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30 VDI-RICHTLINIEN September 2011

VEREIN Emissionen und Immissionen aus VDI 3894


DEUTSCHER Tierhaltungsanlagen
INGENIEURE Haltungsverfahren und Emissionen Blatt 1 / Part 1
Schweine, Rinder, Geflügel, Pferde
Emissions and immissions from
Former edition: 10/09 Draft, in German only
Frühere Ausgabe: 10.09 Entwurf, deutsch

animal husbandries
Housing systems and emissions
Pigs, cattle, poultry, horses Ausg. deutsch/englisch
Issue German/English

Der Entwurf dieser Richtlinie wurde mit Ankündigung im Bundes- The draft of this guideline has been subject to public scrutiny after
anzeiger einem öffentlichen Einspruchsverfahren unterworfen. announcement in the Bundesanzeiger (Federal Gazette).
Die deutsche Version dieser Richtlinie ist verbindlich. The German version of this guideline shall be taken as authorita-
tive. No guarantee can be given with respect to the English trans-
lation.

Inhalt Seite Contents Page

Vorbemerkung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Preliminary note . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2


Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Introduction . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . 3 1 Scope . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
2 Begriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 2 Terms and definitions . . . . . . . . . . . . . 4
3 Stand der Haltungstechnik bei Nutztieren . . 9 3 State of the art in farm animal housing
techniques . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
3.1 Haltungsverfahren. . . . . . . . . . . . . . 9 3.1 Housing techniques . . . . . . . . . . . . . 9
3.2 Entmistungsverfahren . . . . . . . . . . . . 26 3.2 Demanuring techniques. . . . . . . . . . . 26
3.3 Lüftungsverfahren. . . . . . . . . . . . . . 30 3.3 Ventilation techniques . . . . . . . . . . . 30
3.4 Fütterung und Tränke . . . . . . . . . . . . 33 3.4 Feeding and watering . . . . . . . . . . . . 33
3.5 Lagerung von Fest- und Flüssigmist, 3.5 Storage of solid and liquid manure,
Geflügelkot . . . . . . . . . . . . . . . . . 34 poultry dung . . . . . . . . . . . . . . . . 34
4 Vermeidung und Minderung von Emissionen 36 4 Avoidance and reduction of emissions . . . . 36
4.1 Umweltrelevante Emissionen aus 4.1 Environmentally relevant emissions
Tierhaltungsanlagen. . . . . . . . . . . . . 36 from animal housing facilities . . . . . . . 36
4.2 Prozessintegrierte Maßnahmen zur 4.2 Process-integrated measures for
Emissionsminderung für Geruch und the emission reduction of odour and
Ammoniak . . . . . . . . . . . . . . . . . 39 ammonia . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
4.3 Emissionsmindernde Maßnahmen für 4.3 Emission-reducing measures for
staubförmige Emissionen . . . . . . . . . . 52 dustlike emissions . . . . . . . . . . . . . 52
4.4 Emissionsmindernde Maßnahmen für 4.4 Emission-reducing measures for
Lachgas und Methan . . . . . . . . . . . . 56 laughing gas and methane . . . . . . . . . 56
4.5 Weitere Minderungsmaßnahmen . . . . . . 57 4.5 Other reduction measures. . . . . . . . . . 57
5 Maßnahmen zur Beeinflussung der 5 Measures for the improvement of the
Immissionssituation . . . . . . . . . . . . . . 59 immission situation . . . . . . . . . . . . . . 59
5.1 Standortwahl . . . . . . . . . . . . . . . . 59 5.1 Choice of location . . . . . . . . . . . . . 59
5.2 Ableitbedingungen . . . . . . . . . . . . . 59 5.2 Exhaust conditions . . . . . . . . . . . . . 59

Kommission Reinhaltung der Luft im VDI und DIN – Normenausschuss KRdL


Fachbereich Umweltschutztechnik

VDI/DIN-Handbuch Reinhaltung der Luft, Band 3: Emissionsminderung II


VDI-Handbuch Nutztierhaltung: Emissionen/Immissionen
–2– VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Seite Page

6 Emissionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60 6 Emissions . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
6.1 Konventionswerte für Emissionsfaktoren . 60 6.1 Conventional values for emission factors . 60
6.2 Sonstige Emissionen . . . . . . . . . . . . 74 6.2 Other emissions . . . . . . . . . . . . . . 74
Anhang A Großvieheinheiten-Schlüssel Annex A Livestock unit key (LU key) . . . . . . 75
(GV-Schlüssel) . . . . . . . . . . . . 75
Anhang B Minderungspotenziale . . . . . . . . . 77 Annex B Reduction potential. . . . . . . . . . . 79

Schrifttum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80 Bibliography . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80
Benennungsindex englisch – deutsch . . . . . . . 83 Term index English – German . . . . . . . . . . . 83

Vorbemerkung Preliminary note


Der Inhalt dieser Richtlinie ist entstanden unter Be- The content of this guideline has been developed in
achtung der Vorgaben und Empfehlungen der Richt- strict accordance with the requirements and recom-
linie VDI 1000. mendations of the guideline VDI 1000.
Alle Rechte, insbesondere die des Nachdrucks, der All rights are reserved, including those of reprinting,
Fotokopie, der elektronischen Verwendung und der reproduction (photocopying, micro copying), storage
Übersetzung, jeweils auszugsweise oder vollständig, in data processing systems and translation, either of
sind vorbehalten. the full text or of extracts.
Die Nutzung dieser VDI-Richtlinie ist unter Wahrung The use of this guideline without infringement of copy-
des Urheberrechts und unter Beachtung der Lizenz- right is permitted subject to the licensing conditions
bedingungen (www.vdi-richtlinien.de), die in den specified in the VDI Notices (www.vdi-richtlinien.de).
VDI-Merkblättern geregelt sind, möglich.
Allen, die ehrenamtlich an der Erarbeitung dieser We wish to express our gratitude to all honorary con-
VDI-Richtlinie mitgewirkt haben, sei gedankt. tributors to this guideline.
Eine Liste der aktuell verfügbaren Blätter dieser A catalogue of all available parts of this series of
Richtlinienreihe ist im Internet abrufbar unter guidelines can be accessed on the internet at
www.vdi.de/3894. www.vdi.de/3894.

Einleitung Introduction
Die Richtlinie VDI 3894 Blatt 1 beschreibt den Guideline VDI 3894 Part 1 describes the current
Stand der Haltungstechnik und der Maßnahmen zur state of the art in housing techniques and emission re-
Emissionsminderung bei der Haltung von Schwei- duction measures in pig, cattle, poultry, and horse
nen, Rindern, Geflügel und Pferden. Darüber hinaus husbandry. In addition, the guideline contains con-
enthält die Richtlinie Konventionswerte für die Emis- ventional values for the emissions of odorants, am-
sionen von Geruchsstoffen, Ammoniak und Staub monia, and dust from animal husbandries.
aus Tierhaltungsanlagen.
Sie liefert wesentliche Informationen, die zur immis- It provides important information required for the im-
sionsschutzrechtlichen Beurteilung von Tierhal- mission-legal evaluation of animal husbandries based
tungsanlagen auf der Grundlage von Abstandsrege- on distance regulations (VDI 3892 Part 2) and
lungen (VDI 3894 Blatt 2) und Ausbreitungsrech- spreading calculations. Thus, the guideline supports
nungen benötigt werden. Damit unterstützt die Richt- both the application of TA Luft (Technical Instruc-
linie sowohl die Anwendung der TA Luft als auch das tions on Air Quality and the document for the de-
Dokument zur Beschreibung der „Besten Verfügba- scription of the “Best available techniques in inten-
ren Techniken in der Intensivtierhaltung“ (BREF) sive animal husbandry” (BREF) [1].
[1].
Die Richtlinie ist die Neufassung der Richtlinien The guideline is the revised version of the guidelines
VDI 3471 und VDI 3472. Die Neufassung ersetzt VDI 3471 and VDI 3472. This revised version re-
auch die Richtlinienentwürfe VDI 3473 Blatt 1 und places the draft guidelines VDI 3473 Part 1 and
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 –3–

VDI 3474 und berücksichtigt den „Nationalen Be- VDI 3474 and considers the “National framework
wertungsrahmen zur Beschreibung des Standes der evaluation guidelines for the description of the state
Technik bei Tierhaltungsverfahren“ [2]. of the art in animal housing techniques” [2].
Die Überarbeitung der Richtlinien wurde erforder- The revision of the guidelines became necessary be-
lich, weil sich seit 1986 der Stand des Wissens und cause knowledge and techniques in farm animal hus-
der Technik zur Nutztierhaltung sowie zur Emissions- bandry and emission reduction have developed since
minderung weiter entwickelt hat. Außerdem sind die 1986. In addition, immission protection requirements
Anforderungen an den Immissionsschutz gestiegen. have grown. Legal regulations for animal housing fa-
Bei Tierhaltungsanlagen steht nicht mehr nur allein cilities no longer exclusively focus on the protection
der Schutz der Anwohner vor Geruchsbelästigungen of residents against odour pollution. Based on inter-
im Mittelpunkt gesetzlicher Regelungen. Aufgrund national agreements, such as the UN/ECE protocol to
internationaler Vereinbarungen, wie dem UN/ECE- abate acidification, eutrophication, and ground-level
Protokoll zur Bekämpfung von Versauerung, Eutro- ozone [3], and the maximum emission limit directive
phierung und bodennahem Ozon [3] und der Richt- for certain pollutants (NEC Directive), animal hus-
linie über nationale Emissionshöchstgrenzen für be- bandry must make a considerable contribution to-
stimmte Luftschadstoffe (NEC-Richtlinie), muss die wards the reduction of ammonia emissions, 90 % of
Tierhaltung einen wesentlichen Beitrag zur Minde- which are caused by agriculture. Moreover, animal
rung der Ammoniakemissionen, die zu über 90 % von husbandry is also a source of particle emissions,
der Landwirtschaft verursacht werden, leisten. Darü- which also contain biological components (such as
ber hinaus ist die Tierhaltung eine Quelle für Partike- germs and endotoxins) and are therefore termed bio-
lemissionen, die auch biologische Komponenten (u.a. aerosols (VDI 4255 Part 2). Additionally, farm ani-
Keime und Endotoxine) enthalten und daher als Bio- mal housing emits methane and dinitrogen monoxide
aerosole (VDI 4255 Blatt 2) bezeichnet werden. Au- as climatically relevant gases, which should also be
ßerdem werden aus der Nutztierhaltung Methan und minimized.
Distickstoffmonoxid als klimawirksame Spurengase
emittiert, die ebenfalls minimiert werden sollten.

1 Anwendungsbereich 1 Scope
Diese Richtlinie gilt für Anlagen zur Haltung von This guideline applies to facilities for the housing of
Schweinen, Rindern, Geflügel und Pferden. Als pigs, cattle, poultry, and horses. The following
Emissionsquellen werden berücksichtigt: sources of emissions are considered:
• Ställe, in denen die Tiere untergebracht sind • housing facilities for animals
• Nebeneinrichtungen zur Lagerung und Behand- • adjacent facilities for the storage and treatment of
lung von Fest- und Flüssigmist sowie Geflügelkot solid and liquid manure as well as poultry dung
und zur Lagerung bzw. Aufbereitung bestimmter and facilities for the storage and processing of
Futtermittel (insbesondere Silagen) certain feedstuff (in particular silage)
• Flächen außerhalb von Ställen, auf denen sich die • areas outside of animal housing facilities where
Tiere bewegen können (Auslaufflächen, Lauf- the animals can move freely (paddocks, cattle
höfe) yards)
Die Richtlinie gilt nicht für die Freilandhaltung The guideline does not apply to the free-range
von Tieren. Sie beschreibt den derzeitigen Stand der husbandry of animals. It describes the current state
Technik von Verfahren, Einrichtungen und Betriebs- of the art of techniques, equipment, and modes of op-
weisen in Tierhaltungsanlagen und die damit verbun- eration in animal housing factilities as well as the
denen Emissionen (Geruchsstoffe, Ammoniak, emissions caused by them (odorants, ammonia, dust,
Staub, Methan und Distickstoffmonoxid). Sie gibt methane, and dinitrogen monoxide). In addition, it
Hinweise, wie diese Emissionen vermieden und ver- shows how these emissions can be avoided and re-
mindert werden können. duced.
Die Ausbringung von Fest- und Flüssigmist auf The spreading of solid and liquid manure on agri-
landwirtschaftlichen Flächen wird in dieser cultural areas is not covered by this guideline be-
Richtlinie nicht behandelt, da diese keine Anlagen cause they are not considered facilities as defined
gemäß § 3 Abs. 5 Nr. 3 BImSchG sind. in § 3 (5) No. 3 BImSchG (Federal Immission
Control Act).
–4– VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Die Richtlinie VDI 3894 Blatt 2 wird eine spezifi- Guideline VDI 3894 Part 2 will describe a specific
sche Abstandsregelung für Geruchsstoffimmissio- distance regulation for odorant immissions, which
nen, die eine Beurteilung der Immissionssituation er- allows the immission situation to be evaluated and
möglicht und mit deren Hilfe der Schutz vor schädli- guarantees protection against harmful environmental
chen Umwelteinwirkungen durch Gerüche sicherge- impacts caused by odours.
stellt werden kann, beschreiben.

2 Begriffe 2 Terms and definitions


Für die Anwendung dieser Richtlinie gelten die fol- For the purposes of this guideline, the following
genden Begriffe: terms and definitions apply:
Anmerkung: Eine nach den englischen Benennungen alphabetisch Note: A word list sorted alphabetically in order of the English terms
sortierte Wortliste befindet sich im Benennungsindex der Richt- is provided in theterm index of this guideliine.
linie.

Abluft Exhaust air


Luft, die den Stallraum bzw. Stall in die offene At- Air which leaves the animal housing room or facility
mosphäre verlässt. towards the open atmosphere.
Anmerkung: Da der Übergang von Fortluft zu Abluft fließend ist, Note: Since the transition between outgoing air and exhaust air is
wird in dieser Richtlinie einheitlich der Begriff „Abluft“ verwendet. fluid, the term “exhaust air” is used consistently in this guideline.

Abluftreinigung Exhaust air cleaning


Verfahren zur Abscheidung von Ammoniak, → Ge- Techniques for the separation of ammonia, odorants,
ruchsstoffen und Staub aus der →Abluft zwangsge- and dust from the →exhaust air of animal houses with
lüfteter Ställe. forced ventilation.

Abteil (Box, Bucht) Compartment (box, pen)


Baulich oder durch Stalleinrichtungen abgegrenzter Area for the housing of one animal or an animal
Bereich zur Haltung eines Tiers oder einer Tier- group in the animal house which is separated by
gruppe im Stall. building features or animal house equipment.

Auslauf Yard
Eine den Tieren zugängliche befestigte oder unbefes- A paved or non-paved free area which may be cov-
tigte Freifläche, die überdacht sein kann und an das ered by a roof and borders on the animal house build-
Stallgebäude angrenzt. ing.
Anmerkung: Die Fläche dient den Tieren als →Lauf-, →Liege-, Note: This area serves as an →activity, →lying, →eating and/or
→Fress- und/oder → Kotbereich. →dung area for the animals.

Außenklimastall Outdoor climate house


Ungedämmte oder z.B. im Dachbereich teilge- Non-insulated or partially insulated (e.g. in the roof
dämmte Stallgebäude mit →freier Lüftung. area) animal house buildings with →free ventilation.

Betriebsweise Mode of operation


Bezeichnung für die Summe der zeitlichen Verände- This term describes the sum of the temporal fluctua-
rungen aller wichtigen Parameter des Betriebs. tions of all important operational parameters.
[in Anlehnung an DIN 4140] [adapted from DIN 4140]

Biofilter Biofilters
Abluftreinigungsfilter bestehend aus einer feuchten, Exhaust air cleaning filters consisting of a moist or-
organischen Schüttung (z.B. aus Wurzelholz oder ganic filter bed (e.g. root wood or wood chips) which
Holzhackschnitzeln), durch den Abluftinhaltsstoffe separates and biodegrades exhaust air components
wie →Geruchsstoffe und Staub abgeschieden und bi- such as →odorants and dust.
ologisch abgebaut werden.

Chemische Wäscher Chemical washers


Abluftwäscher zur Ammoniak- und Staubabschei- Exhaust air washers for ammonia and dust separation
dung, die mit verdünnten Säuren als Waschmedium operated with diluted acids as washing media.
betrieben werden.
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 –5–

Einrichtung Equipment
Zusammenfassung von Baugruppen und/oder Baue- Combination of assemblies or construction elements
lementen zu einer selbstständig verwendbaren Ein- in a unit which can be used independently.
heit. [DIN 24970] [DIN 24970]

Einstreu Litter
Material (z.B. Stroh, Hobelspäne, Sand) zur Abde- Material (such as straw, wood chips, sand) used to
ckung befestigter Untergründe. cover paved surfaces.
Anmerkung 1: Einstreu dient zur Aufnahme der Feuchtigkeit aus Note 1: Litter serves to absorb moisture from animal excrement, for
den Ausscheidungen der Tiere, zur Wärmedämmung und als wei- temperature insulation and as soft bedding material in the →lying
che Unterlage im →Liegebereich und als Nahrung. area and as feed.
Anmerkung 2: Eingestreute Flächen oder Stallbereiche werden in Note 2: Littered areas or house areas are termed wintergardens in
der Hühnerhaltung als Scharrräume bezeichnet. poultry husbandry.

Emission Emission
Übertritt luftverunreinigender Stoffe in die offene At- Transition of pollutants into the open atmosphere.
mosphäre. [in Anlehnung an VDI 2450 Blatt 1] [adapted from VDI 2450 Part 1]

Emissionsfaktor Emission factor


Massenstrom an luftverunreinigenden Stoffen, der auf Mass flow of air-polluting substances in relation to
die Tiermasse (angegeben in →GV), auf den Tierplatz the animal mass (indicated in →LU), the animal
oder auf die emittierende Fläche bezogen ist. place, or the emitting surface.

Entmistung Demanuring
Maßnahmen und technische Anlagen zur kurzfristi- Measures and technical equipment for the short-term
gen Lagerung und Abfuhr von →Flüssig- und storage and removal of →liquid and →solid manure
→Festmist oder →Geflügelkot aus dem Stallge- or →poultry dung from the animal house building.
bäude.

Feinstaub (PM10, PM2,5) Particles (PM10, PM2,5)


Partikel mit einem mittleren aerodynamischen Particles with a mean aerodynamic diameter of
Durchmesser von 10 µm bzw. 2,5 µm. 10 µm or 2,5 µm.

Festmist Solid manure


Stapelbare tierische Exkremente mit →Einstreu. Stackable animal excrement with →litter.

Flächenquellen Area sources


Emissionsquellen, die flächenhaft ausgedehnt sind, Emission sources which cover an area, e.g. open liq-
z.B. offene Flüssigmistbehälter, →Laufhöfe, Dung- uid manure containers, →cattle yards, manure stores,
legen und Siloanschnittflächen. and silo cut areas.
Anmerkung: Der → Emissionsfaktor einer Flächenquelle wird als Note: The →emission factor of an area source is indicated as the
Massenstrom/Fläche angegeben. mass flow/area.

Flüssigmist (Gülle) Liquid manure (slurry)


Fließfähige tierische Exkremente mit oder ohne Flowable animal excrement with or without →litter.
→Einstreu.

Freie Lüftung Free ventilation


Luftaustausch in einem Stallbereich, der durch ther- Air exchange in an area of the animal house caused
mischen Auftrieb und/oder Windanströmung hervor- by aerodynamic lift and/or an air flow.
gerufen wird.

Freilandhaltung Free-range husbandry


Haltung von Nutztieren im Freien mit oder ohne fes- Outdoor husbandry of farm animals with or without
tem Stallgebäude, die ganzjährig durchgeführt oder an animal house, which can take place all year or be
saisonal begrenzt sein kann. seasonally limited.
–6– VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Fressbereich (Fressplatz) Eating area (eating place)


Bereiche in Ställen oder Buchten, in denen die Tiere Areas in animal houses or pens where the animals eat.
das Futter aufnehmen.

Funktionsbereich Functional area


Bereich in Ställen oder Buchten, der zur Ausübung Area in animal houses or pens designed for special
eines bestimmten Verhaltens (Laufen, Liegen bzw. behavioral needs (activity, lying or resting, eating,
Ruhen, Fressen, Koten) vorgesehen ist, dafür die ent- defecation), which offers the necessary stimuli for
sprechenden Reize bietet und baulich von anderen these behavioral patterns and which is separated from
Bereichen abgegrenzt ist. other areas.

Geflügelkot Poultry dung


Exkremente von Geflügel, mit oder ohne →Einstreu Poultry excrement with or without →litter. The dung
vermischt. is dried by means of ventilation.
Anmerkung: Durch Belüften wird dem Kot Wasser entzogen und Note: The product of this process is dry dung.
es entsteht Trockenkot.

Geruchseinheit Odour unit


Die Menge eines →Geruchsstoffs oder einer Mi- The quantity of an →odorant or a mixture of odorants
schung von Geruchsstoffen, die in einem Kubikmeter contained in a cubic meter of odour-polluted gas (un-
geruchsbehaftetem Gas (unter Referenzbedingun- der reference conditions) at the perception limit.
gen) an der Wahrnehmungsschwelle vorhanden ist. [adapted from DIN EN 13725]
[in Anlehnung an DIN EN 13725]

Geruchsstoff Odorant
Substanz, die den menschlichen Geruchssinn so sti- Substance which stimulates a human olfactory sys-
muliert, dass ein Geruch wahrgenommen wird. tem so that an odour is perceived.
[DIN EN 13725] [DIN EN 13725]

Güllekeller Slurry cellar


Tiefe Kanäle innerhalb des Stallgebäudes zur Lage- Deep channels within the animal house building for
rung von →Flüssigmist mit einer Lagerkapazität von the storage of →liquid manure with a storage capac-
mehr als sechs Wochen. ity of more than six weeks.

GV (Großvieheinheit) LU (livestock unit)


1 GV entspricht einer auf 500 kg normierten Tierle- 1 LU corresponds to a standardized live animal mass
bendmasse mT. (mT) of 500 kg.
Anmerkung: Siehe Anhang A. Note: See Annex A.

Immission Immission
Auf Menschen, Tiere, Pflanzen, den Boden, das Was- →Emissions to which people, animals, plants, the
ser, die Atmosphäre oder Kultur- und Sachgüter ein- soil, the water, the atmosphere, or objects of cultural
wirkende →Emissionen. [VDI 2596] and economic value are exposed. [VDI 2596]

Jauche Slurry
Flüssigkeit aus Harn, vermischt mit Kot- und Ein- Liquid consisting of urine mixed with faeces and lit-
streuteilchen sowie Spülwasser und Sickersäften. ter particles as well as rinsing water and effluents.

Kaltscharrraum Wintergarden
Vollständig überdachter und in der Regel befestigter Entirely roof-covered and generally paved area with
Bereich mit →Einstreu und großflächig offenen Sei- →litter and large, open side walls with wind protec-
tenwänden mit Windschutznetzen, der direkt an Ge- tion nets which directly borders poultry houses.
flügelställe angrenzt.
Anmerkung: Häufig auch als Außenklimabereich, Außenscharr- Note: This area is often also termed outdoor climate area, ourdoor
raum, Wintergarten oder Veranda bezeichnet. yard, or veranda.
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 –7–

Kombinationsverfahren Combined techniques


Mehrstufiges Abluftreinigungsverfahren, das bei- Multiple-stage exhaust air cleaning technique which
spielsweise die Vorteile eines Wasserwäschers zur combines the advantages of a water washer for dust
Staubabscheidung und einer verbesserten Ammoniak- separation and improved ammonia separation in the
abscheidung im →chemischen Wäscher mit einem op- →chemical washer with optimal odorant degradation
timalen Geruchsstoffabbau im →Biofilter verbindet. in the →biofilter, for example.

Kontinuierliches Mastverfahren Continuous fattening technique


Haltungsverfahren mit Tieren unterschiedlicher Al- Husbandry technique with animals of different age
tersklassen. groups.

Konventionswerte für Emissionsfaktoren Conventional values for emission factors


Sollvorgabe für Emissionsfaktoren. Target specification for emission factors.
Anmerkung 1: Die →Emissionen aus Tierhaltungsanlagen weisen Note 1: →Emissions from animal husbandries show great natural
natürlicherweise eine große Variabilität auf. Darüber hinaus gibt es variability. So far, however, no standardized measuring techniques
bisher keine standardisierten Messverfahren, die zu vergleichbaren are available which lead to comparable emission factors. In this
→Emissionsfaktoren führen. In dieser Richtlinie wurden Konventi- guideline, conventional values were determined based on literature
onswerte auf der Grundlage von Literaturangaben, Plausibilitätsbe- references, plausibility considerations, and practical experiences.
trachtungen und praktischem Erfahrungsschatz festgelegt. Basis The foundation of these conventional values is state of the art in
dieser Konventionswerte sind der Stand der Haltungstechnik sowie housing techniques and good practice. They represent the assumed
die gute fachliche Praxis. Sie sind repräsentativ für eine über das → emission during one year including →standard service times.
Jahr angenommene →Emission unter der Berücksichtigung von
→Standardservicezeiten.
Anmerkung 2: Wenn von diesen Konventionswerten abgewichen Note 2: Deviation from these conventional values requires a plau-
wird, ist dies fachlich plausibel zu begründen. sible technical reason.

Kotbereich Dung area


Flächen und Bereiche inner- und außerhalb von Stall- Areas and sections within and outside of animal
gebäuden, die die Tiere bevorzugt zum Koten und house buildings which the animals preferably use for
Harnen nutzen. defecation and urination.
Anmerkung: Bei der Legehennen- und Junghennenhaltung dient Note: In laying hen and young hen husbandry, the perforated area
die perforierte Fläche über einem Kotband oder einer Kotgrube als above a dung belt or a dung pit serves as a dung area. In fattening
Kotbereich, bei der Mastgeflügelhaltung ist der eingestreute Boden poultry husbandry, the littered floor is both an →activity and dung
zugleich →Lauf- und Kotbereich. area.

Laufbereich (Aktivitätsbereich) Activity area


Flächen inner- und außerhalb von Stallgebäuden, die Areas within and outside of animal house buildings
den Tieren bevorzugt zur Fortbewegung dienen. which the animals preferably use for motion.

Laufhof Cattle yard


Bezeichnung für einen stallnahen →Auslauf in der Term for a →yard in cattle housing which is close to
Rinderhaltung. the animal house.

Laufstall Loose house


Aufstallungsform der Rinderhaltung, in der sich die Housing technique in cattle husbandry where the an-
Rinder in der Regel frei bewegen können. Im Liege- imals can generally move freely. In the lying box
boxenlaufstall steht den Tieren eine abgetrennte Box loose house, the animals have a separate lying box in
zum Ablegen bereit, um das Liegen auf der Laufflä- order to avoid lying in the →activity area.
che zu vermeiden.

Liegebereich Lying area


Flächen und Bereiche inner- und außerhalb von Stall- Areas and sections within and outside of animal
gebäuden, die die Tiere bevorzugt zum Ruhen oder house buildings which the animals preferably use for
Liegen nutzen. resting or lying.
–8– VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Louisiana-Stall Louisiana house


→Außenklimastall für die Geflügelmast, bei dem →Outdoor climate house for poultry fattening where
beide Längswände großflächig offen sind und die both longitudinal walls have large open surfaces and
stufenlos mit Jalousien verschlossen werden können. can be closed steplessly with the aid of blinds.
Anmerkung 1: Die frei gelüfteten Ställe können mit einer unter- Note 1: The freely ventilated animal houses can be equipped with
stützenden mechanischen Lüftung ausgerüstet sein. supporting mechanical ventilation.
Anmerkung 2: Der Louisiana-Stall ist eine Sonderform des Note 2: The louisiana house is a special form of the →open house
→Offenstalls zur Geflügelhaltung. for poultry husbandry.

Lüftung Ventilation
Luftaustausch zur Beeinflussung des Luftzustands im Air exchange intended to influence the air condition in
Stall, z.B. von Temperatur, Feuchte, Luftzusammen- the animal house, which includes temperature, humid-
setzung und Luftbewegung. ity, air composition, and air movement, for example.
Anmerkung: Die Lüftung erfolgt als →Zwangslüftung oder Note: The ventilation system used can either be →forced or →free
→freie Lüftung. ventilation.

Nährstoffangepasste Fütterung Nutrient-adapted feeding


Zwei- oder mehrphasige Anpassung der Futterzu- Two- or multiple-phase adaptation of feed composi-
sammensetzung an den sich verändernden Energie- tion to the changing energy and nutrient demand of
und Nährstoffbedarf der Tiere (Multiphasenfütterung the animals (multiple-phase feeding = daily adapta-
= tägliche Anpassung). tion).

Offenstall Open house


Stall mit großen Öffnungen, in dem weitgehend Au- Animal house with large openings where outdoor cli-
ßenklimabedingungen herrschen. mate conditions are predominant.

Perforierte Böden Perforated floors


Stallfußböden im →Liege- oder →Kotbereich, die Animal house floors in the →lying or →dung area
aus Spaltenböden, Gitterrosten, Lochblechen, Draht- which consist of slatted floors, grids, perforated
böden oder Schlitzplatten unterschiedlichen Materi- plates, wire floor elements, or slitted plates out of dif-
als bestehen. ferent materials.

Produktionsrichtung (Nutzungsrichtung) Branch of production


Ausrichtung der Tierhaltung in Form von z.B. Fer- Orientation of animal husbandry, i.e. piglet produc-
kelerzeugung, Schweinemast, Milchviehhaltung, Ge- tion, pig fattening, dairy cattle husbandrry, poultry
flügelmast. fattening.

RAM-Futter (Rohprotein-angepasstes Mischfutter) CAM feed (crude-protein-adapted mixed feed)


Spezielles Mischfutter mit reduziertem Protein- und Special mixed feed with reduced protein and phos-
Phosphorgehalt. phorus content.

Rein-Raus-Verfahren All-in all-out management


Tierhaltung in Buchten, Stallabteilen oder Ställen mit Animal housing in pens, compartments, or houses
Tieren, die bei Ein- und Ausstallung derselben Al- with animals which belong to the same age group at
tersklasse angehören. the time of stalling-in and stalling-out.

Rieselbettreaktoren Trickle-bed reactors


Abluftreinigungsverfahren, bei dem die Abluftin- Exhaust air cleaning technique during which the ex-
haltsstoffe im Waschwasser gelöst und von Mikroor- haust air components are solved in the washing water
ganismen, die auf Füllkörpern siedeln, biologisch ab- and biodegraded by microorganisms which live on
gebaut werden. tower packs.

Schachtlüftung Shaft ventilation


System der →freien Lüftung, bei dem die Zuluft über →Free ventilation system where due to thermal the
Gebäudeöffnungen in den Seitenwänden in den Stall fresh air flows into the animal house through building
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 –9–

einströmt und aufgrund der Thermik durch einen openings in the side walls and leaves the building up-
(Monoschacht) oder mehrere Schächte senkrecht wards through one (mono-shaft) or several shafts.
nach oben abgeführt wird.

Schwimmdecke Floating cover


Emissionsmindernde Abdeckung von Flüssigmist- Emission-reducing cover on liquid manure surfaces
oberflächen, die sich insbesondere bei großen Antei- which forms itself in particular if the feed (such as
len an rohfaserreichen Futtermitteln (Heu, →Silage) hay and →silage) contains large percentages of crude
von selbst ausbildet (natürliche Schwimmschicht) fibre (natural floating layer) or is artificially produced
oder durch Aufbringen von Strohhäckseln oder by covering the slurry with chopped straw or floating
Schwimmkörpern aus Kunststoff oder Tonmateria- bodies out of plastic or clay materials.
lien künstlich erzeugt wird.

Silage Silage
Durch Milchsäuregärung konserviertes Grünfutter Forage conserved by means of lactic acid fermenta-
(Gras, Mais, Rübenblätter usw.) für Nutztiere (vor al- tion (grass, corn, beet leaves, etc.) for farm animals
lem Rinder). (especially cattle).

Siphon (Geruchsverschluss) Siphon (air trap)


Eine technische Einrichtung, die verhindert, dass die Technical equipment which prevents air from the ex-
Luft aus dem externen Güllelagerbehälter zurück in ternal slurry storage container from flowing back into
den Stall strömen kann. the animal house.

Standardservicezeit Standard service time


Praxisübliche Zeit zwischen dem Aus- und Einstallen The time between stalling-in and stalling-out of the
der Tiere, die zum Entmisten, Reinigen und Desinfi- animals which is commonly needed in practice to de-
zieren eines Stalls benötigt wird. manure, clean, and disinfect an animal house.

Tierhaltungsanlage Animal husbandry


Ortsfeste Einrichtung zur Haltung von Nutztieren be- Stationary facility for farm animal housing consisting
stehend aus Ställen, →Auslaufflächen oder → Lauf- of animal houses, →activity areas, or →cattle yards
höfen und Nebeneinrichtungen, z.B. Melkstände, and additional facilities, such as milking parlors, ma-
Dunglagerung, Futtermittellagerung und -aufberei- nure storage, feed stores, and feed processing facili-
tung. ties.

Verfahren Technique
Festgelegte Art und Weise, eine Tätigkeit oder einen Determined kind of execution of an activity or a proc-
Prozess auszuführen. [DIN EN ISO 9000] ess. [DIN EN ISO 9000]

Windinduzierte Lüftung Wind-induced ventilation


→Freie Lüftung eines Raums, die durch Windanströ- →Free ventilation of a room caused by wind flow.
mung hervorgerufen wird.

Zwangslüftung Forced ventilation


Luftaustausch in einem Stall mithilfe von Ventilato- Air exchange in an animal house with the aid of fans.
ren.

