Sie sind auf Seite 1von 5

MORBUS PARKINSON

Definition und Ätiologie:


Die Parkinson- Krankheit wurde im Jahre 1817 von James Parkinson ernannt. Sie wird auch
Schüttellähmung oder Paralysis agitans genannt und ist eine Erkrankung der Basalganglien.
Zugrunde liegt ein degenerativer Prozess der melaninhaltiger Zellen in der Substantia nigra. Aus
diesem Grunde bestehen ein Mangel an einem Botenstoff des sogenannten Dopamins und ein
Überschuss an Acetylcholin. Ein Ungleichgewicht zwischen beiden Neurotransmittern löst die
Parkinson- Krankheit aus.
Klassifikation:
1. primäre Parkinson Syndrom:
= auch genannt idiopathisches Parkinson- Syndrom, kurz IPS
• ohne bekannte, genetische Ursache

• Dopamin produzierende Nervenzellen sterben ab somit Mangel an Dopamin

• kleiner Anteil der Ursache: Enzymmangel, Umwelteinflüsse, Stress

• Hauptsymptome müssen dennoch vorhanden sein (Akinese, Rigor, Tremor)


2. posturale Instabilität
• Verminderung bzw. Verlust der Körperachse

• Stellreflexe werden vermindert

• Bewegung kann nicht angehalten werden

• verschiedene Gangbilder (Propulsion, Lateropulsion, Retropulsion, Festination)


3. sekundäre Parkinson Syndrom:
= auch symptomatisches Parkinson Syndrom
• Ursache bekannt

• Entzündung im Gehirn

• Vergiftungen, Tumore

• Durchblutungsstörungen, Stoffwechselerkrankungen

• Medikamente
4. Parkinson- Plus Syndrom
• mehrere Systeme zur gleichen Zeit betroffenen

• Zellen des Dopamin Neurotransmitters sterben ab

• Therapie kann nicht wirken


5. medikamentöse Parkinson Syndrom
• bestimmte Wirkstoffe von Medikamenten blockieren die Dopamin Rezeptoren

• die Wirkung wird abgewehrt


Symptome:
1. Anfangsstadium
• Muskelsteifigkeit in Arm- und Schulterregion

• Depressive Verstimmung

• Müdigkeit und innere Unruhe

• Verlangsamung der psychischen Vorgänge (= Bradyphrenie)

• Antriebslosigkeit

• Veränderung der Persönlichkeit


2. im nächsten Stadium
• Rigor

• Tremor

• Akinese

• posturale Instabilität

• Salbengesicht und fehlende Mimik

• Speichelfluss massiv erhöht und fettiger Hautzustand

• monotone und leiser werdende Stimme

• oberflächliche Atmung, Verlust des Geruchssinns


3. im Spätstadium
• Rigor und Akinese nimmt zu

• Sturz- und Frakturgefährdet

• Pflegebedürftig oder Bettlägerig

• Kau- und Schluckstörungen

• starke Persönlichkeitsveränderungen, Stimmungsschwankungen


4. Endstadium
• Akinetische Kriese

• Wärmeregulation nimmt stark zu

• keine Wirkung der Medikamente


Diagnostik:
1. Differenzialdiagnostik
• andere entartete Nerven- oder Stoffwechselerkrankungen ausschließen
2. Klinische Diagnostik
• Anamnese, ggf. mit Angehörigen

• Körperliche Untersuchung
3. Neurologische Untersuchung
• Kontrolle der Reflexe

• Einschränkungen der Akinese, Rigor, Tremor

• Koordination und Balance

• Gelenke werden passiv bewegt


4. Apparative Diagnostik
• Elektroenzephalogramm

• Magnetresonanztomografie

• Computertomografie

• Single- Photon- Emissionstomografie

• Positronenemissionstomografie
5. Apomorphin oder L- Dopa Test
• bei unklarer Diagnose, jedoch V.a. Morbus Parkinson wird eine einmalige Parkinson
Medikation verabreicht (Apopmorhin, L-Dopa)
• bei Linderung der Symptome → Morbus Parkinson

