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Syntax der zusammengesetzten Sätze

(Vorlesungen)

Zusammengesetzter (komplexer) Satz


Die größte Einheit in der syntaktischen Beschreibung ist der Satz. Dabei kann es sich um
einen einfachen aber auch um einen komplexen Satz handeln. Ein komplexer Satz besteht aus
mehreren Teilsätzen, komplexe Sätze können unterschiedlich aufgebaut sein.
Die Teilsätze können entweder nebengeordnet sein, wie z. B.: Almina liest aber Slobodanka
schläft. (Parataxe), oder ein Teilsatz kann dem Anderen untergeordnet sein, wie z. B.: Ena
liest, weil Aida schläft. (es handelt sich hier um eine Hypotaxe)
Bei der Zusammenfügung von Sätzen können Konjunktionen verwendet werden und das heißt
syntaktische Verbindung oder die Sätze können ohne Konjunktionen verwendet werden
(asyndetische Verbindung).
Beim zusammengesetzten Satz unterscheiden wir die Nebenordnung oder Parataxe und die
Unterordnung oder Hypotaxe.
Die Parataxe oder die Satzverbindung ist Reihung von Hauptsätzen (zwei oder mehrere), die
einander gleichwertig sind.
Die Hypotaxe oder das Satzgefüge besteht aus einem Hauptsatz und einem oder mehreren
Nebensätzen oder satzartigen, Partizipien, Infinitiven.

Synthetische Verbindung (mit Konjunktion):


Die Geisteswissenschaften reflektieren seit jeher die kulturellen Grundlagen der Menschheit,
und sie sichern mit ihren Herangehensweisen den gesellschaftlichen Zugriff auf kulturelle
Inventare.

Asyndetische Verbindung (ohne Konjunktion):


Die Geisteswissenschaften reflektieren seit jeher die kulturellen Grundlagen der Menschheit,
sie sichern mit ihren Herangehensweisen den gesellschaftlichen Zugriff auf kulturelle
Inventare.“ (das war ein Beispiel von Parataxe)

Hypotaxe (ein Beispiel von Satzverbindung):


Derjenige erhält eine Belohnung, der den Täter anzeigt, der den Pfahl umgeworfen hat, der
an der Brücke steht, die über den Bach führt, der an den Weg liegt, der nach Worms geht.
(HS, NS1; NS2; NS3; NS4; NS5; NS6; Derjenige- Bezugswort, HS- Attributsatz, der, die-
Konjunktion, NS3- Attributsatz)

Synthetische Verbindung
Die synthetische Satzverbindung verlangt koordinierende Konjunktionen bzw. Konjunktoren.
Wenn man eine Konjunktion (meistens und) mehrere Male wiederholt, spricht man von einer
polysynthetischen Verbindung.
Die Satzverbindungen nach den inhaltlichen Beziehungen der Sätze sind:
1) Die kopulative Satzverbindung: Die HS werden aneinander gereiht und es wird
gleichwertiges in beiden Sätzen ausgedrückt.
Die Konjunktionen sind: und, nicht nur, so
ndern auch, sowohl…als auch, weder… noch.
Adverbien und Konjunktionaladverb: auch, außerdem, zudem, auch, ferner, dann,
endlich, weiter, gleich aus, bald… bald, zwar, einerseits, anderseits, erstens.
Leben sie wohl und grüßen sie den Direktor.
Wir reisen gerne, endlich haben wir Urlaub.

2) Die disjunktive Satzverbindung (ausschließen): Der Inhalt des ersten Satzes wird von
den zweiten Satz bzw. umgekehrt ausgeschlossen.
Die Konjunktionen sind: oder, entweder oder.
Adverbien: erscheint man, andernfalls, ansonsten, sonst.
„Entweder ist die Sache erfolglos gewesen oder die Tatverdächtige hat sich gut
versteckt.“

3) Die adversative Satzverbindung (Gegensatz): Der Inhalt des zweiten Satzes steht im
Gegensatz zu dem des ersten Satzes.
Die Konjunktionen sind: aber, doch, jedoch, sondern.
Adverbien: dagegen, vielmehr, hingegen, indessen.
Töten sie mich aber lassen sie mich sitzen.

4) Die restriktive Satzverbindung (Einschränkung): Der zweite Satz schränkt die


Aussage des ersten Satzes ein.
Die Konjunktionen sind: aber, allein, doch, jedoch.
Adverbien sind: freilich, nur, zwar, usw.
Das Grundstück ist sehr groß allein der Wald umfasst 2.000 Quadratmeter.
5) Die kausale Satzverbindung (Grund; Ursachen): Im zweiten Satz wird der Grund für
die Aussage des ersten Satzes formuliert.
Die Konjunktionen sind: denn, und, auch.
Adverbien: nämlich
Lässt mich heute nicht in Ruhe, denn es ging das ganze Wesen nicht mit rechten
Dingen zu.

6) Die konsekutive Satzverbindung (Folge): Im zweiten Satz wird die Folge der Aussage
des ersten Satzes genannt.
Adverbien sind: also, darum, deshalb, daher, infolge dessen, somit, folglich, usw.
Die Polizei sucht nach dem Mörder, deshalb sind die Bewohner unruhig.

7) Die konzessive Satzverbindung (Einräumung): Im zweiten Satz wird eine Folge


genannt, die im Gegensatz zur Aussage im ersten Satz steht.
Adverbien sind meistens: trotzdem, gleichwohl, dessen, ungeachtet, usw.
Das Wasser ist die Quelle des Lebens, trotzdem wird das Wasser verschmutzt.

Traditionelle Einteilung von Nebensätzen


1) Nach ihrer Stellung:
1.1. Vordersatz- Dass du heute gekommen bist, ist erfreulich.
1.2. Zwischensatz- Heute gibt es, da ich keine Zeit zum Kochen hatte, ein
Fertiggericht.
1.3. Nachsatz- Ich kann nicht kommen, weil ich krank bin.