3 Stand der Haltungstechnik bei 3 State of the art in farm animal housing
Nutztieren techniques
3.1 Haltungsverfahren 3.1 Housing techniques
In der Praxis existiert eine Vielzahl von Verfahren zur In practice, a large number of techniques and stand-
Haltung von Nutztieren. Die Tiere werden je nach ards for farm animal husbandry exist. Depending on
Tierart (z.B. Schweine, Rinder, Pferde), Produktions- the kind of animal (e.g. pigs, cattle, horses), the
bzw. Nutzungsrichtung (z.B. Ferkelerzeugung, branch of production and use (e.g. piglet production,
– 10 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Schweinemast, Milchviehhaltung, Geflügelmast) pig fattening, dairy cattle husbandry, poultry fatten-
und Haltungsform (z.B. Ein- oder Mehrflächenbucht ing) and the kind of housing (e.g. single or multiple-
bei Schweinen, Laufstallhaltung bei Rindern, Boden- area pen for pigs, loose house husbandry for cattle,
haltung bei Geflügel) in unterschiedlichen Haltungs- floor husbandry for poultry), the animals are housed
verfahren aufgestallt. using different techniques.
Relevante und praxisübliche Verfahren einschließlich Relevant techniques common in practice including
ihrer Varianten, die derzeit Stand der Haltungstech- their variants which are currently state of the art in
nik sind, werden im Nationalen Bewertungsrahmen animal housing are described in the national evalua-
(NBR) [2] mit ihren technischen Einzelheiten be- tion framework [2] with their technical details. When
schrieben. Bei der Planung von neuen Stallanlagen new animal housing facilities are planned or signifi-
und wesentlichen Änderungen ist die jeweils gültige cant changes are carried out, the current version of
Fassung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung the Animal Protection/Farm Animal Housing Ordi-
(TierSchNutzV) zu berücksichtigen. nance (TierSchNutzV) must be considered.
Die einzelnen Haltungsverfahren setzen sich aus un- The individual housing techniques are composed of
terschiedlichen Modulen zusammen (z.B. Stallge- different modules (e.g. animal house building, pen
bäude, Buchten- und Bodengestaltung, Entmistung and floor design, demanuring and manure storage,
und Mistlagerung, Stalllüftung und Klimatisierung, animal house ventilation and climate control, feed-
Fütterung). Die Kombination und Gestaltung der ing). The combination and the design of the modules
Module hat jeweils unterschiedliche Auswirkungen have different effects on the environment (kind and
auf die Umwelt (Art und Umfang luftgetragener extent of airborne emissions, quantity of nutrients),
Emissionen, Nährstoffanfall), die Tiergerechtheit und animal welfare, and profitability. With regard to the
die Wirtschaftlichkeit. Im Hinblick auf die Freiset- release of airborne emissions, animal housing, venti-
zung von luftgetragenen Emissionen sind die Module lation, feeding, and storage of solid and liquid ma-
Aufstallung, Lüftung, Fütterung und Lagerung von nure are the most important modules.
Fest- und Flüssigmist am wichtigsten.
Welche dieser Varianten im Einzelfall in einem Stall Which of these variants are applied in an animal
zum Einsatz kommen, hängt daher von verschiede- house in the individual case therefore depends on dif-
nen Faktoren ab. Die wichtigsten sind: ferent factors. The most important ones of these fac-
tors are:
• Standortbedingungen (z.B. Lage und Abstand zu • locational conditions (e.g. location and distance
Wohn- und Schutzgebieten, Klima) from residential and protected areas, climate)
• immissionsschutzrechtliche Anforderungen • requirements of the immission protection law
(z.B. BImSchG, TA Luft) (e.g. BImSchG, TA Luft)
• bautechnische Anforderungen • requirements of the construction law
(z.B. nach DIN 18910-1) (e.g. DIN 18910-1)
• arbeitswirtschaftliche Aspekte • aspects of labor management
(z.B. Art der Aufstallung und Entmistung) (e.g. kind of housing and demanuring)
• betriebswirtschaftliche Aspekte (z.B. Kosten ei- • aspects of farm management (e.g. costs of a feed-
nes Fütterungs- oder Lüftungsverfahrens) ing technique or a ventilation system)
• tierschutz- und tierseuchenrechtliche Anforderun- • requirements of animal protection and regulations
gen an die einzelnen Haltungsformen for the prevention of epizootic diseases to be ful-
(z.B. TierSchG, TierSchNutzV, SchHaltHygV) filled by the individual housing techniques
(e.g. TierSchG, TierSchNutztV, SchHaltHygV)
In Abschnitt 3.1 sind die Haltungsverfahren für The housing techniques for pigs, cattle, poultry, and
Schweine, Rinder, Geflügel und Pferde zusammen- horses which meet the current state of the art are
gestellt, die dem Stand der Technik entsprechen. listed in Section 3.1.
Darüber hinaus geben Abschnitt 3.1 bis Abschnitt 3.5 In addition, Section 3.1 to Section 3.5 provide an
einen Überblick über mögliche Ausführungen der overview of possible designs of housing, demanur-
Aufstallungs-, Entmistungs-, Lüftungs- und Fütte- ing, ventilation, and feeding techniques which can be
rungstechniken, die bei den einzelnen Haltungsverfah- used for the individual housing systems and have a
ren eingesetzt werden können und einen besonderen particular influence on the kind and the quantity of
Einfluss auf Art und Umfang der Emissionen haben. emissions.
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 11 –

Die dem Stand der Haltungstechnik entsprechenden The technical details of the techniques which con-
technischen Einzelheiten zu den Verfahren sowie Bil- form to the state of the art as well as figures are avail-
der sind dem NBR [2] zu entnehmen. able in the national evaluation frame (NBR) [2].

3.1.1 Schweine 3.1.1 Pigs


Bei der Haltung von Schweinen sind im Wesent- The main branches of production to be distinguished
lichen die Produktionsrichtungen Schweinemast und in pig husbandry are pig fattening and piglet produc-
Ferkelerzeugung (Haltung von Sauen, Ebern und tion (husbandry of sows, boars, and piglets). Piglet
Ferkeln) zu unterscheiden. Die Ferkelerzeugung glie- production facilities can be divided into the waiting
dert sich in Wartebereich, Abferkel- und Säuge- area, the farrowing and nursing area, the mating area,
bereich, Deckbereich sowie Eberhaltung und Fer- boar housing, and piglet rearing (Figure 1 and Fi-
kelaufzucht (Bild 1 und Bild 2). gure 2).
Die Schweine werden in den Haltungsformen Ein- The husbandry techniques used for pigs are single
und Mehrflächenbuchten sowie im Freiland gehalten. and multiple-area pens as well as outdoor husbandry.
Einflächenbuchten mit vollperforierten Böden und Single-area pens with fully perforated floors and liq-
Flüssigentmistung sind aufgrund arbeitswirtschaft- uid demanuring are standard in pig husbandry due to
licher Vorteile und wegen des funktionssicheren Be- advantages in labor management and functionally re-
triebs in der Schweinehaltung Standard; dies gilt be- liable operation. This particularly applies to large
sonders für große Stalleinheiten. Bei Mehrflächen- housing units. Due to its different constructional de-
buchten ist die Buchtenfläche durch eine unterschied- sign, the pen area in multiple-area pens is structured
liche Bauausführung in Liege-, Fress- sowie Aktivi- into lying, eating, as well as activity (walking) and
täts-(Lauf-) und Kotbereich strukturiert. dung areas.

*) nicht Gegenstand dieser Richtlinie


Bild 1. Haltungsformen der Ferkelerzeugung

*) not covered by this guideline


Bild 1. Housing techniques in piglet production

*) nicht Gegenstand dieser Richtlinie *) not covered by this guideline


Bild 2. Haltungsformen der Schweinemast Bild 2. Housing techniques in piglet fattening
– 12 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Diese Haltungsformen werden sowohl in zwangsbe- These housing techniques are used in animal houses
lüfteten als auch in frei gelüfteten Ställen mit Fest- with forced ventilation and in freely ventilated
oder Flüssigmistsystem eingesetzt. houses with a solid or liquid manure system.
Nachfolgend werden die wichtigsten Verfahren der Below, the most important techniques of pig hus-
Schweinehaltung getrennt nach Produktionsrichtung bandry are shown in separate overviews according to
in Übersichten dargestellt (Tabelle 1 bis Tabel- the branch of production (Table 1 to Table 4. The
le 4; die Identifikationsnummer (ID-Nr.) ermöglicht identification number (ID-No.) allows the technique
die Zuordnung des Verfahrens zum NBR [2]). to be identified in the national evaluation frame
(NBR) [2]).

3.1.2 Rinder 3.1.2 Cattle


In der Rinderhaltung werden die Produktionsrichtun- In cattle husbandry, the branches of production dairy
gen Milchviehhaltung, Mutterkuhhaltung, Rinder- cattle husbandry, mother cow husbandry, cattle fat-
mast, Jungrinderhaltung, Kälberaufzucht und Käl- tening, young cattle husbandry, calf rearing, and calf
bermast unterschieden (Bild 3 bis Bild 5). fattening are distinguished (Figure 3 to Figure 5).

Tabelle 1. Haltungsverfahren für Mastschweine (S/MS) und Aufzuchtferkel (S/FA)


Haltungs- Entmistungsverfahren Lüftung Gruppen- Verfahren
form • Funktionsbereich: Bodenausführung • Gebäude management a) (ID-Nr.) b)

Flüssigmistverfahren Zwangslüftung Kleingruppe S/MS 0001,


• gesamte Bucht: perforiert • geschlossenes, wärmegedämmtes S/FA 0001
Gebäude, Heizung
Funktionsbereiche)

Großgruppe S/MS 0002,


Einflächenbucht
(keine separaten

S/FA 0002

Festmistverfahren freie Lüftung Kleingruppe S/MS 0007,


• gesamte Bucht: plan befestigt, eingestreut • geschlossenes, nicht wärme-
• Auslauf: plan befestigt, eingestreut, teil- gedämmtes Gebäude
bzw. voll überdacht
Zwangslüftung S/FA 0006
• geschlossenes, wärmegedämmtes
Gebäude, Heizung

Flüssigmistverfahren freie Lüftung Kleingruppe S/MS 0004


• Liegen: plan befestigt (Ruhekiste) • offenes, nicht wärmegedämmtes
Großgruppe S/FA 0004
• Laufen: perforiert Gebäude

Flüssigmistverfahren Zwangslüftung Kleingruppe S/MS 0003,


• Liegen: plan befestigt • geschlossenes, wärmegedämmtes S/FA 0003
• Laufen: perforiert Gebäude, Heizung

Flüssigmistverfahren Großgruppe S/MS 0008,


• Liegen: drainiert S/FA 0009
• Laufen: perforiert
(separate Funktionsbereiche)

Fest- und Flüssigmistverfahren Zwangslüftung Kleingruppe S/FA 0008


• Liegen: plan befestigt, eingestreut • geschlossenes, wärmegedämmtes
Mehrflächenbucht

• Laufen: plan befestigt Gebäude


• Auslauf: plan befestigt, eingestreut, über-
dacht (Laufbereich), perforiert mit Kotstufe,
offen (Kotbereich)

Festmistverfahren freie Lüftung Kleingruppe S/FA 0007


• Liegen: plan befestigt, wärmegedämmt, • offenes, nicht wärmegedämmtes
eingestreut (Ruhekiste) Gebäude Großgruppe –
• Laufen: plan befestigt, eingestreut

Festmistverfahren Kleingruppe S/MS 0005


• Liegen/Laufen: plan befestigt, eingestreut
(Schrägboden)
• Koten: perforiert, erhöht

Festmistverfahren Großgruppe S/MS 0006,


• Liegen/Laufen: plan befestigt, eingestreut S/FA 0005
(Tiefstreu)
• Fressen: plan befestigt, erhöht
a)
Großgruppe: > 20 Schweine/Bucht bzw. > 35 Ferkel/Bucht
b)
Die ID-Nr. (Identifikationsnummer) ermöglicht die Zuordnung des Verfahrens zum NBR [2].
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 13 –

Table 1. Housing techniques for fattening pigs (S/MS) and rearing piglets (S/FA)
Housing Demanuring technique Ventilation Group Technique
technique • functional area: floor design • building management a) (ID-No.) b)
liquid manure technique forced ventilation small group S/MS 0001,
• entire pen: perforated • closed, temperature-insulated S/FA 0001
building, heating
large group S/MS 0002,
Single-area pen

functional areas)
(no separate

S/FA 0002
solid manure technique free ventilation small group S/MS 0007,
• entire pen: level concrete, littered • closed, non-temperature-insulated
• yard: level concrete, littered, partially or building
fully covered
forced ventilation S/FA 0006
• closed, temperature-insulated
building, heating
liquid manure technique free ventilation small group S/MS 0004
• lying: level concrete (resting box) • open, non-temperature-insulated
large group S/FA 0004
• activity: perforated building
liquid manure technique forced ventilation small group S/MS 0003,
• lying: level concrete • closed, temperature-insulated S/FA 0003
• activity: perforated building, heating system
liquid manure technique large group S/MS 0008,
• lying: drained S/FA 0009
• activity: perforated
(separate functional areas)

solid and liquid manure technique forced ventilation small group S/FA 0008
• lying: level concrete, littered • closed, temperature-insulated
Multiple-area pen

• activity: level concrete building


• yard: level concrete, littered, covered
(activity area), perforated with dung step,
open (dung area)
solid manure technique free ventilation small group S/FA 0007
• lying: level concrete, temperature-insulated, • open, non-temperature-insulated
large group –
littered (resting box) building
• activity: level concrete, littered
solid manure technique small group S/MS 0005
• lying/activity: level concrete, littered
(slanted floor)
• defecation: perforated, raised
solid manure technique large group S/MS 0006,
• lying/activity: level concrete, littered S/FA 0005
(deep litter)
• eating: level concrete, raised
a)
large group: > 20 pigs/pen or > 35 piglets/pen
b)
The ID-No. (identification number) allows the technique to be identified in the NBR [2].

Tabelle 2. Haltungsverfahren für Sauen im Warte- (S/FW) und Deckbereich (S/FD)


Haltungs- Entmistungsverfahren Lüftung Gruppen- Verfahren
form • Funktionsbereich: Bodenausführung • Gebäude management a) (ID-Nr.) b)

Flüssigmistverfahren Zwangslüftung Einzelhaltung, S/FW 0001


Funktionsbereiche)
Einflächenbucht
(keine separaten

• gesamte Bucht: perforiert • geschlossenes, permanente


wärmegedämmtes Fixierung
Gebäude, Heizung
Kleingruppe S/FW 0001

Großgruppe S/FD 0005

Flüssigmistverfahren Zwangslüftung Kleingruppe S/FD 0002


Mehrflächenbucht

Funktionsbereiche)

• Fressen/Liegen: teilperforiert • geschlossenes, S/FW 0002


• Laufen: perforiert wärmegedämmtes
(separate

Gebäude, Heizung
Flüssigmistverfahren Großgruppe S/FD 0003
• Liegen: plan befestigt
• Laufen: perforiert
• Fressen: teilperforiert (Selbstfangfressstände)
• Auslauf: plan befestigt, teilüberdacht
– 14 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Tabelle 2. Haltungsverfahren für Sauen im Warte- (S/FW) und Deckbereich (S/FD) (Fortsetzung)
Haltungs- Entmistungsverfahren Lüftung Gruppen- Verfahren
form • Funktionsbereich: Bodenausführung • Gebäude management a) (ID-Nr.) b)

Fest- und Flüssigmistverfahren Zwangslüftung Großgruppe S/FW 0005


• Liegen: plan befestigt, eingestreut • geschlossenes,
• Laufen/Fressen: perforiert wärmegedämmtes
• Auslauf: plan befestigt/teilüberdacht, teilperforiert Gebäude

Flüssigmistverfahren freie Lüftung Großgruppe S/FW 0007


• Liegen: drainiert • geschlossenes,
(separate Funktionsbereiche)

• Laufen/Fressen: perforiert wärmegedämmtes


Gebäude, Heizung
Mehrflächenbucht

Fest- und Flüssigmistverfahren Kleingruppe S/FW 0003


• Liegen/Laufen: plan befestigt, eingestreut
(Tiefstreu)
• Fressen: perforiert, erhöht
• Auslauf: plan befestigt eingestreut, voll überdacht

Flüssigmistverfahren freie Lüftung Großgruppe S/FW 0004


• Liegen: plan befestigt, wärmegedämmt • offenes, nicht wärme-
(Liegekisten) gedämmtes Gebäude
• Laufen/Fressen: perforiert

Festmistverfahren Großgruppe S/FD 0006


• Liegen/Laufen: plan befestigt, eingestreut
(Tiefstreu)
• Fressen: plan befestigt, erhöht

Fest- und Flüssigmistverfahren freie Lüftung Kleingruppe S/FD 0004


• Liegen: plan befestigt, eingestreut • geschlossenes, nicht
• Laufen/Fressen: plan befestigt wärmegedämmtes Ge-
(Selbstfangfressstände) bäude, Unterstützungs-
• Auslauf: Koten: perforiert; Laufen: plan befestigt lüftung im Sommer
a)
Großgruppe: > 40 Sauen/Bucht
b)
Die ID-Nr. (Identifikationsnummer) ermöglicht die Zuordnung des Verfahrens zum NBR [2].

Table 2. Housing techniques for sows in the waiting area (S/FW) and the mating area (S/FD)
Housing Demanuring technique Ventilation Group man- Technique
technique • functional area: floor design • building agement a) (ID-No.) b)

liquid manure technique forced ventilation single housing, S/FD 0001


Single-area pen

functional areas)
(no separate

• entire pen: perforated • closed, temperature- permanent


insulated building, fixing
heating system
small group S/FW 0001

large group S/FD 0005

liquid manure technique forced ventilation small group S/FD 0002


• eating/lying: partially perforated • closed, temperature- S/FW 0002
• activity: perforated insulated building,
heating system
liquid manure technique large group S/FD 0003
• lying: level concrete
• activity: perforated
Multiple-area pen

• eating: partially perforated (eating, partially perforated,


functional areas)

kombifeeder)
(separate

• yard: level concrete, partially covered

solid and liquid manure technique forced ventilation large group S/FW 0005
• lying: level concrete, littered • closed, temperature-
• activity/eating: perforated insulated building
• yard: level concrete/partially covered, partially
perforated

liquid manure free ventilation large group S/FW 0007


• lying: drained • closed, temperature-
• activity/eating: perforated insulated building,
heating system
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 15 –

Table 2. Housing techniques for sows in the waiting area (S/FW) and the mating area (S/FD) (continued)
Housing Demanuring technique Ventilation Group Technique
technique • functional area: floor design • building management a) (ID-No.) b)

solid and liquid manure technique free ventilation small group S/FW 0003
• lying/activity: level concrete, littered (deep litter) • open, non-temperature-
• eating: perforated, raised insulated building
Multiple-area pen

• yard: level concrete, littered, fully covered


functional areas)
(separate

liquid manure technique large group S/FW 0004


• lying: level concrete, temperature-insulated
(lying boxes)
• activity/eating: perforated

solid manure technique large group S/FD 0006


• lying/activity: level concrete, littered (deep litter)
• eating: level concrete, raised

solid and liquid manure technique free ventilation small group S/FD 0004
• lying: level concrete, littered • closed, non-tempera-
• activity/eating: level concrete (kombifeeders) ture-insulated building,
• yard: defecation: perforated; activity: level concrete supporting ventilation in
the summer
a)
large group: > 40 sows/pen
b)
The ID-No. (identification number) allows the technique to be identified in the NBR [2].

Tabelle 3. Haltungsverfahren für Eber (S/FE)


Haltungs- Entmistungsverfahren Lüftung Gruppen- Verfahren
form • Funktionsbereich: Bodenausführung • Gebäude management (ID-Nr.) a)

Flüssigmistverfahren Zwangslüftung Einzelhaltung S/FE 0001


Funktionsbereiche)
Einflächenbucht
(keine separaten

• gesamte Bucht: perforiert • geschlossenes, wärmegedämmtes


Gebäude, Heizung

Festmistverfahren freie Lüftung Einzelhaltung S/FE 0002


• gesamte Bucht: plan befestigt, eingestreut • geschlossenes, nicht wärme-
• Auslauf: plan befestigt (teilüberdacht) gedämmtes Gebäude

Flüssigmistverfahren Zwangslüftung Einzelhaltung S/FE 0003


Mehrflächenbucht

Funktionsbereiche)

• Liegen: plan befestigt, • geschlossenes, wärmegedämmtes


(separate

• Laufen: perforiert Gebäude, Heizung

Flüssigmistverfahren Einzelhaltung S/FE 0004


• Liegen: drainiert
• Laufen: perforiert

a)
Die ID-Nr. (Identifikationsnummer) ermöglicht die Zuordnung des Verfahrens zum NBR [2].

Table 3. Housing techniques for boars (S/FE)


Housing Demanuring technique Ventilation Group Technique
technique • functional area: floor design • building management (ID-No.) a)

liquid manure technique forced ventilation individual S/FE 0001


functional areas)
Single-area pen

• entire pen: perforated • closed, temperature-insulated buil- housing


(no separate

ding, heating system

solid manure technique free ventilation individual S/FE 0002


• entire pen: level concrete, littered • closed, non-temperature- housing
• yard: level concrete (partly covered) insulated building

liquid manure techniques forced ventilation individual S/FE 0003


Multiple-area pen

functional areas)

• lying: level concrete • closed, temperature-insulated buil- housing


(separate

• activity: perforated ding, heating system

liquid manure technique individual S/FE 0004


• lying: drained housing
• activity: perforated

a)
The ID-No. (identification number) allows the technique to be identified in the NBR [2].
– 16 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Tabelle 4. Haltungsverfahren für Sauen im Abferkelbereich (S/FG)


Haltungs- Entmistungsverfahren Lüftung Verfahren
Gruppengröße
form • Funktionsbereich: Bodenausführung • Gebäude (ID-Nr.) a)
Flüssigmistverfahren Zwangslüftung Einzelabferkelung S/FG 0001
• Sauenbereich: • geschlossenes, S/FG 0005
Funktionsbereiche)

perforiert (permanente oder temporäre Fixierung) wärmegedämmtes


Einflächenbucht
(keine separaten

• Ferkelnest: Gebäude, Heizung


plan befestigt, beheizt
Festmistverfahren S/FG 0006
• Sauenbereich:
plan befestigt, eingestreut (temporäre Fixierung)
• Ferkelnest:
plan befestigt, beheizt
Fest- und Flüssigmistverfahren Zwangslüftung Einzelabferkelung S/FG 0004
• Sauenbereich (ohne Fixierung) • geschlossenes,
Liegen: plan befestigt, eingestreut nicht wärmegedämmtes
Laufen/Koten: perforiert Gebäude
(separate Funktionsbereiche)

Fressen: plan befestigt


• Ferkelbereich:
Mehrflächenbucht

plan befestigtes Ferkelnest (Heizung)


• Auslauf:
plan befestigt
Fest- und Flüssigmistverfahren Gruppenabferkelung S/FG 0002
• Sauenbereich (ohne Fixierung) (4 bis 10 Sauen)
Liegen: plan befestigt, eingestreut
Laufen: plan befestigt (Güllekanal)
• Ferkelbereich:
Ferkelnest: plan befestigt, eingestreut (Heizung)
Laufen: plan befestigt
• Auslauf:
plan befestigt
a)
Die ID-Nr. (Identifikationsnummer) ermöglicht die Zuordnung des Verfahrens zum NBR [2].

Table 4. Housing techniques for sows in the farrowing area (S/FG)


Housing Demanuring technique Ventilation Group size Technique
technique • functional area: floor design • building (ID-No.) a)
liquid manure technique forced ventilation individual farrowing S/FG 0001
• sow area: • closed, temperature- S/FG 0005
perforated (permanent or temporary fixing) insulated building,
Singel-area pen

functional areas)
(no separate

• piglet nest: heating system


level concrete, heated
solid manure technique S/FG 0006
• sow area:
level concrete, littered (temporary fixing)
• piglet nest:
level concrete, heated
solid and liquid manure technique forced ventilation individual farrowing S/FG 0004
• sow area (without fixing) • closed, non-tempera-
lying: level concrete, littered ture-insulated building
activity/defecation: perforated
(separate functional areas)

eating: level concrete


• piglet area:
Multiple-area pen

level concrete piglet nest (heated)


• yard: level concrete
solid and liquid manure technique group farrowing S/FG 0002
• sow area (without fixing) (4 to 10 sows)
lying: level concrete, littered
activity: level concrete (slurry channel)
• piglet area:
piglet nest: level concrete, littered (heated)
activity: level concrete
• yard:
level concrete
a)
The ID-No. (identification number) allows the technique to be identified in the NBR [2].
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 17 –

a)
nicht Gegenstand dieser Richtlinie
Bild 3. Haltungsformen der Milchvieh- und Mutterkuhhaltung

a)
not covered by this guidelinee
Figure 3. Housing techniques in dairy cattle and mother cow husbandry

a)
nicht Gegenstand dieser Richtlinie
Bild 4. Haltungsformen der Rindermast und Jungrinderhaltung

a)
not covered by this guideline
Figure 4. Housing techniques in cattle fattening and young cattle husbandry

a)
nicht Gegenstand dieser Richtlinie
Bild 5. Haltungsformen der Kälberaufzucht und Kälbermast

a)
not covered by this guideline
Figure 5. Housing techniques in calf rearing and calf fattening
– 18 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Größtenteils werden Rinder in Ein- oder Mehrraum- The largest part of the cattle are housed in single or
laufställen (oder Liegeboxenlaufställen) mit getrenn- multiple pen loose houses (or lying box loose houses)
ten Funktionsbereichen für Liegen, Laufen und Fres- with separate functional areas for lying, activity, and
sen aufgestallt, in denen sich die Rinder frei bewegen eating, where the animals can move freely. The ani-
können. Die Haltung erfolgt in Gruppen. Einzelhal- mals are housed in groups. Individual housing is per-
tung ist nur für Kälber bis zur zweiten Lebenswoche mitted only for calves up to the second week of their
zulässig (Kälberboxen oder -iglus). Die Anbindehal- lives (calf boxes or igloos). Tethered housing for
tung für Kühe wird nur noch in älteren Ställen betrie- cows is limited to older animal houses today. Certain
ben. Bestimmte Haltungsformen können mit Weide- types of housing can be combined with grazing. The
gang kombiniert sein. Die Haltungsverfahren werden housing techniques include solid or liquid manure
mit Fest- oder Flüssigmistsystemen betrieben und systems and generally free ventilation.
weisen in der Regel eine freie Lüftung auf.
Nachfolgend werden die wichtigsten Verfahren der Below, the most important techniques of cattle hous-
Stallhaltung von Rindern getrennt nach Produktions- ing are shown in separate overviews according to the
richtung in Übersichten dargestellt (Tabelle 5 bis branch of production (Table 5 to Table 8).
Tabelle 8).

Tabelle 5. Haltungsverfahren für Milchkühe (R/MV)


Haltungs- Entmistungsverfahren Lüftung Weide- Verfahren
form • Funktionsbereich: Bodenausführung • Gebäude gang (ID-Nr.) a)

Flüssigmistverfahren Zwangslüftung ohne R/MV 001


Funktionsbereiche)
Anbindehaltung
(keine separaten

• Kurz- oder Mittellangstand, Gitterrost • geschlossenes, wärmegedämmtes


mit R/MV 004
Gebäude

Festmistverfahren Zwangslüftung ohne R/MV 002, 003


• Kurz- oder Mittellangstand, eingestreut • geschlossenes, wärmegedämmtes
mit R/MV 005. 006
Gebäude

Flüssigmistverfahren freie Lüftung ohne R/MV 007


• Liegen: Tiefbox (eingestreut), Hochbox • geschlossenes, nicht wärmege-
mit R/MV 0010
(separate Funktions-

(harte/weiche Gummimatte und/oder dämmtes Gebäude, Spaceboard


Laufstallhaltung/

eingestreut) • geschlossenes, wärmegedämmtes


Liegeboxen

bereiche)

• Laufen: perforiert Gebäude mit Trauf-First-Lüftung


• offenes, nicht wärmegedämmtes
Flüssigmistverfahren ohne R/MV 008, 009
Gebäude
• Liegen: Tiefbox (eingestreut), Hochbox
mit R/MV 0011
(harte/weiche Gummimatte und/oder
R/MV 0012
eingestreut)
• Laufen: plan befestigt

Fest- und Flüssigmistverfahren ohne R/MV 0013 b)


(separate Funktions-
Laufstallhaltung/

• Liegen: Tiefstreu oder Tretmist


Zweiraumstall

mit R/MV 0016 b)


• Laufen: perforiert
bereiche)

Festmistverfahren ohne R/MV 0014


• Liegen: Tiefstreu oder Tretmist R/MV 0015
• Laufen: plan befestigt
mit R/MV 0017
R/MV 0018
a)
Die ID-Nr. (Identifikationsnummer) ermöglicht die Zuordnung des Verfahrens zum NBR [2].
b)
mit Auslauf
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 19 –

Table 5. Housing techniques for dairy cows (R/MV)


Housing Demanuring technique Ventilation Grazing Technique
technique • functional area: floor design • building (ID-No.) a)
liquid manure technique forced ventilation no R/MV 001
Tethered housing

functional areas)

• short or medium long stand, grid • closed, temperature-insulated building


(no separate

yes R/MV 004


solid manure technique forced ventilation no R/MV 002, 003
• short or medium long stand, littered • closed, temperature-insulated building
yes R/MV 005. 006

liquid manure technique free ventilation no R/MV 007


• lying: low box (littered), high box • closed, non-temperature-insulated
functional areas)
Loose housing/

yes R/MV 0010


(hard/soft rubber mat and/or littered) building, spaceboard)
lying boxes
(separate

• activity: perforated • closed, temperature-insulated building


with eaves/ridge ventilation
liquid manure technique no R/MV 008, 009
• open, non-temperature-insulated building
• lying: low box (littered), high box
yes R/MV 0011
(hard/soft rubber mat and/or littered)
R/MV 0012
• activity: level concrete
solid and liquid manure technique no R/MV 0013 b)
two-room house

• lying: deep litter or sloped floor


functional areas)
Loose housing/

yes R/MV 0016 b)


• activity: perforated
(separate

solid manure technique no R/MV 0014


• lying: deep litter or sloped floor R/MV 0015
• activity: level concrete
yes R/MV 0017
R/MV 0018
a)
The ID-No. (identification number) allows the technique to be identified in the NBR [2].
b)
with a yard

Tabelle 6. Haltungsverfahren für Mutterkühe (R/MK)


Haltungsform Entmistungsverfahren Lüftung Weide- Verfahren
• Funktionsbereich: Bodenausführung • Gebäude gang (ID-Nr.) a)
Festmistverfahren freie Lüftung ohne –
Einraumstall

Funktions-
Laufstall-

separaten

bereiche)

• gesamte Bucht: Tiefstreu • geschlossenes wärmegedämmtes


haltung/

mit R/MK 0001 b)


(keine

Gebäude
R/MK 0002 b)
• offenes, nicht wärmegedämmtes
R/MK 0005 b)
Gebäude

Fest- und Flüssigmistverfahren ohne –


Zweiraumstall

• Liegen: Tiefstreu oder Tretmist


Funktions-
Laufstall-

(separate

bereiche)
haltung/

mit R/MK 0003


• Laufen: perforiert oder plan befestigt
R/MK 0004

a)
Die ID-Nr. (Identifikationsnummer) ermöglicht die Zuordnung des Verfahrens zum NBR [2].
b)
mit Auslauf oder Laufhof, mit/ohne separaten Fressbereich

Table 6. Housing techniques for mother cows (R/MK)


Housing Demanuring technique Ventilation Grazing Technique
technique • functional area: floor design • building (ID-No.) a)
solid manure technique free ventilation no –
single-room

(no separate
functional
housing/

• entire pen: deep litter • closed, temperature-insulated


Loose

house

areas)

yes R/MK 0001 b)


building
R/MK 0002 b)
• open, non-temperature-insulated
R/MK 0005 b)
building

solid and liquid manure technique no –


two-room

functional
(separate
housing/
Loose

house

areas)

• lying: deep litter or sloped floor


yes R/MK 0003
• activity: perforated or level concrete
R/MK 0004

a)
The ID-No. (identification number) allows the technique to be identified in the NBR [2].
b)
with a yard or cattle yard, with/without a separate eating area
– 20 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Tabelle 7. Haltungsverfahren für Jungrinder (R/JV), Mastrinder (R/RM) und Mastkälber (R/KM)
Haltungs- Entmistungsverfahren Lüftung Weide- Verfahren
form • Funktionsbereich: Bodenausführung • Gebäude gang (ID-Nr.) a)
Flüssigmistverfahren freie Lüftung ohne R/JV 0005
• Liegen: Tiefbox (eingestreut), Hochbox • geschlossenes, nicht wärmegedämmtes
mit –
Funktionsbereiche)

(harte/weiche Gummimatte und/oder Gebäude, Spaceboard


Laufstallhaltung/

eingestreut) • geschlossenes, wärmegedämmtes Gebäude


Liegeboxen
(separate

• Laufen: perforiert mit Trauf-First-Lüftung


• offenes, nicht wärmegedämmtes Gebäude
Flüssigmistverfahren ohne R/JV 0003
• Liegen: Tiefbox (eingestreut), Hochbox R/JV 0004 b)
(harte/weiche Gummimatte und/oder R/RM 0005
eingestreut)
mit –
• Laufen: plan befestigt
Flüssigmistverfahren freie Lüftung ohne R/JV 0001
Funktionsbereiche)
Laufstallhaltung/

• gesamte Bucht perforiert • geschlossenes wärmegedämmtes Gebäude R/RM 0001


(keine separaten
Einraumstall

• offenes, nicht wärmegedämmtes Gebäude R/KM 0001


mit –
Festmistverfahren ohne R/JV 0002
• gesamte Bucht: Tiefstreu R/KM 0002
mit –
Fest- und Flüssigmistverfahren freie Lüftung ohne R/RM 0003
(separate Funktions-

• Liegen: Tiefstreu, Tretmist oder • geschlossenes, nicht wärmegedämmtes R/KM 0003


Laufstallhaltung/
Zweiraumstall

gummierter Liegebereich Gebäude, Spaceboard


mit
bereiche)

• Laufen: perforiert • geschlossenes, wärmegedämmtes Gebäude


mit Trauf-First-Lüftung
Festmistverfahren ohne R/JV 0006
• offenes, nicht wärmegedämmtes Gebäude
• Liegen: Tiefstreu oder Tretmist R/RM 0002
• Laufen: plan befestigt R/RM 0004
mit
a)
Die ID-Nr. (Identifikationsnummer) ermöglicht die Zuordnung des Verfahrens zum NBR [2].
b)
mit Auslauf

Table 7. Housing techniques for youg cattle (R/JV), fattening cattle (R/RM) and fattening calves (R/KM)
Housing Demanuring technique Ventilation Grazing Technique
technique • functional area: floor design • building (ID-No.) a)
liquid manure technique free ventilation no R/JV 0005
• lying: deep box (littered), high box • closed, non-temperature-insulated building,
yes –
functional areas)
Loose housing/

(hard/soft rubber mat and/or littered) spaceboard


lying boxes
(separate

• activity: perforated • closed, temperature-insulated building with


eaves/ridge ventilation
liquid manure technique no R/JV 0003
• open, non-temperature-insulated building
• lying: deep box (littered), high box(hard/ R/JV 0004 b)
soft rubber mat and/or littered)) R/RM 0005
• activity: level concrete
yes –
liquid manure technique free ventilation no R/JV 0001
single-room house

• entire pen: perforated • closed, temperature-insulated building R/RM 0001


functional areas)
Loose house/

(no separate

• open, non-temperature-insulated building R/KM 0001


yes –
solid litter technique no R/JV 0002
• entire pen: deep litter R/KM 0002
yes –
solid and liquid manure technique free ventilation no R/RM 0003
• lying: deep litter, sloped floor, or rub- • closed, non-temperature-insulated building, R/KM 0003
two-room house

functional areas)
Loose housing/

ber-covered lying area spaceboard


yes
(separate

• activity: perforated • closed, temperature-insulated building with


eaves/ridge ventilation
solid manure technique no R/JV 0006
• open, non-temperature-insulated building
• lying: deep litter or sloped floor R/RM 0002
• activty: level concrete R/RM 0004
yes
a)
The ID-Nr. (identification number) allows the technique to be identified in the national evaluation frame [2].
b)
with a yard
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 21 –

Tabelle 8. Haltungsverfahren für die Kälberaufzucht (R/KA)


Haltungs- Entmistungsverfahren Lüftung Weide- Verfahren
form • Funktionsbereich: Bodenausführung • Gebäude gang (ID-Nr.) a)

Festmistverfahren • Einzelboxen im Gebäude (frei- oder ohne R/KA 0001


Funktionsbereiche)
Gruppenhaltung
(keine separaten
Einzelhaltung/

• gesamter Bereich: eingestreut zwangsgelüftet) R/KA 0002


• Kälberiglus/-hütten im Freien R/KA 0003 b)
R/KA 0004 b)
R/KA 0005 b)

mit –

Festmistverfahren freie Lüftung ohne R/KA 0006 b)


Funktionsbereiche)
Laufstallhaltung/

(keine separaten

• gesamte Bucht: Tiefstreu • geschlossenes wärmegedämmtes Gebäude


Einraumstall

• offenes, nicht mit –


wärmegedämmtes Gebäude

Festmistverfahren freie Lüftung ohne R/KA 0007


Funktionsbereiche)
Laufstallhaltung/
Zweiraumstall

• Liegen: Tiefstreu oder Tretmist • geschlossenes wärmegedämmtes Gebäude R/KA 0008


(separate

• Laufen: perforiert oder plan befestigt • offenes, nicht


mit –
wärmegedämmtes Gebäude

a)
Die ID-Nr. (Identifikationsnummer) ermöglicht die Zuordnung des Verfahrens zum NBR [2].
b)
mit Auslauf

Table 8. Housing techniques for calf rearing (R/KA)


Housing Demanuring technique Ventilation Grazing Technique
technique • functional area: floor design • building (ID-No.) a)

solid manure technique • individual boxes in the building no R/KA 0001


Indivdual housing/

functional areas)
group housing

• entire area: littered (with free or forced ventilation) R/KA 0002


(no separate

• outdoor calf igloos/huts R/KA 0003 b)


R/KA 0004 b)
R/KA 0005 b)

yes –

solid litter technique free ventilation no R/KA 0006 b)


single-room house
Loose housing/

functional areas)

• entire pen: deep litter • closed, temperature-insulated building


(no separate

• open, non-temperature-insulated building yes –

solid litter technique free ventilation no R/KA 0007


two-room house
Loose housing/

functional areas)

• lying: deep litter or sloped floor • closed, temperature-insulated building R/KA 0008
(separate

• activity: perforated or level concrete • open, non-temperature-insulated building


yes –

a)
The ID-Nr. (identification number) allows the technique to be identified in the NBR [2].
b)
with a yard

3.1.3 Geflügel 3.1.3 Poultry


Bei der Haltung von Geflügel sind die Produktions- In poultry husbandry, the branches of production
richtungen Legehennenhaltung (Konsumeier- und layer husbandry (production of eggs for consumption
Bruteiererzeugung), Junghennenaufzucht (Aufzucht and breeding), young hen rearing (rearing of layer
– 22 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

von Legehybriden), Hähnchenmast (Broiler, Jung- hybrids), broiler fattening (broilers, young fattening
masthühner bzw. Masthähnchen), Mastputenauf- chickens, and fattening broilers), rearing of fattening
zucht und Putenmast1) (Putenhähne und -hennen), turkeys and turkey fattening1) (male and female tur-
Mastentenaufzucht und Entenmast zu unterscheiden. keys), fattening duck rearing, and duck fattening
must be distinguished.
Legehennen und Junghennen werden in Bodenhal- Laying hens and young hens are kept in floor hus-
tung, in Bodenhaltung mit Volierengestellen und in bandry with aviaries and in small group husbandry.
Kleingruppenhaltung gehalten.
Die Haltung von Hennen in Kleinkäfigen war nach According to the Animal Protection/Farm Animal
TierSchNutztV vom 22.8.2006 längstens bis zum Housing Ordinance (TierSchNutztV) from 22 August
31.12.2008 zulässig und wird als Haltungsverfahren 2006, hen housing in small cages was only permitted
nachfolgend nicht weiter berücksichtigt. Mastgeflü- until 31 December 2008 and is not considered as a
gel wie Masthähnchen, Puten und Enten werden in housing technique below. Fattening poultry such as
Bodenhaltung aufgestallt (Bild 6 bis Bild 8, fattening broilers, turkeys and ducks are kept in floor
Tabelle 9 und Tabelle 10). Die Bodenhaltung husbandry (Figure 6 to Figure 8, Table 9 and
(mit und ohne Volierengestelle) kann mit einem über- Table 10). Floor husbandry (with or without aviar-
dachten Außenscharrraum und/oder Auslauf kombi- ies) can be combined with a covered wintergarden
niert sein. and/or a yard.

