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Poste Italiane s.p.a.

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Spedizione in Abbonamento Postale-D.L.353/2003
(conv.in L.27/02/2004 n°46)art. 1, comma2, NE Bolzano
Tassa Pagata/Taxe Percue I.R.
ISSN 2531-4874

9 772531 487407

Mitteilungsblatt der Schützen der Alpenregion


44. Jahrgang • erscheint zweimonatlich • N° 1 | Februar 2020 • Bozen · Innsbruck · Kronmetz · Kochel am See

Vor 100 Jahren …


in einer Zeit massiver politischer
und gesellschaftlicher Umwälzun-
gen, stiftete der bayerische Kron-
prinz Rupprecht die Landessschüt-
zenfahne, unsere „Bundesfahne“.
Die weiß-blauen Rauten stehen seit
über 750 Jahren für Bayern und
seine Staatlichkeit. Das Bildnis der
Muttergottes, ist der Verweis auf die
über 1300 Jahre alte christlich-ka-
tholische Tradition der Bayern. Die
programmatische Idee der Fahne,
zugleich Rückbesinnung, Bekennt-
nis und Aufruf, ist heute so aktuell
wie vor 100 Jahren.

Für uns Gebirgsschützen in Bayern


sind – wie auch für die Schützen in
Tirol – Heimatliebe und die Treue
zu unserem Glauben als Grundlage
unseres Handelns die Gewähr für
die Stabilität und damit für die Zu-
kunftsfähigkeit unseres Landes...

...meint euer Landeshauptmann


Martin Haberfellner

Unter Beteiligung der Schützen und der Europaregion Tirol: Im Inneren der Porta Giulia entsteht
gerade die Andreas-Hofer-Gedenkstätte. Sie wird am 19. Februar 2020 feierlich eröffnet.

Die Andreas-Hofer-Gedenkstätte
KANDIDATEN:
Der BTSK
bekommt einen

in Mantua: ein Euregio-Projekt


neuen Landes-
4 kommandanten

nimmt Gestalt an
SCHIRMHERREN: von Christoph von Ach, Thomas Saurer
Das Alpenregions-
fest bekommt Seit dem Jahr 2017 bestehen Bestrebungen, in Mantua unserem Tiroler Volkshelden eine
prominenten würdige Gedenkstätte zu errichten. Am 19. Februar 2020, pünktlich zum 210. Todestag, soll
5 Ehrenschutz die Gedenkstätte in Mantua feierlich eröffnet werden. Es handelt sich um eine Initiative, die
auf Anregung des Verbandes Tiroler Schützen der EVTZ Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino
gemeinsam mit der Stadt Mantua und dem Verein Porta Giulia - Hofer umsetzt.

KURATOREN: Seit Jahrzehnten finden in Mantua regelmäßig Gedenkfeiern für Andreas Hofer statt, der am
Die Kiem- 20. Februar 1810 nach einem Prozess vor einem französischen Militärgericht am Tag zuvor
Pauli-Stiftung zum Tode verurteilt und nahe der Porta Giulia im Mantuaner Stadtteil Cittadella hingerichtet
bekommt neue worden war. Diese Gedenkfeiern wurden von Anbeginn an auch von der Mantuaner Bevölke-
Kuratoren
19 rung mit großer Sympathie verfolgt, und bereits im Jahr 1850 wurde an der Hinrichtungsstätte
Andreas Hofers eine erste Marmortafel angebracht. Im Tiroler Gedenkjahr 1984 wurde ein
N° 1 | Februar 2020

2 Aus den LANDESTEILEN …

schlichter Gedenkstein errichtet, vor dem seit damals die jährlichen


Gedenkfeiern stattfinden. Seit einigen Jahren werden diese von den
Schützen aus den Tiroler Landesteilen in Zusammenarbeit mit dem
Mantuaner Verein Porta Giulia - Hofer organisiert. Der Obmann
des Vereins, dott. Paolo Predella, ist der Ideator des nun vorliegen-
den Projekts einer Gedächtnisstätte für Andreas Hofer. Diese wird
in Zusammenarbeit mit der Stadt Mantua vom EVTZ Europaregion
Tirol-Südtirol-Trentino finanziert. Der Grundgedanke, der dieser
Initiative zugrunde liegt, ist, das Gedenken an Andreas Hofer wach-
zuhalten und in einem europäischen Rahmen einzubetten. Bereits
im August 2018 wurde eine Absichtserklärung der drei Partner un-
terfertigt, in der die Grundlagen für die Zusammenarbeit festgelegt
wurden. Nach zweijähriger intensiver Vorarbeit ist es nun soweit:
Am 19. Februar 2020, am Vortag der traditionellen Andreas-Hofer-
Feier, soll nun die Gedenkstätte feierlich eingeweiht werden.
Die Gedenkstätte nimmt drei Räume in der Porta Giulia ein, einem
Renaissancebau, der im 16. Jh. im Mantuaner Vorort Cittadella
vom Maler und Architekten Giulio Romano errichtet wurde. Die
Räume widmen sich der Lebensgeschichte Andreas Hofers, dem
Tiroler Volksaufstand 1809, der Gefangennahme und Überstellung
Andreas Hofers nach Mantua sowie seines Nachwirkens. Den Groß-
teil der Exponate stellte der passionierte Sammler Martin Reiter
aus Reith im Alpbachtal zur Verfügung, dessen Sammlung von
Andreas-Hofer-Memorabilia vom Land Tirol angekauft und für die
Gedenkstätte zur Verfügung gestellt wurde. Die Mantuaner Archi-
tektin Claudia Bonora hat die Ausstellung gemeinsam mit Architekt
Andrea Guastalla kuratiert.
Das Projekt wurde begleitet von einer Arbeitsgruppe, in der für die
Europaregion Benedikt Erhard, Franco Marzatico und Schützenka-
merad Siegfried de Rachewiltz vertreten waren. Maßgeblich an der Die Porta Giulia: Sie ist eine der Eintrittstüren nach Mantua. Hier
Umsetzung beteiligt waren zudem Peter Assmann, der Direktor der wurde am 20. Februar 1810 Tirols Freiheitskämpfer Andreas Hofer
Tiroler Landesmuseen, sowie der LKdt. des BTSK Fritz Tiefenthaler. hingerichtet. Nun beherbergt die Porta Giulia eine würdige Gedenk-
Mit ihm und Schützenkamerad Siegfried de Rachewiltz hat die TSZ stätte für Andreas Hofer.
gesprochen.
Grußwort: Attilio Fontana, Präsident der Region
Ablauf der Eröffnungsfeier und Lombardei
Andreas-Hofer-Feier 2020 Grußwort: Maurizio Fugatti, Landeshauptmann
des Trentino
ERÖFFNUNGSFEIER ANDREAS-HOFER-GEDENKSTÄTTE Grußwort: Arno Kompatscher, Landeshauptmann
AM 19. FEBRUAR 2020 von Südtirol
Die offizielle Eröffnungsfeier der Andreas-Hofer-Gedenkstätte in der Eröffnung: Günther Platter, Euregio-Präsident und
Porta Giulia in Mantua findet am 19. Februar 2020 um 17.00 Uhr statt Landeshauptmann von Tirol
und wird durch das Land Tirol in enger Zusammenarbeit mit dem
Verband Tiroler Schützen, der EVTZ Europaregion Tirol-Südtirol- 18 Uhr Eröffnungsmarsch der Musikformation des VSM Bezirk
Trentino, der Stadt Mantua und dem Verein Porta Giulia - Hofer reali- Brixen
siert. Zu dieser öffentlichen Veranstaltung sind Schützenabordnungen Eröffnungssalve durch die Ehrenkompanie des Schüt-
aus allen Tiroler Landesteilen herzlich eingeladen. zenbezirks Brixen
Nach rechtzeitigem Eintreffen bis 16.30 Uhr erfolgt die Aufstellung
der Formationen. Die Ehrenformationen stellen der Schützenbezirk 18.15 Uhr Offizielle Eröffnung: Durchschneiden des Eröffnungs-
Brixen und eine Musikformation des VSM Bezirk Brixen. Zahlreiche bandes, anschließend Besuch der Andreas-Hofer-
Fahnenabordnungen der Tiroler Traditionsverbände werden erwartet. Gedenkstätte
17 Uhr Landesüblicher Empfang – Gesamtkommandierender
Mjr. Florian Lechner ANDREAS-HOFER-GEDENKEN AM 20. FEBRUAR 2020
Ehrenkompanie des Schützenbezirks Brixen und 9 Uhr Aufstellung vor der Porta Giulia, Landesüblicher
Musikformation des VSM Bezirk Brixen Empfang
10 Uhr Messfeier vor dem Andreas-Hofer-Denkmal. Anschlie-
17.30 Uhr Begrüßung und offizieller Festakt ßend Marsch durch die Stadt, Abschluss der Feierlich-
Projekterklärung: Paolo Predella, Präsident des keiten im Palazzo d’Arco.
Vereins Porta Giulia - Hofer
Grußwort: Mattia Palazzi, Bürgermeister der Stadt Mantua Mitfahrgelegenheit für 20. Februar im Reisebus ab Bozen, Infos bei
Grußwort: Beniamino Morselli, Präsident Bezirksmajor Florian Lechner Tel. +39 349 352 20 73
der Provinz Mantua
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Aus den LANDESTEILEN … 3


diese Idee geboren. Die Intention war dabei, paregion Tirol hat die Adaptierung derselben
das Areal der Porta Giulia aufzuwerten, das finanziell getragen.
Schicksal Andreas Hofers auch außerhalb Ti- TSZ
rols bekannt zu machen und auch Gäste und Wird die Zusammenarbeit zwischen Mantua
Besucher in Mantua für die Tiroler Geschichte und Tirol auch in Zukunft fortgeführt?
zu sensibilisieren.
Fritz Tiefenthaler
TSZ Die Zusammenarbeit mit unseren Partnern
Was soll mit der Gedenkstätte bezweckt werden? in Mantua, in erster Linie mit dem von Paolo
Fritz Tiefenthaler Predella geführten Verein Porta Giulia -
Mit der Gedenkstätte soll das bestehende Hofer, der Stadt Mantua und vor allem auch
Denkmal in ein erklärendes Umfeld eingebet- dank der finanziellen Unterstützung und
tet werden, wobei dies auch zur Aufwertung kompetenten Projektleitung der Europaregi-
des Stadtteils Cittadella führen soll. Es war on Tirol konnte nicht nur dieses Projekt in
uns ein Anliegen, Andreas Hofer als einen überraschend kurzer Zeit umgesetzt, sondern
tragenden Teil der Tiroler Erinnerungskultur auch die Grundlage für eine vertrauensvolle
LKdt. Fritz Tiefenthaler im europäischen Geist zu betrachten und Zusammenarbeit gelegt werden. Diese soll für
TSZ damit das Andenken an unseren Volkshel- Projekte, die der Erforschung und Aufbe-
Wie kam es zur Idee einer Andreas-Hofer- den in Mantua auf eine festere Grundlage zu reitung unserer gemeinsamen Geschichte
Gedenkstätte in Mantua? stellen und abzurunden. Dank der Sammlung dienen, auch in Zukunft fortgeführt werden.
Fritz Tiefenthaler von Erinnerungsstücken an Andreas Hofer, An dieser Stelle darf ich den Ideatoren Peter
In einem Gespräch mit dem Leiter der Kultur- die Martin Reiter zusammengetragen hat und Assmann, Paolo Predella, Massimo Allegretti,
abteilung des Landes Tirol Benedikt Erhard, die vom Land Tirol 2018 angekauft wurde, dem Gemeinderatspräsidenten von Mantua
dem damaligen Direktor des Museums war der Grundstock für eine Dauerausstellung sowie Christoph von Ach, dem ehemaligen
Palazzo Ducale in Mantua Peter Assmann und gelegt worden. Die Stadt Mantua hat dann Generalsekretär der Europaregion, danken,
Paolo Predella, dem Obmann des Vereins Por- die Räumlichkeiten dem Verein Porta Giulia ohne deren Einsatz dieses Projekt nicht zu
ta Giulia - Hofer wurde am 17. Februar 2017 - Hofer zur Verfügung gestellt und die Euro- verwirklichen gewesen wäre.

christlicher Fassung unerschrocken dem Tode werden zukünftigen Mantua-Besuchern aus


entgegensieht und mit seinem Schicksal nicht aller Welt die historischen Ereignisse jener
hadert. Teile der damaligen Bewohner von Zeit vor Augen führen und an den letzten
Mantua, die auch unter Napoleon gelitten Gang des Sandwirts erinnern. In den einfühl-
hatten, empfanden für den Bauernanführer sam und museumsdidaktisch wirkungsvoll
aus einfachen Verhältnissen, der dem mäch- eingerichteten Räumen der Gedenkstätte
tigsten Mann Europas die Stirn geboten hatte, zeugen die über 200 Exponate der Sammlung
eine unverhohlene Zuneigung und setzen sich Martin Reiter von der Rezeptionsgeschichte
vergebens für seine Begnadigung ein. So geht und von der Faszination, welche von der Ge-
es in dieser Gedächtnisstätte vor allem um die stalt Andreas Hofers heute noch ausgeht.
letzten Tage des Menschen Andreas Hofer und
TSZ
um die sich daraus ergebenden, vielfältigen
Welche Bedeutung hat diese Gedenkstätte für
Beziehungen zwischen dem Tiroler Freiheits-
die Tiroler Identität?
helden und der Stadt Mantua.
Siegfried de Rachewiltz
TSZ
Manche glauben, die Tiroler Identität sei in
Siegfried de Rachewiltz Wird das Vermächtnis des Tiroler Volkshelden
Stein gemeißelt und bedürfe keiner besonde-
TSZ und sein Nachwirken dargestellt?
ren Pflege mehr. Wie sehr aber Wohlstand,
Wie wird die historische Gestalt Andreas Hofers Siegfried de Rachewiltz Habgier und Opportunismus das Identitäts-
den Besuchern nahegebracht? Das Vermächtnis historischer Gestalten hängt bewusstsein schwächen können, das haben
Siegfried de Rachewiltz eng zusammen mit der jeweiligen Erinne- uns die letzten Jahre immer wieder vor
Der Ruhm, den sich Andreas Hofer weit über rungskultur: ein „Andreas-Hofer-Weg“ soll Augen geführt. Dies betrifft nicht nur uns
die Grenzen Tirol in der Nachwelt erobert zu den Stätten führen, wo sich die letzten Tiroler, sondern ist ein gesamteuropäisches,
hat, fußt zu einem erheblichen Teil auf die Stationen seines Lebens abgespielt haben und ja weltweites Problem. Das wirksamste Mittel
Zeugnisse seiner gefassten, würdevollen wo heute noch die Erinnerung an ihn zele- gegen den Identitätsverlust ist die Stärkung
Haltung während seines letzten Leidensweges: briert wird – Porta Giulia, Palazzo Arco, der Erinnerungskultur. Diese Gedenkstätte
die Gefangennahme auf der Pfandler Alm, Piazza Sordello, wohin alljährlich Schützen ist ein Mahnmal wider das Vergessen und
seine Überführung nach Mantua und seine aus dem historischen Tirol sowie Vertreter der ist zugleich ein Mahnmal für das friedliche
dortige Hinrichtung sind gut dokumentiert einstigen Gegner gemeinsam marschieren. Zusammenleben aller Völker.
und zeigen uns einen Menschen, der mit Texte und Bilder auf entsprechenden „Stelen“
70. Jahre sind seit der Gründung des

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BTSK vergangen. Am 26. April 2020
Aus den LANDESTEILEN … wird dies gefeiert.

Absam
von Franziska Jenewein

Wahlvorschlag erstellt - Landeskommandant im BTSK


wird am 26. April 2020 gewählt
Der Bundesausschuss des Bundes der
Tiroler Schützenkompanien hat in seiner
außerordentlichen Sitzung am 9. November
2019 insgesamt 13 Tagesordnungspunkte
abgearbeitet. Darunter wurde auch der
Wahlvorschlag für die Bundesversammlung
am 26. April 2020 erstellt.
Für die Nachfolge von Mjr. Mag. Fritz
Tiefenthaler als Landeskommandant des
BTSK wurden zwei Kandidaten nominiert,
die nun von insgesamt 321 Stimmberech-
tigten – aus den Schützenkompanien, dem
Bundesausschuss und den Ehrenoffizieren
– gewählt werden: LKdt.-Stellvertreter Mjr.
Christian Meischl und Bundespresserefe-
rent und Adjutant des Landeskomman-
danten Mjr. Thomas Saurer stellen sich der Mjr. Christian Meischl Mjr. Thomas Saurer
Abstimmung. - Jahrgang 1965 - Jahrgang 1975
- Mitglied in der SK Lans - Mitglied in der Georg-Bucher-SK Axams
Nach einer ausführlichen Vorstellung der - Aktuelle Funktion in der Bundesleitung: - Aktuelle Funktion in der Bundesleitung:
beiden Aspiranten zum Landeskomman- LKdt.-Stellvertreter Bundespressereferent und Adjutant des
danten im BTSK, Mjr. Thomas Saurer - Beruf: Angestellter der Tiroler Sparkasse LKdt.
und Mjr. Christian Meischl, berieten die - Beruf: Protokollchef des Landes Tirol
anwesenden 63 stimmberechtigten Mitglie- deskommandant von den 235 Hauptleuten
der des Bundeausschusses über den von der BTSK-Mitgliedskompanien im Bundes- Festlegung dieses statutenkonformen Wahl-
der Bundesleitung eingebrachten Antrag: land Tirol, den insgesamt 75 stimmberech- prozederes wird als „basisdemokratische
„Beide Kandidaten für die Funktion des tigten Mitgliedern des Bundesausschusses Stärkung des neuen Landeskommandanten“
Landeskommandanten werden in den und den 11 Ehrenmajoren des Bundes erachtet. Als LKdt.-Stellvertreter stehen
Wahlvorschlag des Bundesausschusses auf- gewählt. Die Wahl findet am 26. April 2020 jeweils gegenseitig die beiden Landeskom-
genommen.“ Nach eingehenden Beratungen in der Dogana des Congress Innsbruck – im mandanten-Kandidaten bereit. Auch diese
wurde dieser Antrag mit großer Mehrheit Rahmen der 70-Jahr-Feier des Bundes der Funktion wird im Rahmen der Bundesver-
angenommen. Somit wird der künftige Lan- Tiroler Schützenkompanien – statt. Die sammlung gewählt. n

Unsere Leser meinen ...


Tatsächliches und Verschwiegenes
Die präsidiale Begegnung aus Anlass von doch zumindest) auszublenden. Dies trifft tiv „ermittelter“ Geschehensabläufe über
50 Jahren Paket(-„Schlacht“) und des vor allem auf die jüngsten Forschungser- Freiheitskämpfer fällten. Dafür steht insbe-
Gedenkens an die waffenstillstandsvertrags- gebnisse zu schwerwiegenden Einzelheiten sondere (aber nicht allein) der Vorfall auf
widrige Annexion respektive schandfrie- des Freiheitskampfs der 1950er und 1960er der Porzescharte 1967. Solange der durch
densvertragskonforme Einverleibung des Jahre zu. Längst wäre es an der Zeit, dass akribische Aktenstudien ans Licht beförder-
südlichen Landesteils Tirols durch Italien Italien nicht nur sich selbst, sondern auch ten Wahrheit nicht die Ehre gegeben wird
vor 100 Jahren, wie sie die „Dolomiten“ seit gegenüber Österreich(ern) Rechenschaft und damit die blinden Flecken den austro-
Tagen und insbesondere in der Ausgabe über seine an Tirol(ern) verübte Barbarei italienischen Nachbarschaftsspiegel trüben,
vom Montag, dem 25. November 2019 löbli- ablegte, in die seine Dienste konspirativ und so lange sind all die beschönigenden Worte,
cherweise ausleuchtete, lässt sich durch ein seine staatlichen Institutionen direkt verwi- in denen, wie soeben auf Schloss Tirol, das
historisch-politisches Manko und publizisti- ckelt waren. Das, was Freiheitskämpfer und Gemeinsame beschworen wird, Schall und
sche Ignoranz kennzeichnen. Zu Recht führt Opfer an Leib und Leben schädigte, lastete Rauch. Verschweigen verdunkelt den Schein
der Chefredakteur in seinem Leitartikel Rom − mit Wissen, Wegsehen und Zustim- des „leuchtenden Sterns“, unter dem der
zwar einige Tatsachen an, zu Recht ist ihm mung Wiens − fälschlicherweise kollektiv Leitartikler sich und den Landesteil unterm
aber auch, wie allen an dieser konformis- und ausschließlich den Aktivisten des BAS Brenner, in dem und für den er schreibt, zu
tischen Selbstbespiegelung Beteiligten, der an. Überfällig ist in diesem Zusammenhang stehen glaubt.
Vorwurf nicht zu ersparen, gewisse andere die Annullierung krasser Fehlurteile, die Prof. Dr. phil. Dr. h.c. Reinhard Olt, Wien
Tatsachen (wenn nicht zu verschweigen, so italienische Gerichte aufgrund manipula-
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Aus den LANDESTEILEN … 5


St. Martin i.P.
von Maria Pichler

Alpenregionstreffen 2020 mit hochrangigen Schirmherren


Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter und der Südtiroler
Landeshauptmann Arno Kompatscher haben die Schirmherrschaft für das Alpenregionstreffen 2020 zugesagt.

