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Modalität ist:

- Ausdruck der Einstellung des Sprechers


zu dem, was seine Äußerung bezeichnet;
- Was macht den Unterschied zwischen
einer tatsächlichen Behauptung und einer
vorsichtigeren Sichtweise oder einer mutigeren
Behauptung.
Die Kategorie der Modalität in den
englischen und deutschen Sprachen

Die Modalität in Englisch und Deutsch kann


ausgedrückt werden durch:
a) phonologische Mittel (Stress und
Intonation);
b) grammatische Mittel (Modus des Verbs),
die grammatische Modalität vermitteln;
c) Lexikogrammatische Mittel
(Modalverben);
d) lexikalische Mittel (modale Wörter und
modale Ausdrücke), die subjektive Modalität
vermitteln;
Die Modalität in der englischen Sprache

Wege zum Ausdruck Beispiele


Modalität
Phonologische Mittel I do really wish it
hadn't been you.
Grammatische Mittel Do listen to him.

Modalverben I must have a little


rest.
Lexikalische Mittel He will undoubtedly
win.
Die Modalität in der deutschen Sprache

Wege zum Ausdruck Beispiele


Modalität
Die modalen Partiklen Gute Kleider sind
eben teuer.
Die modalen Ich komme vielleicht
Adverbien heute.
Modalverben Er muss seinen
kranken Bruder
besuchen.
Äquivalente und Unterschiede

Im Deutsch, wenn ein Satz ein Modal


Prädikat hat, wird das Verb, das es
modifiziert, an das Ende des Satzes
übertragen.
Im Englischen ist die Wortreihenfolge viel
einfacher. Wenn ein modales Verb verwendet
wird, folgt das Verb, das es modifiziert, dem
modalen Verb.

Ich muss in den Park I must go in the


gehen. park.
Ich kann es holen. I can get it.
In der englischen Sprache gibt es keine
modalen Entsprechungen für wollen (want to)
In der deutschen Sprache gibt es keine
modalen Entsprechungen für „need” und
„dare”.
Jedes modale Adverb in Deutsch hat sein
modales Äquivalent in Englisch.

Deutsch Englisch
wohl surely
freilich certainly
schwerlich hardly
immerhin however
Die deutschen Modalpartikel sind immer
eintönig. Sie sind auch eintönig in Englisch. Die
englischen grammatikalischen partikel
enthalten jedoch tatsächlich Funktionswörter
wie Satzverbinder, Satzersatz, Konjunktionen,
Interjektionen und sogar Adverbien. Im
Deutsch, sie machen nicht das.

Englisch Deutsch
Tell me, why must Warum musst du
you go away? denn verreisen?
It was lovely, indeed, Es war schön, ja es
it was splendid. war großartig.
Modalverben

Modal Verben in Englisch und Deutsch


haben drei hauptsächliche Verwendungszwecke.
Eine dieser Verwendungen, allgemein bekannt
als deontische, betrifft die Bedingungen des
Themas.
Die andere Verwendung, epistemische,
konzentriert sich auf die Einstellung des
Sprechers gegenüber dem Vorschlag, und der
dynamische Modalität.
Die traditionelle Definition der
dynamischen Modalität ist die Fähigkeit des
Subjektteilnehmers in der Sätze.
Die Verben dürfen, können, mögen, müssen,
sollen und wollen werden als "modal Auxiliary"-
Verben bezeichnet.