1) 1)
Pute ist Synonym für Truthuhn und Truthahn. The term “turkey” is used for both male and female turkeys.

a)
nicht Gegenstand dieser Richtlinie
b)
nur bis 31. Dez. 2008 zulässig
Bild 6. Haltungsformen für die Junghennenaufzucht, Legehennenhaltung und Hähnchenmast

a)
not covered by this guideline
b)
only permitted until 31 Dec. 2008
Figure 6. Housing techniques for young hen rearing, layer husbandry, and broiler fattening
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 23 –

Bild 7. Haltungsformen der Putenhaltung Figure 7. Housing techniques in turkey husbandry

Bild 8. Haltungsformen der Entenhaltung Figure 8. Housing techniques in duck husbandry

Tabelle 9. Haltungsverfahren für Legehennen (H/LH) und Junghennen (H/AZ)


Haltungs- Entmistungsverfahren Lüftung Auslauf Verfahren
form • Funktionsbereich: Bodenausführung • Gebäude (ID-Nr.) a)

Kotbänder (belüftet/unbelüftet) Zwangslüftung ohne H/LH 0412 b)


(separate Funk-
Kleingruppen/

tionsbereiche)

• geschlossenes, wärmegedämmtes
haltung

Gebäude, Heizung

Festmistverfahren Zwangslüftung ohne H/LH 0315


• Fläche eingestreut • geschlossenes, wärmegedämmtes H/LH 0321
(separate Funktionsbereiche)

• mit Kotbunker (mit oder ohne Kotband) Gebäude, Heizung H/AZ 000
• mit oder ohne Kaltscharrraum
mit H/LH 0331
Bodenhaltung

H/LH 0341

Festmistverfahren Zwangslüftung ohne H/AZ 0003


• Fläche eingestreut • geschlossenes, wärmegedämmtes
• ohne Kotbunker, mobile Entmistung Gebäude, Heizung

Festmistverfahren Zwangslüftung ohne H/LH 0351


• Fläche eingestreut • geschlossenes, wärmegedämmtes
mit H/LH 0361
• mit Kotbunker (mit oder ohne Kotband) Gebäude, Heizung
• ohne Innenscharraum • mit Kaltscharrraum

Festmistverfahren Zwangslüftung mit H/LH 0231


Volierenhaltung

• Fläche eingestreut mit Volierengestellen • geschlossenes, wärmegedämmtes H/LH 0241


Funktions-
(separate

bereiche)

• ohne Kotbunker, mit Kotbändern unter Gebäude, Heizung


ohne H/LH 0211
den Volieren • mit oder ohne Kaltscharrraum
H/LH 0221
H/AZ 0002

a)
Die ID-Nr. (Identifikationsnummer) ermöglicht die Zuordnung des Verfahrens zum NBR [2].
b)
Grundsystem der Kleingruppenhaltung; Verfahrenskenndaten des NBR abweichend von den Bestimmungen der geltenden
TierSchNutztV
– 24 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Table 9. Housing techniques for layers (H/LH) and young hens (H/AZ)
Housing Demanuring technique Ventilation Yard Technique
technique • functional area: floor design • buildings (ID-No.) a)

dung belts (ventilated/non-ventilated) forced ventilation yes H/LH 0412 b)


functional areas)
Small group

• closed, temperature-insulated building,


(separate
housing

heating system

solid manure technique forced ventilation ohne H/LH 0315


• littered area • closed, temperature-insulated building, H/LH 0321
• with a dung bunker (with or without a dung belt) heating system H/AZ 0001
(separate functional areas)

• with or without a wintergarden


yes H/LH 0331
Floor husbandry

H/LH 0341

solid manure technique forced ventilation no H/AZ 0003


• littered area • closed, temperature-insulated building,
• without a dung bunker, mobile demanuring heating system

solid manure technique forced ventilation no H/LH 0351


• littered area • closed, temperature-insulated building,
yes H/LH 0361
• with a dung bunker (with or without a dung belt) heating system
• without an indoor wintergarden • with a wintergarden

solid manure technique forced ventilation yes H/LH 0231


functional areas)
Aviary housing

• littered area with aviaries • closed, temperature-insulated building, H/LH 0241


(separate

• without a dung bunker, with dung belts heating system


no H/LH 0211
underneath the aviaries • with or without a wintergarden
H/LH 0221
H/AZ 0002

a)
The ID-No. (identification number) allows the technique to be identified in the NBR [2].
b)
Basic system of small group husbandry. The technical data of the NBR differ from the regulations of the current Animal Protection/Farm
Animal Housing Ordinance.

Tabelle 10. Haltungsverfahren für Masthähnchen (H/MH), Puten (T/PM) und Putenaufzucht (T/AZ) sowie Enten
(E/EM) und Entenaufzucht (E/AZ)
Haltungs- Entmistungsverfahren Lüftung Auslauf Verfahren
form • Funktionsbereich: Bodenausführung • Gebäude (ID-Nr.) a)

Festmistverfahren Zwangslüftung ohne H/MH 0001


• gesamte Fläche eingestreut • geschlossenes, wärmegedämmtes T/PM 0006
• ohne Kaltscharrraum Gebäude, Heizung (mit oder ohne E/AZ 0001
Zuluftkühlung) E/EM 0001
Funktionsbereiche)
(keine separaten
Bodenhaltung

mit H/MH 0003


T/PM 0004

freie Lüftung ohne H/MH 0002


• offenes, wärmegedämmtes Gebäude T/AZ 0001
(mit oder ohne Zuluftkühlung) T/PM 0001
T/PM 0002
E/EM 0002

mit –

Festmistverfahren Zwangslüftung ohne –


Funktionsbereiche)

• gesamte Fläche eingestreut • geschlossenes, wärmegedämmtes


Bodenhaltung

mit H/MH 0004


• mit Kaltscharrraum bzw. Gebäude, Heizung (mit oder ohne
(separate

Außenklimabereich Zuluftkühlung)

freie Lüftung ohne T/PM 0003


• offenes, wärmegedämmtes Gebäude
mit T/PM 0005
(mit oder ohne Zuluftkühlung)
a)
Die ID-Nr. (Identifikationsnummer) ermöglicht die Zuordnung des Verfahrens zum NBR [2].
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 25 –

Table 10. Housing techniques for broilers (H/MH), turkeys (T/PM) and turkey raising (T/AZ) as well as ducks (E/EM)
and duck raising (E/AZ)
Housing Demanuring technique Ventilation Yard Technique
technique • functional area: floor design • building (ID-No.) a)

solid manure technique forced ventilation no H/MH 0001


• entire area littered • closed, temperature-insulated, heated building T/PM 0006
• without a wintergarden (with or without cooling of the ingoing air) E/AZ 0001
E/EM 0001
Floor husbandry

functional areas)

yes H/MH 0003


(no separate

T/PM 0004

free ventilation no H/MH 0002


• open, temperature-insulated building (with or T/AZ 0001
without cooling of the ingoing air) T/PM 0001
T/PM 0002
E/EM 0002

yes –

solid manure technique forced ventilation no –


Floor husbandry

functional areas)

• entire area littered • closed, temperature-insulated, heated building


yes H/MH 0004
(separate

• with a wintergarden or an outdoor (with or without cooling of the ingoing air)


climate area
free ventilation no T/PM 0003
• open, temperature-insulated building (with or
yes T/PM 0005
without cooling of the ingoing air)

a)
The ID-No. (identification number) allows the technique to be identified in the NBR [2].

Bei der Bodenhaltung von Mastgeflügel wird die Bo- When fattening poultry is kept in floor husbandry, the
denfläche des gesamten Stalls eingestreut. Kot und floor surface of the entire animal house is littered.
Einstreu vermischen sich auf der gesamten Fläche. Dung and litter are mixed on the entire surface. When
Dagegen ist bei der Bodenhaltung von Lege- und laying and young hens are kept in floor husbandry,
Junghennen der Stallraum in der Regel in den einge- however, the room in the animal house is generally
streuten Scharrraum und einen Kotbereich mit einem divided into a littered wintergarden and a dung area
Kotbunker aufgeteilt. Die Sitzstangen sind über dem with a dung bunker. The perches are arranged above
Kotbereich angeordnet, sodass der meiste Kot im the dung area so that the largest part of the excrement
Kotbunker anfällt. Bei der Volierenhaltung stehen is collected in the dung bunker. In aviary housing, the
den Lege- und Junghennen zusätzliche Volierenge- layers and young hens can use additional aviaries
stelle zur Verfügung (Bodenhaltung mit Volierenge- (floor housing with aviaries).
stellen).
Der Kot, der bei der Haltung von Lege- und Junghen- The dung which accumulates in the dung bunker or
nen im Kotbunker oder unter den Volieren- und underneath the aviary and small group elements in
Kleingruppenelementen anfällt, wird bei Kotband- layer and young hen husbandry is collected on con-
entmistung auf Förderbändern oder anderen techni- veyor belts or other technical systems (dung belt de-
schen Systemen gesammelt und regelmäßig aus dem manuring) and is regularly removed from the animal
Stall abgeführt. Die Kotbänder können mit einer Be- house. The dung belts can be equipped with a venti-
lüftung ausgerüstet sein, um den Kot im Stall zu lation system in order to dry the dung in the animal
trocknen (Minderung gasförmiger Emissionen). house (reduction of gaseous emissions).
Nachfolgend werden die wichtigsten Verfahren der Below, the most important poultry housing tech-
Geflügelhaltung getrennt nach Produktionsrichtung niques are described separately according to the
in Übersichten dargestellt. branch of production.

3.1.4 Pferde 3.1.4 Horses


Die Haltung von Pferden umfasst die Nutzungsrich- The branches of horse husbandry include breeding
tungen Zuchtstuten (mit und ohne Fohlen), Hengste, mares (with and without foals), stallions, horse rear-
Pferdeaufzucht und Gebrauchspferde (Arbeits-, ing, commercial horses (work, sport, leisure horses,
Sport-, Freizeitpferde, Milchstuten). Pferde werden milk mares). Horses are kept in individual or group
in Einzel- oder Gruppenhaltung auf plan befestigten housing on level concrete and littered floors and often
und eingestreuten Böden sowie oft mit der Möglich- with the option of yard or pasture use. The stables are
– 26 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

keit einer Auslauf- oder Weidenutzung gehalten. Die generally freely ventilated (Figure 9 and Table 11).
Ställe sind in der Regel frei belüftet (Bild 9 und
Tabelle 11).

Bild 9. Formen der Pferdehaltung Figure 9. Housing techniques in horse husbandry

3.2 Entmistungsverfahren 3.2 Demanuring techniques


Nutztiere scheiden Kot und Harn aus, die bei Flüssig- Farm animals excrete faeces and urine, which are re-
und Festmistverfahren als Gemisch abgeführt wer- moved as a mixture in animal houses demanured ac-
den. Bei Flüssigmistverfahren wird auf Einstreuma- cording to the liquid and solid manure technique.
terial verzichtet, oder es wird nur in relativ geringen When the liquid manure technique is applied, no litter

Tabelle 11. Haltungsverfahren für Pferde in Einzelhaltung (P/E) und Gruppenhaltung (P/G)
Haltungs- Entmistungsverfahren Lüftung Weide- Verfahren
form • Funktionsbereich: Bodenausführung • Gebäude gang (ID-Nr.) a)
Festmistverfahren ohne P/E 0003
Einzelhaltung

• gesamte Box eingestreut P/E 0005


• Ein- oder Mehrraumstall P/E 0006 b)
P/E 0007 b)
mit P/E 0004
freie Lüftung
Festmistverfahren ohne P/G 0022
• geschlossenes, nicht wärmegedämmtes
• gesamte Fläche eingestreut P/G 0023
Gebäude
Gruppenhaltung

• Ein- oder Mehrraumstall P/G 0025 b)


• Innen- oder Außenbox
P/G 0027
P/G 0028
P/G 0029 b)
mit P/G 0024
P/G 0026 b)

a)
Die ID-Nr. (Identifikationsnummer) ermöglicht die Zuordnung des Verfahrens zum NBR [2].
b)
mit Auslauf

Table 11. Housing techniques for horses kept individually (P/E) and in groups (P/G)
Housing Demanuring techniquen Ventilation Grazing Technique
technique • Functional area: floor design • Building (ID-No.) a)
solid manure technique no P/E 0003
Individual

• entire box littered P/E 0005


housing

• single or multiple room stable P/E 0006 b)


P/E 0007 b)
yes P/E 0004
solid manure technique free ventilation no P/G 0022
• entire area littered • closed, non-temperature-insulated building P/G 0023
Group housing

• single or multiple room stable • indoor or outdoor box P/G 0025 b)


P/G 0027
P/G 0028
P/G 0029 b)
yes P/G 0024
P/G 0026 b)
a)
The ID-No. (identification number) allows the technique to be identified in the NBR [2].
b)
with a yard
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 27 –

Mengen, z.B. als Beschäftigungsmaterial, eingesetzt. material is used, or litter is used only in relatively
Bei Festmistverfahren werden der Stall oder die small quantities, e.g. as occupational material. For
Buchten mit saugfähigem Material (z.B. Stroh) ein- solid litter techniques, the animal house or the pens
gestreut, um Harn und Kot in der Einstreu zu binden. are littered with absorptive material (e.g. straw) in or-
Bei der Lege- und Junghennenhaltung wird der Kot der to bind urine and faeces in the litter. In layer and
auf dem Boden, in Kotbunkern und/oder auf Kotbän- young hen husbandry, the dung is collected on the
dern gesammelt, eventuell getrocknet und aus dem floor, in dung bunker or on dung belts, possibly dried,
Stall abgeführt. and removed from the animal house.
Art, Menge und Zusammensetzung des anfallenden The kind, quantity, and composition of the solid and
Fest- und Flüssigmists bzw. Geflügelkots sind abhän- liquid manure as well as the poultry dung depend on
gig von der Tierart, dem Alter und der Leistung der the animal species, the age and the performance of
Tiere, der Futterration und den angewandten Hal- the animals, the feed ration, and the housing tech-
tungsverfahren. Die Jauchemenge, die bei der Lage- niques applied. The quantity of slurry which drains
rung aus dem Festmist austritt, hängt von der Art from the solid manure depends on the kind and the
bzw. Saugfähigkeit und der Menge an Einstreu ab. absorptive capacity as well as the quantity of litter. In
Bei nicht überdachten Lagern ist außerdem die Nie- addition, the quantity of precipitation must be consid-
derschlagsmenge zu berücksichtigen. ered in non-covered storage facilities.

3.2.1 Flüssigmist 3.2.1 Liquid manure


Bei Flüssigmistverfahren werden ganz- oder teilflä- For liquid manure techniques, fully or partially perfo-
chig perforierte Stallböden mit darunter liegenden rated animal house floors with slurry channels or ba-
Flüssigmistkanälen oder -wannen eingesetzt. Bei sins situated underneath are used. On perforated
perforierten Böden fließt der Harn direkt in die dar- floors, the urine directly flows into the collecting fa-
unter liegenden Sammeleinrichtungen. Der Kot wird cilities below the floor. Dung is stepped through due
durch die Aktivität der Tiere durchgetreten, sodass to animal activity, which results in self-cleaning and
eine Selbstreinigung und Abtrocknung der Buchten- drying of the pen area. The level concrete part is gen-
fläche eintritt. Der plan befestigte Teil ist in der Regel erally designed as a lying area.
als Liegefläche vorgesehen.
In der Schweinehaltung werden die Tiere durch eine In pig husbandry, optimal pen design and animal
optimierte Buchtengestaltung und Stallklimatisierung house climate control motivate the animals not to foul
angeregt, den Liegebereich nicht zu verkoten. In der the lying area with excrement. In cattle husbandry,
Rinderhaltung werden plan befestigte Böden auch im the activity and eating area as well as the yard also
Lauf- und Fressbereich sowie im Auslaufbereich ver- feature level concrete floors. The liquid manure
wendet. Der auf plan befestigten Böden anfallende which collects on level concrete floors must be
Flüssigmist muss regelmäßig abgeschoben werden. pushed off regularly. Therefore, the floor should be as
Der Boden sollte daher möglichst plan ausgeführt level as possible so that dung and urine can be en-
sein, um Kot und Harn vollständig entfernen zu kön- tirely removed. Urine can be drained separately
nen. Der Harn kann durch Rinnen, Kanäle oder ge- through grooves, channels, and slight perforation.
ringfügige Perforationen getrennt abgeleitet werden.
Der Flüssigmist kann im Stall gelagert oder kontinu- The liquid manure can be stored in the animal house
ierlich oder periodisch (z.B. am Ende eines Hal- or drained continuously or periodically (e.g. at the
tungsabschnitts) über Kanäle und Rohrleitungen aus end of a husbandry stage) via channels and pipes and
dem Stall abgeführt und in Flüssigmistbehältern (Au- stored in liquid manure containers (outdoor storage).
ßenlager) gelagert werden.
In Tabelle 12 sind die Entmistungsverfahren für Table 12 lists the demanuring techniques for liquid
Flüssigmist zusammengestellt und ihre Funktions- manure and explains their mode of operation.
weise erläutert.
Der beim Flüssigmistverfahren entstehende Mist ist The liquid manure technique produces slurry which
fließ- und pumpfähig. Die Ausbringung ist mit einem is flowable and can be pumped. The slurry can be
Flüssigmisttankwagen möglich. spread with the aid of a liquid manure tanker.
Wichtiger Hinweis: Important remark:
Die Ausbringung von Fest- und/oder Flüssigmist The distribution of solid and/or liquid manure is
ist nicht Gegenstand dieser Richtlinie. not covered by this guideline.
– 28 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Tabelle 12. Entmistungsverfahren für Flüssigmist


Verfahren Funktionsweise Einsatzbereich a)

Plan befestigte Böden, mechanische Verfahren

Stationäre Entmistung Die Schieber werden mehrmals täglich regelmäßig mithilfe von umlaufenden Rinder, Schweine
(Falt- und Klappschieber Seilzügen oder Ketten über den Boden bewegt und schieben Kot und Harn in
sowie kombinierte Falt-/ der Stallmitte oder am Stallende in Abwurfkanäle. Sie werden als Unter- und
Klappschieber) Oberflurschieber gebaut.

Mobile Entmistung Die mobile Entmistung erfolgt z. B. mit am Schlepper angebauten Front- oder Rinder, Schweine
Heckschiebern.

Perforierte Böden, hydraulische Verfahren

a) Fließmistverfahren

Fließmist- oder Treibmist- Der Flüssigmist fließt kontinuierlich über eine Staunase am Kanalende, die Rinder, Schweine
verfahren einen wenige Zentimeter hohen Aufstau bewirkt (Oberflächengefälle), in den
Flüssigmistbehälter ab. Aus Gründen der Funktionssicherheit sind zusätzliche
Spülleitungen sinnvoll.

b) Speicherverfahren mit Außenlager (Stauverfahren)

Staumistverfahren Der Flüssigmist wird im Kanal angestaut. Nach Ziehen eines Schiebers strömt Rinder (Anbinde-
der Flüssigmist in den Lagerbehälter. haltung), Schweine

Staumistverfahren mit Der Flüssigmist wird durch ein Rohr unter dem Staukanal abgeführt. Die Rohr- Mastschweine
Unterflurrohrableitung öffnung ist mit einem Stöpsel verschlossen, der zur Entleerung gezogen wer-
(Rohrentmistung) den muss. Durch den Sog fließen auch Sinkschichten ab.

Wechselstauverfahren Der Flüssigmist wird in jeweils zwei Kanälen gesammelt, die U-förmig miteinan- Schweine
der verbunden sind. Von zwei Schiebern wird im Wechsel einer gezogen,
sodass der Schwall jeweils einen Kanal leer spült.

Staurinnenentmistung Der Flüssigmist wird in einem Staukanal mit Staunase angestaut. Er wird durch Schweine, Rinder
(Rinnenentmistung) halbrunde Rinnen, die hinter den Staunasen quer eingebaut sind und in Rohre
münden, aus dem Stall geführt. In die Rohre sind Schieber zum Anstau bzw.
Geruchsverschluss integriert.

Stauschwemmverfahren Ein Schieber staut den Flüssigmist in einem Kanal an. Zur Kanalentleerung Kälber- und Ferkel-
muss der Schieber betätigt werden. Vor der Inbetriebnahme wird im Kanal eine aufzucht, Zucht-
Schicht aus Wasser oder Jauche aufgestaut, damit der Flüssigmist leichter sauenhaltung
ausgeschwemmt werden kann.

c) Speicherverfahren im Stall als teilweiser oder vollständiger Ersatz für ein Außenlager

Flüssigmist- bzw. Güllekeller Der Flüssigmist wird unter dem Stall in tiefen Kanälen gelagert. Um Schwimm- Rinder (Schweine)
und Sinkschichten zu zerstören, muss der Flüssigmist aufgerührt (homogeni-
siert) werden. Dabei werden verstärkt Schadgase freigesetzt.

Zirkulationssystem Jeweils 2 bis 4 Flüssigmistkanäle sind zu einem Ringkanal verbunden, in dem Rinder (Schweine)
der Flüssigmist gelagert wird. Der Flüssigmist muss monatlich aufgerührt
(homogenisiert) werden (Schadgasfreisetzung).

Slalomsystem Alle Flüssigmistkanäle unter einem Stall sind in Reihe verbunden. Der gesamte Rinder (Schweine)
(Mäandersystem) Flüssigmist muss täglich mehrere Minuten lang aufgerührt werden (Schadgas-
freisetzung).

Spülverfahren Mithilfe von Spülleitungen werden die Kanäle wöchentlich mit Flüssigmist aus Rinder Schweine
(Umspülverfahren) der Vorgrube ausgespült.

Perforierte Böden, mechanische Verfahren

Stationäre Entmistung Flüssigmist wird mithilfe von Schiebern durch die perforierten Böden in die Rinder, Schweine
(Falt- und Klappschieber) Kanäle abgeführt.
a)
Selten angewandte Verfahren sind in Klammern gesetzt.

3.2.2 Geflügelkot 3.2.2 Poultry dung


In der Bodenhaltung von Lege- und Junghennen wird If layers and young hens are kept in floor husbandry,
der Kot zumeist über die gesamte Haltungsperiode im the dung is first stored in a dung bunker during the en-
Stall in einem Kotbunker gelagert und danach mobil tire husbandry period and then removed using mobile
entmistet. Alternativ kann der Geflügelkot – wie in equipment. As an alternative, the poultry dung can be
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 29 –

Table 12. Demanuring techniques for liquid manure


Technique Mode of operation Area of use a)

Level concrete floors, mechanical techniques

Stationary demanuring The pushers are moved across the floor several times per day with the aid of cattle, pigs
(folding and tipping pushers revolving cables or chains and push dung and urine into drop channels in the
as well as combined folding/ center or at the end of the animal house. These pushers are designed as under-
tipping pushers) floor and overfloor units.

Mobile demanuring Mobile demanuring is carried out with the aid of front or rear pusher blades cattle, pigs
mounted to the tractor, for example.

Perforated floors, hydraulic techniques

a) Flowing manure technique

Flowing or floating manure The liquid manure flows continuously over a retaining nose at the end of the chan- cattle, pigs
technique nel, which causes the liquid level to rise by a few centimeters (surface gradient),
into the liquid manure container. For KTreasons of functional safety, additional
rinsing pipes are useful.

b) Storage techniques with outdoor stores (retaining technique)

Manure retention technique The liquid manure is retained in the channel. After a gate valve has been opened, cattle (tethered
the liquid manure flows into the storage container. housing), pigs

Manure retention technique The liquid manure is drained through a pipe underneath the retention channel. fattening pigs
with underfloor drainage The pipe opening is sealed by a stopper, which must be pulled for emptying.
(pipe demanuring) The suction also causes the sunken layers to drain.

Alternating retention The liquid manure is collected in two channels which are connected in the form of pigs
technique a U. One of two gate valves is opened alternatingly so that the gushing water
flushes one channel at a time.

Retention channel demanur- The liquid manure is retained in a retention channel with a retaining nose. It is pigs, cattle
ing (channel demanuring) drained from the animal house through half-round channels installed at right
angles behind the retaining noses, which lead to pipes. For retention and as odour
seals, gate valves are integrated into the pipes.

Retention-flushing technique A gate valve retains the liquid manure in a channel. In order to empty the channel, calf and piglet
the gate valve must be opened. Before use, a layer of water or slurry is retained in rearing, breeding
the channel so that the liquid manure can be flushed more easily. sow housing

c) Storage techniques in the animal house as a partial or full replacement of an outdoor storage facility

Liquid manure or slurry The liquid manure is stored underneath the animal house in deep channels. In cattle (pigs)
order to destroy swimming and sinking layers, the liquid manure must be stirred
(homogenized). This leads to an increased emission of polluting gases.

Circulation system 2 to 4 liquid manure channels each are connected to form a ring channel where cattle (pigs)
the liquid manure is stored. The liquid manure must be stirred (homogenized)
once per month (release of polluting gases).

Slalom system All liquid manure channels underneath an animal house are connected in series. cattle (pigs)
(meander system) The entire liquid manure must be stirred daily for several minutes (release of
polluting gases).

Rinsing technique With the aid of rinsing pipes, the channels are rinsed once per week with liquid cattle, pigs
(circulating flow technique) manure from the slurry pit.

Perforated floors, mechanical techniques

Stationary demanuring Liquid manure is pushed through the perforated floors into the channels with the cattle, pigs
(folding and tipping pushers) aid of pushers.
a)
Rarely applied techniques are put in parantheses.

der Kleingruppen- und Volierenhaltung – auf Förder- collected on conveyor belts and transported regularly
bändern gesammelt und regelmäßig in außen lie- into outdoor dung stores like in small group and avi-
gende Kotlager abgeführt werden. Durch wöchent- ary housing. Dung removal from the animal house
lich mehrmalige Abfuhr aus dem Stall oder die zu- several times per week or additional drying of the
sätzliche Trocknung des Kots durch eine gezielte Be- dung by means of special ventilation on the conveyor
– 30 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

lüftung auf den Förderbändern werden die Emissio- belts reduce emissions from the animal house. Dry-
nen aus dem Stall vermindert. Durch die Trocknung ing produces storable dung.
wird ein lagerfähiger Kot erzeugt.

3.2.3 Festmist 3.2.3 Solid manure


Beim Festmistverfahren werden der Stall oder die For the solid litter technique, the animal house or the
Buchten mit saugfähigem Material (z.B. Stroh) ein- pens are littered with absorptive material (e.g. straw)
gestreut, um Kot und Harn in der Einstreu zu binden in order to bind urine and faeces in the litter and to
und eine trockene und wärmedämmende Liegefläche provide a dry, temperature-insulating lying area. Lit-
zu erreichen. Einstreumenge und Entmistungshäufig- ter quantity and demanuring frequency (e.g. daily,
keit (z.B. täglich, wöchentlich, monatlich) hängen weekly, monthly) depend on the animal species and
von der Tierart und dem Verfahren, von der zu bin- the technique, the quantity of faeces and urine to be
denden Menge an Kot und Harn sowie von der Art absorbed, and the kind of litter. If techniques are ap-
der Einstreu ab. Bei ganzflächig eingestreuten Ver- plied which require the entire area to be littered, the
fahren muss der Harn vollständig von der Einstreu urine must be completely absorbed by the litter. If the
gebunden werden, bei teileingestreuten Verfahren technique requires only partial littering, part of the
wird der Harn teilweise abgeleitet oder mit dem Kot- urine is drained or removed mechanically with the
Harn-Gemisch mechanisch aus dem Stall verbracht, dung-urine mixture so that less litter is needed.
sodass der Einstreubedarf geringer ist.
Beim Tiefstreuverfahren verbleiben Kot und Einstreu If the deep litter technique is used, dung and litter re-
im Stall und werden durch die Tiere zu einer Ein- main in the animal house and are compressed into a
streumatratze verdichtet. Sie wächst beispielsweise litter mattress by the animals. This mattress grows
über einen Mastdurchgang an und wird nur in großen during a fattening period, for example, and is re-
Abständen (z.B. nach dem Austrieb der Tiere) mit moved only in large intervals (e.g. after the animals
dem Frontlader ausgefahren. leave the house) using a front loader.
Der Festmist wird außerhalb des Stalls auf einer The solid manure is stored on a dung plate outside the
Dungplatte gelagert. Die bei der Lagerung anfallende animal house. The slurry produced during storage is
Jauche wird separat in Jauchegruben gesammelt collected separately in slurry pits (see Section 3.5).
(siehe Abschnitt 3.5).
Die Entmistung erfolgt entweder For demanuring, the following techniques and equip-
ment can be used:
a) mit stationären Anlagen (Falt- und Klappschie- a) stationary equipment (folding/tipping pusher,
ber, Schubstangenförderer, Kettenförderer, sliding bar conveyor, chain conveyor, scraper
Schleppschaufeln) buckets)
Zum Stapeln des Mists müssen bei Schieber- und In order to stack the manure, pushing or sliding
Schubstangenanlagen Schrägförderer bzw. Press- bar conveyors require the use of slope conveyors,
kanal- und Presskolbenschieber oder mobile pressing chamber and plunger conveyors, or mo-
Technik eingesetzt werden. bile equipment.
b) mobil mit Fahrzeugen (z.B. Schlepper oder Hof- b) mobile demanuring with vehicles (e.g. tractors or
lader mit Schiebeschild, autonome Reinigungs- farmyard loaders with a pusher blade, autono-
systeme) mous cleaning systems)
c) von Hand (insbesondere Pferdehaltung, Kleinbe- c) by hand (especially horse husbandry, small herds,
stände, Nachentmisten) after-demanuring)

3.3 Lüftungsverfahren 3.3 Ventilation techniques


Ställe müssen gelüftet werden, um Animal houses must be ventilated in order to
• die Tiere mit Frischluft zu versorgen, • supply the animals with fresh air,
• überschüssige Wärme abzuführen und so den tier- • dissipate excess heat in order to keep temperature
spezifischen und von Alter und Leistung abhängi- within the optimal animal-specific range, which
gen optimalen Temperaturbereich einzuhalten, depends on age and performance,
• gas- und staubförmige Stoffe abzuführen und • remove gaseous and dustlike substances, and
• Bauschäden durch Luftfeuchte zu vermeiden. • avoid damage to buildings due to humidity.
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 31 –

Für Tierhaltungsanlagen werden im Wesentlichen Two main building and ventilation types are distin-
zwei Gebäude- und Lüftungstypen unterschieden: guished for animal housing facilities:
• geschlossene, meist wärmegedämmte Stallge- • closed, generally temperature-insulated animal
bäude mit Zwangslüftung house buildings with forced ventilation
• Stallgebäude mit freier Lüftung • animal house buildings with free ventilation

3.3.1 Zwangslüftung 3.3.1 Forced ventilation


Bei zwangsbelüfteten Ställen erfolgt der Austausch In animal houses with forced ventilation, fans are re-
von Stall- und Außenluft mit Ventilatoren. Ein defi- sponsible for the exchange of indoor and outdoor air.
nierter Luftvolumenstrom kann nur bei zwangsbelüf- A defined air volume flow can only be reached in an-
teten Ställen erreicht werden. imal houses with forced ventilation.
Grundsätzlich kann ein Zwangslüftungssystem als In principle, a forced ventilation system can be de-
Unter-, Über- und Gleichdrucksystem ausgeführt signed as a system working with overpressure, nega-
werden. Die Auslegung der Lüftungsanlage erfolgt tive pressure, and equal pressure. In temperature-in-
für wärmegedämmte Ställe nach DIN 18910-1. Der sulated animal houses, the ventilation system is de-
Luftmassenstrom hängt von den klimatischen Ver- signed according to DIN 18910-1. The air volume
hältnissen ab und wird üblicherweise in Abhängig- flow depends on the climatic conditions and is usu-
keit von der Temperatur geregelt. Die von der Jahres- ally controlled depending on the temperature. The air
und Tageszeit sowie der Tiermasse abhängige Luft- rate, which is dependent on the season and the time of
rate variiert erheblich. Zum Beispiel kann die Som- the day, varies significantly. The summer air rate, for
merluftrate das Acht- bis Zehnfache, teilweise sogar example, can reach the tenfold and in some cases
bis zum Zwanzigfachen der Mindestluftrate im Win- even the twentyfold amount of the minimum air rate
ter betragen, die sich an der Abfuhr von Wasserdampf in the winter, which is based on the discharge of water
und/oder Kohlendioxid (CO2) und gegebenenfalls vapor and/or carbon dioxide (CO2) and possibly am-
Ammoniak (NH3) bemisst (DIN 18910-1). Der im monia (NH3) (DIN 18910-1). The average volume
Jahresverlauf durchschnittliche, emissionsrelevante flow over the course of the year which is relevant for
Volumenstrom hängt von der Tierart und der Produk- emission depends on the animal species and the
tionsrichtung ab. Für den Fall von Betriebsstörungen branch of production. For the case of a failure of the
der Zwangslüftungsanlagen (z.B. durch Stromaus- forced ventilation system (e.g. due to a power out-
fall) sind Alarmeinrichtungen und Notlüftungen vor- age), alarm systems and emergency ventilation
zusehen. equipment must be provided.
Die Art der Zuluftführung hat großen Einfluss auf die The kind of fresh air conduction greatly influences
Raumströmung. Durch den Eintrittsimpuls der the air flow in the room. The inflow impulse of the
Frischluft bilden sich bei der Strahllüftung vor allem fresh air during jet ventilation causes the formation of
bei hoher Einströmgeschwindigkeit Luftwalzen aus. air rollers in particular at a high inflow velocity. The
Je niedriger die Strömungsgeschwindigkeit ist und je lower the flow velocity is and the larger the area is
großflächiger die Luft verteilt bzw. verdrängt wird, where the air is distributed or replaced, the more dif-
umso diffuser ist die Raumströmung (Verdrängungs- fuse the flow inside the room becomes (replacement
lüftung). Bei Haltungsverfahren mit perforierten ventilation). In housing techniques with perforated
Böden kann zwischen Oberflur- und Unterflurabsau- floors, overfloor and underfloor suction can be distin-
gung unterschieden werden. guished.
In Tabelle 13 sind die praxisüblichen Zwangslüf- Table 13 lists the forced ventilation systems com-
tungssysteme nach der Impulswirkung zusammenge- mon in practice based on their impulse effect.
stellt.

