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BIOLOGIE: KLAUSUR – ZELLULÄRE STRUKTUREN

1.) Zellen sind die kleinsten funktionellen Einheiten. An ihnen können die vielfältigsten
biologischen Phänomene beobachtet werden.

1.1.) Die nachfolgende Abbildung zeigt das elektronenmikroskopische Bild einer Zelle.
Beschriften Sie die Bestandteile dieser Zelle!

1.2.) Entstammt die abgebildete Zelle einem Tier oder einer Pflanze? Begründen Sie ihre
Entscheidung! Stellen Sie drei charakteristische Unterschiede tierischer und pflanzlicher
Zellen heraus!

Laut der Zelltheorie von Schwann und Schleiden bestehen alle Lebewesen aus Zellen. Zellen
sind die kleinste Einheit des Lebens. Sie sind in Erscheinungsform und Funktion sehr
vielfältig. So unterscheidet man zwischen Eukaryoten und Prokaryoten. Die abgebildete Zelle
gehört zu den Eukaryoten – den „kernhaltigen“ Zellen. Diese Eucyte ist eine Pflanzenzelle, da
sie im Gegensatz zu tierischen Zellen eine Zelwand, Vakuolen und Chloroplasten besitzt.
Tierische Zellen besitzen als äußere Abgrenzung nur das Plasmalemma. Dafür ist dieses aber
mit einer Glykocalyx versehen, welche bei pflanzlichen Zellen nicht anzufinden ist.
Pflanzenzellen sind durch Plasmodesmen miteinander verbunden; bei tierischen Zelen
existiert dies nicht.

1.3.) Zeichnen Sie in die Zellumrisse alle DNA-haltigen Strukturen ein!

2.1.) Beschriften Sie die Abbildung der Biomembran!

1. Phospholipiddoppelschicht
2. integrales Protein
3. peripheres Protein
4. Polypeptidketten
5. Oligosaccharidketten

2.2.) Beschreiben Sie das Modell!

Die Biomembran besteht zum größten Teil aus Phospholipiden und Proteinen. Laut dem
Flüssig-Mosaik-Modell gleichen die Proteine Eisbergen in der See. Sie schwimmen also in
einer mehr oder weniger flüssigen Lipidschicht. Dabei können sie durch die
Phospholipiddoppelschicht hindurchragen (integrales Protein) oder nur zu einer Seite aus ihr
hervortreten (peripheres Protein). Die Phospholipiddoppelschicht ist bipolar. Die
Phosphatreste und das Glycerin bilden hierbei den hydrophilen, die Fettsäuren den
hydrophoben Teil. Zur extrazellulären Seite ist die Biomembran bei tierischen Zellen mit
einer Glykocalyx versehen. Das ist ein fädenartiges Geflecht aus Glykolipiden und
Glykoproteinen. Es verleiht der tierischen Zelle mechanische Festigkeit und dient der Zell-
Zell-Erkennung. Pflanzliche Zellen besitzen keine Glykocalyx.

2.3.) Stellen Sie einen Überblick über verschiedene Funktionen von Biomembranen
zusammen!

Biomembranen besitzen vielfältige Funktionen. Zum einen der Stoffaustausch mit Hilfe der
Proteine. Die Biomembran ist semipermeabel, d.h. sie entscheidet welche Stoffe und Ionen
aufgenommen und weitergeleitet bzw. welche außen vor gehalten werden. Hierbei ist sowohl
der Stofftransport mit dem Konzentrationsgefälle (passiv) als auch gegen das
Konzentrationsgefälle (aktiv) möglich. Weiterhin dient die Biomembran dem Schutz und der
Abgrenzung von Zellen und Zellorganellen. Sie teilt die Zelle in verschiedene Räume und
bildet somit Reaktionsräume. Außerdem ermöglicht die Biomembran das Prinzip der
Oberflächenvergrößerung (z.B. bei Plastiden). An ihr laufen verschiedene
Stoffwechselprozesse ab. Sie ist der Träger von vielen Enzymen und kann Signale
weiterleiten (z.B. an die Nervenzellen). Bei tierischen Zellen dient sie mit Hilfe der
Glykocalyx der Zell-Zell-Erkennung.

3.) Mitochondrien sind elektronenmikroskopisch betrachtet verschieden gestaltet. Ihre Anzahl


in den Zellen ist außerdem sehr unterschiedlich.

3.1.) Zeichnen und beschriften Sie ein Mitochondrium!

Elementarpartikel

RNA

innere
Membran

Ribosomen äußere Membran

DNA Lipidtropfen
3.2.) Welche Bedeutung hat die Ausbildung der Faltungen und die unterschiedliche Anzahl
der Mitochondrien in der Zelle?

Auch bei Mitochondrien dient die Biomembran der Oberflächenvergrößerung. Mitochondrien


sind durch eine Doppelmembran gegen das Cytoplasma abgegrenzt. Die innere Membran ist
hierbei gefaltet und bildet so genannte Cristae. An der Innenseite der inneren membran
befinden sich viele Elementarpartikel. In ihnen läuft die Zellatmung ab. Hierbei wird aus
Adenosindiphosphat (ADP) unter Anlagerung von Phosphaten Adenosintriphosphat (ATP)
gebildet. Man bezeichnet die Mitochondrien deshalb auch als „Kraftwerke der Zelle“. Je
nachdem wie viel Energie eine Zelle benötigt, benötigt sie auch Mitochondrien. Je mehr
Mitochondrien in einer Zelle enthalten sind und je stärker die Faltung der inneren Membran
(sprich: je mehr Elementarpartikel für die Zellatmung zur Verfügung stehen), desto mehr
Energie kann auch bereitgestellt werden.