Ministerpräsident Söder hat gemäß …ebenso wie der Tiroler Landeshauptmann …und der Südtiroler Landeshauptmann
bayerischer Tradition die Schirmherrschaft Günther Platter… Arno Kompatscher.
für das Alpenregionstreffen 2020
übernommen… „Das Verbindende vor das einmaligen Fest werden zu lassen“, würdigt
Trennende stellen“ der Landeshauptmann die Arbeit des OK-
Das Alpenregionstreffen der Schützen „Die Schützen stellen eine der wichtigsten Teams. „Unsere Schützen setzen sich für
findet im Zweijahresrhythmus in einem der Gemeinschaften Tirols dar, in der stets die Heimat, die Bewahrung der Traditionen
vier Länder der Alpenregion Tirol, Südtirol, über die Landesgrenzen hinausgedacht und für die Stärkung der Volkskultur ein.
Welschtirol und Bayern statt und vereint und zusammengearbeitet wird“, erklärt der Nur wer starke Wurzeln hat, kann offen
dabei mehr als 10.000 Trachtenträger in Tiroler Landeshauptmann Günther Platter sein für Neues und mit Zuversicht künftige
Freundschaft und Kameradschaft. Der baye- zu seiner Schirmherrschaft. „So auch im Herausforderungen angehen“, so Kompat-
rische Ministerpräsident Markus Söder, der kommenden Jahr, wenn mit dem Alpenre- scher. „Beim Alpenregionstreffen findet ein
Tiroler Landeshauptmann Günther Platter gionstreffen im Passeiertal die Schützen aus wichtiger Austausch statt, weshalb ich gerne
und der Südtiroler Landeshauptmann Arno allen Teilen Tirols und Bayerns zusammen- die Schirmherrschaft übernommen habe.“
Kompatscher haben nun ihre Schirmherr- treffen, um Herkunft und Erbe mit dem
schaft für die 26. Ausgabe des Treffens vom zu verbinden, was jetzt und heute wichtig Nicht nur Schützen-, sondern auch
21. bis 24. Mai 2020 im Passeiertal zugesagt. ist: nämlich ein starkes Miteinander zu Schlagerfest
leben und es gemeinsam in die Zukunft Die Vorbereitungen für das große Schützen-
Zeichen der Wertschätzung zu führen“, so Platter. „Als amtierender treffen im Passeiertal laufen indes auf
Wir freuen uns sehr über dieses Zeichen Präsident der Europaregion Tirol-Südtirol- Hochtouren. „Das Alpenregionstreffen ist
der Wertschätzung für unseren grenzüber- Trentino kann ich das nur unterstützen und nicht nur ein Schützen-, sondern auch ein
schreitenden Einsatz für unsere gemein- appellieren: Lasst uns das Verbindende vor Schlagerfest“, berichtet Hauptmann Armin
samen Werte, unsere gemeinsame Kultur das Trennende stellen, schließlich sind wir Oberprantacher. Ben Zucker, Michelle,
und unsere gemeinsamen Traditionen“, – wie das Motto der Tiroler Euregio-Präsi- Nick P., die Jungen Zillertaler, Hannah, die
unterstreicht der Hauptmann der Schüt- dentschaft schon sagt – alle ‚ein Teil davon‘.“ Südtiroler Spitzbuam und Melissa Naschen-
zenkompanie von St. Martin in Passeier weng sind nur einige der bekannten Stars,
Armin Oberprantacher. „Umso mehr freuen „Nur wer starke Wurzeln hat, die zum Alpenregionstreffen ins Passeiertal
wir uns, wenn unsere Schirmherren zum kann offen sein für Neues“ kommen. Für alle, die lieber Party machen,
Alpenregionstreffen ins Passeiertal kommen Landeshauptmann Arno Kompatscher sorgen mit Gestört aber Geil, Italobrothers,
und beim großen Festumzug am Sonntag freut sich, beim Alpenregionstreffen der 2 Tagesbart und Mike Candys einige der an-
dabei sein können.“ Der bayerische Staats- Schützen im Mai 2020 im Passeiertal – der gesagtesten DJs für Stimmung. Tickets gibt
minister für Bundes- und Europaangelegen- Heimat von Andreas Hofer – dabei zu es im Kartenvorverkauf in allen Athesia-
heiten und Medien Florian Herrmann hat sein. „Die Schützenkompanie St. Martin in Buchhandlungen, in den Südtiroler Raiff-
indes seine Teilnahme bereits zugesagt. Passeier scheut keine Mühe, das Treffen der eisenkassen, online unter www.ticketone.it
erwarteten 10.000 Schützen und Marke- und www.alpenregionstreffen.com. n
tenderinnen aus dem Alpenraum zu einem
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Südtirol
von Mag. phil. Andreas Raffeiner

Südtirol-Chronik 1919–1939:
Dunkle 20 Jahre Landesgeschichte
Als Südtirol nach dem Ersten Weltkrieg zu Italien kam, war die Bevölkerung ethnisch gesehen homogen. Nach der österrei-
chischen Volkszählung des Jahres 1910 lebten im Land zwischen dem Brennerpass und der Salurner Klause insgesamt rund
238.000 Personen. Davon gehörten 93 % der deutschen, 4 % der ladinischen und 3 % der italienischen Sprachgruppe an.
Die ökonomische und gesellschaftspolitische Gestaltung der Bevölkerung war ländlich ausgerichtet, die ethnische Zusam-
mensetzung hatte sich – ausweislich des italienischen Zensus im Jahr 1921 – auch durch den Ersten Weltkrieg keinesfalls
einschneidend gewandelt.

Alte Herren, neue Herren Mussolinis Machtergreifung


Der Übergang von der Habsburgermonarchie zum Königreich Im Hinblick aller Schranken in der Minderheitenpolitik des libera-
Italien stellte für die Verwaltungs- und Regierungsstrukturen Süd- len Staates stellte die Machtergreifung Mussolinis im Oktober 1922
tirols im wahrsten Sinn des Wortes eine Zäsur dar. Hatte es sich bei einen radikalen Schnitt in der Geschichte Südtirols dar.
Österreich-Ungarn um einen föderalen Vielvölkerstaat gehandelt, Die Staatsführung des „Duce“ setzte eine Politik gegen die Min-
so trafen die Deutschen und Ladiner in Italien auf das zentralistisch derheit nördlich der Salurner Klause durch, die alle Repressalien
geprägte Modell des Nationalstaates, dessen Staatsentwurf auf der wirtschafts- und kulturpolitischer Art in den Schatten stellte, denen
sprachlichen und kulturellen Einheit seiner Bevölkerung fußte. sich beispielsweise die Deutschen in Ostmitteleuropa in der zwei
Trotzdem verhielten sich die „neuen Herren“ – also die zivilen und Jahrzehnte andauernden Zwischenkriegsära ausgesetzt sahen.
militärischen Behörden – bis 1922 verhältnismäßig zurückhaltend. Die Faschisten begannen sukzessive, die Sprache und Kultur der
Die Verwaltungsordnung wurde keinesfalls in Frage gestellt; sie angestammten Südtiroler Bevölkerung brutal zu unterwerfen. So
blieb mehr oder weniger unberührt. Die deutschen Schulen durften kam es etwa auch in der öffentlichen Verwaltung zu personellen
fortbestehen und die Regierung in Rom nahm Gespräche mit den „Säuberungen“. Zwischen Februar und September 1926 wurde des
Südtiroler Abgeordneten auf, um eine eventuelle, im Raum ste- Weiteren – durch die Einführung des Podestà-Systems – das Ende
hende Autonomie zu sondieren. Trotz dieser positiven Bilanz war der Gemeindeautonomie besiegelt. Durch die Einsetzung der fa-
nicht zu übersehen, dass in diesen vier Jahren vor der faschistischen schistischen Amtsbürgermeister wurden im Land von Etsch, Eisack
Machtergreifung diametral gelenkte Strömungen und Entwicklun- und Rienz die alten Gemeindevorstände abgesetzt. Das damalig in
gen begannen. Die äußerst labile politische Elite Italiens konnte sich der Verwaltung tätige Personal wurde durch faschistische Partei-
auf keine gemeinsame Linie in der Minderheitenpolitik verstän- gänger ausgetauscht, welche zum allergrößten Teil aus den altitali-
digen, zumal auch in ihr vor dem schicksalsträchtigen Jahr 1922 enischen Provinzen zuwanderten. Daneben wurde der Grundsatz
Stimmen laut wurden, welche für eine kulturelle und sprachliche der Zweisprachigkeit der italienischen Verwaltung aufgehoben.
Assimilation der Deutschen und Ladiner im Süden Tirols eintraten.

Marsch auf Rom - Machtergreifung


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Aus den LANDESTEILEN … 7


Sprachverordnungen
Mit einer Reihe von Sprachverordnungen, welche in den Jahren
zwischen 1923 und 1927 erlassen wurden, wurde die Anwendung
der deutschen Sprache im Kontakt mit den Behörden und in der
Öffentlichkeit verboten. Zudem wurden die deutschen Schulen
aufgelöst.
Ein Dekret im Oktober 1923 besagte, dass der Unterricht in allen
Schulen lediglich in der Staatssprache zu erteilen war. Jahr für Jahr
sollte die italienische Unterrichtssprache in den fremdsprachigen
Grundschulen eingeführt werden. Das Erlernen der deutschen
Sprache war seither bloß in den Anhangsunterrichtseinheiten
denkbar.

Das Hitler-Mussolini-Abkommen, ein diabolischer Pakt

Katakombenschule 1927 führten zu keiner ausschlaggebenden Errungenschaft. Unter dem


Joch des Faschismus verbündeten sich die deutsche und die ladini-
sche Minderheit in einem bisher unbekannten Ausmaß. Als Italien
Aufgaben des Podestà und des Präfekten nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deut-
Die neuen Ortsvertreter übernahmen die Befugnisse, die zu frü- sche Reich am 13. März 1938 am Brennerpass eine gemeinsame
heren Zeiten von den frei gewählten Bürgermeistern und Gemein- Grenze mit seinem ideologischen Zwilling besaß, verschärfte sich
deräten ausgeübt wurden. Die Einwohner hatten außerdem keine seine Minderheitenpolitik aus diesem Grund noch einmal beträcht-
Möglichkeit, durch Urnengänge auf die Amtsbesetzung einen lich und erreichte eine letzte Stufe.
Einfluss zu nehmen. Die Amtszeit der faschistischen Amtsinhaber In Südtirol setzte der Faschismus nun auf eine ethnische „Flur-
betrug fünf Jahre und konnte um fünf weitere Jahre ausgedehnt bereinigung“. Unterredungen, die seit Juni 1939 zwischen dem
werden. In seiner Führung der Gemeinde unterstand der Podestà Deutschen Reich und Italien zur Abwanderung der Deutschen und
nur und allein dem Präfekten der Region. Und dieser ging sogar so der Ladiner in Südtirol geführt wurden, mündeten in das Hitler-
weit, mit einer sinnfreien Verordnung deutsche Grabinschriften zu Mussolini-Abkommen von 1939.
untersagen. Das menschenverachtende Abkommen ermöglichte der ange-
Im Schuljahr 1926/27 wurde Italienisch in allen Jahrgangsstufen zur stammten Südtiroler Bevölkerung, innerhalb einer Frist für die
Unterrichtssprache erhoben und der vorher angedeutete und kurz deutsche Staatsbürgerschaft zu optieren, und verpflichtete die
angeschnittene Anhangsunterricht ersatzlos gestrichen. Obwohl Optanten innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren auszuwandern.
sich der Erlass vom 1. Oktober 1923 bloß auf den Schulunterricht Wer innerhalb des Zeitabschnitts nicht optierte, galt als italieni-
bezog, wurde 1924 mit einer Anordnung des Trienter Schulamtes scher Staatsbürger. Die unbeweglichen Güter der Umsiedler sollte
der Gebrauch des Italienischen in den Kindergärten angeordnet. von deutsch-italienischen Kommissionen berechnet, sein Wert
1922 gab es in Südtirol drei italienische Kindergärten, acht Jahre nach Deutschland übertragen werden. Bewegliche Güter konnten
später 66, 1937 82 und im Jahr der Option erreichte man in der mitgenommen werden, die anfallenden Transportkosten wurden
Folge flächendeckend italienische Kindergärten. vom Deutschen Reich getragen. In der Summe optierten annähernd
213.000 Südtiroler (86 %) für die deutsche Staatsbürgerschaft und
Option als schwärzeste Stunde der Geschichte das Verlassen der Heimat. Von ihnen verließen bis zum Jahr 1943
Doch alle Versuche der Schwarzhemden, die Südtiroler zu assimi- rund 75.000 Italien. n
lieren und den Zuzug von Italienern aus dem Süden zu forcieren,
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8 Aus den LANDESTEILEN …


Innsbruck
von Thomas Saurer

Schützenkalender 2020 für Landeshauptmann Platter


Kurz vor dem Jahreswechsel besuchte LKdt.
Mjr. Fritz Tiefenthaler mit Mitgliedern der
Bundesleitung LH Günther Platter in seinen
Büroräumlichkeiten des Tiroler Landhau-
ses. Nach einem Rückblick auf das vergan-
gene Schützenjahr und der Übergabe des
neuen Schützenkalenders für 2020 richtete
man den Blick gemeinsam in die Zukunft.
Schließlich werden 2020 ein neuer Landes-
kommandant und eine neue Bundesleitung
gewählt und das 26. Alpenregionstreffen im
Passeiertal steht auf dem Programm. Und
nicht zuletzt feiert der Bund der Tiroler
Schützenkompanien sein 70-jähriges Beste-
hen als Landesverband! Der neue Schüt-
zenkalender beinhaltet auch zu diesem
Jubiläum zahlreiche Informationen, Bilder
und Berichte. n

Bei der Übergabe des Schützenkalenders: (v.l.) Bundesschriftführer Thomas Putz,


Bgf. Kurt Mayr, Bundesbildungsoffizier Hartwig Röck, LH Günther Platter, LKdt. Fritz
Tiefenthaler, Landes-Protokollchef und Bundespressereferent Thomas Saurer sowie
Innsbrucks Bataillonskdt. Helmuth Paolazzi. Foto: BTSK/Angerer

Barcelona/Bozen
von Egon Zemmer

„IN-! Inde-! Independencia!“

Die große Katalonien-Fahne an der Schwarzwand in Niederlana. Die Tiroler Schützen-Delegation in Barcelona: (v.l.) Lena Simoni-
ni, Paul Decarli, Valentina Saumweber, Anna Strickner, Monika
Auf der „Plaça de Sant Jaume“ vor dem katalanischen Regierungs- Lantschner, Jakob Wenter und Melanie Mair.
palais traten am 11. September wieder über eine Million Katala-
nen für die Unabhängigkeit und Selbstbestimmung ein. „Visca la Mit einer riesengroßen katalanischen Fahne bei der „Schwarzwand“
republica catalana! Visca, visca! Sie geben nicht auf, niemals. Und in Lana, die von Burggräfler Schützen gehisst wurde, drückte der
das verbindet uns!“, so Jürgen Wirth Anderlan, LKdt. des Südtiroler SSB seine Solidarität mit dem katalanischen Volk aus. „Die Men-
Schützenbundes. Eine Delegation des SSB war wie jedes Jahr vor schen in Katalonien sind unsere Vorbilder, sie geben nicht auf. Und
Ort, um den Ruf nach Selbstbestimmung zu unterstützen. Aber wir auch nicht. Niemals!“, so LKdt. Jürgen Wirth Anderlan abschlie-
nicht nur in Barcelona, auch hierzulande werden Zeichen gesetzt. ßend. n
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Aus den LANDESTEILEN … 9


Innsbruck von Heinz Wieser

Landesfestzug vor 60 Jahren


Zur Erinnerung an die Freiheitskämpfe im Jahre 1809 gab es vor 60 Jahren am 13. September 1959 bei strahlend schönem Wet-
ter – wie schon bei den Gedenkveranstaltungen der Jahre 1909 und 1934 – als Höhepunkt des jeweiligen Gedenkjahres einen
Festzug durch die Straßen Innsbrucks – als sichtbaren Ausdruck der Zusammengehörigkeit beider Landesteile.