3.3.2 Freie Lüftung 3.3.2 Free ventilation


Die freie Lüftung wird im Stall durch Thermik und/ Free ventilation in the animal house is caused by ther-
oder Windanströmung (Druckdifferenzen) hervorge- mal effects and/or the wind flow (pressure differ-
rufen. Im Gegensatz zur Zwangslüftung kann kein ences). In contrast to forced ventilation, no defined
definierter Luftvolumenstrom eingestellt werden. In air volume flow can be set. In practice, different free
der Praxis gibt es verschiedene Systeme der freien ventilation systems exist (Table 14).
Lüftung (Tabelle 14).
Zur Auslegung von Systemen der freien Lüftung gibt Currently, there are no binding regulations for the
es bisher keine verbindlichen Vorgaben. Die Norm design of free ventilation systems. The standard
– 32 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Tabelle 13. Zwangslüftungssysteme


Verfahren Funktionsweise Einsatzbereich

Strahllüftung Die Zuluft wird an den Seiten im Deckenbereich durch Düsen, Wand- oder Kanalelemente, Schweine,
deren Querschnitt über Klappen der Luftrate angepasst werden kann, in das Stallabteil geleitet. Geflügel, (Rinder,
Anbindehaltung)

Bei der Futterganglüftung (bis ca. 15 m Ganglänge) strömt die Zuluft durch eine Öffnung in der Schweine
Abteiltür bodennah in den Futtergang ein. Im Sommer bildet sich bei großem Luftvolumenstrom
und einer hohen Strömungsgeschwindigkeit eine Luftwalze. Im Winter strömt die Zuluft mit
niedriger Geschwindigkeit ein und läuft über die geschlossenen Trennwände in die Buchten
über. Die Zuluft kann auch durch Unterflurkanäle, die mit perforierten Böden abgedeckt sind,
in das Abteil geleitet werden.

Verdrängungs- Die Zuluft strömt durch Luftkanäle, deren Boden perforiert ist (Rieselkanäle), oder durch Schweine,
lüftung Porendecken großflächig in den Stallraum ein. Mastkälber

Als Tunnellüftung bezeichnet man ein Lüftungssystem, bei dem die Zuluft über den Giebel und/ Mastgeflügel
oder die Seitenwände zugeführt und die Abluft zur anderen Giebelseite abgesaugt wird.

Kombinierte Bei Kombination der Rieselkanäle mit seitlichen Zuluftelementen wird die Winterluftrate voll- Schweine
Lüftungs- ständig über die Kanäle und die Sommerluftrate zu etwa 70 % über die Kanäle und zu etwa
systeme 30 % über die seitlichen Zuluftelemente in den Stallraum geführt.

Table 13. Forced ventilation systems


Technique Mode of operation Area of use

Jet ventilation The fresh air is led into the animal house compartment on the sides in the ceiling area through pigs, poultry,
nozzles, wall or channel elements, whose cross section can be adapted to the air rate by means (cattle, tethered
of flaps. housing)

During feeding passage ventilation (up to a passage length of ca. 15 m), the fresh air flows into pigs
the feeding passage closely to the floor through an opening in the compartment door. In the
summer, an air roller develops at high air volume flows and high flow velocities. In the winter, the
fresh air flows in at a lower velocity and reaches the pens over the closed separating walls. The
fresh air can also be conducted into the compartment through underfloor channels covered by
perforated floors.

Replacement The fresh air flows into the animal house on large surfaces through air channels with perforated pigs,
ventilation floors (airflow channels) or through pore ceilings. fattening calves

A ventilation system where the fresh air is conducted into the animal house via the gable and/or fattening poultry
side walls and the outgoing air is sucked off on the other gable side is termed tunnel ventilation.

Combined If the airflow channels are combined with lateral fresh air elements, the entire winter air rate and pigs
ventilation approximately 70 % of the summer air rate are conducted into the animal house via the chan-
systems nels, while about 30 % is led into the animal house via the lateral fresh air elements.

Tabelle 14. Freie Lüftungsverfahren


Verfahren Funktionsweise Einsatzbereich

Trauf-First- Die Zuluft strömt an den Traufen oder über die Seitenwände in den Stall ein. Die Abluft wird Rinder
Lüftung durch einen über die gesamte Firstlänge offenen Firstschlitz abgeleitet. Zur Regulierung der
Luftvolumenströme können die Zu- und Abluftöffnungen mit Klappen zur Änderung der Strö-
mungsquerschnitte versehen sein. Im Sommer muss die Lüftung durch Öffnen von Türen und
Toren unterstützt werden.

Querlüftung Der Luftaustausch erfolgt über großflächige Öffnungen in den Seitenwänden, deren Querschnitt Schweine,
z.B. durch Jalousien oder Windschutznetze verändert werden kann. Der Luftaustausch wird im Geflügel,
Winter durch Firstschlitze und im Sommer bei firstparalleler Anströmung des Stalls zusätzlich Rinder
durch giebelseitige Öffnungen unterstützt.

Offenfront Der dreiseitig geschlossene Stallraum wird von der offenen Frontseite belüftet. Die Frontseite Schweine,
kann mit Windschutznetzen versehen sein. Rinder

Schachtlüftung Die Zuluft strömt über Klappen oder Fenster in den Seiten- oder Giebelwänden in den Stall ein. Rinder
Die Abluft wird durch einen oder mehrere Schächte abgeführt. Im Sommer muss die freie Lüf- (Schweine)
tung durch Öffnen von Türen und Toren oder durch den Einsatz von Ventilatoren unterstützt
werden.
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 33 –

Table 14. Free ventilation techniques


Techniques Mode of operation Area of use

Eaves-ridge The fresh air flows into the animal house via the eaves or the side walls. The outgoing air leaves cattle
ventilation the animal house via a ridge slit open over the entire length of the ridge. The openings for fresh
and outgoing air can be equipped with flaps for the variation of the flow cross sections in order
to control the air volume flows. In the summer, the ventilation must be supported by opening
doors and gates.

Cross Air exchange takes place via large-area openings in the side walls, whose cross section can be pigs, poultry,
ventilation varied using blinds or wind protection nets, for example. The air exchange is supported by ridge cattle
slits in the winter and additionally by openings on the gable side if the air flow is parallel to the
ridge in the summer.

Open front The animal house, which is closed on three sides, is ventilated through the open front side. pigs, cattle
The front side can be equipped with wind protection nets.

Shaft The fresh air flows into the animal house through flaps or windows in the side or gable walls, cattle
ventilation while the outgoing air leaves the animal house through one or several shafts. In the summer, (pigs)
free ventilation must be supported by opening doors and gates or by means of additional venti-
lation.

DIN 18910-1 ist hierzu nicht geeignet. Planungs- DIN 18910-1 is not suitable for this purpose. Plan-
empfehlungen insbesondere zur Dimensionierung ning recommendations in particular for the dimen-
der Zu- und Abluftöffnungen werden in der Literatur sioning of the fresh and exhaust air openings are
angegeben. given in the literature.
Bei frei belüfteten Ställen sollte der Stall möglichst Freely ventilated animal houses should be oriented at
quer zur Hauptwindrichtung ausgerichtet und frei an- right angles to the main wind direction, if possible,
strömbar sein, um eine optimale Be- und Entlüftung and permit a free air flow to the animal house in order
sicherzustellen. Zu diesem Zweck sollten die Ställe to guarantee an optimal flow of fresh and outgoing
neben regulierbaren Öffnungen in den Seitenwänden air. For this purpose, the animal houses should have
auch Öffnungen in First und gegebenenfalls den Gie- openings in the ridge and, if necessary, also on the ga-
belseiten aufweisen (siehe [4]). ble sides in addition to controllable openings in the
side walls (see [4]).
Freie Lüftungen können mit Elementen der Zwangs- Free ventilation can be combined with elements of
lüftung kombiniert werden. forced ventilation.

3.4 Fütterung und Tränke 3.4 Feeding and watering


Die wichtigsten Fütterungsverfahren sind in Ta- Table 15 lists the most important feeding tech-
belle 15 zusammengestellt. niques.
Trockenfuttermittel werden in Silos gelagert. Tro- Dry feed is stored in silos. Dry feed stores which are
ckenfuttermittellager, die pneumatisch beschickt filled pneumatically must be equipped with dust sep-
werden, sind mit Staubabscheidern auszustatten. arators. Straw and hay can be stored in storage rooms
Stroh und Heu können in Bergeräumen und/oder als and/or as bales (also on the field).
Ballen (auch auf dem Feld) bevorratet werden.

Tabelle 15. Fütterungsverfahren


Futtermittel- Silagen Nassfuttermittel/Feucht- Trockenfuttermittel Frischfutter
gruppen (z.B. Grassilage, futtermittel (Getreide, Hülsenfrüchte, (Gras, Rüben)
Maissilage) (Schlempe, Molke, Soja) als Mehl, Schrot, und Raufutter
Treber, Speiseabfälle) Pellets

Tierart Rinder, Schweine Rinder, Schweine alle Tierarten Rinder, Pferde

Futter- Ballensilage, Fahrsilo- geschlossene Behälter geschlossene Silos Ballenlagerung, lose in


lagerung anlage, Hochsilo Bergeräumen (Raufutter)

Vorlage rationiert oder auf Vorrat Flüssigfütterung/ Trockenfütterung, Breifüt- direkte Vorlage mit mobiler
mit mobilen Fütterungs- Fütterung terung, Flüssigfütterung Technik
techniken
– 34 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Table 15. Feeding techniques


Feedstuff Silage Wet feedstuff/ Dry feedstuff Fresh feedstuff
groups (e.g. grass silage, moist feedstuff (grain, legumes, soya) (grass, beet)
corn silage) (vinasse, whey, as flour, crushed grain, and roughage
spent grains, food waste) pellets

Animal cattle, pigs cattle, pigs all animal species cattle, horses
species

Feed storage bale silage, horizontal closed container closed silos bale storage; loose storage
silo facility, upright silo in storage rooms (roughage)

Dispensing rationed or in stock with liquid feeding/feeding dry feeding, mash feeding, direct dispensing with
the aid of mobile feeding liquid feeding mobile equipment
equipment

Zur Herstellung und Lagerung von Silage werden Horizontal silos are often used for the production and
häufig Flachsilos genutzt. Flachsilos (Fahrsilos) be- storage of silage. Horizontal (clamp) silos consist of
stehen aus Betonplatten mit Seitenwänden. Der bei concrete plates with side walls. The silage effluents
der Silagelagerung anfallende Sickersaft wird aufge- produced during silage storage is drained and col-
fangen und in geschlossenen Gruben gesammelt. lected in closed pits. Film silos are designed as silo
Foliensilos werden z.B. als Siloschläuche oder Press- hoses or bales, for example.
ballen ausgeführt.
Geruchsintensive Futtermittel (z.B. Molke) sind Odour-intensive feedstuff (e.g. whey) must in princi-
grundsätzlich in geschlossenen Behältern oder Hal- ple be stored in closed containers or in halls.
len zu lagern.
Das Futter kann den Tieren ständig zur Verfügung The feedstuff can be constantly available to the ani-
stehen (ad libitum), tagesrationiert zu einer oder zwei mals (ad libitum), or it can be dispensed in daily ra-
Fütterungszeiten oder in häufigeren Intervallen vor- tions at one or two feeding times or in more frequent
gelegt werden. intervals.
Alle Verteilersysteme müssen leicht zu reinigen sein, All dispensing systems must be easy to clean so that
damit Futter und Wasser in hygienisch einwand- feedstuff and water are offered in a hygienically
freiem Zustand angeboten werden. Es müssen die sound condition. The technical prerequisites for the
technischen Voraussetzungen dafür gegeben sein, um metering of the feed quantity and the avoidance of
die Futtermenge zu dosieren und Wasserverluste zu water losses must be fulfilled. More detailed informa-
vermeiden. Weitergehende Informationen zu Tränke- tion about watering equipment as well as drinking
einrichtungen, Tränkewasseraufbereitung und -quali- water conditioning and water quality for cattle, pigs,
tät für Rinder, Schweine und Geflügel können den and poultry is available in the KTBL publications
KTBL-Heften 81, 82 und 83 [5] entnommen werden. number 81, 82 and 83 [5].

3.5 Lagerung von Fest- und Flüssigmist, 3.5 Storage of solid and liquid manure,
Geflügelkot poultry dung
In Tabelle 16 sind die Verfahren zur Lagerung von Table 16 lists the techniques for the storage of solid
Fest- und Flüssigmist sowie Geflügelkot zusammen- and liquid manure as well as poultry dung.
gefasst.
Die Lagerung kann im Stall oder außerhalb des Stall- The manure can be stored in the animal house or out-
gebäudes erfolgen. side of the animal house building.

Tabelle 16. Verfahren zur Lagerung von Fest- und Flüssigmist sowie Geflügelkot
Standort Flüssigmist Festmist Geflügelkot

Im Stall Güllekeller, Güllekanäle Tiefstreustall Einstreumatratze, Kotbunker

Außerhalb des Stalls Tiefbehälter, Hochbehälter, befestigte Mistlagerstätte mit überdachtes Lager, Lagerhalle
Gülleerdbecken mit Dichtungsbahnen Jauchebehälter
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 35 –

Table 16. Techniques for the storage of solid and liquid manure as well as poultry dung
Location Liquid manure Solid manure Poultry dung

In the animal house slurry cellar, slurry channels deep litter house litter mattress, dung bunker

Outside of the low-level container, high-level container, paved dung storage facility roof-covered store, storage hall
animal house slurry ground tank with waterproof sheeting with a slurry container

Flüssigmist Liquid manure


Flüssigmisthochbehälter sind Lagerbehälter, bei de- High-level liquid manure containers are storage con-
nen der Fußpunkt (Übergang von der Seitenwand zur tainers whose foot point (transition from the side wall
Behältersohle) dauerhaft einsehbar ist. Tiefbehälter to the container base) is always visible. Low-level
sind in den Erdboden eingelassen. Der Fußpunkt ist containers are embedded in the ground. The foot
nicht dauerhaft einsehbar. point is not always visible.
Gülleerdbecken mit Dichtungsbahnen sind Flüssig- Slurry ground tanks with liquidproof sheeting are liq-
mistlager, die durch das Ausheben einer Erdgrube uid manure stores built by digging a ground pit with
mit schrägen Seitenwänden errichtet werden. Das slanted side walls. The tank is covered with special
Becken wird mit speziellen Dichtungsbahnen ausge- liquidproof sheeting.
kleidet.
Bei allen Lagereinrichtungen sind die wasserrechtli- All storage facilities require the observation of the
chen Vorschriften zu beachten und gegebenenfalls regulations of the water law. If necessary, leak detec-
Leckerkennungseinrichtungen (z.B. Ring- oder Flä- tion equipment (e.g. ring or surface drainage sys-
chendrainage) vorzusehen. tems) must be installed.
Zur Emissionsminderung (siehe Abschnitt 4.2.4, In order to reduce emissions (see Section 4.2.5,
Tabelle 19) sind Außenbehälter für Flüssigmist/Gül- Table 19), outdoor storage containers for liquid ma-
leerdbecken mit Dichtungsbahnen mit einer natürli- nure/slurry ground containers with liquidproof sheet-
chen oder künstlichen Schwimmdecke, einer ing must be covered with a natural or an artificial
Schwimmfolie oder einer festen Abdeckung zu floating cover, floating, film, or a solid cover (see
versehen (siehe Tabelle 19). Flüssigmist wird vor Table 19). Before distribution, liquid manure is ho-
dem Ausbringen mit hydraulischen oder mechani- mogenized (mixed) by hydraulic or mechanical agita-
schen Rührsystemen homogenisiert (durchmischt), tors in order to stir up sunken layers and floating cov-
um Sinkschichten und Schwimmdecken aufzurühren ers and to distribute nutrients evenly.
und die Nährstoffe gleichmäßig zu verteilen.
Beim Bau und Betrieb von Flüssigmistanlagen sind The construction and operation of liquid manure fa-
die Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenos- cilities requires the observation of the accident pre-
senschaften zu beachten. Durch das Aufrühren des vention regulations of the employers’ liability insur-
Flüssigmists werden plötzlich große Mengen an ance associations. The stirring of liquid manure leads
Schadgasen freigesetzt, die die Gesundheit von to the sudden release of large quantities of noxious
Mensch und Tier gefährden können. Insbesondere gases, which can endanger the health of people and
beim Aufrühren von Flüssigmist im Stall muss si- animals. Especially when liquid manure is stirred up
chergestellt sein, dass die Schadgase ausreichend in the animal house, ventilation measures must guar-
schnell durch Lüftungsmaßnahmen abgeführt wer- antee that noxious gases are removed quickly
den. enough.

Festmist Solid manure


Platten zur Lagerung von Festmist bestehen aus (ar- Plates for solid manure storage consist of (reinforced)
miertem) Beton, die je nach baulicher Ausgestaltung concrete. Depending on the design, these plates can
auch die Decke der darunter liegenden Jauchegrube also form the ceiling of the slurry pit situated under-
bilden können. Gegen Verunreinigung von Boden neath. The plate must be waterproof in order to pre-
und Wasser muss die Platte wasserundurchlässig vent soil and water contamination. Slurry produced
sein. Die bei der Lagerung anfallende Jauche ist auf- during storage must be caught and drained into a stor-
zufangen und einer Lagerstätte zuzuführen. Bei den age facilitiy. In any case, the application of the differ-
unterschiedlichen Lagermöglichkeiten sind in jedem ent storage options requires the observation of the
Fall die geltenden wasserrechtlichen Vorschriften zu current regulations of the water law.
beachten.
– 36 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Für eine ordnungsgemäße Stapelung und eine verein- For the proper stacking and simplified removal of
fachte Entnahme des Festmists mit mobilen Entmis- solid manure with the aid of mobile demanuring
tungsgeräten empfiehlt sich eine Rückwand als Ge- equipment, a back wall as a support is recommended.
genlager. Eine Festmistlagerstätte sollte in der Regel A solid manure storage facility should generally have
eine dreiseitige Umwandung aufweisen, damit der walls on three sides so that the manure can be stacked
Mist besser gestapelt werden kann und die emittie- better and the emitting surface is minimized. Chan-
rende Oberfläche minimiert wird. Durch Rinnen, nels, bulges, or walls at the edge of the plate prevent
Wülste oder Wandungen im Randbereich der Platte the draining of contaminated precipitation water
wird das Abfließen von verunreinigtem Nieder- (seeping water). In exceptional cases (e.g. restricted
schlagswasser (Sickerwasser) verhindert. In Ausnah- practicability of the soil due to the weather, confined
mefällen, z.B. bei witterungsbedingt eingeschränkter space on the farm, or limited storage capacity), solid
Befahrbarkeit der Böden, bei beengter Hoflage oder manure can temporarily be stored at the edge of the
begrenzter Lagerkapazität kann Festmist vorüberge- fields where it will be used later. Here, specific regu-
hend am Feldrand der späteren Verwertungsflächen lations apply in the different federal states.
gelagert werden. Hierzu gibt es länderspezifische Re-
gelungen.

Geflügelkot Poultry dung


Geflügelkot ist so zu lagern, dass eine Wiederbe- Poultry dung must be stored such that remoistening is
feuchtung ausgeschlossen wird (z.B. durch ein was- excluded (e.g. by means of a waterproof fleece or a
serabweisendes Vlies oder eine Überdachung der roof over the storage facility).
Lagerstätte).

4 Vermeidung und Minderung von 4 Avoidance and reduction of


Emissionen emissions
4.1 Umweltrelevante Emissionen aus 4.1 Environmentally relevant emissions from
Tierhaltungsanlagen animal housing facilities
Aus Tierhaltungsanlagen wird eine Vielzahl ver- Animal housing facilities emit a large number of dif-
schiedener luftverunreinigender Stoffe freigesetzt. ferent air-polluting substances. With regard to the en-
Hinsichtlich der Wirkung in der Umwelt sind die vironmental impact, the emissions of odour, ammo-
Emissionen von Gerüchen, Ammoniak, Staub (Parti- nia, dust (particles), and the climatically relevant
keln) und an den klimawirksamen Gasen Methan und gases methane and dinitrogen monoxide (laughing
Distickstoffmonoxid (Lachgas) am wichtigsten. Im gas) have the greatest importance. For the approval
Rahmen einzelbetrieblicher Genehmigungs- und ge- and (if required) the monitoring of facilities on indi-
gebenenfalls Überwachungsverfahren spielen Me- vidual farms, however, methane and laughing gas do
than und Lachgas allerdings keine Rolle, da derzeit not play any role because currently no emission and
keine Emissions- und Immissionsbegrenzung festge- immission limits exist. Table 17 provides an over-
legt ist. Tabelle 17 gibt einen Überblick zu den view of the sources, causes, and potential effects of
Quellen, Ursachen und möglichen Wirkungen dieser these emissions.
Emissionen.

Geruch Odour
Bei den aus Tierhaltungsanlagen emittierten Ge- The odorant emissions released from animal housing
ruchsstoffemissionen handelt sich um ein komplexes facilities are a complex mixture of more than 150
Gemisch von über 150 verschiedenen Komponenten components in different concentrations. A leading
in unterschiedlichen Konzentrationen. Eine Leitsub- substance (e.g. ammonia or hydrgen sulphide) cannot
stanz, z.B. Ammoniak oder Schwefelwasserstoff, be determined [6]. Even if all chemical substances
kann nicht festgelegt werden [6]. Auch wenn alle which lead to odour perception are known, it is not
chemischen Substanzen, die zu einer Geruchswahr- possible to determine odour perception based on the
nehmung führen, bekannt sind, ist es nicht möglich concentration of individual substances because odour
die Geruchswahrnehmung aufgrund der Konzentra- is a human physiological reaction and no material
tion der Einzelsubstanzen zu bestimmen, da Geruch property.
keine Stoffeigenschaft, sondern eine physiologische
Reaktion des Menschen ist.
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 37 –

Tabelle 17. Übersicht zu Quellen, Ursachen und möglichen Wirkungen der Emissionen aus Anlagen der Nutztier-
haltung
Art der Quelle Ursache Mögliche Wirkung
Emission

Geruch Ställe und Ausläufe, Lager- mikrobieller Abbau von organischer Geruchsbelästigungen
einrichtungen für Fest- und Substanz (z. B. Kot, Harn und Fut-
Flüssigmist sowie Futtermittel ter), Eigengeruch
(insbesondere Silage)

Ammoniak Ställe und Ausläufe, Lager- mikrobieller Abbau des Harnstoffs Schädigung empfindlicher Pflanzen bei
einrichtungen für Fest- und und der Harnsäure in den Exkremen- hoher Ammoniakkonzentration, Eutrophie-
Flüssigmist ten rung und Versauerung von Ökosystemen
durch Stickstoffdeposition, Bildung von
Sekundärpartikeln (Feinstaub)

Staub Ställe, Futtermanagement Tieraktivität, Einstreu, Fördern, Mah- Gesundheitsgefährdung durch Atemwegs-
(Partikel, len, erkrankungen und Allergien
Bioaerosole) Mischen und Zuteilen von Futtermit-
teln

Methan Wiederkäuer; Futtervergärung im Pansen; anaero- klimawirksame Gase, Beitrag zum weltweit
Ställe und Ausläufe, Lager- ber mikrobieller Abbau von Fest- und wirksamen Treibhauseffekt
einrichtungen für Fest- und Flüssigmist
Flüssigmist

Distickstoff- Ställe und Ausläufe, Lager- Nitrifizierungs- und Denitrifizierungs-


monoxid einrichtungen für Fest- und vorgänge im Fest- und Flüssigmist
Flüssigmist

Table 17. Overview of sources, causes, and potential effects of emissions from farm animal housing facilities
Kind of Source Cause Potential effect
emission

Odour animal houses and yards, microbial degradation of organic offensive odour
storage facilities for solid and substance (e.g. faeces, urine, and
liquid manure as well as feed- feedstuff), natural odour
stuff (especially silage)

Ammonia animal houses and yards, microbial degradation of urea and damage to sensitive plants at high ammo-
storage facilities for solid and uric acid in the excrement nia concentration, eutrophication and
liquid manure acidification of ecosystems due to nitrogen
deposition, formation of secondary parti-
cles (fine dust).

Dust animal houses, animal activity, litter, conveying, health hazards due to diseases of the
(particles, feed management grinding, mixing, and dispensing of respiratory tract and allergies
bioaerosols) feedstuff

Methane ruminants, animal houses feed fermentation in the rumen, emission of climatically relevant gases
and yards, storage facilities anaerobic microbial degradation of contributing to the global greenhouse effect
for solid and liquid manure solid and liquid manure

Dinitrogen animal houses and yards, nitrification and denitrification


monoxide storage facilities for solid and processes in solid and liquid manure
liquid manure

Die Geruchsstoffimmissionen können entsprechend Odorant immissions can be evaluated based on the
der Häufigkeit, der Intensität, der Dauer und des Be- frequency, the intensity, the duration, and the degree
lästigungsgrads bewertet werden („FIDO-Faktoren“: of offensiveness (“FIDO factors” frequency, inten-
frequency, intensity, duration, offensiveness). sity, duration, offensiveness).

Ammoniak Ammonia
Das aus Tierhaltungsanlagen freigesetzte Ammoniak The ammonia emitted by animal housing facilities
kann bei hoher Konzentration im Nahbereich von can cause damage to sensitive plants in the surround-
Ställen Schäden an empfindlichen Pflanzen verur- ings of animal houses if its concentration is high.
sachen.
– 38 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Während des atmosphärischen Transports wird es During atmospheric transport, it is discharged from
über trockene und nasse Deposition aus der Atmo- the atmosphere as a result of dry and wet deposition.
sphäre ausgetragen.
Durch seine Reaktion mit sauren Luftbestandteilen Since it forms particular compounds by reacting with
zu partikulären Verbindungen kann Ammoniak auch acid air components, ammonia can also cause envi-
überregional Umweltwirkungen hervorrufen. Der ronmental impacts beyond an individual region. The
Eintrag des Stickstoffs (N-Eintrag bzw. N-Deposi- immission of nitrogen (immission or deposition of ni-
tion) aus diesen Reaktionsprodukten hat einen gro- trogen) from these reaction products is largely re-
ßen Anteil an der Versauerung und Eutrophierung sponsible for the acidification and eutrophication of
stickstoffempfindlicher Ökosysteme. Die längerfris- nitrogen-sensitive ecosystems. If the critical load is e
tige Überschreitung kritischer Belastungswerte xceeded for a longer period of time, this can lead to
(critical load) kann zu Veränderungen der Zusam- changes in the composition of plant communities and
mensetzung der Pflanzengesellschaften und der bio- biological diversity [7].
logischen Vielfalt führen [7].

Staub (Partikel) Dust (particles)


Feinstäube können die menschliche Gesundheit be- Particles can impair human health. Currently, the
einträchtigen. Derzeit werden für die Beurteilung der fractions PM10 and PM2,5 are used for the evaluation
gesundheitlichen Wirkung die Fraktionen PM10 und of health effects (see EU Directive 2008/50/EC).
PM2,5 herangezogen (siehe EU-Richtlinie 2008/50/
EG).
Die Emission von luftgetragenen Partikeln und Bio- The emission of airborne particles and bioaerosols as
aerosolen als Umweltbelastung findet zunehmend a form of environmental pollution is meeting with
Beachtung. Partikelemissionen aus der Landwirt- growing interest. The special characteristic of parti-
schaft zeichnen sich durch eine besondere Hetero- cle emissions from agriculture is particular heteroge-
genität aus. Sie werden aus Partikeln anorganischer neity. They consist of particles of anorganic sub-
Substanzen, z.B. Bodenmaterial, gebildet und bein- stances (e.g. soil material). At the same time, they
halten gleichzeitig Partikel organischer Herkunft von contain particles of organic origin from plants and an-
Pflanzen und Tieren, einschließlich toter und leben- imals including dead and living microorganisms,
der Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze, Viren und such as bacteria, fungi, viruses and parts of these or-
auch Teile davon, z.B. Endotoxine. Diese biologi- ganisms, e.g. endotoxins. These biological compo-
schen Bestandteile werden als „Bioaerosole“ be- nents are termed “bioaerosols” (see VDI 4255 Part 2).
zeichnet (siehe VDI 4255 Blatt 2).
Mögliche gesundheitliche Gefahren durch Bioaero- Potential health hazards due to bioaerosol emissions
solemissionen aus Tierställen sind Gegenstand wis- from animal houses are studied scientifically. So far,
senschaftlicher Untersuchungen. Der Gesetzgeber the legislator has not yet determined any immission
hat bisher keine Immissionswerte zum Schutz der values for the protection of human health against the
menschlichen Gesundheit vor den Einwirkungen effects of bioaerosols. According to Section 5.4.7.1
durch Bioaerosole festgelegt. Nach TA Luft Ab- of TA Luft, options for the reduction of germ and en-
schnitt 5.4.7.1 sind Möglichkeiten, die Emissionen dotoxin emissions by means of state-of-the-art meas-
an Keimen und Endotoxinen durch dem Stand der ures must be examined. Appropriate measures are
Technik entsprechende Maßnahmen zu vermindern, listed and evaluated with regard to their effectiveness
zu prüfen. Entsprechende Maßnahmen sind in der in guideline VDI 4255 Part 2.
Richtlinie VDI 4255 Blatt 2 zusammengefasst und
hinsichtlich ihrer Wirksamkeit bewertet.