2) Einteilung der Nebensätze nach ihrer Form:


a) Nebensatz mit finitem Verb
 Konjunktionalsätze- mit einer Konjunktion eingeleitet.
Es freut mich, dass du zu uns gekommen bist.
 Relativsätze- eingeleitet mit einem Relativpronomen.
Die Ärzte, die gestern zu uns angekommen sind, sind aus Deutschland.
 Indirekte Interrogativsätze- können mit einem Fragepronomen verbinden.
Ich weiß nicht, wer du bist.
 Hauptsatzförmige Nebensätze- besonders ohne einleiten.
Diese Sätze sind charakteristisch meistens für die indirekte Rede.
Er sagt, er habe eine Freundin.

b) Nebensatz mit infinitem Verb-das sind:


 Infinitivsatz- Sie wird sich freuen, dich wiederzusehen.
 Partizipialkonstruktionen- Dumm geboren, dumm geblieben.

3) Nach dem Abhängigkeitsgrad können sie ersten, zweiten, dritten usw. Grades
sein.
Bei der Subordination treten zuweilen weitere Nebensätze (oder Infinitivsätze bzw.
Partizipialgruppen) auf, die nicht vom Hauptsatz abhängig sondern vom ersten Nebensatz als
zweiter Nebensatz usw. so erhalten wir Nebensätze des ersten, zweiten, dritten Grades.
Die Beispiele zeigen, wie notwendig es ist, das wir alle Beispiele prüfen, damit Fehler
vermieden werden.

4) Nach der Funktion:


Die Einteilung der Nebensätze nach der syntaktischen Funktion wird geteilt:
1. Subjektsätze
2. Objektsätze
3. Prädikativsätze
4. Attributsätze
5. Adverbialsätze

Als ich gestern nach Sarajewo kam, schneite es. (NS, HS- Adverbialsatz- Temporalsatz für
die Gleichzeitigkeit)
Obwohl wir schlechtes Wetter hatten, machten wir einen Ausflug. (Konzessivsatz)
Ich weiß, dass ich nichts weiß. (Objektsatz- Akkusativobjekt)
Ich freue mich, dass du gestern gekommen bist. (Objektsatz- Präpositionalobjekt)
- Auf was freue ich mich?
Sie hilft, wem sie will. (Objektsatz- Dativobjekt)
- Wem hilft sie?
Sie bleibt, wie sie ist. (Prädikativsatz)
Sie hat sich gefreut, weil sie gewonnen hat. (Adverbialsatz- Kausalsatz)
- Aus welchem Grund hat sie sich gefreut?
Wer fleißig ist, bekommt ein Geschenk. (Subjektsatz)
- Wer bekommt ein Geschenk?
Wessen Herz auch nicht im Unglück nicht verzagt, der wird nicht untergehen. (Subjektsatz)

Der Subjektsatz
Der Subjektsatz übt die Funktion des Subjekts zum Satzverb des Hauptsatzes aus und wird
durch wer oder was erfragt (V. Petrovic, 2003)
Die Subjektsätze sind Hinzufügungen zu einem Korrelat im Hauptsatz. Das Korrelat ist das,
ob oder ein bedeutungsarmes Substantiv, die ähnlich wie ein nominalisiertes Verb fungiert
(Helbig/Buscha, 2005)
In der Dudengrammatik spricht man von einer Gruppe der Satzgefüge in den die NS durch ein
Fragepronomen oder ein Fragepartikel eingeleitet werden (man spricht hier von den
indirekten Fragesätzen) und die Satzgefüge in denen die NS durch dass eingeleitet werden,
aber leicht solchen Anschluss erhalten können. Man nennt solche Sätze Inhaltssätze.
Die Ausdrucksformen des Subjektsatzes sind:
1) Mit finitem Verb
a) Als Konjunktionalsatz
b) W- Element- Satz
c) Hauptsatzförmiger Satz
2) Mit infinitem Verb
a) Als Infinitivsatz
b) Als Partizipialkonstruktion
1. Der Konjunktionalsatz mit dass, ob, wenn eingeleitet.
Korrelat es ist für Subjektsätze charakteristisch. Es stört mich, wenn du hier rauchst.

Die Konjunktion dass leitet Sätze ein, die die Ausdrücke wie: es ist wahr, es ist schwer,
wichtig, möglich, bekannt ergänzen.
Es ist bekannt, dass er ein Trinker ist.

Die Konjunktion ob steht mit Ausdrücke wie: es ist unsicher, fraglich, unbestimmt, ein
Rätsel. Es ist fraglich, ob diese Behauptung stimmt.

Dass- und wenn- Sätze ergänzen Ausdrücke wie: es stört jmd., es ist nicht gut, wichtig, es
schadet nicht, es tut jmd. leid, usw.
2. W- Element- Satz enthält ein w- Pronomen, w- Adverb oder w- Pronominaladverb als
Einleitewort.
Es ist mir nicht bekannt, wo sie wohnt. Es interessiert mich nicht, mit wem du dich
verabredet hast.

3. Hauptsatzförmiger Subjektsatz hat die Form eines Hauptsatzes.


Es ist besser, du rufst sie gleich an.

4. Der Infinitivsatz besteht aus einem Infinitiv mit zu als Kern und ist in vielen Fällen in
einen dass- Satz transformierbar.
Es ist nicht leicht, bei solcher Provokation ruhig zu bleiben.

5. Partizipialkonstruktion enthält ein Partizip Perfekt als Kern. Partizipialkonstruktionen


sind entstanden aus einem w- Element- Satz durch Transformation.
Dumm geboren, dumm geblieben.

Još nije sigurno gdje ću iduće godine nastaviti svoj studij.