• Symptome werden nicht gelindert → Morbus Parkinson trotzdem nicht ausschließen


Therapie:
1. Kotherapeutische Maßnahmen
• Ergotherapie

• Physiotherapie

• Logopädie
2. nicht medikamentöse Therapie
• Selbstständigkeit wird gefördert und erhalten

• Regenerierung der motorischen und sensorischen Fähigkeiten

• Folgeerkrankungen vermeiden

• Bilanzierung im Vordergrund
3. medikamentöse Therapie

→ Medikamentengruppe → Präparate
L- Dopa/ Levodopa/ Lävo- Madopar, Levopar, Levodopa- Ratio comp.
Dihydroxphenylalanin
DOPA- Decarboxylasehemmer Carbidopa, Benserazid
Dopaminagonisten Bromecrel, Bromocriptin AZU, Cabaseril
MAO- B- u- COMT- Hemmer Amindan, Antiparkin
Anticholinergika Akineton, Biperidin Ratio, Tremarit
NMDA- Antagonisten Adekin, PK- Merz, Amantadin Ratio
4. Opperative Verfahren
• operatives Verfahren sehr selten
• bei Misserfolg von Therapien
• wenn Medikamentöse Therapie starke Nebenwirkungen veursacht
• Stimulationselektrode wird ins Gehirn implantiert
• Mithilfe elektrischer Impulse werden bestimmte Kerngebiete im Gehirn gehemmt
Epidemiologie:
• dritthäufigste, neurologische und chronische Erkrankung

• 300.000 Menschen in Deutschland

• 40.-60- Lebensalter

• beide Geschlechter gleichermaßen betroffen

• keine Heilung

• Lebensqualität über viele Jahre möglich


Pflege:
1. Grundlagen zum Umgang mit Parkinson-Patienten
• Unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale zur Kenntnis nehmen, berücksichtigen,
akzeptieren und respektieren
• Empathiefähigkeit

• Vertrauensverhältnis

• Bewahren von Ruhe

• Zeitnot und Stress nicht anmerken lassen

• gezielte Kommunikation

• Geduldige und ausführliche Gespräche, dabei Pat. Aussprechen lassen

• Nach Wünschen und Bedürfnissen agieren

• realistische Ziele setzen

• Selbstständigkeit fördern und erhalten

• Ressourcen abwägen

• Müdigkeit und Konzentrationsmangel beachten

• Überforderung ausschließen

• Respektvoller Umgang

• Selbstwertgefühl stärken

• geregelten Tagesablauf anschaffen

• Biografiearbeit
2. Maßnahmen zur Unterstützung bei Einschränkungen der ATL's
2.1 ATL: '' Waschen und Kleiden''
• Motorische Fähigkeiten beachten

• Wärmeregulation beachten

• Schweiß durchlässige und leichte Kleidung

• Kleidungswechsel und Bettwäschewechsel ermöglichen

• Für genügend Kleidung vor Ort sorgen

• An- und Auskleidehilfe

• Kleidungsstücke mit Reiß- oder Klettverschluss und Griffverdickung versehen

• festes Schuhwerk mit rutschfesten Sohlen

• Greifarm als Hilfsmittel

• Geeigneter Duschstuhl, elektrische Zahnbürste, elektrischer Rasierer, Bürste mit langem


Griff, tief und nach vorn schwenkbarer Spiegel kann die Körperpflege erleichtern
• auf Hautzustand achten (Pilzinfektionen)
2.2 ATL '' sich bewegen''
• Physiotherapie

• Übungen einzelner Muskelgruppen

• Bewegung ausüben, fördern und erhalten

• Tricks eines Physiotherapeuten


3. Prophylaxen
• Pneumonieprophylaxe

• Kontrakturprophylaxe

• Dekubitusprophylaxe

• Obstipationsprophylaxe
4. Unterstützung bei der medikamentösen Therapie
• Sicherstellung der pünktlichen und zeitnahen Einnahme der Medikamente

• Bei Misserfolg kann die Bewegung komplett blockiert werden

• sowohl die Wirkung als auch die Nebenwirkung beobachten

• Eiweißreiche Zufuhr unterlassen!!!


Rehabilitation: Prävention:
• Restitution primär Prävention

• Kompensation sekundär Prävention

• Adaption tertiär Prävention