Dieser Festzug am 13. September 1959 zum


150-jährigen Jubiläum der Freiheitskämpfe
war der großartige äußere Höhepunkt des
Tiroler Landesgedenkjahres 1959. Über
25.000 Schützen und 274 Blasmusikkapel-
len aus allen Teilen des Landes zogen in
die Landeshauptstadt Innsbruck. Auch der
größte Teil der rund 3000 Festzugsteilneh-
mer aus Südtirol war bereits am Vortag ein-
getroffen. An diesem Abend flammte von
der Nordkette leuchtend die Schrift „1809
– EIN TIROL – 1959“. Den Beginn der Fei-
erlichkeiten vor dem Landesfestzug bildete
eine vom Salzburger Erzbischof DDDr. An-
dreas Rohracher zelebrierte Pontifikalmesse
in der Propsteipfarrkirche St. Jakob. Zu bei-
den Seiten des über drei Kilometer langen
Weges, den der Festzug nahm, hatten sich
unübersehbare Menschenmassen eingefun-
den, etwa 150.000 bis 200.000. Die Treue
Tirols, wie sie der Kaiser 1909 beschworen
hatte, kehrte 25 Jahre später in den Reden
der Politiker wieder. „Tirol bleibt treu“ wird
zu einer Devise der 125-Jahr-Feier im Jahre
1934. Im Wesentlichen auf eine Woche vom
1. bis 9. September 1934 beschränkt, aber
selbstverständlich mit großem Festzug, war
sie bezüglich des Programmes 1909 gegen-
über sehr bescheiden, aber durchaus nicht Rennweg vor der Hofburg, wo die Ehrengäste und die Zuschauer den Formationen, vorne
ohne politische Brisanz. Dr. Richard Steidle die Musikkapelle von Obertilliach, zujubelten. Foto: Tyrolia Archiv
als Festführer nannte den Festzug vom 2.
September 1934 eine Kundgebung. Unter 100.000 Zuschauern. Der Landesfestzug nehmer und 70.000 begeisterten Zuschauer
dem Motto „Miteinander Tirol gestalten am 20. September in Innsbruck zeigte im bewiesen, dass die Menschen von Kufstein
– Erbe und Auftrag“ nahmen rund 35.000 Sinne des Mottos des Landesgedenkjahres bis Borghetto, von Reutte bis zum Kärntner
Mitwirkende aus beiden Landesteilen am 1809–2009 „Geschichte trifft Zukunft“ in Tor wieder zusammengefunden haben und
Landesfestzug am 9. September 1984 teil. eindrucksvoller Weise, dass vom alten Tirol, zusammengehören. n
Südtirol war mit 68 Musikkapellen und ob deutsch, italienisch oder ladinisch, viel
126 Schützenkompanien vertreten. Der Kraft ausgeht und es optimistisch in eine
Festzug ging durch ein Spalier von rund europäische Zukunft blickt. Die 30.000 Teil-

Pfui
Kein Wort Deutsch ?
Italienische Einsprachigkeit in Südtirols Krankenhäusern 70% der Bevölkerung verwehrt. Wenn Arzt und Patient sich nicht
Obwohl seit Jahrzehnten Zweisprachigkeitspflicht in der öffentlichen verstehen, leidet die Gesundheitsversorgung. Hier wird mit dem
Verwaltung gilt, gibt es derzeit in Südtirols Krankenhäusern hun- Leben der Südtiroler gespielt. Eine Schande für die angeblich „beste
derte Ärzte und Pfleger, die kein Wort Deutsch sprechen − Tendenz Autonomie der Welt“!
steigend. Das Recht auf Verwendung ihrer Muttersprache wird somit meint euer Raffl
N° 1 | Februar 2020

10 Aus den LANDESTEILEN …


Bozen
von Jürgen Wirth Anderlan

Petition des SSB zu Katalonien an den Südtiroler Landtag


Solidarität mit Katalonien und den poli- Schon dass die spanische Regierung das tiroler Schützenbund im Namen aller ihm
tischen Gefangenen – für das Recht auf Militär gegen die friedlich nach Unabhän- angeschlossenen Kompanien den Südtiroler
friedliche Selbstbestimmung! Die Regionen gigkeit strebende Bevölkerung Kataloniens Landtag in einer Petition:
Südtirol und Katalonien haben – obgleich eingesetzt hat, ist absolut unakzeptabel und - sich mit Katalonien und den politischen
ihrer unterschiedlichen Größe und ihrer stellt einen schwerwiegenden Präzedenzfall Häftlingen der katalanischen Freiheits-
durch die Geschichte bedingten Ausgangs- in Europa dar. Umso bedenklicher ist es, bewegung solidarisch zu zeigen und dies
lage – Wesentliches gemeinsam: In beiden wenn nun in Katalonien ehemalige Regie- öffentlich zu erklären;
Ländern gibt es eine nicht unerhebliche rungsmitglieder, die sich im Auftrag des - sich im Rahmen seiner Möglichkeiten
Gruppe von Menschen, die bestrebt ist, mit Volkes für die Freiheit ihres Landes einge- dafür zu verwenden, dass der Konflikt
friedlichen Mitteln, in freier, friedlicher setzt haben, zu langjährigen Kerkerstrafen zwischen dem spanischen Zentralstaat
und demokratischer Art und Weise das verurteilt worden sind. Wenn die Menschen und Katalonien friedlich und im europäi-
Selbstbestimmungsrecht auszuüben. Beide in Minderheitenregionen den Glauben an schen Geist gelöst wird;
Regionen blicken stolz auf ihre Geschichte das vereinte Europa nicht verlieren sollen, - und auf nationaler und auf europäischer
zurück, die eng mit den Nachbarländern muss für alle Staaten Europas klar sein, dass Ebene unmissverständlich klar zu ma-
der jeweiligen Regionen und mit Europa das Recht auf freie, friedliche und demokra- chen, dass das Projekt Europa nicht nach
insgesamt verwoben ist und deren Bewoh- tische Selbstbestimmung einer Nation über dem Prinzip der Nationalstaaten, sondern
ner sich trotz Lokalpatriotismus als echte den rechtlichen Schranken eines Staates nur nach dem Prinzip der Demokratie
Europäer fühlen und danach handeln. steht. Dies vorausgeschickt, bittet der Süd- funktionieren kann und wird. n

St. Pauls
von Egon Zemmer

Sepp-Kerschbaumer-Gedenkfeier: Die Phantom-Autonomie


Am 8. Dezember 2019 wurde in St. Pauls
traditionsgemäß der verstorbenen und le-
benden Tiroler Freiheitskämpfer der 1950er
und 1960er Jahre gedacht. An die 2.000
Marketenderinnen, Schützen und Tiroler
Landsleute waren der gemeinsamen Einla-
dung des SHB und des SSB gefolgt. Die Teil-
nehmer drückten bei dieser Gedenkfeier ih-
ren Respekt, ihre Achtung und ihren Dank
an jene Männer und Frauen aus, die für die
Freiheit der Heimat einen Teil ihres Lebens
geopfert haben. Die Gedenkansprache hielt
Schütze Meinrad Berger aus Andrian, der
selbst in den 60er Jahren Flugzettel verteilte,
bei denen er auf die menschenrechtswidrige
Behandlung der Inhaftierten hinwies. Dafür
wurde er zu einer dreimonatigen Haftstrafe
verurteilt. Meinrad Berger war einer der Kranzniederlegung auf dem Paulsner Friedhof Foto: © SSB/Alfred Stolzlechner
jüngsten politischen Häftlinge Südtirols.
Die Feier begann um 9.45 Uhr mit der gang marschierten die Teilnehmer zum men.“ Berger rief die Südtiroler Politik dazu
Meldung der angetretenen Formationen Friedhof, wo Roland Lang die Anwesenden auf, aus der Lethargie, aus der Unbeweg-
und der anschließenden Frontabschreitung begrüßte. Anschließend ergriff Gedenkred- lichkeit herauszukommen, in der sie steckt,
durch den Bürgermeister von Eppan, Wil- ner Meinrad Berger das Wort. „Ohne die und beendete die Gedenkrede mit: „Wer
fried Trettl, den LKdt. des SSB, Mjr. Jürgen Taten des BAS hätte es keine Neunzehner- sich im Irrglauben aufgibt, um Sicherheit zu
Wirth Anderlan, den Obmann des SHB, Kommission gegeben. Das konnte man erst gewinnen, wird am Ende beides verlieren!“
Roland Lang und den Gedenkredner Mein- kürzlich wieder in einem ORF-Bericht aus Als kleines Zeichen des Dankes an die im
rad Berger. Die Bürgerkapelle St. Michael dem Munde von Silvius Magnago hören“, Exil lebenden Freiheitskämpfer wurden die
begleitete anschließend die Marketende- betonte Meinrad Berger, und weiter: „Das Freiheitskämpfer Sepp Forer und Siegfried
rinnen und Schützen durch die Gassen von entbindet uns aber nicht der Verpflichtung, Steger zur Gedenkfeier zugeschaltet. Sie
St. Pauls zum Kirchgang in die Pfarrkirche. die großen Gefahren einer zunehmenden überbrachten ihre Grußworte an die über
Dort zelebrierte Pater Reinald Romaner politischen Gleichgültigkeit gegenüber den 2.000 Teilnehmer im Paulsner Friedhof.
mit Konzelebrant Pater Christoph Waldner Machenschaften italienischer Kreise und Im Anschluss der Gedenkrede spielte die
OT die Heilige Messe. Nach dem Kirch- einer moralischen Verfettung wahrzuneh- Bürgerkapelle St. Michael das „Lied vom
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Aus den LANDESTEILEN … 11


Guten Kameraden“, und am ehemaligen mit ihnen gegangen sind. Die Ehrensalve haus im Wachkoma liegt. Diese Autono-
Grab von Sepp Kerschbaumer (heute liegt feuerte die SK „Sepp Kerschbaumer“ Eppan mie, die immer nur als Übergangslösung
Sepp Kerschbaumer in seiner Heimatge- ab. „Vor zwei Wochen hat man auf Schloss gedacht war. Das Ziel war, ist und bleibt
meinde Frangart begraben) wurden Kränze Tirol die Autonomie gefeiert. Wir erin- die Selbstbestimmung!“, mahnte LKdt. Mjr.
niedergelegt. Mit eingebunden wurden nern heute und hier an all jene Frauen und Wirth Anderlan in seinen abschließenden
dabei auch die Mitstreiter Sepp Kerschbau- Männer, die maßgeblich dazu beigetragen Dankesworten. Abgeschlossen wurde die
mers: Franz Höfler, Anton Gostner, Luis haben, dass wir überhaupt diese Autonomie sehr würdige Gedenkfeier mit der Tiroler
Amplatz, Jörg Klotz, Kurt Welser und all haben. Diese Autonomie, die zurzeit in Landeshymne und der österreichischen
jene Kameraden, die eine Strecke des Weges der Intensivstation im Bozner Kranken- Bundeshymne. n

Bozen
von Egon Zemmer

Performance Schicksal 39

Rote Koffer vor dem Landtag in Bozen Foto: © SSB/Egon Zemmer

Erinnerung lebt vom Erinnern und entzweite Familien. Die Geschichte und Koffern wurden Postkarten mit Gedichten
nicht vom Vergessen. Ein Koffer voller das Leid unseres Volkes in den Jahren vor, und Liedern sowohl der Dableiber als auch
Geschichte(n) – Gedanken – Gefühle. Vor während und nach der Option ist und bleibt der Optanten angebracht. Zum Abschluss
80 Jahren, am 21. Oktober 1939, vereinbar- ein Unrecht und darf nicht in Vergessenheit wurden am 28. Dezember mehrere rote
ten Hitler und Mussolini ein Abkommen zur geraten. Nur wer weiß, woher er kommt, Koffer vor dem Landtag in Bozen abgestellt.
Umsiedlung der deutschsprachigen Südti- weiß, wohin er geht“, so LKdt. Jürgen Wirth Aus allen Richtungen wurden die roten
roler – ein Dolchstoß für das, was bis dahin Anderlan. Das Ergebnis: 86 Prozent der Koffer in Sternform durch die Straßen und
„die Heimat“ war. Rund 274.000 Südtiroler Südtiroler entschieden sich für das Gehen. Gassen von Bozen getragen. Am Rathaus-
waren gezwungen, sich bis zum 31. De- Tatsächlich abgewandert sind rund 75.000. platz trafen die Schützen zusammen und
zember 1939 zu entscheiden, ob sie deutsch An die 20.000 Optanten kehrten nach zogen gemeinsam bis zum Silvius-Magnago-
bleiben und ins Deutsche Reich auswan- Kriegsende zurück. 130.000 waren staaten- Platz vor den Landtag, wo alle roten Koffer
dern wollten, oder „walsch wählen“ und in los, weil sie zwar für Deutschland gestimmt abgelegt wurden. Die roten Koffer blieben
der Heimat blieben. Wer sich fürs „Gehen“ hatten, aber nicht ausgewandert sind. Sie alle bis zum 6. Jänner dort stehen. „Genauso wie
entschied, hatte die Heimat unwiderruflich haben eines gemeinsam: ihre Geschichte, damals, machten auch wir Schützen uns mit
zu verlassen. Es wurde ihm eine Ansiedlung ihr Schicksal, geprägt von der Entscheidung Koffern auf den Weg. Zentrale Stellen oder
in teilweise noch zu erobernden Gebieten von 1939. Der Entscheidung von Hitler und ein Bahnhof waren der Platz des Abschiedes,
in Aussicht gestellt. Wer sich hingegen fürs Mussolini. Ihrer eigenen Entscheidung. Aus der Spaltung eines Landes und die Trennung
„Bleiben“ entschied, ging ebenso einer unge- diesem Anlass erinnerten die Südtiroler eines Volkes und deren Familien – für beide,
wissen Zukunft entgegen. Eine Zwangsum- Schützen an diese schreckliche Zeit mit ei- Optanten und Dableiber. Diese roten Koffer
siedlung in den Süden Italiens stand – vor ner landesweiten „Performance“. Im ganzen voller Geschichten, Gedanken und Gefühle
allem zum Zwecke einer Mobilisierung für Land wurden ab Oktober 160 rote Koffer sind Symbol gegen das Vergessen. Denn
die Auswanderung – im Raum, erinnert der mit der Aufschrift „schicksal39.com – Opti- die Erinnerung ist unvergänglich und lebt
Südtiroler Schützenbund in einer Aussen- on, Gehen oder Bleiben“ an zentralen Stellen vom Erinnern und nicht vom Vergessen“, so
dung. „Die Option spaltete das Land und in allen Gemeinden aufgestellt. An den roten Jürgen Wirth Anderlan abschließend. n
N° 1 | Februar 2020

12 Aus den BEZIRKEN & BATAILLONEN


Anras
von Veronika Kraler

Wallfahrt des Schützenviertels Osttirol in Anras


Am 28. September 2019 trafen sich ca. 70
Schützen aus ganz Osttirol in Tracht zur
Schützenwallfahrt in Anras. Aber auch
Angehörige und sonstige Teilnehmer
nahmen an der Wallfahrt teil. In gemein-
samem Gebet zog man vom Ortszentrum
aus an der Pfarrkirche zum Hl. Stephanus
vorbei hinüber zur Wallfahrtskirche zum
Hl. Antonius und hinauf auf den angrenzen-
den Kalvarienberg. Dieser schöne Kreuz-
weg wurde 1815 angelegt. In einer kurzen
Andacht konnten die Wallfahrer um Hilfe in
ihren Anliegen bitten. Abgeschlossen wurde
die Wallfahrt mit einem Gottesdienst in der
gotischen Antoniuskirche. Dieser wurde von
Pfarrer Siegmund Bichler gestaltet. Mar-
ketenderinnen und Schützen brachten die
Fürbitten vor. Der Rückweg ins Dorf wurde
zu Gesprächen genutzt, und schließlich ausklingen. Zu einem gemütlichen Beisam- dieser Wallfahrt sorgten „gute Geister“ der
ließ man diese Wallfahrt bei gemütlichem mensein gehören natürlich auch „Speis und SK Anras unter Hauptmann Peter-Paul
Beisammensein im Anraser Kultursaal Trank“. Dafür sowie für die Vorbereitung Kollreider und Obmann Peter Kollreider. n

Brixen/Eisenstadt
von Sepp Kaser

Weinritterfest im Burgenland

Treffpunkt vor dem Hotel Burgenland: (v.l.) Hptm. Johann Winding,


Auf Einladung des „Habsburger Ritterordens“ anlässlich der 400 EMjr. Sepp Kaser, Ehrenschutzträger Erzherzog Karl von Habsburg-
Jahrfeier und zum 35. Jubiläums-Stiftungsfest der Weinritter am Lothringen, Bezirksmjr. Florian Lechner und Bundesschießleiterin
18. und 19. Oktober 2019 in Eisenstadt nahm der Schützenbezirk. Sonja Oberhofer. Die Spitze der Ehrenformation „Schützenbezirk
Brixen“ mit Bezirksfahne bei der Ehrenbezeugung der Hymnen.
Brixen als Mitglied der Vereinigung der Traditionsverbände Mittel-
Fotos: Thea Huber
europas (VTM) mit der Ehrenformation und einer Abordnung aus
Bruneck und Gossensass an den Feierlichkeiten teil. Unter der Or- Von dort marschierten Schützen mit Gästen und Bevölkerung zum
ganisation von Bez.-Kulturreferent Sepp Kaser erfolgte bereits am Festgottesdienst im Eisenstädter Martinsdom, wo im Anschluss
ersten Tag ein Empfang von Dir. Alfred Diewald in einem Weingut an der Ritterordensverleihung Ehrenschutzträger Erzhg. Karl v.
in Rust. Anschließend ging der Festzug zur Kirche und zum Rat- Habsburg-Lothringen eine Reihe von Ordensmitgliedern, Ehren-
haus in Rust. Bez.-Mjr. Florian Lechner meldete dem Bürgermeister, gästen des Alten Österreich und besonders die Südtiroler begrüßte.
dem Hauptorganisator Generalis Consul I. Prof. Alfred R. Tombor Vor der Aufstellung zum Festzug meldete der Mjr. dem höchsten
Tintera, die angetretene Formation mit 50 Schützen mit Bezirks- Vertreter des Hauses Habsburg die Ehrenformation, die eine Ehren-
fahne. Am Samstagvormittag besichtigten einige Eisenstadt und salve schoss. Den Abschluss bildete der Festzug durch die Stadt. Vor
das Schloss Esterhazy. Dieses ist als einstige Fürstenresidenz ein dem Hotel Burgenland endeten die Feierlichkeiten mit Ansprachen
Wahrzeichen der burgenländischen Landeshauptstadt Eisenstadt. und mit der Burgenländischen, der Österreichischen und der Kai-
Treffpunkt der Weinritter war in der Komturei Hotel Burgenland. serhymne. n
N° 1 | Februar 2020

Aus den BEZIRKEN & BATAILLONEN 13


Elmen
von Fredi Scharf

Dankbarkeit und Anerken-


nung für Schützenkurat
Vor 50 Jahren kam Pfarrer Cons. Martin Schautzgy nach Elmen.
Die Feierlichkeiten zu diesem Anlass nützten die Lechtaler Schüt-
zen, um sich bei ihrem langjährigen Schützenkurat (seit 1983) zu
bedanken. Um ihrer Dankbarkeit und Wertschätzung Ausdruck
zu verleihen, hatte das Baon. Lechtal beim Oberinntaler Schützen-
regiment um die Zuerkennung des Regimentsverdienstzeichens
angesucht. Daher kam Viertel- und Regimentskdt. Mjr. Fritz Gastl
nach Elmen, um diese Ehrung vorzunehmen.
Schützenkurat Cons. Martin Schautzgy freute sich sichtlich über
diese Auszeichnung. n

Gais
von Patrick Brugger

Lehrgang für Mitglieder und Offiziere


Am 23. November 2019 fand im Feuerwehrsaal von Gais ein
Lehrgang für Mitglieder und Offiziere statt. Der Schützenbezirk
Pustertal hat den obligatorischen Grundlehrgang für Neumitglieder
erstmals etwas ausgeweitet. Etwa 70 Teilnehmer waren der Ein-
ladung gefolgt. Nach der Begrüßung durch Bez.-Mjr. Erich Mayr
berichtete Bereichsbeirat Olt. Werner Oberhollenzer über den
Aufbau des SSB sowie über die Strukturen auf Bezirks- und Kompa-
nieebene. Bezirkskurat Michael Bachmann ging in seinem Referat
auf das Thema „Schützen und Glauben“ ein, und Bereichsbeirat
Erich Kirchler erläuterte den Anwesenden das korrekte Tragen der
Trachten. Bez.Mjr. Erich Mayr sprach zum Thema: „Präsentation
bei Veranstaltungen.“ Bezirksmarketenderin Martina Hopfgartner
informierte über die verschiedenen Tätigkeiten und veranschaulich-
te den Teilnehmern die Strukturen des Marketenderinnenwesens.
Bundesjugendreferent Mjr. Kuno Huber präsentierte die Jungschüt-
zen und Jungmarketenderinnen im SSB mit dem Jungschützenfilm
„Erlebnis Heimat.“ LKdt. Jürgen Wirth Anderlan erklärte den Bezirkskurat Michael Bachman bei seinem Referat über Schützen
Teilnehmern anschaulich die Gelöbnisformel. Ein spannender Film und Glauben
über die Geschichte Tirols im 20. Jhdt. wurde von Bezirksschrift-
führerin Verena Obwegs vorgestellt. Zum Abschluss des Lehrgangs schen Aufgaben der Schützen“. Bei gemütlichem Beisammensein
referierte Schütze Efrem Oberlechner über „Die volkstumspoliti- endete das Seminar, das alle zwei Jahre stattfindet. n

„GEAT SCHUN“ – Ein besonderes Buch über einen besonderen Menschen

Von Günther Mairhofer & Walter Kofler, 198 Seiten, 160x230 mm; Hardcover
Effekt-Verlag, ISBN 978-88-97053-62-0, 19,90 Euro, Erhältlich direkt über die SK Vahrn unter
buchbestellung.skvahrn@gmail.com und im gut sortierten Buchhandel.