Es ist noch nicht sicher, wo ich nächstes Jahr mein Studium fortsetzen werde. (w-
Element)

Do danas mi nije poznato gdje su naši najbolji studenti svoj ovogodišnji ljetni raspust
proveli.
Bis heute ist es mir nicht bekannt, wo unsere besten Studenten ihre diesjährigen
Sommerferien verbracht haben.

Nije dovoljno da za naš budući život napravimo velike planove u sljedećih pet godina,
ali ne da savladamo tehniku ostvarujući ove planove svakog pojedinog dana po jedan
mali korak.
Es genügt nicht, dass wir für unser zukünftiges Leben große Pläne in den nächsten
fünf Jahren machen, aber nicht um die Technik zu beherrschen, diese Pläne jeden
einzelnen Tag je einen kleinen Schritt zu verwirklichen.
Der Objektsatz
Der Objektsatz ist ein Nebensatz in der Funktion von Objekten. Wie schon bekannt ist, das
Objekt ist eine Ergänzung, die das Verb nach seiner Valenz verlangt. In der deutschen
Sprache fungieren die Objektsätze als Akkusativ-, Genitiv-, Dativ- und Präpositionalobjekt.
In der BKS unterscheidet nur zwei Objekte, dass sind direktes und indirektes Objekt.
Das Präpositionalobjekt kommt als Untergruppe des indirekten Objektes und das
Genitivobjekt kommt in der BKS nicht vor.
Die Ausdrucksformen des Objektsatzes:
1. Mit finitem Verb (Konjunktionalsatz, w- Elementsatz und Hauptsatzförmiger Satz)
2. Mit infinitem Verb (Infinitivkonstruktion)

1.1. Der Konjunktionalsatz- mit dass, ob und wenn wird der Objektsatz eingeleitet.
Ich weiß, dass er manchmal lügt.
Dieses dass kommt meistens nach den Verben: behaupten, bestehen, sich freuen, sich ärgern,
fühlen, fürchten, verheimlichen, hoffen, sich rühmen usw.
Erkundigen sie sich bitte, ob so etwas möglich wäre. Ich mag es nicht, wenn du hier
rauchst.

1.2. Der w- Element- Satz wird mit wer oder was in verschiedenen Kasusformen, mir
einem w- Adverb oder w- Pronominaladverb eingeleitet.
Ich weiß nicht, wovon sie reden. Ich weiß nicht, was sie darunter verstehen.
Er dachte nach, was er sagen könnte.

1.3 Der hauptsatzförmige Objektsatz ergänzt die Verben des Sagens, Denkens, Hoffens,
Wahrnehmens. Wenn diese eine der Vergangenheitsformen aufweisen steht das Verb des
Objektsatzes im Konjunktiv.
Ich vermutete, er ist krank. Ich hoffe, du hast Recht.

1.4 Der Infinitivsatz- Infinitivphrasen können die Funktion von Objektsätzen übernehmen,
man spricht dann von satzwertigen oder inkohärenten Infinitivphrasen. (Duden, 2006, 864)
Der Infinitivsatz ist möglich, wenn die Subjekte der Teilsätze gleich sind oder wenn das
Subjekt des Nebensatzes gleichzeitig als Objekt des Hauptsatzes fungiert.
Als Hauptsatzverben kommen die Verben wie: auffordern, beabsichtigen, sich bemühen,
hoffen, raten, vergessen, versuchen, usw. vor.
Endlich hatte sich Herr Maier entschlossen, denn Advokaten seine Vertretung zu entziehen.
Korrelate zum Objektsatz sind: es, Pronominaladverb, das, der.

Prädikativsätze
Der Prädikativsatz übt die Funktion des Prädikativs zum Hauptsatzverb aus und zwar als:
a) Nominalergänzung b) Adjektivalergänzung c) Vergleichsergänzung

Als Anapher fungieren die Elemente es und so. Der HS enthält:


a) Ein Kopulaverb: sein, werden, bleiben, scheinen
b) Ein den Kopulaverben semantisch und syntaktisch ziemlich nahe stehendes Verb:
aussehen sich benehmen, heißen e.c.
c) Ein Verb von der Gruppe des Nennens und Urteilens: nennen
Wie dünkte er sich? Er dünkt sich, klug zu sein. Sie scheint, die Klügste in der Klasse zu
sein. Es war, als hätte der Himmel die Erde still geküsst.

Beispiele:
1) Odkada si toga svjestan da mu se moraš izviniti.
Seit wann bist du dir dessen bewusst, dass du dich bei ihm entschuldigen musst. (Gen)
2) Ovim putem podnosim zahtjev nadležnim vlastima republike austrije da mi dozvole da
tamo nastavim svoj studij mašinstva.
Hiermit beantrage ich bei den zuständigen Behörden der Republik Österreich, dass
sie mir erlauben, dort mein Maschinenbaustudium fortzusetzten. (dass ich dort mein
Maschinenbaustudium fortsetze)
3) Ponosan sam na to da sam ti pomogao.
Ich bin stolz darauf, dir geholfen zu haben. (Objekt in der Rolle eines
Präpositionalobjekts)
4) Želim vam snage i jačine da nađjete pravi put.
Ich wünsche euch Kraft und Stärke, den richtigen Weg zu finden.
5) Nur wenige Leute sind dazu bereit, auf das Auto zu verzichten.
Samo malo ljudi je spremno da se odrekne svog auta. (Präp.)
6) Der Unfallfahrer gab vor, das Stoppschild nicht gesehen zu haben.
Vozač koji je uradio saobraćajnu nesreću je tvrdio da nije vidio znak stop.
Attributsätze
Die Attributsätze stehen nicht in der Funktion eines selbstständigen Satzgliedes und sie
hängen nicht vom Hauptsatzverb ab, sondern vom Nomen im Hauptsatz.
Sie beziehen sich auf ein Bezugswort und antworten auf die Fragen was für ein/eine/eines
uns welcher/welche/welches.
Der Attributsatz kann ausgedrückt werden:
1. Mit finitem Verb
a) Relativsatz als d- Element- Satz und w-Element-Satz
b) Konjunktionalsatz als dass- Satz und ob-Satz
c) Hauptsatzförmiger Nebensatz

2. Mit infinitem Verb


a) Als Infinitivkonstruktion
b) Als Partizipialkonstruktion

Als Bezugswort fungieren Elemente unterschiedlicher Wortklassen, z.B.:


Du, der du mich seit langen kennst, kannst doch nicht so reden.
Er ist ein Fachmann, wie man ihn selten findet.
Die Autos, die draußen großen Lärm machen, machen mich nervös.