Methan- und Distickstoffmonoxid (Lachgas) Methane and dinitrogen monoxide (laughing gas)
Methan- und Lachgas sind Treibhausgase. Ihre Emis- Methane and laughing gas are greenhouse gases.
sionen sind im Hinblick auf die Klimaveränderung Their emissions are important with regard to climate
von Bedeutung. change.
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 39 –

4.2 Prozessintegrierte Maßnahmen zur 4.2 Process-integrated measures for


Emissionsminderung für Geruch und the emission reduction of odour and
Ammoniak ammonia
Die Emission von Geruchsstoffen und Ammoniak The emission of odorants and ammonia from animal
aus Tierhaltungsanlagen werden wesentlich durch housing facilities are largely influenced by the animal
die Tierart sowie die Produktions- bzw. Nutzungs- species as well as the branch of production. The ex-
richtung beeinflusst. Die Ausscheidungen unter- crement varies with regard to protein residues due to
scheiden sich aufgrund der für jede Tierart spezifi- the kind of feed utilization, which is different for
schen Futterverwertung hinsichtlich der Eiweißrück- every animal species so that the amount of emissions
stände, sodass die Höhe der Emissionen und die Qua- and the quality of odorant emissions are different.
lität der Geruchsfreisetzungen unterschiedlich sind. Like in the calculation of the animal-specific air rates
So wie bei der Berechnung der tierspezifischen Luft- (minimum winter/summer air rate), the emission
raten (Mindestluftrate Winter bzw. Sommer) ist die caused by the animals is not proportional to the body
Emission der Tiere nicht mit der Körpermasse pro- mass. In sow housing, for example, the odorant emis-
portional. Beispielsweise sind die auf die Tierlebend- sions in relation to the live animal mass are lower
masse bezogenen Geruchsstoffemissionen bei der than in pig fattening, whereas they are higher in piglet
Sauenhaltung in der Regel niedriger und bei der Fer- rearing [8]. The production technique also influences
kelaufzucht höher als bei der Schweinemast [8]. Das emissions, in particular due to the emission rhythm.
Produktionsverfahren beeinflusst ebenfalls die Emis- During continuous fattening, more even emissions
sionen, insbesondere durch den Emissionsrhythmus. from a facility must be expected than if fattening
Bei der kontinuierlichen Mast ist mit gleichmäßige- takes place according to the all-in all-out technique
ren Emissionen aus einer Anlage zu rechnen als bei (e.g. in pig and broiler fattening).
der Mast im Rein-Raus-Verfahren (z.B. Schweine-
und Hähnchenmast).
Zwischen den unterschiedlichen Haltungsverfahren With regard to odorant emissions per unit of live ani-
sind in Bezug auf die Geruchsstoffemissionen pro mal mass, generally only small differences between
Einheit Tierlebendmasse in der Regel bisher nur ge- the different housing techniques have been proven.
ringe Unterschiede nachgewiesen. Tendenziell tragen Measures which lead to lower ammonia and dust
Maßnahmen, die zu geringeren Ammoniak- und emissions also tend to contribute to a reduction of
Staubemissionen führen, auch zur Minderung der odorant emissions.
Geruchsstoffemissionen bei.
Nach dem derzeitigen Kenntnisstand können die in According to current knowledge, the reduction meas-
diesem Abschnitt beschriebenen Minderungsmaß- ures described in this section cannot be generally
nahmen nicht generell quantifiziert werden. Die aktu- quantified. The currently available data about the ef-
ell verfügbaren Daten der Effizienz von Emissions- ficiency of emission reduction measures for ammonia
minderungsmaßnahmen für Ammoniak können dem are listed in Annex B, if the measures are not already
Anhang B entnommen werden, soweit die Maßnah- considered in the emission factors (e.g. dung belt de-
men nicht bereits in den Emissionsfaktoren berück- manuring in laying hen housing).
sichtigt sind (z.B. Kotbandentmistung bei der Lege-
hennenhaltung).
Tabelle 18 fasst die wichtigsten Maßnahmen zur Table 18 lists the most important measures for the
Vermeidung und Verminderung der Ammoniak- und avoidance and reduction of ammonia and odorant
Geruchsstoffemissionen zusammen, ohne dass dar- emissions. However, this does not allow immediate
aus unmittelbar quantitative Schlussfolgerungen quantitative conclusions to be drawn. In principle,
möglich sind. Grundsätzlich kann zwischen prozess- process-integrated measures (primary measures, such
integrierten Maßnahmen (Primärmaßnahmen wie as nutrient-adapted feeding or pasture use) and so-
nährstoffangepasste Fütterung oder Weidenutzung) called “non-process-integrated measures“ (secondary
und sogenannten „nicht prozessintegrierten Maßnah- measures, such as exhaust air cleaning, Section 4.5.1;
men“ (Sekundärmaßnahmen wie Abluftreinigung; treatment of solid and liquid manure, Section 4.5.2)
Abschnitt 4.5.1; Behandlung von Fest- und Flüssig- can be distinguished.
mist; Abschnitt 4.5.2) unterschieden werden.
Die prozessintegrierten Maßnahmen in Tabelle 18 The process-integrated measures in Table 18 are
sind den Faktoren zugeordnet, die einen maßgeb- based on the following factors which have a signifi-
Tabelle 18. Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung der Ammoniak- und Geruchsstoffemissionen

– 40 –
Ort der Tierart, Emissionspotenzial
Emission/ Produktions- niedriger tendenziell höher
Einflussfaktor richtung

VDI 3894 Blatt 1 / Part 1


Maßnahme

Stall

alle Tierarten niedrige Raumtemperatur hohe Raumtemperatur


und Produktions- geschlossenes oder (teilweise) offenes, nicht wärmegedämmtes Gebäude/ geschlossenes, wärmegedämmtes Gebäude/Zwangslüftung
richtungen freie Lüftung
freie Lüftung, wärmegedämmtes Dach freie Lüftung, ungedämmtes Dach
Bauhülle/
niedrige Strömungsgeschwindigkeit über emissionsrelevanten Flächen höhere Strömungsgeschwindigkeit über emissionsrelevanten Flächen
Lüftung
technische Maßnahme zur Minderung der Luftrate (zwangsgelüftete Ställe, technische Maßnahme zur Minderung der Luftrate nicht vorhanden
z.B. Zuluftkühlung) vorhanden

Geflügel- Fußboden wärmegedämmt (Bodenhaltung) Fußboden nicht wärmegedämmt (Bodenhaltung)


aufzucht/-mast

alle Tierarten geringe Tieraktivität hohe Tieraktivität

Schweine Großgruppen- und Mehrflächenbuch- Großgruppen- und Mehrflächenbuchten ohne separaten Kotbereich Kleingruppen in Einflächenbuchten
ten mit separatem Kotbereich, Ein- ohne separaten Kotbereich
zelhaltung mit Fixierung
(nur Sauen)
Haltungsform/
Raumstruktu- Rinder, Pferde Einzelhaltung mit Fixierung Einflächenbucht, keine Funktions- Buchten und Haltungseinheiten/ Mehrraumlaufstell mit separaten
rierung (Anbindestall/Ständerhaltung) bereiche/Einzelbox Gruppenbox mit separaten Funkti- Funktionsbereichen und Fütterungs-
onsbereichen einrichtungen im Laufhof

Lege- und Anordnung von Ruhe-, Tränke- und Fütterungseinrichtungen über perforier- Anordnung von Ruhe-, Tränke- und Fütterungseinrichtungen über
Junghennen tem Kotbereich Einstreufläche

Pekingenten Dusche, Bad nicht vorhanden Dusche, Bad vorhanden

alle Tierarten keine Dunglagerung im Stall, kurzfristige Dunglagerung im Stall langfristige Dunglagerung im Stall
und Produktions- tägliches Entfernen des Dungs
richtungen

Rinder geringe Bewegung des Flüssig- mittlere Bewegung des Flüssigmists im Kanal (Staumist) große Bewegung des Flüssigmists im Kanal, Aufrühren
mists im Kanal (Treibmist) (Spülverfahren)
Einstreu und
Festmistverfahren, separate Jau- Flüssigmistverfahren Festmistverfahen ohne Jaucheableitung
Entmistung
cheableitung
täglich mehrmaliges Abschieben perforierte Laufflächen; täglich mehrmaliges Abschieben plan nicht tägliches Abschieben plan befestigter Laufflächen
perforierter Laufflächen befestigter Laufflächen

Lege- und Kotbereich mit Entmistung durch Kotereich mit Entmistung Kotbereich mit Entmistung Kotbereich mit mobiler Scharrraum
Junghennen belüftetes Kotband durch Kotband durch Schieber etc. Entmistung
Tabelle 18. Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung der Ammoniak- und Geruchsstoffemissionen (Fortsetzung)
Ort der Tierart, Emissionspotenzial
Emission/ Produktions- niedriger tendenziell höher
Einflussfaktor richtung

Maßnahme

Einstreu und Mastgeflügel Einstreu wird nicht bearbeitet. Einstreu wird bearbeitet.
Entmistung Pferde täglich mehrmaliges Absammeln der Exkremente kein tägliches Absammeln der Exkremente

Schweine, Geflü- nährstoffangepasste Fütterung nicht angepasste Fütterung


gel (nur NH3)
multiphasige Fütterung mehrphasige Fütterung einphasige Fütterung
Fütterung/ Rinder Heu, Stroh, Grünfutter als Grund- bzw. Raufutter Silage als Grund- bzw. Raufutter
Tränke (nur Geruch) Fütterung geruchsintensiver Futtermittel (z.B. Molke)

Mastgeflügel Nippeltränke mit Tropfwasser- Nippeltränke Schalentränke


auffangschale

Lager

alle Tierarten und Festmistlager nicht vorhanden Festmitlager mit Stapelmist, seltene Beschickung Festmistlager mit häufiger, loser Beschickung
Produktionsrich-
tungen

Fest- und Rinder und Flüssigmistlager mit festger Flüssigmistlager mit Abdeckung (natürliche oder künstliche Flüssigmistlager ohne Abdeckung
Flüssigmist- Schweine Abdeckung (Beton, Zelt), Schwimmdecke (Granulate, Strohhäcksel)
lager, Kotlager Schwimmfolie

Lege- und Kotlagerhalle mit oder ohne überdachte Kotlagerung ungeschützte Kotlagerung
Junghennen Abluftreinigung, abgedeckte Kot-
lagerung oder direkte Kotabfuhr

Silage Rinder Hochsilo Schlauchsilo, Wickelballen Flachsilo


(nur Geruch)

VDI 3894 Blatt 1 / Part 1


Auslauf

Gestaltung alle Tierarten und nicht vorhanden vorhanden, mit Funktionsgestaltung/Kotbereich vorhanden, ohne Funktionsgestaltung (Kotbereich)
Produktionsrich- (Mastschweine und Sauen)
tungen

Entmistung Rinder, Schweine, mehrmals tägliches Entfernen der Exkremente (plan befestigter Exkremente werden nicht mehrmals täglich entfernt (plan befestigter Boden).
Pferde Boden), perforierter Boden

Reinigung Rinder Laufflächen werden täglich gereinigt. Laufflächen werden wöchentlich gereinigt.

Weide

Dauer Rinder, Pferde Ganztagsweide nicht ganztägige Weide kein Weidegang

– 41 –
Table 18. Measures for the avoidance and reduction of ammonia and odorant emissions

– 42 –
Place of Animal species, Emission potential
emission/ branch of lower tendency higher
influencing production
factor

VDI 3894 Blatt 1 / Part 1


Measure

Animal house

all animal species low room temperature high room temperature


and branches of closed or (partially) open, nun-temperature-insulated building/free ventilation closed, temperature-insulated building/forced ventilation
production free insulation, temperature-insulated roof free ventilation, non-temperature-insulated roof
Building shell/ low flow velocity over emission-relevant areas higher flow velocity over emission-relevant areas
ventilation air rate reduction technique (animal houses with forced ventilation, air rate reduction techniques not available
e.g. cooling ov fresh air) available

rearing and fatten- temperature-insulated floor (floor husbandry) non-temperature-insulated floor (floor husbandry)
ing of poultry

all animal species low level of animal activity high level of animal activity

pigs large group and multiple area pens large group and multiple area pens without a separate dung area small groups in single area pens
with a separate dung area, individual without a separate dung area
animal housing with fixing (sows
Housing only)
technique/
cattle/horses individual housing with fixing single area pen, no functional areas/ pens and housing units/group box multiple room house with separate
room
(tethered housing, stand housing) individual box with separate functional areas functional areas and feeding equip-
structure
ment in the cattle yard

layers and arrangement of resting, drinking, and feeding areas above a perforated arrangement of resting, drinking, and feeding areas above a littered area
young hens dung area

Pekin ducks shower/bath facility not available shower, bath facility available

all animal species no dung storage in the animal short-term dung storage in the animal house long-term dung storage in the animal house
and branches of house, daily dung removal
production

cattle little movement of the liquid average motion of the liquid manure in the channel (manure significant motion of the liquid manure in the channel,
manure in the channel (floating accumulation) stirring (rinsing technique)
Litter and manure)
demanuring solid manure technique, separate liquid manure technique solid manure technique without slurry drainage
slurry drainage
repeated daily cleaning of perforated activity areas; repeated daily cleaning of level con- no daily cleaning of level concrete activity areas
perforated activity areas crete activity areas

layers and dung area demanured by a dung area demanured by a dung area demanured by dung area with mobile wintergarden
young hens ventilated dung belt dung belt pusher blades, etc. demanuring
Table 18. Measures for the avoidance and reduction of ammonia and odorant emissions (continued)
Place of Animal species, Emission potential
emission/ branch of lower tendency higher
influencing production
factor
Measure

Litter and fattening poultry Litter is not cleaned. Litter is cleaned.


demanuring horses repeated daily collection of excrement no daily collection of excrement

pigs, poultry nutrient-adapted feeding non-adapted feeding


(only NH3)
multiple-phase feeding multiple-phase feeding single-phase feeding
Feeding/ cattle hay, straw, forage as basic feed and roughage silage as basic feed and roughage
watering (only odour) use of odour-intensive feedstuff (e. g. whey)

fattering poultry nipple drinker with drip water nipple drinker bowl drinker
collection bowl

Store

all animal species no solid manure store solid dung store with stacked manure rare filling solid manure store with frequent, loose filling
and branches of
production

Solid and cattle and pigs liquid manure store with a solid covered liquid manure store (natural or artificial floating cover, liquid manure store without cover
liquid manure cover (concrete, tent), floating granulate, chopped straw)
store, dung film
store
layers and dung storage hall with or without covered dung storage unprotected dung storage
young hens exhaust air cleaning, covered
dung store or direct dung remo-
val

cattle (only odour) upright silo hose silo, wrapped bales clamp silo

VDI 3894 Blatt 1 / Part 1


Silage

Yard

Design all animal species none yes, with functional design/dung area yes, without functional design (dung area)
and branches of (fattering pigs and sows)
production

Demanuring cattle, pigs, repeated daily removal of the excrement (level concrete floor) per- Excrement is removed serveral times per day (level concrete floor).
horses forated floor

Cleaning cattle Activity areas are cleaned daily. Activity areas are cleaned weekly.

Pasture

Duration cattle, horses all-day pasture no, all-day pasture no pasture

– 43 –
– 44 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

lichen Einfluss auf das Emissionspotenzial von Hal- cant influence on the emission potential of housing
tungsverfahren haben: techniques:
• Bauhülle und Lüftungsverfahren • building shell and ventilation techniques
• Haltungsform und Raumstrukturierung • housing technique and room structure
(Funktionsbereiche) (functional areas)
• Einstreu und Entmistung • littering and demanuring
• Fütterung- und Tränkeverfahren • feeding and watering techniques
• Lagerung von Fest- und Flüssigmist bzw. • storage of solid and liquid manure as well as
Silage silage
• Nutzung, Gestaltung und Management von • utilization, design, and management of yards
Ausläufen
• Weidenutzung • pasture use
Minderungsmaßnahmen können in den Bereichen Reduction measures can be applied in animal houses,
Stall, Lager, Auslauf und/oder Weide ansetzen. storage facilities, yards, and/or pastures.
Bei der Umsetzung von Emissionsminderungsmaß- When emission reduction measures are realized, po-
nahmen sind mögliche Zielkonflikte (Tierschutz, Im- tential goal conflicts (animal protection, immission
missionsschutz, Energieeffizienz, Klimaschutz) ab- protection, energy efficiency, climate protection)
zuwägen. Beispielsweise können einige der aufge- must be weighed. Some of the listed measures in Ta-
führten Maßnahmen aus Tabelle 18, wie die Abde- ble 18, such as the covering of the liquid manure store
ckung des Flüssigmistlagers mit Stroh, eine Erhö- with straw, for example, can cause an increase in
hung von Lachgas- und Methanemissionen bewirken. laughing gas and methane emissions. Good practice
Die gute fachliche Praxis zur Minderung von Ammo- in the reduction of ammonia emissions from animal
niakemissionen aus Tierhaltungsanlagen ist in [12] housing facilities is described in detail in [12].
ausführlich beschrieben.

4.2.1 Bauhülle und Lüftungsverfahren 4.2.1 Building shell and ventilation techniques
Bauhülle und Lüftung sollen ein Stallklima sicher- The building shell and ventilation are intended to
stellen, das den Anforderungen der Tiere gerecht guarantee an animal house climate which meets the
wird, hohe Produktionsleistungen ermöglicht und ge- requirements of the animals, allows high production
mäß DIN 18910-1 ausgelegt ist. outputs to be reached, and is designed according to
DIN 18910-1.
Durch ein möglichst niedriges Temperaturniveau im If the temperature level in the animal house is kept as
Stall unter Beachtung der tierphysiologischen Anfor- low as possible with regard to animal-physiological
derungen werden mikrobiologische Abbauvorgänge needs, microbiological degradation processes are
verlangsamt und gasförmige Emissionen verringert. slowed down and gaseous emissions are reduced.
Da frei gelüftete Ställe im Jahresdurchschnitt ein nied- Since the temperature level in freely ventilated ani-
rigeres Temperaturniveau als wärmegedämmte, mal houses is lower over the average of the year than
zwangsgelüftete Ställe aufweisen, ist ihr Emissionspo- in temperature-insulated animal houses with forced
tenzial geringer. Eine gedämmte Dachhaut reduziert ventilation, their emission potential is lower. An insu-
den Eintrag von unerwünschter Strahlungswärme. lated roof skin reduces the input of undesired radia-
Lichtplatten sind so anzubringen, dass der Aufent- tion heat. Light plates must be installed such that the
haltsbereich der Tiere nicht unnötig erwärmt wird. animal area is not heated more than necessary.
Eine Absenkung des Temperaturniveaus im Stall ins- The temperature level in the animal house, especially
besondere unter Sommerbedingungen ist auch durch in summer, can also be lowered by means of fresh air
Kühlen der Zuluft möglich (z.B. Wassernebel-Ver- cooling (e.g. water fog evaporation cooling, geother-
dunstungskühlung, Erdwärmetauscher). Zudem mal heat exchanger). Moreover, fresh air should be
sollte die Zuluft so angesaugt werden, dass sie im aspirated such that it is not additionally heated in the
Sommer nicht zusätzlich erwärmt wird (z.B. keine summer (e.g. no aspiration in the roof area, aspiration
Ansaugung im Dachbereich, Ansaugöffnungen im openings in the shade).
Schattenbereich).
Durch eine geringere Zulufttemperatur kann außer- A lower fresh air temperature also allows the mini-
dem die Mindestluftrate für den Sommerbetrieb re- mum air rate for summer operation to be reduced.
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 45 –

duziert werden. Dies hat niedrigere Strömungsge- This leads to lower flow velocities of the fresh air in
schwindigkeiten der Zuluft im Stallraum und emissi- the animal house and lower emissions because a
onsärmere Bedingungen zur Folge, da eine niedrige lower flow velocity of the air above emission-active
Strömungsgeschwindigkeit der Luft über emissions- areas (e.g. contaminated soils) reduces the transition
aktiven Flächen, z.B. verunreinigte Böden, den Über- of air-polluting substances into the animal house air.
gang luftverunreinigender Stoffe in die Stallluft ver-
ringert.
Das Strömungsverhalten der Luft kann bei Strahllüf- If jet ventilation systems are used, the position and di-
tungsanlagen durch Lage und Dimensionierung der mensioning of fresh and exhaust air openings can in-
Zu- und Abluftöffnungen günstig beeinflusst werden fluence the flow behavior of the air positively (e.g.
(z.B. Seitenwand- oder Giebelabsaugung, linienför- side wall and gable suction, line-shaped suction
mige Absaugung durch Abluftkanäle). Die Verdrän- through exhaust air channels). Replacement ventila-
gungslüftung über Rieselkanäle und Porendecken tion through airflow channels and pore ceilings leads
führt zu niedrigen Luftgeschwindigkeiten im Tierbe- to low air velocities in the animal area.
reich.
Um bei der Bodenhaltung von Geflügel zu verhin- In order to prevent humidity from condensing on the
dern, dass Luftfeuchtigkeit auf dem Boden konden- floor in poultry floor husbandry, which would lead to
siert und die Einstreu vernässt, sind die Ställe vor moist litter, the animal houses must be preheated be-
dem Einstreuen und Einstallen der Tiere vorzuwär- fore being littered and before the animals are put in
men (siehe auch Tabelle 18) und Böden zu dämmen. the animal house (cf. Table 18). In addition, the floors
must be insulated.

4.2.2 Haltungsform und Raumstrukturierung 4.2.2 Housing technique and room structure
(Funktionsbereiche) (functional areas)
Die Haltungsform wie Einzelhaltung oder Gruppen- The housing technique, such as individual or group
haltung und die Größe und Strukturierung des Raums housing, along with the size and the structure of the
haben maßgeblichen Einfluss auf die Emissionen. room significantly influence the emissions. Housing
Haltungsverfahren, die getrennte Funktionsbereiche techniques which allow separate functional areas (ac-
(Aktivitäts-, Liege- und Dungbereich) ermöglichen, tivity, lying, and dung area) to be established lead to a
führen zu einer Verringerung verschmutzter, emissi- reduction of soiled, emission-active surfaces and im-
onsaktiver Oberflächen und ermöglichen eine tierge- prove animal welfare.
rechtere Haltung.
In der Schweinehaltung besteht ein hohes Potenzial In pig housing, species-appropriate behavior of the
zur Bildung von Funktionsbereichen durch die artge- animals provides great potential for the establishment
mäße Verhaltensweise der Tiere, wenn ihnen die of functional areas if the animals are given the free-
Möglichkeit dazu geboten wird. dom to show this behavior.
Dagegen sind in der Rinder- und Pferdehaltung Funk- In cattle and horse housing, however, functional areas
tionsbereiche nur beschränkt möglich. Alle Bereiche, can be realized only to a limited extent. All areas used
die von den Tieren benutzt werden – mit Ausnahmen by animals except for the lying areas are potential
der Liegebereiche – sind potenzielle Emissionsflä- emission surfaces. These areas and the resulting
chen. Diese Flächen und daraus resultierende Emissi- emissions are smallest when the animals are housed
onen sind bei Einzelhaltung mit Fixierung am gerings- individually and fixed, and they are largest in group
ten und bei Gruppenhaltung in Laufställen am größten. housing in loose houses.
Auch bei der Boden- und Volierenhaltung von Lege- If layers and young hens are kept on the floor or in
und Junghennen ist die Strukturierung des Stallraums aviaries, emission reduction also requires structuring
eine Voraussetzung zur Minderung der Emissionen. of the space in the animal house. The arrangement of
Durch Anordnung von Sitzstangen, Tränke- und Füt- perches, drinkers, and feeding equipment enables the
terungseinrichtungen ist eine räumliche Trennung dung area to be separated spatially from the remain-
des Kotbereichs von der restlichen Fläche möglich. ing area. Dung removal on transport belts causes par-
Die Abfuhr des Kots auf Transportbändern ist beson- ticularly low emissions.
ders emissionsarm.
Ist für eine tiergerechte Haltung (z.B. bei Peking- If animal-friendly housing (e.g. of Pekin ducks) re-
enten) der Zugang zu Wasser erforderlich, sind Du- quires access to water, showers and bathing facilities
– 46 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

schen und Bademöglichkeiten so zu gestalten, dass must be designed such that the surrounding litter does
im Umfeld die Einstreu nicht vernässt wird. not become wet.

4.2.3 Einstreu und Entmistung 4.2.3 Littering and demanuring


Haltungsverfahren mit Flüssigmist Housing techniques with liquid manure
In der Rinderhaltung vermindert das täglich mehrma- In cattle housing, the repeated daily cleaning of level
lige Abschieben plan befestigter oder perforierter concrete or perforated floors with the aid of mechan-
Böden mit mechanischen Entmistungsgeräten die ical demanuring equipment reduces emissions. The
Emissionen. Sie sind umso niedriger, je weniger der less liquid manure is moved in the channels, the lower
Flüssigmist in den Kanälen bewegt wird. Ungünstig the emissions are. Cattle houses where liquid manure
zu bewerten sind daher Rinderställe, in denen Flüs- is stored in a circulation or slalom system must there-
sigmist in einem Zirkulations- oder Slalomsystem fore be considered unfavorable.
gelagert wird.
Um die gasförmigen Emissionen durch zusätzliches In order to keep gaseous emissions due to additional
Aufrühren möglichst gering halten zu können, sollten stirring to a minimum, the liquid manure channels
die Flüssigmistkanäle so gestaltet werden, dass keine should be designed such that they do not have any
Verengungen, möglichst große Durchgänge an den narrow points and side cuts and that the passages at
Kanalenden und keine Stichkanäle vorhanden sind. the channel ends are as large as possible.
Sicherheitshinweis: Safety advice:
Durch das Aufrühren von Flüssigmist im Stall The stirring of liquid manure in the animal house
kann schlagartig eine hohe Konzentration von can suddenly release a large concentration of
H2S freigesetzt werden, die geruchlich nicht H2S, which is life-threatening even though it can-
wahrnehmbar, aber lebensgefährlich ist. not be perceived in the form of odour.
In der Schweinehaltung sind flache Kanäle mit Spül- In pig housing, flat channels with rinsing equipment,
einrichtungen, die ein möglichst rasches Abführen which cause the liquid manure to drain from the ani-
des Flüssigmists aus dem Stallbereich bewirken, zur mal house area as quickly as possible, can be consid-
Minderung der Emissionen positiv zu bewerten. Zwi- ered positive for emission reduction. A siphon must
schen Stallraum und außen liegenden Flüssigmist- be installed between the animal house and outdoor
kanälen und -behältern ist ein Siphon einzubauen, um liquid manure channels and containers in order to
das Einströmen von Gasen in den Stall zu verhindern. prevent gases from penetrating into the animal house.
Güllekanäle im Stall sind so zu bemessen, dass der Slurry channels in the animal house must be dimen-
Füllstand maximal bis 10 cm unter die perforierten sioned such that the filling height does not rise be-
Böden ansteigt. Bei Unterflurabsaugung sollte der yond 10 cm below the perforated floors. In animal
Füllstand bis höchstens 30 cm [9] unterhalb der Un- houses with underfloor suction, the filling height
terkante der Luftabsaugöffnung ansteigen. should not rise beyond 30 cm [9] below the lower
edge of the air aspiration opening.

Haltungsverfahren mit Festmist Housing techniques with solid manure


Trockene Flächen und Einstreu minimieren Ammo- Dry areas and litter minimize ammonia and odorant
niak- und Geruchsstoffemissionen und sind aus Tier- emissions and must be considered positive under an-
schutzaspekten positiv zu bewerten. imal protection aspects.
Die Ställe müssen ausreichend eingestreut, nachge- The animal houses must be littered sufficiently. In ad-
streut und regelmäßig entmistet werden (mindestens dition, the litter must be replaced, and the animal
nach jeder Haltungsperiode). Die Emissionen sind house must be demanured regularly (at least after
umso geringer, je größer die verwendete Einstreu- every husbandry period). The larger the quantity of lit-
menge pro Großvieheinheit (GV) ist und je vollstän- ter per livestock unit (LU) is and the more completely
diger Kot und Harn in der Einstreu gebunden werden. faeces and urine are absorbed by the litter, the lower
Die Haltung von Pferden ist im Vergleich zu anderen the emissions are. As compared with other animal
Tierarten emissionsarm, da hier die spezifische Ein- species, horse housing causes low emissions because
streumenge pro Tier am größten ist. it has the largest specific litter quantity per animal.
Die frische Einstreu muss so gelagert werden, dass Fresh litter must be stored such that it is dry, clean,
sie trocken, sauber und frei von Schimmelpilzen ist and free of mould (e.g. through covered storage).
(z.B. überdachte Lagerung).
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 47 –

Bei den Haltungsverfahren, bei denen der Harn nicht Housing techniques without complete absorption of
vollständig von der Einstreu gebunden wird, ist ein urine by the litter require controlled slurry drainage
geregelter Jaucheabfluss durch Gefälle und Rinnen directly into a slurry or liquid manure pit by means of
direkt in eine Jauche- oder Flüssigmistgrube sicher- sloping floors and channels. Concrete floors must be
zustellen. Plan befestigte Böden müssen eben ausge- level so that they can be cleared as completely as pos-
führt sein, um eine möglichst vollständige Räumung sible.
zu erreichen.
Bei der Bodenhaltung von Mastgeflügel sollte der When fattening poultry is kept in floor husbandry, the
Stall zu Beginn der Haltungsperiode ausreichend ein- animal house should be sufficiently littered at the be-
gestreut werden. Der Stall ist mindestens am Ende ginning of the husbandry period. The animal house
eines Mastdurchgangs zu entmisten. Zwischendurch must be demanured at the latest at the end of a fatten-
sind feuchte Einstreustellen zu entfernen oder nach- ing period. In between, moist litter must be removed
zustreuen. or replaced.
In allen eingestreuten Haltungssystemen können In all littered housing systems, frequent litter replace-
durch häufiges Nachstreuen (falls dieses möglich ist) ment (if possible) allows odorant emissions to be sig-
die Geruchsstoffemissionen deutlich gesenkt werden. nificantly reduced.

Trockenkotsysteme Dry dung systems


In der Geflügelhaltung hemmt das Trocknen des Kots In poultry housing, dung drying inhibits degradation
dessen mikrobiologischen Abbau und damit auch die by microbes and, hence, also reduces the release of
Freisetzung von Emissionen [10; 11]. Das Trocknen emissions [10; 11]. The dung is dried by collecting it
wird durch Sammeln des Kots auf Transportbändern on transport belts and by means of additional ventila-
und zusätzliches Belüften erreicht (Kotbandbelüf- tion (dung belt ventilation). Depending on the venti-
tung). In Abhängigkeit von der Belüftungsrate wird lation rate, a dry matter content of 60 % is reached if
bei wöchentlicher Entmistung ein Trockensubstanz- the animal house is demanured weekly. Afterdrying
gehalt von 60 % erreicht. Ein höherer Trockensubs- systems (drying tunnel) can provide a higher dry mat-
tanzgehalt kann mit Nachtrocknungsanlagen (Trock- ter content.
nungstunnel) erzielt werden.

4.2.4 Fütterung und Tränke 4.2.4 Feeding and watering


Geringere Ammoniakemissionen in der gesamten Lower ammonia emissions in the entire process chain
Verfahrenskette vom Stall bis zur Ausbringung des from the animal house to the distribution of the solid
Fest- und Flüssigmists bzw. Geflügelkots werden er- and liquid manure or the poultry dung are reached if
reicht, wenn der Stickstoffeintrag durch eine an den nitrogen input is limited by adapting feeding to the
tatsächlichen Bedarf der Tiere angepasste Fütterung actual requirements of the animals. This leads to a re-
begrenzt wird. Dies führt zu einer verringerten Stick- duction of nitrogen excretion by 5 % to 20 % depend-
stoffausscheidung – zwischen 5 % und 20 % je nach ing on the animal species, the performance stage, and
Tierart, Leistungsstadium und Ausgangssituation the initial situation [12]. So far, however, no reduc-
[12]. Eine Minderung der Geruchsstoffemissionen tion of odorant emissions as a result of these meas-
durch diese Maßnahmen konnte allerdings bisher ures has been proven.
nicht nachgewiesen werden.
Das größte Potenzial zur Emissionsminderung von The following measures provide the greatest emis-
Ammoniak durch angepasste Fütterung besteht in der sion reduction potential by means of adapted feeding
Schweine- und Geflügelhaltung durch folgende Maß- in pig and poultry husbandry:
nahmen:
• separate Futtermischungen für tragende und säu- • separate feed mixtures for pregnant and nursing
gende Sauen sows
• Phasenfütterung durch separate Futtermischungen • phase feeding through separate feed mixtures for
für Anfangs- und Haupt-/Endmast bei Mast- the initial and main/final fattening of fattening
schweinen und in der Geflügelmast pigs and in poultry fattening
• Multiphasenfütterung (laufende Anpassung der • multiple-phase feeding (current adaptation of
Fütterung) feeding)
– 48 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

• Einsatz der RAM-Fütterung, bei der maximale • application of RAM feeding, which provides
Rohproteingehalte in Abhängigkeit vom Energie- maximum crude protein contents depending on
gehalt vorgegeben sind the energy content
• Einsatz von freien Aminosäuren • use of free amino acids
Milchkühe sind während des Trockenstehens und in Dairy cows must be fed an adapted feed mixture
der Laktationsperiode separat mit einer angepassten while standing dry and during the lactation period.
Futtermischung zu füttern.
Geruchsstoffemissionen können bei der Fütterung When silage is dispensed as feed, odorant emissions
von Silagen durch organisatorische Maßnahmen ver- can be reduced by taking organizational measures.
mindert werden. So sollte Silage täglich frisch vorge- Silage should be dispensed fresh because storage in
legt werden, da eine Lagerung im Stall zu höheren the animals house contributes to higher odorant emis-
Geruchsstoffemissionen beiträgt. Grundsätzlich ist sions. In principle, corn silage with a high dry matter
Maissilage mit hohem Trockensubstanzgehalt weni- content is less odour-intensive than grass and inter-
ger geruchsintensiv als Gras- und Zwischenfrucht- mediate crop silage (wet silage) as well as beet leaf
silage (Nasssilage) und Rübenblattsilage, die einen silage, whose dry matter content is lower.
niedrigeren Trockensubstanzgehalt aufweisen.
Minderwertiges oder verdorbenes Futter kann erheb- Feed of inferior quality or spoilt feedstuff can cause
liche Geruchsstoffemissionen verursachen. Emissio- considerable odorant emissions. Emissions from feed
nen aus Futterresten können durch eine dem Tier an- residues can largely be avoided by adapting feed
gepasste Futtermenge weitgehend vermieden wer- quantity to the needs of the animal, e.g. by means of
den, z.B. durch Einsatz einer Sensorfütterung mit an- sensor feeding with adapted feedstuff quantities and
gepassten Futtermengen und Fütterungszeiten in der feeding times in pig husbandry. Feed residues should
Schweinehaltung. Das Restfutter sollte täglich, bei be removed daily or (in the case of stock feeding) ac-
Vorratsfütterung entsprechend dem Futtervorlagein- cording to the feed dispensing interval. The residues
tervall entfernt werden. Die Verwertung kann z.B. can be utilized together with solid or liquid manure,
mit dem Fest- oder Flüssigmist erfolgen. for example.
Tränkesysteme müssen funktionssicher und frei von Watering systems must be functionally reliable and
Leckagen sein, um das Durchfeuchten der Einstreu free of leaks in order to avoid litter wetting. Nipple
zu vermeiden. Nippeltränken mit Auffangschalen ha- drinkers with catching bowls have proven themselves
ben sich zu diesem Zweck bei der Bodenhaltung von for this purpose in the floor housing of poultry [13].
Geflügel bewährt [13]. Bei Mastgeflügel sollten zur For fattening poultry, height-adjustable drinkers
Vermeidung von Wasserverlusten höhenverstellbare should be used in order to avoid water losses. More
Tränken eingesetzt werden. Weitergehende Informa- detailed information about watering equipment as
tionen zu Tränkeeinrichtungen, Tränkewasseraufbe- well as drinking water conditioning and water quality
reitung und -qualität für Rinder, Schweine und Geflü- for cattle, pigs, and poultry is available in KTBL pub-
gel können KTBL-Heften entnommen werden. lications.

4.2.5 Lagerung von Fest- und Flüssigmist und 4.2.5 Storage of solid and liquid manure as well
Silage as silage
Lagerkapazität Storage capacity
Die Lagerkapazität für Fest- und Flüssigmist ist so zu Storage capacity for solid and liquid manure must be
bemessen, dass eine Ausbringung zu den Zeiten dimensioned such that distribution can take place
höchsten Nährstoffbedarfs der zu düngenden Kultu- when the crops to be fertilized need the largest quan-
ren und bei günstigen Witterungsbedingungen erfol- tity of nutrients and when the weather conditions are
gen kann (DüV, [14]). Für Flüssigmist beträgt sie good (DüV, [14]). For liquid manure, at least six
mindestens sechs Monate. Bei der Dimensionierung months are required. In addition to the quantity of liq-
des Behältervolumens zur Außenlagerung von Flüs- uid manure and slurry, cleaning water and (in the case
sigmist und Jauche sind neben dem Flüssigmist- bzw. of open containers) the location-dependent quantity
Jaucheanfall auch Reinigungswasser und – bei offe- of precipitation must be considered in the dimension-
nen Behältern – die standortabhängige Nieder- ing of the container volume for the outdoor storage of
schlagsmenge zu berücksichtigen. Darüber hinaus ist liquid manure and slurry. Moreover, a safety free-
ein Sicherheitsfreibord von mindestens 20 cm einzu- board of at least 20 cm must be provided.
planen.
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 49 –

Bei Festmistlagerstätten ist die Lagerkapazität so zu The storage capacity of solid manure stores must be
bemessen, dass der Festmist zu einem pflanzenbau- dimensioned such that the solid manure can be spread
lich geeigneten Zeitpunkt ausgebracht werden kann. at an agronomically suitable time.

Emissionsminderung – Flüssigmist Emission reduction – liquid manure


Die gasförmigen Emissionen bei der Lagerung von The more the following conditions are fulfilled, the
Flüssigmist sind umso geringer, more the gaseous emissions released during liquid
manure storage decrease:
• je kleiner der Behälterdurchmesser und die Wind- • small container diameter and small area exposed
angriffsfläche an der Flüssigmistoberfläche sind to the wind at the liquid manure surface (a height-
(kostengünstige Behälterabmessungen ergeben diameter ratio of 1:3 to 1: 4 provides cost-effec-
sich bei einem Verhältnis von Höhe : Durchmesser tive container measurements),
von 1:3 bis 1: 4),
• je niedriger die Luftgeschwindigkeit über der • low air velocity over the liquid manure surface
Flüssigmistoberfläche ist (Windabschattung durch (wind shading due to low filling height or a high
niedrigen Füllstand bzw. ein hohes Freibord, Ein- freeboard, plants, cover, see Table 19),
grünung, Abdeckung siehe Tabelle 19),
• je niedriger die Temperatur des gelagerten Flüs- • low temperature of the stored liquid manure (use
sigmists ist (Einsatz von Tiefbehältern, Abschat- of underground tanks, shading; however, the in-
tung; allerdings ist der Investitionsbedarf von vestment requirements for underground tanks as
Tiefbehältern im Vergleich zu Hochbehältern hö- compared with high-level tanks are higher), and
her) und
• je weniger der Flüssigmist bewegt wird (Umpum- • little movement of the liquid manure (pumping,
pen, Homogenisieren). homogenizing).
Das Einleiten von Flüssigmist in Lagerbehälter hat Liquid manure must be led into storage containers
bodennah zu erfolgen, um eine Unterspiegelfüllung close to the surface in order to allow the container to
zu ermöglichen. Homogenisieren und Umpumpen be filled below the surface level. Liquid manure must
von Flüssigmist sind bevorzugt bei Windrichtungen preferably be homogenized and pumped when the
durchzuführen, bei denen die zu schützenden Immis- wind blows into directions where the immission
sionsorte nicht betroffen sind. places to be protected are not affected.

