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Frühere Ausgabe: 5.04 Entwurf, deutsch Former edition: 5/04 Draft, in German only

 

Juli 2006

ICS 17.040.30

VDI/VDE-RICHTLINIEN

 

July 2006

VEREIN DEUTSCHER INGENIEURE

 

Genauigkeit von Koordinatenmessgeräten Kenngrößen und deren Prüfung

 

VDI/VDE 2617

VERBAND DER ELEKTROTECHNIK ELEKTRONIK

 

Prüfprozesseignung von Messungen mit Koordinatenmessgeräten

 

Blatt 8 / Part 8

 

INFORMATIONS-

     

TECHNIK

   

Accuracy of coordinate measuring machines Characteristics and their testing

 
   

Test suitability of measurements with coordinate measuring machines

   

Ausg. deutsch/englisch Issue German/English

Die deutsche Version dieser Richtlinie ist verbindlich.

 

The German version of this guideline shall be taken as authorita- tive. No guarantee can be given with respect to the English trans- lation.

Inhalt

Seite

Contents

Page

 

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Preliminary note

 

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1 Zweck und Geltungsbereich

 

3

1 Objective and scope

 

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3

2 Definition der Prüfprozesseignung

 

4

2 Definition of test suitability

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4

3 Ermittlung der Prüfprozesseignung

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3 Determination of the test suitability

 

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3.1 Einflüsse auf die Messunsicherheit

 

3.1 Influences on the uncertainty of measurement of the test

 

des Prüfprozesses

 

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4

 

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3.2 Methoden zur Ermittlung der

 

3.2 Methods for the determination of the uncertainty of measurement

 

Messunsicherheit

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5

 

5

4 Nachweis der Prüfprozesseignung

 

7

4 Verification of the test suitability

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7

5 Zwischenprüfung

 

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5 Interim check

 

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Schrifttum .

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Bibliography .

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Anhang A

Prüfprozesseignung und Prüfmittel-

Annex A

Test suitability and test-equipment

 

fähigkeit

 

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capability

 

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Anhang B

Tabellen zur Messauswertung und

 

Annex B

Tables for measurement analysis and process qualification

 

Prozesseignung

 

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10

 

10

Anhang C

 

Annex C

Guidance for the determination of

 
 

Anleitung zur Ermittlung der Prüf- prozesseignung mit kalibrierten

Werkstücken .

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the test suitability using calibrated .

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VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) VDI/VDE Society for Measurement and Automatic Control

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Ausschuss Koordinatenmesstechnik Committee Coordinate Measuring Technique

 

VDI/VDE-Handbuch Mess- und Automatisierungstechnik, Band 2: Fertigungstechnisches Messen VDI/VDE-Handbuch Mikro- und Feinwerktechnik VDI-Handbuch Betriebstechnik, Teil 3

 

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VDI/VDE 2617 Blatt 8 / Part 8

Vorbemerkung

In der Richtlinie VDI/VDE 2617 sind Kenngrößen zur Beschreibung der Genauigkeit von Koordinaten- messgeräten (KMG) festgelegt und Verfahren zu ih- rer Prüfung beschrieben. Die Richtlinie besteht zur- zeit aus folgenden Blättern:

Preliminary note

The guideline VDI/VDE 2617 specifies characteris- tics serving to describe the accuracy of coordinate measuring machines (CMMs) and describes methods for checking these characteristics. The guideline presently consists of the following parts:

Blatt 2.1 Leitfaden zur Anwendung von DIN EN ISO 10360-2 zur Messung von Längenma- ßen

Part 2.1

Code of practice for the application of DIN EN ISO 10360-2 for length measure- ment

Blatt 2.2 Formmessung

 

Part 2.2

Form measurement

Blatt 2.3 Annahme- und Bestätigungsprüfung von Koordinatenmessgeräten großer Bauart

Part 2.3

Acceptance and reverification tests for co- ordinate measuring machines of large di- mensions

Blatt 3

Komponenten

der

Messabweichung

des

Part 3

Components of measurement deviation of

Gerätes

the machine

Blatt 4

Leitfaden zur Anwendung von DIN EN ISO 10360-3 für Koordinatenmessgeräte mit zusätzlichen Drehachsen

Part 4

Guideline for the application of DIN EN ISO 10360-3 to coordinate measuring ma- chines with additional axes of rotation

Blatt 5

Überwachung durch Prüfkörper

 

Part 5

Interim check with artefacts

Blatt 5.1 Überwachung mit Kugelplatten

Part 5.1

Interim check with ball plates

Blatt 6

Koordinatenmessgeräte mit optischer An- tastung; Grundlagen

Part 6

Coordinate measuring machines with opti- cal probes; Basics

Blatt 6.1 Koordinatenmessgeräte mit optischer An- tastung; Sensoren zur 2D-Messung

Part 6.1

Coordinate measuring machines with opti- cal probes; Sensors for 2D measurement

Blatt 6.2 Leitfaden zur Anwendung von DIN EN ISO 10360 für Koordinatenmessgeräte mit optischen Abstandssensoren

Part 6.2

Guideline for the application of DIN EN ISO 10360 to coordinate measuring ma- chines with optical distance sensors

Blatt 6.3 Multisensor Vorbereitung)

Koordinatenmessgeräte

(in

Part 6.3

Multisensor coordinate measuring ma- chines (to be published)

Blatt 7 Ermittlung der Unsicherheit von Messun- gen auf Koordinatenmessgeräten durch Si- mulation

Part 7 Determination of measurement uncertainty of coordinate measuring machines by means of simulation

Blatt 8

Prüfprozesseignung von Messungen mit Koordinatenmessgeräten

Part 8

Test suitability of measurements taken on coordinate measuring machines

Blatt 9

Gelenkarm

Koordinatenmessgeräte (in

Part 9

Articulated-arm coordinate measuring ma-

Vorbereitung)

chines (to be published)

Blatt 10

Lasertracker (in Vorbereitung)

Part 10

Laser trackers (to be published)

Blatt 11 Ermittlung der Unsicherheit von Messun- gen auf Koordinatenmessgeräten durch das Unsicherheitsbudget. (in Vorbereitung)

Part 11

Determination of measuring uncertainty of coordinate measuring machines by using the uncertainty budget. (to be published)

Anmerkung: Bisher werden in Werksnormen die Begriffe „Mess- gerätefähigkeit“ und „Prüfmittelfähigkeit“ verwendet, wobei unter Fähigkeit die Eignung eines Prüfmittels für eine vorgegebene Prüfaufgabe verstanden wird. Bei den bisher bekannten Verfahren zur Ermittlung von Fähigkeitskenngrößen ist eine Ve rgleichbarkeit meist nicht gegeben. Darüber hinaus beziehen sich diese Fähig- keitskenngrößen häufig nur auf Gerätestreuungen, berücksichtigen also nicht ausreichend systematische Einflüsse. Andere Fähigkeits- kenngrößen betrachten nur Teile des gesamten Prüfprozesses.

Note: So far, works standards have been using the terms “measur- ing-instrument capability” or “test-equipment capability”, where “capability” means the suitability of a piece of test equipment for a specified task. With most of the currently known methods for the determination of capability characteristics, comparison of the char- acteristics determined is not possible. Moreover, these capability characteristics often only refer to variations of individual pieces of equipment, i.e. they do not sufficiently take into account systematic influences. Other capability characteristics merely consider part of the entire test procedure.

VDI/VDE 2617 Blatt 8 / Part 8

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Weiterhin wird in Normen (DIN EN ISO 14253; DIN EN ISO 9001 u.a.) sowie in Richtlinien, wie der VDA 5 [1], gefordert, dass zur Beurteilung der Eig- nung eines Prüfprozesses die Messunsicherheit in Bezug zur geforderten Toleranz des zu prüfenden Merkmals herangezogen werden muss. In diesem Zu- sammenhang wird auch vorgeschlagen (VDA 5 [1], DGQ-Band 13-61 [2]), die entsprechende Kenngröße „Prüfprozesseignung“ zu nennen.

Vor diesem Hintergrund beschreibt das vorliegende Blatt 8 eine grundlegende Vorgehensweise zur Ermitt- lung der Prüfprozesseignung. Es berücksichtigt ins- besondere die aktuellen normativen Vorgaben zu Fragen der Messunsicherheit (GUM, DIN EN ISO 14253-1 und DIN EN ISO 14253-2, deutsche Fassung: Bei- blatt 1). Wegen der Grundsätzlichkeit des Lösungs- ansatzes lässt sich die hier für Koordinatenmessge- räte erarbeitete Richtlinie auch auf Prüfprozesse mit anderen Messgeräten übertragen.