Welcher/welche/welches gelten als veraltete Konjunktionen.


Die, die Absicht haben- die, welche die Absicht haben.

Manchmal haben wir statt Relativpronomen ein Pronominaladverb (zamjenički prilog).


Das ist der Brief, auf den ich gewartet habe. Das ist der Brief, worauf ich gewartet habe.

 Semantische Klassifizierung der Attributsätze nach der Bedeutung:


1. Restriktive oder einschränkende Relativsätze
Sie machen die bezeichnete Person oder Nicht-Person von anderen Personen durch ein
Merkmal:
Die Leute, die niemals Zeit haben, tun am wenigsten. (obligatorisch)
2. Erläuternde oder explikative Attributsätze
Sie enthalten zusätzliche Informationen über schon eine identifizierte Person oder Nicht-
Person.
Sogar mein Bruder Hans, der sonst Anti-Alkoholiker ist, wollte den Wein probieren.
(fakultativ)

3. Vergleichende Attributsätze
Sie trägt ein solches Kleid, wie es heute viele junge Mädchen tragen.

4. Konsekutive Attributsätze
Sie bezeichnen die Folge des im Bezugselement so + Adjektiv ausgedrückten
Intensitätsgrads eines Sachverhalts.
Das Problem ist so kompliziert, dass ich es nicht allein lösen kann.

5. Temporale Attributsätze
Sie beziehen sich auf Substantive oder Adverbien.
Er erinnert sich gerne an den Tag, als sein Sohn geboren war.

Nur restriktive Sätze sind obligatorisch und allen anderen haben den Status der
Angaben.

Bespiele:
1) Još je nepoznata ljekarima vrsta bolesti od koje on boluje.
Die Art der Krankheit, an der (woran) er leidet, ist den Ärzten noch nicht bekannt.

2) Vaša nada da on postane inžinjer ispunit će se za par dana.


Ihre Hoffnung, Ingenieur zu werden, wird sich in einigen Tagen erfüllen.

3) Uvijek se ljutim na ljude koje nemisle na svoje velike i male dužnosti.


Ich ärgere mich immer über Menschen, die an ihre großen und kleinen Pflichten nicht
denken.
Adverbialsätze
Adverbialsätze fungieren als Ergänzungen oder Angaben. Das sind:
Lokalsätze, Temporalsätze, Modalsätze, Kausalsätze.

Lokalsätze
Diese Sätze bezeichnen Ort, Raum, Richtung oder den Erstreckungsbereich der Handlung im
Hauptsatz. Der Form nach handelt es sich hier um Relativsätze, die durch Relativadverbien
wo, woher, wohin, soweit eingeleitet werden.
Zur Bezeichnung des Ortes oder der Ruhelage erscheint man die Lokaladverbien: hier, da,
dort, innen, links, oben, unten, usw.
Das Nachbargrundstück beginnt, wo die Büsche stehen.
Zur Bezeichnung der Richtung sind folgende Lokaladverbien: hierher, daher, dorther, fort
weg, usw.

Nach Velimir Petrović: „Lokalsätze Kennzeichen das Hauptsatzgeschehen als Lokal, Direktiv
oder seltener als Expansiv und lassen sich daher in Lokalsätze im engeren Sinne,
Direktivsätze und Expansivsätze einteilen. Lokalsätze im engeren Sinne geben Ort des
Hauptsatzgeschehens an. Sie werden durch die Konjunktion wo erfragt.
Er wohnt, wo die Füchse sich gute Nacht sagen.
Wo reden den Hals kostet, ist Schweigen eine Tugend.

Direktivsätze geben die Richtung des Hauptgeschehens an und werden durch wohin, woher
oder von wo erfragt und fungieren im Satzgefüge als Ergänzung zum Hauptsatzverb.
Er geht, wohin er will. Gehen sie, woher sie gekommen sind.

Expansivsätze geben das Maß der Erstreckung des Hauptsatzgeschehens an und antworten auf
die Frage wie weit. Zum Hauptsatzverb fungieren sie sowohl als Angaben wie auch
Ergänzungen. Soweit das Auge reicht, war nichts zu sehen als Verwüstung und Leid.

Beispiele:
1) Dokle god je pogled dosesao u Dalamciji su se sedmicama mogli samo vidjeti kolone
motorisovanih turista.
Soweit das Auge auch reichte, konnten wochenlang in Dalmatien nur Kolonen
motorisierter Touristen gesehen werden.
2) Idem tamo gdje ću sresti svojih veom dobrih prijatelja.
Ich gehe dorthin, wo ich meine meisten besten Freunde treffen werde.