Dürfen: be allowed to, may


Können: to be able to, to be capable to, could
Mögen: to like to , may
Müssen: to have to, to be obliged to, must
Sollen: to be supposed to, should
Wollen: to want to, to wish to
Dürfen be allowed to, may wird
hauptsächlich als deontisches Modal
verwendet und es drückt die Erlaubnis aus.
Darf ich heute schwimmen gehen?
May I go swimming today?
Wenn es epistemisch ist, drückt es die
Möglichkeit aus.
Sie dürfte/darf nicht mehr ganz
nüchtern sein.
She’s probably not completely sober
anymore.
Können to be able to, to be capable to,
could
Das Verb können ist sehr häufig. Können
hat zwei nicht-epistemische Lesarten, ähnlich wie
Englisch "kann". Der erste ist die Möglichkeit /
Fähigkeit (dynamisch), während der zweite mit
Erlaubnis (deontisch) verbunden ist.
Er kann kommen.
He can/is allowed to come.
Er kann singen.
He can/is able to sing.
Wenn " Können " eine epistemische Bedeutung
hat, bedeutet es "Möglichkeit" .
Er kann sie kennen.
He may know her.
Mögen to like to , may; Wenn es eine
deontische Bedeutung hat, bedeutet es "Wollen".
Er möchte kommen.
He would like to come.’ Die epistemische
Modalität kann durch die vorliegende indikative
Form "mag" ausgedrückt werden und es kann
"Wahrscheinlichkeit" bedeuten.
Die Leute mögen das so empfinden,
richtig ist es dennoch nicht.
‘People may (probably) feel it in this way,
however it not correct.’ Wenn dynamische
Modalität:
Wenn du den Letzte Etage erreichen
möchtest, musst du die Aufzug nehmen.
If you want to reach the last floor, you have
to take the lift.
Müssen to have to, to be obliged to,
must
Das Verb "müssen" erscheint häufig sowohl mit
deontischen als auch epistemischen
Interpretationen.
Das deontische Lesen kann mit der Anforderung
für den Torwart verbunden sein.
Er muss mindestens 1,80m sein.
He must be at least 1.80m tall.
Das epistemische Lesen ist mit logischer
Notwendigkeit verbunden.
Er muss seine Eltern sehr lieben.
He must love his parents very much.
Sollen to be supposed to, should
Es drückt deontische Notwendigkeit aus.
Die Bundeszentrale der Grünen soll
vorerst in Bonn bleiben.
The headquarters of the Greens should
remain in Bonn for now.
Die epistemische Bedeutung bezieht sich häufig
auf das Ausdrücken von indirekten Beweisen,
insbesondere auf das Berichten von Aussagen
anderer.
Er soll krank sein.
He should be/is ill.
Wollen to want to, to wish to
Wenn "wollen" deontisch verwendet wird, zeigt
dies das Wollen des Subjekts an.
Elisabeth will Schokolade.
Elisabeth wants chocolate.
Das epistemisch wollen drückt einen wertenden
Inhalt des Sprechers aus
Er will gewusst haben, dass es nicht
möglich ist.
He wants to know that it is not possible.
Sechs Wörtchen nehmen mich in Anspruch
jeden Tag

Sechs Wörter nehmen mich in Anspruch jeden


Tag: Ich soll, ich muss, ich kann, ich will, ich
darf, ich mag.

Ich soll, ist das Gesetz, von Gott ins Herz


geschrieben, das Ziel, nach welchem ich bin
von mir selbst getrieben.

Ich muss, das ist die Schranke, in welcher mich


die Welt von einer, die Natur von anderer Seite
hält.
Ich kann, das ist das Maß der mir verliehnen
Kraft, Der Tat, der Fertigkeit, der Kunst und
Wissenschaft.

Ich will, die höchste Kron ist dieses, die mich


schmückt, Der Freiheit Siegel, das mein Geist
sich aufgedrückt.

Ich darf, das ist zugleich die Inschrift bei dem


Siegel, Beim aufgetanen Tor der Freiheit auch
ein Riegel.
Ich mag, das endlich ist, was zwischen allen
schwimmt, Ein Unbestimmtes, das der
Augenblick bestimmt.

Ich soll, ich muss, ich kann, ich will, ich darf,
ich mag. Diese sechse nehmen mich in
Anspruch jeden Tag.

Nur wenn du stets mich lehrst, weiß ich, was


jeden Tag Ich soll, ich muss, ich kann, ich will,
ich darf, ich mag.

Friedrich Rückert: Werke, Band 2, 1897.