Tabelle 19. Spanne der Emissionsminderung (%) durch verschiedene Abdeckungen für Flüssigmistbehälter
Art der Abdeckung Minderung gegenüber nicht abgedeckten Behältern in %

Rindergülle Schweinegülle Bemerkungen


a) a)
Natürliche Schwimmdecke 30 bis 80 20 bis 70 geringe Wirksamkeit in Betrieben mit häufiger Gülle-
ausbringung
Anstieg von Lachgas-Emissionen möglich

Strohhäcksel – b) 80 c) Regelmäßige Kontrolle der Dicke und Vollständigkeit der


Strohschicht; eine zerstörte Strohschicht ist unverzüglich
wieder herzustellen.
geringe Wirksamkeit in Betrieben mit häufiger Gülleausbrin-
gung
Anstieg von Lachgas-Emissionen möglich

Granulate, Schwimmkörper – b) 80 bis 90 Ausgleich von Materialverlusten erforderlich


Anstieg von Lachgas-Emissionen möglich

Schwimmfolie – b) 80 bis 90 bei großflächigen Lagerbehältern hoher Aufwand für das


Aufbringen der Folie

Zelt – b) > 85 Emission durch windinduzierten Pumpeffekt bei elastischer


Zeltdachkonstruktion

Beton oder andere feste Abdeckung irrelevante Emission


a)
je nach Ausprägung (Dicke, Dichtheit und Bedeckungsgrad) der Schwimmdecke
b)
In der Regel ist bei Rindergülle eine natürliche Schwimmdecke vorhanden; zusätzliche Abdeckungsmaßnahmen sind nicht erforder-
lich.
c)
Strohhäckselauflage mindestens 5 kg/m2 bzw. Dicke von 10 cm
– 50 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Table 19. Range of emission reduction (%) by different liquid manure container covers
Type of cover Reduction as compared with non-covered containers in %

Cattle slurry Pig slurry Comments

Natural floating layer 30 to 80 a) 20 to 70 a) Low effectiveness on farms where slurry is spread frequently.
Higher laughing gas emissions are possible.

Chopped straw – b) 80 c) Regular checks of the thickness and completeness of the straw
layer.
A destroyed straw layer must be repaired immediately.
Low efficiency on farms where slurry is spread frequently.
Higher laughing gas emissions are possible.

Granulate, floating bodies – b) 80 bis 90 Compensation for material losses is necessary.


Higher laughing gas emissions are possible.

Floating film – b) 80 bis 90 In large-area storage containers, the application of the film is
time-consuming.

Tent – b) > 85 emission due to a wind-induced pumping effect in an elastic tent


roof construction

Concrete or other type of solid cover irrelevant emission low maintenance requirements, no rainwater input, longest
service life
a)
depending on the characteristics (thickness, tightness, and covering degree) of the floating layer
b)
In general, cattle slurry has a natural floating layer; additional covering is not required.
c)
chopped straw cover at least 5 kg/m2 or a thickness of 10 cm

Für die Flüssigmistlagerung sind Emissionsminde- Emission reduction measures for liquid manure stor-
rungsmaßnahmen in Tabelle 19 aufgeführt [2; 16; 17; age are listed in Table 19 [2; 16; 17; 18].
18].
Auf Rinderflüssigmist entsteht wegen des großen Due to the large percentage of feedstuff rich in crude
Anteils rohfaserreicher Futtermittel (Heu, Silage) in fibre (hay, silage) in the feed ration, generally a natu-
der Futterration meist eine natürliche Schwimmde- ral floating layer develops on liquid manure from cat-
cke. Die emissionsmindernde Wirkung dieser tle. The emission-reducing effect of this floating
Schwimmdecke hängt von ihrer Beschaffenheit und cover depends on its structure and its thickness. If
Dicke ab. Ist die Bildung der Schwimmdecke unzu- floating cover formation is insufficient, it can be sup-
reichend, kann sie durch das Aufbringen von Stroh- ported by adding chopped straw. This is generally
häcksel unterstützt werden. Dies ist bei der Lagerung necessary for the storage of pig slurry. The straw
von Schweinegülle in der Regel notwendig. Die quantity must reach at least 5 kg/m2 and be distrib-
Strohmenge hat mindestens 5 kg/m2 zu betragen und uted as evenly as possible on the surface. The straw
ist möglichst gleichmäßig auf der Oberfläche zu ver- cover should remain closed permanently. This type of
teilen. Die Strohabdeckung sollte dauerhaft geschlos- cover is the most cost-effective emission reduction
sen gehalten werden. Diese Form der Abdeckung ist measure (Table 19).
die kostengünstigste Emissionsminderungsmaß-
nahme (Tabelle 19).
Bei Verwendung von Granulaten, Schwimmkörpern If granulate, floating bodies or film are used, higher
oder -folien lassen sich im Vergleich zu Strohhäcksel degrees of emission reduction can be reached as com-
höhere Emissionsminderungsgrade erzielen. Am wir- pared with chopped straw. Solid covers (e.g. in the
kungsvollsten sind feste Abdeckungen, z.B. in Form form of concrete covers or tent roofs) are the most ef-
von Betondecken oder Zeltdächern. Diese Abde- fective solution. These cover types also have the
ckungsformen weisen auch die längste Nutzungs- longest service life and require less maintenance.
dauer auf und erfordern einen geringeren Wartungs- However, they are the most expensive type of cover.
aufwand, stellen allerdings die teuerste Form der Ab-
deckung dar.
Aus Gründen der Verhältnismäßigkeit eignen sich für Due to the cost-performance ratio, especially artifi-
die Abdeckung von bestehenden Flüssigmistbehäl- cial floating covers (e.g. chopped straw, granulate,
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 51 –

tern vor allem künstliche Schwimmdecken (z.B. floating bodies) are suitable as covers of existing liq-
Strohhäcksel, Granulate, Schwimmkörper), da diese uid manure containers because these covers do not re-
Abdeckungen keine zusätzlichen baulichen Maßnah- quire any additional construction measures.
men erfordern.
Flüssigmist oder Jauche darf nur an einem befestig- Liquid manure or slurry may be removed from the
ten Platz aus dem Lagerbehälter entnommen werden. storage container only on a paved surface. Soiled tap-
Verschmutzte Entnahmestellen sind zu reinigen. Das ping places must be cleaned. The cleaning and pre-
Reinigungs- und Niederschlagswasser von Entnah- cipitation water from tapping surfaces must be led
meflächen ist in den Lagerbehälter zu leiten. into the storage container.
Eine Verbesserung der lokalen Immissionssituation The local immission situation in the input area of the
im Einwirkbereich der Stallanlage kann erreicht wer- animal house facility can be improved if solid and liq-
den, wenn Fest- und Flüssigmist außerhalb des Anla- uid manure are stored outside of the facility area.
gengeländes gelagert werden.

Festmist Solid manure


Die Möglichkeiten, Emissionen bei der Lagerung The options of emission reduction during solid ma-
von Festmist zu reduzieren, sind begrenzt und im nure storage are limited and have rarely been studied
Vergleich zur Flüssigmistlagerung kaum untersucht. as compared with liquid manure storage.
Zur Lagerung von Festmist ist eine befestigte Mist- The storage of solid manure requires the construction
lagerstätte anzulegen (DIN 1045-1). Um die Emissi- of a paved dung storage facility (DIN 1045-1). In or-
onen möglichst gering zu halten, sollte eine kom- der to keep emissions to a minimum, compact ma-
pakte Mistlagerung mit einer geringen Oberfläche nure storage with a small surface should be striven for
angestrebt werden (große Stapelhöhe, kleine Grund- (large stacking height, small area). The storage facil-
fläche). Zur Verringerung der Oberfläche und zur ity should have walls on three sides in order to reduce
Verminderung der Windeinflüsse sollte die Lager- the surface and wind influence.
stätte dreiseitig umwandet sein.
Die Emissionen sind umso höher, je häufiger und je The more often and the more loosely the solid ma-
loser der Festmiststapel beschickt wird. Beim Einsatz nure stack is filled, the higher the emissions are.
von Presskolben- und Presskanalschiebern wird der When plunger and channel pushers are used, the ma-
Miststapel von unten beschickt. An der Oberfläche nure stack is filled from below. At the surface of the
des Miststapels kann durch Austrocknen eine Kruste manure stack, a crust may form due to drying, which
entstehen, die zur Minderung der Emissionen führt. leads to reduced emissions.
Jauche und Regenwasser sind zu sammeln und in Slurry and rainwater must be collected and drained
einen geschlossenen Jauchebehälter abzuleiten into a closed slurry container (DIN 11622).
(DIN 11622).
Ferner sollten geeignete Vorkehrungen gegen den In addition, suitable measures should be taken to pre-
Eintrag von Oberflächenwasser in den Jauchebehäl- vent the penetration of surface water into the slurry
ter getroffen werden, z.B. durch seitliches Aufkanten container, e.g. by means of lateral edge walls on the
der Betonplatte. concrete plate.

Trockenkot Dry dung


Geflügeltrockenkot ist abgedeckt oder überdacht und Dry poultry dung must be stored under dry conditions
trocken zu lagern, um eine Wiederbefeuchtung des under a cover or a roof in order to prevent remoisten-
Kots durch Witterungseinflüsse zu verhindern. Bei ing of the dung caused by weather influences. In
geschlossenen Hallen ist durch geeignete Maßnah- closed halls, condensation must be prevented by tak-
men Kondensation zu vermeiden, z.B. durch Wärme- ing appropriate measures (e.g. temperature insula-
dämmung. tion).

Silage Silage
Hochsilos stellen die emissionsärmste Form der Sila- Upright silos are the form of silage storage which
gelagerung dar, sind aber nur bei kleineren Betrieben produces the smallest quantity of emissions. How-
praktikabel. ever, these silos are suitable only for smaller farms.
– 52 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Bei der Herstellung, Lagerung und Entnahme von When silage is produced, stored, and removed, faulty
Silage sind Fehlgärungen zu vermeiden, die den Sila- fermentation must be avoided because it might cause
gegeruch unangenehm verstärken können. Um Nach- an unpleasant intensification of silage odour. In order
gärungen zu vermeiden, wird empfohlen, dass bei to avoid postfermentation, silage should be removed
Flachsilos die Futterentnahme so erfolgt, dass die from clamp silos such that the cut surface is as
Anschnittfläche möglichst glatt gehalten und der Fut- smooth as possible and the silage stack is not loos-
terstapel nicht unnötig aufgelockert wird. Wird täg- ened unnecessarily. If silage is removed several times
lich ein- oder mehrmals Silage entnommen, ist das a day, the silo does not have to be covered in the
zwischenzeitliche Abdecken nicht notwendig. Gär- meantime. Fermentation and silage effluents must be
und Sickersäfte sind entsprechend den wasserrechtli- caught and stored according to the regulations of the
chen Vorschriften aufzufangen und zu lagern. water law.
Das Futterlager und seine Umgebung sind von Futter- The silage store and its environment must be kept free
resten sauber zu halten. of silage residues.
Bei der Planung einer Siloanlage sollte darauf geach- When planning a silo facility, one should make sure
tet werden, die Siloanschnittfläche in nördlicher und that the silo cut area faces north and not in the main
nicht entgegen der Hauptwindrichtung auszurichten. wind direction.
Eine Verbesserung der lokalen Immissionssituation The local immission situation around the animal
im Umfeld der Stallanlage kann erreicht werden, house facility can be improved if the silage is stored
wenn die Silage an einem anderen oder weiter ent- at a different or a more distant place than around the
fernten Standort als am oder im Stall gelagert wird. animal house or inside it.

4.2.6 Nutzung, Gestaltung und Management von 4.2.6 Use, design, and management of
Ausläufen yards
Ausläufe ermöglichen in der Regel eine tiergerechte Yards generally allow indoor housing to be supple-
Ergänzung der Stallhaltung. Sie können jedoch zu- mented with an animal-friendly feature. However,
sätzliche Emissionen verursachen. they can cause additional emissions.
Daher sollten Ausläufe wie alle Stallbereiche mög- Therefore, yards should be kept as clean and dry as
lichst sauber und trocken gehalten werden. Dies wird possible like all areas in the animal house. This is
unterstützt durch supported by
• perforierte Böden, • perforated floors,
• separate Kotbereiche (nur Schweinehaltung) und • separate dung areas (only in pig housing), and
• tägliches, gegebenenfalls mehrmaliges Entfernen • daily removal of the excrement (except for poultry
der Exkremente (außer Geflügelhaltung). housing), if necessary several time per day.
Das Reinigen mit Wasser trägt zwar zur Emissions- Cleaning with water contributes to emission reduc-
minderung bei, erhöht aber die zu lagernde und aus- tion. However, it increases the quantity of liquid ma-
zubringende Flüssigmist- bzw. Jauchemenge. nure or slurry to be stored and distributed.
Zur Reduzierung der Ammoniakemissionen im Aus- Construction-technical solutions also enable ammo-
lauf sind auch bautechnische Lösungen möglich, in- nia emissions in the yard to be reduced if, for exam-
dem z.B. bei Neubauten der Auslauf zwischen zwei ple, the yard in newly built animal houses is con-
Laufstalleinheiten angelegt und teilweise überdacht structed between two loose house units and if it is
wird. partially roof-covered.

4.2.7 Weidenutzung 4.2.7 Pasture use


Bei Weidenutzung verringern sich die Emissionen If a pasture is used, emissions from the animal house
aus dem Stall zeitanteilig. decrease by the percentage of time which the animals
spend grazing.

4.3 Emissionsmindernde Maßnahmen für 4.3 Emission-reducing measures for


staubförmige Emissionen dustlike emissions
Die Art und Höhe der Staubemissionen aus Ställen The kind and the quantity of dust emissions from an-
wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Die imal houses is influenced by different factors: The
wichtigsten Faktoren sind: most important factors are:
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 53 –

• Aufstallungsart (Entmistung) und Einstreuverfah- • the kind of housing (demanuring) as well as the
ren bzw. -management littering technique and the litter management
• Raumströmung und Aktivität der Tiere im Stall • airflow and activity of the animals in the animal
(Wiederaufwirbeln bereits sedimentierter Staub- house (whirling up of dust particles which had al-
partikel) ready settled)
• Futterart bzw. -konsistenz • the type and the consistency of feedstuff
• Luftfeuchte im Stall (Staubbindungsvermögen der • humidity in the animal house (dust absorption ca-
Stallluft) pacity of the animal house air)
Prozessintegrierte Maßnahmen zur Minderung der Process-integrated measures for the reduction of dust
Staubemissionen tragen zur Seuchenhygiene und zur emissions contribute to the prevention of epizootic
Minderung der Emissionen von Bioaerosolen bei. diseases and the reduction of bioaerosol emissions.
Grundsätzlich sollten die Stalleinrichtung und alle Generally, the equipment and all areas in the animal
Stallflächen möglichst glatt und leicht zu reinigen house should be as smooth and as easy to clean as
sein. Staubablagerungen sind regelmäßig zu entfer- possible. Dust deposits must be removed regularly.
nen. Dies wird in der Mast durch das Organisations- During fattening, this is supported by the organiza-
prinzip der Rein-Raus-Methode unterstützt, da nach tional principle of all-in all-out management because
dem Ausstallen aller Tiere eine sorgfältige Reinigung careful cleaning and disinfection of the animal house
und Desinfektion des Stalls erforderlich ist. Bei der is necessary after all animals leave the animal house.
Handhabung staubender Stoffe vermindern niedrige When materials are handled which give off dust, low
Schütt- und Fallhöhen die Staubfreisetzung. In pouring and falling heights reduce dust emissions.
Tabelle 20 sind verschiedene Maßnahmen und ihr Table 20 shows different measures and their influ-
Einfluss auf die Staubemissionen dargestellt. ence on dust emissions.

Aufstallungsart/Einstreu Housing technique/litter


In eingestreuten Ställen entsteht im Vergleich zu ein- As compared with animal houses without litter, more
streulosen Ställen in der Regel mehr Staub, wenn sie, dust is released in littered houses if sufficient quanti-
um Kot und Harn zu binden, in ausreichender Menge ties of litter are spread in these houses in order to bind
eingestreut werden. faeces and urine.
Einstreuart und -qualität beeinflussen die Emissio- The kind and quality of litter influence the emissions.
nen. Die Freisetzung von Partikeln ist bei fein struk- Finely structured material (e.g. chopped straw) emits
turiertem Material, z.B. Häckselstroh, höher als bei more particles than coarse material (long straw, wood
grobem Material (Langstroh, Hobelspäne). shavings).
Die Art, Häufigkeit und Menge des Einstreuens be- In addition, the kind, frequency, and quantity of litter-
einflussen die Emissionen, da während des Ein- ing influence the emissions because the dust load in
streuvorgangs die Staubbelastung der Stallluft beson- the animal house air is particularly high during the lit-
ders hoch ist. Einstreuverfahren mit geringer Staub- tering process. Littering techniques which release lit-
entwicklung, z.B. Einstreuen per Hand, sind günsti- tle dust (e.g. manual littering) are more favorable
ger als Verfahren mit starker Staubentwicklung, z.B. than techniques which emit large quantities of dust
der Einsatz eines Ballenauflösers mit Wurfgebläse. (e.g. the use of a bale dissolver with a throw blower).
In der Mastgeflügelhaltung sollte das Kot-Einstreu- In fattening poultry housing, the dung-litter mixture
Gemisch nicht oder nur sehr selten bearbeitet, z.B. should be treated (e.g. turned with the aid of a rotary
umgefräst werden, da dies nicht nur gasförmige, son- cutter) only rarely or not at all because this increases
dern auch partikuläre Emissionen fördert. not only gaseous, but also particle emissions.

Tieraktivität Animal activity


Untersuchungen über den Zusammenhang zwischen Studies on the connections between animal activity
Tieraktivität und Staubkonzentration zeigen, dass die and dust concentration show that the latter very
Staubkonzentration sehr stark von der Aktivität der strongly depends on animal activity. Housing tech-
Tiere abhängt. Haltungsverfahren, die den Tieren nur niques which offer the animals only little freedom of
geringe Bewegungsmöglichkeiten bieten, z.B. die motion (e.g. individual housing with fixing in sow
Einzelhaltung mit Fixierung bei Sauen oder die husbandry or the small group housing of laying hens)
Kleingruppenhaltung bei Legehennen, weisen gerin- emit less dust than those which provide more free-
gere Staubemissionen auf als solche, die mehr Bewe- dom of motion (e.g. large group housing, aviary
Tabelle 20. Maßnahmen und ihr Einfluss auf die Staubemissionen

– 54 –
Ort der Tierart, Emissionspotenzial
Emission/ Produktions- niedriger tendenziell höher
Einflussfaktor richtung

VDI 3894 Blatt 1 / Part 1


Maßnahme

Stall

Einstreu nicht vorhanden Einstreu vorhanden


alle Tierarten grob strukturiertes Material (z.B. Langstroh, Hobelspäne) fein strukturiertes Material (z.B. Häckselstroh)
und Produktions- wöchentliches Einstreuen/geringe Einstreumenge tägliches Einstreuen/große Einstreumenge
Einstreu richtungen Einstreuverfahren mit geringer Staubentwicklung (z.B. per Hand, Raufe, Einstreuverfahren mit starker Staubentwicklung (z.B. Ballenauflöser mit
Ballen in Bucht setzen, keine Verteilung) Wurfgebläse, Stroh von Bühne abwerfen)

Mastgeflügel Einstreu wird nicht bearbeitet Einstreu wird bearbeiteet

Einzelhaltung mit Fixierung (Sauen) Kleingruppen in Einflächenbucht Großgruppen- und Mehrlächenbuchten


Schweine
Fütterung ad libitum Fütterung ein- oder mehrmals täglich

Tieraktivität Lege- und Kleingruppenhaltung Bodenhaltung Volierenhaltung


Junghennen

Kaltscharrraum nicht vorhanden/ Kaltscharraum vorhanden/kein Innenscharrraum Kaltscharraum vorhanden/zusätzlich


Geflügel
nur Innenscharrraum Innenscharrraum

alle Tierarten Feuchtfutter, Trockenfutter als Pellets oder ölgebunden, Mais- und Trockenfutter (mehlförmig), Heu, Stroh
Fütterung und Produktions- Grassilage, Grünfutter
richtungen

Technische Geflügel, Staubbindung durch Ölvernebelung Staubbindung durch Wasservernebelung keine technische Maßnahme zur
Maßnahme Schweine (Rinder) Staubbindung

Lager

alle Tierarten Raufutter-Bergeraum mit Ballen Raufutter-Bergeraum mit loser Befüllung Raufutter-Bergeraum mit
Futter und Produktions- Gebläsebefüllung
richtungen Kraftfuttersilo Flachlager für Kraftfutter
Table 20. Different measures and their influence on dust emissions
Place of Animal species, Emission potential
emission/ branch of lower tendency higher
influencing production
factor
Measure

Animal house

no litter littered
all animal species coarsely structured material (e.g. long straw, wood shavings) finnely structured material (e.g. chopped straw)
and branches of weekly littering/small litter quantity daily littering/large litter quantities
Litter production low-dust littering techniques (e.g. by hand, rack, deposition of bales in the high-dust littering techniques (e.g. bale dissolver with a throw blower,
pen, no distribution) bale dropping from a platform)

fattening poultry Litter is not treated. Litter is treated.

individual housing with fixing (sows) small gropus in single area pen large group and multiple area pens
pigs
ad libitum feeding feeding once or several times per day
Animal layers and small group housing floor husbandry aviary housing
activity young hens

no outdoor wintergarden/ outdoor wintergarden/indoor wintergarden outdoor wintergarden/additional indoor


poultry
indoor wintergarden only wintergarden

all animal species moist feed, dry feed as pellets or oil-bound, corn and grass silage, forage dry feed (floury), hay, straw
Feeding and branches of
production

Technical poultry, pigs dust absorption by oil fog dust absorption by water fog no technical measures for dust
measure (cattle) absorption

Store

VDI 3894 Blatt 1 / Part 1


all animal species roughage store with bales roughage store with loose filling roughage store with pneumatic filling
Feed and branches of
feed concentrate silo flat storage of feed concentrate
production

– 55 –
– 56 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

gungsmöglichkeiten zulassen, z.B. Großgruppenhal- housing, floor husbandry, outdoor wintergarden in


tung, Volierenhaltung, Bodenhaltung, Kaltscharr- addition to an indoor yard).
raum zusätzlich zum Innenscharrraum.
Bei Schweinen wird die Staubkonzentration im Ta- In pig housing, dust concentration over the course of
gesverlauf durch die Art der Fütterung, Stallarbeiten the day is determined by the feeding technique, work
und die natürlichen Aktivitäts- und Ruhephasen be- in the animal house, as well as the natural activty and
stimmt. Tagsüber und während der Fütterung oder ei- resting phases. During the day and during feeding or
ner Störung der Tiere, z.B. durch Kontrollgänge, when the animals are disturbed (e.g. during inspec-
werden in der Regel höhere Konzentrationen gemes- tion rounds), generally higher concentrations are
sen als nachts und in Ruhe. Das Fütterungsregime be- measured than at night and in resting phases. The
einflusst die Tieraktivität und damit die Emissionen feeding regime particularly influences animal activ-
in besonderem Maß. Bei rationierter Fütterung, das ity and emissions. If feed is dispensed in rations,
heißt, das Futter wird täglich zu bestimmten Zeiten which means that feedstuff is offered at certain times
angeboten und steht den Tieren nicht die gesamte of the day and is not constantly available to the ani-
Zeit zur Verfügung, kommt es während der Fütte- mals, the concentration values during feeding time
rungszeit zu stark erhöhten Konzentrationswerten. are significantly higher than usual. For this reason, ad
Die Fütterung ad libitum ist daher günstiger zu be- libitum feeding must be considered more favorable.
werten.

Futterart bzw. Futterkonsistenz Type and consistency of feedstuff


Auch die Futterart und -zuteilung wirken sich auf die The kind of feedstuff used and its dispensing also in-
Emissionen aus [19]. Die Staubentwicklung kann fluence the emissions [19]. The formation of dust can
verringert werden, z.B. durch: be reduced, e.g. by:
• Feuchtfutter oder pelletiertes Trockenfutter • moist feed or pelleted dry feedstuff
• Einsatz mehliger Futtermischungen in Flüssig- • use of floury feed mixtures in liquid feed
fütterungsanlagen dispensers
• Zusatz von Futterfetten oder Ölen bei Trockenfüt- • addition of dietary fat or oil to dry feed
terung
Mais- und Grassilage oder Grünfutter sind günstiger Corn and grass silage or forage are more favorable
als der Einsatz von Raufutter (Heu, Stroh). than roughage (hay, straw).

Staubbindung Dust absorption


Die Möglichkeiten, die Belastungen der Stallluft The options of reducing air pollution in the animal
durch stallinterne technische Maßnahmen zu min- house by taking technical measures within the house
dern, sind begrenzt. Das Versprühen eines Öl- oder are limited. Spraying an oil or water fog in the animal
Wassernebels im Stall ist eine Möglichkeit. Andere house is one possible solution. Other measures, such
Maßnahmen, z.B. die Stallluft-Ionisation oder -Filt- as the ionization or filtration of the animal house air
ration sind kostenintensiv und wenig effektiv oder are cost-intensive and have little effect, or they are
befinden sich zurzeit noch in der Entwicklung (z.B. currently still in the development phase (e.g. recircu-
Umluftreinigung). lation air cleaning).

Futterlagerung Feed storage


Bei der Lagerung von Raufutter ist das mechanische In roughage stores, the mechanical filling of the stor-
Befüllen des Bergeraums mit Ballen oder in loser age room with bales or loose roughage causes fewer
Form emissionsärmer als eine Gebläsebefüllung. Die emissions than filling with the aid of fans. Feed con-
Lagerung von Kraftfutter hat in einem geschlossenen centrate must be stored in a closed system (feed con-
System (Kraftfuttersilo) zu erfolgen. Trockenfutter- centrate silo). Dry feed stores which are filled pneu-
mittellager, die pneumatisch beschickt werden, sind matically must be equipped with dust separators.
mit Staubabscheidern auszustatten.

4.4 Emissionsmindernde Maßnahmen für 4.4 Emission-reducing measures for


Lachgas und Methan laughing gas and methane
Die Möglichkeiten zur Minderung klimawirksamer The options of reducing climatically relevant gases in
Gase bei der Stallhaltung von Tieren sind begrenzt. animal housing are limited. In addition, correlations
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 57 –

Außerdem sind Wechselwirkungen hinsichtlich der with the release of other gaseous and particle emis-
Freisetzung anderer gas- und partikelförmiger Emis- sions must be considered.
sionen zu beachten.
Durch den Einsatz von Einstreu in den Haltungsver- The use of litter in animal housing increases the po-
fahren erhöht sich z.B. das Potenzial für Lachgase- tential of laughing gas emissions, for example, espe-
missionen, besonders, wenn es sich um Tiefstreuver- cially if deep litter techniques are applied. Here, no
fahren handelt. Minderungsmaßnahmen lassen sich reduction measures can be taken.
in diesem Zusammenhang nicht ableiten.
Großen Einfluss auf die Methanfreisetzung der Tiere The composition of the feedstuff and the feed ration,
haben dagegen die Zusammensetzung des Futters however, has great influence on methane emission by
und die Futterration. So trägt bei der Rinderhaltung the animals. In cattle housing, for example, demand-
eine bedarfsangepasste Fütterung zur Minderung der adapted feeding contributes to the reduction of meth-
Methanemissionen bei. ane emissions.
Die Erzeugung und Nutzung von Biogas ist ein effek- The production and use of biogas is an effective
tiver Weg zur Minderung klimawirksamer Gase aus method for the reduction of climatically relevant
der Tierhaltung (siehe Abschnitt 4.5.2). gases from animal housing (see Section 4.5.2).

4.5 Weitere Minderungsmaßnahmen 4.5 Other reduction measures


4.5.1 Abluftreinigung 4.5.1 Exhaust air cleaning
Durch den Einsatz einer Abluftreinigungsanlage ist The use of an exhaust air cleaning system allows
eine weitergehende Minderung der Emissionen aus emissions from animal houses with forced ventilation
zwangsbelüfteten Ställen möglich. to be reduced more significantly.
Grundsätzlich können diese Verfahren nur bei In principle, these techniques can only be used in an-
zwangsbelüfteten Ställen eingesetzt werden, da die imal houses with forced ventilation because the ex-
Abluft aus den Ställen gesammelt und durch die Rei- haust air from the animal houses must be collected
nigungsanlage geleitet werden muss. Haltungsver- and led through the cleaning system. Freely venti-
fahren mit freier Lüftung lassen sich nicht mit einer lated animal houses cannot be equipped with an ex-
Abluftreinigungsanlage ausrüsten. Hauptanwen- haust air cleaning system. The main area of applica-
dungsbereich ist zurzeit die Schweinehaltung. tion of this technique is currently pig housing.
Die Errichtung und der Betrieb dieser Anlagen sind The construction and the operation of these facilities
mit einem erheblichem Aufwand und hohen Kosten cause significant expenditures and high costs [20].
verbunden [20]. Aus Gründen der Verhältnismäßig- For reasons of proportionality, they are generally
keit werden sie in der Regel nur dann eingesetzt, used only when all process-integrated measures of
wenn alle prozessintegrierten Maßnahmen zur Min- emission reduction or immission load reduction have
derung der Emissionen bzw. zur Minderung der Im- been exhausted and the protection of the environment
missionsbelastung ausgeschöpft sind und der Schutz against harmful impacts cannot be guaranteed other-
der Umwelt vor schädlichen Einwirkungen nicht auf wise. TA Luft provides requirements for the preven-
andere Art und Weise sichergestellt werden kann. tion of harmful environmental impacts.
Anforderungen zur Vorsorge gegen schädliche Um-
welteinwirkungen werden in der TA Luft geregelt.
Die Auswahl des Reinigungsverfahrens richtet sich The cleaning technique is chosen mainly based on the
vor allem danach, welche Emissionen gemindert kind of emissions to be reduced, the intended area of
werden sollen, für welchen Einsatzbereich das Ver- application of the technique, and the required clean-
fahren geplant wird und welche Reinigungsleistung ing capacity [21]. Table 21 lists the most important
erforderlich ist [21]. In Tabelle 21 sind die wich- cleaning techniques available on the market. In prin-
tigsten der auf dem Markt verfügbaren Reinigungs- ciple, only techniques which have passed a suitability
verfahren zusammengestellt. Grundsätzlich sollten test should be applied [22].
nur eignungsgeprüfte Verfahren eingesetzt werden
[22].
Eine dauerhaft hohe Reinigungsleistung setzt voraus, Continuously high cleaning performance requires
dass die Anlage richtig dimensioniert und ordnungs- that the facility is correctly dimensioned and operated
gemäß betrieben wird. Der Anlagenbetreiber muss properly. The operator of the facility must guarantee
dies durch regelmäßige Überwachung und Wartung this by means of regular monitoring and mainte-
– 58 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Tabelle 21. Verfügbare Abluftreinigungsverfahren und ihre Reinigungsleistung bei ordnungsgemäßer Auslegung
und Betrieb [21]
Merkmal Chemischer Rieselbettreaktor Biofilter Kombinations- Kombinations-
Wäscher (Biowäscher) verfahren (2-stufig) verfahren (3-stufig)

Geruch – ++ ++ ++ ++

Ammoniak ++ + – ++ ++

Staub + + + + ++

Einsatzbereich Schweine, Kälber- Schweine, Schweine, Schweine, Kälbermast Schweine, Kälbermast


(Haltungsverfahren) mast (Flüssigmist), Kälbermast ( Kälbermast (Fest- oder Flüssigmist), (Fest- oder Flüssig-
Kotlager Flüssigmist) (Flüssigmist) Geflügelmast, Kotlager mist), Kotlager

– ungeeignet
+ mindestens 70 %
+ + mindestens 90 % (Geruch: kein Stallgeruch in der Reinluft wahrnehmbar und Reingaskonzentration < 300 GE/m3)

Table 21. Available exhaust air cleaning techniques and cleaning capacity of properly designed and operated faci-
lities [21]
Characteristic Chemical washer Trickle bed reac- Biofilter Combination Combination
tor (biowasher) technique (2 stages) technique (3 stages)

Odour – ++ ++ ++ ++

Ammonia ++ + – ++ ++

Dust + + + + ++

Area of use pigs, calf fattening pigs, pigs, pigs, calf fattening pigs, calf fattening
(housing technique) (liquid manure), calf fattening calf fattening (solid or liquid manure), (solid or liquid
dung store (liquid manure) (liquid manure) poultry fattening, manure), dung store
dung store

– inappropriate
+ at least 70 %
+ + at least 90 % (odour: no animal house odour perceptible in the clean air and pure gas concentration < 300 OU/m3)

der Anlage sicherstellen, und darüber hinaus sollte nance. In addition, these measures should be docu-
dies entsprechend dokumentiert werden. Zusätzlich mented appropriately. Moreover, the operator must
ist Sorge zu tragen, dass die durch die Abluftreini- make sure that substances produced by the exhaust
gungsanlage anfallenden Stoffe (z.B. Stickstoffver- air cleaning system (e.g. nitrogen compounds) are
bindungen) adäquat zwischengelagert und weiterver- stored in an adequate intermediate store and reused.
wertet werden.

4.5.2 Behandlung von Fest- und Flüssigmist 4.5.2 Treatment of solid and liquid manure
Die Behandlung von Fest- und Flüssigmist hat u.a. One of the goals of solid and liquid manure treatment
zum Ziel, die Emissionen an Gerüchen, Ammoniak is the reduction of the emission of odour, ammonia,
und klimawirksamen Gasen während der Lagerung and climatically relevant gases during the storage and
und bei der Ausbringung von Fest- und Flüssigmist the distribution of solid and liquid manure.
zu mindern.
Außer durch Ansäuern konnte durch die Zugabe von Except for acidification, the addition of chemical or
chemischen oder biochemischen Stoffen eine Emissi- biochemical substances has not provided a proven re-
onsminderung bisher nicht gesichert nachgewiesen duction of emissions so far [23].
werden [23].
Von den technischen Verfahren hat nur die anaerobe Of the technical methods, only the anaerobic treat-
Behandlung von Fest- und Flüssigmist (Biogaserzeu- ment of solid and liquid manure (biogas production)
gung) besondere Bedeutung erlangt. Allerdings sind has gained particular significance. The emission-re-
die emissionsmindernden Effekte der Biogasanwen- ducing effects of biogas application, however, are
dung für Investitionsentscheidungen in der Regel generally of secondary importance for investment de-
nachrangig. Im Vordergrund stehen die wirtschaft- cisions. The primary aspect is the economic advan-
lichen Vorteile durch den Nettoenergiegewinn. tage due to the net energy gain.
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 59 –

In Biogasanlagen wird organische Biomasse (Gär- In biogas plants, methane bacteria anaerobically con-
substrat) von Methanbakterien unter Luftabschluss vert organic biomass (fermentation substrate) into
zu Kohlendioxid und Methan umgewandelt. Dabei carbon dioxide and methane. During this process,
werden geruchsintensive Verbindungen abgebaut und odour-intensive compounds are degraded, and the
pathogene Keime sowie keimfähige Unkrautsamen numbers of pathogenic germs as well as germinating
reduziert. Biogas kann in einem Blockheizkraftwerk weed seeds are reduced. Biogas can be used for elec-
zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt oder tricity and heat generation in a combined heat and
direkt in das Gasnetz eingespeist werden. power system, or it can directly be fed into the gas
network.
Die Biogaserzeugung trägt zu einer Emissionsminde- Biogas production contributes not only to the reduc-
rung vor allem von Methan, aber auch von Gerüchen tion of methane emissions, but also to a reduction of
bei, wenn Fermenter und Lagerbehälter gasdicht ab- odour emission if the fermenter and the storage con-
gedeckt sind und diffuse Emissionen vermieden wer- tainer have a gas-tight cover and if diffuse emissions
den (VDI 3475 Blatt 4). are avoided (VDI 3475 Part 4).
Der Abgaskamin eines BHKW muss in Abhängigkeit Depending on the emission and the location, the con-
von der Emission und vom Standort eine ausrei- struction height of the exhaust gas chimney of a com-
chende Bauhöhe aufweisen. bined heat and power system must be sufficient.
Im Gärrest ist das Emissionspotenzial für Ammoniak Fermentation residues have increased ammonia
erhöht, da bei der Fermentation der Ammoniumanteil emission potential because the percentage of ammo-
zunimmt. Zur landbaulichen Verwertung der Gär- nia grows during fermentation. Therefore, only low-
reste sollten daher nur emissionsarme Ausbringever- emission distribution techniques should be applied
fahren angewendet werden. for the agricultural use of fermentation residues.