Die Prüfprozesseignung steht in einem engen Zusam- menhang mit der in Zeichnungen spezifizierten Tole- ranz eines Produktmerkmals, mit der Messunsicher- heit des zur Messung dieses Merkmals eingesetzten Koordinatenmessgeräts und mit der Fertigungstole- ranz. Die für die Fertigung eines Produkts zur Ver- fügung stehende Fertigungstoleranz wird dabei in hohem Maße durch die Messunsicherheit des Prüf- prozesses beeinflusst. Diese Fertigungstoleranz er- gibt sich aus der Zeichnungstoleranz abzüglich der Messunsicherheit für das bestimmte Merkmal. Eine Vergrößerung der Messunsicherheit bewirkt demnach eine Verringerung der nutzbaren Fertigungstoleranz.

Die Prüfprozesseignung ist für Koordinatenmessun- gen ein Kennwert, der über die Eignung eines Koor- dinatenmessgeräts unter Berücksichtigung aller auf den Prüfprozess einwirkenden Einflussgrößen eine Aussage macht. Die Prüfprozesseignung ist demnach eine Funktion der Merkmalstoleranz und der Mess- unsicherheit (Messaufgabenbezogene Prüfprozess- eignung).

1 Zweck und Geltungsbereich

Diese Richtlinie gilt für Koordinatenmessgeräte (KMG). Sie lässt sich aber grundsätzlich auch für an- dere Messgeräte einsetzen. Es wird eine Vorgehens- weise zur Bewertung eines Prüfprozesses mit Koor- dinatenmessgeräten anhand der Prüfprozesseignung beschrieben. Die Kenngröße „Prüfprozesseignung“ dient zur gegenseitigen Abstimmung des Mess- und Fertigungsprozesses. Sie dient nicht als Grundlage zur Regelung von Annahme- und Ablehnungsent- scheidungen für Produkte. Die diesbezüglichen Regeln (Entscheidungsregeln) enthält DIN EN ISO 14253-1.

Furthermore, standards (ISO 14253; ISO 9001 and others) and guidelines such as VDA 5 [1] require the uncertainty of measurement referred to the specified tolerance of the feature under test to be considered as

a criterion for assessing the suitability of a particular test procedure. In this conjunction, it is also sug- gested (VDA 5 [1], DGQ volume 13-61 [2]) to term the respective characteristic “test suitability”.

Against this background, the present Part 8 describes

a basic method for the determination of the test suit-

ability, taking into account in particular the current normative requirements regarding issues of the un- certainty of measurement (GUM, ISO 14253-1 and ISO 14253-2, German version: Supplement 1). Thanks to the fundamental nature of the approach, this guide- line, pertaining to coordinate measuring machines, can be applied analogously to test procedures using

other measuring systems.

The test suitability is closely related to the tolerance of a product feature as specified in the drawings, to the uncertainty of measurement of the coordinate measuring machine used to measure this feature, and to the manufacturing tolerance. The tolerance al- lowed in the manufacture of a product is greatly influ- enced by the uncertainty of measurement of the test procedure. This manufacturing tolerance is the toler- ance specified in the drawings minus the uncertainty of measurement for the respective feature. The greater the uncertainty of measurement, the smaller, therefore, the effective manufacturing tolerance.

In the case of coordinate measurements, the test suit- ability is a characteristic which describes the suitabil- ity of a coordinate measuring machine, taking into account all the quantities influencing the test proce- dure. Consequently, the test suitability is a function of the feature tolerance and of the uncertainty of meas- urement (test suitability related to the measurement task).

1 Objective and scope

This guideline applies to coordinate measuring ma- chines (CMMs). In principle, however, it can also be applied to other measuring systems. The guideline describes a method for assessing a test procedure us- ing coordinate measuring machines in terms of the test suitability. The characteristic “test suitability” serves for mutual matching of the measurement and manufacturing processes. It is not the basis for rules concerning product acceptance and rejection deci- sions. The pertinent rules (decision rules) are speci- fied in ISO 14253-1.

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VDI/VDE 2617 Blatt 8 / Part 8

2 Definition der Prüfprozesseignung

Die Prüfprozesseignung wird durch das Verhältnis der erweiterten Messunsicherheit U (k = 2) zur Merkmalstoleranz T beschrieben. Sie wird mit der Kenngröße g pp bezeichnet und berechnet sich aus

g pp

=

U

2 ----

T

Die Kenngröße g pp ermöglicht eine Aussage darüber, ob die erweiterte Messunsicherheit die Anforderun- gen der Spezifikation erfüllt. Die Messunsicherheit ist aufgabenbezogen, das heißt, sie bezieht sich auf das jeweilig zu messende Merkmal des Werkstücks. Definitionsgemäß enthält diese aufgabenbezogene Messunsicherheit alle Einflussgrößen, die auf den Prüfprozess bei der Messung realer Werkstücke ein- wirken (siehe Abschnitt 3.1).

3 Ermittlung der Prüfprozesseignung

Die merkmalsbezogene Toleranz T kann aus der Produktspezifikation (z.B. aus einer Zeichnung) ent- nommen werden. Die aufgabenbezogene Messunsi- cherheit U kann mit verschiedenen Methoden er- mittelt werden. Die nachstehenden Methoden sind erprobt:

• Unsicherheitsbudget (siehe auch DIN EN ISO 14253-2 Beiblatt 1)

• Simulation (VDI/VDE 2617 Blatt 7)

• Unsicherheitsermittlung mit kalibrierten Werkstü- cken (DIN ISO/TS 15530-3) Diese drei Methoden werden deswegen zusammen mit den Einflüssen auf die Messunsicherheit der Prüfprozesse im Folgenden kurz beschrieben. Zu- sätzlich wird wegen der guten praktischen Umsetz- barkeit die Unsicherheitsermittlung mit kalibrierten Werkstücken mit Beispielen in Anhang C näher er- läutert.

3.1 Einflüsse auf die Messunsicherheit des Prüfprozesses

Wichtige Voraussetzung zur Ermittlung der aufga- benbezogenen Messunsicherheit ist die Kenntnis der auf den Prüfprozess einwirkenden Einflussgrößen. Bei Koordinatenmessungen sind diese Einflüsse sehr vielfältig. Sie ergeben sich aus dem Messgerät, dem Messobjekt, der Messaufgabe, der Messstrategie und den Umgebungsbedingungen. Einflussgrößen, die ei- nen Beitrag zur Messunsicherheit des Messergebnis- ses leisten können, sind in Tabelle 1 zusammenge- stellt. Ziel einer Ermittlung der Messunsicherheit muss sein, die wesentlichen dieser Einflussgrößen zu berücksichtigen.

2 Definition of test suitability

The test suitability is characterised by the relation of the expanded uncertainty of measurement, U (k = 2), to the feature tolerance, T. It is denoted by the charac- teristic quantity g pp and is calculated as follows

g pp

=

U

2 ----

T

The quantity g pp allows to make a statement as to whether the expanded uncertainty of measurement meets the requirements of the specification. The un- certainty of measurement is task-specific, i.e. it refers to the respective workpiece feature to be measured. In accordance with the definition, this task-specific un- certainty of measurement includes all quantities in- fluencing the test procedure in the measurement of real workpieces (see Section 3.1).

3 Determination of the test suitability

The feature tolerance, T, can be found in the product specification (e.g. in a drawing). The task-specific uncertainty of measurement, U, can be determined using various methods. The following methods are proven:

• Uncertainty budget (see also DIN EN ISO/TS 14253-2 Supplement 1)

• Simulation (VDI/VDE 2617 Part 7)

• Determination of uncertainty using calibrated workpieces (DIN ISO/TS 15530-3) In the following, these three methods are briefly de- scribed along with the influences on the uncertainty of measurement of the test procedures. The determi- nation of the uncertainty using calibrated workpieces is additionally exemplified in Annex C as this method lends itself to practical application.

