich zwei verschienden Versionen. Version A:
45-48-jähriger Patient, der aufgrund von Schmerzen und Bewegungseinschränkung im Bereich
des Sprunggelenks sich vorstellte. Laut Angaben des Patienten, sei er gestern bei Wanderung
über einen Stein gestolpert, wobei sich der Fuß eine Verdrehung nach außen (Supination)
gelitten hat. Direkt nach dem Stolpern habe der Patient starken schmerzen gefühlt und ca. 24
Stunden später seien Ödem und Hämaton im betroffenen Bereich aufgetreten. Version B: 28-
jähriger Patient mit dasselbem Unfallsmechanismus.

Veg. Anamnese: Bis auf Meteorismus und Insomnie unaufällig.

Vorerkrankungen: Version A: Arthitis urica, LWS Prolaps, Stimmbandknötchen,


Kniebursitis, Reizdarmsyndrom. Version B: Migräne, stattgehabte Meningitis, Abortus.

Aktuelle Medikation: Version A: Allopurinol (Zyloric), Loperamid b.B (Immodium),


Ibuprofen, Benzydamin (Lutschtabletten). Version B: Sumatriptan, Topiramat (Topamax),
orales Kontrazeptivum (Lovelle).

Allergien: Version A: Latex, Frühblüher. Version B: Kontrastmittel.

Noxen: Version A: Ehemaliger Raucher, 12 PY. Alkohol zu bestimmten Anlässen.


Drogen wurden verneint. Version B: Raucher 15 PY. 1 Glas Wein pro Tag. Cannabinoiden in der
Vergangeheit.

Familienanamnese: Version A: Vater:aHT, Katarakt mit Z.n Linsentransplantation.


Mutter: Mammakarzinom. Bruder: Adipositas. Version B: Vater: Alkoholabusus. Keine
weiteren Angaben.

Sozialanamnese: Version A: Rechtsanwältin, verheiratet, mit 3 Kinder (Eine davor mit


Hypakusie). Version B: Soziologer, wohne mit Partnerin, nicht verheiratet.

Analyse: Obwohl die Details varieren stark, das Unfallsmechanismus bleibt


unverändert und so ist eine Weber-Fraktur zu vermuten. Wichtige Wörter sind Verdrehung,
Umknicken, Stolpern, Supination, Pronation.

Fall 26 – Handgelenks- und Huftgelenksschmerzen nach Fahrradunfall

Aktuelle Anamnese: Interessanterweise weist dieses fast das gleiche


Unfallmechanismus als Fall 23. Die einzige Unterschied dabei, ist eine Verletzung des Hüftes
statt eine Verletzung der Rippen. Der Patient scheint auch etwas älter zu sein. 69-jähriger
Patient, der sich aufgrund von starken Schmerzen im Bereich des linken Handgelenks beim Z.n
Fahrradsunfall vorstellte. Laut Angabe des Patienten, ist er mit dem Fahrrad gefahren als er
von einem Motorradfahren erschrocken wurde und ist deswegen auf dem Handgelenk und
Hüftsgelenk hingefallen. Direkt nach dem Unfall, würden Schmerzen im den betroffenen
Bereich aufgetreten seien, die von Ödem, Hämatom und Bewegungseinschränkung begleitet
seien.

Vegetative Anamnese: Insomnie, Meteorismus

Vorerkrankungen: Pediculosis capitis, Sinusitis, Diabetes Mellitus typ 2, Z.n


Cholezystektomie.

Aktuelle Medikation: Metformin, Dimeticon Öl, Lactulose.

Allergien: Gegen Penicillin

Noxen: Ehemaliger Raucher (7,5 PY), Wein 1 Glas pro Tag.

Familienanamnese: Vater: Verstorben an Melanom. Mutter: Leide an Chronische


Hepatitis.

Sozialanamnese: Rentner, früher habe als Reiseverkaufskaufmann gearbeitet.


Analyse: Es gelten diesselbe Überlegungen als bei Fall 23. Ob es eine wichtige
Hüftgelenksläsion besteht, bedarf einer Erklärung.

Fall 27 – Wechselhafter Stuhlgang mit Unterbauch Schmerzen

Aktuelle Anamnese: 57-59-jähriger Patient, der sich aufgrund von wechselhafter


Stuhlgang (Obstipation – Diarrhö) und krampfartigen Unterbauchschmerzen vorstellte. Die
Beschwerden seien vor eine Woche aufgetreten und von Belastungsdyspnoe begleitet.

Vegetative Anamnese: Unauffällig.

Vorerkrankungen: aHT, Pyrosis, Coxarthose, Hämorrhoiden.

Aktuelle Medikation: Valsartan, Simvastatin, Fakut Salbe

Allergien: Gegen Novalgin und Fruktose.

Noxen: Raucher, 7 PY.

Sozialanamnese: Arbeitslos, früher Verkäufer.

Familienenanamnese: Mutter mit DM, Vater mit Kolonpolypen, Sohn mit


Hodenkarzinom.