Mit einer außergewöhnlichen Aktion wartete die SK Vahrn kurz vor Weihnachten auf. Am 11. Dezember
fand im Haus Voitsberg eine Buchvorstellung statt, und über 400 Interessierte folgten der Einladung.
Es ging dabei um ein besonderes Buch über einen besonderen Menschen; es geht um die Lebenserinne-
rungen von Anton (Toni) Gamper. Günther Mairhofer und Walter Kofler haben in vielen Gesprächen die
Erinnerungen eines Kameraden aufgezeichnet, zu Papier gebracht und legen diese nun in Buchform,
ausgestattet mit aussagekräftigen Fotos, vor. Die Lebenserinnerungen von Toni Gamper, Jahrgang 1924,
sind ein Streifzug durch ein Jahrhundert Süd-Tiroler Zeitgeschichte, vor allem aber Ausdruck eines
persönlichen Schicksals, das einerseits nachdenklich stimmt, andererseits aber Mut macht. Toni Gam-
per, dem am Ende des Krieges beide Unterschenkel amputiert wurden, ist ein einfacher „Mann aus dem
Volk“ und steht stellvertretend für eine Generation, die in eine Zeit hineingeboren wurde, die zunächst
von Hoffnungen, dann von Entbehrungen, Enttäuschungen und Lebensbrüchen gekennzeichnet war.
Trotz der vielen Widerwärtigkeiten in seinem Leben überwiegt bei den Erinnerungen ein unbesiegbarer
Optimismus, den er selber am besten ausdrückt mit seinem „Geat schun“.
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14 Aus den BEZIRKEN & BATAILLONEN


Gais
von Patrick Brugger

Uraufführung „schicksal.option“
Dableibers aus dem Gadertal wurde von
Judith Valentin vorgetragen. Mit einem
aufwühlenden Selbstgespräch eines Optan-
ten brachte Christian Steger das Publikum
zum Nachdenken, Stoff und Inspiration
gaben die Erzählungen von Angehörigen
und Freunden der Produktion. Spannung
kam bei einem fiktiven Zwiegespräch der
Nachkommen, welches Stefan Liensberger
und Elmar Hellweger führten, auf. Einge-
bettet waren diese Beiträge in Auszügen aus
dem Tagebuch des Brunecker Richters und
Grundbuchbeamten Paul Tschurtschentha-
ler, vorgetragen von Efrem Oberlechner.
Tschurtschenthalers persönlicher Wandel
kann in seinen Eintragungen im Laufe des
Jahres 1939 nachvollzogen werden. Um-
rahmt wurden Beiträge und Auszüge von
Voll besetzte Stuhlreihen, eine sehr emo- Mayr vor, es folgte eine kurze Einführung der Familienmusik Hofer, die mit Liedern
tionale szenische Lesung mit Musik, die in die Optionszeit durch Verena Obwegs, aus der Zwischenkriegszeit ein Bild der da-
zur Annäherung an die Optionszeit vor 80 die mit Efrem Oberlechner „schicksal. maligen Zeit wiedergaben. Begleitet wurden
Jahren beitragen sollte, und lang anhal- option“ konzipiert hat. Regie führte Pauline die Auftritte, Lieder und Tagebuchauszüge
tender Applaus – diese Bilanz konnten am Leimegger. Ein kurzer Filmauszug aus mit Lichtbildern aus der damaligen Zeit.
29.11.2019 die Veranstalter, der Schützen- „Verkaufte Heimat“ führte das Publikum Mit den Dankesworten durch den Hptm.
bez. Pustertal und die SK Gais ziehen. Die in die schwer zu ertragende Zeit ein. Ein der SK Gais Gerald Leiter endete die Veran-
offizielle Begrüßung nahm Bez.-Mjr. Erich hochemotionaler Brief der Tochter eines staltung. n

Gerlos
von Gerhard Hauser

Regimentsversammlung in Gerlos
Das Schützenregiment Zillertal mit seinen 3 Bataillonen und den
15 Schützenkompanien trafen sich zur 60. Regimentsversammlung.
Nach Ramsau war 2019 Gerlos der Versammlungsort der Ver-
sammlung der Zillertaler Schützen.
Die Regimentsversammlung fand im Hotel Gaspingerhof statt, und
Regimentskdt. Herbert Empl konnte folgende Ehrengäste begrü-
ßen: Seelsorger und Kooperator Ferdinand Schnaiter, Franz Hörl
als Vertretung für das Land Tirol u. Landesobmann des Tiroler
Wirtschaftsbundes sowie Abgeordneter zum Nationalrat, Blasmusi-
kobmann und Bürgermeister Franz Hauser, Bürgermeister Andreas
Haas, Viertelkdt.-Stv. Hptm. Georg Huber und Viertelmarketende-
rin Bianca Keiler. Im Rückblick auf das abgelaufene Schützenjahr
ließen der Regimentskommandant und die Bataillonskommandan-
ten die wichtigsten Ereignisse nochmals Revue passieren und hoben
besonders hervor:
- das Freundschaftstreffen Ahrntal, Tauferertal und Zillertal
- das 23. Schützenregimentstreffen in Kaltenbach
- das 3. Tiroler Marketenderinnen-Treffen in Kaltenbach eine Adjustierungsrichtlinie für die Zillertaler Schützen beschlos-
- das Regiments- und Leistungsabzeichenschießen 2019 sen. Eine solche Richtlinie soll daher nun auch bei den Marketen-
Ein ganz herzlicher Dank erging an die Gemeinde Gerlos mit Bgm. derinnen ein Leitfaden und eine Hilfe sein, um die Einheitlichkeit
Andreas Haas für das Mittagessen, sowie an die SK Gerlos unter der Zillertaler Tracht bei den Marketenderinnen zu erhalten. Diese
Hptm. Martin Kammerlander und Obmann Dietmar Tschugg für Richtlinie wird im Laufe der ersten Jahreshälfte 2020 auf die Regi-
die Ausrichtung der Regimentsversammlung. Im Jahre 1998 wurde mentsheimatseite unter „Interessantes“ als PDF abrufbar sein. n
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Aus den BEZIRKEN & BATAILLONEN 15


Kufstein
von Alexander Rossmair

Kufstein hat einen neuen Schützenkönig


Am 28. September veranstaltete die Schüt-
zengilde Kufstein unter großer Beteiligung
ihr traditionelles Auslösch- und Königs-
schießen. Schützenkönig auf eine Distanz
von 150 m wurde Thomas Vogel.
Die Schützengilde der Bezirkshauptstadt
Kufstein zählt mit über 250 Mitgliedern
zu den stärksten Gilden in Tirol. Zu den
wichtigsten Aufgaben – neben dem Brauch-
tum und der Tradition – gehört für den
Vorstand, den Schießsport vor allem jungen
Menschen näher zu bringen. n

(v.l.) OSM Pepi Daxerer, Schützenkönig


Thomas Vogel, BOSM Mag. Hannes Bodner

Kolsassberg
von Herbert Rettl

DenkZeit des Bataillons Rettenberg –


Der Medienkaiser und sein Goldener Ritter
Am 8. November wurde von der Kompanie Kolsassberg zur Veran- veranlasst hatte, ihn nach seinem Tod zu geißeln, die Haare zu
staltung „Der Medienkaiser und sein Goldener Ritter“ eingeladen. schneiden und die Zähne auszureißen. Die Bauten und Denkmäler
Es lag natürlich sehr nahe, dass sich die Kolsassberger Schützen wie das Goldene Dachl, das Zeughaus und das Grabmal sowie seine
mit Ritter Florian Waldauf von Waldenstein befassten, baute dieser Beziehung zu seinem Land Tirol und seine Ehen durften in dem
doch das Schloss Rettenberg wieder auf. Weiters ziert auch das Vor-trag natürlich nicht fehlen. So sah sich Maximilian in einem
Wappen von Ritter Waldauf das Brusthemd der Kolsassberger Wandel der Zeit und wollte dadurch unvergessen bleiben.
Schützen und es ist das Bataillonswappen. Die beiden Bürgermeis- Tatsächlich wuchs Florian Waldauf in Anras in Osttirol auf. Geisler
ter von Kolsass und Kolsassberg, Ing. Gartlacher und Oberdanner, wusste auch gleich eine Anekdote zu berichten, wo der hochintel-
freuten sich, dass die Veranstaltung in Kolsass stattfindet und die ligente Bauernsohn aus Langeweile beim Viehhüten zwei Kühe an
Schützen im Dorfleben aktiv verankert sind. den Schwänzen zusammengebunden haben soll. Florian Waldauf
Mario Gostner gelang es, in den Ausführungen über Kaiser stellte seine Loyalität zu Maximilian unter Beweis und erhielt dafür
Maximi-lian I. einen interessanten Bogen von den Eltern, den den Adeltitel und wurde mit diplomatischen Agenden betraut.
Geschwistern, der Kindheit und Jugend von Maximilian bis zu der Nach diesen beiden Vorträgen war es nicht verwunderlich, dass im
Legende an der Martinswand und seinem Tod in Wels zu spannen. Anschluss bei einem gemütlichen Ausklang noch über diese beiden
Die Zuschauer staunten, als sie erfuhren, dass Kaiser Maximilian historischen Figuren diskutiert wurde. n

Wald im Pitztal
von Sabrina Neururer

Imster Bezirks- und Pitztaler Bataillonsschützenfest


mit landesweitem Marketenderinnen- und Kanonentreffen
Die Schützenkompanie Wald feiert ihr 120-jähriges Bestandsjubiläum, und dazu wird vom 26. bis 28. Juni 2020 in Arzl im
Pitztal das 3-tägige Imster Bezirks- und Pitztaler Bataillonsschützenfest veranstaltet.

Im Rahmen dieses Festes findet am Sams- Vielfältigkeit der verschiedenen Trachten Wir freuen uns auf zahlreiche Salutschüs-
tag, dem 27. Juni 2020 das landesweite im Land Tirol. Wir laden auch alle Kano- se. Durch die Teilnahme jeder und jedes
Marketenderinnentreffen für aktive und niere und Schützenkompanien aus nah und einzelnen bewahren wir ein Stück Tiroler
ehemalige Marketenderinnen statt. fern recht herzlich ein! Die Kanoniere samt Heimat, leben Brauchtum und halten Tradi-
Die Marketenderinnen werden ein starkes Kanonen werden in einem eigenen Block tionen hoch! n
Zeichen für die Frauen im Tiroler Schüt- einziehen und neue und alte Kanonen
zenwesen setzen. Wir freuen uns über die aller Größen aus ganz Tirol präsentieren.
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16 Aus den BEZIRKEN & BATAILLONEN


Lermoos
von Herbert Schweissgut

Ehemaliger Bataillonskdt. Wolfram Vindl Ehrenmajor


Wolfram Vindl wurde 1987 nach dem Rücktritt des langjährigen
Kommandanten Mjr. Erich Hundertpfund zum Bataillonskomman-
danten bestellt. Damals konnte niemand erahnen, dass er dieses
Amt 24 Jahre ausüben wird. Seine Kommandantschaft ist von vielen
Höhepunkten geprägt. Neben dem 25-jährigen Bataillonsjubiläum
in Berwang im Jahr 1994 wurden zahlreiche Bezirksschützenfeste,
Schießveranstaltungen, Sternmärsche und Jungschützenveranstal-
tungen durchgeführt. Hervorzuheben sind die Ausrückungen der
Außerferner Schützen zum Tiroler Ball nach Wien, zur Bestellung
von Sonja Ledl-Rossmann zur Präsidentin des Bundesrates und
schließlich zur Angelobung des Bundespräsidenten Alexander van
der Bellen. Solche Ereignisse sind einem Schützenoffizier – wenn
überhaupt – nur einmal im Leben vergönnt. Aber nicht nur inner-
halb des Schützenwesen hat sich Wolfram Vindl verdient gemacht,
sondern auch durch seine politische Vergangenheit und seine dies-
bezügliche Vernetzung haben wir bei öffentlichen Stellen auf Regi-
onal-, Landes- und Bundesebene und auch den Medien im Laufe daraus der Slogan „Wir Tiroler Schützen – auf dich kommt es an“
der Jahre unsere gesellschaftspolitische Position verbessern können. entstanden ist, dann trifft dies in ganz besonderem Maße auf ihn zu.
Dieser Einfluss hat sich bei vielen Gelegenheiten als unbezahlbar er- Die Verleihung erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem Wolfram Vindl
wiesen. Es hat sich daher aufgedrängt, dass Wolfram Vindl auch bei auch als langjähriger Regimentskdt.-Stv. zurückgetreten ist und die
unserem Nachdenkprozess eine tragende Rolle gespielt hat. Wenn Funktion in die Hände von Mjr. Fredi Scharf gelegt hat. n

Lermoos
von Herbert Schweissgut

Mjr. Gastl Fritz Ehrenmitglied des Bataillons Ehrenberg


Die Versammlung des Bataillons Ehrenberg würdigte die Verdienste
des langjährigen Viertel- und Regimentskommandanten Mjr. Fitz
Gastl mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft des Bataillons
Ehrenberg.
Mjr. Fritz Gastl war in seiner Zeit als Regimentskommandant und
in weiterer Folge als Viertelkommandant stets ein verlässlicher
Ansprechpartner und immer zur Stelle, wenn er gerufen wurde.
In dieser langen Zeit seiner Kommandantschaft nahm er oft den
weiten Weg ins Außerfern auf sich, um den Schützen von Ehren-
berg mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Besonders die Kalender-
aktion ist hier hervorzuheben. Zudem war er für die Osteuropahilfe
verantwortlich und natürlich beim Arbeiten und Organisieren an
vorderster Front anzutreffen. Als Dank für sein besonderes Engage-
ment und seine Kameradschaft ernannte ihn das Bataillon Ehren-
berg zum Ehrenmitglied. n

Mötz
von Norbert Rudigier

Neuer Bataillonskommandant in Petersberg


Am 22. November 2019 fand in Mötz Funktion zu übernehmen, und wurde zum wünschen viel Erfolg und alles Gute für die
die Versammlung des Schützenbataillons neuen Kommandanten des Schützenba- kommenden Jahre. Weitere Funktionen im
Petersberg statt. Nach 15-jähriger Amtszeit taillons Petersberg für die nächsten 3 Jahre Bataillon Petersberg:
hat Mjr. Karl Schöpf seine Funktion zur gewählt. Zum Baon-Kdt.-Stellvertreter wur- Bernhard Häfele (Baon-Kdt.-Stv.),
Verfügung gestellt und stand nicht mehr de der Hauptmann der Kompanie Stams, Anna-Maria Riml (Baon-Marketenderin,
für eine Wiederwahl zur Verfügung. Sein Bernhard Häfele, ernannt. In Würdigung Baon-Schriftführerin und Baon-Pressebe-
bisheriger Stellvetreter, der Hauptmann der seiner Verdienste wurde Mjr. Karl Schöpf auftragte), Monika Prantl (Kassierin und
Kompanie Mötz Michael Randolf, hat sich zum Ehrenmajor gewählt. Wir gratulieren Pressebeauftragte), Martin Holzknecht
bereiterklärt, diese verantwortungsvolle allen Funktionären recht herzlich und (Baon-Jungschützenbetreuer) n
N° 1 | Februar 2020

Tegernsee
von Hannes Günther

Bundesgeneralversammlung 2020 in Rottach-Egern

Die Gebirgsschützenkompanie Tegernsee der Spitze stand der Landrichter, der für die August 1907 wiedergegründet wird. Nach
ist Gastgeber der diesjährigen Bundesgene- Sicherheit in seinem Verwaltungssprengel dem Zweiten Weltkrieg nehmen die Tegern-
ralversammlung. Am 29. März 2020 treffen sorgen musste. Hier beginnt die eigentliche seer Schützen 1948 als erste bayerische Kom-
sich die Vertreter der 47 Kompanien des Geschichte der Gebirgsschützen. 1468 wur- panie mit den Tiroler Schützen Kontakt auf,
Bundes der Bayerischen Gebirgsschützen in den vom Klostergericht Tegernsee 84 Mann man trifft sich zum Handschlag am Grenz-
der Gebirgsschützenhütte im „Lori Feichta“ zum Schutz der engeren Heimat rekrutiert. übergang bei Kreuth. Ein Jahr drauf, am 11.
an der Valepper Straße in Rottach-Egern. Das Landgericht Wolfratshausen, das bis ins und 12. Juni, wird das Treffen zum „Tag des
Die Gemeinde Rottach-Egern im ober- Tegernseer Tal und Kreuth reichte, meldete Alpenländischen Volkstums“ in Rottach zum
bayerischen Landkreis Miesbach mit etwa insgesamt 800 wehrfähige Männer. Zum Ausdruck der neuen Freundschaft zwischen
5600 Einwohnern ist einer der beliebtesten Schutz der Heimat wurde diese „Landwehr“ den Tirolern und Bayern. Das Treffen wird
Urlaubsorte im Oberland und liegt am Südu- aufgestellt. Ihrer Aufgabe wurde diese Wehr mit der Heimkehrer-Wallfahrt zur Gnaden-
fer des Tegernsees. Wie die Geschichte des gerecht, etwa 1632: Während des 30-jährigen mutter von Egern verbunden, wird wegen
Ortes und des ganzen Tegernseer Tals, ist Kriegs drangen 36 Reiter ins Kloster Tegern- schlechter Witterung dann 1950 wiederholt.
auch die Geschichte der Gebirgsschützen- see ein und plünderten die Rüstkammer, die Seit 1960 tragen die Mitglieder eine ein-
kompanie Tegernsee eng mit der Geschichte Schweden wurden aber von den Gmunder heitliche Montur, bestehend aus braunem,
des früheren Klosters Tegernsee verknüpft. und Tegernseer „Pürgschützen“ vertrieben halblangem Lodenrock, Lederbundhose und
Es wurde Mitte des 8. Jahrhunderts ge- und zerschlagen. Während des Spanischen grünem Stopselhut mit roter Geranie.
gründet und war bis 1803 die wichtigste Erbfolgekriegs bewährt sich die „Schützen- Heute zählt die Kompanie mit ihrem
Benediktinerabtei Oberbayerns. Heute mannschaft“ des Klostergebiets Tegernsee Hauptmann Florian Baier 428 Mitglieder,
gehören die Gebäude der herzoglichen ebenso. Den grausamen Höhepunkt der davon 248 Aktive. Sie hat namhafte Ehren-
Linie der Wittelsbacher. Die Wurzeln der Kriegseinsätze bildet 1705 die Schlacht von mitglieder, allen voran der emeritierte Papst
Gebirgsschützen Tegernsee reichen bis in Sendling, die in der hinterhältigen Mord- Benedikt XVI. oder Herzog Max in Bayern.
das 9. Jahrhundert zurück. Ihre Gründung weihnacht endete. 1031 wehrlose Bauern Die Tegernseer Kompanie, die schon viermal
basierte auf der bitteren Notwendigkeit, dass werden niedergemetzelt, darunter 33 Män- den Patronatstag ausrichtete und 1983 sogar
die Orte bei einem feindlichen Angriff auf ner aus Egern und 16 aus Tegernsee. Noch das Alpenregionstreffen, rückt das ganze
sich allein gestellt waren. Der Salesianerpa- heute wird der Sendlinger Mordweihnacht Jahr über fleißig aus und pflegt ihre Partner-
ter und Historiker Dr. Leo Weber belegt in immer an Heiligabend gedacht. schaften zu anderen Kompanien. Über allem
seinen wissenschaftlichen Arbeiten, dass sich 1848 taucht der Name „Gebirgsschützen- steht die Verpflichtung, Tradition, Glauben
die Gebirgsschützen aus den „wehrhaften Compagnie Tegernsee“ erstmals auf, eine und „das heimische Volkstum in Tracht und
Mannschaften“ der oberbayerischen Klöster gemeinsame Kleidung und Bewaffnung wird Kunst, in Lied und Tanz“ zu schützen. Diese
formierten. 817 schon musste Tegernsee Gü- festgelegt. 1870 verlieren die Gebirgsschüt- Aufgabe nennt sie das wehrhafte Brauch-
ter und Wehrmannschaften für Reich und zenkompanien dann ihren militärischen tum. Dass die Bundesgeneralversammlung
König der Karolingerherrschaft beisteuern. Charakter, viele werden aufgelöst. 1880, zum erstmals in der 2001 errichteten prächtigen
Im Gefüge der Wehrorganisation der Wit- 700-jährigen Wittelsbacherfest in München, Schützenhütte im „Lori Feichta“ stattfindet,
telsbacher in Bayern entstanden dann im 13. rücken die Tegernseer Gebirgsschützen dann ist ein Höhepunkt im Kompanie-Kalender.
und 14. Jahrhundert die Landgerichte, ver- zum letzten Mal geschlossen aus. 27 Jahre Hauptmann Florian Baier heißt dazu alle
gleichbar mit den heutigen Landkreisen. An sollte es dauern, bis die Kompanie am 25. Teilnehmer ganz herzlich willkommen. n
Berichte aus Bayern N° 1 | Februar 2020