3.1 Influences on the uncertainty of measurement of the test procedure

Knowledge of the quantities influencing the test pro- cedure is an essential prerequisite to the determina- tion of the task-specific uncertainty of measurement. These influences are multifarious in coordinate meas- urements. They ensue from the measuring instru- ment, the object to be measured, the measurement task, the measurement strategy and the ambient con- ditions. Influencing quantities which may contribute to the uncertainty of the measurement result are com- piled in Table 1. The aim of a determination of the uncertainty of measurement must be to take into ac- count those influencing quantities which are essen- tial.

VDI/VDE 2617 Blatt 8 / Part 8

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Tabelle 1. Einflüsse auf das Messergebnis bei einer Messung auf einem Koordinatenmessgerät

KMG

Umgebung

Werkstück

Geometrie

Temperatur

Rauheit Formabweichungen Aufspannung Elastische/plastische Verformung

• Maßstäbe

Zeitliche Temperaturgradienten

• Führungsabweichungen

Räumliche Temperaturgradienten

• Langzeitänderungen

Schwingungen

• Hysteresen

Bediener

• Beladung

Messkopfsystem

Tasterkonfiguration Position und Orientierung Messstrategie Reinigung

• systematische Abweichung

• Einmessung/Biegung

• Reproduzierbarkeit

Table 1. Influences on the result of a measurement taken on a coordinate measuring machine

CMM

Environment

Workpiece

Geometry

temperature

roughness form deviations chucking elastic/plastic deformation

• scales

temporal temperature gradients

• guide deviations

spatial temperature gradients

• long-term variations

vibrations

• hystereses

Operator

• loading

Probing system

stylus configuration position and orientation measurement strategy cleaning

• bias

• qualification/bending

• reproducibility

3.2 Methoden zur Ermittlung der Messunsicherheit

3.2.1 Ermittlung mit Hilfe eines Messunsicherheitsbudget

Bei der Erstellung des Unsicherheitsbudgets für eine konkrete Messaufgabe werden die einzelnen Beiträge zur Messunsicherheit bestimmt und daraus die resul- tierende Messunsicherheit berechnet (GUM).

Ausgangspunkt ist dabei die mathematische Modell- funktion, die den Messprozess beschreibt. Sie be- rücksichtigt die funktionale Abhängigkeit des Mess- ergebnisses von allen Einflussgrößen. Die einzelnen Beiträge werden entweder aus statistischen Parame- tern gewonnen, die sich aus wiederholten Beobach- tungen ergeben (Methode A). Sie können aber auch aus bereits verfügbaren Informationen (z.B. aus Her- stellerspezifikationen oder Kalibrierscheinen) abge- leitet werden (Methode B nach GUM).

Die Standardmessunsicherheit des Messergebnisses ergibt sich aus der quadratischen Summe der Unsi- cherheitsbeiträge. Dabei müssen die Empfindlich- keitskoeffizienten berücksichtigt werden, die die Ab- hängigkeit des Messergebnisses von den jeweiligen

3.2 Methods for the determination of the uncertainty of measurement

3.2.1 Determination by means of a measurement uncertainty budget

Drawing up the uncertainty budget for a specific measurement task consists in determining the indi- vidual contributions to the uncertainty of measure- ment, from which the resulting uncertainty of meas- urement is calculated (GUM).

The mathematical model function which describes the measurement process is the starting point. It takes into account that the measurement result is a function of all influencing quantities. The individual contribu- tions are either derived from statistical parameters which result from repeated observations (method A), or they may be derived from information available (such as manufacturer’s specifications or calibration certificates) (method B in accordance with the GUM).

The standard uncertainty of the measurement result is the squared sum total of all contributions to the uncer- tainty. It must take into account the sensitivity coeffi- cients, which describe the dependence of the measur- ment result on the respective influencing quantities

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VDI/VDE 2617 Blatt 8 / Part 8

Einflussgrößen beschreiben und aus den partiellen Ableitungen der Modellfunktion berechnet werden können.

Die Standardmessunsicherheit wird mit einem Er- weiterungsfaktor k multipliziert, um die Messunsi- cherheit auf ein definiertes Vertrauensniveau umzu- rechnen. Je größer dieser Faktor ist, desto größer ist das Vertrauen, dass der Wert der Messgröße in dem durch die erweiterte Messunsicherheit U angegebe- nen Werteintervall liegt. Wird z.B. k = 2 gewählt, be- trägt bei einer angenommenen Normalverteilung der Eingangsgrößen dieses Vertrauensniveau 95 %. Das vollständige Messergebnis besteht also aus der Mess- größe y und der Angabe der Messunsicherheit U (y U (k = 2)).

Auf der Grundlage dieses Vorgehens sind in einem Beiblatt zur DIN EN ISO 14253-1 Beispiele zur ver- einfachten Abschätzung von Messunsicherheiten aufgeführt.

3.2.2 Ermittlung durch Simulation

Das Funktionsprinzip basiert, ebenso wie das Un- sicherheitsbudget-Verfahren, auf dem Modell des Messprozesses. Die Auswertung erfolgt jedoch nicht über partielle Ableitungen und Summierung von Un- sicherheitsbeiträgen, sondern mit Hilfe eines im Rechner durchgeführten Experimentes (virtuelles Experiment) auf der Grundlage eines rechnergestütz- ten mathematischen Modells. Darin ist der Messpro- zess unter Berücksichtigung wesentlicher Einfluss- größen abgebildet.

In der Simulation werden diese Einflüsse innerhalb ihres möglichen oder vermuteten Wertebereichs (be- schrieben durch Wahrscheinlichkeitsverteilungen) variiert und der Messprozess unter zufälliger Kombi- nation aller möglichen Zustände der Einflussgrößen vielfach wiederholt simuliert. Aus der daraus resul- tierenden Variation des Messergebnisses wird die Messunsicherheit ermittelt. Dieses Vorgehen ist mit den Grundprinzipien des GUM vereinbar.

Bei dem Simulationsverfahren muss das Modell nicht durch einen geschlossenen mathematischen Aus- druck beschrieben sein. Auch numerische Algorith- men, wie die Bildung von Ausgleichselementen oder die Filterung von Messpunkten, können deshalb in das Modell einbezogen werden. Dadurch ist das Si- mulationsverfahren besonders für so komplexe Mess- prozesse wie die Koordinatenmessung geeignet.

Voraussetzung bei diesem Verfahren, wie bei den an- deren auch, ist die Kenntnis der Einflussgrößen auf die Messunsicherheit. Neu ist das Vorhandensein ei- nes rechnergestützten Modells und Simulators, das

and can be calculated from the partial derivatives of the model functions.

The standard uncertainty is multiplied by a coverage factor k for the uncertainty of measurement to reach a defined confidence level. The greater this factor, the higher the confidence that the value for the measur- and lies in the range of values as indicated by the ex- panded uncertainty of measurement, U. If, e.g., k = 2, this confidence level is 95 % assuming normal distri- bution of the influencing quantities. The complete measurement result, therefore, consists of the meas- urand, y, and the statement of the uncertainty of measurement, U (y U (k = 2)).

The technical specification ISO/TS 14253-2 lists ex- amples for a simplified estimation of uncertainties of measurement on the basis of this method.

3.2.2 Determination by means of simulation

The functional principle of this method, like the un- certainty-budget method, relies on the model of the measurement process. Analysis, however, is not by calculating partial derivatives and adding uncertainty contributions but by performing an experiment on a computer (virtual experiment) on the basis of a com- puter-aided mathematical model. This represents the measurement process, taking into account essential influencing quantities.

For the purposes of the simulation, these influences are varied within their possible, or assumed, range of values (described in terms of probability distribu- tions), and the simulation of the measurement proc- ess is repeated several times combining at random all possible states of the influencing quantities. The un- certainty of measurement is determined from the var- iation of the measurement result following from this. This procedure is compatible with the basic princi- ples of the GUM.

In the simulation procedure, the model need not be described by an analytical mathematical expression. Numerical algorithms, such as the formation of re- gression elements or the filtering of measuring points, may therefore be included in the model. This makes the simulation procedure particularly suitable for such complex measurement processes as coordi- nate measurements.

Knowledge of the quantities influencing the uncer- tainty of measurement is prerequisite to this method as it is to the other methods. The novel aspect here is the availability of a computer-aided model and a sim-

VDI/VDE 2617 Blatt 8 / Part 8

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den gesamten Messprozess, das heißt das KMG, das Messobjekt, die Messaufgabe, die Messstrategie und die Umgebungsbedingungen einbezieht. Die Rah- menbedingungen hierzu sind in VDI/VDE 2617 Blatt 7 beschrieben.