Temporalsätze
In Temporalsätzen werden Zeitverhältnisse beschrieben (lat. Wort Tempus= Zeit).
Man kann folgende Zeitverhältnisse unterscheiden:
a) NS und HS sind gleichzeitig- die Gleichzeitigkeit
b) Der NS ist früher als der HS- die Vorzeitigkeit
c) Der NS ist später als der HS- die Nachzeitigkeit

Der Satz wird erfragt mit: wann, seit wann, wie lange, bis wann, wie oft, usw.
Der Unterschied zwischen den zwei Konjunktionen als und wenn liegt darin, die Konjunktion
wenn gebraucht man immer für Zukunft, Gegenwart und für ein mehrmaliges Ereignis in der
Vergangenheit. Die Konjunktion als gebraucht man für das Ereignis in der Vergangenheit.
Die Konjunktionen für die Gleichzeitigkeit sind: als, wenn, sobald, sooft, solange, sowie,
während, wie, indem.
Die Konjunktionen für die Vorzeitigkeit sind: nachdem, seit, seitdem, als, wenn, sobald.
Die Konjunktionen für die Nachzeitigkeit sind: ehe, bis, bevor.

Beispiele:
1) Ne otvaraj vrata dok voz nestane.
Öffne die Tür nicht, bevor der Zug hält.
Rede nicht, bis die Stunde fertig ist.

2) Ali bio je to u ponedeljak popodne kada je moja baka sjedila iza vatre od krompira i
razmišljala o svom teškom životu.
Aber es war am Montagnachmittag, als meine Oma hinter dem Kartoffelfeuer saß und
über ihr schweres Leben nachdachte.

3) Ćim su sjeli okrenuo je svoj naslonač tako da je sjedio s licem okrenutim prema njoj.
Sobald sie sich gesetzt hatten, drehte er seinen Lehnsessel so herum, dass er mit dem
Gesicht gegen sie saß. (Vorzeitigkeit)
Modalsätze
Modalsätze sind Adverbialsätze (načinske), die die Art und Weise, des Intensitätsgrad und die
Verlaufsweise, so wie das Mittel und die Begleitumstände bezeichnen.
Sie können ausgedrückt werden:
a) Als Konjunktionalsatz (mit den Konjunktionen: in dem, ohne dass, anstatt dass,
soweit, insofern so viel, als, wie usw.)
Sie können den Text drucken, in dem sie den Knopf Printe klicken.
Ihr habt uns geholfen, ohne dass wir euch darum gefragt haben.
Insoweit (als) man sich an die Hausregeln hält, ist hier alles erlaubt.
Je mehr sie lachte, desto/umso wütender wurde er.
Er verhält sich anders, als wir es erwartet haben.

b) Als Infinitivsätze (nur wen die Subjekte des HS und NS identisch sind)
ohne…zu, anstatt…zu
Er verreiste, ohne Abschied von uns zu nehmen.
Anstatt hier zu bleiben, können wir ins Theater gehen.

c) Als Partizipialkonstruktion
Er kam, mit dem Kopf nickend, zur Schulstunde.

Typen der Modalsätze


Die Modalsätze können in verschiedene Untergruppen eingeteilt werden.
1) Modalsätze im engeren Sinne oder reine Modalsätze
Typische Konjunktion ist in dem.
Sie lief die Treppen hoch, in dem sie jeweils drei Stufen auf einmal nahm.
2) Instrumentalsätze
Konjunktion: in dem, dadurch dass
3) Modalsätze des fehlenden Begleitumstandes (Konjunktionen: ohne dass, ohne…zu)
4) Modalsätze des stellvertretenden Begleitumstandes (Konjunktionen: anstatt dass,
anstatt…zu)
5) Restriktivsätze (Konjunktionen: soweit, soviel, außer dass, nur dass, es sei den)
6) Modalsätze der Spezifizierung (insofern…als, insoweit…als, dafür dass)
7) Vergleichsätze/ Komparativsätze ( wie, als, als ob, als wenn, wie wenn, als, je desto)

2) Instrumentalsätze
Sie bezeichnen ein Mittel zur Durchführung des Hauptsatzgeschehens. Sie werden mit der
Konjunktion in dem eingeleitet.
In dem man Probleme einfach unterdrückt, löst man sie nicht.
Bei diesen Sätzen ist im HS folgendes Korrelat obligatorisch: dadurch oder damit.
Man kann Probleme nicht dadurch lösen, dass man sie unterdrückt.
Er hat die Kleine damit getröstet, dass er ihr ein Eis versprach.

3) Modalsätze des fehlenden Begleitumstandes geben Handlungen oder Sachverhalte an, die
nicht zusammen mit dem im HS genannten Geschehen vorkommen. Typische Konjunktion:
ohne dass
Ihr habt uns geholfen, ohne dass wir euch darum gefragt haben.
Ohne dass jemand den Schalter angerührt hatte, ging das Licht an.
Konjunktion: ohne…zu
Wen HS und NS das gleiche Subjekt haben, wird in der Regel die Infinitivkonstruktion
verwendet.
Das Mittel reinigt gründlich, ohne den Lack zu beschädigen.
Ohne ein Geräusch zu machen, schlichen sie aus dem Zimmer.

4) Modalsätze des stellvertretenden Begleitumstandes (Substitutivsatz) gibt eine Möglichkeit


an, anstelle der im HS genannten Möglichkeit vorkommt/vorkommen sollte.
Der Substitutivsatz enthält meistens die nicht realisierte, oft positiv bewertete Möglichkeit,
der HS die realisierte, oft negativ bewertete Möglichkeit.
Die Konjunktion ist meistens: statt dass, anstatt dass
(An)statt dass der Güteverkehr auf die Schiene verlagert wird, baut man neue Straßen.
Er schläft den ganzen Tag, anstatt dass er arbeitet.
anstatt…zu
Wen HS und NS das gleiche Subjekt haben, wird meist die Infinitivkonstruktion anstatt…zu
oder statt…zu verwendet.
Er schläft den ganzen Tag, anstatt zu arbeiteten.

5) Restriktivsätze
Ein Restriktivsatz schränkt den Geltungsbereich des im HS genannten Geschehens ein.
Die Konjunktionen sind meistens: soweit, soviel, außer dass, außer wenn, nur dass
Soviel/soweit ich weiß, werden die Türen morgen gestrichen.
Wir kommen zu dir, außer wenn du keine Zeit hast.
Der Aufsatz ist sehr gut, nur dass am Anfang die Gliederung fehlt.