18
Gmund
Münchner Merkur, Tegernseer Zeitung v. 10.12.2019

Adventsingen in Gmund
Eine besinnliche und staade Stunde hat die
Gebirgsschützen in der Pfarrkirche „St. Ägi-
dius“ auf das Weihnachtsfest eingestimmt.
Der Gmunder Gebirgsschützenhauptmann
Max Gröbl begrüßte die zahlreichen Zuhö-
rer. Beni Eisenburg, profunder Kenner der
Volksmusik, hatte das Programm zusam-
mengestellt. Nicht nur die Weisenbläser der
Gmunder Dorfmusikanten füllten den Raum
mit ihren Klängen, auch das im Landkreis
und Umgebung bekannte Setzberg-Gitarren-
trio bereicherte die Stunde. Mit gewaltigem
Klangkörper spielte die Rottwies-Musi, und
der Waakirchner Viergsang gab adventliche
Lieder zum Besten. Aufmerksam folgte
man den tiefsinnigen Gedanken, die Beni
Eisenburg in Worte fasste. Etwa darüber, kranz im uns überflutenden Lichtermeer Steinmetz endete ein Adventsingen, das die
dass Werte in Gefahr seien, oder dass die untergeht. Mit einem Gebet und dem Zuhörer beim Hinausgehen ganz still für
Botschaft der vier Kerzen auf dem Advent- Segen von Schützenkurat Pfarrer Wieland sich nachklingen ließen. n

Beuerberg
von Alois Schwaiger

Veränderungen bei der Kompanie Beuerberg-Herrnhausen

Foto: Martina Aufleger


Hauptmannwechsel
Hptm. Franz Zimma sen. hat nach 10 (für Flöte und Lyra), die er fast 40 Jahre ausgeübt. Nunmehr folgt ihm Bernhard
Jahren sein Amt abgegeben. Nachfolger ist durchgängig ausübte. Franz Zimma sen. Bromberger (seit 22 Jahren aktiv beim
Anton Frech sen.. Der Frech Toni war 1975 wurde bei der Jahreshauptversammlung Spielmannszug) nach. Peter Melf war 1975
Gründungsmitglied beim Spielmannszug, zum Ehrenhauptmann ernannt. Gründungsmitglied beim Spielmanns-
zwischendurch 20 Jahre Ausschuss-Mitglied zug, bei unzähligen Ausrückungen war er
und Stellvertreter vom Tambourma- Stabwechsel beim Tambourmajor fachlich immer „in voller Fahrt“ und ein
jor. Besonders hervorzuheben ist seine Dreißig Jahre hat Peter Melf das Amt Blickfang. Für seine Verdienste wurde er
Ausbildungsfunktion bei den Spielleuten als Tambourmajor des Spielmannszuges zum Ehrentambourmajor ernannt. n
N° 1 | Februar 2020 Berichte aus Bayern

19
Waakirchen
Münchner Merkur vom 27.12.2019

Gedenkfeier in Waakirchen
Rund 500 Gebirgsschützen haben am Hei-
ligen Abend der Mordweihnacht von 1705
gedacht. Nach einem Gedenkgottesdienst
in der Pfarrkirche St. Martin, zelebriert von
Pfarrer Stephan Fischbacher, versammelten
sie sich vor dem Oberländer-Denkmal in
Waakirchen. An der Feierstunde nahmen
auch die Präsidentin des Bayer. Landtags,
Ilse Aigner, der Stv. Ministerpräsident
Hubert Aiwanger und Staatskanzleichef Dr.
Florian Herrmann teil. n

Foto: Uta Rowley

Gmund
von Hans Baur

Dank an das Kuratorium der Kiem-Pauli-Stiftung

V.l. Thomas Simon, Karl Steininger und Beni Eisenburg V.l. Xaver März, Peter Egner und Martin Haberfellner
 Fotos: Herbert Brenner
Am 12. Dezember 1953 gründeten die Bayerischen Gebirgsschützen
die „Kiem-Pauli-Stiftung“. Seitdem werden Sänger, Musikanten und rium, bestehend aus Ehren-LH Karl Steininger, Ehren-Gau-Hptm.
Förderer mit einer Medaille ausgezeichnet, weil sie sich in außer- des Isargaus Thomas Simon und Beni Eisenburg verabschiedet. LH
gewöhnlichem Maß für die Pflege des alpenländischen Volksliedes Martin Haberfellner überreichte dem scheidenden Gremium die
eingesetzt haben. Über die Verleihung entscheidet ein Kuratorium Kiem-Pauli-Medaille in Gold als Ausdruck des Dankes. Gleichzeitig
aus „drei bayerischen Landsleuten“. Der Kiem Pauli selber hat bis wurde das neue Kuratorium vorgestellt: LH Martin Haberfellner,
zu seinem Tod bei der Auswahl der zur Ehrung vorgeschlagenen Peter Egner aus Garmisch und Xaver März aus Waakirchen. Damit
Kandidaten entscheidend mitgesprochen. Nach dem Adventsingen ist sichergestellt, dass die Kiem-Pauli-Stiftung auch in Zukunft ihre
in Gmund wurde im Gasthaus „Am Gastaig“ das bisherige Kurato- wichtige Bestimmung erfüllen kann. n

Samerberg
von Markus Wörndl

Neuer Standartenträger
beim Baon Inn-Chiemgau
Bei den Neuwahlen im Rahmen der JHV der GSK Samerberg stellte
der Träger der Chiemgaustandarte, Peter Sattelberger, sein Amt
nach 12 Jahren aus Altersgründen zur Verfügung.
Zu seinem Nachfolger wurde Michael Maurer gewählt. Zum Ab-
schluss der JHV übergab Sattelberger die Standarte mit den besten
Wünschen an Maurer. n

(v.l.) Hptm. Fritz Dräxl, Peter Sattelberger, Michael Maurer


Berichte aus Bayern N° 1 | Februar 2020

20
Wir gratulieren …
Gerhard Klamert – 95 Jakob Ertl – 80
Das Gebirgsschützenbataillon Inn-Chiemgau und die GSK Samer- Zum 80. Geburtstag von Jakob Ertl zum „Oaweg“ (im Bild 2. v.l.)
berg konnten Baon-Ehrenoffizier Senator h.c. Gerhard Klamert rückte die GSK Lenggries mit Spielmannszug und Blaskapelle unter
zum 95. Geburtstag gratulieren. Hierbei würdigte Gau-Hptm. dem Kommando von Hptm. Kaspar Reiser aus. Jakob Ertl ist Zeit
Hans Rucker die Verdienste Klamerts um das Schützenwesen und seines Lebens in starkem Maße ehrenamtlich engagiert. Er war 39
Hptm. Fritz Dräxl überreichte im Namen der GSK Samerberg einen Jahre Schriftführer der Antlaß-Schützen, lange Jahre aktiver Musi-
Präsentkorb. Zudem wurde der Jubilar für 40 Jahre aktive Mitglied- kant, stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr und
schaft in der Kompanie ausgezeichnet. n dann Feuerwehrvorstand sowie einige Jahre Kirchenpfleger. n

Murnau Benediktbeuern

Lorenz Zach † Pater DDr. Leo Weber †


Das Wiedergründungsmitglied der GSK Foto: Hias Krinner
Murnau Lorenz Zach verstarb am 28.09.2019
im Alter von 86 Jahren. Überregional be-
kannt wurde er als Sänger bei den Haunsho-
fer Buam. Diese Sängergruppe wurde bereits
bei der 2. Verleihung der Kiem-Pauli-Me-
daille im Jahre 1957 ausgezeichnet. Er diente
der Kompanie im Ausschuss und Salutzug.
Seine Kameraden begleiteten ihn auf seinem
letzten Weg. n

Der verdiente Kirchen- und Kunsthistori-


ker des Klosters Benediktbeuern Pater Leo
Weber ist drei Tage nach seinem 91. Ge-
burtstag am 15.12.2019 in Benediktbeuern
verstorben. Mit der Ordensgemeinschaft der
Salesianer Don Boscos trauert das Kloster-
dorf, dessen Ehrenbürger er war. Mit großer
Leidenschaft hat sich Leo Weber der Ge-
schichte der Gebirgsschützen angenommen.
LH Martin Haberfellner sagte „Vieles, was
wir heute über die Gebirgsschützen wissen,
haben wir ihm zu verdanken. Wir vermissen
einen Freund und werden ihn in guter Erin-
nerung behalten.“ Pater Weber war Ehren- Benediktbeuern-Ried und beim Bund der
mitglied bei der Antlaß-Schützenkompanie Bayerischen Gebirgsschützen-Kompanien. n
N° 1 | Februar 2020

Aus den BEZIRKEN & BATAILLONEN 21


Lana
von Angelika Haller

Rhetorikseminar des Schützenbezirks Burggrafenamt-Passeier


Argumentieren und die Meinung vertreten ist für Mitglieder des
Schützenbundes eine wichtige Kompetenz. Doch Reden will gelernt
sein. Daher wurde ein Rhetorikseminar für Schützen und Mar-
ketenderinnen des Bezirks organisiert. Am 14. Dezember 2019
wurden einer siebenköpfigen Gruppe in einer ganztägigen Fortbil-
dung grundlegende Techniken der Rhetorik vermittelt. Als Referent
konnte Thomas Sinha aus Bozen gewonnen werden. Sinha arbeitet
seit 16 Jahren im Bereich Marketing und Kommunikation. Seit fünf
Jahren ist er in der Beratung im Bereich Marketing und PR selbst-
ständig tätig. Bereits öfters ist er im SSB in Erscheinung getreten
und ist mit dessen Thematiken bestens vertraut. In praktischen
Übungen konnten sich die Teilnehmer/innen, die unterschiedlichs-
ten Funktionen in den Kompanien und im Bezirk innehaben, selbst
als Redner erfahren und durch Beobachtung der anderen verschie-
dene Gesprächssituationen erleben. Die gemeinsame Reflektion
eröffnete viele Perspektiven, wodurch eine Vielfalt an Strategien
erarbeitet werden konnten. Der Referent schaffte es gekonnt, die angebot war für alle Anwesenden äußerst interessant und gewinn-
Schützen und Marketenderinnen aus der Reserve zu locken und sie bringend. Die erlernten Techniken werden mit Sicherheit von allen
somit auf künftige Reden und Debatten vorzubereiten. Das Kurs- früher oder später in der Praxis umgesetzt werden. n

Lana
von Andreas Pixner

Schützen gedenken des Freiheitskämpfers Franz Höfler

Gedenkfeier am Grabe Franz Höflers, v.l. P. Christoph Waldner OT, Fr. Kranzniederlegung am Grab von Franz Höfler, v.l. Lt. Tobias Gruber
Stefan Walder OT, Hptm. Andreas Pixner, Dr. Nicola Canstrini sowie und EHptm. Eduard Graber. Fotos: Martina Trientbacher
Bgf. Mjr. Egon Zemmer.
sowie Abordnungen der Schwesterkompanie „Josef Speckbacher“
Rund 200 Schützen gedachten am 24. November 2019 des 58. Rinn und der GSK Aschau im Chiemgau. Pater Christoph Waldner
Todestags von Franz Höfler in der Pfarrkirche von Niederlana. OT hielt am Grabe der Familie Höfler das Totengedenken für die
Dazu geladen hatte die SK Lana, deren Oberjäger Franz Höfler nach Verstorbenen der Familie Höfler und aller verstorbenen Schützen
der Wiedergründung im Jahre 1958 war. Franz Höfler verstarb in der Kompanie Lana.
der Nacht auf den 23. November 1961 in italienischer Untersu- Anschließend folgte eine kurze Ansprache von Hptm. Andreas Pix-
chungshaft aufgrund der erlittenen Folterungen. Die Familie Höfler, ner. Dabei ging er auf die momentane Situation und den Zustand
Schützen aus ganz Tirol sowie zahlreiche Zivilpersonen nahmen an der Südtiroler Landesautonomie und die Diskussion um die dop-
der Feier teil. pelte Staatsbürgerschaft für Südtiroler ein. Es folgte die Gedenkrede
In der Pfarrkirche von Niederlana zelebrierte Pater Christoph von Dr. Nicola Canestrini, der eingangs einen Teil des Folterbriefs
Waldner OT die Heilige Messe. Anschließend versammelten sich verlas, den Franz Höfler verfasst hatte. Bläser des Bürgerkapel-
Schützen und Marketenderinnen am Grab Franz Höflers, wo And- le Lana umrahmten die Gedenkfeier. Nach dem Abfeuern einer
reas Pixner, Hptm. der SK Lana, die Anwesenden begrüßte, u.a. den Ehrensalve durch die SK Lana und der Weise vom Guten Kamera-
Gemeindereferenten Helmut Holzner, den Bundesgeschäftsführer den klang die Gedenkfeier mit der Tiroler Landeshymne und einer
des SSB Mjr. Egon Zemmer, den Obmann des SHB Roland Lang Kranzniederlegung aus. n
Nun wurde auch
in Trient ein Park N° 1 | Februar 2020

22
nach Andreas Hofer

Aus den BEZIRKEN & BATAILLONEN benannt.

Neustift im Stubai
von Thomas Saurer

Schützen eröffnen den neuen Schulcampus


Was als Skihauptschule Neustift vor 50
Jahren begann, präsentiert sich nun als mo-
derne Kaderschmiede, in der schulische wie
auch sportliche Ausbildung auf höchstem
Niveau angeboten wird: Nach zweieinhalb
Jahren Bauzeit wurde am 20. September der
Schulcampus Neustift im Ortsteil Kampl
durch Landeshauptmann Günther Platter,
Sportreferent LH-Stv. Josef Geisler und
Neustifts Bürgermeister Peter Schönherr im
Beisein von viel sportlicher Prominenz fei-
erlich eingeweiht. Die SK Neustift im Stubai
unter dem Kommando von Bataillonskdt.
Helmut Ranalter empfing die Ehrengäste
und eröffnete den Schulcampus mit einer Mit dem beginnenden Schuljahr ist es nun für 167 Volksschulkinder, 170 Schüler der NMS,
Ehrensalve. n 66 Schüler der Ski-Mittelschule und 29 der Polytechnischen Schule möglich in das Schul-
gebäude einzuziehen. Sie werden von 63 Lehrpersonen unterrichtet. Ein Schulgebäude das
Rücksicht auf pädagogische Konzepte genommen hat. Foto: Angerer
Raas
von Viktoria Stampfl

Tanzkurs des Schützenbezirks Brixen


Die Marketenderinnen des Schützenbezirks
Brixen organisierten einen Tanzkurs von
insgesamt 8 Einheiten in der Turnhalle von
Raas. Marketenderin Sonja Oberrauch und
Hptm. Georg Prosch brachten den tanzbe-
geisterten Teilnehmern verschiedene Tänze
wie Walzer, Polka, Boarischn und Vox bei.
Allen Mitwirkenden sei an dieser Stelle ein
herzliches Vergelt’s Gott ausgesprochen und
noch viel Freude am Tanzen gewünscht! n

Trient
von Hildegard Flor

Andreas-Hofer-Platz in Trient / Stadtteil Piedicastello


Als letzte Stadt des historischen Tirol hat bezeichnete das Viertel als die Wiege der Mit der Landeshymne endete die Feier.
nun auch Trient eine Andreas-Hofer- Stadt. Weitere Ansprachen kamen vom Andreas Hofer hat mehr mit Welschtirol zu
Gedenkstätte erhalten. Dies hatte der Präsidenten des Stadtviertels Claudio Geat, tun, als manche meinen. So befreiten seine
Gemeinderat einstimmig beschlossen. vom Urbanistikstadtrat Alberto Salizzoni Verbände vom Nonsberg und aus der Valle
Trotz anhaltendem Regen haben sich und vom Obmann des Museum Passeier, dei Laghi unter dem Kommando von Giu-
am 20. Dezember Abordnungen von fast Albin Pixner. Die historischen Hintergrün- seppe Dal Cesare am 22. April 1809 die
allen Welschtiroler Kompanien, Vertreter de beleuchteten LKdt. Enzo Cestari und Stadt von den französisch-bayrischen In-
des öffentlichen Lebens, Ehrengäste und Gemeinderat Alberto Pattini. Eine Dankes- vasoren, worauf Hofer Trient zur befreiten
Zuschauer im Stadtteil Piedicastello einge- botschaft kam auch vom Trientner Hptm. Stadt erklärte. Auch war Hofer drei Jahre
funden. Die Feier fand im Eingangsbereich Roberto Feller. Es folgte die Enthüllung des am Ballino-Pass in Judikarien, um Italie-
der ehemaligen Straßentunnel statt, welche Schildes am Andreas-Hofer-Park durch nisch zu lernen, und am 7. Juli 1809 pilgerte
heute als Museum dienen. Durch die Feier Bgm. Alessandro Andreatta und LKdt. Enzo er nach St. Romedius, um den Segen für
führte der Generaldirektor der Stiftung Cestari. Zurück in der Galerie ertönte die seine Bergisel-Schlachten zu erbitten. n
„Historisches Museum Trient“, Giusep- Weise vom Guten Kameraden und es wurde
pe Ferrandi. Bgm. Alessandro Andreatta ein Kranz an der Gedenktafel angebracht.
N° 1 | Februar 2020 Dornenkrone in Miniatur als Geschenk

23
zum 80. Geburtstag v. Siegfried Steger

Aus den BEZIRKEN & BATAILLONEN


Stans
von Fabian Woloschyn

Kaiser Maximilian – Ein Erlebnisvortrag


Das Schützenviertel Unterland veranstaltete
am 18. Oktober 2019 einen Bildungsabend
auf Schloss Tratzberg bei Stans. Zum Ab-
schluss des Maximilianjahres 2019 konnte
Viertelkdt. Mjr. Manfred Schachner zahl-
reiche Teilnehmer begrüßen, darunter die
Abgeordnete zum Tiroler Landtag Claudia
Hagsteiner und LKdt.-Stv. Mjr. Christian
Meischl mit Mitgliedern der Bundesleitung.
Zahlreiche Geschichtsinteressierte aus dem
gesamten Tiroler Unterland folgten der Ein-
ladung auf Schloss Tratzberg, welches um
1500 von Kaiser Maximilian an die Gebrü-
der Tänzl verschenkt und wieder aufgebaut
wurde. Den Höhepunkt neben der Erkun-
dung des Schlosses bildete der Vortrag des
Ehrenkranzträgers des BTSK Dr. Michael Klängen wurde im „Habsburgersaal“ Ge- BTSK. Den Abschluss dieser Bildungsver-
Forcher. Der Historiker blickte in seinen schichte spürbar, greifbar und begreifbar. anstaltung bildete ein gemütliches Beisam-
Vortrag „ Was bedeutet Kaiser Maximilian Es folgten die Ansprachen der Vertreterin mensein mit anregenden Gesprächen beim
für Tirol“ auf die ganz spezielle Beziehung des Landes Tirol und Abgeordnete zum Schlosswirt. n
Maximilians zu seinen „braven Tirolern“ Tiroler Landtag Claudia Hagsteiner und
zurück. Begleitend von mittelalterlichen von Mjr. Christian Meischl als Vertreter des