3.2.3 Ermittlung unter Verwendung kalibrierter Werkstücke

Diese in DIN ISO/TS 15530-3 beschriebene Me- thode ist ein experimentelles Verfahren zur Ermitt- lung der aufgabenbezogenen Messunsicherheit. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass die Erfassung der ein- zelnen Unsicherheitseinflüsse (Tabelle 1) und deren Wechselwirkung untereinander durch Messungen er- folgt.

Es ist nicht erforderlich, die einzelnen Einflussgrö- ßen zu kennen; sie sind im Ergebnis des Experimen- tes summarisch enthalten.

Die Messungen sind an kalibrierten Werkstücken durchzuführen, die ähnlich oder identisch mit den später zu prüfenden Werkstücken sind. Die Messun- gen sind in der gleichen Weise und unter gleichen Be- dingungen durchzuführen wie die späteren aktuellen Messungen, also z.B. gleiche Anzahl und Anordnung der Messpunkte, gleiche Aufspannung, gleiche Tast- stiftkonfiguration und gleiche Temperaturverhält- nisse. Im Ergebnis wirken sich auf das kalibrierte Werkstück die gleichen Einflüsse aus wie auf das zu prüfende Werkstück, so dass die gesuchte Informa- tion für die Berechnung der Messunsicherheit aus der Differenz zwischen den Messergebnissen und den Kalibrierwerten entnommen werden kann.

Im Anhang C wird diese Methode durch ein Beispiel veranschaulicht.

4 Nachweis der Prüfprozesseignung Die Eignung des Prüfprozesses ist nachgewiesen, wenn das Verhältnis der Messunsicherheit zur Tole- ranz einen Grenzwert G pp nicht überschreitet:

g pp

g pp

=

=

2

U

----

T

U

----

T

G pp

G pp

bei zweiseitiger Toleranz T

bei einseitiger Toleranz T

Dieser Grenzwert liegt typischerweise zwischen 0,2 und 0,4. Er kann aber auch, je nach gerätetechnischer Ausrüstung, größer gewählt werden. Grundsätzlich gilt: Je kleiner der Grenzwert gewählt wird, desto größer ist der Messaufwand. Bei engen Toleranzen muss eventuell ein größerer Wert gewählt werden, mit der Gefahr eines nicht ausreichend regelbaren Fertigungsprozesses.

ulator, which take into account the entire measure- ment process, i.e. the CMM, the object to be measured, the measurement task, the measurement strategy, and the ambient conditions. The pertinent basic condi- tions are described in VDI/VDE 2617 Part 7.

3.2.3 Determination using calibrated workpieces

This method described in ISO/TS 15530-3 is an ex- perimental method for the determination of the task- specific uncertainty of measurement, where the indi- vidual influences on the uncertainty (Table 1) and their interactions are identified by taking measure- ments.

It is not necessary to know the individual influencing

quantities; they are included in the sum total of the

experiment result.

The measurements are to be taken on calibrated workpieces which are similar, or identical, to the workpieces to be tested later on. The measurements shall be performed in the same manner and under the same conditions as the subsequent actual measure-

ments, i.e. with the same number and arrangement of measuring points, the same chucking, the same stylus configuration and the same temperature conditions.

In the result, the quantities influencing the calibrated

workpiece are the same as those influencing the workpiece to be tested, so that the information needed for calculating the uncertainty of measure- ment can be taken from the difference between the measurement results and the calibration values.

This method is exemplified in Annex C.

4 Verification of the test suitability

A test procedure has been proved to be suitable if the

ratio of uncertainty of measurement to tolerance does

not exceed a limiting value G pp :

g pp

g pp

=

=

2

U

----

T

U

----

T

G pp

G pp

for a two-sided tolerance, T

for a one-sided tolerance, T

This limiting value typically lies between 0,2 and 0,4. Depending on the instrumentation, however, a greater value may also be chosen. As a general rule, the ex- tent of measurement work will be the greater the smaller the limiting value. Narrow tolerances may necessitate a greater value to be chosen at the risk of insufficient control of the manufacturing process.

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VDI/VDE 2617 Blatt 8 / Part 8

5 Zwischenprüfung

Die Zwischenprüfung, häufig auch Überwachung ge- nannt, dient dazu, die Gültigkeit der Prüfprozesseig- nung zu überprüfen. Zur regelmäßigen Überwachung gehört insbesondere die Überprüfung der Randbedin- gungen, die Grundlage für die Ermittlung der Mess- unsicherheiten sind. Dazu gehören zum Beispiel die maßgeblichen Temperaturen sowie die Fertigungsbe- dingungen, die die Oberflächengestalt der Werkstücke und damit auch die Messunsicherheit beeinflussen.

Die Zwischenprüfung besteht aus der Messung kali- brierter Werkstücke, die von Zeit zu Zeit an Stelle der zu prüfenden Werkstücke gemessen werden. Die Ab- weichungen zwischen den Kalibrierwerten und den Messwerten müssen dabei kleiner sein als die erwei- terte Messunsicherheit U. Ist das nicht der Fall und kann die Ursache hierfür nicht gefunden werden, muss eine vollständige Ermittlung der Messunsicher- heit nach einer der oben genannten Methoden mit ei- ner nachfolgenden Neuberechnung von g pp durchge- führt werden.

Das Zeitintervall für die Zwischenprüfungen wird durch den Betreiber des Koordinatenmessgeräts fest- gelegt. Es ist abhängig von den geforderten Messun- sicherheiten und der Stabilität der Umgebungs- und Fertigungsbedingungen.

Schrifttum/Bibliography

Technische Regeln/Technical rules

DIN EN ISO 9001 : 2000-12 Qualitätsmanagementsysteme – An- forderungen (ISO 9001:2000-09); Dreisprachige Fassung EN ISO 9001:2000 (Quality management systems – Requirements (ISO 9001:2000); Trilingual version EN ISO 9001:2000). Berlin:

Beuth Verlag DIN EN ISO 14253-1 : 1999-03 Geometrische Produktspezifikati- onen (GPS) – Prüfung von Werkstücken und Meßgeräten durch Messen – Teil 1: Entscheidungsregeln für die Feststellung von Übereinstimmung oder Nichtübereinstimmung mit Spezifikationen (ISO 14253-1:1998); Deutsche Fassung EN ISO 14253-1:1998 (Geometrical product specifications (GPS) – Inspection by meas- urement of workpieces and measuring equipment – Part 1: Decision rules for proving conformance or non-conformance with specifica- tions (ISO 14253-1:1998); German version EN ISO 14253-1:1998). Berlin: Beuth Verlag DIN EN ISO/TS 14253-1 Beiblatt 1 : 2000-05 Geometrische Pro- duktspezifikation (GPS) – Prüfung von Werkstücken und Meßgerä- ten durch Messungen – Leitfaden zur Schätzung der Unsicherheit von GPS-Messungen bei der Kalibrierung von Meßgeräten und bei der Produktprüfung (ISO/TS 14253-2:1999). Berlin: Beuth Verlag DIN ISO/TS 14253-2 : 1999-12 Geometrische Produktspezifika- tion (GPS) – Prüfung von Werkstücken und Messgeräten durch Messen – Teil 3: Richtlinien für das Erzielen einer Einigung über Messunsicherheitsangaben (ISO/TS 14253-3:2002) (Geometrical Product Specification (GPS) – Inspection by measurement of workpieces and measuring equipment – Part 3: Guidelines for achieving agreements on measurement uncertainty statements (ISO/TS 14253-3:2002)). Berlin: Beuth Verlag

5 Interim check

The interim check serves to verify that the test suita- bility is maintained. Regular interim checks include in particular the checking of the boundary conditions which form the basis for the determination of the un- certainties of measurement. Examples of boundary conditions are the relevant temperatures and the manu- facturing conditions which influence the surface shape of the workpieces and, therefore, also the un- certainty of measurement.

An interim check consists of the measurement of cali- brated workpieces. These are measured from time to time in place of the workpieces to be tested. The de- viations of the calibration values from the measured values must be smaller than the expected uncertainty of measurement, U. If this is not the case and the cause cannot be identified, a complete determination of the uncertainty of measurement according to one of the above methods shall be performed, with subse- quent re-calculation of g pp .

The time interval between interim checks is specified by the user of the coordinate measuring machine. It depends on the required uncertainties of measure- ment and the stability of the ambient and manufactur- ing conditions.