6) Modalsätze der Spezifizierung


Modalsätze der Spezifizierung bestimmen den Geltungsbereich der Hauptsatzaussage. Daher
lassen sie sich als eine weitere Sonderart der Restriktivsätze interpretieren.
Anmerkung: Modalsätze der Spezifizierung signalisieren eine kausale Nebenbedeutung.
Die Konjunktion ist: als Korrelate: insofern, insoweit, umso (Komparativ).
Eine Beurteilung der Lage ist insofern schwierig, als nicht alle Fakten bekannt sind.
Eine Entscheidung in diese Frage ist umso wichtiger, als davon die Lösung anderer Fragen
abhängt.

Konjunktion: dafür dass, keine Korrelate.


Dafür dass der Mann die hiesigen Sitten und Gebräuche nicht kennt, ist sein Benehmen
verzeihlich.

7) Vergleichssätze oder Komparativsätze


Ein Vergleichssatz (Komparativsatz) vergleicht die Aussage des NS mit der Aussage des HS.
Dabei kommen verschiedene Arten des Vergleichs vor, wie es folgt:
a) Reales Verhältnis der Gleichheit
b) Reales Verhältnis der Ungleichheit
c) Irreales oder hypothetisches Verhältnis der Gleichheit
d) Proportionales Verhältnis

a) Reales Verhältnis der Gleichheit

Typische Konjunktion ist wie, Korrelat ist: so (auch mit verstärkendem genau)

Anmerkung: mit der Konjunktion wie wird ein Verhältnis der Gleichheit angegeben. Dabei
wird meistens mit einem Grad verglichen, der im HS durch ein Adjektiv oder Adverb im
positiv ausgedrückt wird. Die Gleichheit kann auch verneint werden.
Er ist genau (so) groß, wie sein Vater es war.
Die Vorstellung begann nicht so pünktlich, wie wir es erwartet hatten.
b) Reales Verhältnis der Ungleichheit

Typische Konjunktion ist als, keine Korrelate.


Mit als wir ein Verhältnis der Ungleichheit da gegeben. Dabei wird mit einem Grad
verglichen, der im HS durch ein Adjektiv oder Adverb im Komparativ ausgedrückt wird. Die
Ungleichheit kann auch verneint sein.
Sie ist schöner, als ihre Mutter im gleichen Alter war.
Die Vorstellung begann pünktlicher, als wir es erwartet hatten.

c) Irreales oder hypothetisches Verhältnis der Gleichheit

Die Konjunktionen sind: als ob, als wenn, wie wenn, als (bei als dann kommt das Verb an
der zweiten Stelle des Satzes).
Mit den Konjunktionen als ob, als wenn, wie wenn wird das Geschehen im HS mit einer
hypothetischen, nicht realen Situation verglichen. Diese NS werden deshalb irreale
Vergleichssätze genannt.
Er sieht (so aus), als ob er die ganze Nacht nicht geschlafen hätte.
Er sieht so aus, als hätte er die ganze Nacht nicht geschlafen.
Sie schimpfen auf mich, wie wenn der Fehler meine Schuld wäre.
Der Hund knurrte gefährlich, als wenn er gleich zubeißen würde.

d) Proportionales Verhältnis
Konjunktionen sind: je…desto, je…umso, keine Korrelate
Mit den Konjunktionen je…desto, je…umso werden zwei sich im gleichen Maße veränderte
Geschehen miteinander in Bezug gebracht.
Je schneller ihr arbeitet, desto/umso schneller werdet ihr fertig sein.
Die Konjunktion je leitet den NS ein, der HS wird durch desto/umso eingeleitet. Das Adjektiv
oder Adverb steht immer unmittelbar nach je, restriktive desto/umso.

Beispiele:
1) Ponašaj se kao da si se uvijek time bavio.
Benimm dich so, als ob du sich immer so damit befasst hättest. (Irreales Verhältnis)
2) Što se bolje pripremimo za dug boravak u prirodi to će nam biti ugodniji.
Je besser wir uns für den langen Aufenthalt in der Natur vorbereiten, desto angenehmer wird
er uns sein. (Proportionales Verhältnis)
3) Putnicima iz zemlje inostranstva je zbog toga potrebno mnogo više snage i strpljenja
nego što su to oni samo očekivali prije početka svoga dugo planiranog godišnjeg
odmora.
Die Reisenden aus dem In-und Ausland brauchen mehr Kraft und Geduld, als sie es selbst vor
dem Anfang ihres lang geplanten Urlaubs erwartet haben. (Irreales Verhältnis)
4) Što me češće pitate za to to postajem sve neodlučniji.
Je häufiger ihr mich danach fragt, desto unentschiedener werde ich. (Proportionales
Verhältnis)
5) Već mjesec dana je u Zenici tako hladno kao da je kasna jesen.
Schon einen Monat lang ist es in Zenica so kalt, wie wenn es Spätherbst wäre. (Irreales
Verhältnis)

Kausalsätze
Kausalsätze nennen die Ursache für das Hauptsatzgeschehen oder dessen Folge. Sie lassen
sich nach Velimir Petrović in folgende Untergruppen einteilen:
1. Kausalsätze im engeren Sinne
2. Konsekutivsätze
3. Konzessivsätze
4. Konditionalsätze
5. Finalsätze

1. Kausalsätze im engeren Sinne


Zwischen zwei Teilsätzen besteht ein Begründungsverhältnis. Kausalsätze nennen die
Ursache für das Hauptsatzgeschehen oder dessen Folge. Sie kommen als Konjunktionalsätze
oder Partizipialkonstruktionen vor.
Da der Arzt Komplikationen befürchtete, verbot er dem Patienten Alkohol und Zigaretten.
Komplikationen befürchtend, verbot der Arzt dem Patienten Alkohol und Zigaretten.