Mühlwald/Telfs
von Rudl Oberhuber

80. Geburtstag von Siegfried Steger


Am 24. November 2019 feierte Siegfried
Steger (Puschtra Bui aus Mühlen in Taufers)
seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass
organisierte die SK Taufers im Pustertal eine
Fahrt nach Telfs, um mit ihrem Ehrenmit-
glied gebührend zu feiern. Dem Aufruf
folgten auch die Abordnungen der Schüt-
zenkameraden aus Mühlwald, Ahornach,
Uttenheim und Onach. Weiters gaben sich
die Vertretung des Schützenbezirks Pustertal
und LKdt.-Stv. Mjr. Renato des Dorides die
Ehre, dabei zu sein. Die Gemeinde Sand
in Taufers wurde durch Kulturreferentin
Dr. Beate Auer vertreten. Begleitet wurde
die Gruppe von den Geschwistern von
Siegfried sowie ehemaligen Mitkämpfern.
Mit Freudentränen in den Augen empfing durch Ernio Stedile und Meinrad Berger, der Steger ist aber überzeugt, das Richtige getan
Siegfried Steger am Morgen des 26. Oktober als Vizeobmann des SHB mit anwesend war, zu haben, und hadert nicht mit seinem
die angetretene Hundertschaft, bestehend konnte Siegfried Steger an der aufgebauten Schicksal. Er ist weiterhin überzeugt: „Was
aus Schützen, Verwandten und Freunden Trentiner Dornenkrone den 101. Dorn in wir getan haben, war gerecht! Unrecht ist,
vor seinem Heimathaus. Unter Trom- der Krone einschlagen. „Nie hätte ich mir was den Tirolern südlich des Brenners – der
melschlägen und Böllern marschierte die das geträumt“, so Steger, „dass wegen mir so Unrechtsgrenze – passiert ist.“ Nach dem
Festgesellschaft zum nahegelegenen Gasthof viele kommen!“ 80 Jahre ist er mittlerweile Mittagessen wurde gemeinsam noch ein
„Schweizer Hof “, wo bereits Freunde aus geworden und davon verbrachte er die meis- geselliger Nachmittag verbracht. n
Welschtirol Aufstellung genommen hatten. te Zeit im Exil, da er in Italien zu lebens-
Nach den Grußworten und Glückwünschen langer Haft verurteilt worden war. Siegfried
N° 1 | Februar 2020

24 Wir gratulieren …
Andrian NAls
von Hannes Unterkofler von Georg Wenter

Josef Eder – 70 EHptm. Josef Nussbaumer – 80


Ende November 2019 feierte Gründungsmitglied und Fahnen- Am 19. November 2019 konnte die SK Nals ihrem EHptm. Sepp
leutnant der SK Andrian Josef Eder seinen 70. Geburtstag. Eine Nussbaumer zu einem runden Geburtstag gratulieren. Eine
Abordnung der SK Andrian überbrachte dem Jubilar die besten Abordnung der SK Nals überbrachte ihm frühmorgens eine Ge-
Glückwünsche zum Geburtstag. Als Geschenk überbrachten ihm burtstagstorte und die Glückwünsche der gesamten Kompanie zu
seine Kameraden eine schön bemalte Magnum-Flasche mit Südti- seinem 80. Geburtstag. Die SK Nals wünscht ihrem EHptm. Sepp
roler Rotwein und wünschten dem Sepp alles Gute, viel Gesundheit alles Gute und weiterhin viel Glück und Gesundheit! n
für die Zukunft und noch viele Jahre bei der SK Andrian! n

Reutte Arzl
von Andreas Pixner

Baon-Kdt. Elt. Robert Müssiggang – 90


Herbert Schweißgut – 60 Robert Müssiggang, geboren am 29. November 1929 in Arzl, ist
1946 im Alter von 15 Jahren der Speckbacher SK Innsbruck-Arzl
Am 12. Juli 2019 feierte Baon-Kdt. Mjr. Herbert Schweißgut seinen beigetreten. Robert hat 1975 das Dorfschießen ins Leben gerufen
60. Geburtstag. Die SK Reutte und eine Abordnung des Baon Eh- und war bis 1989 Jungschützenbetreuer. Von 1977 bis 1980 stand
renberg rückten aus, um dem Jubilar zu gratulieren. Nach Meldung er als Standartenträger der Bataillonsstandarte dem Schützenbaon
durch Hptm. Wolfgang Santa folgte die Ehrensalve. Als Geschenk Innsbruck zur Verfügung. Als 60-Jähriger wurde er zum Ehrenleut-
gab es von der Kompanie einen neuen Säbel mit persönlicher nant gewählt.
Gravur und vom Bataillon eine Garnitur Whiskygläser mit Karaffe. Außerdem erhielt er 1992 die Goldene Verdienstmedaille für Jung-
Anschließend wurde gemeinsam mit den geladenen Gästen im schützen und 1996 die Goldenen Verdienstmedaillen sowohl des
Veranstaltungszentrum Breitenwang gefeiert. n Landes Tirol als auch des BTSK. Für die 70-jährige Mitgliedschaft
in der Speckbacher SK Innsbruck-Arzl wurde ihm 2016 durch den
Kdt. des Schützenbataillons Innsbruck die Andreas-Hofer Medaille
mit Ehrenkranz überreicht.
Am 30. November 2019 konnten wir mit unserem Ehrenleutnant
ein würdiges Geburtstagsfest mit Ehrensalve und Ehrensalut feiern.
Unserem Jubilar Robert sowie seiner Gattin Hilda, selbst Ehren-
kranzträgerin, wünschen wir Gesundheit und Glück! n
N° 1 | Februar 2020

Aus den KOMPANIEN … 25


Allerheiligen
von Josef Pargger

Schützen bauen Bergiselschlacht nach


Das Modell in der Bauphase mit Andreas Hofer
als zentraler Figur
Die Idee für dieses Werk stammt vom Allerheiliger Schützen
Reinhard Waibl, der nach jahrelangen Planungen und Vorarbeiten
schlussendlich 2017 konkret ans Werk gegangen ist.
Eine wesentliche Besonderheit für den Nachbau ist, dass die
Schlacht „nach unten“ gebaut wurde. Das 1,30 x 1,30 m große Mo-
dell ist platzsparend vertikal gebaut. Ein Spiegel ist schräg in einem
Schrank eingebaut, und in diesem Schrank hängt das Modell nach
unten. Dadurch ist trotz geringer Ausmaße durch die Funktion des
Spiegels die ganze Schlacht ganz normal von vorne zu bestaunen.
Die Ratschläge und Tipps dazu hat sich Reinhard Waibl bei der
Krippenbaumeisterin Andrea Hahndl geholt und die Umsetzung
mit sechs Schützenkameraden unter Federführung von Leo Blaha
vom Krippenverein bewerkstelligt.
Bevor die Umsetzung möglich wurde, war es notwendig, in jahre-
langen Recherchen die 300 zirka zwei Zentimeter großen Zinn-
figuren zu besorgen. Die Figuren kommen aus der ganzen Welt
und wurden durch Reinhard Waibl nach Eintreffen in mühevoller
Arbeit originalgetreu bemalt. Die Materialien, die für die Schlacht
verwendet wurden, mussten entsprechend leicht sein und deshalb
wurde vermehrt mit Styropor, Rinde, Moosen oder Thymian gear-
beitet. Daraus entstanden dann Sträucher, Bäume und die verschie-
denen Geländeformen. Die passende Außenhaut wurde in Form
eines Schrankes ebenfalls in Handarbeit gefertigt.

Das horizontal verbaute Modell mit seiner Spiegelwirkung


Anfang Dezember wurde das einzigartige Werk dann endlich im
Rahmen der Krippenausstellung im Kolpinghaus ausgestellt und hat
Ein wohl einzigartiges Werk ist dem Krippenverein im Kolpinghaus dabei natürlich viele Bewunderer gefunden.
in Innsbruck gelungen. Sieben Personen, hauptsächlich Mitglie- Inzwischen ist diese außergewöhnliche „Bergiselschlacht im Kleinfor-
der der SK Allerheiligen, haben ca. 300 Zinnfiguren in mehreren mat“ im Schützenheim der SK Allerheiligen ausgestellt (Viktor-
hundert Stunden Arbeit in ein Kleinformat der Bergiselschlacht Franz-Hess-Straße 9) und kann ab 10. Jänner jeden Freitag ab
verarbeitet. 19 Uhr besichtigt werden. n

Alpbach von Thomas Saurer

Empfang für Bundespräsident und Bundeskanzlerin


Auch heuer im August lud das Europäische
Forum zu den Politischen Gesprächen in das
„Denker-Bergdorf “ Alpbach. Markus Bischo-
fer, Bürgermeister und Schützenhauptmann,
konnte heuer gleich die beiden Spitzen der
Republik empfangen: den Bundespräsidenten
Alexander Van der Bellen und die Bundes-
kanzlerin Brigitte Bierlein. Die SK Alpbach
empfing die hohen Ehrengäste mit „militäri-
schen Ehren“ – einem Landesüblichen Emp-
fang. Den Bund der Tiroler Schützenkom-
panien vertrat der Viertelkommandant Mjr.
Manfred Schachner. Der Regen konnte den
Gästen, Musikanten und Schützen übrigens
nichts anhaben. n
Fotos: Land Tirol/ Sedlak
N° 1 | Februar 2020

26 Aus den KOMPANIEN …


Allerheiligen
von Josef Pargger

30 Jahre Schützenkompanie Allerheiligen

Die SK Allerheiligen wurde am 16. Juni vorwiegend landwirtschaftlich genutzt bruck in ihrer Ausdehnung seit 1938.
2019 30 Jahre alt. Die Gründungsversamm- wurde. Die Kompaniefahne wurde nach Die SK Allerheiligen hat heute 60 aktive
lung hat am 16. Juni 1989 im Kolpinghaus einem thematischen Konzept von Franz- Mitglieder, eingekleidet mit der Wipptaler
stattgefunden. Erster Hauptmann wurde Heinz Hye und künstlerisch von Toni Höck Tracht. Besonders verbunden fühlt sich die
Josef Pargger, der gleichzeitig Initiator gestaltet. Die Weihe der Fahne erfolgte Kompanie auch mit der Pfarre Allerheili-
der Kompaniegründung war und noch beim Gründungsfest am 3. Juni 1990. gen, und diese Verbundenheit wurde auch
heute die Kompanie kommandiert. In den Die Rückseite der Fahne zeigt die Darstel- dadurch zum Ausdruck gebracht, indem
folgenden Monaten war es neben den vielen lung von Mariae Heimsuchung. Als Vorlage die Schützenkompanie im Jahr 1997 im
organisatorischen Arbeiten besonders diente dabei das Altarblatt am Altar des Kreuzungsbereich Karl-Innerebner-Straße
ein finanzieller Kraftakt, die Kompanie Mariae-Heimsuchung-Kirchleins von Kra- und Peerhofstraße die „Besinnungsstätte
einzukleiden und auszurüsten. Eine große nebitten (erbaut um 1620). Peerhofsiedlung“ errichtet hat. Im Zuge des
Unterstützung hat die Kompanie vom Die Vorderseite der Kompaniefahne zeigt Bataillonsfestes 2003 im eigenen Stadtteil
damaligen RLB-Generaldirektor Günther u.a. das von der SK Allerheiligen initiierte haben die Jungschützen eine neue Jungs-
Schlenck erfahren, der 10 Jahre zuvor auch und von Hye konzipierte Stadtteilwappen chützenfahne erhalten. Jungschützenfah-
die Musikkapelle Allerheiligen ins Leben mit Darstellung des ältesten Innsbrucker nenpatin ist Edith Tröbinger. Am exakten
gerufen hat. Grenzsteins (von ca. 1460) an der alten Jubiläumstag, am Sonntag, den 16. Juni
Die besondere Beziehung zur Familie Landgerichtsgrenze zwischen Hötting (LG 2020, wird die Kompanie am Firmungsgot-
Schlenck wurde auch dadurch dokumen- Sonnenburg) und Zirl (LG Hörtenberg). tesdienst in der Pfarrkirche Allerheiligen
tiert, dass Hanna Schlenck die Fahnenpatin Der im Stadtteilwappen und Kompanie- in Form einer Ausrückung teilnehmen und
wurde. Der Name der Kompanie bezieht logo dargestellte 500-jährige Grenzstein, eine Ehrensalve für die Firmlinge und das
sich auf das Patrozinium der 1965 geweih- dessen Gestalt an einen gotischen Bildstock eigene Jubiläum abfeuern. Anschließend
ten Pfarrkirche und selbständigen Pfarre erinnert und dessen Breitseiten mit einem findet die interne Feier im Schützenheim
Allerheiligen, deren Gebiet ursprünglich gotischen Tatzenkreuz geziert sind, ist der statt. n
der Dorfgemeinde Hötting zugehörte und älteste erhaltene Grenzstein der Stadt Inns-

Meransen
von Paul Bacher

Herz Jesu Notfonds hilft Familie Fischnaller


In der Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli beschädigt. Viele Landmaschinen, darunter arbeiten in den darauffolgenden Tagen. Der
2019 ertönten in Meransen und Umgebung zwei Traktoren, wurden ebenfalls ein Raub Hof ist zwar versichert, doch reicht diese
die Sirenen. Der Wieserhof der Schützen- der Flammen. Die Tiere konnte Jungbauer Summe bei weitem nicht aus, um ihn wieder
familie Fischnaller in Meransen stand in Georg Fischnaller, der den Hof vor drei Jah- aufzubauen. Der Vorstand des Herz Jesu
Vollbrand. Der im Jahre 2017 zum Teil neu ren übernommen hatte, gerade noch unter Notfonds (HJNF) hatte bereits im August
errichtete Stall und Stadel brannten bis Einsatz seines Lebens retten. Viele Vereine, des Jahres beschlossen, den Wiederaufbau
auf die Grundmauern nieder. Das Neben- darunter die Schützenkompanie und die des Wieserhofes in Meransen mit 10.000,-
gebäude, in dem drei Generationen unter Bauernjugend von Meransen sowie viele Euro zu unterstützen. n
einem Dach leben, wurde am Dachstuhl freiwillige Helfer unterstützten die Aufräum-
N° 1 | Februar 2020

Aus den KOMPANIEN … 27


Amras
von Werner Erhart

Gedenkfeier am Tummelplatz
1000 Gedenkkreuze, 1000 Schicksale, 1000 eine Partnerschaft zwischen Amras und
Kerzen! Unter diesem Motto stand heuer Feldthurns gepflegt, und heuer wurde am
die Gedenkfeier für die Gefallenen und Tummelplatz ein Gedenkkreuz für die
Verstorbenen der Kriege am Tummelplatz, Musikkapelle Feldthurns aufgestellt und im
welche am Seelensonntag, den 3. November Rahmen der Feier gesegnet. Die geistli-
2019 vom Erhaltungs- und Betreuungsver- che Feier wurde von Ortspfarrer Patrick
ein abgehalten wurde. Mit einer Spenden- Busskamp gemeinsam mit Militäroberkurat
aktion, deren Erlös für die weitere Restau- MMag. Johannes Peter Schiestl, der auch
rierung und Erhaltung der Gedenkstätte die Predigt hielt, gestaltet. Die Ortsleiterin
dienen soll, wurden die Kerzen beschafft, der Jungbauern Amras Christina Mayr trug
Schüler der Volksschule Amras haben diese einen berührenden Text aus dem Kriegs-
gestaltet und die Jungbauern von Amras tagebuch eines jungen Tiroler Soldaten im
haben sie am Vorabend der Gedenkfeier Ersten Weltkrieg vor. Die Festrede hielt Alt-
bei den Kreuzen aufgestellt und entzündet. Landeshauptmann Landtagspräsident a.D.
Bei der Gedenkfeier wurden die Musikka- DDr. Herwig van Staa. Sowohl die Predigt
pelle und die SK Amras, die Abordnungen als auch die Festrede betonten die Wichtig-
der militärischen Nachfolgevereinigungen, keit des Friedens, der Erinnerung und des
einzelner Innsbrucker Schützenkompani- Verzeihens. Obmann Hans Zimmermann
en einschließlich der Bataillonsstandarte dankte zum Abschluss allen, die zur Ge-
sowie der katholischen Studentenverbin- denkfeier gekommen waren. Es war wieder
dungen aufgeboten. Seit vielen Jahren wird eine schöne und stimmige Feier. n
Foto: Hans Gregoritsch

Amras
von Werner Erhart

Jahreshauptversammlung
der Amraser Schützen mit Neuwahlen
Am 15. November 2019 fand im Schüt-
zenheim die Jahreshauptversammlung der
SK Amras, dieses Mal mit Neuwahlen,
statt. Nach den Berichten der Amtsträger
wurde diesen einstimmig die Entlastung
erteilt. Bei den nachfolgenden Neuwahlen
wurden das alte, bewährte Führungsteam
mit Hptm. Alexander Stampfer, Olt. Toni
Steixner, Schriftführer Manuel Rauscher
und Kassier Bernhard Schiener sowie die
Funktionäre, welche sich weiter zur Verfü-
gung stellten, einstimmig wiedergewählt.
Neu im Ausschuss sind als Jungschützenbe-
treuer Philipp Mitterer, als Zeugwart Wolf-
gang Spängler, als Heimwart Kurt Ullmann
sowie als Kompaniesprecherin Raffaela Foto: Herbert Edenhauser
Sailer, welche ebenfalls einstimmig gewählt
wurden. Zum Dienstführenden Oberjäger Stampfer wurde Ehren-Leutnant und Oj. werden. Die neue (zum Großteil alte) Füh-
wurde Hannes Schiener bestellt. Den schei- Heinz Neuner Ehren-Oberjäger. Wir gratu- rungsriege und die Einigkeit der Kompanie
denden Funktionären Mario Raas, Erich lieren beiden Kameraden und hoffen, dass lassen erhoffen, dass auch die kommenden
Scherkl und Herbert Krismer wurde für ih- sie noch lange mit der Kompanie ausrücken drei Jahre ersprießlich verlaufen werden. n
re langjährige und gute Mitarbeit der Dank
ausgesprochen. Auch bei den Offizieren gab
es eine Änderung: Manuel Rauscher wurde zur Hochzeit
von der Jahreshauptversammlung einstim-
mig zum Fähnrich und der bisherige Fähn- Aus unseren Reihen sind den Bund der Ehe eingegangen:
rich ebenso einstimmig zum Fahnenleut-
nant bestellt. Zwei langjährige Kameraden REUTTE  Clemens Falger und Corinna Schweißgut
wurde ob ihrer Verdienste geehrt: Lt. Bernd
N° 1 | Februar 2020

28 Aus den KOMPANIEN …


Berlin
von Thomas Saurer

Feller-Schützenkompanie St. Johann in Berlin


Am 21. Oktober repräsentierten die St. Gäste, die Tirol jährlich besuchen – ist nanz eines österreichischen Bundeslandes
Johanner Schützen, verstärkt durch weitere Deutschland der wichtigste Export- und ausgerichtet wird, war Tirol in Berlin zu
Mitglieder der Schützenbataillons Win- Tourismusmarkt für Tirol. Für gewöhnlich Gast. Der Einladung von Botschafter Peter
tersteller, das Land Tirol. Tirols Landes- kommen die Gäste, um die Vorzüge des Huber, selbst St. Johanner, und LH Günther
hauptmann Günther Platter hatte zum Landes besser kennenzulernen – für den Platter zum Empfang unter dem Motto
Tirol-Empfang in die Bundeshauptstadt diesjährigen Empfang der Österreichischen „Spüre die Kraft Tirols!“ folgten Vertreter
Deutschlands eingeladen. Mit einem Viertel Botschaft in Berlin, der turnusmäßig im aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und
aller Exporte und zahlreichen Gästen – Rahmen des Österreichischen Nationalfei- Gesellschaft. n
nämlich die Hälfte der über zwölf Millionen ertags stattfindet und stets unter Patro-