DIN ISO/TS 15530-3 : 2005-05 Geometrische Produktspezifika- tion (GPS) – Verfahren zur Ermittlung der Messunsicherheit von Koordinatenmessgeräten (KMG) – Teil 3: Anwendung von kalib- rierten Werkstücken oder Normalen (ISO/TS 15530-3:2004) (Geometrical Product Specifications (GPS) – Coordinate measur- ing machines (CMM): Technique for determining the uncertainty of measurement – Part 3: Use of calibrated workpieces or standards (ISO/TS 15530-3:2004)). Berlin: Beuth Verlag DIN V ENV 13005 : 1999-06 Leitfaden zur Angabe der Unsicher- heit beim Messen; Deutsche Fassung ENV 13005:1999 (Guide to the expression of uncertainty in measurement; German version ENV 13005:1999). Berlin: Beuth Verlag VDI/VDE 2617 Blatt 7 : 2001-08 Genauigkeit von Koordinations- messgeräten – Kenngrößen und deren Prüfung – Ermittlung der Unsicherheit von Messungen auf Koordinatenmessgeräten durch Simulation (Accuracy of coordinate measuring machines – Param- eters and their checking – Estimation of measurement uncertainty of coordinate measuring machines by means of simulation). Berlin:

Beuth Verlag

Literatur/Literature

[1]

VDA Band 5 (2003): Prüfprozesseignung. Verband der Auto-

[2]

mobilindustrie, Frankfurt (Main) DGQ-Band 13-61 (2003): Prüfmittelmanagement; Prüfmittel

[3]

und Prüfprozesse planen, überwachen, organisieren und ver- bessern. Deutsche Gesellschaft für Qualität, Frankfurt (Main) DaimlerChrysler Corporation, Ford Motor Company, General Motors Corporation: Measurement System Analysis (MSA), 2002 (www.carvin.co.uk)

VDI/VDE 2617 Blatt 8 / Part 8

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Anhang A Prüfprozesseignung und Prüfmittelfähigkeit

Im Sprachgebrauch und in Veröffentlichungen wer- den immer noch die Begriffe „Prüfprozesseignung“ und „Prüfmittelfähigkeit“ gleichgestellt oder mitein- ander verwechselt. Deshalb sollen sie hier noch ein- mal gegenübergestellt werden.

Die heute in einigen Branchen üblichen Prüfmittelfä- higkeitsuntersuchungen beruhen auf den Vorgaben der Measurement System Analysis (MSA) [3] der drei großen US-amerikanischen Automobilhersteller. In der neuesten Ausgabe wird die Streuung von Messsystemen hinsichtlich ihrer Fähigkeit und ihrer Leistung beurteilt:

• Die Fähigkeit bewertet kurzzeitige Streuungen auf Grund von zufälligen und systematischen Mess- abweichungen.

• Die Leistung bewertet die Langzeitstreuungen auf Grund von zufälligen und systematischen Mess- abweichungen. In beiden Fällen wird die Streubreite des Messsys- tems anhand ihres Verhältnisses zur Toleranz des Prüfmerkmals oder zur Streubreite des Fertigungs- prozesses beurteilt.

Vom Ansatz her sollen, wie bei der Ermittlung der Messunsicherheit, alle möglichen Einflüsse auf die Messung erfasst werden, die unter den Oberbegriffen Normal, Werkstück, Messgerät, Verfahren, Bediener und Umwelt zusammengefasst werden können. Ist das der Fall, so liefert das Verhältnis der Langzeit- Streubreite des Messsystems zur Toleranz des Prüf- merkmals eine der Prüfprozesseignung vergleichbare Aussage.

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass bei den durchge- führten Messungen alle relevanten Einflussgrößen er- fasst werden, das heißt, dass sich diese Größen wäh- rend der Messreihen tatsächlich ändern. Ist das nicht der Fall, können wesentliche Einflüsse auf die Mes- sunsicherheit zu klein abgeschätzt werden, z.B.:

• Geometrieabweichungen des KMG, wenn die Messungen immer an derselben Stelle im Messvo- lumen und in der gleichen Lage des Werkstücks durchgeführt werden

• zufällige Abweichungen von Durchmesser und Mittelpunkt der Taster, wenn diese nicht zwi- schendurch neu eingemessen werden

• örtliche Formabweichungen der Oberfläche des Werkstücks (besonders bei relativ kleinen Mess- punktzahlen), wenn immer wieder dieselben und nicht jeweils andere Punkte der Oberfläche ange- tastet werden

Annex A

Test suitability and test-equipment capability

The terms “test suitability” und “test-equipment ca- pability” are still being treated as synonymous, or confused, both, in the spoken word and in publica- tions.

The investigations into test-equipment capability cur- rently common in some industrial branches are based on the specifications of the Measurement System Analysis (MSA) [3] of the three big US-American car manufacturers. In the latest edition, the variations of measuring systems are assessed in terms of capability and performance:

• The capability evaluates short-term variations due to accidental and systematic errors of measure- ment.

• The performance evaluates the long-term varia- tions due to accidental and systematic errors of measurement. In both cases, the spread of the measuring system is assessed on the basis of its ratio to the tolerance of the feature under test, or to the spread of the manufactur- ing process.

Like in the determination of the uncertainty of meas- urement, the approach provides for taking into ac- count all possible influences on the measurement, which can be subsumed under the headlines standard, workpiece, measuring instrument, procedure, opera- tor, and environment. If this condition is met, the ratio of long-term variation of the measuring system to tol- erance of the feature under test will yield a statement comparable to the test suitability.

This requires, however, that all relevant influencing quantities are recorded while the measurements are taken, i.e. that these quantities actually change during the series of measurements. Otherwise, estimates of essential influences on the uncertainty of measure- ment may be too small, e.g.:

• geometrical deviations of the CMM, if measure- ments are always taken at the same point in the measuring volume and with the workpiece in the same position

• accidental deviations of the diameter and centre of the stylus, unless these are re-qualified in-between measurements

• local form deviations of the workpiece surface (particularly in the case of rather small numbers of measuring points), if the points probed on the surface are always the same rather than different

– 10 –

VDI/VDE 2617 Blatt 8 / Part 8

• mittel- und langfristige Temperaturänderungen des Messgerätes und des Werkstücks, wenn die Messungen unmittelbar hintereinander und nicht über einen längeren Zeitraum verteilt durchge- führt werden.

Anhang B Tabellen zur Messauswertung und Prozesseignung

Auf dem beiliegenden Datenträger sind die im An- hang C aufgeführten Beispiele als Microsoft-Excel- Datei enthalten. Diese können für die direkte Nut- zung herangezogen werden.

Anmerkung: Microsoft und Excel sind eingetragene Warenzeichen der Microsoft Corp.

• medium- and long-term temperature variations of the measuring instrument and of the workpiece, if the measurements are taken immediately in suc- cession rather than over extended periods of time.

Annex B

Tables for measurement analysis and process qualification

The enclosed data medium contains the examples listed at Annex C in the form of Microsoft Excel files. They are ready to use.

Note: Microsoft and Excel are registered trademarks of Microsoft Corp.

Hier ist ein Datenträger eingeklebt!