Die Konjunktionen sind: weil, da, zumal (da), nachdem (landschaftlich), um so…als, wo.
Da (weil) eine Baustelle eingerichtet wird, gibt es eine Umleitung.

Zwischen da und weil bestehen, obwohl sie oft gegeneinander sind, feine Unterschiede:
Die Konjunktion weil wird vor allem dann verwendet, wenn das im NS genannte Geschehen
verhältnismäßig gewichtig oder neu ist/der NS steht dann überwiegend hinter dem HS.
Im HS kann als Korrelat darum, deswegen oder deshalb stehen, bei da auch so.
Kausal sind auch die Sätze mit zumal (da) und nun da. Diese Sätze sind immer Nachsätze.
Zumal (da) die Koffer gepackt waren, wollten wir nicht mehr hier bleiben.
Nun da die Vorlesungen vorüber sind, werden wir uns ein wenig ausruhen.

In den Grammatiken von Helbig/Buscha (S. 690) und Engel (1990, S. 443) werden auch die
mit umso mehr und umso weniger als eingeleitete Sätze kausal aufgepasst.
Er geht selten ins Kino, umso weniger als er keine Zeit hat.
Er geht nicht gern zu Tanzveranstaltungen, umso weniger als er weder raucht noch trinkt.

Ein kausales Verhältnis kann auch durch andere Sprachmittel ausgedrückt werden. Zu
wuchtigsten Konkurrenzformen des Kausalsatzes mit da und weil gehören:
1. Satzverbindung mit Konjunktion denn Er fuhr nicht mit, denn er war erkältet.
2. Satzverbindung mit Konjunktionaladverb nämlich
Er fuhr nicht mit, er war nämlich erkältet.
3. Satzverbindung mit verschiebbarem Konjunktionaladverb daher, darum, deshalb,
deswegen, aus dem Grunde.
Er war erkältet, daher/darum/… fuhr er nicht mit.
4. Der Satz in Verbindung mit Präpositionalphrase aufgrund dessen, aufgrund der
Tatsache.
Aufgrund dessen, dass er erkältet war, fuhr er nicht mit.
5. Satzverbindung mit Partikel doch Er fuhr nicht mit, war er doch erkältet.
6. Präpositionales Satzglied (mit Präposition wegen, infolge, aus, auf, usw.)
Wegen seiner Erkältung fuhr er nicht mit.

Beispiele:
1. Većina ljudi nemisli dovoljno rano na to jer se isuviše bavi sporednim stvarima.
Die meisten Menschen denken nicht früh genug daran, weil sie sich zu viel mit
Nebensachen befassen.
2. Prije nekoliko dana zamolio me jedan dobar poznanik za pomoć jer do sada nije
mogao riješiti sam ovako ozbiljan problem.
Vor einigen Tagen hat mich ein guter Bekannter um Hilfe gebeten, weil er dieses
ernsthafte Problem nicht selbst lösen konnte.
3. Idućeg vikenda će svi vozači uživati u ljepotama grada Zenica jer tih dana ne važi
zabrana vožnje.
Nächstes Wochenende werden alle Fahrer die Schönheiten der Umgebung der Stadt
Zenica genießen können, weil da diesen Tag das Fahrverbot aufgehoben wurde/nicht gilt.

2. Konzessivsätze (Einräumungssätze- dopusne)


Konzessivsätze geben einen Gegengrund zum Verhalten des Subjekts im HS an. Sie
antworten auf die Frage trotz welchen Umstandes. Es gibt mehrere Untergruppen von
Konzessivsätzen verschiedenen Schwierigkeitsgrades.
a) Die einfachste Art wird mit den Konjunktionen obwohl uns obgleich eingeleitet, so wie
mit den wirkenden obschon, obzwar, wiewohl, wenn gleich, wenn schon.
Als Korrelat im HS dient trotzdem oder dennoch.
Obwohl es schon Ende Mai ist, feiern wir in Sarajewo noch immer. (Zilić, Erminka)
Obgleich er sich sehr bemüht, ist sein Erfolg nicht besonders groß.

b) Der nächste Typ von Konzessivsätzen ist nicht für Muttersprachler besonders
schwierig, wie da das Verbum Finitum im HS trotz der Voranstellung des NS grundsätzlich
an der zweiten Stelle steht. Diese Konzessivsätze werden mit wenn eingeleitet und haben ein
verschiebbares auch.
Wenn es auch spät war, niemand wollte nach Hause gehen.
Wenn er auch keine gute Prüfung abgelegt hat, er war das ganze Jahr fleißig.
Ist es auch dunkel, so werden wir doch das Ziel erreichen.

c) Als Konzessivsatz gelten auch NS „Verallgemeinernden Fragewörtern“ wer auch (immer),


was auch (immer), wem auch (immer), wenn auch immer, wann auch immer, wie auch
(immer), wo auch (immer), warum auch immer. Die Stellung von immer ist im Satz nicht
fixiert.
Wie auch immer morgen das Wetter ist, ich kann nicht länger warten.
Was sie auch immer von ihrer Reise erzählte, für und war alles neu und interessant.
Wie viel Verspätung der Zug auch (immer) hat, ich werde auf den Bahnhof auf dich warten.
(Helbig/Buscha, S. 278-279)
d) Konzessivsätze ohne Einleitewort + auch und mit Modalwort mögen im Indikativ oder
Konjunktiv Präsens für die Gegenwart.
Mag es vor einer Stunde auch gedonnert haben, wir gingen eine Stunde spazieren.
Mag es auch kalt sein, ich ziehe keinen Mantel mehr an.
Möge es auch kalt sein, ich ziehe keinen Mantel mehr an.

e) Konzessivsätze ohne Einleitewort mit dem Konjunktiv von sein.