Kappl
von Josef Siegele

Trauriger Beginn und viele Erfolge im Jahr 2019


Am 2. Jänner mussten wir unseren Eh- ner Klasse. Außerdem haben die Paznauner alle mit dabei waren. Ebenso schön war die
renhauptmann und Talmajor Siegfried Jungschützen mit der Tagessiegerin Lilly Fahrt bei herrlichstem Wetter auf die Zug-
Juen zu Grabe geleiten. An der großen Walter aus Galtür den Wanderpokal für die spitze Ende Oktober beim Viertelschießen,
Beteiligung von Schützen aus dem ganzen beste Mannschaft ins Tal geholt. mit Fernsicht bis zum Großglockner. Zum
Oberland und der Teilnahme von LKdt. Den größten Erfolg feierte Gerald Zangerle, Regimentsfest in Lermoos sind die Kappler
Mjr. Fritz Tiefenthaler konnte man sehen, der beim Alpenregionsschießen erstmals mit einer starken Kompanie unter dem
welche Verdienste sich Siegfried um das den Sieg in der Einzelwertung nach Tirol neuen Hauptmann Christian Juen ausge-
Schützenwesen erworben hatte. Er wollte holen konnte. Daneben konnte noch der rückt. Das gemütliche Beisammensein ist
im Dezember 2019 eigentlich noch bei der Mannschaftssieg im Bezirk und Tal ver- dabei nicht zu kurz gekommen. Albert Jehle
Adventwallfahrt der Tiroler Schützen nach bucht werden, Einzelsiege beim Max500- wurde dabei für 55 Jahre und Otto Siegele
Rom teilnehmen. Leider war ihm dies nicht Landesschießen mit fast 3.000 Teilnehmern sen. für 65 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Sein
mehr vergönnt, und auch die Urkunde zur errangen Franz Zangerle (2 x) und Sophia Sohn Otto wurde dann im Herbst für seine
Ernennung zum Ehrenhauptmann konnte Hauser vor Otto Siegele mit dem 3. Platz über 20-jährige Tätigkeit als Obmann mit
er nicht mehr entgegennehmen. Die Lücke, bei den Jungschützen. Es waren über 20 dem Verdienstzeichen des BTSK geehrt.
die er in der Kompanie hinterlässt, ist groß. Trophäen für Kappl und dazu noch ein Sieg Birgit Ladner und Patrizia Gander haben
Zum Nachfolger als Talkommandant wurde beim Karabinerschießen in Pfunds. Die uns beim Marketenderinnentreffen im
am 5. April Josef Siegele aus Kappl gewählt. Jungschützen waren auch beim Jungschüt- Zillertal würdig vertreten. Für ihren lang-
Viele Erfolge gab es 2019 beim Schießen: zen-Leistungsabzeichen, dem Wissenstest jährigen Einsatz wurde Birgit schließlich
Die Paznauner Jungschützen wurden beim für unsere Jungen, erfolgreich, und wissen bei der Jahreshauptversammlung mit der
Landesjungschützenschießen mit der mehr als so mancher „Große“. Zur Beloh- „Katharina-Lanz-Medaille“ ausgezeichnet.
Mannschaft 3., und beim Viertelschießen nung gab es einen Ausflug zum Tag der Sie und alle Marketenderinnen sind ein
im Oberland war Fabian Zangerle 1. in sei- offenen Tür auf der Bielerhöhe, an dem wichtiger Teil unserer Kompanie. n

Leutasch
von Thomas Saurer

Leutascher Schützen beim


Treffen der evangelischen
PfarrerInnen
Die Pfarrerinnen und Pfarrer der Evangelischen Kirchen Österreichs
trafen sich heuer in Tirol, genauer gesagt in der Leutasch – einer-
seits, um sich in Tagungen fortzubilden, und andererseits, um den
scheidenden Bischof Michael Bünker zu verabschieden. Am 28. Au-
gust empfing die SK Leutasch unter Hptm. Andreas Neuner Gäste
aus allen Regionen Österreichs. LR Mag. Johannes Tratter vertrat das
Land Tirol, das präzise Gesamtkommando führte der Viertelkom-
mandant von Tirol Mitte, Mjr. Andreas Raass. Bischof Michael Bün-
ker war sichtlich gerührt über diese würdige Verabschiedung: „Ich
danke den Schützen – das war mir eine besonders große Ehre!“ n
N° 1 | Februar 2020

Aus den KOMPANIEN … 29


Kastelbell
von Dietmar Pixner

Jubiläumsfeierlichkeiten
2019 feierte die SK Mjr. Michael Mayr Kas-
telbell ihr 60-jähriges Wiedergründungsju-
biläum. Nach dem Großen Österreichischen
Zapfenstreich am 18. Mai auf Schloss
Kastelbell bildete der Festabend am 16. No-
vember im Mehrzwecksaal von Galsaun den
Abschluss des Jubiläumsjahres. Im Mittel-
punkt stand die Ehrung der noch lebenden
Gründungsmitglieder und lang gedienter
Marketenderinnen. Vor 60 Jahren, am
Sonntag, den 15. November 1959, ist die SK
Kastelbell wiedergegründet worden, erklärte
Adjutant Martin Karl Pircher als Moderator
einleitend. „Unter Hptm. Luis Pixner ist eine
Kerngruppe entstanden, die eine erfolg-
reiche Ära eingeleitet hat.“ Hptm. Dietmar
Pixner gab einen Rückblick auf erfolgrei-
che Vereinsjahre. Archivberichten zufolge Dieser erwähnte auch die über 40 Jahren Tiroler gegen die bayerische und franzö-
beteiligten sich die Kastelbeller Schützen währende Freundschaft zu den Schützengil- sische Besatzungsmacht im Jahre 1809 zu
im Jahre 1499 an der Calvenschlacht. Auch den Eutin und Sonthofen. Bgm. Gustav Tap- den Waffen. Bei der Wiedergründung der
zu den Freiheitskämpfen 1809 gegen die peiner überbrachte die Glückwünsche und Schützenkompanie vor 60 Jahren waren
Franzosen und Bayern rückte die Kompanie den Dank der Gemeinde Kastelbell-Tschars. mutige, engagierte Männer gefragt. Die
mit über 100 Mann aus. Es folgten der Ein- „Im Jahre 1959 haben mutige Männer, Schützen der Kompanie Mjr. Michael Mayr
satz der Standschützen im 1. Weltkrieg, die dazu gehörten auch Anton Linser, Anton Kastelbell haben mit ihrem Hauptmann, mit
Zerreißung Tirols vor hundert Jahren mit Moser und Ignaz Ratschiller, diese Schüt- ihrer Kommandantschaft, Zeugnis abgelegt
der Auflösung des Schützenwesens, die Zeit zenkompanie wiedergegründet. Im Namen für Standfestigkeit, Ausdauer und Treue zur
des Faschismus und der Wiedergründung. des SSB gratulierte LKdt.-Stv. Mjr. Renato Heimat. Darauf könnt ihr stolz sein, so wie
Gründungshauptmann war 1959 Konrad des Dorides zum Jubiläum und dankte für auch der Schützenbund auf euch stolz ist“,
Raffeiner. Die weiteren Hauptleute waren: den erbrachten Einsatz. „Die Kastelbeller betonte Renato des Dorides abschließend.
Erich Linser (1974−1981), Hugo Kaserer Schützen haben Geschichte geschrieben, Grußworte sprach auch der Baon-Kdt. Peter
(1981–1990), Jakob Raffeiner (1981–1990), und das nicht nur in der eigenen Gemein- Raffeiner. Auch er gratulierte im Namen der
Johann Prister (1993–1999), Alois Pixner de. Sie standen bei der Calvenschlacht im Bezirksleitung zum 60-jährigen Wieder-
(1999–2011) und seit 2011 Dietmar Pixner. Einsatz und griffen im Freiheitskampf der gründungsjubiläum. n

KONSPIRATIVE POLITISCHE HÄNDEL


Helmut Golowitsch legt Österreichs bisweilen heuchlerisch betriebene Südtirolpoli-
tik offen.

Ob unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg tatsächlich die Chance für die in
eindrücklichen Willensbekundungen der Bevölkerung sowie in politischen und
kirchlichen Petitionen zum Ausdruck gebrachte Forderung nach Wiederverei-
nigung des 1918/19 schandfriedensvertraglich geteilten Tirol bestand, ist unter
Historikern umstritten. Unumstritten ist, dass sich das Gruber-De Gasperi-Ab-
kommen vom 5. September 1946, Grundlage für die (weit später erst errungene)
Autonomie der „Provincia autonoma di Bolzano“, dem die regierenden Parteien
sowie der zeitgeistfromme Teil der Opposition in Wien, Innsbruck und Bozen
heute den Rang einer „Magna Charta für Südtirol“ zubilligen, laut Diktum des
früheren Bundeskanzlers Bruno Kreisky (SPÖ) für Österreichs Politik mitunter als
„furchtbare Hypothek“ erwies. Denn allem Anschein nach fügte sich der österrei-
chische Außenminister Karl Gruber seinerzeit in Paris ebenso seinem italienischen Gegenüber
Alcide De Gasperi wie den drängenden Siegermächten, um überhaupt etwas mit nach Hause bringen zu können. Es waren jedoch
nicht allein die aus der (geo)politischen Lage herrührenden Umstände und die Unzulänglichkeiten des damals zur Friedenskon-
ferenz entsandten österreichischen Personals sowie das mitunter selbstherrliche Gebaren Grubers respektive der Druck, den die
(west)alliierten Siegermächte auf die Beteiligten ausübten und schließlich ein anderes als das von den (Süd-)Tirolern erhoffte
Ergebnis zeitigten. Eine soeben abschließend im Grazer Stocker-Verlag erschienene, aus drei voluminösen Bänden bestehende
Dokumentation des Linzer Zeithistorikers und Publizisten Helmut Golowitsch zeigt, dass vor und hinter den Kulissen Akteure am
Geschehen beteiligt waren.
N° 1 | Februar 2020

30 Aus den KOMPANIEN …


Oberndorf
von Sabine Trabi

Übergabe der Kameradschaftsfahne und Neuwahlen


Am ersten Sonntag nach Allerheiligen
wird traditionell der Gefallenen der beiden
Weltkriege gedacht. 2019 war es ein ganz
besonderer Tag für Kameradschafts-
bund und Schützenkompanie. Aufgrund
des Ablebens des letzten Obmannes des
Kameradschaftsbundes in Oberndorf –
Hans Spiegl – und der damit verbundenen
Auflösung des Vereins hat sich die Josef-
Hager-Schützenkompanie bereiterklärt,
künftig bei Ausrückungen in Oberndorf
auch die Kameradschaftsfahne mitzutragen.
Die Übergabe fand im Rahmen der Kranz-
niederlegung am Kriegerdenkmal statt. Die
Fahne soll uns immer an die beiden Welt-
kriege erinnern und uns ermahnen, dafür
zu sorgen, dass solche Zeiten nie wieder
Für 40-jährige Zugehörigkeit geehrt wurden (v.l.) M. Sommer, R. Jöchl und
über uns hereinbrechen können. DI Ch. Hopfensperger
Im Anschluss an die Feier hielt die
Schützenkompanie gemeinsam mit der Oberjäger vorgenommen. Nach den Eh- der Gilde durch Bgm. Hans Schweigkofler
Sportschützengilde die jährliche Jah- rungen wurden von Hptm. Josef Strobl und − statt. Beide Male wurden die Vorschläge
reshauptversammlung ab – diesmal mit Oberschützenmeister Ing. Jochen Brunner für den Vorstand einstimmig angenom-
Neuwahlen. Nach der Begrüßung durch die Tätigkeitsberichte von Kompanie und men und von den Gewählten akzeptiert.
Obm. Hans Brandstätter und dem Totenge- Gilde verlesen. Im Anschluss fanden die Die Jahreshauptversammlung wurde mit
denken wurden einige Ehrungen sowie die Neuwahlen − bei der Kompanie durchge- den Grußworten der Ehrengäste und der
Beförderung von Ing. Jochen Brunner zum führt von Mjr. Hans Hinterholzer und bei Landeshymne beendet. n

Stams
von Helmut Hörmann

Kompaniechronik zum 60-Jahr-Jubiläum


Bei ihrer Jahreshauptversammlung im Oktober 2019 feierte die
SK Stams ihr 60-jähriges Wiedergründungsjubiläum. Nach dem
Kriegergedenken mit Kranzniederlegung am Mahnmal für den
Frieden erinnerte Obmann Hermann Schweigl in seiner Ansprache
an sechs Jahrzehnte Kompaniegeschichte mit großen Höhepunkten
wie das 4. Alpenregionsfest 1981, das 1. Kaiserfest 1999, zahlreiche
Wallfahrten, Staatsbesuche wie den des schwedischen Königspaares,
eine Reihe von Festen des Regiments und des Bataillons Petersberg,
Fest-Eröffnungen und die Reliquieneinsetzung des seliggesproche-
nen Kaisers Karl. Unzählige Landesübliche Empfänge waren für
Hauptmann und Mannschaft immer wieder eine neue Herausforde-
rung. Aber auch Tiefschläge mussten hingenommen werden. Doch
Gemeinschaftssinn und Zusammenhalt, großer Einsatzwille der
Führungskräfte und zahlreiche Förderer mit Gemeinde, Stift, Schüt-
zenbund und Privaten halfen die Probleme zu bewältigen. Gemein-
Bildungsoffizier Helmut Hörmann überreichte Obm. Hermann
sam ist vieles gelungen, auf das die Kompanie stolz sein darf. Hptm. Schweigl und Hptm. Bernhard Häfele die von ihm verfasste
Bernhard Häfele dankte in seiner Wortmeldung für Disziplin, 360-seitige Schützenchronik Foto: Martin Holzknecht
Einsatzfreude und gelebte Kameradschaft und sagte ein herzliches
Vergelt,s Gott für die Großzügigkeit der beiden Schützenpatinnen. „Schützenchronik 1959−2019“ verfasst, die als Nachschlagewerk
Kassier Markus Rinner konnte trotz kostenintensiver Anschaf- wertvolle Dienste leisten kann.
fung von neuen Trachten einen positiven Kontostand vermelden. Die Ehrengäste Bez.-Mjr. Norbert Rudigier und sein Vorgänger
Kompaniechronist Helmut Hörmann berichtete über seine Arbeit Heinrich Gstrein fanden lobende Worte für die Stamser Kompanie,
mit dem vorhandenen Schriftgut und Bildmaterial, das er nach dem wie auch Vizebürgermeister Gerhard Wallner, der das harmonische
Sichten in 15 Ordnern archiviert hat, und über eine umfangreiche Miteinander der Vereine in der Gemeinde als wertvolles und wün-
Fotodokumentation mit ca. 600 Aufnahmen. Um aber bei der Fülle schenswertes Gut betrachtet. n
an Material eine Übersicht zu gewährleisten, hatte er eine eigene
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Aus den KOMPANIEN … 31


Taufers i.P.
von Harald Laner

Gefallenengedenken im Pustertal
Am Seelensonntag, den 3. November 2019
trafen sich Schützen und Fahnenabordnun-
gen aus dem Pustertal zur Gefallenenge-
denkfeier in Taufers. Anwesend war Bgm.
Siegfried Steinmair, Vizebgm. Stefano Ma-
riucci und die Kulturreferentin Beate Auer.
Aufgrund der Witterung wurde die heilige
Messe für alle Gefallenen in der gotischen
Pfarrkirche von Taufers gefeiert. Musikalisch
mitgestaltet wurde sie von der Bürgerkapelle
Sand und dem Männerchor Taufers. Pater
Markus vom Kapuzinerkloster Bruneck er-
innerte in seiner Predigt daran, dass es recht
sei, aller zu gedenken, die für die Heimat ihr
Leben eingesetzt haben. Im Anschluss an die
Eucharistiefeier hielt der Landeskommandant der Feier nahm auch eine Vertretung der ger, Obm.-Stv. des Südtiroler Heimatbundes,
des SSB, Mjr. Jürgen Wirth Anderlan, die Ge- Vereinigung „Noi Tirolesi – Wir Tiroler“ aus begleitete die feierliche Übergabe. Im An-
denkrede und hob hervor, dass es Tiroler Art Welschtirol teil. Präsident Erino Stedile über- schluss erklang die Tiroler Landeshymne. Vor
sei, sich zu erinnern und dass wir uns immer reichte der SK Taufers eine kleine Dornen- der Pfarrkirche wurde von der SK Taufers am
wieder bewusst machen sollen, wem wir uns krone in Erinnerung an den Freiheitskämpfer Kriegerdenkmal eine Ehrensalve abgefeuert
verdanken. Heute bräuchten wir nicht mehr der 60er Jahre Heinrich Oberlechner, der und zu den Klängen des Liedes vom Guten
unser Leben für die Heimat geben, aber wir 2006 fern der Heimat verstorben ist und erst Kameraden ein Kranz in Erinnerung an alle
sollten unsere Freizeit dafür einsetzen. An als Toter heimkehren konnte. Meinrad Ber- Gefallenen niedergelegt. n

Tulfes
von Manfred Arnold

Angelobung in der Speckbacher Schützenkompanie Tulfes


Am ersten Sonntag nach Allerheiligen, dem
3. November 2019, feierte die Speckbacher
SK Tulfes ihren Schützenjahrtag mit an-
schließender Generalversammlung.
Mit dem Antreten der Formationen und
dem gemeinsamen Einzug mit der Mu-
sikkapelle Tulfes zur Pfarrkirche, wo die
feierliche Messfeier stattfand, begann
der Schützenjahrtag 2019. Ebenfalls ein
Höhepunkt war die Angelobung der neuen
Jungschützen Elias Arnold und David
Kößler und des neuen Schützenkameraden
Mario Hartmann, bei der die Musikkapelle
die Landeshymne spielte.
Die diesjährige Generalversammlung wur-
de im Vereinshaus abgehalten, wo man zu
den rund 60 aktiven Schützen auch einige die Aktivitäten im abgelaufenen Schützen- richteten die Ehrengäste Grußworte an die
Ehrengäste wie Dekan Augustinus Kühne, jahr gab es viel zu berichten, und es galt Festversammlung und sprachen der Kom-
Bgm. Martin Wegscheider und Bezirkskdt. auch zu danken, bevor es zu den Ehrungen panie ihre Anerkennung aus. n
Mjr. Kurt Mayr begrüßen durfte. Auch über und Auszeichnungen kam. Abschließend

TROSTWORTE
Reinhold Stecher.