VDI/VDE 2617 Blatt 8 / Part 8

– 11 –

Anhang C Anleitung zur Ermittlung der Prüfprozesseignung mit kalibrierten Werkstücken

Zum Nachweis der Prüfprozesseignung müssen die aufgabenspezifischen Unsicherheiten der Messergeb- nisse bekannt sein und in einem akzeptablen Verhält- nis zu den jeweiligen Toleranzen des Werkstücks ste- hen. Die Messunsicherheit hängt nicht nur vom Prüfprozess selbst ab, sondern auch von werkstoff- und produktionsbedingt streuenden Eigenschaften der zu prüfenden Werkstücke. Um auch diese Ein- flüsse zu erfassen, müssten bei einer konsequenten experimentellen Unsicherheitsermittlung mehrere ka- librierte Werkstücke verwendet werden, die in ihren Schwankungen das Produktionsspektrum möglichst vollständig abdecken. Dieses Vorgehen wird aber we- gen des großen Aufwandes aus wirtschaftlichen Gründen in den meisten Fällen nicht zur Anwendung kommen. Die experimentelle Ermittlung der Messun- sicherheit wird deshalb nach DIN ISO/TS 15530-3 durch mehrfache Messungen mit nur einem kalibrier- ten Werkstück durchgeführt. Der Einfluss der Werk- stückeigenschaften wird separat abgeschätzt. Ein Teil davon kann durch Messungen an mehreren unkalib- rierten Werkstücken erfasst werden. Die Ergebnisse werden gesammelt und nach folgenden Formeln aus- gewertet:

U

=

k

 

2

2

2

b

u

cal

+

u

p

+

u

w

+

(A1)

Dabei ist

k Erweiterungsfaktor

u cal Standardunsicherheit aus der im Kalibrierschein angegebenen Unsicherheit der Kalibrierung des kalibrierten Werkstücks

u p Standardunsicherheit aus dem Messprozess, das heißt Standardabweichung der Wiederholungs- messungen

u w Standardunsicherheit aus Werkstoff- und Pro- duktionsstreuungen (auf Grund der Streuungen von Ausdehnungskoeffizient, Formabweichun- gen, Rauheit, Elastizität und Plastizität)

b systematische Abweichung zwischen den ange- zeigten Werten y i des KMG und dem Kalibrier- wert x cal des kalibrierten Werkstücks

Schritt 1 Ein Werkstück aus der Serienproduktion wird mit ei- nem KMG hoher Genauigkeit unter Laborbedingun- gen kalibriert. Dies kann z.B. durch einen Dienstleis- ter erfolgen, der imstande ist, für jedes gemessene Merkmal eine gültige Unsicherheit anzugeben. Die Rückführbarkeit dieser Kalibrierung muss dokumen-

Annex C

Guidance for the determination of the test suitability using calibrated workpiece

For the test suitability to be verified, the task-specific uncertainties of the measurement results must be known and their ratio to the respective tolerances of the workpiece must be acceptable. The uncertainty of measurement does not only depend on the test proce- dure proper but also on such properties of the work- pieces under test which vary due to materials and pro- duction conditions. To include these influences, consistent experimental determination of the uncer- tainty would have to consider several calibrated workpieces whose variations cover the production range to the greatest possible extent. In most cases, however, this procedure will not be applied for eco- nomic reasons, considering the high amount of work involved. Experimental determination of the uncer- tainty of measurement is therefore performed in ac- cordance with DIN ISO/TS 15530-3, by means of re- peated measurements taken on just one calibrated workpiece. The influence of the workpiece properties

is estimated separately. Part of these data can be ac-

quired by taking measurements on several non-cali- brated workpieces. The results are gathered and ana- lysed using the following formula:

U

=

k

 

2

2

2

b

u

cal

+

u

p

+

u

w

+

(A1)

where

k coverage factor

u cal standard uncertainty calculated from the uncer- tainty of calibration of the calibrated workpiece as stated in the calibration certificate

u p standard uncertainty resulting from the measure- ment process, i.e. standard deviation of the re- peated measurements

u w standard uncertainty resulting from variations in materials and production (due to variations in the coefficient of expansion, in form deviations, roughness, elasticity and plasticity)

b systematic deviation between the values, y i , indi- cated by the CMM and the calibration value, x cal , of the calibrated workpiece

Step 1

A series-produced workpiece is calibrated under lab-

oratory conditions using a high-precision CMM. This calibration can be performed, e.g., by a service pro- vider who is able to state a valid uncertainty for every feature measured. Traceability of this calibration shall be documented. The measurement strategy shall

– 12 –

VDI/VDE 2617 Blatt 8 / Part 8

tiert sein. Die Messstrategie muss so weit wie mög- lich die GPS-Definition des in der Zeichnung näher bezeichneten Merkmals widerspiegeln. Im Allgemei- nen schließt das eine verhältnismäßig große Anzahl von Antastpunkten ein. Das Ergebnis ist ein Kalib- rierschein für das Werkstück, bei dem alle Merkmals- werte x cal mit Unsicherheitsangaben U cal (x cal ) verse- hen sind.

Die Standardunsicherheit u cal wird berechnet aus der erweiterten Standardunsicherheit U cal und dem Er- weiterungsfaktor k, die im Kalibrierschein angege- ben sind.

u

cal

U

cal

= ----------

k

(A2)

Schritt 2 Das kalibrierte Werkstück wird jetzt auf dem zu be- wertenden KMG (in der Fertigungslinie) mit der in der Fertigung praktizierten Messstrategie gemessen, aus wirtschaftlichen Gründen gegebenenfalls mit ei- ner geringen Anzahl von Antastpunkten. Diese Mes- sung wird mindestens 20-mal bei unterschiedlichen Bedingungen durchgeführt (unterschiedlicher Schicht- betrieb, unterschiedliche thermische Bedingungen usw.), wie in DIN ISO/TS 15530-3 Abschnitt 5.2 an- gegeben. Diese Messungen sollten sich im Idealfall auch über eine längere Zeitperiode erstrecken.

Die Standardunsicherheit u p wird bestimmt durch

mit

u

p

=

y

=

1

n

i = 1

y y 2

i

------------ n – 1 n 1 --- n i = 1
------------
n – 1
n
1
---
n
i = 1

y

i

(A3)

(A4)

und n der Anzahl der Messungen.

In den meisten Fällen kann eine signifikante systema- tische Abweichung b zwischen den angezeigten Wer- ten y i des KMG und dem Kalibrierwert x cal des kalib- rierten Werkstücks beobachtet werden.

(A5)

Wird diese systematische Abweichung aus wirt- schaftlichen oder praktischen Gründen nicht korri- giert, muss sie, wie oben gezeigt, zu der erweiterten Unsicherheit addiert werden.

b

=

y

x cal

Schritt 3 Weitere Beiträge zur Messunsicherheit des Messpro- zesses können sich aus der Streuung der werkstoff- und produktionsbedingten Werkstückeigenschaften ergeben. Sie werden abgeschätzt und in der Standard- unsicherheit u w zusammengefasst.

reflect to the greatest possible extent the GPS defini- tion of the feature as detailed in the drawing. In gen- eral, this will include a relatively large number of probing points. The result is a calibration certificate for the workpiece where all feature values, xcal, are stated with their associated uncertainties, U cal (x cal ).

The standard uncertainty, u cal , is calculated from the expanded standard uncertainty, U cal , and the coverage factor, k, both of which are stated in the calibration certificate.

u

cal

U

cal

= ----------

k

(A2)

Step 2 The calibrated workpiece is then measured on the CMM to be assessed (in the production line), using the measurement strategy practiced in that produc- tion, while the number of probing points may be re- duced for economic reasons. This measurement is performed at least 20 times under varying conditions (varying shift operation, varying thermal conditions, etc.), as specified in ISO/TS 15530-3, Section 5.2. Furthermore, these measurements should ideally ex- tend over an extended period of time.

The standard uncertainty, u p , is determined by means of the formula

n 1 = ------------ y – y 2 (A3) u p i n – 1
n
1
= ------------
y – y 2
(A3)
u p
i
n – 1
i = 1
n
1
where y
= ---
(A4)
y i
n
i = 1
and n is the number of measurements.
In most cases, a significant systematic deviation, b, of
the values, y i , indicated by the CMM from the cali-
bration value, x cal , of the calibrated workpiece can be
observed.
b
=
y
(A5)
x cal

If this systematic deviation is not corrected for eco- nomic or practical reasons, it must be added to the ex- panded uncertainty, as explained above.

Step 3 Further contributions to the uncertainty of the meas- urement process may ensue from the variations in workpiece properties due to materials or production conditions. They are estimated and totalled up to give the standard uncertainty, u w .

VDI/VDE 2617 Blatt 8 / Part 8

– 13 –

(A6)

Kann das kalibrierte Werkstück hinsichtlich Form und Oberflächeneigenschaften als hinreichend reprä- sentativ für die ganze Fertigungsbreite angesehen werden, dann wird der Unsicherheitsanteil u w1 ver- nachlässigt.