5 Maßnahmen zur Beeinflussung der 5 Measures for the improvement of the


Immissionssituation immission situation
5.1 Standortwahl 5.1 Choice of location
Bei der Wahl des Standorts einer geplanten Stallan- When the location of a planned animal house facility
lage sind insbesondere folgende Faktoren zu beach- is chosen, in particular the following factors must be
ten: considered:
• ausreichende Abstände zu schutzbedürftigen Nut- • sufficient distance from areas in need of protec-
zungen wie Wohnhäusern sowie Schutzgütern un- tion, such as residential housing, and protected
ter Beachtung einer gegebenenfalls vorhandenen objects, observing potential previous loads, if nec-
Vorbelastung essary
• Windrichtungshäufigkeitsverteilung, aus der die • distribution of wind direction frequency, which al-
Richtung erkennbar ist, in der hauptsächlich mit lows the main direction to be determined from
Immissionen zu rechnen ist which immissions must be expected
• Orografie und Topografie und ihre Auswirkungen • orography and topography and their effects on the
auf die Strömungsverhältnisse flow conditions
• Belange der Bauleitplanung und sonstiger Fach- • concerns of urban development planning and
planungen other technical and constructional plans
• ausreichende Reserven für die weitere Entwick- • sufficient reserves for the future development of
lung des Betriebs the farm

5.2 Ableitbedingungen 5.2 Exhaust conditions


Die in Abschnitt 3.3 beschriebenen Prinzipien der The principles of forced and free ventilation de-
Zwangslüftung und der freien Lüftung haben unter- scribed in Section 3.3 lead to different conditions of
schiedliche Ableitbedingungen der Abluft zur Folge, exhaust air conduction, which have an effect on im-
die sich hinsichtlich der Immissionen auswirken. Die missions. The design of exhaust air conduction must
Art und Weise der Abluftführung ist im Einzelfall an be adapted to the conditions at the individual loca-
den Bedingungen des Standorts auszurichten. tion.
– 60 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

6 Emissionen 6 Emissions
6.1 Konventionswerte für Emissionsfaktoren 6.1 Conventional values for emission factors
Die Emissionen aus Tierhaltungsanlagen weisen im Emissions from animal housing facilities show great
Tages- und Jahresverlauf eine große Variabilität auf, variability over the course of the day and the year,
die u.a. vom Größenwachstum der Tiere, den which depends on the size growth of the animals, the
Schwankungen der Umgebungstemperatur, der un- fluctuations of the ambient temperature, different an-
terschiedlichen Tieraktivität im Tagesverlauf und imal activities over the course of the day, the housing
dem Haltungssystem sowie dem Management beein- system, and the management. Emission data pub-
flusst wird. Emissionsdaten, die für einzelne Hal- lished for individual housing techniques generally
tungsverfahren veröffentlicht sind, haben in der Re- show a large range of variation. In addition, they are
gel eine große Streubreite. Zudem sind sie nur einge- comparable only to a limited extent (cf. e.g. [10]), be-
schränkt miteinander vergleichbar (siehe z.B. [10]), cause currently no uniform standards with regard to
da es bisher keine einheitlichen Standards in Bezug the measuring techniques and the marginal condi-
auf die Messverfahren und Randbedingungen zur tions for the realization of emission measurements
Durchführung von Emissionsmessungen gibt. are available.
Gesicherte Aussagen über den repräsentativen Emis- At a practical scale, only the so-called “multi-site
sionsfaktor eines ganzen Haltungssystems können im sampling approach” allows the representative emis-
Praxismaßstab nur mit dem sogenannten „Multi-Site- sion factor of an entire housing system to be deter-
Sampling-Approach“ erreicht werden [24]. Innerhalb mined reliably [24]. Within one farm, this method
eines Betriebs können zwar Langzeiteffekte sowie shows long-term effects as well as seasonal and day-
eine jahres- und tageszeitliche Dynamik aufgezeigt time-specific dynamics. Applicability to an entire
werden, doch mit Blick auf die Übertragbarkeit auf housing system and the generalization of the results,
ein ganzes Haltungssystem und auf ein Verallgemei- however, absolutely require emission measurements
nern der Ergebnisse ist eine Absicherung mit Emissi- on several independent farms for confirmation.
onsmessungen bei mehreren voneinander unabhängi- Moreover, emission measurements distributed over
gen (Praxis-)Betrieben zwingend notwendig. Des the seasons must be carried out in order to consider
Weiteren sind über die Jahreszeiten verteilte Emissi- climatic variation over the course of the year and sea-
onsmessungen durchzuführen, um sowohl die klima- sonal feed change, for example. However, only an in-
tische Variation im Jahresverlauf als auch z.B. die finitely small percentage of the emission measure-
jahreszeitlichen Futterwechsel zu berücksichtigen. ments published in the literature and the available
Diese Voraussetzungen treffen jedoch nur für einen emission factors fulfills these conditions.
verschwindend geringen Anteil der in der Literatur
veröffentlichten Emissionsmessungen bzw. verfüg-
baren Emissionsfaktoren zu.
Deshalb wurden in dieser Richtlinie Konventions- Therefore, conventional values for emission factors
werte für Emissionsfaktoren auf der Grundlage von were determined in this guideline based on literature
Literaturangaben, Plausibilitätsbetrachtungen und references, plausibility considerations, and practical
praktischem Erfahrungsschatz festgelegt. experiences.
Um aus einer in der Literatur vorliegenden Spann- A representative emission factor for a housing system
breite von Emissionsdaten bzw. -faktoren einen re- based on a range of emission data and factors availa-
präsentativen Emissionsfaktor für ein Haltungssys- ble in the literature generally cannot be derived by
tem zu bestimmen, ist es in der Regel nicht zulässig, forming a simple average value. This would require
diesen durch einfache Mittelwertbildung abzuleiten. that the emission data would not only be measured
Denn dieses würde voraussetzten, dass die Emissi- under comparable conditions (see above), but that
onsdaten nicht nur vergleichbar gemessen wurden they would also show equal distribution (normal dis-
(siehe oben) sondern auch eine Gleichverteilung tribution).
(Normalverteilung) aufweisen würden.
Die Konventionswerte dieser Richtlinie sind in der The conventional values of this guideline are gener-
Regel Einzelwerten vorzuziehen, insbesondere wenn ally preferable to individual values in particular if the
diese aus einzelnen Stichprobenmessungen oder Ex- latter were derived from individual sample measure-
tremwerten von Emissionsdaten abgeleitet wurden. ments or extreme values of emission data.
Basis der hier angegebenen Konventionswerte sind The conventional values given in the present guide-
der Stand der Haltungstechnik sowie die gute fachli- line are based on the state of the art in housing tech-
che Praxis. Sie sind repräsentativ für eine über das nique and good practice. They represent the assumed
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 61 –

Jahr angenommene Emission unter Berücksichtigung emission during one year taking typical work proc-
der typischen Betriebsabläufe und von Standard- esses and standard service times into consideration.
servicezeiten. Alle Werte werden als Jahresmittel- All values are given as mean annual values. However,
wert angegeben. Für eine zeitlich aufgelöste Emissi- the suitability of these values for a temporally dis-
onsbetrachtung können diese Werte nur einge- solved consideration of emissions is limited [25; 31].
schränkt herangezogen werden [25; 31].
Die Werte in Tabelle 22, Tabelle 24 und Tabelle 26 The values in Table 22, Table 24, and Table 26 exclu-
beziehen sich ausschließlich auf die Emissionen aus sively refer to emissions from animal houses.
Ställen.
Zur Ermittlung der Emission aus dem Stall ist die für The determination of emission from the animal house
den Stall geplante Tierplatzzahl und/oder die mittlere must be based on the number of animal places
Tiermasse heranzuziehen. planned in the house and/or the mean animal mass.
Weichen Anlagen wesentlich in Bezug auf die Zeit- If facilities differ considerably from these values with
räume der Stallbelegung, Emission, Nutzungsrich- regard to housing periods, emission, branch of pro-
tung, Aufstallung, Fütterung, Fest- und Flüssigmist- duction, housing techniques, feeding, and the storage
sowie Kotlagerung ab, können auf der Grundlage of solid and liquid manure as well as dung, different
plausibler Begründungen abweichende Konventions- conventional values can be used for the determination
werte für Emissionsfaktoren herangezogen werden. of emission factors based on plausible reasons.

6.1.1 Geruch 6.1.1 Odour


Der Geruchsstoffstrom einer Anlage ist das Produkt The odorant flow of a facility is the product of the
der mittleren Tiermasse in den Ställen angegeben in mean animal mass in the animal houses indicated in
GV (siehe Anhang A) und dem spezifischen, auf die livestock units (see Annex A) and the specific emis-
Tiermasse bezogenen Emissionsfaktor (GE· s–1· GV–1). sion factor in relation to the animal mass
Die Emissionen von Flächenquellen ergeben sich als (OU·s–1 · LU–1) The emissions of area sources are the
Produkt der Quellfläche (m2) und des auf die Fläche product of the source area (m2) and the emission fac-
bezogenen Emissionsfaktors (GE · s–1· m–2). tor in relation to the area (OU · s–1· m–2).
Eine umfangreiche Datensammlung für Emissions- Comprehensive data of emission factors were col-
faktoren wurde in [10] zusammengestellt. Weitere lected in reference [10]. Additional data on emissions
Daten liegen zu den Emissionen aus der Enten- und from duck and turkey housing, laying hen housing,
Putenhaltung, zur Legehennenhaltung und zur Rin- and cattle housing are available. These values were
derhaltung vor. Diese Werte wurden im Gutachten used in the expert’s report “Best available techniques
„Beste verfügbare Technik in der Intensivtierhal- in intensive animal farming” [1] and in the national
tung“ [1] und im nationalen Bewertungsrahmen [2] evaluation frame [2]. Based on these data and com-
verwendet. Aufbauend auf diesen Daten und umfang- prehensive experiences from permission practice,
reichen Erfahrungen aus der Genehmigungspraxis conventional emission factors for a large number of
wurden in Niedersachsen für eine Vielzahl von Tier- animals were collected in Lower Saxony [33]. In
arten Emissionsfaktoren per Konvention zusammen- Table 22, the emission factors of the mentioned and
gestellt [33]. In Tabelle 22 wurden die Emissions- other publications were collected, reevaluated, and
faktoren der genannten und weiterer Veröffentlichun- determined as conventional values for emission fac-
gen zusammengefasst, neu bewertet und als Konven- tors.
tionswerte für Emissionsfaktoren festgelegt.
Eine Differenzierung der Daten für verschiedene Differentiation of the data for different housing tech-
Haltungsverfahren einer Produktionsrichtung ist nur niques within a branch of production is only possible
für wenige Fälle möglich, da die Emissionsfaktoren in a few cases because the emission factors vary sig-
stark streuen und die Unterschiede zwischen den Hal- nificantly and blur the differences between the hous-
tungsverfahren verwischen. Bei allen Daten handelt ing techniques. All data are conventional values de-
es sich um Konventionswerte, die aus Messungen ab- rived from measurements, which have proven them-
geleitet wurden und die sich bei der Prognose und selves in the prognosis and evaluation of odorant
Beurteilung der Geruchsstoffimmissionen von Stall- emissions from animal housing facilities. With regard
anlagen bewährt haben. Pferde werden in der Regel to odorant emissions, horses are generally evaluated
hinsichtlich der Geruchsstoffemissionen wie Milch- like dairy cattle or more favorably because stables are
vieh oder günstiger beurteilt, da die Ställe zumeist generally littered more intensively.
stärker eingestreut werden.
– 62 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Tabelle 22. Geruchsstoffemissionsfaktoren (Konventionswerte) für verschiedene Tierarten, Produktionsrichtungen


und Haltungsverfahrena)
Tierart Produktionsrichtung Geruchsstoff- Anwendbar für Verfahren gemäß Quelle/Anmerkungen
Haltungsverfahren emissions- Nationalem Bewertungsrahmen
faktor (Abschnitt 3 (ID-Nr.))
in GE· s–1· GV–1
Schweine Schweinemast
Flüssigmist-/Festmistverfahren 50 S/MS 0001–0005 und 0007 c) 0008 c) [8; 10; 30]

Tiefstreuverfahren 30b) S/MS 0006 [2; 10]


Ferkelerzeugung
Warte- und Deckbereich 22b) S/FD 0001–0002; 0003 c); 0004 c),
(Sauen, Eber) 0005–0006 [8; 30]
S/FW 0001–0002; 0003 c), 0004, 0005 c)
und 0007
S/FE 0001–0004
Abferkel- und Säugebereich 20b) S/FG 0001–0002 c) und 0004 c)–0006 [8; 10; 30]
(Sauen mit Ferkeln)
Ferkelaufzucht 75b) S/FA 0001–0005; 0006 c), 0007; [8; 10; 30]
0008 c)–0009
Jungsauenaufzucht 50 wie MS [8; 10; 30]
Geflügel Legehennenhaltung
Kleingruppenhaltung, Kotbandd) 30b) H/LH 0412 abgeleitet nach [2] und [30]
Bodenhaltung mit Volierengestellen, 30b) H/LH 0211; 0221; 0231 e); 0241 e) abgeleitet nach [2] und [30]
Kotbandd)
Bodenhaltung 42 H/LH 0315; 0351; 0331 e); 0341 e); 0361 e) abgeleitet nach [2] und [30]
Junghennenaufzucht
alle Haltungsverfahren wie Lege- H/AZ 0001–0003
hennenhaltung
Hähnchenmast
Bodenhaltung 60 H/MH 0001–0002; 0003 e); 0004 e) [31]
Entenaufzucht
Bodenhaltung 75b) E/AZ 0001 abgeleitet nach [10] und [30]
Entenmast
Bodenhaltung 75b) E/EM 0001–0002 abgeleitet nach [10] und [30]
Putenaufzucht
Bodenhaltung 32b) T/AZ 0001 abgeleitet nach [2] und [10]
Putenmast
Bodenhaltung 32b) T/PM 0001–0003; 0004 e); 0005 e); 0006 abgeleitet nach [2] und [10]
e)
Rinder Milchvieh- und Mutterkuhhaltung
alle Haltungsverfahren 12 R/MV 0001 – 0018¸ 0013 e) [2; 8; 30]
(inkl. Kälber bis 6 Monate) R/MK 0001 e); 0002 e); 0003–0004; 0005 e)
Rinderaufzucht und Mast
Rindermast 12 R/RM 0001–0005 [2; 8; 30]
Jungrinderhaltung (weiblich) 12 R/JV 0001–0006; 0004 e) [2; 8; 30]
Kälberaufzucht bis 6 Monate 12 R/KA 0001 e); 0002–0005; 0006 e); [2; 8; 30]
(separate Aufstallung) 0007–0008
Kälbermast 30b) R/KM 0001–0003 [2; 8; 30]
e)
Pferde Pferdehaltung 10b) P/E 0003–0005; 0006–0007 e)
P/G 0022–0024 und 0027–0028;
005–0026 e)
Schafe Schafhaltung
Bock 50b) im NBR nicht beschrieben abgeleitet nach [32]
Jungtiere und weibliche Tiere 25b) im NBR nicht beschrieben
Ziegen Ziegenhaltung
Bock 100b) im NBR nicht beschrieben abgeleitet nach [32]
Jungtiere und weibliche Tiere 30b) im NBR nicht beschrieben
a)
Weichen Anlagen zum Halten oder zur Aufzucht von Nutztieren wesentlich in Bezug auf das Haltungsverfahren von den in der Tabelle
genannten Verfahren ab, können auf der Grundlage plausibler Begründungen (z.B. Messberichte, Praxisuntersuchungen) abwei-
chende Emissionsfaktoren zur Berechnung herangezogen werden.
b)
Untersuchungen zur Validierung erforderlich
c)
Haltungsverfahren mit Auslauf, Wert gilt nur für den Stall ohne Auslauf.
b)
Bisher liegen keine Untersuchungen zur Differenzierung bezüglich belüftetes/unbelüftetes Kotband vor.
c)
Emissionsdaten beziehen sich nur auf die Zeiten der Stallhaltung.
Anmerkung: Außer den angegebenen Minderungsmaßnahmen, die bereits in den Emissionsfaktoren enthalten sind, sind keine zusätzlichen
Minderungsmaßnahmen quantifizierbar. Maßnahmen zur Minderung der Ammoniakemissionen tragen tendenziell zur Minderung der Geruchs-
emissionen bei. Es gibt aber keine konstanten Beziehungen.
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 63 –

Table 22. Odorant emissions (conventional values) for different animal species, branches of production, and hou-
sing techniquesa)
Animal Branch of production Odorant Applicable for techniques according Source/comments
species Housing technique emission to the national evaluation frame
factor (Section 3 (ID-No.))
in OU·s–1 · LU–1
Pigs Pig fattening
liquid manure/solid manure 50 S/MS 0001–0005 and 0007 c) 0008 c) [8; 30]
technique
deep litter technique 30b) S/MS 0006 [2; 10]
Piglet production
waiting and mating area 22b) S/FD 0001–0002; 0003 c); 0004 c),
(sows, boars) 0005–0006 [8; 30]
S/FW 0001–0002; 0003 c), 0004, 0005 c)
and 0007
S/FE 0001–0004
farrowing and nursing area 20b) S/FG 0001–0002 c) and 0004 c)–0006 [8; 10; 30]
(sows with piglets)
piglet rearing 75b) S/FA 0001–0005; 0006 c), 0007; [8; 10; 30]
0008 c)–0009
young sow rearing 50 like MS [8; 10; 30]
Poultry Laying hen housing
small group housing, dung belt d) 30b) H/LH 0412 derived according to [2] and [30]
floor husbandry with aviaries, 30b) H/LH 0211; 0221; 0231 c); 0241 c) derived according to [2] and [30]
dung belt d)
floor husbandry 42 H/LH 0315; 0351; 0331 c); 0341 c); 0361 c) derived according to [2] and [30]
Young hen rearing
all housing techniques like laying H/AZ 0001–0003
hen housing
Broiler fattening
floor husbandry 60 H/MH 0001–0002; 0003 c); 0004 c) [31
Duck rearing
floor husbandry 75b) E/AZ 0001 derived according to [10] and [30]
Duck fattening
floor husbandry 75b) E/EM 0001–0002 derived according to [10] and [30]
Turkey rearing
floor husbandry 32b) T/AZ 0001 derived according to [2] and [10]
Turkey fattening
floor husbandry 32b) T/PM 0001–0003; 0004 c); 0005 c); 0006 derived according to [2] and [10]
e)
Cattle Dairy cattle and mother cow housing
all housing techniques 12 R/MV 0001 – 0018¸ 0013 c) [2; 8; 30]
(including calves up to 6 months) R/MK 0001 c); 0002 c); 0003–0004; 0005 c)
Cattle rearing and fattening
cattle fattening 12 R/RM 0001–0005 [2; 8; 30]
young cattle housing (females) 12 R/JV 0001–0006; 0004 c) [2; 8; 30]
calf rearing up to 6 months 12 R/KA 0001 c); 0002–0005; 0006 c); [2; 8; 30]
(separate housing) 0007–0008
calf fattening 30b) R/KM 0001–0003 [2; 30]
e)
Horses Horse housing 10b) P/E 0003–0005; 0006–0007 c)
P/G 0022–0024 und 0027–0028;
005–0026 c)
Sheep Sheep housing
buck 50b) not described in the national evaluation frame derived according to [32]
young animals and females 25b) not described in the national evaluation frame
Goats Goat housing
buck 100 b) not described in the national evaluation frame derived according to [32]
young animals and females 30b) not described in the national evaluation frame
a)
If facilities for the housing or rearing of farm animals differ significantly from the techniques described in the table, different emission
factors can be used for calculation on a plausible basis (e.g. measurement reports, practical examinations).

b)
studies for validation required
c)
Housing techniques with a yard. This value applies only to the animal house without a yard.
d)
so far, no studies on differentiation with regard to a ventilated/non-ventilated dung belt
e)
Emission data only include times of husbandry in animal houses.
Note: Except for the indicated reduction measures, which are already included in the emission factors, no additional reduction measures can be
quantified. Measures of ammonia emission reduction tend to contribute to the reduction of odor emissions. Constant relations, however, do not
exist.
– 64 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

In allen eingestreuten Haltungssystemen können In all littered housing systems, frequent littering (if
durch häufiges Nachstreuen (falls dieses möglich ist) possible) allows odorant emissions to be significantly
die Geruchsstoffemissionen deutlich gesenkt werden. reduced.
Die Daten gelten für zwangsgelüftete Ställe, bei Rin- The data apply to animal houses with forced ventila-
dern auch für frei gelüftete. Untersuchungen zu Stäl- tion and freely ventilated cattle houses. Studies on
len in Offenbauweise, z.B. Kistenställen mit getrenn- animal houses with an open design (e.g. kennel
ten Funktionsbereichen und Louisiana-Ställen, deu- houses with separate functional areas and Louisiana
ten darauf hin, dass diese bei freier Lage und in aus- houses) indicate that these houses are more advanta-
reichendem Abstand hinsichtlich der Geruchsstoff- geous with regard to odorant immission than animal
immissionen vorteilhafter als zwangsgelüftete Ställe houses with forced ventilation if they stand freely and
zu bewerten sind. In der Regel können die in den Ta- if distances are sufficient. The values for animal
bellen angegebenen Werte für zwangsgelüftete Ställe houses with forced ventilation given in the tables can
auch für die tendenziell konservative Beurteilung von generally also be used for freely ventilated housing
frei gelüfteten Haltungssystemen herangezogen wer- systems, which tend to be evaluated conservatively.
den.
Zu den Emissionen von diffusen, windabhängigen Due to measurement-technological problems, virtu-
Quellen, wie Ausläufe, Fest- und Flüssigmistlager, ally no data are available on the emission of diffuse,
Silagelagerstätten, liegen aufgrund messtechnischer wind-dependent sources, such as yards, solid and liq-
Probleme kaum Daten vor. Abschätzungen auf der uid manure stores, and silage storing facilities. Esti-
Grundlage von Hauben- oder Windtunnelmessungen mates based on hood or wind tunnel measurements
sind unter anderem in der „Sächsischen Rinderricht- are published in the “Saxonian cattle directives” and
linie“ veröffentlicht (siehe Tabelle 23). other publications (see Table 23).
Für Ausläufe sind keine Werte verfügbar. Es ist aber For yards, no values are available. One must assume,
davon auszugehen, dass verschmutzte Ausläufe die however, that soiled yards increase the size of emis-
emissionsrelevanten Flächen vergrößern und einen sion-relevant areas and can account for a not insignif-
nicht unerheblichen Anteil an den Emissionen einer icant percentage of the emissions of an animal hus-
Stallanlage ausmachen können. Verschmutzungen bandry. Regular cleaning allows soiling to be re-
lassen sich durch regelmäßiges Reinigen vermindern. duced.

6.1.2 Ammoniak 6.1.2 Ammonia


Zur Abschätzung der Ammoniakemissionen werden In general, mean emission rates per animal place and
in der Regel mittlere Emissionsraten pro Tierplatz per year are used to estimate ammonia emissions.
und Jahr benutzt. Tabelle 24 fasst die aktuellen Table 24 lists the current conventional values, some
Konventionswerte, die zum Teil in die TA Luft 2002 of which have been taken over into the 2002 version
übernommen worden sind, sowie Daten aus neueren of TA Luft as well as data from recent publications
Veröffentlichungen zusammen [26; 27; 28; 47]. [26; 27; 28; 47].

Tabelle 23. Geruchsstoffemissionsfaktoren für verschiedene Flächenquellen (Konventionswerte)


Art der Flächenquelle Geruchsstoffemissionsfaktor a) Quelle/Anmerkungen
in GE ·s–1 · m–2

Futtersilage (Anschnittfläche)
Mais 3 [33]
Gras 6 [33]
a)
Flüssigmistaußenlager (offene Oberfläche)
Schweinegülle 7 [34]
Rindergülle 3 [33]
Mischgülle 4 [33]

Festmistlager (Rinder, Schweine, Masthühner, Grundfläche) 3 [33]

Kotlager (TS > 55 %) 7 [30]

Ausläufe k.A.
a)
siehe Tabelle 19 bezüglich Minderungsmaßnahmen
k.A. keine Angaben
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 65 –

Table 23. Odorant emission factors for different area sources (conventional values)
Kind of area source Odorant emission factor a) Source/Comments
iin GE ·s–1 · m–2

Feed silage (cut surface)


Corn 3 [33]
Grass 6 [33]
a)
Outdoor liquid manure store (open surface)
Pig slurry 7 [34]
Cattle slurry 3 [33]
Mixed slurry 4 [33]

Solid manure store (cattle, pigs, fattening chickens, area) 3 [33]

Dung store (dry matter > 55 %) 7 [30]

Yards n. d.
a)
see Table 19 for reduction measures
n.d. no data

Vielfach werden auch die Werte der niederländischen In many cases, the values of the Dutch ammonia di-
Ammoniak-Richtlinie [37] im Rahmen von Immissi- rective [37] are used for immission evaluations.
onsbeurteilungen benutzt, die zusammen mit der Be- These data can be called up on the internet together
schreibung emissionsarmer Stallsysteme über das In- with the description of low-emission animal housing
ternet abrufbar sind [29]. Es ist in jedem Fall zu prü- systems [29]. It must be examined in any case
fen, ob die beschriebenen Haltungsverfahren und de- whether the described housing techniques and their
ren Emissionswerte übertragbar sind. emission values can be applied in the individual case.
Die Emissionsfaktoren repräsentieren konventionelle The emission factors represent conventional housing
Haltungsverfahren ohne Berücksichtigung zusätzli- techniques without consideration of additional emis-
cher emissionsmindernder Maßnahmen (siehe un- sion-reducing measures (see below). A conventional
ten). Konventionelles Haltungsverfahren bedeutet housing technique for fattening pigs, for example,
beispielsweise bei Mastschweinen die Haltung in means housing in a temperature-insulated animal
einem wärmegedämmten und zwangsbelüfteten Stall house with forced ventilation in small groups of 10 to
in Kleingruppen mit 10 bis 15 Tieren pro Bucht 15 animals per pen (0,65 m2 to 0,8 m2 per animal) and
(0,65 m2 bis 0,8 m2 pro Tier) und einphasiger Fütte- single-phase feeding with a continuous crude protein
rung mit durchgängig 19 % Rohproteingehalt im Fut- content of 19 % in the feedstuff.
ter.
Die Faktoren decken nicht alle Verfahren ab, die in The factors do not cover all techniques which play a
der Praxis eine Rolle spielen und sind teilweise pau- role in practice and are partially flat values. For the
schalisiert. Beispielsweise gibt es für die verschiede- different areas of pig breeding and the different pro-
nen Bereiche der Schweinezucht und die verschiede- duction techniques for fattening poultry, there is only
nen Produktionsverfahren für Mastgeflügel jeweils one emission factor each without any further differ-
nur einen Emissionsfaktor ohne weitere Differenzie- entiation of the housing stages or techniques.
rung der Haltungsstufen oder -verfahren.
Wie bei den Geruchsemissionen liegen zu den Emis- Like in the case of odorant emissions, virtually no
sionen von Flächenquellen kaum Daten vor (siehe data are available about the emissions of area sources
Tabelle 25). (Table 25).

Minderungsmaßnahmen Ammoniak Reduction measures for ammonia


Gegenüber den oben genannten Emissionsfaktoren In addition to the above-mentioned emission factors
für die Standardverfahren gibt es noch verschiedene for standard techniques, there are different other re-
zusätzliche Minderungsmaßnahmen für die Rinder- duction measures for cattle and pig housing. For
und Schweinehaltung. Für die Geflügelhaltung lie- poultry housing, virtually no reliable information is
gen über die in Tabelle 24 aufgeführten Minderungs- available beyond the reduction measures (e.g. dung
maßnahmen (z.B. Kotbandbelüftung) bisher kaum belt ventilation) listed in Table 24. The most impor-
gesicherte Erkenntnisse vor. Die wichtigsten sind in tant data are listed in Annex B, Table B1 and
– 66 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Tabelle 24. Ammoniakemissionsfaktoren (Konventionswerte) für verschiedene Tierarten, Produktionsrichtungen


und Haltungsverfahrena)
Tierart Produktionsrichtung Ammoniak- Anwendbar für Verfahren Quelle/
Haltungsverfahren emissionsfaktor gemäß Nationalem Anmerkungen
Bewertungsrahmen
in kg·a–1 ·Tierplatz–1 (Abschnitt 4 (ID-Nr.))
Schweine Schweinemast
Zwangslüftung, Flüssigmistverfahren 3,64 S/MS 0001–0003 TA Luft b)
(Teil- oder Vollspaltenböden)
Zwangslüftung, Festmistverfahren 4,86 keine Verfahren im TA Luft b)
NBR beschrieben
Außenklimastall, Flüssig– oder Festmist- 2,43 S/MS 0004; TA Luft b)
verfahren (Kisten-/ Schrägbodenstall) 0005; 0007 h)
Außenklimastall, Tiefstreuverfahren 4,2 S/MS 0006 [28]
Ferkelerzeugung
alle Bereiche und Haltungsverfahren 7,29 – TA Luft b)
(Zuchtsauen inkl. Ferkel bis 25 kg)
Warte- und Deckbereich (Sauen) 4,8 c) S/FW 0001–0002; 0003 h); abgeleitet d)
0004; 0005a); 0007
S/FD 0001; 0002; 0003a);
0004a); 0005; 0006
Abferkel- und Säugebereich 8,3 c) S/FG 0001–0002a); abgeleitet d)
(Sauen inkl. Ferkel bis 10 kg) 0004a)–0006
Ferkelaufzucht 0,5 c) i) S/FA 0001–0005; 0006a); abgeleitet d)
0007; 0008a); 0009
Jungsauenaufzucht 3,64 wie MS
Geflügel Legehennenhaltung
Kleingruppenhaltung, unbelüftetes Kot- 0,150 c) H/LH 0412 j) [28]
band, Entmistung einmal je Woche
Kleingruppenhaltung, belüftetes Kotband, 0,040 c) H/LH 0412 j) [28]
Entmistung einmal je Woche
Bodenhaltung mit Volierengestellen, 0,091 H/LH 0211; 0231 h); 0241 h) [28] e)
unbelüftetes Kotband, Kotabfuhr einmal je
Woche
Bodenhaltung mit Volierengestellen, 0,056 H/LH 0211; 0231 h); 0241 h) [28]
unbelüftetes Kotband, Kotabfuhr zweimal je
Woche
Bodenhaltung mit Volierengestellen, 0,046 H/LH 0221 [28]
belüftetes Kotband ((0,4–0,5) m3/(Tier·h)
ohne Zuluftkonditionierung), Entmistung
einmal je Woche
Bodenhaltung, Kotgrube 0,3157 H/LH 0315; 0331 h); 0341 h); TA Luft b) f)
0351; 0361a)
Junghennenaufzucht (bis 18. Woche) 70 % des jeweiligen H/AZ 0001–0003 [28]
Verfahrens der
Legehennenhaltung
Hähnchenmast
Bodenhaltung (bis 33 Tage) 0,035 H/MH 0001; 0002h) [28] f)
Bodenhaltung (bis 42 Tage) 0,0486 H/MH 0003 h); 0004 i) TA Luft b) f)
Enten
Bodenhaltung Aufzucht 0,050 E/AZ 0001 und abgeleitet g)
Bodenhaltung Mast 0,1457 E/EM 0001–0002 TA Luft b)
Puten
Bodenhaltung Aufzucht 0,150 T/PM 0001–0003; 0004 h); [35]
Bodenhaltung Mast Hähne 0,680 0005 h); 0006 + T/AZ 0001 [28]
Bodenhaltung Mast Hennen 0,387 [28]
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 67 –

Tabelle 24. Ammoniakemissionsfaktoren (Konventionswerte) für verschiedene Tierarten, Produktionsrichtungen


und Haltungsverfahren a) (Fortsetzung)
Tierart Produktionsrichtung Ammoniak- Anwendbar für Verfahren Quelle/
Haltungsverfahren emissionsfaktor gemäß Nationalem Anmerkungen
Bewertungsrahmen
in kg·a–1 ·Tierplatz–1 (Abschnitt 4 (ID-Nr.))
k)
Rinder Milchviehhaltung/Mutterkuhhaltung
Anbindehaltung, Fest- oder Flüssigmist- 4,86 R/MV 0001–0006 TA Luft b)
verfahren
Liegeboxenlaufstall, Fest- oder Flüssigmist- 14,57 R/MV 0007–0012 TA Luft b)
verfahren
Laufstall, Tiefstreuverfahren 14,57 R/MV 0013 h); 0014; TA Luft b)
0016–0017
R/MK 0001a); 0002a);
0003; 0005a)
Laufstall, Tretmistverfahren 15,79 R/MV 0015; 0018; TA Luft b)
R/MK 0004
Kälberaufzucht bis 6 Monate im Emissionsfaktor R/KA 0001a); 0002–0005; [36]
(separate Aufstallung) für die Milchvieh- 0006a); 0007–0008
haltung enthalten
Kälbermast bis 6 Monate k.A. R/KM 0001–0003 siehe z.B. [37]
Rindermast, Jungrinderhaltung
(0,5 bis 2 Jahre)
Anbindehaltung, Fest- oder Flüssigmist- 2,43 keine Verfahren im TA Luft b)
verfahren NBR beschrieben
Laufstall, Flüssigmistverfahren 3,04 R/RM 0001; 0003; 0005 TA Luft b)
R/JV 0001; 0003–0004 h);
0005
Laufstall, Tretmistverfahren 3,64 keine Verfahren im TA Luft b)
NBR beschrieben
Pferde Pferdehaltung k.A. P/E 0003–0007; siehe z.B. [37]
P/G 0022–0029
Schafe Schafhaltung k.A. keine Verfahren im
NBR beschrieben
Ziegen Ziegenhaltung k.A. keine Verfahren im
NBR beschrieben
a)
Weichen Anlagen zum Halten oder zur Aufzucht von Nutztieren wesentlich in Bezug auf das Haltungsverfahren von den in der
Tabelle genannten Verfahren ab, können auf der Grundlage plausibler Begründungen (z.B. Messberichte, Praxisuntersuchungen)
abweichende Emissionsfaktoren zur Berechnung herangezogen werden.
b)
Emissionsfaktor übernommen aus [36] durch Umrechnung von Ammoniak-N auf Ammoniak
c)
Untersuchungen zur Validierung erforderlich
d)
abgeleitet aus TA Luft und [36] als gewichtetes Mittel entsprechend den Verhältnissen der Tierplätze in den einzelnen Zuchtberei-
chen
e)
Korrektur der TA-Luft-Zuordnung entsprechend [36]
f)
Wert gilt für den Stall einschließlich eines Kaltscharrraums (falls vorhanden)
g)
abgeleitet aus dem Verhältnis der Tiermasse von Aufzucht- und Mastenten
h)
Haltungsverfahren mit Auslauf; Wert gilt nur für den Stall ohne Auslauf. Bei der Geflügelhaltung (Bodenhaltung, Bodenhaltung mit
Volierengestellen) erhöht sich der Emissionsfaktor um 10 % [28].
i)
3,5 Ferkelaufzuchtplätze pro produktiver Zuchtsau
j)
Grundsystem gleich, Unterscheidung durch belüftetes bzw. unbelüftetes Kotband
k)
geringere Emission je nach Zeitanteil der Weidehaltung
l)
Lagerung des Kots über die gesamte Haltungsperiode im Stall
k.A. keine Angaben
– 68 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Table 24. Ammonia emission factors (conventional values) for different animal species, branches of production, and
housing techniques a)
Animal Branch of production Ammonia emission Applicable for techniques Source/
species Housing technique factor according to the national comments
evaluation frame
in kg·a–1 ·animal place–1 (Section 4 (ID-No.))
Pigs Pig fattening
Forced ventilation, liquid manure 3,64 S/MS 0001–0003 TA Luft b)
technique (partially or fully slatted floors)
Forced ventilation, solid manure 4,86 no techniques described in TA Luft b)
technique the national evaluation frame
Outdoor climate house, liquid or solid 2,43 S/MS 0004; TA Luft b)
manure technique ((kennel housing, 0005; 0007 h)
sloped floor housing)
Outdoor climate house, deep litter 4,2 S/MS 0006 [28]
technique
Piglet production
All areas and housing techniques (breeding 7,29 – TA Luft b)
sows including piglets up to 25 kg)
Waiting and mating area (sows) 4,8 c) S/FW 0001–0002; 0003 h); derived d)
0004; 0005a); 0007
S/FD 0001; 0002; 0003a);
0004a); 0005; 0006
Farrowing and nursing area 8,3 c) S/FG 0001–0002a); derived d)
(sows including piglets up to 10 kg) 0004a)–0006
Piglet rearing 0,5 c) i) S/FA 0001–0005; 0006a); derived d)
0007; 0008a); 0009
Young sow rearing 3,64 like MS
Poultry Laying hen housing
Small group housing, non-ventilated dung 0,150 c) H/LH 0412 j) [28]
belt, demanuring once per week
Small group housing, ventilated dung belt, 0,040 c) H/LH 0412 j) [28]
demanuring once per week
Floor housing with aviaries, non-ventilated 0,091 H/LH 0211; 0231 h); 0241 h) [28] e)
dung belt, dung removal once per week
Floor housing with aviaries, non-ventilated 0,056 H/LH 0211; 0231 h); 0241 h) [28]
dung belt, dung removal twice per week
Floor housing with aviaries, ventilated dung 0,046 H/LH 0221 [28]
belt ((0,4–0,5) m3/(animal·h) without fresh
air conditioning), demanuring once per week
Floor housing, dung pit 0,3157 H/LH 0315; 0331 h); 0341 h); TA Luft b) f)
0351; 0361a)
Young hen rearing (until the 18th week) 70 % of the technique H/AZ 0001–0003 [28]
applied in laying hen
housing
Broiler fattening
Floor housing (up to 33 days) 0,035 H/MH 0001; 0002h) [28] f)
Floor housing (up to 42 days) 0,0486 H/MH 0003 h); 0004 i) TA Luft b) f)
Ducks
Floor housing rearing 0,050 E/AZ 0001 and derived g)
Floor housing fattening 0,1457 E/EM 0001–0002 TA Luft b)
Turkeys
Floor housing rearing 0,150 T/PM 0001–0003; 0004 h); [35]
Floor housing turkey cock fattening 0,680 0005 h); 0006 + T/AZ 0001 [28]
Floor housing turkey hen fattening 0,387 [28]
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 69 –