3.3.) Warum haben Hefezellen zeitweise keine Mitochondrien und manchmal sehr viele
ausgebildet?

Die Zelle passt die Anzahl der Mitochondrien also stets ihren Bedürfnissen an. Befindet sie
sich in Ruhe, d. h. wird keine Energie benötigt, hat sie auch keine Mitochondrien. So verhält
es sich auch bei den Hefezellen. Wird ihnen keine Glukose (und Wasser) zugeführt (z. B.
Trockenhefe in Tütchen) brauchen sie auch keine Mitochondrien, da sie sich in Ruhe
befinden. Werden sie jedoch mit Zucker und Wasser zusammengeführt, beginnen sie mit der
alkoholischen Gärung. Für diesen Prozess benötigen sie aber Energie, d. h. es müssen (sehr)
viele Mitochondrien ausgebildet werden.

4.) Zellwände bestehen aus Cellulose.

4.1.) Beschreiben Sie den chemischen Aufbau dieser Verbindung mit Hilfe der Formel!

Cellulose ist ein Polysaccharid. Sie besteht aus vielen α- und β-Glukosen, die abwechselnd
über 1-4-Verbindungen (glykosidische Bindungen) miteinander verbunden sind.

4.2.) Beschreiben Sie den Vorgang der Zellwandbildung mit Hilfe der Abbildungen!
Die Bildung der Zellwand erfolgt in mehreren Schritten. Im Bildungsgewebe teilen sich
Zellen durch Mitose. Diese Zellen sind noch nicht differenziert und besitzen nur eine schwach
ausgebildete Primärwand. Zwischen den zwei Tochterzellen bildet sich hierbei die
Primordialwand. Aus ihr wird später die Mittellamelle. Sie hält die beiden Tochterzellen
zusammen. Nun beginnt jede Tochterzelle mit der Anlagerung von Stoffen (Pektinen). Diese
werden verstreut angeordnet. Deswegen nennt man die Struktur der entstehenden Primärwand
auch „Streuungstextur“. Die Tochterzellen wachsen bis sie ihre endgültige Größe erreicht
haben. Die Primärwand wird dabei jedoch nicht dünner, da sich ständig neues Material
anlagert. Hat die Zelle ihre endgültige Größe erreicht, beginnt das Dickenwachstum. In die
nun entstehende Sekundärwand können auch andere Stoffe (z. B. Suberin und Lignin)
eingelagert werden. Die Mikrofibrillenbündel (= „Bausteine“ der Zellwand) lagern sich nun
parallel zueinander an. Man nennt die Struktur der Sekundärwand auch „Paralleltextur“. Nach
innen wird die Zellwand meistens noch durch eine dünne Tertiärwand abgeschlossen.

4.3.) Erläutern Sie kurz die Funktionen von Zellwänden!

Die Zellwand ist (im Gegensatz zum Plasmalemma) ziemlich stabil. Sie schließt die
Pflanzenzelle nach außen ab und bietet ihr Schutz. Außerdem verleiht sie der Zelle
mechanische Festigkeit.

5.) Die äußerst artenreiche Gruppe der Grünalgen ist fossil bereits in Gesteinsschichten des
Kambriums nachweisbar, also etwa 500 Millionen Jahre alt.
Die Grünalge Volvox (s. Abb.) wird von einigen Wissenschaftlern als Kolonie, von anderen
als echter Vielzeller angesehen. Welcher Auffassung schließen Sie sich an? Begründen Sie!
Meiner Meinung nach ist die Grünalge Volvox ein echter Vielzeller. Sie besteht aus
verschiedenen Zell-/Gewebearten, die einander bedingen. Sie ist wie ein Organismus aus
verschiedenen Organen zusammengesetzt. Die Fortpflanzungszellen sind für die Vermehrung
zuständig (=Bildungsgewebe), die Körperzellen für verschiedene andere Prozesse. Wäre die
Grünalge Volvox eine Kolonie, wären die Funktionen nicht so spezifisch verteilt. Dann würde
sich jede Zelle teilen. Außerdem sind die Zellen untereinander durch Plasmabrücken
verbunden (vergleichbar mit Plasmodesmen zwischen Pflanzenzellen). Andere Einzeller (wie
z. B. Bakterien) verbinden sich nur zum Stoffaustausch (mit Hilfe der Pili). Hier scheint es
jedoch so als wären die Zellen ständig miteinander verbunden. Weiterhin erscheinen die
Zellen am oberen Rand wie Zellen aus dem Abschlussgewebe. Als Kolonie müssten sich die
Zellen doch viel mehr ähneln als es hier der Fall ist. Von daher bin ich ziemlich überzeugt,
dass die Grünalge Volvox ein echter Vielzeller ist.