Ein experimenteller Ansatz, um den fertigungsbe- dingten Streuungsanteil zu erfassen, ist folgendes Vorgehen, das große Ähnlichkeit mit dem bisherigen Verfahren der Messgerätefähigkeitsuntersuchung hat:

Während die systematische Abweichung b durch die Messungen an nur einem kalibrierten Werkstück er- fasst wird, werden mehrere Standardabweichungen u p,j

entsprechend Gleichung (A3) durch zu-

sätzliche Messungen an mehreren unkalibrierten Werkstücken ermittelt. Zur Vergrößerung der Daten- basis kann dabei die Standardabweichung der Mes- sungen am kalibrierten Werkstück mit einbezogen werden. Für die Standardunsicherheit aus dem Mess- prozess wird anstelle (A3) der Wert

(j = 1

u

2

w

u

2

w1

+

u

2

w2

+

=

m)

u

p

=

1

m

m

2

j = 1

u p j

----

(A7)

verwendet. In diesem Wert ist der Einfluss von Rau- heit und Form abgebildet, so dass dieser Einfluss nicht mehr separat in u w1 abgeschätzt werden muss, wenn die Voraussetzung nach Anhang A berücksich- tigt wird.

Unter Umständen kann dieser Anteil u w1 aus den Spezifikationen über Form und Rauheit abgeschätzt werden. Beispielsweise kann der Einfluss der Rau- heit mit Rz/2 veranschlagt werden.

Bei Längenmessungen (inklusive Position, Durch- messer, Abstand) wird zusätzlich eine mögliche Vari- ation des Ausdehnungskoeffizienten infolge Streuung der Werkstoffeigenschaften während der Produktion berücksichtigt. Dieser Unsicherheitsbeitrag u w2 be- rechnet sich durch:

(A8)

Dabei ist

u Standardunsicherheit des Ausdehnungskoeffizi- enten der Werkstücke

u

w2

=

t 20 C

u

l

(A6)

If the calibrated workpiece can be considered suffi- ciently representative of the entire production range with respect to shape and surface characteristics, the contribution to the uncertainty, u w1 , will be neglected.

u

2

w

u

2

w1

+

u

2

w2

+

=

The following procedure, which is very similar to the present procedure of investigating the measuring-in- strument capability, is an experimental approach aim- ing to include the production-inherent contribution to the variation:

Whereas the systematic deviation, b, is obtained by means of measurements taken on just one calibrated

workpiece, several standard deviations, u p,j (j = 1

are determined in accordance with Equation (A3) by taking additional measurements on several non-cali- brated workpieces. The standard deviation of the measurements taken on the calibrated workpiece can be included so as to enlarge the data basis. For the standard uncertainty resulting from the measurement process, (A3) is replaced by the value

m),

u

p

=

1

----

m

m

2

j = 1

u p j

(A7)

This value reflects the influence of roughness and shape so that this influence need not be included as a separate estimate in u w1 , if the conditions of Annex A are considered.

This contribution, u w1 , can be estimated on the basis of the specifications regarding shape and roughness. The influence of roughness, for instance, can be as- sumed to be Rz/2.

In the case of length measurements (including posi- tion, diameter, distance), a possible variation in the coefficient of expansion due to variations in the ma- terial properties during production is taken into ac- count additionally. This contribution to the uncer- tainty, u w2 , is calculated using the formula:

(A8)

where

u standard uncertainty of the coefficient of expan- sion of the workpieces

u

w2

=

t 20 C

u

l

t

mittlere Temperatur während des Messprozesses

t

average temperature during the measurement process

l

gemessenes Maß

l

dimension measured

Die Standardunsicherheit u kann aus dem Streube- reich des Ausdehnungskoeffizienten, der z.B. durch den Werkstofflieferanten bereitgestellt wird, ermittelt werden.

The standard uncertainty, u , can be determined from the spread of the coefficient of expansion, which is made available, e.g., by the material supplier.

– 14 –

VDI/VDE 2617 Blatt 8 / Part 8

Weitere Beiträge zur Messunsicherheit, die nicht durch u w1 und u w2 abgedeckt werden, können z.B. aus Erfahrungswerten abgeschätzt und in weiteren Termen u w3 , u w4 … berücksichtigt werden.

Schritt 4 Die jeweiligen Unsicherheitsbeiträge werden ent- sprechend der Schritte 1 bis 3 ermittelt und die erwei- terte Messunsicherheit U wird dann nach Gleich- ung (A1) berechnet.

Schritt 5 Zur Ermittlung der Prüfprozesseignung wird die sich ergebende erweiterte Messunsicherheit dem jeweili- gen Merkmal der gemessenen Werkstücke zugeord- net und zur Berechnung des im Hauptteil dieser Richtlinie als Quotient U/T definierten Kennwertes g pp verwendet, der mit dem Grenzwert G pp verglichen werden muss.

g

g

pp

pp

=

U

2 ----

T

G pp

(A9)

(A10)

Beispiel Zur Veranschaulichung der beschriebenen Vorge- hensweise soll die Ermittlung der Messunsicherheit anhand eines Beispiels gezeigt werden.

Zur Qualitätssicherung ist ein KMG in die Ferti- gungslinie für Pumpengehäuse integriert. Bild C1 zeigt eine vereinfachte Zeichnung des Werkstücks. Um den Aufwand zu begrenzen, wurden die Untersu- chungen auf kritische Merkmale beschränkt. Ein Merkmal wurde als kritisch eingestuft, wenn die er- wartete Unsicherheit der Messung im Verhältnis zur Toleranz groß ist oder besondere funktionale oder si- cherheitsrelevante Anforderungen an die Einhaltung der Spezifikation gestellt werden.

Im Kalibrierschein für das Werkstück sind die in Tabelle C1 aufgeführten Werte angegeben.

Tabelle C1. Kalibrierte Werte für das Werkstück

Further contributions to the uncertainty of measure- ment, which are not covered by u w1 and u w2 , can, e.g., be estimated on the basis of empirically established values and taken into account in the form of further terms u w3 , u w4

Step 4 The respective contributions to the uncertainty are determined by following Step 1 through Step 3, and the expanded uncertainty of measurement, U, is cal- culated using Equation (A1).

Step 5 For the determination of the test suitability, the result- ing expanded uncertainty of measurement is alloca- ted to the respective feature of the workpiece on which the measurements were taken, and is used to calculate the characteristic value, g pp , defined as ratio U/T in the body of this guideline. This characteristic value must then be compared to the limiting value, G pp .

g

g

pp

pp

=

U

2 ----

T

G pp

(A9)

(A10)

Example The following example illustrates the procedure de- scribed above for the determination of the uncertainty of measurement.

As a means of quality assurance, a CMM has been in- tegrated in the production line for pump cases. Figure C1 shows a schematic of the workpiece. To confine the amount of work required, the investiga- tions are limited to critical features. A feature is rated critical if the expected uncertainty of the measure- ment is large compared to the tolerance or where con- formance with the specification is to meet particular functional or safety-relevant requirements.

The values listed in Table C1 are stated in the calibra- tion certificate.

Table C1. Calibration values for the workpiece

Nr.

Merkmal

Wert x cal in mm

U cal (k = 2) in mm

No.

Feature

Value x cal in mm

U cal (k = 2) in mm

1

Durchmesser

150,0015

0,0020

1

diameter

150,0015

0,0020

2

Positions-

0,0196

0,0042

2

position error

0,0196

0,0042

abweichung

3

Neigungs-

0,0138

0,0028

3

inclination error

0,0138

0,0028

abweichung

4

     

4

     

VDI/VDE 2617 Blatt 8 / Part 8

– 15 –

VDI/VDE 2617 Blatt 8 / Part 8 – 15 – Bild C1. Zeichnung des Pumpengehäuses (vereinfacht)

Bild C1. Zeichnung des Pumpengehäuses (vereinfacht)

Als Beispiel sind in den Tabellen C2 bis C4 für das Merkmal Nr. 1 (Durchmesser), Nr. 2 (Positionsab- weichung und Nr. 3 (Neigungsabweichung) die expe- rimentellen Messwerte, der Kalibrierwert und seine Standardunsicherheit, die abgeschätzten Unsicher- heitsbeiträge und das Ergebnis aufgeführt.

Die verwendeten Tabellen sind im Anschluss als Leerformular (Tabelle C5 und C6) für die betriebsin- terne Verwendung abgedruckt. Zur Nutzung können diese Tabellen kopiert werden.

Figure C1. Drawing of pump housing (schematic)

By way of example, the values measured in the exper- iments, the calibration value and the associated stand- ard uncertainty, the estimated contributions to the un- certainty and the result are listed in Table C2 through Table C4 for Feature No. 1 (diameter), Feature No. 2 (position error) and Feature No. 3 (inclination error), respectively.

The tables used are printed as blank forms (Table C5 and Table C6) for internal use at the end of this doc- ument. These blanks can be copied.