Table 24. Ammonia emission factors (conventional values) for different animal species, branches of production, and
housing techniques a) (continued)
Animal Branch of production Ammonia emission Applicable for techniques Source/
species Housing technique factor according to the national comments
evaluation frame
in kg·a–1 ·animal place–1 (Section 4 (ID-No.))
Cattle Dairy cattle housing/mother cow housing k)
Tethered housing, solid or liquid manure 4,86 R/MV 0001–0006 TA Luft b)
technique
Lying box loose house, solid or liquid 14,57 R/MV 0007–0012 TA Luft b)
manure technique
Loose house, deep litter technique 14,57 R/MV 0013 h); 0014; TA Luft b)
0016–0017
R/MK 0001a); 0002a);
0003; 0005a)
Loose house, sloped floor housing 15,79 R/MV 0015; 0018; TA Luft b)
R/MK 0004
Calf rearing up to an age of 6 months (sep- included in the emission R/KA 0001a); 0002–0005; [36]
arate housing) factor for dairy cattle 0006a); 0007–0008
housing
Calf fattening up to an age of 6 months n.d.. R/KM 0001–0003 see,
for example [37]
Cattle fattening, young cattle housing
(0,5 to 2 years)
Tethered housing, solid or liquid manure 2,43 no techniques described in TA Luft b)
technique the national evaluation frame
Loose house, liquid manure technique 3,04 R/RM 0001; 0003; 0005 TA Luft b)
R/JV 0001; 0003–0004 h);
0005
Loose house, sloped floor housing 3,64 no techniques described in TA Luft b)
the national evaluation frame
Horses Horse housing n.d. P/E 0003–0007; see,
P/G 0022–0029 for example [37]
Sheep Sheep housing n.d. no techniques described in
the national evaluation frame
Goats Goat housing n.d. no techniques described in
the national evaluation frame
a)
If facilities for the housing or rearing of farm animals differ considerably from the techniques listed in the table with regard to the
housing technique, different emission factors based on plausible data (e.g. measurement reports, practical studies) can be used for
calculation
b)
emission factor taken over from [36] by converting ammonia-N into ammonia
c)
validation studies required
d)
derived according to TA Luft and [36] as a weighted average based on the ratios of animal places in the individual breeding areas
e)
correction of TA Luft according to [36]
f)
Value applies to the stable, including wintergarden (if available).
g)
derived from the ratio of the mass of raising and fattening ducks
h)
Housing techniques with a yard; this value only applies to the animal house without the yard [28].
i)
3,5 piglet places per productive breeding sow
j)
basic system identical, different feature: ventilated/non-ventilated dung belt
k)
lower emission depending on the amount of time spent on the pasture
l)
storage of dung throughout the accounting period in the barn
n.d. no data
– 70 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Tabelle 25. Ammoniakemissionsfaktoren (Konventionswerte) für verschiedene Flächenquellen


Art der Flächenquelle Ammoniakemissionsfaktor Quelle/Anmerkungen
in g ·m–2 · d–1

Flüssigmistlager (offene Oberfläche)

Schweinegülle 10 a) [38]
a)
Rindergülle 6 [38]
a)
Festmistlager (Grundfläche) 5 [39]
a)
Laufhof (Milchvieh) 8 abgeleitet nach [40] und [41]

Kotlager k.A.
a)
abgeleitet aus der Literatur, Validierung erforderlich
k.A. keine Angaben

Tabelle 25. Ammonia emission factors (conventional values) for different area sources
Type of area source Ammonia emission factor Source/comments
in g ·m–2 · d–1

Liquid manure store (open surface)

Pig slurry 10 a) [38]

Cattle slurry 6 a) [38]

Solid manure store (area) 5 a) [39]


a)
Cattle yard (dairy cattle) 8 derived acc. to [40] and [41]

Dung store n.d.


a)
derived from the literature, validation required
n.d. no data

Anhang B, Tabelle B1 und Tabelle B2 zusammenge- Table B2, and can be considered in the determination
stellt und können bei der Festlegung der Emissions- of the emission factors. If several emission-reducing
faktoren berücksichtigt werden. Kommen mehrere measures are applied at the same time, one cannot as-
emissionsmindernde Maßnahmen gleichzeitig zur sume that the reduction potential of these individual
Anwendung, ist nicht davon auszugehen, dass sich effects fully accumulates.
die Minderungspotenziale dieser Einzeleffekte in
voller Höhe kumulieren.

6.1.3 Staub 6.1.3 Dust


Die meisten der im Bereich der Landwirtschaft vor- Most data about dust in agriculture cover the fraction
liegenden Daten zu Staub beziehen sich auf die ein- which can be breathed in (Table 26). These data are
atembare Fraktion (Tabelle 26). Sie werden zu- generally equated with total dust quantity, which
meist dem Gesamtstaub gleichgesetzt, wodurch ein means that a considerable error is tolerated because
deutlicher Fehler in Kauf genommen wird, da die Ab- only 50 % of the particles > 100 µm are separated
scheidung für Partikel > 100 µm nur bei 50 % liegt while mass concentration is primarily determined by
und die Massenkonzentration in erster Linie aber von the large particles.
den großen Partikeln bestimmt wird.
Nur wenige Untersuchungen liegen zur PM10-Kon- Only few studies on PM10-concentration in farm ani-
zentration in der Nutztierhaltung vor. Hilfsweise mal housing are available. In a simplified calculation,
kann der PM10-Anteil am Gesamtstaub mit soge- the PM10-share in the total dust can be estimated
nannten Konvertierungsfaktoren, die aus einigen based on so-called conversion factors derived from
(wenigen) Messungen abgeleitet wurden, abge- some (few) measurements (Table 26). The listed data
schätzt werden (Tabelle 26). Die aufgeführten Daten must be understood as a proposal. The measuring
sind als Vorschlag zu verstehen, die zugrunde geleg- techniques used often cannot be clearly derived from
ten Messverfahren sind aus der Primärliteratur oft- the primary literature.
mals nicht eindeutig abzuleiten.
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 71 –

Tabelle 26. Emissionsfaktoren für Gesamtstaub und den PM10-Anteil am Gesamtstaub für verschiedene Tierarten,
Produktionsrichtungen und Haltungsverfahren (Konventionswerte) a)
Tierart Produktionsrichtung Emissions- PM10- Anwendbar für Verfahren Quelle/Anmerkungen
Haltungsverfahren faktor für Anteil am gemäß Nationalem
Gesamtstaub Gesamt- Bewertungsrahmen
in kg · a–1 · staub (Abschnitt 4 (ID-Nr.))
Tierplatz–1
Schweine Schweinemast
Festmistverfahren 0,8 S/MS 0005–0007 abgeleitet nach [42] in [43]
Flüssigmistverfahren 0,6 S/MS 0001–0004; 0008 abgeleitet nach [42] in [43]
Ferkelerzeugung
alle Bereiche (Zucht- 2,0 S/FW 0003–0005; 0006 abgeleitet nach [42] in [43]
sauen inkl. Ferkel bis S/FD 0004; 0006
25 kg), S/FG 0002; 0004; 0006
Festmistverfahren 40 % S/FE 0002
alle Bereiche (Zucht- 0,4 S/FW 0001–0002; 0004; 0007 abgeleitet nach [42] in [43]
sauen inkl. Ferkel bis S/FD 0001–0003; 0005
25 kg), S/FG 0001; 0005
Flüssigmistverfahren S/FE 0001; 0003–0004
Ferkelaufzucht 0,2 S/FA 0001–0004; 0009 abgeleitet nach [42] in [43]
(8 kg bis 25 kg),
Flüssigmistverfahren
Jungsauenaufzucht 0,6 wie MS abgeleitet nach [42] in [43]
Geflügel Legehennenhaltung
Kleingruppenhaltung 0,1 40 % H/LH 0412
Bodenhaltung mit 0,26 H/LH 0211; 0221; 0231; [35]
Volierengestellen, 0241b)
60 %
freier Zugang zum
Scharraum
Bodenhaltung mit 0,065 H/LH 0211; 0221; 0231; [35]
Volierengestellen, 0241b)
Zugang zum Schar- 60 %
raum nur über untere
Volierenebene
Bodenhaltung, 0,235 H/LH 0315; 0321; 0331; [35]
50 %
Kotbunker 0341; 0351; 0361
Junghennenaufzucht
alle Haltungsverfahren ca. 50 % der wie Lege- H/AZ 0001–0003
Legehennen- hennen-
haltung haltung
Hähnchenmast
Bodenhaltung 0,03 50 % H/MH 0001–0004 abgeleitet nach [42] in [43]
Enten
Aufzucht, 0,01 E/AZ 0001 abgeleitet nach [44] in [43]
k.A.
Bodenhaltung
Mast, Bodenhaltung 0,04 E/EM 0001–0002 abgeleitet nach [44] in [43]
Puten
Aufzucht, 0,07 T/AZ 0001 abgeleitet nach [45] in [43]
Bodenhaltung
Mast Hennen, 0,3 T/PM 0001–0006 abgeleitet nach [45] in [43]
Bodenhaltung
30 %
Mast Hähne, 0,8 T/PM 0001–0006 abgeleitet nach [45] in [43]
Bodenhaltung
Mast Hennen/Hähne 0,7 T/PM 0001–0006 abgeleitet nach [45] in [43]
gemischt, Boden-
haltung
– 72 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Tabelle 26. Emissionsfaktoren für Gesamtstaub und den PM10-Anteil am Gesamtstaub für verschiedene Tierarten,
Produktionsrichtungen und Haltungsverfahren (Konventionswerte) a) (Fortsetzung)
Tierart Produktionsrichtung Emissions- PM10- Anwendbar für Verfahren Quelle/Anmerkungen
Haltungsverfahren faktor für Anteil am gemäß Nationalem
Gesamtstaub Gesamt- Bewertungsrahmen
in kg · a–1 · staub (Abschnitt 4 (ID-Nr.))
Tierplatz–1
Rinder Milchviehhaltung/
Mutterkuhhaltung
Festmistverfahren 1,3 R/MV 0002; 0003; 0005; [46]
0006; 0013–0018
R/MK 0001–0005
Flüssigmistverfahren 0,6 R/MV 0001; 0004; [46]
0007–0012
Rindermast
Festmistverfahren 0,8 R/RM 0002–0004 abgeleitet nach [42] in [43]
30 %
Flüssigmistverfahren 0,7 R/RM 0001; 0005 abgeleitet nach [42] in [43]
Jungrinderhaltung
(weibl.)
Festmistverfahren 0,7 R/JV 0002; 0006 abgeleitet nach [42]
Flüssigmistverfahren 0,4 R/JV 0001; 0003–0005 abgeleitet nach [42]
Kälber
Festmistverfahren 0,3 R/KM 0002–0003 abgeleitet nach [42]
Flüssigmistverfahren 0,2 R/KM 0001 abgeleitet nach [42]
Pferde Pferdehaltung k.A. k.A.
Schafe Schafhaltung k.A. k.A.
Ziegen Ziegenhaltung k.A. k.A.
a)
Validierung der Werte erforderlich. Weichen Anlagen zum Halten oder zur Aufzucht von Nutztieren wesentlich in Bezug auf das
Haltungsverfahren von den in der Tabelle genannten Verfahren ab, können auf der Grundlage plausibler Begründungen (z.B.
Messberichte, Praxisuntersuchungen) abweichende Emissionsfaktoren zur Berechnung herangezogen werden.
b)
Grundsysteme gleich; Zugang zum Scharrraum unterschiedlich möglich
k.A. keine Angaben

Table 26. Emission factors for total dust and the PM10-share in the total dust quantity for different animal species,
branches of production, and housing techniques (conventional values)a)
Animal Branch of production Emission PM10- Applicable for techniques Source/comments
species Housing technique factor for share in according to the
total dust the total national evaluation frame
in kg · a–1 · dust (Section 4 (ID-No.))
animal place–1 content
Pigs Pig fattening
solid manure technique 0,8 S/MS 0005–0007 derived according to [42]
in [43]
liquid manure technique 0,6 S/MS 0001–0004; 0008 derived according to [42]
in [43]
Piglet production
all areas (breeding sows 2,0 40 % S/FW 0003–0005; 0006 derived according to [42]
including piglets up to S/FD 0004; 0006 in [43]
25 kg), solid manure S/FG 0002; 0004; 0006
technique S/FE 0002
all areas (breeding sows 0,4 S/FW 0001–0002; 0004; 0007 derived according to [42]
including piglets up to S/FD 0001–0003; 0005 in [43]
25 kg), liquid manure S/FG 0001; 0005
technique S/FE 0001; 0003–0004
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 73 –

Table 26. Emission factors for total dust and the PM10-share in the total dust quantity for different animal species,
branches of production, and housing techniques (conventional values) a) (continued)
Animal Branch of production Emission PM10- Applicable for techniques Source/comments
species Housing technique factor for share in according to the
total dust the total national evaluation frame
in kg · a–1 · dust (Section 4 (ID-No.))
animal place–1 content

Pigs piglet rearing (8 kg to 0,2 S/FA 0001–0004; 0009 derived according to [42]
25 kg), liquid manure in [43]
technique 40 %
young sow rearing 0,6 like MS derived according to [42]
in [43]

Poultry Laying hen housing

small group housing 0,1 40 % H/LH 0412

floor husbandry with 0,26 60 % H/LH 0211; 0221; 0231; 0241b) [35]
aviaries, free access to
the wintergarden

floor husbandry with 0,065 60 % H/LH 0211; 0221; 0231; 0241b) [35]
aviaries, access to the
wintergarden only via the
lower aviary level

floor husbandry, 0,235 50 % H/LH 0315; 0321; 0331; 0341; [35]


dung bunker 0351; 0361

Young hen rearing

all housing techniques ca. 50 % of like laying H/AZ 0001–0003


laying hen hen hou-
houses sing

Broiler fattening

floor husbandry 0,03 50 % H/MH 0001–0004 derived according to [42]


in [43]

Ducks

rearing, 0,01 E/AZ 0001 derived according to [44]


floor husbandry n.d. in [43]

fattening, 0,04 E/EM 0001–0002 derived according to [44]


floor husbandry in [43]

Turkeys

rearing, 0,07 T/AZ 0001 derived according to [45]


floor husbandry in [43]

hen fattening, 0,3 T/PM 0001–0006 derived according to [45]


floor husbandry in [43]

broiler fattening, 0,8 T/PM 0001–0006 derived according to [45]


floor husbandry in [43]

mixed hen/broiler fatte- 0,7 T/PM 0001–0006 derived according to [45]


ning, floor husbandry in [43]
– 74 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Table 26. Emission factors for total dust and the PM10-share in the total dust quantity for different animal species,
branches of production, and housing techniques (conventional values) a) (continued)
Animal Branch of production Emission PM10- Applicable for techniques Source/comments
species Housing technique factor for share in according to the
total dust the total national evaluation frame
in kg · a–1 · dust (Section 4 (ID-No.))
animal place–1 content
Cattle Dairy cattle housing/
mother cow housing
solid manure technique 1,3 R/MV 0002; 0003; 0005; 0006; [46]
0013–0018
R/MK 0001–0005
liquid manure 0,6 R/MV 0001; 0004; [46]
technique 0007–0012
Cattle fattening
solid manure technique 0,8 R/RM 0002–0004 derived according to [42]
in [43]
liquid manure 0,7 30 % R/RM 0001; 0005 derived according to [42]
technique in [43]
Young cattle housing
(females)
Solid manure technique 0,7 R/JV 0002; 0006 derived according to [42]
Liquid manure technique 0,4 R/JV 0001; 0003–0005 derived according to [42]
Calves
Solid manure technique 0,3 R/KM 0002–0003 derived according to [42]
Liquid manure 0,2 R/KM 0001 derived according to [42]
technique
Horses Horse housing n.d. n.d.
Sheep Sheep housing n.d. n.d.
Goats Goat housing n.d. n.d.
a)
Validation of the values required. If facilities for the housing or rearing of farm animals differ considerably from the techniques listed
in the table with regard to the housing technique, different emission factors based on plausible data (e.g. measurement reports,
practical studies) can be used for calculation.
b)
same basic systems; different access to the wintergarden possible
n.d. no data

6.2 Sonstige Emissionen 6.2 Other emissions


Für andere Emissionen, z.B. Methan, Lachgas, For other emissions (e.g. methane, laughing gas, hy-
Schwefelwasserstoff, liegen derzeit nur wenige be- drogen sulphide), currently only few reliable data are
lastbare Daten vor. available.
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 75 –

Anhang A Großvieheinheiten-Schlüssel Annex A Livestock unit key (LU key)


(GV-Schlüssel)
Zur Berechnung der Tierlebendmasse in GV gibt Table A1 shows standard values for the calculation
Tabelle A1 Standardwerte vor, die in Abhängigkeit of live animal mass in LU, which can vary depending
von Produktionsverfahren und Rasse abweichen kön- on production technique and race. In pig husbandry,
nen. Bei der Schweinehaltung beziehen sich die the values are based on live animal mass or final fat-

Tabelle A1. Standardwerte für die Tierlebendmasse


Tierart Mittlere Tierlebendmasse
Produktionsrichtung in GV/Tier a)
Schwein
Mastschweine (25 kg bis 110 kg) 0,13
Mastschweine (25 kg bis 115 kg) 0,14
Mastschweine (25 kg bis 120 kg) 0,15
Niedertragende und leere Sauen, Eber (150 kg) 0,30
Sauen mit Ferkeln (bis 10 kg) 0,40
Sauen mit Ferkeln (bis 14 kg) 0,45
Sauen mit Ferkeln (bis 18 kg) 0,50
Aufzuchtferkel (bis 15 kg) 0,02
Aufzuchtferkel (bis 25 kg) 0,03
Aufzuchtferkel (bis 30 kg) 0,04
Jungsauen (bis 90 kg) 0,12
Geflügel
Legehennen 0,0034
Junghennenaufzucht (bis 18. Woche) 0,0014
Masthähnchen (bis 35 Tage) 0,0015
Masthähnchen (bis 42 Tage) 0,0020
Masthähnchen (bis 49 Tage) 0,0024
Entenaufzucht (Pekingenten) 0,0013
Entenmast (Pekingenten) 0,0038
Flugentenaufzucht 0,0012
Flugentenmast 0,0050
Truthühneraufzucht 0,0022
Truthühnermast, Hennen 0,0125
Truthühnermast, Hähne 0,0222
Truthühnermast, gemischtgeschlechtlich 0,016
Rind
Kühe und Rinder (über 2 Jahre) 1,2
Weibliche Rinder (1 bis 2 Jahre) 0,6
Männliche Rinder (1 bis 2 Jahre) 0,7
Weibliche Rinder (0,5 bis 1 Jahr) 0,4
Männliche Rinder (0,5 bis 1 Jahr) 0,5
Kälberaufzucht (bis 6 Monate) 0,19
Mastkälber (bis 6 Monate) 0,3
Pferde
über 3 Jahre 1,1
bis 3 Jahre 0,7
Ponys und Kleinpferde 0,7
a)
Für Produktionsverfahren, die wesentlich von den in dieser Tabelle genannten Haltungsverfahren abweichen, kann die mittlere Einzel-
tiermasse (in GV/Tier) im Einzelfall festgelegt werden. Dies ist beispielsweise mit der Online-Kalkulation des KTBL im Internet (http://
daten.ktbl.de/gvrechner/gvHome.do;jsessionid=26FF99505466EAB9607D9529655A4C03#start) möglich.
– 76 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Table A1. Standard values for live animal mass


Animal species Average live animal mass
Branch of production in LU/animal a)
Pig
Fattening pigs (25 kg to 110 kg) 0,13
Fattening pigs (25 kg to 115 kg) 0,14

Fattening pigs (25 kg to 120 kg) 0,15


Early-pregnant and non-pregnant sows, boars (150 kg) 0,30
Sows with piglets (up to 10 kg) 0,40
Sows with piglets (up to 14 kg) 0,45
Sows with piglets (up to 18 kg) 0,50
Rearing piglets (up to 15 kg) 0,02
Rearing piglets (up to 25 kg) 0,03
Rearing piglets (up to 30 kg) 0,04
Young sows (up to 90 kg) 0,12
Poultry
Laying hens 0,0034
Young hen rearing (until the 18th week) 0,0014
Fattening broilers (up to 35 days) 0,0015
Fattening broilers (up to 42 days) 0,0020
Fattening broilers (up to 49 days) 0,0024
Duck rearing (Pekin ducks) 0,0013
Duck fattening (Pekin ducks) 0,0038
Flying duck rearing 0,0012
Flying duck fattening 0,0050
Turkey rearing 0,0022
Turkey fattening, hens 0,0125
Turkey fattening, cocks 0,0222
Turkey fattening (mixed males and females) 0,016
Cattle
Cows and cattle (above 2 years) 1,2
Female cattle (1 to 2 years) 0,6
Male cattle (1 to 2 years) 0,7
Female cattle (0,5 to 1 year) 0,4
Male cattle (0,5 to 1 year) 0,5
Calf rearing (up to 6 months) 0,19
Fattening calves (up to 6 months) 0,3
Horses
above 3 years 1,1
up to 3 years 0,7
Ponies and small horses 0,7
a)
For production techniques which differ considerably from the housing techniques listed in this table, the mean individual animal mass
(in LU/animal) can be determined individually. This is possible with the aid of the KTBL online calculation system on the internet, for
example (http://daten.ktbl.de/gvrechner/gvHome.do;jsessionid=26FF99505466EAB9607D9529655A4C03#start).

Werte auf die Tierlebendmasse bzw. die Mastend- tening mass2). In poultry, cattle, and horse husbandry,
masse2), bei Geflügel, Rindern und Pferden auf das the age of the animals is decisive.
Tieralter.

2) 2)
Die Mastendmasse ist als die Endmasse zu definieren, die sich im The final fattening mass is defined as the final mass reached by the
Durchschnitt in einer Bucht/Gruppe ergibt. Das heißt beispielsweise average of a pen/group. For fattening pigs, for example, this means
bei Mastschweinen, dass in einer Gruppe (Rein-Raus-Verfahren) ein that some animals in a group (all-in all-out management) can be
Teil der Tiere schwerer als die angegebene Endmasse von z.B. 110 kg heavier than the indicated final mass of 110 kg, for example.
sein kann.
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 77 –

Anhang B Minderungspotenziale
Tabelle B1. Emissionsminderungsmaßnahmen Schweine [28]
Maßnahme Reduktionspotenzial Anmerkungen

Referenz: Einphasenfütterung mit 18 %


Rohproteingehalt (RP)

Rohprotein-angepasste Fütterung durch:

• Phasenfütterung (2 Phasen) bis 10 % Anpassung von Vor- auf Hauptmast (von 18 % auf
15 % RP)

• Mehrphasenfütterung (3 bis 4 Phasen) bis 20 % Anpassung in mehrwöchigen Abständen (von 18 % auf


13 % RP), Ausgleich essentieller Aminosäuren
(Lysin, Methionin)

• Multiphasenfütterung bis 40 % tägliche Anpassung (von 18 % auf 13 % RP);


Ausgleich essentieller Aminosäuren (Lysin, Methionin)

Zuluftkühlung 10 % u.a. durch Einsatz eines Erdwärmetauschers;


in Abhängigkeit von Standort und ∆T; nur im Sommer
bei einer Außenlufttemperatur von über 25 °C

Reduzierung der emittierenden Oberfläche/ 10 % funktioniert nur in der Ferkelaufzucht; z.B. plan befestig-
Bodengestaltung (nur bei Aufzuchtferkeln) ter, konvexer bzw. geneigter Boden mit Harnrinnen oder
anderen Ableitungseinrichtungen, Trennung der Funk-
tionsbereiche

Futterzusätze/Futterkomponenten z.B. zur Reduktionspotenzial mit Zusatzkosten verbunden


• Reduzierung des pH-Werts im Urin nicht festlegbar EU-rechtliche Vorgaben zur Zugabe in Futtermitteln
• Verbesserung der N-Ausnutzung müssen gewährleistet sein.

Säurezugabe Flüssigmist Reduktionspotenzial ist im hohe Kosten, Risiken bei der Handhabung,
Einzelfall nachzuweisen. Korrosion möglich

Optimierung der Luftführung im Stall Reduktionspotenzial ist im Minimierung der Konzentrationsgradienten im boden-
Einzelfall nachzuweisen. nahen Bereich des Stalls

Lagerungsdauer der Gülle Reduktionspotenzial ist im Die emissionsmindernde Wirkung ist nicht immer nach-
Einzelfall nachzuweisen. weisbar bzw. unzureichend nachgewiesen; technischer
Mastschweine
Aufwand, höhere Arbeitskosten.
Referenz: Lagerdauer über eine Mastperiode

Maßnahme: Güllekanäle ein- bis zweimal


innerhalb der Mastperiode entleeren

Tabelle B2. Emissionsminderungsmaßnahmen Milchvieh/Rinderställe [47]


Maßnahme Reduktionspotenzial Anmerkungen
Bedarfsgerechte Fütterung bis 25 % gut kontrollierbar durch Harnstoffgehalt in der Milch
• nach nXP-Bedarf füttern
• positive ruminale Stickstoffbilanz (RNB) Die Minderungsmöglichkeiten sind bei niedriger
bei Grasprodukten etc. ausgleichen Proteinversorgung aus der Grundration (Maissilage,
Pressschnitzelsilage etc.) geringer.
• mikrobielle Stickstoff-Ausnutzung
verbessern
• Start in die Laktation optimieren
• Energieversorgung der Mikroben
verbessern
• Synchronisation von Energie und Protein
• Einsatz „geschützter“ Proteine
Bauliche Ausführung der Laufflächen bis 20 % plan befestigt mit 3 % Gefälle zur Gangmitte und einer
Rinne am tiefsten Punkt zur Harnableitung
plan befestigter Boden mit Rinnen und Löchern zum
darunter liegenden Flüssigmistkanal, kammartiger
Schrapper, dadurch schnelle Trennung von Kot und
Harn, mehrmaliges Abschieben am Tag
– 78 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Tabelle B2. Emissionsminderungsmaßnahmen Milchvieh/Rinderställe [47] (Fortsetzung)


Maßnahme Reduktionspotenzial Anmerkungen

Weide bis 15 % nur bei mind. 6 h Weidehaltung am Tag


Stall weiterhin Emissionsquelle
führt insgesamt zu geringeren Ammoniakemissionen,
Verlagerung von N auf Weide
ausreichende Flächen zur Verfügung stellen

Spülen der Laufflächen mit Wasser bis 20 % ungünstige Einstufung aufgrund hohen Wasserver-
brauchs, höhere Kosten auch bei Lagerung und Aus-
bringung, Wassereinsatz auf max. 20 l ·TP–1 · d–1
begrenzen

Säurezusätze zu Flüssigmist bis 40 % hohe Kosten bei Zugabe von organischen Säuren
anorganische Säuren: erhöhte Risiken bei Handha-
bung, Korrosion, erhöhte Kosten

Anwendung von Ureaseinhibitoren Reduktionspotenzial ist im Minderungspotenzial vorhanden; technische Umset-


Einzelfall nachzuweisen. zung in die Praxis noch nicht eingeführt, Verteilung
noch in der Entwicklung; Kosten derzeit noch sehr hoch
gesundheits-/umwelttechnisch geprüft
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 79 –

Annex B Reduction potential


Table B1. Emission reduction measures for pigs [28]
Measure Reduction potential Comments

Reference: single-phase feeding with 18 %


crude protein (CP)

Crude-protein-adapted feeding by means of:

• phase feeding (2 phases)


up to 10 % adaptation between pre- and main fattening
(from 18 % to 15 % CP)

• multiple-phase feeding (3 to 4 phases)


up to 20 % adaptation in intervals of several weeks
(from 18 % to 13 % CP)

• multiple-phase feeding plus amino acid up to 40 % daily adaptation; essential amino acid compensa-
compensation tion (from 18 % to 13 % CP)

Fresh air cooling 10 % realized with the aid of a geothermal heat


exchanger; dependent on the location and ∆T;
only in the summer at an outdoor temperature of
more than 25 °C

Reduction of the emitting surface/floor design 10 % works only in piglet rearing; e.g. level concrete,
(only for rearing piglets) convex or sloped floor with urine channels or other
draining systems, separation of functional areas

Feed additives/feed components, e.g. for Reduction potential cannot requires additional expenses
• reduction of the pH-value in the urine, be determined. EU regulations for feed additives must be
• improvement of N-utilization observed.

Addition of acid to liquid manure Reduction potential must be high costs, risky handling, potential corrosion
proven in the individual case.

Optimization of air conduction in the Reduction potential must be minimization of the concentration gradient close to
animal house proven in the individual case. the animal house floor

Storage duration of slurry Reduction potential must be The emission-reducing effect cannot always be
proven in the individual case. proven or is proven insufficiently; technically
Fattening pigs complex, higher labor expenses.
Reference: storage period one fattening period

Required measures: emptying of the slurry


channels once or twice within a fattening period

Table B2. Emission reduction measures in dairy cattle/cattle housing [47]


Measure Reduction potential Comments

Demand-oriented feeding up to 25 % well controllable using the urea content in the milk

• feed according to nXP-demand,

• positive ruminal nitrogen balance (RNB) be If protein supply from the basic ration (corn silage,
neutralized when grass products, etc. are pressed silage, etc.) is low, the reduction potential
used as feed is smaller.

• improvement of microbial nitrogen utilization

• optimized start into the lactation period

• improvement of the energy supply of the


microbes

• synchronization of energy and protein

• use of “protected” protein

Constructional design of the activity areas up to 20 % level concrete with a slope of 3 % towards the
center of the aisle and a channel at the lowest
point for urine drainage
groove floor system, dung removal several times
per day
– 80 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

Table B2. Emission reduction measures in dairy cattle/cattle housing [47] (continued)
Measure Reduction potential Comments
Pasture up to 15 % minimum requirement: 6 h of grazing
The animal house remains a source of emissions.
total N-emissions decrease, N-discharge shifts to
the pasture
The available area must be sufficient.
Rinsing of the activity areas with water up to 20 % unfavorable classification due to high water con-
sumption, higher costs even in the case of storage
and spreading, water consumption must be limited
to a maximum of 20 l ·animal place–1 · d–1
Addition of acid to liquid manure up to 40 % high costs if organic acids are added
anorganic acids: higher handling risks, corrosion,
higher expenses
Application of urease inhibitors Reduction potential must be Reduction potential exists. Technical implementa-
proven in the individual case. tion in practice has not yet been realized. Distribu-
tion is still in the process of development. The
costs are currently still very high.
tested under aspects of health and environmental
technology

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Braunschweig 436
VDI 3894 Blatt 1 / Part 1 – 83 –

Benennungsindex englisch – deutsch / Term index English – German


Vorzugsbenennungen sind fett gesetzt. / Preferred terms are in bold.
Englische Benennung / English term Deutsche Vorzugsbenennung / German preferred term
activity area Laufbereich
air trap Siphon
all-in all-out management Rein-Raus-Verfahren
animal husbandry Tierhaltungsanlage
area sources Flächenquellen
biofilters Biofilter
box Abteil
branch of production Produktionsrichtung
CAM feed RAM-Futter
cattle yard Laufhof
chemical washers chemische Wäscher
combined techniques Kombinationsverfahren
compartment Abteil
continuous fattening technique kontinuierliches Mastverfahren
conventional values für emission factors Konventionswerte für Emissionsfaktoren
crude-protein-adapted mixed feed RAM-Futter
demanuring Entmistung
dung area Kotbereich
eating area Fressbereich
eating place Fressbereich
emission Emission
emission factor Emissionsfaktor
equipment Einrichtung
exhaust air Abluft
exhaust air cleaning Abluftreinigung
floating cover Schwimmdecke
forced ventilation Zwangslüftung
free-range husbandry Freilandhaltung
free ventilation freie Lüftung
functional area Funktionsbereich
immission Immission
liquid manure Flüssigmist
litter Einstreu
livestock unit GV
loose house Laufstall
Louisiana house Louisiana-Stall
LU GV
lying area Liegebereich
mode of operation Betriebsweise
nutrient-adapted feeding nährstoffangepaste Fütterung
odorant Geruchsstoff
odour unit Geruchseinheit
open house Offenstall
outdoor climate house Außenklimastall
particles Feinstaub
pen Abteil
perforated floors perforierte Böden
PM10 Feinstaub
PM2,5 Feinstaub
poultry dung Geflügelkot
shaft ventilation Schachtlüftung
silage Silage
siphon Siphon
slurry Jauche
slurry cellar Güllekeller
solid manure Festmist
– 84 – VDI 3894 Blatt 1 / Part 1

standard service time Standardservicezeit


technique Verfahren
trickle-bed reactors Rieselbettreaktoren
ventilation Lüftung
wind-induced ventilation windinduzierte Lüftung
wintergarden Kaltscharrraum
yard Auslauf