Analyse: Risikofaktoren für Kolonkarzinom mit möglicher paradoxen Diarrhö, aber


Schmerzen die Typisch von Colon irritable sind. Bedar einer Erklärung.

Fall 28 - Akut aufgetretene Nervosität, Tachykardie und Tremor


Die Protokollen berichten über einen 42- 61-jährigen Patient mit Nervosität, Tremor, Tachykardie und
Heißhunger. Die Beschwerden wurden während einer bestimmten körperlichen Aktivität auftreten. Der
Patient leide an DM Typ 2 und heute morgen habe sich Insulin gespritzt obwohl er nicht gefrühstückt
habe. Begleitend seien ihm auch Schweißausbruch, Photopsie, Skotom und Vertigo.

Vegetative Anamnese: unauffällig bis auf Insomnie

Vorerkrankungen: Bei der Patient seien (Seit 9 Monaten) DM Typ 2 (CAVE: Nicht in alle Protokolle steht
eine bekannte DM Typ 2), Asherman-Syndrom und eine Tinea axillaris li. bekannt

- Er habe aufgrund vom SHT eine Maxillafraktur erlitten, die mit einer Osteosynthese behandelt
worden sei
- Muskelspasmus am Nacken
- Z. n. Calcaneusfraktur (Seite?)

Aktuelle Medikation:

- Diclofenac, Baldrian Tropfen, ´Creme´


- Bei dem diabetischen Patienten nehme er Metformin ein und vor einem Monat habe er eine
Insulin-Therapie angefangen (14 IE)

Noxeanamnese

- Raucher aber nicht besonders

Allergie

- Penicilin, Pferdehaare
Familienanamnese

- Mutter: Zurzeit im KH aufgrund vom Dekubital-Ulkus (Dekubitus)


- Vater: verstorben an Sinus paranasales-Ca/ Hypophysevorderlappeninsuffizienz

Analyse:

Unter Berücksichtigung der o. g. klinischen Konstellation und Umstände unter denen die Symptome
aufgetreten wurden, kommt am ehesten eine Hypoglykämie in Betracht.

Dabei muss beachtet werden, dass es sich um eine neu-diagnostizierte DM Typ 2 handelt, dennoch gibt
es auch eine neu eingestellte Therapie mit Insulin, die wahrscheinlich nicht richtig erklärt wurde.
Einerseits die Tatsache, dass der Patient vor seiner körperlichen Aktivität nicht gefrühstuck hat und
anderseits dass er trotzdem Insulin benutzt hat, sind die Schlüsselfaktoren/Hinweise eine unwirksame
oder fehlende Diabetesschulung. Aus diesem Grund ist es unbedingt notwendig danach fragen, ob der
Patient an eine Diabetesschulung teilgenommen hat oder ob er weißt, als Diabetiker darf man nicht das
Frühstück überspringen und welche die Folgen der Nutzung von Insulin sind.

Als zusätzliche Anmerkung: bei allen Protokollen gaben nur zwei Aktivitäten: Fahrrad fahren und
laufen/joggen. Der Patient war verspätet, deswegen konnte er nicht richtig frühstücken.

Im Rahmen der Symptome und rasches Auftreten (Onset) könnte auch eine TIA eine mögliche Diagnose
sein. In diesem Fall musste auch Sehstörungen (Amaurosis fugax), Sensibilitäts-, Koordinations- oder
Sprachstörungen nachgefragt werden. Als weitere Optionen (obwohl keine genau Diagnose entspricht)
kommen orthostatische Synkope im Rahmen eine neurogene orthostasiche Hypotension in Betracht,
welche durch eine DM ausgelöst sein könnte aber auch durch M. Parkinson oder Multipler Sklerose.

Wichtige Frage von Prüfern:

- Warum hat der Patient nicht gefrühstückt? Hätte es ein Diabetiker wissen sollen? (Schulung)

Fall 29 - Akute aufgetretene Fatigue, Dyspnoe und Gewichtsverlust


Die Protokolle berichtet über eine 32-jährige Patientin die sich aufgrund von Fatigue vorstellte.
Die Patientin klagt über seit 3 Wochen bestehende Fatigue, Blässe und belastungsabhängige Dyspnoe.
Begleitend seien ihr Hämatome und gingivale Blutung.

Vegetative Anamnese. Spontaner Gewichtsverlust von ca. 3 kg innerhalb der letzten 3 Wochen,
Meteorismus und Insomnie

Vorerkrankungen: Neurodermitis, Tendinitis (Tendovaginitis?), Migräne

Noxen: Raucherin (PY in die Protokolle nicht festgestellt) und trinke gelegentliche Alkohol (wurde nicht
spezifiziert)

Familienanamnese:

- Mutter: DM Typ 2
- Vater: verstorben an Struma maligna

Analyse

Bei einem akuten Verlauf kommt eine maligne Krankheit in Betracht. Im Rahmen des Alters der
Patientin kann am ehesten auf eine AML hindeuten, trotzdem ist der Häufigkeitsgipfel der Erkrankung
ca. 70 J. Dennoch könnte es um einen Subtyp von AML handeln bzw. Akute Promyelozytenleukämie
(APL), die eine Altersgruppe von 4 0 – 50 LJ. hat.
Die klinische Konstellation von Fatigue, Blässe und belastungsabhängige Dyspnoe spricht auch für eine
isolierte Anämie (obwohl diese eine Folge der AML ist) aber in diesem Fall spricht die rasche Progression
dagegen.