Sei er auch arm, wir können ihm in diesen Moment nicht helfen.
Sei die Arbeit auch schwer, sie muss geschafft werden.
Sei sein Zeugnis auch noch so gut, der Vater erlaubt ihm das Studium nicht.

f) Konzessivsätze mit so + Adjektiv bzw. Adverb + fakultatives auch.


So sehr es uns auch gähnt, die Stunde ist noch nicht vorbei.

3. Konsekutivsätze (Folgesätze-posljedične)
Zwischen zwei Teilsätzen eines Satzgefüges besteht ein Folgeverhältnis; in einem der beiden
Teilsätzen (dem Konsekutivsatz) wird eine Folge, eine Wirkung des im anderen Teilsatz
genannten Geschehens oder Sachverhalts angeführt. Als Anschlussmittel für Konsekutivsätze
dienen: dass, so dass, sodass, um so, zu und als dass
Es regnete stark, sodass die Wanderung recht anstrengend wurde.
Er ließ das Radio so laut laufen, dass sich alle Nachbarn aufregten.

Bei den dass-Sätzen kommen oft auch attributiv verwendete Korrelate solch oder derartig
vor.
Ich habe solche Kopfschmerzen, dass ich nach Hause gehen muss.
Ich hab derartiges Kopfweh, dass ich nicht mehr richtig denken kann.

Bei den als dass-Sätzen, die eine Folge ausdrücken, steht im HS vor dem Adjektiv
obligatorisch das Graduierungselement zu oder als zu. Im NS ist der Konjunktiv obligatorisch
und zwar Konjunktiv Präteritum für die Gegenwart und Konjunktiv Plusquamperfekt für die
Vergangenheit.
Das Wasser ist zu kalt, als dass man baden könnte.
Er ist zu jung, als dass er dieses wüsste. Er ist zu jung, als dass er dies gewusst hätte.
Bei Subjektgleichheit wird die entsprechende Infinitivkonstruktion (IK) mit um + zu+
Infinitiv verwendet.
Ich bin zu alt, um darauf zu hoffen. Sie war dabei glücklich, um in die Luft zu springen.

4. Konditionalsätze (Bedingungssätze- pogodbene rečenice)


Im konditionalen Satzgefüge wird der NS mit der Konjunktion wenn eingeleitet, seltener sind
die Konjunktionen falls, sofern und Verbindungen mit der Konjunktion dass.
Im HS erscheint als fakultatives Korrelat dann, im nachgestellten HS auch Korrelat so.
Obwohl es mehrere Einteilungen von Konditionalsätzen gibt, entscheiden wir uns für die
Einteilung in reale und irreale Konditionalsätze.
a) Reale Konditionalsätze drücken eine Bedingung aus, die den Sachverhalt im HS als sichere
Tatsache verstehen lässt. In beiden Teilsätzen steht der Indikativ. Diese Sätze kommen als
Vorder,- Zwischen und Nachsätze vor.
Wenn der Zug pünktlich kommt, so erreichen wir den Anschlusszug.
Ich schicke ihnen das Buch, wenn sie mir ihre Adresse schreiben.

b) Irreale Konditionalsätze stellen eine nur vorstellbare, imaginäre und irreale Bedingung dar,
weshalb die Realisierung des Sachverhalts im HS unmöglich ist. Deshalb ist auch hier der
Konjunktiv obligatorisch und zwar der Konjunktiv Präteritum für die Gegenwart und Zukunft
und der Konjunktiv Plusquamperfekt für die Vergangenheit. Auch hier kann es zu
Substitutionen des Konjunktivs durch die würde-Umschreibung kommen, vor allem im HS.
Die würde-Umschreibung wird auch im NS verwendet, wenn es sich der Konjunktiv
Präteritum schwache Verben vom Indikativ nicht unterscheidet. In diesem Fall ist es auch
möglich das Modalverb sollen zu gebrauchen.
Wenn er das öfter machen sollte, so könnte es nicht länger da bleiben.
Wenn er gewählt würde, bliebe er.
Wenn er gewählt worden wäre, wäre er geblieben.
5. Finalsätze
Im finalen Satzgefüge wird der zu meist nachgestellte NS mit der Konjunktion damit, seltener
auf dass, dass eingeleitet.
Das finite Verb steht gewöhnlich im Indikativ, in literarischer Sprache aber auch mit der
gleichen Bedeutung Konjunktiv vor.
Finalsätze mit der Konjunktion damit werden gewöhnlich nur gebildet, wenn die Subjekte in
beiden Teilsätzen nicht identisch sind. Wenn die Subjekte identisch sind, wird meistens die
Infinitivkonstruktion mit um + zu gebraucht.
Im NS wird ein Zweck, eine Absicht oder eine Motivation für eine im HS angegebene
Handlung genannt. Der NS bezieht sich dann auf den ganzen HS und dabei kann die
Motivation eher kausal oder eher konditional begründet sein.
a) kausal begründet ist z.B.:
Sie ließ die Rollläden herunter, um das Licht zu dämpfen.
Sie ließ die Rollläden herunter, weil sie das Licht dämpfen wollte.
b) konditional begründet ist z.B.:
Um das Licht zu dämpfen, brauchst du nur die Rollläden herunter zu lassen.
Um das Licht zu dämpfen, würde ich einfach die Rollläden herunter lassen.

Beispiele:
1. Da sam ga tada pozvao na svoje rođendansko slavlje on se tada ne bi ni pojavio.
Wenn ich ihn damals zu meiner Geburtstagsfeier eingeladen hätte, so wäre er wahrscheinlich
nicht einmal erscheinen.
2. Pazi da nepadneš niz stepenice.
Pass auf, damit du die Treppe nicht herunter fällst.