– 16 –

VDI/VDE 2617 Blatt 8 / Part 8

Tabelle C2. Beispiel für experimentelle Messwerte des Merkmals 1 „Durchmesser“

Prüfmerkmal:

Durchmesser 150

 

Nennmaß:

150

 

Kalibrierwert x cal :

150,0015

Toleranz:

0,04

 

Erweiterte Messunsicherheit U:

 

0,0020

Grenzwert G pp :

0,3

 

Erweiterungsfaktor k:

 

2

Minimale Temperatur t:

20

°C

Mittlere Temperatur t:

 

22 °C

Maximale Temperatur t :

24

°C

Stahl :

11,5

u :

1

Nr.

Datum

Uhrzeit

Prüfer

Kalibriertes

Unkalibrierte Werkstücke

Werkstück

1

2

3

1

2002-03-22

07:33

A

150,0037

150,0065

150,0013

149,9982

2

2002-03-22

08:23

A

150,0043

150,0061

150,0022

149,9976

3

2002-03-22

10:02

A

150,0030

150,0053

150,0009

149,9998

4

2002-03-22

13:55

B

150,0021

150,0061

150,0008

149,9988

5

2002-03-22

14:13

B

150,0033

150,0046

150,0028

149,9981

6

2002-03-27

06:08

B

150,0039

150,0055

150,0022

149,9992

7

2002-03-27

07:11

B

150,0032

150,0045

150,0014

149,9999

8

2002-03-27

14:13

A

150,0027

150,0039

150,0012

149,9998

9

2002-03-27

14:44

A

150,0025

150,0056

150,0018

150,0008

10

2002-03-27

17:14

A

150,0032

150,0056

150,0015

149,9995

11

2002-03-28

07:13

C

150,0021

150,0032

150,0026

149,9995

12

2002-03-28

09:02

C

150,0024

150,0054

150,0012

150,0003

13

2002-03-28

09:12

C

150,0024

150,0033

150,0018

150,0009

14

2002-03-28

10:02

C

150,0030

150,0048

150,0006

150,0017

15

2002-03-28

11:32

B

150,0031

150,0043

150,0025

150,0012

16

2002-03-28

14:13

B

150,0034

150,0054

150,0014

149,9998

17

2002-03-28

15:13

B

150,0022

150,0062

150,0028

150,0011

18

2002-03-28

15:40

B

150,0020

150,0054

150,0027

150,0000

19

2002-03-28

16:20

B

150,0018

150,0067

150,0013

150,0027

20

2002-03-28

18:11

A

150,0030

150,0052

150,0006

150,0015

 

Mittelwerte:

150,0029

150,0052

150,0017

150,0000

 

Standardunsicherheit u p,j Gleichung (A3) :

0,00068

0,00098

0,00074

0,00130

 

Anzahl m der Werkstücke:

4

Erfasste Einflussgrößen

 

Formelzeichen

Unsicherheits-

Anmerkung

beitrag

Standardunsicherheit der Kalibrierung

Gleichung (A2)

u

cal

0,0010

 

Standardunsicherheit des Messprozesses Gleichung (A7)

u

p

0,0010

 

Werkstückeinfluss für Formabweichung und Rauheit

u

w1

 

In u p enthalten, wenn Voraussetzung nach Anhang A berücksichtigt wird.

Werkstückeinfluss für Ausdehnungskoeffizient

u

w2

0,0003

 
 

Gleichung (A8)

Werkstückeinfluss

 

u

w3

   

Werkstückeinfluss insgesamt

Gleichung (A6)

u

w

0,0003

 

Systematische Abweichung

 

Gleichung (A5)

b

0,0014

 

Erweiterte Messunsicherheit (k = 2)

Gleichung (A1)

U

0,0042

 

Kennwert der Prüfprozesseignung

Gleichung (A9)

g

pp

0,21

 

Prüfprozess geeignet?

 

Gleichung (A10)

g pp G pp

Ja

 

VDI/VDE 2617 Blatt 8 / Part 8

– 17 –

Table C2. Example of experimentally measured values of Feature 1 “Diameter”

Feature under test:

Diameter 150

 

Nominal size:

150

 

Calibration value x cal :

 

150,0015

Tolerance:

0,04

 

Expanded uncertainity U:

 

0,0020

Limiting value G pp :

0,3

 

Coverage factor k:

 

2

Minimum temperature t :

20

°C

Average temperature t:

 

22 °C

Maximumtemperature t:

24

°C

steel :

 

11,5

 

u :

1

No.

Date

Time

Tester

Calibrated

 

Non-calibrated workpieces

workpiece

1

 

2

3

1

2002-03-22

07:33

A

150,0037

150,0065

150,0013

149,9982

2

2002-03-22

08:23

A

150,0043

150,0061

150,0022

149,9976

3

2002-03-22

10:02

A

150,0030

150,0053

150,0009

149,9998

4

2002-03-22

13:55

B

150,0021

150,0061

150,0008

149,9988

5

2002-03-22

14:13

B

150,0033

150,0046

150,0028

149,9981

6

2002-03-27

06:08

B

150,0039

150,0055

150,0022

149,9992

7

2002-03-27

07:11

B

150,0032

150,0045

150,0014

149,9999

8

2002-03-27

14:13

A

150,0027

150,0039

150,0012

149,9998

9

2002-03-27

14:44

A

150,0025

150,0056

150,0018

150,0008

10

2002-03-27

17:14

A

150,0032

150,0056

150,0015

149,9995

11

2002-03-28

07:13

C

150,0021

150,0032

150,0026

149,9995

12

2002-03-28

09:02

C

150,0024

150,0054

150,0012

150,0003

13

2002-03-28

09:12

C

150,0024

150,0033

150,0018

150,0009

14

2002-03-28

10:02

C

150,0030

150,0048

150,0006

150,0017

15

2002-03-28

11:32

B

150,0031

150,0043

150,0025

150,0012

16

2002-03-28

14:13

B

150,0034

150,0054

150,0014

149,9998

17

2002-03-28

15:13

B

150,0022

150,0062

150,0028

150,0011

18

2002-03-28

15:40

B

150,0020

150,0054

150,0027

150,0000

19

2002-03-28

16:20

B

150,0018

150,0067

150,0013

150,0027

20

2002-03-28

18:11

A

150,0030

150,0052

150,0006

150,0015

 

Mean values:

150,0029

150,0052

150,0017

150,0000

 

Standard uncertainty u p,j Equation (A3) :

0,00068

0,00098

0,00074

0,00130

 

Number m of workpieces:

4

Influencing quantities taken into account

 

Symbol

Contribution

Note

to uncertainty

Standard uncertainty of calibration

 

Equation (A2)

 

u

cal

0,0010

 

Standard uncertainty of measurement process

Equation (A7)

 

u

p

0,0010

 

Workpiece influence in terms of form deviation and roughness

 

u

w1

 

Included in u p if requirement as per Annex A is met.

Workpiece influence in terms of coefficient of expansion Equation (A8)

 

u

w2

0,0003

 

Workpiece influence

   

u

w3

   

Workpiece influence in total

 

Equation (A6)

 

u

w

0,0003

 

Systematic deviation

 

Equation (A5)

 

b

0,0014

 

Expanded uncertainty of measurement (k = 2)

Equation (A1)

 

U

0,0042

 

Characteristic value of test suitability

 

Equation (A9)

 

g

pp

0,21

 

Test process suitable?

 

Equation (A10)

g pp G pp

Yes

 

– 18 –

VDI/VDE 2617 Blatt 8 / Part 8

Tabelle C3. Beispiel für experimentelle Messwerte des Merkmals 2 „Bohrungsposition“

Prüfmerkmal:

Position der Bohrung 450

 

Nennmaß:

450

 

Kalibrierwert x cal :

0,0196

Toleranz:

0,05

 

Erweiterte Messunsicherheit U:

 

0,0042

Grenzwert G pp :

0,3

 

Erweiterungsfaktor k:

 

2

Minimale Temperatur t:

20

°C

Mittlere Temperatur t:

 

22 °C

Maximale Temperatur t :

24

°C

Stahl :

11,5

u :

1

Nr.

Datum

Uhrzeit

Prüfer

Kalibriertes

Unkalibrierte Werkstücke

Werkstück

1

2

3

1

2002-03-22

07:33

A

0,0201

0,0225

0,0206

0,0180

2

2002-03-22

08:23

A

0,0199

0,0199