Eine vor kurzem aufgetretene Pneumonie spricht für eine wahrscheinliche Infektanfälligkeit im Rahmen
einer AML.

In diese Noxe- und Familienanamnese erhält die Patientin sowohol nicht-beeinflussabare als auch
beeinflussbare Risikofaktoren für die Entwicklung eine maligne Erkrankung. Nikotinkonsum und
vätterlicheseits eine Struma maligna.

Bezüglich der Noxeanamnese wurde ich nach Exposition gegenüber Substanzen und Beruf nachfragen.
In die aktuelle Anamnese könnten auch Fieber, Spleno-, Hepatomegalie oder Lymphadenopathie oder
allgemeine Schmerzen an Körper nachgefragt werden.

Fall 30 - 78- jähriger Patient mit fieberhafter schmerloser zervikalen Lymphadenopathie und
Gewichtsverlust
Die Protokollen berichten über einen 78-jährigen Patienten, der sich aufgrund von seit 6 Wochen/10
Tage schmerzlose zervikaler Lymphadenopathie (´dicke Hals´) und Odynophagie vorstellte.

Der Patient klagt über seit einer Woche/10 Tage undulierendes Fieber bis zu 39° und Fatigue, Asthenie
und Kraftslosigkeit.

Begleitend sei ihm seit lange her trockenes Tussis und Pruritus aufgefallen.

In der Vegetative Anamnese seien ihm nächtliches Schweißausbruch und als Folge eine Insomnie,
Appetitslosigkeit, einen spontanen Gewichtsverlust von ca. 3 – 7 kg innerhalb der letzten 1 – 6 Wochen
und gelegentliche Obstipation aufgefallen.

Vorerkrankungen:

- Seit 20 J. leide er an einer chronischen Konjuktivitis


- Seit 5 J. Hypercholesterinämie
- Seit 50 J. habe er eine Lumbalgie aufgrund von einem Diskusprolaps gehabt
- Z. n. Unterarmfraktur wegen eines Treppenunfalls, die mit einer Gipsschiene behandelt worden
sei (Seite?)
- Vor 2 Wochen sei eine Furunkel am Rücken diagnostiziert worden, die mit einer Drainage-
Therapie bei ihrem Hausarzt und Antibiotika behandelt worden sei
- Vor 8 J. habe er eine Pyelonephritis erlitten

Medikamente: Simvastatin, Ibuprofen, Pantozol, Abführmittel und Augentropfen (name nicht


erinnerlich)

Noxen:

- Vor 15 J. mit dem Rauchen aufgehört (Zuvor habe er 55 J. 0.5 Pck./Tag geraucht (27,5 PY)
- 1 Glas Champagne täglich (´Sekt´)
- Drogenkonsum wurde verneint

Sozial- und Familieanamnese:

Rentner, von Beruf war er Schneider wohne in einem Altenpflegeheim. Seine Neffe kümmere sich um
ihn.

- Mutter: Vor 12 J. an einer Apoplex verstorben


- Vater: Mit 80 J. an Larynx-Ca verstorben (Kehlkopfkrebs)
- Schwester (Nachzügler): Z. n. Apoplex mit Hemiplegie (Seite?)

Analyse

Bezüglich der klinischen Konstellation die B- Symptomatik in Zusammenhang mit der schmerzlosen
zervikalen Lymphadenopathie deuten am ehesten auf ein Hodking-Lymphom hin.

In alle Protokollen weist der Patient Risikofaktoren für eine maligne Erkrankung bspw. Nikotinabusus (27
PY) und familiäre Prädisposition auf.

An dieser Stelle wäre zu nennen, dass das Leitsymptom eine Verdickung des Halses war, d. h. man muss
eine genaue Erklärung bitten. Weil der Patient erklärt dass er Probleme beim Anziehen seine Hemden
wegen des Umfangs seines Halses hat, was er seit schon 6 Wochen bemerkte.

Wichtige Aspekte: In alle Protokollen wurde das zeitliche Auftreten aller Symptomen nachgefragt (insb.
Fieber, Tussis, und Obstipation), dennoch muss man jedes Symptom genauer erklären. Die Mehrheit der
Protokolle haben kein Seite-Detail der Verletzungen und diese Kleinigkeiten wurden in alle nachgefragt.

Das Vorhandensein von Odynophagie, Fieber spricht für eine wahrscheinliche infektiöse Mononukleose
oder Angina tonsillaris, trotzdem spricht schmerzlose zervikaler Lymphknoten und Alter des Patienten
(wegen der Häufigkeit) dagegen.

Differentialdiagnostisch kann auch zu einem Ösophagus-Ca kommen.

Begriffe die auch in Teil 3 gefragt wurden: Nachzügler, Neffe

Viel Erfolg!

Julio Rodríguez und Martha Rodríguez