Bilder und Gedanken für die Zeit der Trauer, mit Aquarellen des Autors, herausgegeben vom
Peter Jungmann im Auftrag des Bischof-Stecher-Gedächtnisvereins

44 Seiten, 14 farb. Abb., 18 x 15 cm, gebunden, Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien 2020


ISBN 978-3-7022-3830-8, 9,95 Euro
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32 Aus den KOMPANIEN …


Vorderthiersee
von Christian Pirchmoser

Ehrenmitglieder in der Schützenkompanie Vorderthiersee

V.l.: Obm. Olt. Christian Pirchmoser, Hptm. Peter Sieberer, Maria und Ossi Plank, Hildegard und Stanis Mairhofer, Helmut und
Greti Mairhofer, Vizebgm. Silvia Schellhorn, Baon-Kdt. Mjr. Hermann Egger und EHptm. Hans Trainer Foto: Christian Pirchmoser

Einen großen Ehrentag konnte kürzlich die ernannt werden. Neben dem langjährigen Ossi Plank zuteil. In Beisein ihrer Gattinnen
SK Vorderthiersee feiern. Im Rahmen eines Oberleutnant und Obmann Stanis Mairhofer sowie des Bataillonskommandanten Her-
Pfarrgottesdienstes anlässlich des 20-jährigen wurde diese Ehre auch dem langjährigen mann Egger konnten alle drei ihre Urkunden
Bestehens der Schützenkapelle konnten drei Fähnrich Helmut Mairhofer sowie dem lang- persönlich in Empfang nehmen. n
verdiente Mitglieder zu Ehrenmitgliedern jährigen Ausschussmitglied und Schriftführer

Volders
von Herbert Rettl

Ehre, wem Ehre gebührt


Jedes Jahr gilt es für die Senseler Schützenkompanie am Seelen-
sonntag ein großes Programm zu bewältigen. Nach der Gedenk-
messe und dem Gefallenengedenken am Kirchplatz findet die
Jahreshauptversammlung und am Nachmittag die Gedenkfeier
am Tummelplatz statt. Neben einem Jahresrückblick konnte auf
zahlreiche Ehrungen, die 2019 Schützenkameraden und Mar-
ketenderinnen zuteil wurden, verwiesen werden. So wurde Zgf.
Wessiak mit dem Verdienstkreuz des Landes Tirol und Zgf. Erler
mit der Verdienstmedaille des Landes Tirol für ihre Leistungen
geehrt. Der Marketenderin Verena Frischmann konnte zu zahlrei-
chen Meistertiteln im Sportrodeln, die von den Europa- bis zu den
Österreichischen Meisterschaften reichen, gratuliert werden. Als ein
Höhepunkt der Jahreshauptversammlung stand die Verleihung der
Verdienstmedaille in Silber des BTSK an Olt. Klingenschmid auf
dem Programm. Diese Verdienstmedaille ist die höchste Auszeich-
nung, die eine Kompanie selbständig an ein Mitglied vergeben V.l.: Neuschütze Georg Angerer, Fhr. Walter Frischmann und
kann. Unter den vielen Leistungen von Olt. Klingenschmid ist si- Hptm. Peter Rathgeber
cherlich sein Organisationstalent bei den zahlreichen Veranstaltun-
gen und sein Dienst bei der Nachwuchsarbeit hervorzuheben, die gelobung von Georg Angerer auf der Tagesordnung. Die Ehrengäste
maßgeblich zum Erfolg und der Entwicklung der Kompanie beitra- dankten den Schützen für die Einladung und die Mitwirkung im
gen. Mit großer Freude konnte an den Ortschronisten Karl Wurzer Dorfleben und an der Aktion „Essen auf Rädern“ und gratulierten
der Ehrenkranz des BTSK verliehen werden. Diese Auszeichnung den ausgezeichneten Mitgliedern. Mit einem dreifachen „Schützen-
wird für außerordentliche Verdienste im Schützenwesen vergeben. Heil“ beendete Hptm. Rathgeber die Jahreshauptversammlung,
In den letzten Jahren drei Jahren konnten neun neue Mitglieder bei hieß es doch, sich für die nächste Ausrückung am Nachmittag zur
den Volderer Schützen aufgenommen werden. Heuer stand die An- Gedenkfeier auf dem Tummelplatz bereitzumachen. n
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Aus den KOMPANIEN … 33


Weerberg
von Martin Sprenger

Gefallenengedenken und Neuwahlen

Die Ehrungen wurden durch Obm. Hannes Schiffmann und Hptm. Martin Sprenger vorgenommen. Im Bild die Geehrten mit Pfarrer
Thomas George, GV Christian Aigner und Bgm. Gerhard Angerer.

Am 3. November 2019 fand das Totenge- Schiffmann und Hptm. Martin Sprenger Bgm. Gerhard Angerer gewählt. Christian
denken mit anschließender Jahreshauptver- konnte man einiges über das vergangene Geisler legte seine Funktion als Schriftfüh-
sammlung der SK Weerberg mit Neuwahlen Schützenjahr erfahren. Ebenso konnten auch rer nieder. Insgesamt war er 15 Jahre im
beim Gasthof Schwannerwirt statt. Am See- Kassier Thomas Schiffmann mit seinem Kas- Ausschuss tätig gewesen. Auf ihn folgt nun
lensonntag wird traditionell der Gefallenen sabericht und Schriftführer Christian Geisler Mark. Marina Angerer. Auch der Jungschüt-
und Vermissten beider Weltkriege gedacht. mit seinem Tätigkeitsbericht einen genauen zenbetreuer Martin Schiffmann und sein
Nach dem Gottesdienst und der feierlichen Rückblick über das vergangene Vereinsjahr Stellvertreter Markus Lintner haben sich da-
Kranzniederlegung beim Kriegerdenkmal verschaffen, bevor dann als letzter Punkt die zu entschlossen, ihre Tätigkeiten abzugeben.
wurden die Langjährigkeitsmedaillen ver- Neuwahlen auf dem Programm standen. Der Als Jungschützenbetreuer folgt nun Robert
liehen. Bei den Berichten von Obm. Hannes neue Vorstand wurde unter der Leitung von Lieb mit Stellvertreter Stefan Knapp. n

Werfen
von Werner Erhart

Ausflug der Amraser Schützen in die Eisriesenwelt Werfen


Am 21. September 2019 fuhren die Am-
raser Schützen nach Werfen, um dort die
Eisriesenwelt zu besuchen. Nach der An-
kunft beim Besucherzentrum folgte ein ca.
20 Minuten langer Marsch bis zur Talstati-
on der Seilbahn, welche die gut gelaunten
Ausflugsteilnehmer binnen drei Minuten
zum 500 m höher gelegenen Dr.-Oedl-Haus
brachte, wo auf der Terrasse hoch über
dem Salzachtal bei strahlendem Wetter das
Mittagessen eingenommen wurde. Von dort
ging es wiederum ca. 20 Minuten zu Fuß
über den in die Felswand geschlagenen Weg
zum Höhleneingang. Durch Klüfte, Gänge
und Eishallen mussten über 700 Stufen 134
Höhenmeter überwunden werden − von
einem gigantischen Eindruck zum anderen.
Dann ging es natürlich wieder 700 Stufen
nach unten zum Eingang der Höhle und
nach einer weiteren Stunde zum Autobus.
Alle Teilnehmer waren von der Schönheit
dieses Naturdenkmals restlos begeistert. n Foto: Werner Erhart
N° 1 | Februar 2020

34 Unsere JUNGSCHÜTZEN & MARKETENDERINNEN


ALGUND/LANA
von Angelika Haller

Aktiver Herbst der Burggräfler Marketenderinnen


Wie alle Jahre startete der Herbst mit den Vorbereitungen für das
Traubenfest. Dazu gehört seit einigen Jahren auch das gemeinsa-
me Exerzieren der Marketenderinnen mit den Tamperern und der
Bezirksleitung, welches am 18. Oktober 2019 erneut in der Obstge-
nossenschaft Algund stattfand. Am 16. November organisierte der
Marketenderinnenbeirat einen „Kirchtagskrapfen-Backkurs“ für
Marketenderinnen und Interessierte. Konditor und Schütze der SK
Lana Markus Winkler gab den Frauen mit Witz und Charme das
Rezept seiner Großmutter weiter. Die fleißigen Krapfenbäckerinnen
durften sich die köstlichen Krapfen im Anschluss natürlich schme-
cken lassen. Den Abschluss bildete das mittlerweile traditionelle
Essen zum Jahresende am 29. November. In vorweihnachtlicher
Stimmung verbrachten die Marketenderinnen der unterschiedlichen
Kompanien einen gemütlichen Abend im Restaurant Elisabeth-Keller
in Tscherms und ließen das vergangene Schützenjahr Revue passie-
ren. Bezirksmarketenderin Angelika Haller nutzte das Beisammen-
sein, um allen herzlich für ihren Einsatz in den Kompanien und im
Bezirk zu danken. n

Völs
von Franziska Jenewein

Pflegeprodukte selbst hergestellt


„Sag es mir und ich werde es vergessen,
zeig es mir und ich werde es vielleicht
behalten, lass es mich selber tun und ich
werde es wissen!“ (Konfuzius)

Marketenderinnen trafen sich an einem


Abend, um selbst Pflegeprodukte unter
Anleitung im Schützenheim Völs herzustel-
len. Im Seminar mit Christine Heidegger
konnten die Teilnehmerinnen Inhaltsstoffe
und verschiedene Rohstoffe kennenler-
nen. Dabei ging es grundsätzlich um die
Beschreibung von Kräutern und Pflanzen,
die für die Herstellung von Pflegeprodukten
geeignet sind, sowie die Auswirkung von
verschiedenen Aromen. In den weiteren
Schritten war es den Marketenderinnen
möglich, die ausgewählten drei Pflegepro-
Marketenderinnen treffen sich zum gemeinsamen Austausch in der Arbeit mit Naturpro-
dukte (Lippenpflegebalsam, Gute-Nacht-
dukten und im Sammeln von Informationen aus unserer Natur und unseren Schätzen.
Creme und Body Melts) selbst herzustellen
und die besonderen Rohstoffe wie Bienen- die Besonderheit der Verarbeitung. Unter Pflegeprodukte in der Praxis selbst gerührt
wachs, Sheabutter und weitere zu verarbei- Berücksichtigung von Hauttyp, Vorlieben, und konnten mit nach Hause genommen
ten, mit dem besonderen Augenmerk auf Düften und bekannter Allergien wurden die werden. n

Gerlos
von Franziska Jenewein

Weihnachten, ein Fest der Begegnung


Es ist ein schöner Brauch in der Adventzeit geworden, Menschen kleinen Weihnachtsfeier zusammen. Wir möchten uns an dieser
zusammenzubringen, und zu einer gemeinsamen Feier einzuladen. Stelle ganz herzlich bei Bataillonskdt. Martin Kammerlander sowie
Die Marketenderinnen im BTSK folgten der Einladung von Ba- der Viertelmarketenderin Unterland Bianca Keiler für den wunder-
taillonskdt. Martin Kammerlander und kamen in Gerlos zu einer schönen Abend und das Rahmenprogramm bedanken. n
N° 1 | Februar 2020

Wir gedenken … 35
Rita Winding Gitti zeichnete die wunderbare seinem letzten Weg. Mit einer Waffenmeister und Ausschuss-
geb. Leitner Fähigkeit einer schönen Hand- Ehrensalve und dem Lied des mitglied der Kompanie. In
schrift aus und so konnte sie Guten Kameraden erwiesen seine Zeit als Waffenmeister
† 8. SEPTEMBER 2019 − im Pfarramt Mieders die Ein- ihm seine Kameraden die letzte fiel auch die Umstellung von
BRUNECK/REISCHACH tragungen in den Taufbüchern Ehre. Schweizer-Karabiner auf K98.
Zahlreiche Schützen, Marke- sehr kompetent fortsetzen. Ihre Die Generalversammlung der
tenderinnen und Angehörige Geselligkeit werden wir sehr SK ernannte Josef Wechner
begleiteten am 11. Septem- vermissen. Nach kurzer und 2009 zum Ehrenmitglied.
ber 2019 Rita Winding geb. schwerer Krankheit ging Gitti ELt. Johann Stark
Leitner auf ihrem letzten Weg unerwartet von uns. † 18. NOVEMBER 2019 − KAPPL
in Reischach. Rita erlag zwei Am 18. November 2019 ist
Tage nach ihrem 57. Geburts- das Gründungsmitglied der
tag ihrem Krebsleiden. Sie war SK Kappl, ELt. Johann Stark,
seit 2004 aktives Mitglied der nach langer, geduldig ertra-
SK Anton Steger Bruneck und gener Krankheit im Alter von
hat als Schriftführerin und 95 Jahren verstorben. „Simas
Marketenderin einen großen Hansl“ war 1951 dabei, als die
Beitrag für die Kompanie SK Kappl wiedergegründet
geleistet. Die große Anzahl der wurde, und er war Unterjäger
Begräbnisteilnehmer zeugte bis 1974, als er Oberjäger und
von Wertschätzung und großer Fahnenbegleitung wurde. Diese
Trauer. Das Mitgefühl aller Funktion übte er 15 Jahre lang
gilt der Familie, allen voran aus, bis er aus gesundheitlichen
ihrem Ehemann Hans, Hptm. Gründen den aktiven Dienst EOlt. Peter
der SK Anton Steger Bruneck, beenden musste. Die General- Großgasteiger
sowie den Söhnen Mathias und Roland Lanz versammlung der Schützen-
Martin mit Carolin und den † 18. NOVEMBER 2019 − kompanie ernannte Johann † 19. NOVEMBER 2019 
Angehörigen. EHRENBURG Stark 1989 zum Ehrenleutnant. MÜHLWALD
Als Gründungsmitglied war Hansl blieb der Kompanie auch 1943 ist Peter Großgasteiger,
Roland 16 Jahre ein treuer und in den Jahren danach immer Öbogossa in Mühlwald, der SK
pflichtbewusster Schütze. Dass als Mitglied verbunden. Bei der Mühlwald beigetreten. Er war
die SK Ehrenburg alljährlich Beerdigung haben ihm die SK weit über 60 Jahre treues Ver-
die „Ahrner Kreize“ in der Kappl, Fahnenabordnungen aus einsmitglied. Im Beisein seiner
Wolfisgruibe empfängt, beruht See, Ischgl und Galtür, eine Ab- Schützenkompanie sowie
auf seiner Idee und seinem per- ordnung der Feuerwehr Kappl von Fahnenabordnungen der
sönlichen Einsatz. Auf Roland und der Handwerkerverein Schützen und der Feuerwehr
war immer Verlass. Das Kranz- Kappl die letzte Ehre erwiesen. wurde der „Öbogossa Peato“ zu
niederlegen bei der jährlichen Grabe getragen. Mit einer Eh-
Andreas-Hofer-Feier, die Pro- rensalve und den Klängen des
zessionen und die volkstum- „Guten Kameraden“ senkten
spolitischen Veranstaltungen sich zum Abschiedsgruß die
waren ihm besonders wichtig. Fahnen.
Die SK Ehrenburg begleitete
Brigitte Prinoth Roland Lanz gemeinsam mit
geb. Gleinser Fahnenabordnungen aus dem
Schützenbezirk Pustertal auf
† 21. SEPTEMBER 2019  MIEDERS
Brigitte war über 8 Jahre lang
unter Hptm. Schmoller und
seinem Vorgänger Marketen-
derin der SK Mieders.
Sie war eine so freundliche
Frau, die man nie mit einer an- Josef Wechner
deren Gefühlslage angetroffen † 14. DEZEMBER 2019 − KAPPL
hat. Man konnte sich auf Gitti Ehrenmitglied Josef Wechner
immer verlassen. Sie engierte („Bäck“) ist im Alter von 88
sich nach ihrem Marketende- Jahren verstorben. Er war
rinnensein weiterhin für die über 40 Jahre Mitglied der SK
Menschen in der Gemeinde. Kappl und davon fast 30 Jahre
N° 1 | Februar 2020

36 Für langjährige Treue WURDEN GEEHRT ...

10 Jahre
Stefanie Pauli (Kastelbell); Anna Franzelin (Truden) sowie
Termine 2020
Ptrf. Sandrino Grissemann (Kappl) 19. Feber Eröffnungsfeier Museum, Mantua
20. Feber Andreas-Hofer-Feier, Mantua
15 Jahre Andreas-Hofer-Feier mit Verleihung
Ehrenzeichen des Landes Tirol, Bergisel
Birgit Schwitzer und Paul Bernhart (Allerheiligen); Rita Leitner
(Bruneck); Martin Angerer, Daniel Maritschnig, Wolfgang 23. Feber Andreas-Hofer-Landesgedenkfeier beim Sandwirt,
Maritschnig und Andrea Spechtenhauser (Mils), Manuel Falch, Passeier
Julius Wolf und Michael Rangger (Schnann); Simone Amplatz 8. März Bezirkstag Bozen, Sarnthein
und Andreas Ventir (Truden); Hannes Angerer, Hannes Geisler, 14. März Bezirkstag Burggrafenamt Passeier
Christian Arnold und Christian Angerer (Tulfes) Bundesausschuss-Sitzung BTSK
15. März Bundesversammlung WTSB

20 Jahre 29. März


Bezirkstag Pustertal, Pichl/Gsies
Baon-Jahrtag Brixlegg, 40 Jahre Baon-Kdt.
Uj. Hubert Tschiderer und Uj. Markus Siegele (Kappl) Mjr. H. Egger
26. April Bundesversammlung BTSK, Innsbruck
25 Jahre 30. April Gauderfest, Zell am Ziller
Uj. Josef Stark (Kappl); Silke Pixner (Kastelbell); Josef Saxer 2. Mai Bundesversammlung SSB, Bozen
(Mieders); Kanonier Thomas Ladner (Schnann); Michael Epp, 3. Mai Patronatstag, Königsdorf
Michael Lochmann und David Amplatz (Truden) 9. Mai LS-Schießen
Tradition in Bewegung – Landesmarschierwettbewerb

40 Jahre 16. Mai


21.–24. Mai
Gesamttiroler Jungschützen-Schießen, Eppan
Alpenregionstreffen, St. Martin in Passeier
Albin Mahlknecht und Andreas Oberhofer (Bruneck); 6. Juni Baon-Fest Innsbruck, Alter Schießstand O-Dorf
Helmuth Psenner, Johann Psenner und Hermann Rieder (Karneid);
7. Juni Baon-Fest, Bezirk Hall, SK Tulfes
Lorenz Facchini und Paul Franceschini (Salurn); Hptm. Walter
11. Juni Fronleichnam
Scherl (Schnann); Paul Zöschg (St. Pankraz) sowie Hptm. Richard
14. Juni Baon-Fest Petersberg, Haiming
Angerer (Tulfes)
21. Juni Herz-Jesu-Sonntag
27. Juni 15. Bezirksfest Brixen, Feldthurns
50 Jahre 50. Wiedergründungsfest SK Feldturns
Alois Aufderklamm (Kastelbell); Paul Wechner, Josef Reinisch, 28. Juni Baon-Fest Hörtenberg, Oberhofen
Vinzenz Reinisch und Raimund Saxer (Mieders); EHptm. Hermann TLS-Fest Pontlatz, Ried i. O.
Pittl, Albert Priller und LKdt. Mjr. Tiefenthaler Fritz (Mils) Baon-Fest Sonnenburg, Birgitz
17.–19. Juli 270 Jahre SK Oetz und 70. Ötztaler
55 Jahre Schützenbataillonsfest

Impressum
Zgf. Albert Jehle (Kappl) und Fhr. Oswald Schmid (Schnann)

60 Jahre Anschriften der Schriftleitungen:


Anton Linser, Anton Moser, Jakob Raffeiner und Ignaz Ratschiller Bayern: Hptm. Hans Baur, Schöttlkarstr. 7, D-82499 Wallgau,
(Kastelbell); Max Priller und Hans Schwanninger (Mils) Tel. 08825/9219560, Fax 08825/9219561 E-Mail: baur-wallgau@gmx.de
Nord-/Osttirol: Franziska Jenewein, Gschnitz 140, A-6150 Gschnitz,
Tel. 0664/88265867, E-Mail: zeitung@tiroler-schuetzen.at

65 Jahre Süd-Tirol: SSB, Schlernstr. 1, I-39100 Bozen,


Tel. 0471/974078, E-Mail: presse@schuetzen.com
EOlt. Otto Siegele (Kappl) Redaktionsschluss ist der jeweils letzte Tag der Monate Februar, April,
Juni, August, Oktober und Dezember.
In der TSZ abgedruckte Bilder und Texte unterliegen dem Urheber-
recht und dürfen nur mit Zustimmung der Schriftleiter reproduziert
werden.
Die Beiträge müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben.
Eigentümer und Herausgeber:
Bund der Tiroler Schützenkompanien, Brixner Str. 2, Innsbruck, und
Südtiroler Schützenbund, Schlernstr. 1, Bozen
Eingetragen beim Landesgericht Bozen, Nr. 6/77. Verantwortlicher
Schriftleiter im Sinne des Pressegesetzes Hartmuth Staffler. Die Tiroler
Schützenzeitung versteht sich als Mitteilungsblatt des Südtiroler
Schützenbundes, des Welschtiroler Schützenbundes, des Bundes der
Tiroler Schützenkompanien und des Bundes der Bayerischen Gebirgs-
schützenkompanien. Schriftleiter SSB: Mjr. Renato des Dorides; BGSK:
Hptm. Hans Baur; BTSK: Franziska Jenewein, WTSB: Enzo Cestari
Druck: Karodruck, Frangart